Monthly Archives: Juni 2017

Bomb Out – s/t CD (30.06.2017)

(bombout@web.de)
Ich habe in Sachen Musik eine relativ hohe Toleranzschwelle, aber was BOMB OUT mir hier um die Ohren hauen, überschreitet diese bei weitem. Beim ersten Song klingt ihr Hardcore noch ganz unterhaltsam, verliert aber leider mit jedem weiteren Stück an Spannung. Die Lieder sind vorhersehbar und laufen nach Schema F ab. Einzig der letzte Track sorgt für etwas Abwechslung, wobei der aber auch nicht wirklich überzeugen kann. Ich bin regelrecht froh, dass es sich nur um eine Single handelt, denn ein ganzes Album hätte ich nicht geschafft. Auf mich wirkt das ganze unausgegoren und zu uninspiriert. Sorry, aber das hier ist ein unerträglicher Hardcore-Soundbrei mit Gebrüll. Vielleicht gibt es Leute, denen BOMB OUT gefallen, ich gehöre nicht dazu. 4- East Side Daniel

Mad Sin Classics Vol. 1 + 2 DCDs (29.06.2017)

(Concrete Jungle Records / www.concretejunglerecords.com)
Rereleases der ersten Alben die von Mad Sin zwischen 88 und 93 für Maybe Crazy Records aufgenommen wurden, also Frühwerke aus der ursprünglichen, wilden und kompromissloseren Phase der für deutsche Verhältnisse recht bedeutsamen Band innerhalb der internationalen Psychobilly-Szene. Auf Vol. 1 finden sich die allerersten beiden Platten der Berliner (Chills & Thrills In a Drama of Mad Sin & Mystery `88 und Distorted Dimensions `90) von denen Puristen wohl sagen würden, daß die Band danach nie mehr besser war weil sie damals noch für echten, minimalistischen Psychobilly standen (halbakustische Gitarre, kleines Standdrum, Kontrabass und Köftes exzentrischer Hicup Gesang). Auf Vol. 2 geht es dann mit Break the Rules `92 und A Ticket into Underworld `93 schon ganz anders zur Sache: Neben einem sehr viel druckvolleren Schlagzeug werden die Einflüsse aus anderen Subgenres immer größer und der Sound wird insgesamt (punk-)rockiger, riffbetonter, beinahe schon in Richtung Psychobilly/Motörhead Fusion wie zb. bei „where will it go“ auf Break the Rules oder „overpower“ auf A Ticket into Underworld ,wobei die eigentlichen Rockabilly Roots fast völlig in den Hintergrund treten. Mad Sin kann man wohl geruht als Urgesteine bezeichnen, die sich schon recht früh von ihren musikalischen Genregrenzen weg bewegten hin zu einem ganz eigenen Style und das in der eigentlich ultrakonservativen Psychobilly Szene. Für Mad Sin Fans und solche, die es werden wollen sind beide Doppelalben sicherlich eine gute Wahl. Von mir für beide ne 2, auch wenn – oder gerade weil beide so unterschiedlich sind und das Schaffen dieser „etwas anderen“ Band auf vier cds nicht besser wieder spiegeln könnten…………….Kai

Fuzzy Vox – No Landing Plan LP (29.06.2017)

(Kidnap Music)
ZweitesALbum der französichen Garage-Punk Band FUZZY VOX. Das Pariser Trio schafft es problemlos den 60er Garage Sound rüber zu bringen. Um das ganze aber wirklich genießen zu können, muss man den Regler der Anlage aber schon voll aufdrehen. Songs wie der Opener „Explosion of Love“ oder der Song „I got a Girl“ treffen bei mir voll ins Schwarze und machen ne ordentliche Portion gute Laune. Daumen hoch! 2+/ Mark

Authority Zero – Broadcasting To The Nations LP/CD (27.06.2017)

(Bird Attack Records)
Über den Namen „Authority Zero“ bin ich schon unzählige male gestolpert aber wirklich bewusst wahrgenommen habe ich die 1994 gegründete Band nicht. Beim anhören ihres nunmehr 6. Albums habe ich allerdings schon das Gefühl die Stimme und den Sound in der Form oder einer ähnlichen schonmal gehört zu haben. Klingt alles durchaus vertraut und geht gut ins Ohr. Einzig die Songs mit Ska- undReggaeeinfluss enttäuschen mich etwas. Die reinen Punk Nummern, die ’nen leichten Skate-Einschlag haben überzeugen mich hingegen um so mehr. Sehr abwechslungsreich und schönes Album. Wer auf frischen Amipunk mit Ska Einfluss steht kann hier eigentlich nicht viel verkehrt machen. 2-/ Mark

88 Fingers Louie – Thank You For Being A Friend LP/CD (27.06.2017)

(Bird Attack Records)
Erstes Album seit 19 Jahren von den MelodicPunkrockern aus Chicago. Hier haben wir 12 schnelle und melodische Songs die Nahtlos in einander übergehen und den Eindruck erwecken, dass es bei dem Quartett wie mit einem guten Wein zu sein scheint: 19 Jahre warten und das Ergebnis ist einfach nur köstlich. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und habe nichts auszusetzen. So muss das. 1 / Mark

Plastic Bomb #99 (21.06.2017)

(www.plastic-bomb.de)
Bei der “Nummer vor der 100” muss ich mich leider selbst aus meinem letzten Review zitieren: „Die Nummer 100 wird sicherlich gebührend gefeiert!? Angesichts dieser Tatsache habe ich das Gefühl, dass die Schreiberlinge sich momentan zurückhalten und ihr Pulver nicht verschießen wollen. Anders kann ich mir diese eher schwache Ausgabe nicht erklären.“ Auch dieses Mal beschleicht mich eben jenes Gefühl, denn wirklich richtig interessante bzw. überraschende Inhalte finde ich nicht. Das fängt schon bei INDIAN NIGHTMARE an, die zwar das Cover der Ausgabe zieren, auf die ich, trotz okayem Interview, kein Bock verspüre. ALARMSIGNAL werden mit einem Interview auf einer Seite abgefrühstückt, genauso wie EGOTRONIC. Da hätte man lieber an anderer Stelle kürzen sollen und den Sachen mehr Raum geben. Richtig gelungen hingegen finde ich das Interview mit BAMBIX. Von der Sorte hätten es ruhig mehr sein dürfen. Der Rest von Nummer 99 hat zwar noch einiges in petto, wie z. B. LOVE A und RUMMELSNUFF, bleibt aber hinter im Vergleich zu früheren Ausgaben blass. Ich bin auf die nächste BOMBE gespannt, die wird hoffentlich richtig fett. Note: 3- East Side Daniel

Pennysurfers – No Heroes CD (20.06.2017)

(www.facebook.com/pennysurfers)
Unter falscher Flagge unterwegs, der Bandname irritiert zunächst: Die PENNYSURFERS aus Berwangen/Landkreis Heilbronn haben mit Surf nichts am Hut, vermutlich handelt es sich nur um einen wortwitzigen PENNYWISE-Tribute. Im Bandinfo warnt man vor: „Wir mögen Beck’s, Millencolin und Frauen, die Beck’s und Millencolin mögen…“. Und hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen: Sowohl MILLENCOLLIN als auch BECK’S stehen in ihrem Genre für 1A Beliebigkeit. La la la, gluck, gluck.Tut nicht weh, nervt manchmal leicht, stört aber selten. Schnurzbeliebiger, kuschelweichgespülter 90’s Melody Punk Rock mit Gute Laune-Vorsatz: 1000x gehört, 1000x ist nichts passiert. Version BECK’S GOLD: Trinkt man so über den (Sommer-) Tag hinweg, läuft gut durch ohne Spuren zu hinterlassen. Kein Kater am Morgen, aber auch kein Rausch am Abend. 15 Songs mit englischem Text über „Drink alone in underwear“, „No talent“, „Leslie Nielsen“, „Naked anyway“ etc. Perfekt für Frauen, die BECK’S trinken und gern MILLENCOLLIN hören. Und ein Herz für alleintrinkende Herren in Unterwäsche haben. Fazit: Nett, wirklich nett. Oder „Brutal nett“, wie man in Heilbronn sagt. PARADISE

The Establishment – Underachieves 7” EP (19.06.2017)

(Aggrobeat / www.aggroshop.com)
Mit The Establishment gibt es die letzte Besprechung von Veröffentlichungen aus dem Hause Aggrobeat. Die Mitglieder der Band haben schon einige Jahre in der niederländischen Punk / Hardcoreszene hinter sich, waren unter anderem bei Bands wie Born From Pain oder Brat Pack aktiv. Das hört man den 6 Songs auch an, das Level wird konstant gehalten, der Druck und die Härte auch. Härte deshalb, weil die Musik sehr hardcorelastig ist. Die Band spielt eine Mischung aus Hardcore und OI!, Warzone meets The Business oder so ähnlich. An Bands wie Down For Life, die denselben Stil pflegen kommen sie nicht ganz ran, aber Arsch treten tun sie allemal. Die Auflage beträgt nur 300 Kopien, davon 150 in schwarz und 150 im marmoriertem Weiss! 2- sickguy77

Sniffing Glue – I´m Not Alright LP + MP3 LP (17.06.2017)

(Kidnap Music / www.kidnapmusic.de)
Ich bin kein ausgemachter Hardcore-Experte, aber ich bin durchaus in der Lage, guten von schlechtem zu unterscheiden. Da ließ ich mir die Chance diesen Review zu schreiben natürlich nicht entgehen, denn SNIFFING GLUE gehören definitiv zu den besseren ihrer Zunft. „I’m Not Alright“ wurde bereits 2009 veröffentlicht, damals allerdings in einer kleinen Auflage, die längst vergriffen ist. Damit aber auch weiterhin Musikliebhaber in den Genuss dieser Scheibe (auf Vinyl) kommen, haben sich Kidnap Music und Cargo Records ein Herz gefasst und die Platte wiederveröffentlicht. Dabei ließ man sich nicht lumpen: schwere Außenhülle, mit UV-Glanzlack überzogen, hochwertige & bedruckte Innenhülle und Download-Code (einzig schweres Vinyl fehlt). Dass ein Re-Release durchaus lohnenswert ist, merkt man, auch wenn man das Album bisher nicht kannte, relativ schnell, denn 10 klasse Tracks fliegen einem in 17 Minuten um die Ohren. So muss Hardcore klingen – schnell, kompromisslos, mit Melodieansätzen! Sicherlich werden sich auch Fans der Band diese Wiederveröffentlichung besorgen, aber ich möchte diese Scheibe auch jedem, der auf die härtere Gangart steht, ans Herz legen und wünsche SNIFFING GLUE neue Fans. „I’m Not Alright“ ist eine Perle deutschen Hardcores, die man sich endlich wieder ohne Probleme zulegen kann. Also kaufen! Note: 2+ East Side Daniel

Eat/Read/Sleep – s/t LP (17.06.2017)

(Kidnap Music / www.kidnapmusic.de)
Also mein Lebensmotto ist eher „eat – sleep – go fishing“, aber gegen ein gutes Buch hab ich auch nichts einzuwenden. Gegen eine gute Platte übrigens auch nicht und ob „Live Slow // Die Whenever“ zu dieser Sorte gehört, galt es herauszufinden. Nach den ersten Hörproben muss ich zugeben, dass, wenn ich eine CD zugeschickt bekommen hätte, mein Review wohl eher schlecht ausgefallen wäre. Wenn ich aber ein schickes Vinyl in der Post finde, wird eben auch noch eine Runde mehr auf dem Plattenteller gedreht. Bei EAT//READ//SLEEP hat sich das auch ein wenig gelohnt, denn ihre Debütscheibe bietet keine herausragende, aber durchaus gute und unterhaltsame Musik. Das Label schreibt hierzu: „Zu hören ist nun profund dargebotener Punk Rock mit Synthi, abwechslungsreich, bisweilen auch ausgefallen. Hinzu kommen stark rockige Elemente, immer mit Fokus auf Melodie, furchtlos poppige Momente und die ein oder andere 90er Reminiszenz.“ Da haben sie mir doch glatt die Worte aus dem Mund genommen, denn genauso hätte ich es beschrieben – haha. Aber Spaß bei Seite, das trifft es, auch wenn zu ausschweifend beschrieben, ganz gut. Durch diese Vielzahl an Einflüssen ergibt sich ein relativ eigenständiger Sound, den ich, dass muss ich zugeben, so schon lange nicht mehr gehört habe. Nicht ganz mein Ding, aber durchaus reizvoll. Völlig im Kontrast dazu steht das Cover, dass ich – gelinde gesagt – echt nicht gelungen finde. Im Gegensatz dazu steht der Gesang von Helen Runge, der super zum knackigen Sound passt und sich von der breiten Masse abhebt. Insgesamt also eine durchschnittliche bis gute Platte, bei der ich mir aber ganz sicher bin, dass es viele geben wird, die es abfeiern werden. Verdient hat es das Album. Note: 3+ East Side Daniel