Daily Archives: 21. Mai 2012

05.05.12 Berlin / SO36 – RAZZIA, No Exit, Die Arbeitslosen Bauarbeiter, Zerfall (21.5.12)

PUKEMUSIC hat sich mal wieder nicht lumpen lassen und ein großartiges Abendprogramm im SO36 zusammengestellt. Vielen Dank an dieser Stelle, denn ohne diese Jungs hätte es in den letzten Jahren weitaus weniger richtig geile Konzerte in der Hauptstadt gegeben. So zog es uns an diesem recht kühlen Maiabend wieder nach Kreuzberg, um erst einmal ein paar kühle Blonde vor dem Club zu zischen. Auf die erste Band des Abends ZERFALL legte in unserer kleinen Reisegruppe keiner Wert, da wir die Band in der Vergangenheit schon zu oft live gesehen haben. Wir enterten das SO dann pünktlich zu den ARBEITSLOSEN BAUARBEITERN und im Nachhinein betrachtet, hätte man auch noch draußen billiges Bier trinken können. Optisch erinnerten mich die drei an eine Mischung aus den Dödelhaien und Dritte Wahl (in frühen Tagen), doch musikalisch war das nicht dolle. Metal-lastiger Punk, den ich schon des Öfteren gehört und auch besser gehört habe. Die Auswahl der Coverversionen ließ an der ein oder anderen Stelle auch arg zu wünschen übrig. Sorry Jungs, aber da müsst ihr euch schon was Besseres einfallen lassen, um die Leute hinterm Ofen vor zu locken. Der Performance entsprechend, war das SO36 noch leer, was sich aber in den nächsten Minuten schlagartig änderte. Denn die Berliner Urgesteine von NO EXIT haben sich angekündigt und das verspricht immer eine geile Party. So auch diesmal, denn Sänger Rio ist einfach eine Granate mit einer super Livepräsenz. Zunächst noch bekleidet legte er los und riss sofort alle mit und kaum einer konnte sich ihm entziehen. Die fünf Berliner spielten sich durch ihr Programm aus Politik und Fussball und heizten den mittlerweile gut gefüllten Club ordentlich für den Headliner an. Bevor wir aber dazu kommen noch der Hinweis, dass NO EXIT gerade einen neuen Drummer suchen. Wer also Lust und Zeit hat, kann mit der Band in Kontakt treten. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging dann endlich gegen 23:00 Uhr das Licht aus und RAZZIA betraten nach 17 Jahren wieder eine Berliner Bühne.

Ich hatte die Urbesetzung von RAZZIA bereits letztes Jahr auf dem Ruhrpott Rodeo gesehen und war angenehm überrascht, wie gut die Band nach all den Jahren der Abstinenz agiert. Dieser Eindruck bestätigte sich auch bei meinem ersten Clubgig der Jungs. Sänger Rajas ist von einem ähnlichen Kaliber wie Rio bei NO EXIT, auch wenn die beiden vom Auftreten her sehr verschieden sind. Sofort nach Erscheinen auf der Bühne zog er das Publikum in seinen Bann. Im Zusammenspiel mit dem Rest der Band wirkten RAZZIA wie eine geschlossene Front und diese Front brach wie ein gewaltiges Gewitter über das SO36 herein. Im ersten Drittel des Clubs hielt es keinen mehr auf den Beinen, aber auch im hinteren Teil des Ladens – beim etwas gesetzteren Publikum – war die Stimmung richtig gut. Es ist einfach großartig diesen alten Songs zu lauschen. Wenn dabei eine Band so viel Spass versprüht wie RAZZIA es tun, ist es ein Leichtes die Leute mitzunehmen und abgehen zu lassen. Man merkt einfach, diese Herrn müssen niemandem mehr etwas beweisen und machen nur dass, worauf sie Lust haben. Ganz im Ernst, ich habe selten eine so gelungene Reunion gesehen und jeder sollte eine der wenigen Gelegenheiten nutzen und sich RAZZIA anschauen!

Ein Tipp noch an PUKEMUSIC, es ist zwar nett gemeint für wenig Geld viel zu bieten, aber beim nächsten Mal würde es auch eine Band weniger tun. Ansonsten weiter so und ich bin auf den nächsten Headliner gespannt, den ihr nach Berlin holt!

East Side Daniel

Mehr Fotos vom Gig gibt es unter http://www.facebook.com/media/set/?set=a.234182803348758.37851.100002711196511&type=3&l=12b6cab74f

Optimist Interview (21.05.2012

Die Ruhrpott Hardcorler / Metaller  “End Of Days” hatten mit ihrem Demo, zwei wirklich sehr guten Cd` s und einigen Touren ( u.a. mit Heaven Shall Burn, Napalm Death oder As I Lay Dying) die Möglichkeit es in der Welt der harten Mucke weit zu bringen. Stattdessen löst sich die Band still und heimlich auf. Mit “Optimist” hat Sänger Kevin nun eine neues Eisen am Start, und macht im  Endeffekt dort weiter, wo End Of Days aufgehört haben. Grund genug für uns, ihm mal ein paar Fragen zu seiner neuen Band zu stellen.

Crazy United:Kevin. Bevor wir uns um deine neue Band kümmern, muss ich dich aber noch etwas  zu „End Of Dayz“ fragen. Ihr hattet euch ja einen sehr guten Namen erspielt, was nicht nur an den Cd `s lag, sondern auch an euren intensiven Live Shows. Habt ihr euch still und heimlich aufgelöst oder habe ich es einfach nur nicht mitbekommen?

Kevin:Hallo Marcel,
vielen Dank für das Interview. Um auf Deine Frage zu kommen: EOD haben sich still und heimlich verabschiedet. Eine Abschiedsshow oder ein offizielles Statement gab es nicht. Das letzte Konzert haben wir im Mai 2010 gespielt. Einige Wochen später sind wir dann zum Entschluss gekommen EOD zu den Akten zu legen. Es waren elf schöne Jahre.

Crazy United:Eure beiden neuen Songs erinnern mich an einen coolen Bastard aus Old School Death Metal mit ganz leichter progressiver Schlagseite. Ohne das man aber in unendliche Frickeleien abdriftet. Ich dachte z.b. an Bands wie „My Darkest Hate“, „Bolt Thrower“ oder auch „Obituary“. Würdest du mir da zustimmen?

Kevin:Old School Death Metal ist sicherlich einer unserer großen Einflüsse, ebenso wie 90´er Jahre Hardcore. Einen progressiven Einschlag kann ich in unserer Musik nicht hören ;-)
Gerade die neuen und unveröffentlichten Songs sind noch etwas kürzer und direkter, entwickeln mehr Druck. Zumindest empfinde ich das so…….

Crazy United: War euch von Beginn an klar, das ihr diese Art von Musik spielen werdet oder habt ihr gesagt: “Erstmal treffen und schauen was dabei so rumkommt”???

Kevin:Als wir uns dazu entschlossen haben weiter Musik zu machen, war im groben klar, in welche Richtung es gehen sollte. Wie oben erwähnt: 90ér Jahre Hardcore und Old School Death Metal. Allerdings wollten wir auf Blastbeats verzichten und auch die Gitarrenriffs schlicht aber wirkungsvoll halten. Keine technsichen Kuriositäten oder Experimente (dazu sind wir auch zu schlechte Musiker).
Die ersten Songs waren alle noch etwas länger, hatten mehr Riffs als die Neuen. Mittlerweile sind die Songs recht kurz, haben nicht viele Riffs, krachen aber mehr. Mit dieser Mischung sind wir zufrieden.

Crazy United: Wie entstehen eure Songs? Arbeitet ihr sie zusammen im Proberaum aus oder kommt jemand mit einer fertigen Idee an und sagt zu dem Rest: „So wird das gemacht“.

Kevin:Die Songs entstehen eigentlich immer in Zusammenarbeit. Allerdings werden die einzelnen Riffs oder auch ganze Songs im Vorfeld zu Hause gemacht. Sascha (Gitarre) und auch Michael (Bass) sind sehr kreativ und steuern viel Material bei. Auch Frank (Schlagzeug) kommt manchmal mit einer Idee um die Ecke. Meine Vorschläge oder Beiträge werden immer freundlich ignoriert, ich muss dann immer Kaffee machen gehen..;-).. Wenn wir einen Songs oder eine Idee haben, bearbeiten oder verändern wir diese gemeinsam bis alle zufrieden sind. Die Proben machen großen Spaß und das Arbeitsklima ist sehr angenehm.

Crazy United:Das „End Of Dayz“ damals immer in die Hardcore Ecke gedrängt wurden, obwohl ihr ja ganz klar Metal gemacht habt, lag sicher auch daran, das einige Mitglieder auch bei Surface oder Copykill gespielt haben. Bammelt es dir davor, das das gleiche auch bei Optimist passieren könnte? Oder anders gefragt: Wo sieht du eure Zielgruppe? Eher im Hardcore oder Metal?

Kevin:Mir macht es keine Sorgen in eine Ecke oder Schublade gedrängt zu werden. Ich bin sehr überzeugt von dem was wir machen, weil es mir großen Spaß macht. Wir werden sicherlich sowohl vor Hardcore Kids als auch Metalheads spielen. Jeder muss selber entscheiden wo er uns einsortiert. Mir ist das nicht wichtig. Ich fühle mich der Hardcore Szene verbunden, gehe aber auch gern auf Metalshows. Unsere Musik hat beide Anteile. Dazu stehen wir und das ist die Musik die wir machen wollen.

Crazy United:In der heutigen Zeit gibt es sehr viel Leid auf dieser Welt. Egal ob Hungersnot oder Armut. Was wollt ihr mit dem Namen Optimsit ausdrücken? Bist du Optimist oder habt ihr als Band die Hoffnung, das doch noch alles gut wird?

Kevin:Was wollen wir mit Namen Optimist ausdrücken? Das ist eine gute Frage. Ich kann Dir sagen was er für mich bedeutet. Optimist steht sowohl für Ironie als auch für Hoffnung. Wenn ich mir das kollektive Zusammenleben, die Herrschaftsstrukturen, die Ungerechtigkeit, den Umgang mit der Umwelt, das Konsumverhalten und dessen Auswirkungen und Bedeutung, das Lösen von Konflikten, die Gleichgültigkeit in der Welt ansehe, dann ist der Name sicherlich ironisch zu verstehen. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt. Ich weiß, dass der Mensch zu großen Grausamkeiten fähig ist, das zeigt die Vergangenheit und die Gegenwart, allerdings glaube ich, dass der Mensch auch viel Gutes in sich trägt und seine Möglichkeiten noch nicht annähernd begriffen hat. Aber das ist ein anderes Thema. Übrigens: Zuerst wollten wir uns „End Complete“ nennen (Ein Death Metal Klassiker der Band „Obituary“. Anm. Marcel ). Michael (Bass) hatte dann aber die Idee mit dem Namen Optimist.

Crazy United:Wie wichtig ist für dich die Musik im Alltag? Ist Death Metal für dich immer noch eine gute Möglichkeit um positiv Dampf abzulassen?

Kevin:Musik ist für mich zentraler Bestandteil meines Lebens. Ohne Musik läuft nicht viel. Egal ob Hardcore oder Metal. Ich meine noch nicht mal so sehr das Spielen von Musik, sondern eher das hören. Ich bin nach wie vor Anhänger dieser Musikrichtungen.

Crazy United:Eure neuen Songs sind sehr gut produziert.Wo habt ihr die Songs aufgenommen?

Kevin:Vielen Dank. Uns gefällt die Produktion auch sehr. Unser Kumpel Dennis Begger (Ex-End of Days, Ex- Impure, Ex- I Despise) ist verantwortlich für den Sound. Er ist eigentlich Ergotherapeut, aber in seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Aufnahmen und Produktionen. Er selbst ist außerdem ein sehr guter Gitarrist und hat ein tolles Gespür für Musik. Es war sehr hilfreich mit ihm zu arbeiten. Dennis hatte Unterstützung von unserem gemeinsamen Freund Stefan Varvoreanu. Mit Stefan habe ich den Gesang aufgenommen. An dieser Stelle möchte ich mich in Namen von Optimist nochmal bei beiden Jungs bedanken!!!

Crazy United:Bis jetzt gibt es euer Demo ( zwei Songs inklusive einem Intro) ja nur bei Youtube. Wollt ihr den Stuff noch als Demo veröffentlichen? Und die nächste Frage direkt im Anschluß: Ist ein Longplayer in Arbeit?

Kevin:Das Demo haben wir zum freien Download online gestellt. Es kann gut sein, dass wir es auch noch “offiziell”  rausbringen: falls jemand Interesse haben sollte es zu veröffentlichen.
Hier ist der Link: http://www.mediafire.com/?7kl5dg42koelagb
Eine Platte ist auch geplant. Wir haben jetzt knapp 9 Songs und wollen diese im Juni/Julie aufnehmen. Wo und wie wir das Material rausbringen ist noch nicht sicher.

Crazy United: OK. Dann bedanke ich mich bei dir für die ausführlichen Antworten. Und viel Glück mit der neuen Band. Checkt die Jungs aus!!!

Kevin:
Danke für das Interview!!!

http://www.facebook.com/#!/Optimist.metal

Fotos: Toxpack und Betontod (Münster – Sputnikhalle)

Alle Fotos von dem Abend gibt es hier:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.311753148907823.75182.100002194218307&type=1

Fotos: The Porters Live in Coesfeld (Fabrik)

Alle Fotos von diesem Abend gibt es hier zu sehen:
http://knipsmack.blogspot.de/2012/05/2012-05-17-porters-live-in-coesfeld.html

Vielen Dank an Tim!

Fotos: Emscherkurve 77 Live in Dülmen (Neue Spinnerei)

Alle Fotos von diesem Abend gibt es hier zu sehen:
http://knipsmack.blogspot.de/2012/05/2012-05-11-emscherkurve-77-live-in.html

Vielen Dank an Tim!

Fotos: Hudson Falcons Live in Dülmen (Neue Spinnerei)

Alle Fotos von diesem Abend gibt es hier zu sehen:
http://knipsmack.blogspot.de/2012/05/2012-05-11-hudson-falcons-live-in.html

Vielen Dank an Tim!