Monthly Archives: September 2017

Al & The Black Cats – From Bad To Worse LP (13.09.2017)

(Mad Drunken Monkey Records / www.mad-drunken-monkey.de)
Amerikanisches (Neo)Rockabilly-Trio aus Michigan mit seinem fünften Album, Namenspate Al (Al Krivoy) hat längst das Weite gesucht (im Oktober 2014 verstorben, hat zuvor lediglich am ersten Album „The Fabulous Rockabilly Sounds Of…“ mitgewirkt), die young Cats sind geblieben. Der Highway zieht sich bis zum Horizont, ein Upright-Bass klimpert fröhlich vor sich, Bourbon straight klopft munter den Takt dazu. 12 Songs mit Lonesome Cowboy/Outlaw-Feeling in lockerer Barfly-Bauart. Genre-übergreifend, punky Cocktail der üblichen Verdächtigen: STRAY CATS, SOCIAL DISTORTION, TIGER ARMY, MAD SIN. Viele Klischees, viele Standards, viele alte Bekannte. Alles wie erwartet. Gut so. First Class Soundtrack für einen alkoholgetränkten Sonnenaufgang, augenzwinkernd und tollkühn. Zur Hölle mit den guten Vorsätzen! PARADISE

The Young Ones – Our Nose In Their Business EP (11.09.2017)

(Contra Records)
The Young Ones existierten Anfang des Jahrtausends schon einmal und veröffentlichten, so viel ich weiß, eine Single und zwei Lps, bevor sie sich 2006 auflösten. An die Single kann ich mich nicht mehr erinnern, aber die Lp „ Out with the Bois“war nicht von schlechten Eltern. Rotziger, hymnenhafter Oi! Punk. Jetzt, elf Jahre später, gibt es die Band wieder und sie haut uns eine 7“ um die Ohren, die sich gewaschen hat. Man schliesst da an, wo man mit der Lp aufgehört hat und bietet vier Songs hitqualifiziertem Punkrocks. Es geht los mit „Johnny Wanker“, das mich etwas an die Gumbles erinnert, was ja auch nicht verkehrt ist, aber definitiv rotziger ist. Eine weiterer Knaller ist das, die B-Seite eröffnende „The cross-eyed Butcher. Hit! Aber auch die beiden restlichen Stücke sind mehr als grundsolide. Mir machen alle Songs Spass und darauf kommt es im Endeffekt an. Gutes Comeback, weil die Band es geschafft hat, die Trademarks von damals beizubehalten und nicht zu langweilen. Live war ich zwar nicht 100% angetan, aber das kann an beidseitiger Tagesform gelegen haben. Sollte man mal gehört haben, die Single. 2- ROLAND

Rude Pride VS Seaside Rebels – On Common Ground Split EP (08.09.2017)

(Contra Records)
Auf dieser schicken Split Single gibt es viermal Oi!/ Streetpunk zu hören, zweimal von Rude Pride aus Madrid und zweimal von den Seaside Rebels aus England. Fangen wir mit Rude Pride an, sind ja nach einer Lp und einer 7“ auch keine unbekannten mehr und haben live auch einen guten Eindruck hinterlassen. Geboten werden zwei Midtempo Songs, mit netten Melodien und einer ordentlichen, bassbetonten Produktion. Die Kehrseite bespielen die Seaside Rebels. Es geht los mit einem weiteren Midtempo Song, dem man deutlich die englische Herkunft der Band anhört. Als Finale kommt dann eine folkige Halbballade mit diversen Gastinstrumenten. Nett. Nett ist generell was ich zu der Single sage, aber wenn ich ehrlich bin, langweilt sie mich. Gute Standardkost, die in den üblichen Kreisen ihre Abnehmer fnden wird, aber brauchen tut die Platte Niemand. Es gibt einfach zu viele Bands, die ähnlich klingen. Jedem das Seine, aber ich bin da momentan echt raus. Es gibt so viel gute, spannende Musik da draussen, da brauche ich gewöhnliche Genrekost nicht mehr. Sorry für die Bands, die das jetzt hier abbekommen, aber ich bin übersättigt. Neutrale 3 ROLAND

OX # 133 (06.09.2017)

(www.ox-fanzine.de)
Nun also mein erstes Review für ein Fanzine. In der Hand halte ich die 133 Ausgabe des OX-Fanzines. Auf dem Cover die 4 Mitglieder der Post Hardcore Band Hot Wat Music und 7 weitere Bands als Aufzählung. Insgesamt umfasst das neue Ox 130 Seiten, wovon wenn ich mich nicht verzählt habe ca 39 Seiten Reviews für Cd`s, Platten, Bücher und Filme sind. Durch die Alphabetische Auflistung der Tonträger, kann man gezielt schauen ob Reviews seiner Lieblingsbands dabei sind, was mir persönlich ganz gut gefällt. Auf den restlichen Seiten finden sich dann allerlei Interessante Berichte, Interviews, Kolumnen und Konzertberichte. Dadurch das Rancid, wie im Vorwort erwähnt eine klare Medienstrategie fährt gibt es leider kein Artikel bzw Interview zur neuen Platte, was,ich recht schade finde. Dafür wurde die Gelegenheit genutzt für ein Interview mit Hot Water Music ( sehr lesenswert ) und der Garage Punk Band The Fleshtones über 40! Jahre Bandgeschichte. Interessant fand ich auch das Die Shitlers Interview, da ich vor kurzem erst auf diese Band gestoßen bin ( Jonny Bockmist von den Abstürzenden Brieftauben sei Dank😊 ) und so ein bisschen mehr Einblick bekommen habe. Lustig fand ich auch den kleinen Artikel zu Schlepphoden, wegen ihres Namens und den Nachruf zur Wohlstandskinder Platte “Für Recht und Ordnung“. Lesenswet ist auch das Beatsteaks Interview zur neuen Platte. Besonders gut gefallen hat mir auch das Peter and the Test Tube Babies Special, wo “Bandchef“ Peter Bywater Anekdoten zu den einzelnen Platten zum besten gibt. Alles in allem ist das neue Ox ne runde Sache und sorgt für vergnügliches Lesen. Gestört hat mich eigentlich nur, das man direkt zu Beginn des Heftes mit Werbung “bombadiert“ wird und relativ viel Festivalflyer übers Heft verteilt sind. Daher gibt es von mir eine 3+ für das gesamte Zine. EDDIE

Akne Kid Joe – “haste nich gesehn! 7”Vinyl (04.09.2017)

(KidnapMusic / www.kidnapmusic.de)
Da kommt man nichtsahnend aus dem Urlaub und da liegt eine schicke, farbige Single in der Post. So wünsche ich mir das ab jetzt immer! In diesem Fall hört die Band auf den, zugegebenermaßen ziemlich blöden, Namen AKNE KID JOE. Aber schon ein erster Blick auf das gute Stück verspricht vieles. Das verwendete Bild ist nämlich an und für sich schlecht, doch als Cover dieser Punksingle mehr als passend. Zwei nette Jungs und ein Mädel in bayrischen(?) Trachten gemeinsam auf einer Wiese am rumblödeln. Wenn das mal nichts hermacht, weiß ich auch nicht, denn passend dazu gibt es Songtitel wie „Heimatland“ oder „Ein Morgen ohne Deutschland“. Nach dem Auflegen der Scheibe zeigt sich dann, dass sich der erste positive Eindruck bestätigt, denn die vier Tracks sind super geworden. Eine schrammelige Mischung aus Deutsch- und Synthiepunk, den die Band selbst als Dilettantenpunk bezeichnet. Das muss man einfach lieben, denn so etwas frisches und unverbrauchtes findet man momentan eher selten. Textlich macht diese Platte auch was her, so dass ich hier nix großartig zu meckern habe. „haste nich gesehn!“ bietet vier tolle Synthie-Deutsch-Punk-Songs in acht Minuten! Sollte man kaufen! Note: 2+ East Side Daniel

Pascal Briggs -Island Of Lost Souls LP (03.09.2017)

(Mad Drunken Monkey Records / www.mad-drunken-monkey.de)
Schwierig… Der Punker-Volksmund sprach früher ganz unverblümt von „Lagerfeuergeklimper“ oder „Mädchen-Musik“, akustische Klänge hatten maximal als Intro eine Berechtigung. Heutzutage ist die Schar der Solokünstler mit Punk Rock-Vita Legion. Motivation unklar: Will man nur Strom sparen oder hat man sich mit den Begleitmusikern verzankt? Bei seinem punky Straßen-Background (wir erinnern uns: „Ich will jetzt ficken“) hätte man bei Pascal Briggs eine gewisse Rotzigkeit erwartet/unterstellt, oder alternativ ein brüchig-raumfüllendes Timbre der Sparte Duane Peters oder Johnny Cash. Niente. Briggs pendelt sich stattdessen in einer zaghaften Version von „junger Mick Jagger meets Jack Johnson“ ein, verträumt und sanft trällernd. Legolas würde begeistert in die Händchen klatschen! Die massiven Punk Rock-Basics (DISTRICT, VEXATION, PUBLIC TOYS) werden mehr vermutet als tatsächlich gespürt oder vernommen. Fazit: Vertontes Aspirin für die düsteren Momente des Lebens und/oder Herzschmerz-Balsam für empfindsame Seelen. Aka Mädchen-Musik. Obwohl: Richtig coole Mädchen hören lieber DISTRICT oder PUBLIC TOYS. Und würden sich bestimmt riesig freuen, wenn Pascal wieder den Hauptschalter findet und ein paar Kollegen ins Boot holt…das Lagerfeuer hat lang genug gebrannt. PARADISE

Lion´s Law VS Stars and Stripes – Heritage Split EP (01.09.2017)

(Contra Records)
Das nenne ich mal eine Perle von Split Single. Zwei der besten Oi! Bands teilen sich ein kleines Stück Vinyl. Lion´s Law muss ja wohl niemandem mehr vorstellen, schließlich haben die schon zig hammergeile Platten rausgehauen und beackern regelmäßig die Clubs der Republik. Sie eröffnen den Reigen mit ihrem Stück „Heritage“, einem weiteren Beweis, dass die Jungs keine schlechten Songs schreiben können. Anschliessend covern sie Stars & Stripes „The Power and the Glory“ und schaffen es auch hier, ihre eigene Note einfliessen zu lassen. Top! Auf der anderen Seite dann Stars & Stripes. Es gibt so Bands, da bin ich etwas vorbelastet und diese Band, bzw ihr Alter Ego Slapshot, sind eine davon. Habe beide Bands schon ein paar mal gesehen und ihre Platten laufen doch desöfteren hier im Haus. Vorstellen muss man die Band auch nicht mehr, haben sie doch damals mit „Shaved for Battle“ eine der besten Ami Oi! Platten überhaupt veröffentlicht und letztes Jahr nach Reaktivierung von Stars & Stripes eine weitere saustarke Lp rausgehauen. Hier also ein weiteres Lebenszeichen. Ich bin dann doch etwas angespannt, wenn meine Faves was neues machen ,aber auch hier muss ich keine Sorgen haben. Stars & Stripes spielen hier zum Einstieg „Knock em out“ von Lion´s Law und das auch richtig gut. Man merkt den eigenen Stempel, den sie dem Song aufdrücken und verleihen ihm einen etwas anderen Charakter. Gut gemacht. Als zweites kommt ein eigener Song „Lion´s Law“, der auch ein Hit ist. Schnell, aggro, rauh, aber immer erkennbar Stars & Stripes. Super Single zweier super Bands, die im Gegensatz zu vielen anderen Genrebands ordentlich Druck machen und eine ordentliche Portion aggression versprühen. Was mir auch sehr gefällt ist, dass der Sound der Aufnahmen hier nicht so glattgebügelt wie auf den Longplayern ist und alles wesentlich direkter und dreckiger rüberkommt. Highlight mit Sucht nach mehr. 1 ROLAND