Monthly Archives: Mai 2017

Elyne – Alibi CD (22.05.2017)

(White Tower Records)
Elyne sind Italiener, die diesen typischen Impericon Metal spielen. Es gibt Growls, es gibt Clean Vocals für den Refrain und alles wird in poppiger Härte durchgenudelt. Hier könnte das Review aufhören, die Zielgruppe ist umrissen, der wird es gefallen. Ich bin dezent gelangweilt. Spannend geht anders. Was jedoch positiv zu Buche schlägt ist der Gitarrist. Der Junge hat schon gute Ideen und gerade in ruhigen, atmosphärischen Momenten kann er glänzen. Die Produktion ist auch nicht schlecht, ordentlich transparent, aber mit genug Druck. Wenn die Band es in Zukunft schafft Songs abseits von Stangenware zu schreiben und der Sänger eigenen Charakter entwickelt kann das definitv noch was werden. So ist es leider nur belangloser Durchschnitt. 4 ROLAND

Mammoth Mammoth – Mount the Mountain CD (21.05.2017)

(Napalm Records)
Australien und gute Rockmusik haben schon immer zusammengepasstm sei es der Prototyp AC/DC, Rose Tattoo oder neuere Bands wie Blacklist oder Airbourne. Mammoth Mammoth kommen auch von Down Under und passen mit ihrer vierten Platte ganz gut in diese Liste. Geboten wird High Energy Rock n Roll der Peter Pan Speedrock Schule, der jedoch nicht nur auf Volllgas setzt, sondern desöfteren starke Abbiegungen Richtung Stoner- und Siebzigerrock macht. Das verspricht Abwechslung und Flexibilität. Nichtsdestotrotz gefällt mir die Band doch am besten, wenn sie das Tempo wie in „Hard Way down“ etwas anziehen. Aber überwiegend regiert hier Midtempo mit rhytmischen Hymnen. Ich muss manchmal an die Spätphase der Donnas denken. Hits schreiben können die Jungs auf jeden Fall, „Spellbound“ oder „Kickin my Dog“ beweisen das. Dazu kommt dann noch ein schönes Retro Cover mit einer halbnackten Ollen drauf und eine knarzige Produktion und schon hat man eine grundsolide Platte. Das ist Ding ist kein Straßenfeger, aber macht Durst. Fans der Hellacopters, PPSR oder auch Fu Manchu dürfen ein Ohr riskieren.3+ ROLAND

Blinker Links – Achterträger Kronkorken mit Schraube 12” Vinyl + DL (19.05.2017)

(Bakraufarfita Records / www.bfr-records.de)
Seit über einem Jahrzehnt treiben Blinker Links Ihr Unwesen, und ‚Achterträger Kronkorken mit Schraube‘ ist eigentlich die wievielte Veröffentlichung? Keine Ahnung, macht aber nichts, denn wie immer gibt es hier schönen Punkrock mit deutschen Texten, die man nur im Suff zusammenschreiben kann. Das passt zu dem uringelben Vinyl, auf dem die 13 neuen Songs gepresst wurden, übrigens die erste Vinylveröffentlichung der Band. Diese wurde auf dem Label Bakraufarfita vollzogen, mir bis dahin völlig unbekannt. Blinker Links machen da weiter wo sie aufgehört haben, nämlich mit der Sorte Punkrock, die einem bekannt vorkommt, aber dennoch anders ist, da man gespannt erwartet, welche lyrischen Ergüsse da als nächstes auf einen zukommen. So sind Songs wie ‚Oma sagt geht lieber einen ballern‘, ‚Alles kostet hundert Mark‘ und ‚Keinen Bock aber Gästeliste‘ neue Songs für die Playlist im Auto, aber, jetzt kommt das ‚aber‘, an Hits wie ‚Pimmel raus, Mofa fahren‘ oder ‚ich steige in kein öffentliches Verkehrsmittel‘ kommen die neuen Songs nicht ganz ran. Macht aber nichts, die neue Scheibe ist trotzdem gut und ist für Liebhaber und Freunde von Bands wie Supernichts, Knochenfabrik oder Lokalmatadore natürlich Pflichtprogramm. 2- sickguy77

Seven Kingdoms – Decennium CD (18.05.2017)

(Napalm Records)
Puh, jetzt wird es haarig. Seven Kingdoms sind eine lupenreine Power Metal Band aus Florida, die ihre Wurzeln aber ganz klar in Europa hat. Helloween und Hammerfall sind wohl die Bands, die die Jungs und die Dame am häufigsten in ihrem Leben gehört haben. Hier stimmt einfach alles, ein buntes Fantasy Cover, cooles Bandfoto, zweistimmige Leads ohne Ende und eine Sängerin, die alles gibt. Das ist schön, das funktioniert songweise auch, aber ist auf einem Longplayer vollkommen überdimensioniert. Der ständig auf einer Tonlage liegende Gesang wird monoton, die Gitarren nerven irgendwann. Jetzt kommt aber das schlimmste, der Hit fehlt. Es ist von den zehn Songs auf „Decennium“ keiner dabei, bei dem ich denke, „geil, der knallt“, nein, alles wirkt gleichförmig, wirkt runtergeschrubbt, bleibt Stangenware. Abwechslung wäre hier wirklich willkommen, mal eine Ballade oder irgend so was. Sorry, was mir nach Genuß der Platte bleibt, sind Kopfschmerten ob des klirrenden Gesanges. Wird dem Wacken Metaller eventuell gefallen, aber ich bin raus hier. 4+ ROLAND

Hate – Tremendum CD (18.05.2017)

(Napalm Records)
Hate aus Polen gibt es auch schon seit Ewigkeiten, das erste Demo kam Mitte der Neunziger raus, aber irgendwie habe ich der Band nie wirklich Beachtung geschenkt. Sie standen bisher immer im Schatten der „großen“ polnischen Death Metal Bands Behemoth und Vader. Ob sich das jetzt mit „Tremendum“ ändern wird, wage ich nicht zu beurteilen, aber eine gelunge Scheibe haben sie da auf jeden Fall rausgehauen. Hate spielen dunklen, Black Metal angehauchten Death Metal, der, ähnlich wie bei Behemoth, sehr technisch ist und überwiegend schleppend mit einigen Blastausbrüchen ist. Das Ganze erinnert mich manchmal an die britischen Extremler Akerkocke oder Voices. Die Produktion ist auch fett, aber transparent und die ganze Scheibe bewegt sich auf gutem Niveau. Aber, es sind zu wenige Momente vorhanden, die im Ohr hängenbleiben. „Fidelis ad Mortem“ ist so mein persönlicher Hit, da er alle guten Ideen der Band verinnerlicht, aber die meisten Stücke bewegen mich zwar zum enthusiatischen Kopfnicken, hinterlassen aber (leider) keine bleibenden Schäden, die Songstrukturen ähneln sich zu sehr. Sympathisches Werk, aber leider, zumindest bei mir, ohne große Halbwertzeit. Fans wird es aber bestimmt gefallen. 3 ROLAND

Mobina Galore – Feeling Disconnected CD/LP inkl. DL (16.05.2017)

(Gunner Records)
Zehn Songs füllen das nun mehr zweite Album, der zwei Frauen Kapelle aus Kanada. Ja ihr lest richtig die Band besteht nur aus zwei Personen, einmal Schlagzeug und einmal Gitarre /Gesang. Das erstaunliche ist, man hört es kaum raus. Das einzige was mir beim ersten hören ein wenig gefehlt hat, sind Solos oder auch Melodien gewesen, die sucht man hier nämlich vergebens. Aber das macht gar nichts, dieses Album glänzt durch Schlichtheit in der Produktion, aber glänzt durch den sehr im Vordergrund stehenden Gesang. Irgendwo ein zu ordnen zwischen den alten DIE HAPPY und THE DISTILLERS Sachen, knallt das hier doch gut. Trotz der fehlenden Melodien, wird dieses Werk alles andere als langweilig. Da der Gesang sehr schön abwechslungsreich ist, lenkt das gut ab und man bekommt es auch gar nicht so mit. Wer Bock auf Punkrock, mit Femalevocals hat, sollte sich das hier mal antun. Lohnen wird es sich auf jeden Fall. Die Schlichtheit weiß hier zu überzeugen. Note: 2 David

Affenmesserkampf – Clowns In Wut (12.05.2017)

(Gunner Records)
Das ist mal ein richtiges Scheißcover, denn wenn mich eine vollgepisste Jogginghose anstarrt, bin ich erst einmal raus. Mein einziges Problem war aber nur, dass ich AFFENMESSERKAMPF bisher nicht kannte, außer von ein paar Flyern und Postern. Denn je mehr ich mich mit dieser Band bzw. der Platte beschäftige, desto klarer scheint mir das „Konzept“ dahinter – vollgepinkelte Hose = Angst und nicht Saufen bis zur Besinnungslosigkeit. Dass Angst in unserem Land momentan mehr als genug vorhanden ist, brauche ich an dieser Stelle wohl niemandem erzählen. Jedenfalls besteht die Gefahr, dass Nichtkenner der Band vom Coverbild abgeschreckt werden und dadurch dieses geile Album verpassen. Kurz und schmerzlos werden hier zwölf Songs in bester (Deutsch)Punk Manier runtergerotzt. Gerademal 26 Minuten Spielzeit hat das Album, in der Kürze liegt also die Würze. D.h. kein überflüssiger Schnick-Schnack, sondern Punkrock pur – schnell, kompromisslos, dreckig! Sie selbst beschreiben sich als „ironischer als Mühlheim Asozial, authentischer als Slime, cooler als Abfukk, dümmer als Kotzreiz,…“. Gerade mit den beiden letztgenannten sind sie musikalisch verwandt und spontan würden mir noch NEIN NEIN NEIN als Vergleich einfallen. Inhaltlich haben sie, im Gegensatz zur Spielzeit, recht viel zu sagen. Auch wenn ich es nicht unbedingt mag aus Promozetteln zu zitieren, nutze ich in diesem Fall die „vorgegebenen“ Worte, die die Lyrics am besten beschreiben: „Wir über uns, Rassismus, individuelle Selbstbestimmung, Bundeswehrwerbung, Scripted-reality-show-Zuschauer, Männerbünde, Verschwörungstheoretiker, Spießer, emotionale Verkrüppelung, schon wieder Rassismus und Camp-David-Hemden“. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Wer also mal wieder ein volles Rohr richtig guten und kompromisslosen Deutschpunk braucht, muss hier zuschlagen. Note: 2 East Side Daniel

OX #131 (11.05.2017)

(www.ox-fanzine.de)
Der Chef im Ring markiert auch mit Nummer # 131 sein Terrain mit dickem Strahl. 10 ATÜ in Form von Interviews, Reviews, Kolumnen, Rezepte, Bildmaterial. 146 dicht bedruckte Seiten, geballte „Punkrock-Kunst-Hardcore“-Lektüre. Sehr gekonnter Spagat zwischen Retro und Moderne, frei nach der „Jedem Tierchen sein Plaisierchen-Maxime“. Im Punk/HC-Sektor ist das OX hierzulade scheinbar unbesiegbar, die Mixtur aus Fanzine (Passion) und Magazin (Professionalität) ist auch weiterhin ein Platzhirsch-Garant. Aufmacher/Titelstory ging diesmal an die SLEAFORD MODS, das heiß abgefeierte NBT im „coolen Underground“, bei den richtigen Checkern. Musikalisch eine recht schräge Kiste, garantiert nicht Jedermanns-Sache (dafür mit erstaunlicher 08/15 Hipster-Fanbase/Breitenwirkung): THE FALL 2.0. mit Tourette-Syndrome und PRODIGY-Beats, Mark E. Smith als stotterndes MG im „Fuck“-Modus. SLEAFORD MODS kann man alternativ auch lesen. Lesen ist fast noch besser. Was Jason Williamson in diversen Interviews von sich gibt, ist progessiver und rebellischer als der verbale Output des kompletten REBELLION Line-Ups. Und vor allem lesenswerter. Ohne Posterboy Bonus: Die gruselige Trainspotting-Optik und strafbare Frise der MODS läßt gestylte Wannabe-Abziehbilder ganz klar am Bordstein zurück. Und da Mods bekanntlich die Abkürzung für Modernists ist, geht auch der Bandname in Ordnung. Denn Modernists sind die SLEAFORD MODS definitiv. Ebenfalls im OX vertreten: Die reanimierten HAMMERHEAD, BOOZE & GLORY („Multikulti-OI“), der zweite Teil des Kid Congo Powers (GUN CLUB, CRAMPS)-Specials, PROTEX, CHEFDENKER („Hommage an Dosenbier“), Trommelwunder Dave Lombardo, BEACHHEADS, DANKO JONES und weitere 200 (?) Verdächtige. PARADISE

Life of Agony – A Place Where There´s No More Pain CD (09.05.2017)

(Napalm Records)
Es gibt so Bands, da freut man sich auf eine neu Scheibe, weiss aber im Vorraus, dass man definitv enttäuscht werden wird. Life of Agony sind so eine Band. Anfang der Neunziger haben sie mit ihrem Debut „River runs red“ einen absoluten Klassiker veröffentlicht, an dem sich seither alle folgenden Releases messen lassen müssen. Während „River runs red“ noch New York Hardcore ala Biohazard bot, entwickelte sich die Band im Anschluss immer weiter in melodischere, poppigere Gefilde. Das war zwar gute Musik, aber die Fans wollten immer eine Fortsetzung des Debuts hören. Life of Agony machten dann irgendwann Pause, in der Sänger Keith Caputo zu Mina Caputo switchte, begannen dann vor ein paar Jahren wieder Shows zu spielen, die wirklich grandios waren. Ich habe die Band seit ihrer Wiederkehr drei oder vier Mal gesehen und es war immer ein Abriß. 2016 kam dann die Nachricht, dass die Band ein neues Album veröffentlichen wollte. Meine Vorfreude war immens und nach den Liveeindrücken auch etwas Hoffnung da, dass die drei Jungs und das Mädel sich etwas an ihrem Debut orientieren würden. Soweit das Vorspiel, jetzt ist“A Place where there`s no Pain“ veröffentlicht und mit grossem Enthusiasmus gehe ich ans Werk. Erster Eindruck, mäh, lahmarschiger Radiorock. Aber ich will ja fair sein, also folgen Durchlauf zwei bis zwanzig, allerdings ändert sich der Ersteindruck nicht wirklich. Das Ganze wirkt halbherzig und unentschieden. Die teilweise guten, doomigen Riffs sind nicht schwer genug, den Gitarren fehlt jegliche Heaviness, für mich klingt zu sehr nach einer Band wie Stone Temple Pilots oder so. Der Titeltrack und „World gone mad“ orientieren sich etwas an „Weeds“ vom „Soul searching Sun“ Album, was schon mal gut ist und beide sind auch so was wie die Hits der Scheibe. Dazu kommt noch „Bag of Bones“, ein schwermütigerer Song mit gutem Refrain und „Song for the Abused“ ein emotionaler Song, der bei mir etwas „Ugly“ Stimmung aufkommen lässt. Mein Favorit ist aber „A new Low“, ist der flotteste Song der Scheibe und kommt vom Aufbau einem „River runs red“ Song am nähesten. Tolle laut/ leise und schnell/ langsam Wechsel, alles gut auf den Punkt gebracht. Minas Gesang ist ein Pluspunkt, die gibt sich Mühe und kommt gut emotional rüber.Tja, Fazit? Durchwachsene Scheibe, wird kein Klassiker werden und bei mir auch nicht so häufig laufen. Hat aber seine Momente. Ich bleibe neutral und schaue mir die Band lieber nochmal auf der Bühne an. Da ist sie richtig stark und entfaltet ihre Möglichkeiten.3 ROLAND

Worst Days Down – Elsewhere CD/LP inkl. DL (08.05.2017)

(Gunner Records)
Hier kommen 10 Lieder einer Band aus Kanada mit ihren Debüt Album! Schon nach den ersten Tönen, wird klar, die CD verschwindet so schnell nicht aus dem Player. Ohne Mist, heutzutage neue Bands zu finden, die eine Sache mit Herzblut macht, ist einfach nicht mehr so leicht… aber bei WORST DAYS DOWN kommt direkt ein Feeling rüber, welches man oft vergebens sucht. Irgendwo zwischen Singer/Songwriter Kram bis hin zu härteren Gefilden, ist diese Band zuhause. Mit dieser Scheibe reißen sie irgendwie alles ab. Genau die richtige Rezeptur von ein glatten aber nicht zu glattem Produktion. Einfach genau richtig. Note: 2+ David