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The Baboon Show – The World Is Bigger Than You LP+MP3/CD/Digital/DoLP SET (21.02.2016)

1114(Kidnap Music / Cargo Records)
Das wird es also, das erste Review 2016. The Baboon Show – The World is bigger than you. Und um es gleich am Anfang zu betonen : DIESES ALBUM IST EIN KNALLER! Bisher hatte ich trotz des relativ hohen Bekanntheitsgrades kaum Notiz genommen von den zwei Damen und den zwei Herren aus Schweden, offenbar ein grober Schnitzer. „The World is bigger than you“ ist die bereits siebte Veröffentlichung der Chaostruppe, welches im renomierten INGRID Studio in Stockholm produziert wurde. Direkt beim Opener „Class War“ zeigt die Truppe was in ihr steckt, und wohin die Reise geht. Cecilia Boströms Vocals rotzen derart derb dahin, dass es eine wahre Wonne ist. So geht es weiter, das zweite Stück der Platte empfängt mich einen mit einem Sound bei dem ich augenblicklich aufspringen will und mit einem irren Grinsen im Gesicht das Wohnzimmer verwüsten möchte. Das Tempo, die Vocals, der Gitarrensound, einfach alles schreit nach Chaos und guter Laune. Das vierte Stück „ Working all night and day“ ist eher im Midtempobereich gehalten, und kommt unheimlich groovy daher, ohne jedoch auch nur ein Quentchen Energie zu verlieren. Großartige Strophen, tolle Hooklines, ein uneingeschränkter Hörgenuss. „Me, myself and i“ zeichnet sich durch einen Refrain mit Ohrwurmcharakter aus, zu diesem Track gibt es auch ein Video welches man sich nicht entgehen lassen sollte! Nach einem leicht industrial mäßig anmutenden Song geht es zu meinem Höhepunkt des Albums. „Take it back“ besticht mit einem unglaublich energiegeladenen Refrain, man bekommt von 0 auf 100 bock auf Abriss, flaschenweise Whiskey und dreckigen Sex. Den letzten Song der Platte hat übrigens Björn Dixgard von Mando Diao für die Band geschrieben und er ließ es sich nicht nehmen bei dem Stück selbst mitzusingen. Diese Platte ist der vertonte Abriss! Das ist Punkrock, das ist Riot!! Anspieltipps: Die ganze Platte. Baboon Show bekommen von mir neben meiner Seele eine Note 1/ sehr gut für diesen Kracher. Gereon

Propagandhi – Victory Lap CD (13.10.2017)

(Epitaph)
Eins schon mal vorne weg. Propagandhi und ich waren noch nie Freunde. Irgendwie bin ich mit deren Sound nie klargekommen, hatte nie die Nerven, mich in die rein zu arbeiten und habe auch deren Abfeierei verstanden. Irgendwie fingen die damals, meine erste Platte von denen war die split 10“ mit I Spy, als schlechte Melodic Core Band an und beeindruckten mich überhaupt nicht. Was danach kam, war irgendwie komisch, mal mehr Metal, mal irgendwas wie Punk. War halt nicht meins. Nun gut, jetzt muss aber ein Review zur neuen Platte, der ersten seit 5 Jahren und wichtigen Besetzungswechseln, her. Professionell wie ja bin, habe ich mich auch ausgiebigst mit „Victory Lap“ auseinandergesetzt. Kurzes Fazit, nicht meins,aber schon beeindruckend. Eröffnet wird die Scheibe vom Titeltrack, der mit ordentlicher Rockkante daherkommt, fettes Riffing mit kurzen Akustikbreaks, erinnert von der Gitarre her an alt Gluecifer. Passt schon. Das zweite Lied „Comply/Resist“ startet verhalten, knallt aber dann richtig heftig, mit Doublebass und thrashigem Gitarren,ohne Atempause, um dann wieder einzubrechen und sich neu aufzubauen. Mein Hit auf der Platte. Das anschliessende „Cop just out of Frame“ zeigt eher die Emo Seite der Band, melodiös, eher punkig, ähnlich ist auch „When your Fears collide“. Leute, die eher alten Propagandhi Sound wollen, werden mit den hardcorelastigen „Letter to young Anus“ und „Failed Imageer“ zufrieden gestellt. Mit „Nigredo“ und „Adventures in Zoochoosis“ stehen noch zwei längere ruhigere Songs auf der Platte, die aber zwischen die Riffgewitter der anderen Stücke eine gute Abwechslung darstellen. Ich muss sagen, „Victory Lap“ ist ein interessantes Stück Musik, dass definitv Aufmerksamkeit verdient. Sei es von Punk, Prog oder Metalliebhabern. Mir sagt der Gesang nicht immer zu und die Melodien könnten griffiger sein. Aber das ist Geschmackssache. Leider sind bei der Promo keine Texte dabei, was schade ist, da Propagandhi sich schon viele Gedanken machen und auch was zu sagen haben, aber die werden beim Original ja hoffentlich dabei sein. Sollte man sich dann auch die Zeit zum lesen nehmen. Ich gebe der Scheibe keine Note. Sage nur, Empfehlung für Musikliebhaber. ROLAND

Chelsea´s Choice # 1 + 7inch Fanzine (24.07.2017)

(www.chelseaschoice.at)
Bei dieser Erstausgabe wird direkt mal aus den vollen geschöpft und weit besseres zu Papier gebracht als es so manches alteingesessene Fanzine auch nach Jahren nicht schafft. Chapeau! Der Verfasser des Machwerks betitelt sichim Vorwort lediglich als „B.“,was allerlei Raum für Spekulat ionen lässt (Ich tippe übrigens mal vorsichtig auf Bommel vom Oi“-the Print. Aber sicher bin ich mir nicht). Das Heft ist teilweise farbig und sehr übersichtlich gestaltet und auch die Schriftgröße ist angenehm für die Augen. Die Werbung hält sich in Grenzen und die Fotos sind in Top-Qualität. Großartig. Zum Inhalt: Interviews (ohne die üblichen Standardfragen) z.B.mit BONECRUSHER, THEEE SLAYER HIPPIY, THE BAR STOOL PREACHERS, TAUSEND LÖWEN UNTER FEINDEN, YOUTH AVOIDERS… ,Storys über Reggae in Indien, einen ehemaligen Skinhead und Hooligan der heute als Bischof arbeitet, dem Hemp Embassy Vienna… und das ganze wird abgerundet von Reviews und diversen Szenegrößen, die über Ihre Tattos erzählen (überhaupt taucht das Thema Tattoos an der einen oder anderen Stelle immer mal wieder auf). Also eine bunt gefüllte erste Ausgabe in der für jeden etwas dabei sein sollte. Hier war wirklich jemand mit Erfahrung am Werk und ich kann es kaum erwarten die nächste Ausgabe irgendwann in den Händen zu halten. Für die Schnellen und Sammelverrückten gibt es auch eine 7“ die sich lohnt dabei. Mehr als gelungene Debütausgabe. 1+/Mark

Slam # 89 (24.01.2017)

(www.slam-zine.com)
Das Wiener ALTERNATIVE MUSIC MAGAZINE (Offizieller Untertitel) mit seiner 89. Ausgabe. Anfänglich (est. 1994) noch verstärkt im Sektor „Hardcore und Punk“ unterwegs, hat man mittlerweile eine ganz erstaunliche Bandbreite aufgezogen und zielt offensichtlich auf ein recht weitgefächertes Klientel. Die Karawane ist weitergezogen, die Genres „Heavy Metal“ und „Independent/Alternative“ sind (mal wieder) die angesagten Trend-Sportarten und so geht es beim SLAM dann auch extrem quer durch den Gemüsegarten: Von METALLICA zu den PIXIES, Zwischenstopp: Patti Smith, DKM, GOTTHARD, KVELERTAK, MIOZÄN und PLACEBO. Alles was derzeit ein neues Album veröffentlicht hat bzw. auf Tour ist. Pay to write, Payola-Prinzip in der musikalischen Schreibstube. Promo makes the world go round und das ist auch gut so bzw. mittlerweile eine betonierte Gesetzmäßigkeit. Interessanter als die üblichen Verdächtigen sind aber die kleinen Nebenschauplätze, hier wird der Horizont ordentlich erweitert. Man erfährt u.a. : „Mittekill, das ist das avantgardistisch progessive Projekt des Berliners Friedrich Greiling, der mit Hilfe verschiedenster Helfer ausgefallene Electro-Music fabriziert“. Oder dass es eine Band gibt, welche sich nach Walter Sobchak („Big Lebowsky“) benannt hat: WALTER SUBJECT. Oder dass das zweite Album von AC ANGRY aus Saarbrücken „Appetite for erection“ heißt. Blätter, blätter…OVERKILL aus New York gibt es auch noch und im VERLAG NICOLE SCHMENK ist ein Buch über Peter Steele erschienen. Ansonsten: Viel Werbung, viel bunt. Sehr großzügiges Layout. Wer hier nichts mehr erkennt, braucht keine Brille sondern einen Schäferhund. Was aber wirklich fehlt, ist das Herzblut, die Leidenschaft. Insgesamt zu glatt, zu steril, zu unpersönlich. Wo im OX altgediente Scenester leidenschaftlich, nebenberuflich und unbezahlt den Helden ihrer Jugend ein Sprachrohr basteln, regiert im SLAM schnöde Professionalität. Und auf Herzblut hat keineswegs nur die HC/Punk-Sparte den Alleinvertretungsanspruch, man erinnere sich nur wehmütig an METAL HAMMER und ROCK HARD in den 80ern: Hier wurde leidenschaftlich durch die Lederweste transpiriert, mit inbrünstiger Begeisterung plus Sachverstand und Fandom Kapelle XY durch die Deckegejubelt. Rundum eine packende Lektüre gewesen, auch wenn die betreffenden Bands komplett uninteressant waren bzw. am eigenen Musikgeschmack meterweise vorbeipatroullierten. Fazit: Eine eigene SLAM-Note, von mir aus auch mehr „Schmäh“, wären ein großer Schritt aus der relativen Beliebigkeit. Alle kann man nicht glücklich machen, vielleicht doch wieder mehr auf die eigene DNA, das Kerngeschäft, konzentrieren? Pekunäres Trostpflaster: Der Preis von 4,90 für 120 Seiten, CD inklusive, geht schon mal in Ordnung. PARADISE

Rantanplan – Licht und Schatten CD (19.01.2017)

(Drakkar / Soulfood)
Vor kurzem sah ich RANTANPLAN seit Ewigkeiten endlich mal wieder live und ich war sofort wieder Feuer und Flamme, denn sie haben es noch drauf. Umso mehr freute ich mich, als das neue Album vor mir auf dem Tisch lag und ich meinen Senf dazu abgeben durfte. Das tolle an der Sache war, auch hier war ich auf Anhieb begeistert. „Licht und Schatten“ ist ein für RANTANPLAN typisches und mehr als gelungenes Album geworden. Wie man es von den Jungs gewohnt ist, mischen sie gekonnt Ska und Punkrock und zwingen damit jeden Tanzmuffel aufs Parkett. Was die Melodien anbelangt, beweisen sie ebenfalls erneut ein sehr geschicktes Händchen und verpacken darin unterhaltsame Inhalte. In „Sonnenkopf“ werden sich z. B. Festivalfreaks wiedererkennen und die Situation aus „Kiel“ können mit Sicherheit auch viele von euch nachempfinden. In „Revolution“ verpacken sie selbiges Thema sehr charmant, ohne dabei die üblichen Klischees zu bedienen. Zum Abschluss der Scheibe hauen RANTANPLAN dann noch eines der schönsten Liebeslieder der letzten Jahre raus – „Zur Liebe zu Fuss“. Ich kann dieses Album also nur jedem Fan der Band und auch jedem, der etwas für Ska-Punk übrig hat wärmstens empfehlen! Note: 2+ East Side Daniel

Pears – Green Star CD (11.04.2016)

PEARS-Green-Star-400x400(Fat Wreck Chords / www.fatwreck.com)
Nach zwei Jahren nun endlich das Album nach „go to prison“ und ich sags direkt: Das Warten hat sich gelohnt. Spätestens wenn ein Kinderchor in „Anhedonia“ give-me-death skandiert, weiß man, was die Uhr hier geschlagen hat. Billy Talent: schminkt euch bitte mal schön ab und geht jetzt mal endlich nach hause – ihr werdet hier wirklich nicht mehr gebraucht. Auch dieses Album braucht ein wenig bis es wirklich ankommt beim Zuhörer – es besticht weder durch eingängige Melodien noch durch extrem schmissige, tanzbare Songs. Es ist – um an dieser Stelle mal eine ehemalige Kollegin zu zitieren: (Danke,Dany) voll-in-die-Fresse. Eine Ode an die Beschwerlichkeiten des Lebens und den daraus stetig anwachsenden Zorn der immer und immer wieder vom selbigen gef…ten: Laut,schnell,cholerisch,extrem energiegeladen,überraschend,wütend und nicht zuletzt gespickt mit einem Humor, der daher kommt wie lange Fingernägel auf ner Schiefertafel…New Orleans Hardcore Punkrock wie der übellaunige Soundtrack zum Shopliften im Walmart, der wohlverdiente Tritt in den Arsch von Lifstyleformaten aller Art und eine ganz wunderbare Antwort auf das Gekloppe gegen die Wand vom Nachbarn, wenn die Musik mal wieder als unangemessen laut empfunden wird…Zugegebener maßen nicht ganz das Niveau des selbstproduzierten Vorgängers auch wenn hier ganze Arbeit geleistet wurde hab ich das Gefühl, dass sich hier der eine oder andere Filler herein gemogelt hat aber auf jeden Fall noch immer ein Mörderalbum allein schon wegen Zach Quinns „Gesang“ und den Gitarrenkapriolen von Brian Pretus. Ich hab die CD aber auch erst seit ner guten Woche und würde rückblickend „go to prison“ auch besser bewerten (als 2+)…Hier ist wirklich mal ne Band,wo es vielleicht etwas länger dauert,bis sich alles erschliesst darum sag ich mal unter Vorbehalt 2….aber sie wird mit jedem mal Hören besser…

Die Strafe – Krunk CD (05.03.2016)

Die-Strafe-200x200(Major Label / www.majorlabel.de)
Das erste Mal, dass ich DIE STRAFE wahrnahm, war, als ich in Vaters Plattenschrank wühlte und über die „Jeanny“ Single stolperte. Ein großartiges Coverbild und eine großartige Version des Falco Klassikers. Damals fand ich die Band recht spannend und verfolgte ihr Schaffen eine Weile, bis ich dann doch irgendwann das Interesse verlor. Als jetzt der aktuelle Tonträger vor mir lag, war ich echt gespannt, was aus den drei Jungs geworden ist und wie sie heute klingen. Es ist „wie nach Hause kommen“ heißt es im Promozettel des Plattenlabels und das trifft den Nagel auf den Kopf, denn viel hat sich nicht verändert. Warum sollen sie aber auch etwas ändern, denn DIE STRAFE gehören neben DIE FLIEHENDEN STRÜME und EA80 zum Besten, was Deutschland an düsterem Punkrock zu bieten hat. Auf „Krunk“ toben sich die Mönchengladbacher in 16 Songs aus – mal heftig und schnell, wie bei „Schnell vorbei“ oder „Fensterbank“ und dann wieder ruhiger, teilweise schleppend, wie bei „Wir werden alle sterben“ oder „N.O.T.“. Alle Facetten, die ich damals an der Band spannend fand, finde ich auch in ihrem neuen Album wieder. Textlich hat die Platte genauso viel zu bieten. Von witzigen Texten („Entschuldigen Sie“), über tiefsinnigere Inhalte („N.O.T.“), bis hin zu sehr ernsten Zeilen („Stück für Stück“) findet man hier alles. Macht also durchaus Sinn, sich mit den Lyrics auseinanderzusetzen und mal die Hirnwindungen zu benutzen. Wer DIE STRAFE und Co. mag, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Dass sollte man auch schnell, denn die Vinyl-Version erscheint in einer 300er Auflage, in farbigem Vinyl und Klappcover. Zu kaufen nur auf den Konzerten der Band oder beim Major Label direkt. Also ranhalten, denn wie heißt es so schön – wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. East Side Daniel: 2

Andre Sinner – Momentaufnahme MCD (02.03.2016)

cover-front-1024x1024(Weird Sounds / www.weirdsounds.de)
Waren eigentlich schon immer so viele Singer/Songwriter da und ich habe es nur nicht mitbekommen? Oder springt heute jeder x-Beliebige auf diesen angesagten Zug auf? Ich weiß es nicht, bin ich doch zu wenig drin in der „Szene“ und mittlerweile etwas genervt. Je mehr es werden, umso größer ist natürlich die Gefahr, dass es immer mehr gibt, die es nicht wirklich drauf haben. ANDRE SINNER würde ich irgendwo im Mittelfeld verorten. Die Stimme geht zwar in Ordnung, hebt sich aber nicht wirklich von anderen ab und klingt zu gewöhnlich. Das macht sich bei einem Solokünstler und seiner Akustikgitarre natürlich doppelt bemerkbar. Bei den Songs verhält es sich ähnlich. Die Melodien sind nicht schlecht, aber eben auch nicht sehr eingängig. Wenn man mich in einer oder zwei Wochen nach einem Song dieser MCD fragt, könnte ich absolut nix mehr dazu sagen. Inhaltlich ist es leider auch genauso. Die Texte bewegen sich zwischen Gesellschaftskritik und persönlichen Geschichten. „Marionetten“ zum Beispiel gefällt mir richtig gut, da kann man seinen Kopf anschalten und lauschen. Ein Song wie „Solange du heut‘ Nacht nur bei mir bist“ ist hingegen schon ganz schön schnulzig, geht aber vielleicht auch noch in Ordnung. „20.08.15“ ist dann aber zu viel für mich, denn hier wird die Grenze zum Kitsch überschritten und es trieft aus den Lautsprecherboxen. Für mich ist diese Scheibe jedenfalls nichts.East Side Daniel: 4

10 Jahre PUKE MUSIC / Berlin – K17 (04.05.2014)

An diesem Ostersonntag im Jahr 2014 sollte ein langgehegter Jugendtraum von mir in Erfüllung gehen, denn endlich sollte ich sie live erleben – DIE ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN. Okay, nach dem Tod von Konrad K. sind es zwar nur noch 50%, aber hey, besser als nichts. Ich nehme es meinem Dad nämlich heute noch übel, dass er mich damals nicht mit ins Tommyhaus genommen hat zum letzten Gig der TAUBEN. „Vielen Dank“ noch mal an dieser Stelle! Doch immer eins nach dem anderen.
Am Anfang war das Bier. Diesmal aus dem Zapfhahn des altehrwürdigen Feuermelders. Nach einem kleinen Pläuschchen machten wir uns dann zu viert auf den Weg ins K17, um gemeinsam mit hunderten von Leuten und Bernd von PUKE MUSIC das 10 jährige Bestehen seines Ladens / Mailorders zu feiern. Dank Bernd gab es schon einige geile Konzerte in Berlin, aber zu diesem Anlass ließ er es richtig krachen. Insgesamt 18 Bands auf 3 Bühnen! Da war wirklich für jeden was dabei und man konnte ordentlich feiern. Auch wenn ich eigentlich kein Fan davon bin, Bands parallel spielen zu lassen, muss ich sagen, dass es an diesem Abend gut funktionierte. Ich konnte mir alles anschauen, was ich sehen wollte und noch ein paar neue Bands für mich entdecken. Zunächst stand aber ungläubiges Staunen auf dem Programm. Das K17, wahrscheinlich als einer von wenigen Läden in Berlin, nimmt die Antidrogenpolitik wirklich ernst. Sogar meine Kippenschachtel wurde ganz professionell mit einer Taschenlampe durchleuchtet. Nicht das ich vor hatte Gras oder ähnliches mit reinzunehmen, aber komisch war es schon.
Doch jetzt zum eigentlichen Sinn und Zweck eines Festivals – der Musik. Los ging’s bei mir mit LEFT CULTURE, die mich aber nicht wirklich überzeugen konnten. Punkrock mit Streetpunkanleihen, den man schon tausend Mal gesehen hat. Anschließend ließ es sich Bernd natürlich nicht nehmen, mit seinen „legendären“ BERMONES aufzutreten. Nach einem Intro erwartete die Zuschauer absoluter Trash. Los ging’s mit Vollplayback und aufblasbaren Gitarren. So wie einst HBW, nur etwas unprofessioneller und chaotischer, wenn das überhaupt möglich ist. Aus den Boxen dröhnten dazu Songs wie zum Beispiel „Straßenbahn“, ein Cover von den SKEPTIKERN („Straßenkampf“). Als dann noch ein kleines Mädchen ihre Version von „An Tagen wie diesen“ zum Besten gab, musste ich kapitulieren und den Saal verlassen. Aber immerhin, ihre Version war kein bisschen schlechter als das Original. Zusammenfassend muss ich sagen, dass es eine Erfahrung war, die BERMONES zu sehen, aber ob ich diese Erfahrung noch ein zweites Mal machen muss, weiß ich nicht. Nach einem kleinen Abstecher zu HÖRINFARKT, ging’s direkt weiter zu BOCKWURSCHTBUDE. Perfektes Timing kann ich da bloß sagen, denn pünktlich zu „O.S.T.“ kam ich an der kleinen Bühne an. Einer meiner absoluten Lieblingssongs im Moment, den man zumindest als Ossi kennen muss. Dann folgte die Überraschung des Abends, die MADLOCKS. Guter alter Punkrock, gepaart mit Hardcore und Metal und dazu eine mehr als sympathische Band. Ein druckvolles Soundgewitter dröhnte da aus den Lautsprechern und obwohl ich nur kurz reinschauen wollte, ließen mich die vier nicht vor Ende ihrer Show los. Wenn ihr mal die Gelegenheit habt die Berliner zu sehen, nutzt sie! Direkt darunter auf einem anderen Floor spielten derweil POGOEXPRESS, die laut Aussage von einem meiner Mitstreiter ganz gut gewesen sein sollen. Was für Krach es gewesen sein muss, ließ sich zumindest in den Pausen zwischen den Songs der MADLOCKS erahnen, denn der Boden vibrierte unter den Füßen. Danach ging’s wieder ab in die große Halle zum Heimspiel von NO EXIT. Dass die Jungs das Publikum im Griff haben werden, war abzusehen und so ließen sie sich feiern und feierten ihre Fans. Zu hören gab’s die Klassiker und ich hoffe mal, dass da demnächst was Neues kommen wird. Anschließend brachten die TORNADOS den Saal zum Kochen. Ich hab die Combo seit meiner Jugendzeit nicht mehr gesehen und muss sagen, sie sind nach wie vor echt spitze. Wer hier nicht tanzt ist selber schuld! Und dann war es endlich soweit, die ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN betraten die Bühne. Ohne Instrumentenwechsel ließ Micro einen Hit nach dem anderen ab. Bei einer Spielzeit von ca. 1 Stunde war das angesichts des Backkatalogs der Band, eine leichte Übung. Auch sie hatten die Angereisten spielerisch im Griff und der Saal grölte Klassiker wie „Räubermärchen“, „Das Grauen kehrt zurück“, „Betsy Freitag“ etc. mit. Auch mich zog es wie so viele in den pogenden Mob und das will was heißen. Wenn man über dreißig ist überlegt man sich schließlich, wobei man sich die Knochen versaut. Sie haben es eben noch drauf, also schaut sie euch an! DANKE Bernde, dass du mir einen Traum erfüllt und uns einen schönen Ostersonntag beschert hast. In diesem Sinne Prost und auf die nächsten 10 Jahre! East Side Daniel

THE BOYS LIVE IN BERLIN / 03.10.2013

THE BOYS & JUKE BOX PUSSY‘S / Berlin – SO36 / Ramones Museum (03.10.2013)

THE_BOYS_01 (Klein)Endlich kann ich den Tag der Übernahme der DDR auch mal gebührend feiern und zwar mit zwei richtig schicken Konzerten, von ein und derselben Band – THE BOYS. Es gibt wohl keine andere Band, die ich bisher in so vielen verschiedenen Varianten gesehen habe. Das erste Mal war in Oslo als THE LAST ROCK’N’ROLL BAND (inklusive einem kleinen YOBS Special), im Vorprogramm der TRASHCAN DARLINGS. Ein großartiger Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Danach spielten sie in Berlin, als MATTLESS BOYS und legten eine ebenso fulminante Show hin. Mein erstes richtiges BOYS Konzert war dann in London zusammen mit den Norwegern von HARD LUCK STREET und ich war hin und weg. Die alten Herren mit ihren Sonnenbrillen rocken einfach jede Hütte und können sich vor genialen Melodien einfach nicht retten.

THE_BOYS_02 (Klein)Als es dann hieß, die BOYS machen auf ihrer Tour in Berlin halt und spielen gleich zwei Sets in der Hauptstadt, stellte sich mir die Frage gar nicht, ob ich hingehe. Also machte ich mich mit meinen Wegbegleitern zunächst auf ins Ramones Museum, welches ich jedem Punkrock interessierten Berlintouristen nur wärmstens ans Herz legen möchte. Ein wirklich tolles Museum mit einem netten kleinen Café dazu. In selbigem genehmigten wir uns zunächst ein paar alkoholische Getränke, um uns die Wartezeit bis zum Akustikset zu vertreiben. Eine halbe Stunde vor Showtime tauchten dann auch Casino Steel und Co. auf und der Laden füllte sich so langsam. Was die Jungs dann kurz nach sieben boten, war eine perfekte Einstimmung auf das anschließende Konzert im SO36. Ein Best-Of ihrer Hits und natürlich ein Ramones Cover gaben sie zum Besten und begeisterten alle Angereisten. Von geschätzten 6 bis 60 war hier jede Altersklasse vertreten und ich ärgerte mich nur, dass ich meine kleinen Quälgeister nicht mitgenommen habe. Ich hoffe sie werden es mir in 10 Jahren nicht vorhalten!

THE_BOYS_03 (Klein)Danach ging es weiter ins SO36 und bei unserer Ankunft war ich zunächst schockiert, denn kaum 5 Leute befanden sich im Kultladen. Zugegeben war der Preis etwas heftig, aber das letzte Headlinerkonzert der Engländer liegt nun schon ein ganz paar Jahre zurück, daher hätte ich mit mehr Resonanz gerechnet. Nur langsam füllte sich der Club und so spielte die Vorband JUKE BOX PUSSY’S vor gerademal einer Handvoll Zuschauer. Das war aber auch nur halb so schlimm, denn was die Band auf der Bühne ablieferte, war eine schlechte und langweilige Kopie der BONES. Da fehlte einfach Feuer unterm Hintern und speziell die Bassistin schaute so gelangweilt drein, dass ich fast eingeschlafen wäre. Die Songs waren teilweise gar nicht mal so schlecht, aber wie gesagt, etwas mehr Power wäre echt angebracht gewesen.

THE_BOYS_04 (Klein)Obwohl der Weg vom Ramones Museum zur Konzertlocation nicht allzu weit ist, erschien ein Teil der BOYS erst kurz vor Showbeginn, also als es auch schon Zeit für den Hauptakt des Abends war. Das SO36 hatte sich auch so langsam gefüllt, aber großer Andrang sieht anders aus! Schade eigentlich, denn Honest John Plain, Matt Dangerfield, Casino Steel und ihre Begleiter legten eine astreine Rock’n’Roll-Show mit Punkeinschlag hin. Von der ersten Sekunde an war das Publikum dabei und feierte jeden Hit der Band ab. Aus Gesprächen ließ sich erahnen, dass die Leute aus allen möglichen Ecken (u.a. Dänemark und Polen) angereist waren. Dementsprechend euphorisch war die Stimmung und auch die Band schien den Abend zu genießen. Was angesichts ihres Backkatalogs nicht schwierig ist, hauten sie eine Granate nach der anderen raus und wirkten dank ihrer Sonnenbrillen noch fast so jung wie vor 20 Jahren. Und THE BOYS wissen, was sie ihren Fans schuldig sind, sei es „Brickfield Nights“, „Terminal Love“ oder das grandiose „First Time“, sie spielten alles, was die Besucher hören wollten. Eine Hymne aus den letzten Jahren durfte natürlich auch nicht fehlen und jeder Anwesenden ging wohl am nächsten Tag mit den folgenden Zeilen im Kopf auf Arbeit: „I hate my fucking Job…“. Einfach klasse, was die Jungs ablieferten und die Stimmung war die gesamte Zeit auf dem Siedepunkt. Beim nächsten Mal wünsche ich mir nur eine ausverkaufte Hütte, denn wer hier nicht dabei war, hat wirklich was verpasst!
East Side Daniel