Monthly Archives: Januar 2012

The Evil Dead – Pronounced The evil Dead CD (31.01.2012)

(Rising Records / Gordeon Promotion)
Eine Metalband THE EVIL DEAD zu nennen könnte wohl für Verwirrung sorgen, schließlich gab es ja bereits eine nicht ganz unbekannte US-amerikanische Thrash Metal-Combo die sich EvilDead nannte. Naja, sei es drum, diese Jungs hier kommen jedenfalls aus Argentinien. Und wenn man von einer südamerikanischen Metalband hört, dann denkt man wohl sofort an 80er orientierten Thrash Metal. Und auch hier gibt es wieder eine Überraschung, denn zwar gibt es auch Thrash-Elemente in der Musik von THE EVIL DEAD aber im großen und ganzen lässt sich der Sound schwer in eine Schublade stecken. Es ist einfach Metal. Teilweise melodisch, teilweise schnell, hart und dazu kratzende/giftige Vocals. Mir allerdings fehlt da etwas der rote faden der das alles zusammenhält. Es ist wirklich verdammt melodisch, aber die Stimme selbst ist dermaßen kratzig und hart das sie besser zu einer klassischen Thrash Metal-Band alá WITCHBURNER oder sogar zum Black Metal passen würde. Im zusammenhang mit diesen Songs hier beisst es sich einfach zu heftig. Bitte nicht falsch verstehen, die Songs für sich sind nicht wirklich schlecht und die Jungs geben sich bestimmt größte Mühe, aber bei mir springt der Funke einfach nicht über. Das die Produktion etwas matschig klingt und irgendwie alles etwas hektisch wirkt, lass ich mal aussen vor, da ich nicht weiss unter welchen Bedingungen die Platte aufgenommen wurde. Und eine gewisse Form von roheit ja durchaus ihren Reiz haben kann. Mein Fall ist es leider nicht. 4+   Domme

Social Distortion beehren mal wieder Deutschland (31.01.2012)

SOCIAL DISTORTON kehren im August zurück auf deutsche Bühnen!

Die Band um Frontmann Mike Ness hat unlängst folgende 2 Festival-Shows bestätigt:

10th of August: Open Flair Festival – Eschwege (DE)
Festival site: http://www.open-flair.de
FB: http://www.facebook.com/openflair

12th of August:  Taubertal Festival  – Rothenburg Ob Der Tauber (DE)
Festival site: www.taubertal-festival.de
FB: http://www.facebook.com/taubertalfestival

Weitere Daten sind in Arbeit…

DEATH BY STEREO – WTF IS GOING ON AROUND HERE? 7” VINYL (30.01.2012)

(Concrete Jungle Records / www.concretejunglerecords.com/  Edel)
Kurz vor der Europa Tour mit Agnostic Front und neuer CD, gibt es noch einen kleinen Vorgeschmack in Form einer 7″. Man sollte „DBS“ nicht nur auf Hardcore reduzieren, denn dafür ist ihre Mucke doch sehr detailverliebt. Und das liegt nicht nur an den geilen Solis von Dan Palmer oder der dicken Produktion. Die Songs wechseln von schnell bis sehr break lastig und überzeugen durch geiles Riffing. Die cleanen Vocals von Efrem sind einfach schön gesungen und erinnern sogar ein klein wenig an System Of  A Down. Davon angesehen gibt es natürlich ordentlich auf die Mütze. Die Jungs sollte man sich also auf der Tour nicht entgehen lassen. Genau so wie diese auf 500 Einheiten limitierte 7″. Zwei Songs, clear Vinyl. Freue mich schon auf das Album.  Note: 2+   Marcel

BERSERKER – Reinkarnation CD (29.01.2012)

(Sunny Bastards / www.sunnybastards.de)
Eins direkt vorneweg, obwohl oder vllt. gerade weil “Reinkarnation” unter keinem guten Stern stand (letztes Album mit Gitarrist Matze, der aus Gesundheitlichen Gründen die Band verlassen musste), haben BERSERKER es geschafft ein absolutes Power-Album abzuliefern. Da schiebt sich ein richtig fieser, brachialer Sound durch die Boxen, der mit der brachial-Stimme von Schröder nicht wirklich zum entspannen einlädt.
Nach einem kurzen Intro (sehr metallisch) geht man mit “Zu viele Menschen” direkt in die Vollen. Eine richtig treibende Nummer die direkt zeigt wo die Reise hingeht. Man spürt bei jedem Song wie angepisst Berserker sein müssen. Egal ob Abrechnung mit Unehrlichkeit, Naivität oder der Menschheit, hier wird niemand verschont und kein Blatt vor den Mund genommen. Das alles wirkt in keinster weise platt, sondern einfach nur ehrlich und wirklich zornig. Trotz aller Ernsthaftigkeit wird hier und da aber auch mal kurz Humor durchblitzen lassen.
So richtig positive Stimmung will dann erst beim Song “Rockstar” aufkommen. Stampfender Motörhead-ähnlicher Song bei dem man sich doch glatt ein Bier öffnen möchte.
Etwas ruhiger gehts dann mit “Der Weg des Lebens” weiter, einem Lied darüber seinen eigenen Weg zu gehn und wenn nötig sich auch mal durchzubeissen. Dieser Faden zieht sich auch durch das gesamte Album. Es geht um “Arschtritt”, ums kämpfen, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Mich persönlich erinnert das sehr an die Böhsen Onkelz, aber dieses “Problem” hat wohl jede Gruppe die deutsche Texte mit einer gewissen “Kämpfer-Mentalität” verbindet.
Der absolute Party-Hit des Albums “Die Liebe zur Musik” ist eine richtige Hymne, die wirklich Spass macht, mitreisst und vor allem live richtig krachen dürfte. Mit “Niemals bekommst du mein Herz” wird auch eine Ballade ins Rennen geschickt. Für mich eher die schwächste Nummer der Platte, da sich meiner Meinung nach die Stimme von Schröder wirklich in den harten Nummern voll durchsetzt und hier leider etwas deplatziert wirkt, aber das ist ja bekanntlich alles Geschmacksache.
Beim vorletzten Track “Ich möchte weinen” wird noch mal der Bleifuss aufs Pedal gedrückt und alle Aggressivität rausgelassen. Diese Power ist schon sehr beeindruckend. Hier verbindet sich wieder sehr gut die Energie der Musik mit der härte der Lyrics.
“Elf” macht den Abschluss und ist für mich gleichzeitig der stärkste Song von “Reinkarnation”. Eine sehr Atmosphärische Nummer, die wirklich ans Herz geht. Gitarrist Matze zeigt nochmals sein ganzes Können und der kurze Text ist gleichzeitig ein “Abschieds-Gedicht” an ihn. Das ist richtig Gross.
Ein Album für Leute die sich gerne mal nen Arschtritt abholen und öfters mit dem Rücken zur Wand stehen. Eine wahnsinns-Energie, gute und nie platte Texte und äußerst brutale Vovals die ihres gleichen suchen. Respekt! 2  Domme

Neue Running Order des Son Of A Bastard Festival (28.01.2012)

https://www.facebook.com/events/169097929835697/

NEUE RUNNING ORDER
Freitag 17.02.2012
18:30 Doors Open
19:30 Halbstarke Jungs
20:05 The Ruckers
20:40 Oi-melz
21:35 El Bosso
22:20 Emscherkurve 77
23:15 Toxpack
00:15 Pöbel & Gesocks
01:15 End of Day 1

Samstag 18.02.2012
14:00 Doors Open
15:00 Dörpms
15:40 180 Grad
16:20 Pisstons
17:00 MSA
17:50 Eastside Boys
18:45 Berliner Weisse
19:40 The Crack
20:40 Stomper98
21:55 The Selecter
23:05 The Idiots
00:10 Gumbles

Sven Van Tom – ach! CD (28.1.2012)

(Roofmusic / Bukee PR)
Seit einigen Jahren sprießen sie schon aus dem Boden wie Pilze, diese „Solokünstler mit einem hohen Unterhaltungsfaktor“. Eigentlich wäre dieser ganze Hype spurlos an mir vorüber gegangen, aber da meine bessere Hälfte auf die BLOCKFLÖTE DES TODES und Co. abfährt, kam ich daran nicht vorbei. Meine anfängliche Abneigung gegen diesen Sound – begründet durch „das hat doch nix mit Punkrock zu tun“ – verflog aber relativ schnell. Die Musik ist handgemacht und hat damit ihren Popkollegen in den Charts einiges voraus. Oft genügt schon eine simple Akustikgitarre, mehr braucht es nicht. Gerade bei SVEN kommen die von melancholisch bis locker-flockig pendelnden Melodien sehr gut rüber und davon hat er reichlich. Ab und an wird die Gitarre von ihren Freunden wie z.B. dem Schlagzeug, unterstützt und kommt dadurch nur noch besser zur Geltung. Bei zwei, drei Stücken gleitet SVEN dann in einen „richtigen“ Rock-Sound ab, wie beispielsweise bei „Was ich hab“. Besser hätten die White Stripes einen Song auch nicht schreiben können. Die zwei wichtigsten Dinge bei dieser recht reduzierten Art von Musik sind allerdings die Stimme und die Texte. Darauf kommt es an und beides passt hier perfekt! Die Lyrics sind mal ernst, mal lustig, mal autobiografisch oder herzzerreißend und bieten so zahlreiche Facetten. Bei Liebesliedern wie „Es hat einfach nicht gereicht“, „Haare aus Deinem Gesicht“ oder „Wir zwei kommen nie zusammen“ leidet man richtig mit und möchte SVEN am liebsten einen aufmunternden Klapps auf die Schulter geben und sagen, „hey, das wird schon“. Bei „Scheiß Sylvester“, „Polen (Spreewaldwalzer)“ und „Ihr Vater ist ein Nazi“ bin ich dafür am abfeiern, denn ich kann alles 100%ig nachvollziehen. Diese Geschichten aus dem ganz normalen Leben machen Spass und jeder wird wohl mindestens eine Geschichte entdecken, in der er sich wiederfindet! Also an alle ach so harten Punkrocker da draußen, gebt SVEN VAN THOM mal eine Chance, ihr werdet es nicht bereuen. Note: 1 East Side Daniel

Noise And Resistance DVD (27.01.2012)

(www.noise-resistance.de)
Diese DVD behandelt zum größten Teil das Thema DIY. Das interessante daran ist, das nicht nur Punks aus Deutschland darüber reden wie sie sich das vorstellen und umsetzten; es kommen nämlich Leute aus der ganzen Welt zu Worte. Da das Thema DIY ja nicht so schwer zu kapieren ist, sollte also jeder wissen worum es geht. Doch den Rahmen dafür steckt sich jeder anders ab, auch wenn der große Nenner “Freiheit” natürlich bleibt. Für die einen bedeutet DIY seine Shows und Festivals selber zu organisieren, Tonträger selber zu pressen, Merch in eigener Regie herzustellen. Einfach nicht vom System abhängig sein. Die anderen gehen da noch weiter und besetzten Häuser oder bauen sich mal eben eine kleine Siedlung im Wald. Sei`s drum. Ein ganz wichtiger Teil ist natürlich die Mucke, denn dadurch haben sich ja alle Akteure gefunden und verwirklicht bzw. ihren “way of life” eingeschlagen. Die Interviews werden untermalt mit kleinen Live Sequenzen verschiedener Bands. Das reicht von gut (“Antimaster” oder “What We Feel”) bis mittel (“Disfear”) bis hin zu ganz schlecht (“Sju Svara Ar” oder  “Tom Sawyer”) , welcher mal dringend seine Gitarre stimmen sollte. Die Englische Anarcho Band “Crass” bekommt sogar ne` kleine History spendiert, da sie für einige Teile der DIY Bewegung als Inspiration galten. Kann man sich gar nicht so leicht vorstellen wenn man die doch arg gealterten Hippies der Band so in ihrem Garten abhängen sieht. In dieser Szene, welche von Dreadlocks, siffigen Shirts und Ohrlocherweiterungen beherrscht wird, sind aber auch erstaunlich viele Mädels aktiv, die hier zu Wort kommen und teilweise gar nicht soooo schlecht musizieren (“Vicious Irene”).Wer also gar keinen Plan davon hat was DIY eigentlich so bedeutet, ist nach dieser DVD vielleicht ein wenig schlauer oder freut sich einfach nur, das er in einem vernünftigen Bett pennen und mit dem Auto zur Arbeit fahren kann. Denn auch wenn die Niederländer “Seein Red” das Arbeitsleben kritisieren; irgendjemand baut ihnen doch auch ihre Marshall Amps und Gitarren auf denen sie spielen oder? Nun denn….Der Film ist von der Bild Qualität her absolut professionell. Ebenso wie der Ton und Schnitt. Respekt auch an die beiden Filme Macherinnen Julia und Francesca, die sich nicht gescheut haben, auch in gefährliche Regionen wie Moskau oder Mexico zu tingeln, um dort ihre Aufnahmen zu drehen. Der Film dauert 87 Minuten. Als Bonus gibt es noch ein paar Outtakes, ein weiteres Interview mit Crass und nen` Trailer. Auch wenn ich nicht alle Ansichten in diesem Film teile, geht das Ding durchaus o.k. Note: 3+  Marcel

The Slackers – The Radio CD (26.01.2012)

(moanin`/ www.moanin.de)
Unbekannte sind die Slackers mit Sicherheit nicht mehr. Seit Mitte der 80er Jahre sind die Bandmitglieder schon zum Teil aktiv unterwegs in der Ska-Szene. Vic Ruggiero zum Beispiel tauchte immer wieder im Zusammenhang mit Tim Armstrong und Rancid auf und hat auch an so manchem Stück von Rancid seine Finger mit im Spiel gehabt. Weitere Stationen waren die Stubborn Allstars und auch seine Solo-Projekte die des Öfteren positiv in der Musikpresse zu vernehmen waren. Die andere sehr bekannte Seite macht dann Dave Hillyard, der in den 80ern erst die Band The Donkey Show aus der Taufe gehoben hat  und später mit den Dave Hillyard and The Rocksteady Seven auf sich aufmerksam machte. Zwischendurch war auch er mit bei den Stubborn Allstars an Bord und so sorgen schon allein die beiden Musiker für ein solides Fundament bei den Slackers. Nach insgesamt 16 Alben haben die Slackers längst bewiesen dass sie zu einer der beständigsten  Bands der U.S.-Skaszene zählen und definitiv wissen wie man traditionelle jamaikanische Sounds kreiert. Auch in der Vergangenheit haben die Amis keine Sorgen gehabt mal neues Territorium zu betreten und wagen mit „The Radio“ ein weiteres Experiment in ihrer Karriere. „The Radio“ steht unter einem speziellen Konzept in dem es laut Infoschreiben heißt, die Slackers versuchen einen Radiosender dem die Mp-3s ausgegangen sind  als Studioband die Zeit zu überbrücken. Wie beim Radio üblich läuft da verschiedene Musik und somit kommen wir auch zum Kern des Konzepts. Die Slackers haben sich hier die verschiedensten Songs aus dem Rock und Pop-Bereich raus gepickt und ihren eigenen Sound drüber gelegt. „The Radio“ ist ein Album das komplett aus Coversongs besteht die allesamt in den Slackers eigenen Stil umfunktioniert wurden. Cover-Alben sind generell so eine Sache die immer recht schwierig zu Händeln ist. Das kann in die Hose gehen aber auch zünden, je nach Song und Handfertigkeiten der Band. Letzteres stellt für die Slackers auch auf dem neuen Album hörbar kein Problem dar, jedoch lässt mich des Öfteren die Auswahl der  Songs ein wenig stutzen. Musikalisch im feinen Rocksteady, Reggae und auch Ska werden hier Songs von Madonna, den Rolling Stones  und sogar T-Rex neu vertont. Das reicht von relaxtem Rocksteady bei Elton John´s „I´m Still Standing“ über flotte Ska-Songs wie „Strichnyne“ der Sonics, bis hin zu Reggae im Song „Bitch“ der den Rolling Stones geklaut wurde. Hier gibt es schnelle Songs, langsamere Songs, eingängige Songs und auch den ein oder anderen kleinen Durchhänger. Wie eben im richtigen Radio auch mag man sicherlich nicht immer jeden Song zu hundert Prozent und man fragt sich warum der DJ jetzt gerade diesen Song spielt. Bei dem neuen Album geht es mir so ähnlich, ich frage mich nach welchen Kriterien die Slackers ihre Songs ausgewählt haben. Auch wenn das Resultat sich letztendlich mehr als hören lassen kann, hätte ich manchmal den einen oder anderen Song anders ausgewählt. Es gibt Songs wie gerade „Like A Virgin die ich im Original nicht mag und mich auch im Slackers-Style immer noch an eine nervige  Madonna erinnern. Anders herum gibt es aber auch Songs bei denen ich erst im Internet suchen musste um das Original zu erkennen. Für die Slackers lag wahrscheinlich genau darin die Herausforderung, den untypischen Songs ihren eigenen Charakter auf zu drücken und da muss ich zugeben, ist das eigentlich fast durchgängig gelungen. „The Radio“ zeigt trotz der vielen Cover, dass die Slackers mit zum Besten gehören was der amerikanische Ska zu bieten hat. Note: 2-3Daniel

Ashpipe – Born Bad CD (26.01.2012)

(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Momentan scheint ohne Rücksicht auf Verluste eine Folk-Punk-Band nach der anderen aus dem Boden zu sprießen. Gott sei Dank gibt es aber auch im Folkbereich ethnische und kulturelle Unterschiede und so bewegt man sich hier nicht im Bereich des überstrapazierten Irish-Folk, sondern auf dem bandeigenen Territorium aus Italien. Die Ashpipes mischen interessanterweise ihrem Punkrock eine leichte Italienische Note mit dem Einsatz einer Violine bei und bewegen sich damit auf einem angenehmen Niveau. Das klingt mal ein bisschen nach Los Fastidios und auch mal ganz entfernt nach den unschlagbaren Talco, wenn wie beim Song „Toleranza Zero“noch ein bisschen Offbeat mit bei gemischt wird. Die Nähe zu Los Fastidios wird noch mal intensiviert durch die von Enrico beigesteuerten Guest-Vocals im Song „Football United“ und somit sind die Ashpipes  definitiv auf einem guten Weg. Der Einfluss von Talco scheint sich hier ebenfalls öfter bemerkbar zu machen, wie auch bei dem treibend, schnellen Song „Rum & Drum“.  Die Violine gibt dem ganzen einen absolut eigenständigen Charakter, um sich auch aus dem Schatten dieser Bands zu lösen und sich so eine eigene Nische zu schaffen. Im Normalfall finde ich eine Violine ein recht anstrengendes Instrument, aber Ashpipe gehen damit sehr portioniert zu Werke und setzen das Teil eher dezent ein.  Trotz des erhöhten Folk Anteil wird der Punkrock nicht außer Acht gelassen und bildet definitiv das Grundgerüst für diese Mixtur. Punktuell wird das ganze mit einem guten Spritzer Ska-Punk abgerundet und dürfte damit auch dem einen oder anderen Tanzwütigen auf den Plan ziehen. Die Texte sind teils in englisch und teils auf italienisch, so dass das Argument das Nichtverstehen hier nicht zieht. Die Jungs bieten auf ihrem 2. Album in beiden Sprachen klare Ansagen und verbreiten Ihre antifaschistisch und antirassistischen Texte mit einem angenehmen Selbstbewusstsein, so dass jeder weiß wo er dran ist. Zu ruhig wird es generell nicht auf“Born Bad“, denn die Jungs geben insgesamt 12 Songs lang gut Gas und haben damit auch den ein oder anderen eingängigen Song im Gepäck. Wer auf der Suche nach einer angenehmen Alternative zu den beiden  oben genannten Bands ist sollte Ashpipe definitiv mal antesten. Note: 3  Daniel

Benzin – Chor Der Kaputten CD (25.1.2012)

(Hamburg Records / Bukee PR)
Zunächst wusste ich nicht recht, was ich von einem Bandnamen wie BENZIN halten soll, doch nach wenigen Sekunden war klar, das hier wird richtig gut! Der Opener „Keine Macht der Beatmusik“ ist ein großartiger Rocksong, mit Sing-Along-Chorus, ordentlich Druck und einer liebevollen Hommage an Walter Ulbricht. Mit dem Track haben BENZIN die Latte ganz schön hoch gehängt, schaffen es aber dieses hohe Level fast das komplette Album durch zu halten. Jedes Mal, wenn meine Aufmerksamkeit etwas nachlassen wollte, kam wieder ein Hammer um die Ecke und ich war wieder voll da. Beispielsweise bei „Lottergewinn“ beschreiben sie amüsant Szenarien des Wiederaufeinandertreffens nach zig Jahren. Wer kennt es nicht, ein Klassentreffen oder eine Familienfeier, bei der man sich gezwungen fühlt, sich mit den Anderen zu messen. Ich sag nur: Mein Haus, mein Auto, mein… Ist es da nicht schön, wenn man beruhigt sagen kann, ich hab noch nicht das große Ding auf die Reihe gekriegt, fühl mich aber trotzdem pudelwohl! Beim Titeltrack der Scheibe wird die Temposchraube kurz etwas angezogen, um uns einen Mitgrölrefrain par excellence zu kredenzen. Ganz großes Kino ist auch „Doppelgänger“, welches ein polizeiliches Verhör nachstellt. Dem Sänger Sebastian steht dabei kein geringerer als Helmut Krauss gegenüber. Kennt ihr nicht? DOCH! Als Synchronsprecher lieh er seine Stimmer z.B. Samuel L. Jackson in Pulp Fiction. Der Chorus ist diesem Stargast entsprechend hitverdächtig. Mit ihrem Sound erinnern mich die Ulmer an eine Mischung aus den Beatsteaks, Billy Talent und einer gehörigen Portion eigener Ideen. Benzin scheinen nicht nur selbiges sondern auch Melodien im Blut zu haben und damit haben sie dem noch recht jungen Jahr die erste richtig geile Rockscheibe beschert.
Note: 1 East Side Daniel