Monthly Archives: September 2017

Sciatic Nerve – s/t CD (30.09.2017)

(Gunner Records)
Das Debut der Allstar-Band aus San Francisco bestehend aus Mitgliedern der Swinging Utters, Shut up Donny, Cobra Skulls und Nothington. Kompromisslos wird hier auf 12 Tracks dermaßen aufs Blech gehauen, daß einem schwindelig werden könnte. Sänger Chris Matulich, der gleich bei drei der oben genannten Bands beschäftigt ist meint hierzu, daß Sciatic Nerve als Projekt zustande kamen, um jenseits der üblichen Fanbases und der damit verbundenen Erwartungshaltung tun zu können, was man eben tun möchte. Entsprechend wird hier jenseits der üblichen Zugeständnisse an Gefälligkeit, Major und Fans recht ruppig zur Sache gegangen und was dabei herauskommt ist brettharter Hardcore ein wenig abseits des üblichen, melodienverliebten kalifornischen Stils mit leichten 90er Jahre- Anleihen. Das funktioniert bei einigen Stücken auch wirklich gut, verpufft an anderer Stelle auch das eine oder andere mal. Natürlich wird sich das Album, sobald sich herum gesprochen hat, wer dahinter steckt trotzdem verkaufen, auch wenn Mr Matulich das nicht gern hören wird aber bis auf 2,3 Tracks halte ich das Gesamtwerk irgendwo zwischen Kid Dynamite und Poison Idea angesiedelt doch eher für durchwachsen wenn auch nicht für schlecht. Der richtige Soundtrack, um mit 170 Sachen genervt in ein Stauende zu krachen. Befriedigend………..Kai

Heretic – A Game You Cannot Win CD (30.09.2017)

(Dissonance)
Heretic? Noch nie von gehört. Heavy Metal? Wäre ich bei dem Cover mit seinem Totenschädel und Dornenkronen Schnick Schnack auch drauf gekommen. Also gut, höre ich mal rein. Den Waschzettel kann ich auch dabei lesen. Nach einem kurzen Intro geht es dann auch los, ordentlicher Sound mit prägnantem Gesang. Das Ganze hat eine ordentliche Power bzw. Thrash Metal Schlagseite. Die ersten Vergleiche, die mir in den Sinn kommen sind Exodus, Metal Church oder Testament. Also nichts verkehrtes bisher. Nach Studium der Promowisches bin ich dann auch etwas schlauer. Die Band gibt es schon seit den Achtzigern und während eines Breaks damals, wanderte der Ursänger Mike Howe zu Metal Church und andere Mitglieder gründeten Reverend. Metal Church und Reverend sind definitv auch die besten Vergleiche zu Heretic. Gerade der neue Sänger klingt schon nach David Wayne von Reverend, nur ein paar Oktaven tiefer. Die Platte macht mir auch richtig Spaß, der Titelsong ist spitze, „Never added up“, „Everthing´s about to change“ sind Anspieltipps, nur „ Broken Hero“ nervt mit seinem monotonen Refrain, aber das kann an notfalls skippen. Ich muss sagen, schöne Platte, mit ordentlich Druck und ohne überflüssigen Bombast. Wer die als Beispiele genannten Bands mag, darf hier gerne reinhören. 2- ROLAND

Strassenjungs – Hitz CD (29.09.2017)

(Tritt Records / Broken Silence)
Das neue Album der Deutschpunk/ new wave Band Strassenjungs hört auf den Namen Hitz und kommt mit 14-Songs daher. Veröffentlicht auf dem bandeigenem Label Tritt Records ist dies ihre neue Scheibe zum 40 jährigen Jubiläum. Musikalisch ist die Platte meines Erachtens relativ ruhig und könnte teilweise etwas mehr vorwärts gehen. Lied 8 Stopp Ttip könnte mit anderem Text auch auf dem Oktoberfest im Festzelt laufen. Bei in Flammen hat ich spontan in extremo im Hinterkopf beim Hören. Gefallen hat mir der Song Klitschko, der den Politiker beschreibt in Verbindung zum Boxer. Herausheben und mein persönlicher Anspieltipp ist “was e hitz“ , der optimale Song wenn man im Sommer gepflegt bei nem Bierchen schwitzt. Gute Laune verbreitet auch Surfin Bird, der einzige Englische Song. Textlich einfach gehalten direkt nen Ohrwurm. Ich muss ganz ehrlich sagen das mich das Album bis auf ein paar Ausnahmen nicht wirklich vom Hocker haut und mir auch wenn ich kein Nostalgiker bin die alten Sachen der Band besser gefallen. Note: 3 Tendenz zur 4 Eddie Sharp

Argyle Goolsby – Darken Your Doorstep CD (29.09.2017)

(Ring of Fire)
Hier kommt ein Album mit 14 Titeln, vielen wird der Name wohl ein Begriff sein, ich kannte ihn bis jetzt noch nicht. Ich hab die CD ohne mich weiter mit dem Artwork und Co zu beschäftigen, einfach mal in den CD Player geworfen, was mir als erstes einfiel, ey das hört sich doch nach Psycobilly an, jetzt wird ich bestimmt gehasst, aber damit kann ich leben.Wenn man sich genauer mit dem Album befasst, sieht man schnell, dass alles sehr düster und mystic gehalten ist. Vielleicht könnte man sogar beim Artwork von einer Metalband ausgehen… aber weit gefehlt hier kommt ein Horror Punk Album!! Irgendwie ein Genre welches an mir vorbei gegangen ist, bis auf in meiner Jungen natürlich die Misfits. Das Artwork ist sehr hochwertig und aufwendig gemacht, das Booklet kommt mit 16 Seiten daher und das Ganze wird in einem Digipack verpackt. Musikalisch ist das Dingen krass produziert, ziemlich fette Aufnahme, mit melodiösen Gesang! Die 14 Songs kommen gut fließend daher, sodass man sich das Album gut anhören kann. Hier wird einem nicht langweilig, schön abwechslungsreicher düsterer Punk. Der jedes freakiges Horror Punk Herz schneller schlagen lässt. Wer auf sowas hier steht, wird hier bestimmt nicht enttäuscht. Note: 3 David

Wiens No.1 – Des Kaisers neue Lieder CD (28.09.2017)

(www.wiensno1.at)
Gleich mit dem Opener „Heyho, wir sind wieder da! – die 5 Jungs aus Wien“ kündigt man die Rückkehr an und wo man Zuhause ist und die Reise hingehen soll. Das letzte Album …Sag Niemals Nie! ist schon 3 Jahr her. In der Zwischenzeit hat sich das Besetzungskarussell erneut gedreht und bringt nun auf dem bandeigenen Label das neue Album raus – es hat sich wieder einiges getan. Trotzdem bleibt man seinen Wurzeln treu und singt über die Szene, Freundschaften und das Leben in all seinen Facetten, Man hat dabei ordentlich die Schnauze voll und scheißt auf die Doppelmoral. Bei der Tour durchs Leben bleibt der Spaß nicht auf der Strecke und feiert gleich im Anschluss mit dem Sensenmann und anderen illustrierten Gästen eine spontane Party und wird dabei nachdenklich und schwermütig. Findet den Rest einfach selbst heraus, über was man noch so alles singt. Die Stimme von Stefan fand ich schon immer richtig gut und der Wiener Dialekt macht eben den besonderen Scham dabei aus. Das ganze musikalisch zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Man ist ganz klar im Punkrock Zuhause, keine Frage. Aber auch ne Portion Ska kommt hin und wieder zum Einsatz und steht den Songs richtig gut. Dazu treibende Gitarren, die auch mal „Rockiger und Metallischer“ klingen und ein harter Schlagzeugsound. Spontan fallen mir zwar 4-5 Bands ein, aber Namendropping haben die Wiener nicht nötig. Daher nutze ich einfach ein paar Worte der Band „gepflegter und arroganter Chaos Rock’n’Roll mit Melone, Boots und einer Portion Wiener Schmäh!“. Ich hab lange nicht mehr eine Platte mehrfach hintereinander gehört und nach 2 Runden schon die Texte gekannt. Einfach ne verdammt gute Partyscheibe, um mit Freunden zu feiern und dabei Bier zu trinken. Nicht ganz unwichtig und fast vergessen, bei meinem ganzen Abgefeiere, ist dabei die fette Produktion und Aufmachung mit dicken Booklet. Auf der Homepage hab ich noch folgendes bei den News der Jungs gefunden: Nach den grandiosen Reviews hat es unser neues Album nun auch in die österreichischen Charts geschafft!!! PLATZ 32 fühlt sich großartig an!!! Für mich eine der TOP10 Platten in 2017. -nasty-

Guitar Gangsters – Sex & Money CD (26.09.2017)

(Wanda Records)
Wunderbar, da fliegt das nächste Release von einem, in meinen Augen, der besten Labels schlechthin hier rein. Dieses ist dann auch noch von den Guitar Gangsters, die jetzt Ihren zweiten Longplayer nach dem Wechsel von RilRec nach Wanda veröffentlichen. Die erste Veröffentlichung war ja eine Wiederauflage Ihres Debutalbums ‚Prohibition‘, welches ich letztes Jahr schon besprechen durfte. Tja, und so ist es wie immer, die alten Herren, die seit 30 Jahren in dieser Band spielen, zeigen uns wie es geht. Schöne melodische Songs, die viel Abwechslung bieten und das Album sehr kurzweilig gestalten. Mit welchen Bands bilden Guitar Gangsters die größte musikalische Schnittmenge? Da kann man sicher viele Bands nennen, angefangen mit den 77er Punkrock Bands bis hin zu Bands der zweiten großen Punkwelle Anfang der 80er wie Cockney Rejects. So haben sie insgesamt 12 Songs zusammengeschrieben, wovon einer nicht aus der Feder der Band stammt, sondern von Simon & Garfunkel stammt, nämlich ‚The Sound of silence‘. Anspieltips: Obsession ; King of nothing ; Shut up (and get me a drink) 2 sickguy77

Missstand – I can´t Relax in Hinterland DCD / LP (23.09.2017)

(Aggressive Punk Produktionen)
Hier kommt endlich mal wieder ein Deutschpunk Album, dass mich direkt um Jahre zurück versetzt. Die Jungs von MISSSTAND wissen zu überzeugen und den Grad aus dem Ursprung des Deutschpunks in die heutige Zeit zu bringen. Vor aktuelle Brennpunkt Themen, wie der Flüchtlingsfeindlichkeit, Polizeigewalt und natürlich auch der Kirche wird hier nicht halt gemacht. Und der Nagel auf den Kopf getroffen. Bei den 13 Songs der Österreicher, werden die typischen Deutschpunk Themen aufgegriffen, aber es wird nicht langweilig, diese sind alle sehr gut verpackt und reichlich Melodie versetzt. Für mich endlich mal wieder eine Band, die mich an meine Anfangszeit erinnert. Zwischen den ganzen überproduzierten Platten der heutigen Zeit, passt dieses Album super rein und ist leider eher selten geworden. Als Bonus gibt’s noch eine weitere CD mit dabei, welche das Vorgänger Album „DIE NETTEN JAHRE SIND VORBEI“ beinhaltet. Note:2   David

DRITTE WAHL – 10 LP/CD (21.09.2017)

Hat es in den letzten Jahren relativ lange gedauert, bis DRITTE WAHL ein neues Album herausbrachten, so sind dieses Mal glücklicherweise nur zwei Jahre ins Land gezogen, bis sie uns mit neuen Songs beglücken. „10“ heißt die aktuelle Scheibe und sie ist wieder einmal großartig geworden. Da stellt sich mir die Frage, ob die Rostocker eigentlich jemals einen schlechten oder durchschnittlichen Longplayer veröffentlicht haben? Ich sage nein! Das zehnte Werk besinnt sich wieder mehr auf die Wurzeln und bietet weniger Keyboards und Experimente, dafür mehr schnörkellosen Punkrock. Eine Reise quer durch die Bandgeschichte, die das Beste aus fast 30 Jahren vereint und dennoch für den nötigen Schritt nach vorn sorgt. Dieses Album passt perfekt in die aktuelle Zeit. Den Beweis tritt gleich die erste Single „Scotty“ an, ein klassischer Oldschool Punkrocksong, der die Sehnsucht nach einer neuen, besseren Welt schürt. Und obwohl die erste Auskopplung schon hohe Maßstäbe setzt, hat die restliche Platte noch weitaus mehr Hits zu bieten. Im Besonderen hat es mir nach den ersten zwanzig Durchläufen „Der Himmel über uns“ angetan. Ein mehr als eingängiger Track, der definitiv das Zeug zu einem deutschlandweiten Sommerhit (gehabt) hätte. Hier steht ganz klar Spaß im Vordergrund und ich habe selten so viele tolle Reime auf alkoholische Getränke gehört. Das dazugehörige Video kann ich nur empfehlen. Dass DRITTE WAHL ihren Schwerpunkt aber weniger auf Partykracher legen, sollte allgemein bekannt sein und so setzen sie sich im Weiteren Verlauf mit den gesellschaftlichen Problemen dieser Zeit auseinander. Sei es die Situation von Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und am Ende doch viel zu wenig haben („25 Cent“) oder die Notwendigkeit, sich in der heutigen Gesellschaft eindeutig gegen die braune Brut zu positionieren („Was wirst du tun“). Die menschliche Komponente darf natürlich auch nicht fehlen und so gibt es mit „So lange her“ bspw. die Verarbeitung von Verlusten. Beim letzten Track „Schade“ bin ich dann allerdings etwas irritiert, denn diese Art von Humor hätte ich eher WIZO zugetraut, nicht aber den Rostockern. Macht aber nix und trübt den mehr als guten Gesamteindruck überhaupt nicht. Dieses Album strotzt nur so vor Hits und hat für mich das Zeug zum Album des Jahres! Note: 1+* PS: Glückwunsch zum Einstieg auf Platz 12 in den Charts!

Cartouche – A Venir CD (19.09.2017)

(Fire And Flames Music / www.fireandflames.com)
Cartouche aus Frankreich hier bereits mit ihrem 4. Album seit Bandgründung Mitte der 2000er bieten eine launige Melange aus Punkrock und allem Möglichen an. Eigentlich ist es schon verwegen, von Punkrock zu sprechen – ich zitiere bloß die Band – Geraldine, ihrerseits Chanteuse von Cartouche singt einfach schon fast zu gut für eine Punkrockband. Gesanglich kann sie ohne weiteres mit Popgrößen aus Frankreich wie Zaz mithalten. Kurioserweise funktioniert das aber überraschend gut im Zusammenspiel mit der größtenteils recht aggressiv gehaltenen Musik die mich meistens an ähnlich konzeptioniertes wie z.B. the Baboon Show oder les sans culottes erinnert. Nur eben nicht mit borderlinigem Herumgebrülle sondern mit Nachtigallengesang ….Nachdem ich mich durch einen Großteil der älteren Aufnahmen gehört habe würde ich sogar sagen, daß mit „a venir“ das bisher musikalisch schlüssigste Album ans Licht gebracht wurde, wenn man auch einen Schritt Richtung Gefälligkeit gemacht hat. Trotzdem hat die Platte inhaltlich und musikalisch ordentlich Biss und verdient auf alle Fälle eine gute Note……2…..Kai

Systemo – Zehne Verdauen CD (15.09.2017)

(www.partypunk.de)
In meinen bisherigen Reviews war ich SYSTEMO immer wohlgesonnen und darum freut es mich natürlich, dass es die Band mittlerweile auf 10 Jahre bringt und sie immer noch fleißig am rumpunken ist. Passend zu 10 Jahren Band- und Bühnengeschichten haben die Jungs jetzt eine kleine, feine Platte zusammengestellt, aus den nicht mehr erhältlichen Alben „Demo“ und „Verdauen“. Die 14 Songs sind entweder remastert, re-recorded, revocalized oder brandneu aufgenommen und machen jede Menge Spaß beim Hören. Schöner guter Deutschpunk mit mal kindischen Texten, die man als älteres Semester eher mit einem Lächeln abtun kann, mal mit persönlichen Inhalten und auch mal kritisch. Der Sound entspricht dem, was man von einer D-Punk-Band erwartet und das ist nicht negativ gemeint. Es rumpelt und scheppert etwas, aber es steckt ordentlich Druck dahinter und ist sauber genug produziert, um für einen angenehmen Hörgenuss zu sorgen. Hier fügt sich alles passend zusammen und man merkt nicht, dass die Lieder aus verschiedenen Phasen der Bandhistorie kommen. Das Gute an einer „Compilation“ ist außerdem, dass man aus einer Vielzahl an Songs auswählen kann, was schließlich dazu führt, dass es kaum Ausfälle auf „Zehne verdauen“ gibt. Eine gelungene Scheibe, die man sich durchaus zulegen kann. Note: 2 East Side Daniel