Monthly Archives: August 2017

No Use For A Name – Rarities Vol.1:The Covers CD (31.08.2017)

(Fat Wreck Chords)
Nun ist Tony Sly der, ehemaliger Frontmann und Sänger der band, schon seit 5 Jahren tot, und Fat Wreck meint jetzt eine neue Scheibe zu veröffentlichen. Das hinterlässt doch einen faden Beigeschmack. Mit dem neuen Album hat man 13 Songs zusammengetragen, welche allesamt Coverversionen sind. Moment, erst kürzlich durfte ich ein Album der Teenage Bottlerocket besprechen, auf dem auch nur Coverstücke enthalten waren. So etwas sollte man nicht übertreiben, bzw. überstrapazieren, sonst wird es schnell langweilig. Nun ja, den musikalischen Qualitäten von NUFAN tut das keinen Abbruch, sie haben schließlich seit Ende der 80er Jahre den melodischen Punkrock kalifornischer Prägung mitgestaltet, wie fast keine andere Band. Die 13 Songs waren auf irgendwelchen Samplern enthalten, welche über die gesamte Schaffensphase der Band entstanden sind. Bei solchen Alben gibt es immer Licht und Schatten, die Songs, welche den Alltag heller gestalten sind meist Songs anderer Punk- oder Hardcorebands. Die Coversongs von D.I., Dag Nasty, SOcial Distortion oder den Misfits halten sich eng an das Original und zählen ganz klar zu den Highlights. Sehr geil ist auch die Coverversion des Songs ‚Enjoy the silence‘ von Depeche Mode, umperfektioniert von einem elektronischem Song zum Punkrock. Weitere Bands die gecovert wurden sind die Reggaeband Sublime, The Pogues, Cheap Trick, Kiss und The Vapors. Der Titeltrack der Serie The Munsters und der Musicalsong ‚Don`t cry me Argentina‘ wurden ebenfalls durch den Punkrockschredder gejagt. Da die Scheibe mit Volume 1 betitelt wurde, kann man davon ausgehen, das weitere Teile folgen werden. Braucht man so etwas? Ich persönlich nicht, da kann ich die alten Scheiben von NUFAN hören, und werde besser bedient. Für die Fans dieser Punkrockvariante und der Band werden hier wahrscheinlich glücklich werden. 3 sickguy77

King Of Fools – Wouldn`t Know Me EP (30.08.2017)

(Contra Records)
King of Fools sind ja bekanntlich ein Nebenprojekt des Booze & Glory Sängers Liam und das Titelstück dieser schmucken 7“ geistert ja auch schon seit einem Jahr durchs Netz. Was erwartet uns also, eigentlich Punkrock, der nicht so weit vom letzten, wie ich finde bockstarken , Booze Glory Album entfernt ist. Ein wichtiger Unterschied ist schon, dass hier ein Kontrabass gespielt wird, was den „normalen“ Punksound doch etwas anders klingen lässt. Ich bin von diesem Geglacker generell kein Freund, aber hier funktioniert es, da er nicht so in den Vordergrund gemischt ist, sondern recht songdienlich eingebaut wurde. Drei Songs gibt es auf der Single zu hören, zum ersten das „Wouldn´t know me“, ein schnelles Stück mit leicht melancholischem unterton, ähnlich „Blood from a Stone“ vom B&G Album, aber schneller runtergerotzt. Sehr catchy und definitv ein starker Einstieg. Weiter geht es mit „Nowhere else to go“, einer weiteren Uptempo Nummer, hymnischund zum Mitsingen gemacht, und als Abschluss kommt dann noch das eher getragene, mit Akustikgitarre und dezentem Western Touch „Further to fall“. Was soll ich sagen, ist auch ein Ohrwurm. Top Single eines Projektes, das hoffentlich nicht nur eine einmalige Sache war, sondern asap auch noch mehr von sich hören lässt. 1 ROLAND

EA 80 – Definitiv:Ja! CD / LP (29.08.2017)

(Major Label / www.majorlabel.de)
Bald erscheint es nun offiziell, das neue Album von EA80. Wer in den vergangenen Monaten allerdings in den Genuss eines ihrer seltenen Konzerte kam, konnte das neue Werk bereits vorher sein Eigen nennen. In Form einer „Testpressung“ gab es das gute Stück am Merch zu erstehen. Die Aufmachung ist allerdings recht aufwendig und liebevoll gestaltet, so dass „Testpressung“ zwar auf dem Vinyl-Label steht, dem aber nicht gerecht wird. Ein Freund von mir hat sich so ein Teil zugelegt und so kam ich in das Vorabvergnügen von „Definitiv: Ja!“. Aus meiner Sicht ist die Platte keine große Überraschung, denn EA80 sind EA80 und werden immer EA80 sein, und dass ist auch gut so! Sie sind live eine wuchtvolle Granate und schaffen es, als eine von wenigen Bands, diese Wut und Energie auch auf Platte zu packen. Auch dieses Mal ist ihnen das gelungen und die 11 Songs strotzen nur so vor Kraft. EA80 beweisen einmal mehr, warum sie eine, wenn nicht sogar die, wichtigste Düsterpunkband in Deutschland sind. Mehr braucht man an dieser Stelle nicht zu sagen, denn entweder man kennt die Band und wird auch dieses Album lieben, oder man lässt es halt. Leute, die die Band erst einmal kennenlernen wollen, sollten unbedingt als erstes auf ein Konzert gehen und sich dann eines der großartigen Alben zulegen. Es bleibt festzustellen, dass der einzige Kritikpunkt am neuen Longplayer ist, dass es seit „Definitiv: Nein!“ so lange gedauert hat. Da das Teil wieder auf Major Label in einer edlen Aufmachung erscheint, heißt es also, ranhalten und kaufen. Ein billiges Wortspielt zum Schluss kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen: Braucht man dieses Album? Definitiv Ja! East Side Daniel: 2+

Grit – Shreds Of Tales CD (28.08.2017)

(Greasy Records / Bertus)
Nach drei Vorabsingles legen GRIT hier ihr Debütalbum vor, mit insgesamt elf Tracks. Bisher habe ich von den vier Franzosen noch nie etwas gehört. Ich denke auch, sie werden ganz schnell wieder aus meiner Erinnerung verschwinden, denn „Shreds Of Tales“ kann ich leider gar nichts abgewinnen. Die Band klingt absolut belanglos und aus meiner Sicht braucht das heute niemand mehr. Sicher haben sie sich viel Mühe im Studio gegeben und die Soundqualität stimmt auch, aber was am Ende dabei rausgekommen ist, plätschert einfach nur vor sich hin. GRIT pendeln irgendwo zwischen Indie-/Mainstreamrock und Pop und können sich nicht recht entscheiden. Auf die Dauer ist das ganz schön anstrengend. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Note: 5 East Side Daniel

Rozwell Kid – Precious Art CD(26.08.2017)

(SideOneDummy / Cargo )
ROZWELL KID aus West Virginia mit ihrem vierten Album. Passt gut zum Sommer, läßt sich aber nicht ganz so einfach katalogisieren. Für den einen Das, für den Anderen Jenes. Groborientierung für den Punk Rock-Lover: Zuckersüße Schnittmenge aus BUZZCOCKS, den BEATLES und BEACH BOYS (Harmonien!). Wären die Songs einen Kilometer kürzer, einen Tacken knackiger und der Gesang etwas brisanter, könnten wir von einem wunderschönen Pop Punk/Power Pop-Album reden. So bleibt es Easy goin’ Radiosound. Indie/Alternative Segment, WEEZER Im Sinn. Ungefährlich, plätschernd, unterhaltsam. Wie ein Sommerdrink mit ganz wenig Alkohol. Könnte nach mehr klingen. Will aber nicht. 12 Songs mit ulkig-nerdigen Texten über Michael Keaton, Mad TV & Co. PARADISE

Arrest Denial – Frei.Tal CD(26.08.2017)

(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Der zweite Longplayer von ARRESTED DENIAL aus der Freien und Hansestadt. Kein Oi!, wie man beim Labelnamen erwartet. Kein Hardcore, wie man beim Bandnamen erwartet. Dafür: Deutschsprachiger Punk Rock, wie er in den 90ern gern gespielt wurde. Mit schön schwermütig-melancholischer Kante, wie man sie in Hamburg gern einfließen läßt. „Lokalkolorit“ sagt das Feuilleton dazu. Passt, Digger. Gelungen in Szene gesetzt: Rauhbeiniger Seebären-Gesang, schlaue Texte zwischen politisch und privat. Ohne Klischees, aber auch ohne Schlaumeierei. Strasse statt Oberschule. „Ihr kotzt mich einfach nur an mit eurer Selbstgefälligkeit!“ Für weiteres Hamburg-Dropping sorgt Ulf von RANTANPLAN mit seiner Gast-Trompete. Hajo von den OIMELZ singt auch bei einem Song; ein wenig Offbeat und eine Hammond-Orgel setzen weitere Akzente. 12 Songs auf eine knappe Dreiviertelstunde verteilt. Die Vinyl-Version lockt mit dem ROXETTE-Cover „Dressed For Success“.

The Sideburns – Our Passion 7″ EP ( 25.08.2017)

(Steeltown Records / www.steeltownrecords.de)
The Sideburns aus St. Petersburg in Russland (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Skakapelle aus Japan)klingen abgesehen von den etwas kruden, mit starkem Akzent vorgetragenen Texten sehr oldschoolig, nach späten 70er Jahren, Bootboy  Streetpunk Fusion, sehr viel Attitüde, sehr dreckige, klirrende Gitarren, sehr dreckiger Frontgesang . Alle 4 Tracks mehr oder weniger uptempo  im chorus gerne mehrstimmig, und trotzdem insgesamt recht einfach gehalten, ein wenig wie ein anti nowhere leaque /Business-Hybrid  – alles wie aus dem Biderbuch, wobei der Zauber bei Stücken wie „clockwork nightmare“ schon leicht verfliegt, wenn man den Titeltrack „our passion“ noch im Ohr hat.  Trotzdem: Wenn die Band das auf der Bühne halten kann, was sie auf dieser Ep verspricht, ist das völlig in Ordnung und ich denke, man kann eine Menge Spaß haben mit der Truppe. Vielleicht könnte man hier und da ein wenig am Songwriting arbeiten, aber was solls? Es is Punkrock und gemeint isses ja richtig. Musikalisch gibt’s hier kaum groß was zu beanstanden aber so richtig packt mich solche Musik, wie schon an anderer Stelle bemerkt eher auf dem Konzert als hier am Schreibtisch. Solide. 3+…..vom Schreibtisch aus……..Kai

Distorted Truth: victim of the law 7`Single Ep (25.08.2017)

(Mad Butcher Classics)
Distorted Truth, in Aberdeen beheimatet haben diese Ep 1985 auf green vomit veröffentlicht und bei vielen gleich mit allen 4 enthaltenen Tracks ordentlich gepunktet- insbesondere mit victim of the law und party political bullshit! (vielen das“ in-a-gada-da-vida „ des Streetpunk) Verhältnismäßig eingängiger, energiegeladener Punkrock mit oi! und Hardcoreeinflüssen, der mitunter ein wenig an viele Klassiker der Bewegung wie die Neurotics oder die Cockney Rejects erinnert und sich mit seinen Singalong Refrains sofort in die Synapsen brennt. Mit den oben genannten Songs und Riot Squad und Fallout zusammen eine sehr beeindruckende Platte einer Band, die nicht gerade berühmt ist für ihren üppigen Output und Ideenreichtum. Gewissermaßen also das Masterpiece dieser Truppe mit großem musikalischem Potenzial und Biss, die aber bis heute leider immer noch zu wenige kennen, obwohl  sie nach all den Jahren inzwischen sogar wieder auftreten. Das Geld verdienen wieder die Anderen. Von mir gibt’s eine gute 2+………..Kai

Last Rites – We Don´t Care EP(24.08.2017)

(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Ursprünglich 1983 auf Flicknife veröffentlicht würde ich die Single eher als Rarität denn als Klassiker einordnen, dennoch ist es den Schotten ihrerzeit  gelungen, trotz stetem Besetzungswechsel , fehlendem festen Schlagzeuger und einem nicht immer ganz so glücklichen Händchen bei der Labelauswahl quasi zwischen Tür und Angel zwei regelrechte Midtempo-Punkperlen auf Vinyl zu bannen. Inhaltlich geht es auf der A-Seite gegen Punkmodefreaks, die zu diesem Zeitpunkt schon länger die Straßenszene zu infiltrieren begannen und auf „stepdown“, der B-Seite um den Zorn auf die Regierung im Allgemeinen und die Tories im Besonderen. Hier limitiert auf 500 Stück wird die Single wohl auch eine Seltenheit bleiben, obwohl sie seit Jahr und Tag auf diversen Punkrockmixtapes für viele unverzichtbar scheint. Wertet jede Punrocksinglesammlung auf wie die meisten MBC Releases…von mir 2-……..Kai

Angelic Upstarts – Solidarity EP (24.08.2017)

(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Mit dieser Ep (1983 noch als 12inch auf Anagram veröffentlicht) läuteten Mensi und die neu aufgestellten Upstarts eine neue, etwas commodere Spielweise ihrer immer noch höchst politisch motivierten working-class Punkrock Hymnen ein – weg vom lauten Streetpunk der späten 70er hin zu einem differenzierteren, auch instrumentalisch breiterem Sound der sich auch ein wenig dem Mainstream zu öffnen schien.  Und wer sonst als Mensi hätte damals außer vielleicht noch Billy Bragg so einen Song schreiben können, ohne dazustehen wie später Bob Geldof oder schlimmer: Sting? Überrascht „Solidarity“ noch mit eher balladeskem Twang wie bei „England“ gibt es hier obendrein noch spoken poetry (dollars and pounds)vorgetragen mit einer Stimme, die einfach nicht lügen kann, das beinahe schon poppig geratene „don`t stop“ und einzig „five flew over the cuckoo`s nest“  gemahnt noch musikalisch ein wenig an die wilderen, ungestümeren Anfänge der Band, wobei sich bei den Themen wenig ändert und die A.U.s sich inhaltlich immer treu geblieben sind. Eine großartige Platte, die die Wichtigkeit und Notwendigkeit dieser Band ein weiteres mal belegt. Schulnote 1…was hätte man da noch besser machen sollen?…..Kai