Daily Archives: 16. Mai 2012

The Fright – The Fright CD (16.05.2012)

(Fiensforce / Cargo Records)
Eine knappe Stunde Geisterbahnfahrt für lau spendieren uns die Jungs von der Band The Fright auf ihrem 3. Album. Wer sich The Fright nennt macht das natürlich bewusst und so geht es hier dem Namen entsprechend in eine düster-musikalische Ecke. Schon seit einigen Jahren ist das Label Fiend Force Records berühmt für Sounds rund um Horror-Punk, Gothic-Rock und gruseligen Themen. Klar das auch die neue Veröffentlichung aus dem Hause in diese Kerbe schlägt. The Fright sind jedoch etwas anders als die mir bisher bekannten Bands aus diesem Pool. Während sich viele Bands aus diesem Genre oft an Szenegrößen wie den Misfits und ähnlich gelagerten Bands orientieren, geht es bei The Fright eher sehr rockig zu. Von Horror-Punk ist hier kaum was zu erkennen, dafür aber umso mehr aus dem Bereich 80er Hardrock und vereinzelt auch Gothic-Rock. Die Band selbst nennt es Sleazy Horror Glam Rock´n´Roll was ich auch gelten lasse. Für meine Begriffe hört sich das ganze nach einer düsteren Mischung aus Guns´n´Roses mit einem fetten Spritzer Glen Danzig an. Nicht unbedingt die übliche Kost für mich, aber irgendwie hat der Sound auch Rückgrat mit dem ich mich gerne überzeugen lasse. Nach dem 3. bis 4. Durchlauf entdecke ich immer wieder aufs neue interessante Elemente wie wirklich gut platzierte Gitarrensolos oder auch festsetzende Refrains durch die sich die Scheibe von mal zu mal mehr entfaltet. Hardrock ist normalerweise überhaupt nicht meine Baustelle, aber die Jungs setzen das ganze sehr gekonnt in Szene. Gerade Songs wie „Cemetery Of Hearts“ oder „Beloved Night“, die obendrein mit einem eleganten Funken Gothic-Rock vermischt werden und so ebenfalls an die glorreichen 80er Jahre erinnern, können definitiv mitreißen und begeistern. Das Stück „Avenger Of Crow“ wiederum beglückt nicht nur mit einem Text der an den in Gruftikreisen zum Kultfilm avancierten „The Crow“ angelehnt ist, sondern auch mit kräftigen Gitarrenriffs und einem hervorragenden Sänger. Auch wenn hier nicht gleich jeder Song ein Hit ist, hat „The Fright“ trotz allem einige sehr hochkarätige Momente zu bieten, was in der Ballade „Belive In Angels“ zum Schluss des Albums gipfelt. Die Jungs gehen wirklich sehr abwechslungsreich zu Werke und haben einige überdurchschnittliche Songs mit an Bord, nur muss man ganz klar Offenheit für Hardrocklastige Elemente mitbringen. Wer die besitzt kann sich auf eine unterhaltsame Scheibe mit dunklem Charme der rockigen 80er Jahre einstellen und sollte nicht enttäuscht werden. Note: 2-3 Daniel

Rockfish – Going To Get Bigger CD (16.05.2012)

(www.facebook.com/RockfishUlm)
Kinder-Hitparade? Mini-Playback Show? Nein, ROCKFISH aus Ulm. Das Trio, bestehend aus Niki, Flo und Joni (alle Jahrgang 1999), steht für ehrliche handgemachte Rockmusik. Ehrlich gesagt hab ich nach dem beiliegenden Info-Text und den Fotos nicht allzuviel erwartet. Fehler! Mann muss anerkennen und zugeben, dass die drei Jungs ihre Sache ganz gut machen. Die musikalische Komponente stimmt absolut. Gutes Songwiriting, schreddernde Gitarren, wummernder Bass und kraftvolle Drums. Die Songs haben teilweise schon Energie und bleiben mitunter auch im Gehörgang sitzen. Da hat man schon sehr viel schlechtere Musik von älteren Musikern gehört. Textlich bewegt man sich zwischen Englisch und Deutsch (Gute Zeiten, Scheiss Regeln) und die neun Tracks sind einwandfrei Produziert. Klassischer Riff-Rock mit modernen Einflüssen nenne ich das nun einfach mal. Schwachpunkt des Albums ist leider Gesang. Der ist im Grunde nicht wirklich schlecht, klingt mir aber einfach zu kindlich (was er ja auch ist). Die englische Aussprache ist echt ok, aber es fehlt halt ein wenig die Kraft und Wucht einer erwachsenen Stimme. Ob die Jungs die Songs und Texte wirklich alle selber geschrieben haben sei einfach mal dahingestellt, denn das Endergebnis kann sich hören lassen. Der Nachwuchs rockt und das ist doch auch mal wat positives!
2- Domme

Hot Water Music – Existers CD (16.05.2012)

(Uncle M)
Ich konnte den “Hype” um HWM nie so ganz nachvollziehen. Und das wird sich auch nach “Exister” nicht ändern. Nach einer Pause und diversen Projekten haben sich die Jungs aus Florida wieder zusammen gerauft und haben laut Info ihr schnellstes, direktestes und melodischstes Album aufgenommen. Wenn das das schnellste Album ist, sind alle vorherigen Platten Zeitlupe. Direkt? Definitiv. Die Songs enthalten keinen Ballast und kommen zackig auf den Punkt. Melodie? Tonnenweise. Natürlich lebt der Stuff von Ragan`s Gesang und die Band zockt auch angenehm tight. Aber auch nach mehreren Durchläufen zünden bei mir nur “State Of Grace” , “Exister” und “Mainline”. Das ist einfach zu wenig bei 13 Tracks. Nicht das der Rest schlecht wäre, aber HWM sind auf dieser CD einfach zu entspannt an die Sache herangegangen, so das man leicht vor den Boxen dahinschlummert. Auch wenn die Produktion glasklar und druckvoll ist. Wer jedoch immer schon auf das heiße Wasser abfuhr, wird auch diesmal seinen Spaß an dem arg im Midtempo gespielten Punk haben. Bei mir macht es einfach nicht klick. Note: 4+
Marcel