5.-17.04.2016 – Berlin, Astra Kulturhaus – PUNK AND DISORDERLY FESTIVAL (23.04.2016)

Endlich wieder PUNK AND DISORDERLY! Wie jedes Jahr zog es im April „Gesocks“ aus aller Herren Länder nach Berlin, um drei Tage ausgelassen zu feiern und die Umgebung des Astra Kulturhauses unsicher zu machen. Schon bei meiner Anreise erfüllte mich ein Gefühl der Geborgenheit, denn für jemanden der am äußersten Rand Berlins wohnt – nicht gerade bekannt für seine alternative Szene – ist es immer wieder schön in das Nachtleben, mit all seinen Gestalten, einzutauchen.
Eintauchen ist an dieser Stelle leider das richtige Wort, denn als ich aus der S-Bahn stieg, fing es dermaßen an zu regnen, dass ich bis auf die Knochen nass war. SCHEISSE! Also machte ich mich schnell auf den Weg ins Astra, in der Hoffnung, dass dort die „Heizung“ an war. An der Tür hieß es allerdings erst einmal anstellen – brrr! Hatte ich von den letzten Jahren gar nicht so in Erinnerung, aber was soll’s. Drinnen in der Halle strömte dann tatsächlich von irgendwoher warme Luft und bei einsetzender Trocknung des Körpers schmeckte das erste Bier umso besser.

 
Anschließend war dann Händeschütteln an der Reihe und das Austauschen von News. Da aber bereits die ersten beiden Bands zu dieser Zeit gespielt hatten, musste ich auch mal einen Blick ins Innere riskieren. Da waren gerade die ACIDEZ am Werkeln. Hatte ich noch nie gehört und nach ein paar Songs für uninteressant eingestuft. Also fix wieder raus und weiter quatschen, denn hier und da tummelten sich bekannte Gesichter. Zu meinem Bedauern muss ich gestehen, dass ich keine der darauffolgenden Bands wirklich intensiv angeschaut habe und mir zu THE LAST RESORT, ANTI PASTI, BOOZE & GLORY und STOMPER 98 kein richtiges Urteil anmaßen möchte. Es klang alles sehr nett und mal mehr und mal weniger spannend. Drinnen war jedenfalls immer ordentlich was los, was für die Bands spricht. Der Heimweg gestaltete sich als unproblematisch und mein Bettchen freute sich schon auf mich.

 
Der Vorsatz für Tag 2 lautete: Mehr Bands, mehr Bier, weniger quasseln und POGO! Trotzdem verpasste ich, dank den „überaus zuverlässigen“ Berliner Verkehrsbetrieben, die ersten Bands. Leider auch die RAZORS, die ich liebend gern wieder mal gesehen hätte. LION’S LAW ließ ich mir dann aber um keinen Preis entgehen und genau wie letztes Jahr konnten sie auf ganzer Linie überzeugen. Gute Band, großartiges erstes Album und ein gutes Aufwärmprogramm für das, was da noch kommen sollte. Danach kam eine der Bands, auf die ich mich im Vorfeld am meisten gefreut hatte – THE MEMBERS. Bei den alten Combos gibt es meist nur die zwei Extreme, absolut beschissen oder richtig klasse. Auf die MEMBERS trifft definitiv zweiteres zu. Alleine schon für „Solitary Confinement“ und „The Sound of the Suburbs“ muss man diese Band feiern und als sie die Songs live super rübergebracht hatten, war mein kleines Punkerherz zufrieden. Auf das erste Highlight folgte dann gleich ein Tiefpunkt, denn zu DISCIPLINE spar ich mich jeglichen Kommentar. Das Gute daran war, dass man noch mal Bier nachtanken konnte, um fit zu sein, für den Höhepunkt des Festivals – COCK SPARRER. Sie sind einfach eine sichere Bank und es gibt nur wenige, die ihnen das Wasser reichen können. Wenn diese Jungs die Bühne entern, gibt es kein Halten mehr. Sie sind sofort präsent und es folgt ein Klassiker dem anderen. Keine Verschnaufpause für alle Anwesenden und auch ich ließ mich zu einem meiner mittlerweile seltenen Ausflüge in den pogenden Mob hinreißen. Ein perfektes Finale für den zweiten Tag.

 
Der dritte Tag war dann insgesamt etwas entspannter, denn spürbar weniger Leute tummelten sich im Astra. Heute schaffte ich es sogar pünktlich vor Ort zu sein, um die erste Band LUCKY PUNCH zu sehen. Im Nachhinein war das allerdings ein ganz großer Fehler und ich hätte lieber doch ein günstiges Bier vor der Halle trinken sollen. Was für eine Grütze war das denn? Fäkalhumor kann ja manchmal ganz witzig sein und es gibt einige Kollegen, die das super machen, aber die hier haben es ganz sicher nicht drauf. Bitte, bitte, nie wieder einladen, es sei denn als Rausschmeißer, wenn man die Halle leeren will. Direkt darauf folgte dann mit THE BAR STOOL PREACHERS das Kontrastprogramm. Echt guter Ska-Punk, mit einem Sänger, der dem Duracell Hasen Konkurrenz macht. Er hüpfte mit einer Energie über die Bühne, die ansteckend war und Dank einer ebenfalls überzeugenden Band, lieferten sie eine sehr gelungene Show ab. Der Entertainmentfaktor vom Frontmann liegt wohl in den Genen. Danach folgten dann OHL und ich hatte eine schöne Pause zum Trinken und Reden, denn Deutscher W. und seine Mannen gehören für mich zu einer der musikalisch und inhaltlich grausamsten Bands. Die darauf folgenden PIPES & PINTS fand ich dann wieder besser, aber die große Offenbarung waren sie nicht. Dafür freute ich mich auf mein letztes Highlight des PUNK & DISORDERLY 2016, die ANGELIC UPSTARTS. Wie zu erwarten, lieferten sie wieder ein klasse Konzert ab und entließen mich glücklich in den Sonntagabend. (THE PARTISANS schenkte ich mir.)

 
Mein Fazit des Festivals fällt wie die Jahre zuvor mehr als positiv aus, denn es war wieder einmal großartig. Danke an MAD Tourbooking!
East Side Daniel

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