Monthly Archives: April 2017

Ranola LP (30.04.2017)

(Mad Butcher Records)
Rerelease des 1983 in Düsseldorf aufgenommenen einzigen Albums der Band aus dem EA80 Umfeld. In den frühen Achzigern regierte allerortens der Postpunk und trieb abhängig von der Herkunft, dem Umfeld und der Ausrichtung teilweise recht sonderbare Blüten. Im großen und ganzen war die Partystimmung einer entnervenden allgegenwertigen Melancholie gewichen und die Musik wurde in Folge mit Gruppen wie den S-Chords, , Start!, Mittagspause und vielen anderen irgendwie „kunstbeflissener“. Das Album ist klassischer, deutscher, frühachziger Postpunk der vielen, die es erlebt haben gefallen könnte, als Zeitdokument interessant, und schon allein wegen Songs wie „die roten kommen“ und „blumen“ Leuten, die gern Clock DVA oder Echo & the Bunnymen hören vermutlich ein Fest sein wird. Beim Versuch mich in solche Platten hinein zuhören scheitere ich persönlich oft daran, daß diese Art von Musik für mich dermaßen in ihrer Entstehungszeit verankert ist, daß ich heute kaum noch etwas mit ihr anzufangen weiß und auch hier erkenne ich vielleicht die Bedeutsamkeit einer solchen Platte 1983 an, glaube aber nicht daß Ranola heute noch viele neue Freunde dazu gewinnen werden. Dafür fehlen hier einfach die großen Ideen… Eher was für Fans der ersten Stunde und Musiknerds….für mich 3-………….Kai

MONTY NEYSMITH & THE BISHOPS FUNG SHU/SKIN FLINT 7″ Vinyl (29.04.2017)

(Black Butcher Records)
Der Keyborder/Songwriter der Skinheadreggae Oldschool-Legenden Symarip zusammen mit den Bishops aus Omaha hier mit gleich 2 Klassikern aus einer Zeit wo viele der geneigten Leserschaft noch mit der Trommel um den Baum gelaufen sind. Die Fung-Shu Version ist etwas weg gerückt von der Originalaufnahme: etwas cleaner, mit sehr chilligem Superstition-Orgelsound – klingt immer noch wie aus einer anderen Welt, ist aber aus heutiger Sicht etwas „zeitgemäßer“ und das Instrumental „Skin Flint“ ist sehr viel Hammondbetonter als seinerzeit auf Skinhead Moonstomp. Für die eigenen 4 Wände würde ich persönlich noch immer die LP- Versionen von 1970 bevorzugen, im Club oder auf ner Party gewinnt die Neuveröffentlichung. Viel besser kann man solche Sachen kaum wieder veröffentlichen. Wer also auf traditionellen Skin-Reggae der späten 60er/frühen 70er steht ist hier mit 5-6 Euro aber mal so was von gut bedient, daß ich das nur mit 2+ bewerten kann…Kai

Laurel Aitkin – & Girlie – Scandal in BrixtonMarket 7″ (26.04.2017)

(Black Butcher Classics)
Hier zwei Mod-Reggae Perlen aus den späten Sechzigern rereleased vom Label der Herzen. Während Laurel auf der A-Side noch zu extrem tighten Reggae-Grooves mit gezückter Spritze hinter dem gebeutelten Girlie um den Behandlungstisch herum zu rennen scheint entspannt sich das Verhältnis auf der flip-side zumindest leidlich und Aitken läßt sich sogar herab zu einem „oneandonly Girlie“…wobei es sich in beiden Fällen um Reggae-Toasts handelt, sehr traditionell, sehr 1969 und beides eher gut aufgehoben in einem oldschool Reggae-shack als in der Wochenenddisco des örtlichen Johanniter Vereins. Die Aitken-Girlie Fusion Tracks sind eigentlich fast alle eher chillige Downtemponummern als mitreißende Partytracks aber auch heute noch ein Garant für guten Geschmack und Savoir…Für mich eher was am Tresen oder mit der Dame des Herzens im Arm als auf der Tanzfläche – aber das ist ja wie so oft eher subjektiv…Im Vergleich zu anderen Aitken Produktionen vielleicht kein Bulls eye, wie schon an anderer Stelle bemerkt, aber trotzdem immer noch ein Kleinod…..2……………Kai (Black Butcher Classics. Hier zwei Mod-Reggae Perlen aus den späten Sechzigern rereleased vom Label der Herzen. Während Laurel auf der A-Side noch zu extrem tighten Reggae-Grooves mit gezückter Spritze hinter dem gebeutelten Girlie um den Behandlungstisch herum zu rennen scheint entspannt sich das Verhältnis auf der flip-side zumindest leidlich und Aitken läßt sich sogar herab zu einem „oneandonly Girlie“…wobei es sich in beiden Fällen um Reggae-Toasts handelt, sehr traditionell, sehr 1969 und beides eher gut aufgehoben in einem oldschool Reggae-shack als in der Wochenenddisco des örtlichen Johanniter Vereins. Die Aitken-Girlie Fusion Tracks sind eigentlich fast alle eher chillige Downtemponummern als mitreißende Partytracks aber auch heute noch ein Garant für guten Geschmack und Savoir…Für mich eher was am Tresen oder mit der Dame des Herzens im Arm als auf der Tanzfläche – aber das ist ja wie so oft eher subjektiv…Im Vergleich zu anderen Aitken Produktionen vielleicht kein Bulls eye, wie schon an anderer Stelle bemerkt, aber trotzdem immer noch ein Kleinod…..2……………Kai

Angelic Upstarts – Anthems Against Scum LP (25.04.2017)

(Mad Butcher Records)
Reissue des 1999 aufgenommenen und 2001 erschienenen Livealbums der 77 in South Shields gegründeten Band um Mensi Mensforth. Beinahe sämtliche Hits seit Gründung der Band wie Never ad nothing, last night another soldier, solidarity, England oder 2 million voices sind hier in guter Aufnahmequalität auf einem Album versammelt. Die Platte belegt wieder mal glaubwürdig die Entschlossenheit und inhaltliche Gewichtigkeit der Engländer wider Faschismus, Polizeiwillkür und soziale Ungerechtigkeiten nicht nur im thatcheresierten Großbritannien der 80er Jahre. Die Upstarts standen von Anfang an für einen rebellischen, politischen Geist, der auch nicht okkupierbar war durch die Industrie oder sogar der National Front die eingangs aus unerfindlichen Gründen großes Interesse hatte, die Band für sich zu gewinnen oder später versuchte Songs wie „England“ aus dem Zusammenhang gerissen in ihre krude Ideologie einzuknüpfen. Leider sind auf der Lp die auf der CD enthaltenen Bonustracks nicht dabei aber darüber hinaus gibt es hier wirklich nichts zu meckern. 2+………………..Kai

Tom Unterweger – Soundtrack zum Ende der Welt CD (24.04.2017)

(www.tom-unterwegger.com)
Tom Unterweger ist ein österreichischer Musiker, der hier seinen ersten Solo Longplayer vorstellt. Das ist jetzt allerdings nicht so in Akustik Klampfen August, sondern schon eine vollinstrumentierte Punkscheibe. Ob der Herr jetzt alles alleine eingespielt hat weiss ich jetzt nicht, ist aber auch egal, nur das Ergebnis zählt. Und das weiss durchaus zu gefallen, Tom spielt sich durch diverse Arte des Punk, mal flotter, mal getragener, aber immer hochmelodisch und mit einfühlsamer Stimme. „Traum im Traum“ erinnert mich ein wenig an „How will i laugh tomorrow“ von Suicidal, der Rest ist ist stark von den Ärzten beeinflusst, besonders von den Bela B Songs. Auch stimmlich erinnert Tom sehr an den langen Berliner. Das soll aber nichts schlechtes heißen, die Ärtze sind ja auch äusserst kreativ. Textlich beschäftigt sich Herr Unterweger unter anderem mit dem gierigen Bankenwesen, Serienmördern, Religion und Spritwein. Mal etwas plakativ, „Wo ist der Satanismus, wenn man ihn braucht“ kommt mir als Textzeile zu plump rüber, das könnte er besser, mal humorös. Als ich die Platte das erste Mal gehört habe, habe ich gedacht, was ein Rotz, aber sie ist ein Grower. Jetzt so nach dem zehnten oder so Durchlauf, gefällt sie mir doch recht gut. Ist nicht was für jeden Tag, aber eine Platte, die es definitv verdient hat angehört zu werden. 3 ROLAND

Chelsea – In Session CD (24.04.2017)

(westworld)
Für alle Fans des Punkrock der ersten Stunde dürfte es demnächst einen Freudentag geben. Der Tag nämlich an dem die Platte “In Session” von Chelsea erhältlich sein wird. Die Kultband von der Insel dürfte jedem halbwegs versierten Punkliebhaber ein Begriff sein, gehörte im Gründungsjahr 1976 doch unter anderem kein geringerer als Billy Idol zu ihrer Besetzung. Die nun erscheinende “In Session” enthält die Songs von insgesamt vier Studiosessions, die in den Jahren 1977- 1979 in den Maida Vale Studios aufgezeichnet wurden. Die Songs sind alle von hervorragender Qualität- musikalisch als auch Soundtschnisch- so dass diese Compilation einen uneingeschränkten Hörgenuss bietet, besonders begeistern mich immer wieder die charakteristischen Vocals von Mr. October. Absolutes must have für Freunde der Zeit in der alles anfing. Note: 1/ sehr gut Gereon

Jadeapes – 50 Bucks Bus Ride „Digital / Tape“ (15.04.2017)

(True Trash Records / www.truetrash.com)
2017, es ist soweit. Das Tape ist wieder da, warum auch immer. Die Jadeapes veröffentlichen ihre Ep „50 Bucks Bus Ride“ nur als Download und eben als Tape. Dieses habe ich jetzt hier rumliegen, sieht toll aus, professionelles farbiges Cover mit schöner Coverzeichnung, Texte sind aber leider nicht dabei. Zum Glück gibt es aber den DL Code, Lust mein Deck anzuschließen, habe ich nämlich nicht. Kommen wir also zur Musik, Die Münchener spielen 70er beeinflussten Garage Rock, leider nicht Garage Punk, der mich so richtig kalt lässt. Das ist bestimmt gut gemacht und die Soli sind gut gespielt, aber ist so was von langweilig, dass mir die Füße einschlafen. Einfach Musik für andere Menschen. Mit fehlt der Dreck, der Druck, die Energie. Ich will mehr Verzerrung, Geschrei und völlige Raserei. Lungs, lasst mal die Handbremse los, „Is This“ zeigt leichte Ansätze, aber blubbert dann doch nur vor sich hin. Die Band wird bestimmt ihre Hörer finden, ist bei mir nur völlig falsch. Wenigstens waren sie so nett und haben keine Zeit im Presswerk blockiert. ROLAND

Vitja – Digital Love (14.04.2017)

(Century Media Records / People Like You)
Das ganze sieht schwer nach Metal-Core oder dergleichen aus. Zumindest tippe ich auf die Art von Musik die meine Frau gerne beim Autofahren hört und die mir mittlerweile auch sehr zusagt. Und beim hören der Scheibe festigt sich mein Eindruck zunehmend. Ob das jetzt reiner Metalcore ist oder ob noch andere Sachen da drinn‘ stecken, sollen die selbsternannten Experten und Genre-Nazis entscheiden. Jedenfalls wird kräftig in die Seiten gehauen und aufs Schlagzeug eingeprügelt und beim Gesang wird mal zwischen cleanen Vocals und shouten, growlen oder wie auch immer das heißt gewechselt. Jedenfalls erinnert mich das ganze an Bands wie: Bring me the Horizon, Bury Tomorrow, Caliban…usw. Für den Opener SCUM hat man sich Unterstützung von „Eskimo Callboy“ geholt und für den sehr geilen Song SIX SIX SICK hat man sich Mathias von der Band „Nasty“ ins Boot geholt. Insgesamt kommt man auf 11 Songs + zwei Bonus Tracks bei der CD. Wirklich schlecht fand ich das ganze nicht, aber Luft nach oben ist sicherlich dennoch.
Note 3 / Mark

Staatspunkrott – Choral vom Ende CD (14.04.2017)

(People Like You Records)
Staatspunkrott – welch ein genialer Bandname, den man in der Vergangenheit oft gelesen hat, die Musik der Band aber nie gehört hat. Der Name lässt schnell auf typischen Deutschpunk schliessen, aber weit gefehlt, hier gibt es melodischen Punkrock zu hören. Zudem ist ‚Choral vom Ende‘ die Abschlussscheibe einer Trilogie, welche 2005 Ihren Anfang nahm. Da ich die anderen Alben nicht kenne, weiss ich nicht, ob es sich um Konzeptalben handelt. Der Band nach gibt es Melodycore zu hören, die musikalischen Wurzeln sind da in den 90ern zu suchen und zu finden. Da werden im Proberaum der Band in den Anfangstagen wohl Fatwreck und Burning Heart hoch und runter gelaufen sein. Diese Einflüsse sind nicht zu überhören, aber gleich der erste Song ‚Richtung Horizont‘, welcher der beste Song des Albums ist, erinnert doch eher an Donots. Gleich hinterher gibt es mit ‚Monokel für zwei Augen‘ einen sozialkritischen Song, zu dem es ein Video gibt. Die folgenden Songs sind dann nicht mehr so pralle, bevor man mit ‚Choral vom Ende‘ wieder einen guten Song präsentiert. So geht das eigentlich weiter, mal wieder ein sehr durchschnittlicher Song, bevor man dann wieder einen ansprechenderen Song präsentiert. Schade, das man den guten Standard nicht alle Songs über halten konnte. Auch wenn ich die Platte nicht in den Himmel lobe, kann man den Fans von Donots, Rogers oder Massendefekt das Album empfehlen, so wird es auch seine Käufer finden. 3 sickguy77

H Bomb Holiday Camp – Close to the Borderline CD/LP (inkl.CD, clear Vinyl) (14.04.2017)

(Wolverine Records)
Erst im Dezember 2015 gründete sich die Die Band “H Bomb Holiday Camp”, nachdem seitens der Bandmitglieder Ehen geschieden, Jobs gekündigt und Therapien abgebrochen wurden. Kurzum, es gab wohl wenig zu verlieren. Man knallte sich hinter die Instrumente und legte los. Was dabei heraus gekomen ist, ist jedenfalls nicht von schlechten Eltern. H Bomb spielen eine explosive Mischung aus Punkrock, Rock n Roll und Hardcore, wobei es schwerfällt einzelne Songs den entsprechenden Subgenres zuzuordnen. Ihr Debut “close to the Boarderline” ist bei Wolverine Records erschienen, und beinhaltet 12 Songs. Die Soundauswahl der Platte ist sehr passend zum musikalischen Gewand gewählt, besonders der Rock´n Rollige Gitarrensound sorgt für einen runden Effekt. Anspieltipps sind “we chose”, “Under the cobblestones”, “ballade of the nitpicker”, und das in meinen Augen beste Stück der Platte “wicked ways”. Eine geile Scheibe, man darf gespannt sein was da noch kommt! Note: 2/gut Gereon