Monthly Archives: März 2017

Split: Buried Cities / Knockin´Bones Vinyl LP (31.03.2017)

(Ring of Fire Records / www.rof-records.com)
Split Album der „Geschwister-bands“ aus dem lonestar state. Buried Cities (ehehemals Revenants) mit sechs größtenteils an Punkrock späten 90er bzw. frühen 2000er Jahre erinnernden Tracks . Egal ob Hymnischer Singalong (Stand Down) oder riffgetriebenes Hardcore-Geknüppel (carved in stone, redefine) überraschen die Buried Cities doch bei aller Aggression, dem kehligen, kaputten Gesang,der mich ein wenig an die Stumbling Pins erinnert und den allgegenwärtigen Gitarrenkapriolen mit einem Händchen für Harmonien die einem im Kopf bleiben und Freude zum Detail (new blood, derailed). Ebenfalls im Punk verwurzelt, jedoch mit etwas mehr Hang zum Rock sind die aufgrund der gemeinsamen Maschinisten Marc Alan und Dylan Disaster stilistisch gar nicht so weit von Buried Cities entfernten Knockin`Bones. Gleich beim Opener same ol town setzt man auf ein durchgeknüppeltes Schlagzeug, forschen Gesangsstil und auch hier gibt es trotz 1.53min Spielzeit natürlich noch Raum für ein Gitarrensolo allerdings stehen die Knockin`Bones auch eher für amerikanische Unterhaltungswerte als für anstrengende Inhalte (blue dress, as cool as). Daher liegen die Buried Cities im Vergleich für mich auch etwas weiter vorn obwohl alle hier Beteiligten zweifellos eine super Arbeit gemacht haben. Von mir 2- dafür…………..Kai

Krawehl – s/t CD (31.03.2017)

(Lala-Schallplatten/ Crystalmeth & Heartattack)
Wenn eine Band sich mit ihrem Debütalbum fast sieben Jahre Zeit lässt, dann schraubt sie damit unweigerlich die Erwartungen hoch. Im Falle von KRAWEHL, die sich 2009 gründeten, gab es bisher als Lebenszeichen nur eine EP (2010) und eine Split 7“ (2011). Danach war Funkstille und jetzt gibt es das erste Album. Die hohen Erwartungen können die Jungs leider nicht ganz erfüllen. Der Longplayer ist ohne Frage gut gelungen, aber nicht der ganz große Wurf. Auf der Habenseite kann man aber definitiv den Sound verbuchen. Die Aufnahmen haben ordentlich Druck und schaffen den Spagat zwischen sauber produziert und dreckig dahingerotzt. Am ehesten erinnern sie mich an eine Mischung aus MUFF POTTER und TURBOSTAAT, was durchaus interessant ist. Ebenfalls positiv fällt der Gesang auf, der sich immer auf dem schmalen Grat zwischen Gesang und Gekrächze bewegt. Jedes Mal wenn man denkt, jetzt bricht ihm die Stimme weg, schafft es Florian, die Kurve zu kriegen. Im Soll muss ich dagegen die Experimentierfreude, Innovation und Melodien auflisten. Ich hätte mir etwas mehr Kreativität und Mut gewünscht, denn die Songs klingen relativ gleich und über elf Songs fehlt einfach der Spannungsbogen. Auch in Bezug auf die „Hit-Dichte“ fehlt mir was, denn ich vermisse große Melodien, die ein Album zu etwas Besonderem machen. Aber im Großen und Ganzen ist das Debüt von KRAWEHL eine gute Sache und es steckt jede Menge Potential in der Band. Ich hoffe, es dauert nicht wieder eine halbe Ewigkeit bis zur nächsten Scheibe. Note: 3+ East Side Daniel

Friedemann – (Unterwegs) DCD / DLP (30.03.2017)

(Exile The Mainstream/Soulfood)
Jetzt ist er schon seit geraumer Zeit auf Solopfaden unterwegs und ich habe es tatsächlich geschafft, noch keine Platte im Schrank stehen zu haben. Schande über mich! Denn angesichts dieses tollen Livealbums lohnt es garantiert, sich die zwei bisherigen Alben zuzulegen. Aufgenommen wurde „Unterwegs“ am 20.03.2016 in Berlin in der „Jägerklause“. Aus meiner Sicht genau das richtige Ambiente für so einen Livemitschnitt und das merkt man der Scheibe auch an. Die Stimmung ist locker, gemütlich und ausgelassen. Was zum einen sicher am entspannten Publikum liegt, aber nicht zuletzt auch am mehr als sympathischen Sänger. Die Ansagen von Friedemann sind oft persönlicher Natur, was die Bindung zwischen Bühne und Konzertbesucher noch verstärkt und dem Album richtig gut tut. Musikalisch würde ich es als klassische Singer-Songwriter-Mucke bezeichnen, die aber inhaltlich definitiv mehr zu bieten hat, als viele Musiker, die sich an diesem Genre versuchen. Ich bin eigentlich jemand, der diesem Hype in den letzten Jahren – ich bin Sänger einer erfolgreichen Band, muss mich jetzt aber auch noch Solo „verwirklichen“ – kritisch gegenüber steht. Oft genug enden solche Ausflüge peinlich und man hofft nur, dass er schnell wieder zurück zu seinen Bandkollegen findet. In diesem speziellen Fall, funktioniert es aber super. Sowohl mit COR als auch allein macht Friedemann eine hervorragende Figur und es ist erstaunlich, woher er diese Kreativität nimmt. Es macht einfach riesigen Spaß diesem Typen zu lauschen und den Texten zu folgen. Beim Projekt „Unterwegs“ haben die Beteiligten alles richtig gemacht, angefangen beim klasse Sound, über die tolle Aufmachung der CDs/LPs und die ausgezeichneten Musiker, bis hin zum großartigen Sänger Friedemann, stimmt hier alles. Eine ganz klare Kaufempfehlung, nicht nur für COR Fans! Note: 1 East Side Daniel

The Peacocks – Flamingo CD (29.03.2017)

(Concrete Jungle Records / www.concretejunglerecords.com)
Nach fünf Jahren Release -Pause nun also das neue Album der Schweizer neuerdings auf Concrete Jungle Records. Immer noch tief im Punkabilly verwurzelt präsentiert sich hier erneut ein launiger Reigen aus Kontrabasslastigem, hochoktanigem HotRod Gerumpel, Linedance fähigen Tracks zu denen man guten Gewissens auch mal seine Herzensdame zum Tanzen auffordern kann und wütenden Pogonummern – alles klassisch im bewährten Peacocks-style: Schlagzeug, Kontrabass, Gitarre, Gesang im Stil eines schlecht gelaunten Vorarbeiters auf der Baustelle und das alles gelegentlich noch untermalt mit vibrierender Addams-Family-Orgel. Nach über 25 Jahren im Geschäft ist der Punkrock- Anteil in den meisten Stücken zugunsten etwas moderaterer Töne etwas zurückgenommen worden (vergeblich wird der geneigte Hörer hier nach Stücken wie einst „you´re not better“ suchen) dennoch bleiben sich die Peacocks mit ihrer mittlerweile mindestens 19. Veröffentlichung weitestgehend treu, werden auch mit diesem Album niemanden enttäuschen, der die Band schon länger kennt und werden auch hier sicherlich neue Freunde akquirieren können. Für mich ganz klar 2….gute Platte……..Kai

The Guilt – s/t LP/CD/digital

(Heptown Records)
Es gibt selten Promotexte von Plattenfirmen, die wirklich neugierig machen auf die beschriebene Platte. Im Falle von THE GUILT ist das anders. Es ist nicht unbedingt so, dass die anderen Bandbeschreibungen schlecht geschrieben sind, nein, sie enthalten leider oft nur Blabla und die üblichen musikalischen Vergleiche. THE GUILT aus Schweden trotzen diesen Vergleichen und haben tatsächlich ihre eigene Nische gefunden. Sie selbst bezeichnen es als Lazer-Punk. Dahinter verbirgt sich eine richtig geile Mischung aus kreissägenartigen Gitarren und extrem treibenden Beats. Der Sound der Platte ist für diese Art von Musik perfekt und kommt dermaßen aggressiv und druckvoll rüber, dass es einem das Hirn verbläst. Angeblich bietet Sängerin Emma live auch noch „eine Sportakrobatik auf der Bühne […], so dass man schon beim Zuschauen Muskelkater bekomme.“ Das klingt doch nach einer ganzen Menge Spaß und guter Unterhaltung. Ich glaub, da muss ich mal vorbeischauen. Wenn dabei die Stimme von Emma mit der gleichen Intensität rüberkommt, wie bspw. bei dem Song „Hate Hate Hate“ (Hit!!!) auf der Platte, kann wirklich nichts schiefgehen. Wer sich also in seinem Kopf eine Mischung aus ATARI TEENAGE RIOT und MARILYN MANSON ausmalen kann, und das mag, der sollte hier zuschlagen. Note: 2 East Side Daniel

Jaya the Cat – Basement Style Vinyl/Digisleeve CD/DL & Kassette (24.03.2017)

(Ring of Fire Records / www.rof-records.com)
Re-issue des Debutalbums von 2001 der ursprünglich aus Boston stammenden Band. Mittlerweile in Amsterdam beheimatet spielt die Gruppe bis auf Gründungsmitglied und Sänger Geoff Lagadec in komplett anderer Besetzung als hier. Das Jaya the cat ein Kind der 90er Jahre sind hört man hier dann auch deutlich bei jedem einzelnen Track. Crossover war in den 90ern der Terminus unter dem solche Geschichten ihrerzeit vermarktet wurden. Hiphop und Metal oder Hardcore und Reggae sind hier nur beispielhaft für viele mal mehr mal weniger glückliche Allianzen. Jtc sind hier am ehesten im Bereich Hardcore/Reggae/Ska/Hiphop/ anzusiedeln und Basement Style war auch 2001 bestimmt nichts wirklich neues, wenn ich an die Infectious Grooves, Dread Zeppelin, Freaky Fukin Weirdoz, Sublime, Buck o Nine, usw. denke. Von Anfang an wohlwollend von der Kritik aufgenommen (allerdings damals nicht besonders erfolgreich verkauft) wurde die Platte vermute ich mal aufgrund der zeitgeistigen Produktion. Heute haben sich Jaya the cat aufgrund ihrer unbestreitbaren Livequalitäten eine recht üppige Fanbase erspielt und daher ist das Original der Cd von 2001 vermutlich heute auch unverhältnismäßig teuer. Vereinzelt finden sich unter den 18 Tracks der Platte tatsächlich auch richtige Perlen (are you with me?, the bottle and the cross, god and state, convenience store…) und auch heute klingt das Album für sein Alter immer noch auffällig frisch. Rap,Reggae,Punk und Hardcore Fusion mit ordentlich aggressivem Gesang und allerlei launigen Spielereien….für Fans und Freunde der Musik der neunziger Jahre ein Musthave…von mir ne 2- weil es nicht meine Musik aber ganz offensichtlich wirklich gut gemacht ist…Kai

CJ Ramone – American Beauty CD (23.03.2017)

(Fat Wreck Chords / Edel)
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die ersten zwei Soloalben von CJ einfach ignoriert habe, obwohl ich mich als großer RAMONES Fan bezeichnen würde. Daher war ich äußerst happy, als ich die neue Scheibe von ihm in der Post fand, um sie zu besprechen. Als die CD dann vor mir lag, überlegte ich kurz, was mich wohl erwarten würde bzw. was ich von der Platte erwarte, denn schließlich weiß man nie, wie sich Künstler entwickeln und welche Richtung sie einschlagen. CJ RAMONE geht jedenfalls kein großes Risiko ein und haut ein fast astreines „Ramones“ Album raus. Ein wenig experimentiert er zwar, aber im Großen und Ganzen klingt das hier stark nach den Punkrockhelden. Das ist aber überhaupt gar kein Problem oder Kritikpunkt, denn wenn ich mir ein Album kaufe, auf dem irgendwo das Wort Ramone steht, dann erwarte ich genau das. Stellt sich eigentlich nur die Frage nach der Qualität der Songs, mit der alles steht und fällt und da muss ich sagen: Chapeau CJ! Unter den zwölf Songs verbergen sich einige richtige Perlen, die das Zeug zu einer Dauerrotation bei mir haben. Speziell „Lets Go“, „Run Around“, „Steady As She Goes“, „Moral To The Story” und „Yeah Yeah Yeah” haben es mir angetan. Klasse Melodien mit hohem Mitsingfaktor, eben ganz so, wie man es aus der „guten alten Zeit” gewohnt ist. „American Beauty” ist, wenig überraschend, ein Ramones-lastiges Soloalbum geworden, was aber durch seine klasse Songs sehr wohl zu überzeugen weiß. Als RAMONES-Fan sollte man zugreifen. Note: 2+ East Side Daniel

Slam # 90 (22.03.2017)

(www.slam-zine.com)
Vergriffen? Frontal wird man von den BROILERS orange heimgeleuchtet, gleichgeschaltete Medienpräsenz (OX und SLAM aktuell optisch als eineiiges Geschwisterlein betitelt), den Düsseldorfern entkommt momentan nur Usain Bolt. Erinnert an ihre Mentoren, den zähen DTH-Dauerlauf durch die Gazetten von A (APOTHEKENRUNDSCHAU) bis Z (ZAP). Letztendlich gibt es aber ein lesenswertes Interview mit der Band und das Album muß sich schließlich verkaufen. Macht Sinn. Man versucht sich begleitend an einem irritierenden Untertitel-Wortwitz: (sic!) OF IT ALL…Haben die auch ein neues Album? Nein. Ansonsten subjektiv durchaus interessanter als die Vorgängernummer, die (erneut beachtliche) Bandbreite an Independent/Metal/Punk/Hardcore/Pop-Interpreten ist mit erhöhter Trefferquote bestückt: RANTANPLAN, BOLT THROWER/MEMORIAM, T.S.O.L., WACKEN OPEN AIR (Ü 40 Metal-Ballermann oder Kult-Sause?), DANKO JONES, PISSED JEANS, FRANK CARTER, AFI, DIMMU BURGIR etc. Dazu seitenweise Reviews (Tonträger, Gigs, DVD/BluRay etc.), Festival-Werbung, Technik-Infos etc. Sehr angenehm bebildert, geschmeidiges Layout. Kommt mit einer 16-Track CD (mittels 1 A Beton-Klebstoff im Innenteil fixiert), nettes Begleit-Gimmick zur Lektüre, sollte man parallel geniessen. Fazit: Zwischen OX und VISIONS auf 130 Seiten der solide Dritte Mann am Kiosk. PARADISE

Frühstückspause – Balla balla nach Walhalla CD (21.03.2017)

(Spirit of the Streets Records)
Mittlerweile das fünfte Album der Funpunkcombo aus Altenburg. Man muß es schon mögen, dieses karnevalistische, meist recht stumpfe Herumgepolter mit größtenteils sexistischen, absurden oder oft auch ironisch-schlagermäßigen Inhalten, wenn man sich auf dieses Genre einlassen möchte. Nixdestotrotz behauptet sich dieser Musikstil schon seit Dekaden hartnäckig und offensichtlich erfreut er sich hierzulande bei vielen auch großer Beliebtheit. Musikalisch gehören Frühstückspause auch sicherlich zu den besseren, fähigeren Truppen im Vergleich zu Unzumutbarkeiten wie z.B. Vorsicht Stufe – allerdings ist es mit solchen Platten immer so eine Sache: Hört man sie zum zweiten oder dritten mal, ist der Witz dann irgendwie verraucht und es fängt an zu nerven, wenn man nicht gerade voll ist wie ein Eimer und dagegen hilft dann auch nur noch der beherzte Griff zur Doppelkornpulle. An launigen Ideen mangelt es den Thüringern jedenfalls zu keiner Zeit: egal ob Helene Fischer Songs durch den Wolf gedreht werden (gnadenlos…), oder die vielbeschworene Political Correctness aufs Korn kommt (Mösenzecke) und auch, daß hier schon mal knapp am Plagiat vorbei geschrammelt wird (Provinzmädchen) ist schon irgendwie ok beim ersten mal Hören. Aber leider eben nur beim ersten mal. Mit E.S.M.I. und Punkrock-altersheim finden sich dann doch auch noch vereinzelt Titel, die ich häufiger hören kann, ohne meinen Kopf gegen die Wand schlagen zu wollen. Subtil ist natürlich anders aber deswegen reichts ja auch bei mir noch für befriedigend…wobei ich mir sicher bin, daß ich das live sicher besser bewerten würde – aber dann hätte ich sicherlich auch schon ein paar Erfrischungsgetränke im Bauch und wäre näher an der Zielgruppe….Kai

The Grabowskis – Sicher in die Zukunft LP (20.03.2017)

Nach ihrem Debut „1977“ (das Ich Euch immer noch ans Herz lege, da dieses Album einfach nur grossartig ist), hier nun neue Aufnahmen der Combo, namens „Sicher in dieZukunft“. Es gibt insgesamt 14 Songs, davon 10 in Deutsvher, 4 in Englischer Sprache, wobei mir persönlich die Deutschspürachigen Songs wesentlich besser gefallen, aber das ist, wie alles so im Leben, einfach nur Geschmacksache. Die Lp kommt in Lila Vinyl, ist auf 500 Stück limitiert und eine Co-Produktion zwischen der Band und „Kloppstock Records“, wobei mir das label bisher vollkommen unbekannt ist. Den ersten 250 LPs liegen als Beilage 2 Aufkleber bei plus Inlay mit allen texten, wobei es bei den restlichen dann nur noch ein Aufkleber plus Inlay daher kommt, was man wohl gut verschmerzen kann.Ach ja…..ein Download Code liegt der LP auch noch bei. Das Teil koste schlappe 10 Oironen und Ihr könnt es bei der Band, beim Label oder auf Konzerte Kaufen, also Möglichkeiten genug. Musikalisch gibt es hier das volle Brett Punk Rock der alten Schule, ohne Schnörkel. Textlich gegen Faschos, über´s Saufen und Randale gibt es auch das ein oder andere mal, was hier einfch passt. Wer die Band live sehen möchte, kann das am 24.3 im Schwerter Rattenloch machen, wo die Band Ihre Release Party feiern wird. Für mich ist der neue Tonträger ein wenig schwächer als das Debut Album und deshalb gibt es von mir „nur“ eine 2. FRANK