Daily Archives: 18. Mai 2017

Seven Kingdoms – Decennium CD (18.05.2017)

(Napalm Records)
Puh, jetzt wird es haarig. Seven Kingdoms sind eine lupenreine Power Metal Band aus Florida, die ihre Wurzeln aber ganz klar in Europa hat. Helloween und Hammerfall sind wohl die Bands, die die Jungs und die Dame am häufigsten in ihrem Leben gehört haben. Hier stimmt einfach alles, ein buntes Fantasy Cover, cooles Bandfoto, zweistimmige Leads ohne Ende und eine Sängerin, die alles gibt. Das ist schön, das funktioniert songweise auch, aber ist auf einem Longplayer vollkommen überdimensioniert. Der ständig auf einer Tonlage liegende Gesang wird monoton, die Gitarren nerven irgendwann. Jetzt kommt aber das schlimmste, der Hit fehlt. Es ist von den zehn Songs auf „Decennium“ keiner dabei, bei dem ich denke, „geil, der knallt“, nein, alles wirkt gleichförmig, wirkt runtergeschrubbt, bleibt Stangenware. Abwechslung wäre hier wirklich willkommen, mal eine Ballade oder irgend so was. Sorry, was mir nach Genuß der Platte bleibt, sind Kopfschmerten ob des klirrenden Gesanges. Wird dem Wacken Metaller eventuell gefallen, aber ich bin raus hier. 4+ ROLAND

Hate – Tremendum CD (18.05.2017)

(Napalm Records)
Hate aus Polen gibt es auch schon seit Ewigkeiten, das erste Demo kam Mitte der Neunziger raus, aber irgendwie habe ich der Band nie wirklich Beachtung geschenkt. Sie standen bisher immer im Schatten der „großen“ polnischen Death Metal Bands Behemoth und Vader. Ob sich das jetzt mit „Tremendum“ ändern wird, wage ich nicht zu beurteilen, aber eine gelunge Scheibe haben sie da auf jeden Fall rausgehauen. Hate spielen dunklen, Black Metal angehauchten Death Metal, der, ähnlich wie bei Behemoth, sehr technisch ist und überwiegend schleppend mit einigen Blastausbrüchen ist. Das Ganze erinnert mich manchmal an die britischen Extremler Akerkocke oder Voices. Die Produktion ist auch fett, aber transparent und die ganze Scheibe bewegt sich auf gutem Niveau. Aber, es sind zu wenige Momente vorhanden, die im Ohr hängenbleiben. „Fidelis ad Mortem“ ist so mein persönlicher Hit, da er alle guten Ideen der Band verinnerlicht, aber die meisten Stücke bewegen mich zwar zum enthusiatischen Kopfnicken, hinterlassen aber (leider) keine bleibenden Schäden, die Songstrukturen ähneln sich zu sehr. Sympathisches Werk, aber leider, zumindest bei mir, ohne große Halbwertzeit. Fans wird es aber bestimmt gefallen. 3 ROLAND