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All Will Know – Infinitas CD (14.11.2017)

(Noizgate Records / www.noizgate.com)
All Will Know kommen aus Darmstadt und sind mit „Infinitas“ jetzt mit ihrem dritten Album am Start. Geboten wird moderner Melodic Metal. Das soll heissen, es gibt Songs mit poppigen Refrains, die sich sofort ins Ohr fräsen und rauheren Strophen. Das ganze wird mit einem unaufdringlichen, aber gut zu vernehmenden Keyboardteppich unterlegt und, zack, hat man eine gefällige Platte. Los geht es mit „Behind your Mask“, bei dem obiges Konzept bestens funktioniert und gleich das erste Highlight bildet. „The Circle never ends“ ist ein weiteres. In etwas über sechs Minuten zeigt die Band ihr ganzes Potential, variable Vocals, gute Tempiwechsel, Soli und fette Doublebass. Top Song!„Age of Paranoia“ kommt eher hymnisch daher, irgendwie wie ein moderner Helloween Song. Hat definitv auch was. Bei „Beyond the Fears“ gibt es dann mal wieder was Zwischengas, steht All Will Know auch sehr gut. „Cold Realities“ zeigt die traditionelle Seite der Band, klassischer Metalsong, den auch Hammerfall hätten schreiben dürfen. Zum Abschluss gibt es dann noch einen spanisch angehauchten Akustik Song, der die Platte entspannt ausklingen lässt. Das Saxophon hätte man sich sparen können, aber passt ansonsten schon.„Infinitas“ ist eine absolut abwechlungsreiche Scheibe, die auf hohem Niveau viele Facetten der Metalwelt abdeckt und mich nur bei „Stain the White“ abschreckt, da in dem Song die Keyboards zu sehr im Vordergrund stehen und mir das Lied im Allgemeinen zu schwülstig rüberkommt. Aber ein Ausfall soll die Qualität der Band nicht schmälern. Starke Platte zum Jahresende, sollte der geneigte Metaller auf jeden Fall mal reinhören. 2 ROLAND

 

Propagandhi – Victory Lap CD (13.10.2017)

(Epitaph)
Eins schon mal vorne weg. Propagandhi und ich waren noch nie Freunde. Irgendwie bin ich mit deren Sound nie klargekommen, hatte nie die Nerven, mich in die rein zu arbeiten und habe auch deren Abfeierei verstanden. Irgendwie fingen die damals, meine erste Platte von denen war die split 10“ mit I Spy, als schlechte Melodic Core Band an und beeindruckten mich überhaupt nicht. Was danach kam, war irgendwie komisch, mal mehr Metal, mal irgendwas wie Punk. War halt nicht meins. Nun gut, jetzt muss aber ein Review zur neuen Platte, der ersten seit 5 Jahren und wichtigen Besetzungswechseln, her. Professionell wie ja bin, habe ich mich auch ausgiebigst mit „Victory Lap“ auseinandergesetzt. Kurzes Fazit, nicht meins,aber schon beeindruckend. Eröffnet wird die Scheibe vom Titeltrack, der mit ordentlicher Rockkante daherkommt, fettes Riffing mit kurzen Akustikbreaks, erinnert von der Gitarre her an alt Gluecifer. Passt schon. Das zweite Lied „Comply/Resist“ startet verhalten, knallt aber dann richtig heftig, mit Doublebass und thrashigem Gitarren,ohne Atempause, um dann wieder einzubrechen und sich neu aufzubauen. Mein Hit auf der Platte. Das anschliessende „Cop just out of Frame“ zeigt eher die Emo Seite der Band, melodiös, eher punkig, ähnlich ist auch „When your Fears collide“. Leute, die eher alten Propagandhi Sound wollen, werden mit den hardcorelastigen „Letter to young Anus“ und „Failed Imageer“ zufrieden gestellt. Mit „Nigredo“ und „Adventures in Zoochoosis“ stehen noch zwei längere ruhigere Songs auf der Platte, die aber zwischen die Riffgewitter der anderen Stücke eine gute Abwechslung darstellen. Ich muss sagen, „Victory Lap“ ist ein interessantes Stück Musik, dass definitv Aufmerksamkeit verdient. Sei es von Punk, Prog oder Metalliebhabern. Mir sagt der Gesang nicht immer zu und die Melodien könnten griffiger sein. Aber das ist Geschmackssache. Leider sind bei der Promo keine Texte dabei, was schade ist, da Propagandhi sich schon viele Gedanken machen und auch was zu sagen haben, aber die werden beim Original ja hoffentlich dabei sein. Sollte man sich dann auch die Zeit zum lesen nehmen. Ich gebe der Scheibe keine Note. Sage nur, Empfehlung für Musikliebhaber. ROLAND

Chelsea´s Choice # 1 + 7inch Fanzine (24.07.2017)

(www.chelseaschoice.at)
Bei dieser Erstausgabe wird direkt mal aus den vollen geschöpft und weit besseres zu Papier gebracht als es so manches alteingesessene Fanzine auch nach Jahren nicht schafft. Chapeau! Der Verfasser des Machwerks betitelt sichim Vorwort lediglich als „B.“,was allerlei Raum für Spekulat ionen lässt (Ich tippe übrigens mal vorsichtig auf Bommel vom Oi“-the Print. Aber sicher bin ich mir nicht). Das Heft ist teilweise farbig und sehr übersichtlich gestaltet und auch die Schriftgröße ist angenehm für die Augen. Die Werbung hält sich in Grenzen und die Fotos sind in Top-Qualität. Großartig. Zum Inhalt: Interviews (ohne die üblichen Standardfragen) z.B.mit BONECRUSHER, THEEE SLAYER HIPPIY, THE BAR STOOL PREACHERS, TAUSEND LÖWEN UNTER FEINDEN, YOUTH AVOIDERS… ,Storys über Reggae in Indien, einen ehemaligen Skinhead und Hooligan der heute als Bischof arbeitet, dem Hemp Embassy Vienna… und das ganze wird abgerundet von Reviews und diversen Szenegrößen, die über Ihre Tattos erzählen (überhaupt taucht das Thema Tattoos an der einen oder anderen Stelle immer mal wieder auf). Also eine bunt gefüllte erste Ausgabe in der für jeden etwas dabei sein sollte. Hier war wirklich jemand mit Erfahrung am Werk und ich kann es kaum erwarten die nächste Ausgabe irgendwann in den Händen zu halten. Für die Schnellen und Sammelverrückten gibt es auch eine 7“ die sich lohnt dabei. Mehr als gelungene Debütausgabe. 1+/Mark

Slam # 89 (24.01.2017)

(www.slam-zine.com)
Das Wiener ALTERNATIVE MUSIC MAGAZINE (Offizieller Untertitel) mit seiner 89. Ausgabe. Anfänglich (est. 1994) noch verstärkt im Sektor „Hardcore und Punk“ unterwegs, hat man mittlerweile eine ganz erstaunliche Bandbreite aufgezogen und zielt offensichtlich auf ein recht weitgefächertes Klientel. Die Karawane ist weitergezogen, die Genres „Heavy Metal“ und „Independent/Alternative“ sind (mal wieder) die angesagten Trend-Sportarten und so geht es beim SLAM dann auch extrem quer durch den Gemüsegarten: Von METALLICA zu den PIXIES, Zwischenstopp: Patti Smith, DKM, GOTTHARD, KVELERTAK, MIOZÄN und PLACEBO. Alles was derzeit ein neues Album veröffentlicht hat bzw. auf Tour ist. Pay to write, Payola-Prinzip in der musikalischen Schreibstube. Promo makes the world go round und das ist auch gut so bzw. mittlerweile eine betonierte Gesetzmäßigkeit. Interessanter als die üblichen Verdächtigen sind aber die kleinen Nebenschauplätze, hier wird der Horizont ordentlich erweitert. Man erfährt u.a. : „Mittekill, das ist das avantgardistisch progessive Projekt des Berliners Friedrich Greiling, der mit Hilfe verschiedenster Helfer ausgefallene Electro-Music fabriziert“. Oder dass es eine Band gibt, welche sich nach Walter Sobchak („Big Lebowsky“) benannt hat: WALTER SUBJECT. Oder dass das zweite Album von AC ANGRY aus Saarbrücken „Appetite for erection“ heißt. Blätter, blätter…OVERKILL aus New York gibt es auch noch und im VERLAG NICOLE SCHMENK ist ein Buch über Peter Steele erschienen. Ansonsten: Viel Werbung, viel bunt. Sehr großzügiges Layout. Wer hier nichts mehr erkennt, braucht keine Brille sondern einen Schäferhund. Was aber wirklich fehlt, ist das Herzblut, die Leidenschaft. Insgesamt zu glatt, zu steril, zu unpersönlich. Wo im OX altgediente Scenester leidenschaftlich, nebenberuflich und unbezahlt den Helden ihrer Jugend ein Sprachrohr basteln, regiert im SLAM schnöde Professionalität. Und auf Herzblut hat keineswegs nur die HC/Punk-Sparte den Alleinvertretungsanspruch, man erinnere sich nur wehmütig an METAL HAMMER und ROCK HARD in den 80ern: Hier wurde leidenschaftlich durch die Lederweste transpiriert, mit inbrünstiger Begeisterung plus Sachverstand und Fandom Kapelle XY durch die Deckegejubelt. Rundum eine packende Lektüre gewesen, auch wenn die betreffenden Bands komplett uninteressant waren bzw. am eigenen Musikgeschmack meterweise vorbeipatroullierten. Fazit: Eine eigene SLAM-Note, von mir aus auch mehr „Schmäh“, wären ein großer Schritt aus der relativen Beliebigkeit. Alle kann man nicht glücklich machen, vielleicht doch wieder mehr auf die eigene DNA, das Kerngeschäft, konzentrieren? Pekunäres Trostpflaster: Der Preis von 4,90 für 120 Seiten, CD inklusive, geht schon mal in Ordnung. PARADISE

Rantanplan – Licht und Schatten CD (19.01.2017)

(Drakkar / Soulfood)
Vor kurzem sah ich RANTANPLAN seit Ewigkeiten endlich mal wieder live und ich war sofort wieder Feuer und Flamme, denn sie haben es noch drauf. Umso mehr freute ich mich, als das neue Album vor mir auf dem Tisch lag und ich meinen Senf dazu abgeben durfte. Das tolle an der Sache war, auch hier war ich auf Anhieb begeistert. „Licht und Schatten“ ist ein für RANTANPLAN typisches und mehr als gelungenes Album geworden. Wie man es von den Jungs gewohnt ist, mischen sie gekonnt Ska und Punkrock und zwingen damit jeden Tanzmuffel aufs Parkett. Was die Melodien anbelangt, beweisen sie ebenfalls erneut ein sehr geschicktes Händchen und verpacken darin unterhaltsame Inhalte. In „Sonnenkopf“ werden sich z. B. Festivalfreaks wiedererkennen und die Situation aus „Kiel“ können mit Sicherheit auch viele von euch nachempfinden. In „Revolution“ verpacken sie selbiges Thema sehr charmant, ohne dabei die üblichen Klischees zu bedienen. Zum Abschluss der Scheibe hauen RANTANPLAN dann noch eines der schönsten Liebeslieder der letzten Jahre raus – „Zur Liebe zu Fuss“. Ich kann dieses Album also nur jedem Fan der Band und auch jedem, der etwas für Ska-Punk übrig hat wärmstens empfehlen! Note: 2+ East Side Daniel

10 Jahre PUKE MUSIC / Berlin – K17 (04.05.2014)

An diesem Ostersonntag im Jahr 2014 sollte ein langgehegter Jugendtraum von mir in Erfüllung gehen, denn endlich sollte ich sie live erleben – DIE ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN. Okay, nach dem Tod von Konrad K. sind es zwar nur noch 50%, aber hey, besser als nichts. Ich nehme es meinem Dad nämlich heute noch übel, dass er mich damals nicht mit ins Tommyhaus genommen hat zum letzten Gig der TAUBEN. „Vielen Dank“ noch mal an dieser Stelle! Doch immer eins nach dem anderen.
Am Anfang war das Bier. Diesmal aus dem Zapfhahn des altehrwürdigen Feuermelders. Nach einem kleinen Pläuschchen machten wir uns dann zu viert auf den Weg ins K17, um gemeinsam mit hunderten von Leuten und Bernd von PUKE MUSIC das 10 jährige Bestehen seines Ladens / Mailorders zu feiern. Dank Bernd gab es schon einige geile Konzerte in Berlin, aber zu diesem Anlass ließ er es richtig krachen. Insgesamt 18 Bands auf 3 Bühnen! Da war wirklich für jeden was dabei und man konnte ordentlich feiern. Auch wenn ich eigentlich kein Fan davon bin, Bands parallel spielen zu lassen, muss ich sagen, dass es an diesem Abend gut funktionierte. Ich konnte mir alles anschauen, was ich sehen wollte und noch ein paar neue Bands für mich entdecken. Zunächst stand aber ungläubiges Staunen auf dem Programm. Das K17, wahrscheinlich als einer von wenigen Läden in Berlin, nimmt die Antidrogenpolitik wirklich ernst. Sogar meine Kippenschachtel wurde ganz professionell mit einer Taschenlampe durchleuchtet. Nicht das ich vor hatte Gras oder ähnliches mit reinzunehmen, aber komisch war es schon.
Doch jetzt zum eigentlichen Sinn und Zweck eines Festivals – der Musik. Los ging’s bei mir mit LEFT CULTURE, die mich aber nicht wirklich überzeugen konnten. Punkrock mit Streetpunkanleihen, den man schon tausend Mal gesehen hat. Anschließend ließ es sich Bernd natürlich nicht nehmen, mit seinen „legendären“ BERMONES aufzutreten. Nach einem Intro erwartete die Zuschauer absoluter Trash. Los ging’s mit Vollplayback und aufblasbaren Gitarren. So wie einst HBW, nur etwas unprofessioneller und chaotischer, wenn das überhaupt möglich ist. Aus den Boxen dröhnten dazu Songs wie zum Beispiel „Straßenbahn“, ein Cover von den SKEPTIKERN („Straßenkampf“). Als dann noch ein kleines Mädchen ihre Version von „An Tagen wie diesen“ zum Besten gab, musste ich kapitulieren und den Saal verlassen. Aber immerhin, ihre Version war kein bisschen schlechter als das Original. Zusammenfassend muss ich sagen, dass es eine Erfahrung war, die BERMONES zu sehen, aber ob ich diese Erfahrung noch ein zweites Mal machen muss, weiß ich nicht. Nach einem kleinen Abstecher zu HÖRINFARKT, ging’s direkt weiter zu BOCKWURSCHTBUDE. Perfektes Timing kann ich da bloß sagen, denn pünktlich zu „O.S.T.“ kam ich an der kleinen Bühne an. Einer meiner absoluten Lieblingssongs im Moment, den man zumindest als Ossi kennen muss. Dann folgte die Überraschung des Abends, die MADLOCKS. Guter alter Punkrock, gepaart mit Hardcore und Metal und dazu eine mehr als sympathische Band. Ein druckvolles Soundgewitter dröhnte da aus den Lautsprechern und obwohl ich nur kurz reinschauen wollte, ließen mich die vier nicht vor Ende ihrer Show los. Wenn ihr mal die Gelegenheit habt die Berliner zu sehen, nutzt sie! Direkt darunter auf einem anderen Floor spielten derweil POGOEXPRESS, die laut Aussage von einem meiner Mitstreiter ganz gut gewesen sein sollen. Was für Krach es gewesen sein muss, ließ sich zumindest in den Pausen zwischen den Songs der MADLOCKS erahnen, denn der Boden vibrierte unter den Füßen. Danach ging’s wieder ab in die große Halle zum Heimspiel von NO EXIT. Dass die Jungs das Publikum im Griff haben werden, war abzusehen und so ließen sie sich feiern und feierten ihre Fans. Zu hören gab’s die Klassiker und ich hoffe mal, dass da demnächst was Neues kommen wird. Anschließend brachten die TORNADOS den Saal zum Kochen. Ich hab die Combo seit meiner Jugendzeit nicht mehr gesehen und muss sagen, sie sind nach wie vor echt spitze. Wer hier nicht tanzt ist selber schuld! Und dann war es endlich soweit, die ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN betraten die Bühne. Ohne Instrumentenwechsel ließ Micro einen Hit nach dem anderen ab. Bei einer Spielzeit von ca. 1 Stunde war das angesichts des Backkatalogs der Band, eine leichte Übung. Auch sie hatten die Angereisten spielerisch im Griff und der Saal grölte Klassiker wie „Räubermärchen“, „Das Grauen kehrt zurück“, „Betsy Freitag“ etc. mit. Auch mich zog es wie so viele in den pogenden Mob und das will was heißen. Wenn man über dreißig ist überlegt man sich schließlich, wobei man sich die Knochen versaut. Sie haben es eben noch drauf, also schaut sie euch an! DANKE Bernde, dass du mir einen Traum erfüllt und uns einen schönen Ostersonntag beschert hast. In diesem Sinne Prost und auf die nächsten 10 Jahre! East Side Daniel

THE BOYS LIVE IN BERLIN / 03.10.2013

THE BOYS & JUKE BOX PUSSY‘S / Berlin – SO36 / Ramones Museum (03.10.2013)

THE_BOYS_01 (Klein)Endlich kann ich den Tag der Übernahme der DDR auch mal gebührend feiern und zwar mit zwei richtig schicken Konzerten, von ein und derselben Band – THE BOYS. Es gibt wohl keine andere Band, die ich bisher in so vielen verschiedenen Varianten gesehen habe. Das erste Mal war in Oslo als THE LAST ROCK’N’ROLL BAND (inklusive einem kleinen YOBS Special), im Vorprogramm der TRASHCAN DARLINGS. Ein großartiger Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Danach spielten sie in Berlin, als MATTLESS BOYS und legten eine ebenso fulminante Show hin. Mein erstes richtiges BOYS Konzert war dann in London zusammen mit den Norwegern von HARD LUCK STREET und ich war hin und weg. Die alten Herren mit ihren Sonnenbrillen rocken einfach jede Hütte und können sich vor genialen Melodien einfach nicht retten.

THE_BOYS_02 (Klein)Als es dann hieß, die BOYS machen auf ihrer Tour in Berlin halt und spielen gleich zwei Sets in der Hauptstadt, stellte sich mir die Frage gar nicht, ob ich hingehe. Also machte ich mich mit meinen Wegbegleitern zunächst auf ins Ramones Museum, welches ich jedem Punkrock interessierten Berlintouristen nur wärmstens ans Herz legen möchte. Ein wirklich tolles Museum mit einem netten kleinen Café dazu. In selbigem genehmigten wir uns zunächst ein paar alkoholische Getränke, um uns die Wartezeit bis zum Akustikset zu vertreiben. Eine halbe Stunde vor Showtime tauchten dann auch Casino Steel und Co. auf und der Laden füllte sich so langsam. Was die Jungs dann kurz nach sieben boten, war eine perfekte Einstimmung auf das anschließende Konzert im SO36. Ein Best-Of ihrer Hits und natürlich ein Ramones Cover gaben sie zum Besten und begeisterten alle Angereisten. Von geschätzten 6 bis 60 war hier jede Altersklasse vertreten und ich ärgerte mich nur, dass ich meine kleinen Quälgeister nicht mitgenommen habe. Ich hoffe sie werden es mir in 10 Jahren nicht vorhalten!

THE_BOYS_03 (Klein)Danach ging es weiter ins SO36 und bei unserer Ankunft war ich zunächst schockiert, denn kaum 5 Leute befanden sich im Kultladen. Zugegeben war der Preis etwas heftig, aber das letzte Headlinerkonzert der Engländer liegt nun schon ein ganz paar Jahre zurück, daher hätte ich mit mehr Resonanz gerechnet. Nur langsam füllte sich der Club und so spielte die Vorband JUKE BOX PUSSY’S vor gerademal einer Handvoll Zuschauer. Das war aber auch nur halb so schlimm, denn was die Band auf der Bühne ablieferte, war eine schlechte und langweilige Kopie der BONES. Da fehlte einfach Feuer unterm Hintern und speziell die Bassistin schaute so gelangweilt drein, dass ich fast eingeschlafen wäre. Die Songs waren teilweise gar nicht mal so schlecht, aber wie gesagt, etwas mehr Power wäre echt angebracht gewesen.

THE_BOYS_04 (Klein)Obwohl der Weg vom Ramones Museum zur Konzertlocation nicht allzu weit ist, erschien ein Teil der BOYS erst kurz vor Showbeginn, also als es auch schon Zeit für den Hauptakt des Abends war. Das SO36 hatte sich auch so langsam gefüllt, aber großer Andrang sieht anders aus! Schade eigentlich, denn Honest John Plain, Matt Dangerfield, Casino Steel und ihre Begleiter legten eine astreine Rock’n’Roll-Show mit Punkeinschlag hin. Von der ersten Sekunde an war das Publikum dabei und feierte jeden Hit der Band ab. Aus Gesprächen ließ sich erahnen, dass die Leute aus allen möglichen Ecken (u.a. Dänemark und Polen) angereist waren. Dementsprechend euphorisch war die Stimmung und auch die Band schien den Abend zu genießen. Was angesichts ihres Backkatalogs nicht schwierig ist, hauten sie eine Granate nach der anderen raus und wirkten dank ihrer Sonnenbrillen noch fast so jung wie vor 20 Jahren. Und THE BOYS wissen, was sie ihren Fans schuldig sind, sei es „Brickfield Nights“, „Terminal Love“ oder das grandiose „First Time“, sie spielten alles, was die Besucher hören wollten. Eine Hymne aus den letzten Jahren durfte natürlich auch nicht fehlen und jeder Anwesenden ging wohl am nächsten Tag mit den folgenden Zeilen im Kopf auf Arbeit: „I hate my fucking Job…“. Einfach klasse, was die Jungs ablieferten und die Stimmung war die gesamte Zeit auf dem Siedepunkt. Beim nächsten Mal wünsche ich mir nur eine ausverkaufte Hütte, denn wer hier nicht dabei war, hat wirklich was verpasst!
East Side Daniel

Punk & Disorderly 2013 (27.04.2013)

Punk & Disorderly 2013 – Alle 20 Bands und es wird Frühling

P1110895Eigentlich ist es mir ja recht egal, was der Flyer des Punk & Disorderly Festival so über das Line-up erzählt. Da dieses Jahr aber doch ein recht gutes Line-up versprochen wurde, bin ich noch ein ganzes Stück mehr voller Vorfreude als sonst, als ich vor meiner Haustüre stehe und darauf warte, dass meine Begleiterin Katrin endlich bei mir auftaucht. Kurz bevor ich nervös werde, kann dann aber die Reise endlich losgehen – zumindest zum Hauptbahnhof. Dort angekommen wird unsere kleine Reisegesellschaft sogar noch etwas größer, da wir Samson auf unserem Gleis treffen und auch im gleichen Wagen unsere Sitzplätze reserviert haben. Wir nehmen also an unserem Tisch Platz, packen die ersten Biere aus und genießen die Fahrt gen Berlin, bei dem ein oder anderen netten Gespräch. In Anbetracht des hier zu verfassenden Berichtes, erscheint es vollkommen langweilig, dass wir sogar etwas zu früh am Berliner Hauptbahnhof ankommen. Mit der S-Bahn zur Wahrschauer Straße, ein paar Meter laufen und schon öffnet uns das Hops & Barley die Tür und wir werden zu unserer Wohnung gebracht. Eine kurze Pause und eine Pizza später machen wir uns auf den Weg zum Astra und gehören damit zu den ersten Gästen überhaupt. Der Fotopass liegt wie versprochen bereit und die Zapfhähne sind auch schon angeschlossen: Es kann also losgehen!

P1110984Zuerst fällt mal auf, dass man hier mit Deutsch nicht besonders weit kommt. Sämtliche bisher anwesenden Gäste sprechen irgendwelche Fremdsprachen und auch die junge Dame hinter der Theke erklärt mir, trotz Bestellung auf Deutsch, das Pfandsystem auf Englisch! Na ja… Thanks! Da das Wetter bisher nicht wirklich zum Verweilen im Biergarten einlädt, inspizieren wir erst mal das Astra und schauen, ob noch alles an den gewohnten Plätzen ist. Die Bühne ist es auf jeden Fall und die wird nun von Louise Distras betreten. Die Luise gefiel mir allerdings im Essener Anyway deutlich besser, denn irgendwie ist ihr Gesang sehr laut und da die junge Dame doch ein recht kräftiges Sangesorgan hat, klingeln einem zwischendurch ganz heftig die Ohren. Schade! Ein Bier später betreten Middle Finger Salute die Bühne und spielen guten und melodiösen Punkrock. Langsam wird auch die Halle etwas voller und weder mich noch die umstehenden Gäste scheint die Band zu langweilen. Gefällt mir! Mittlerweile sind auch noch mehr bekannte Gesichter eingetroffen und somit ist alles vorbereitet, um bei Booze & Glory das erste Mal richtig zu feiern. Das wird auch vom Publikum von Anfang an getan, nur ich gehe erst mal in den Graben um ein paar Fotos zu machen. Zurück bei den Anderen kann ich nun auch den Auftritt der London Skinhead Crew ordentlich mitfeiern. Die Halle ist mittlerweile ordentlich gefüllt und die Party vor der Bühne wird immer besser. Gute Bands auf Festivals haben meistens ein Problem: Egal wie lange sie spielen, sie spielen immer zu kurz! So ist das dann leider auch wieder bei Booze & Glory. Kurz zu dem netten Herrn am Backstagebierstand und weiter geht es mit den Varukers. Die knüpfen gleich mal an den Auftritt ihrer Vorgänger an und auch vor der Bühne geht die Party weiter. Ich hab die Band ja nun schon das ein oder andere Mal gesehen, aber selten hat mir ein Auftritt so gut gefallen und die alten Herren nehmen die Bühne ordentlich auseinander. Pausen werden ja grundsätzlich mal vollkommen überbewertet und somit geht es gleich mit Toxpack weiter! Vor mir die wie immer großartigen Toxpacker und hinter mir ein verdammt ordentlicher Backgroundchor aus dem Publikum. Ein geiles Set, großartige Stimmung im Publikum und viel Spaß auf der Bühne – das beschreibt eigentlich alles Notwendige von dem, was man verpasst hat, wenn man nicht dabei war. Argy Bargy gefallen mir dann etwas weniger als sonst, wobei das wirklich jammern auf hohem Niveau ist. Nach 3 großartigen Bands in Folge, braucht die Begeisterung vielleicht einfach etwas Pause. Und gut ist der Auftritt trotzdem. Besonders die Songs von ihrem (wirklich großartigen) neuen Album gefallen mir dann doch sehr gut. Nee, eigentlich bin ich auch hiermit rundum zufrieden. Das restliche Publikum scheint meine leichte Skepsis übrigens auch nicht zu teilen, denn auch hier geht die Party unvermindert weiter. Macht es eigentlich Sinn, jetzt noch etwas vom Lokalmatadore-Auftritt zu erzählen? Meine Auffassungsgabe hat auf jeden Fall schon stark gelitten, aber ich glaube, er ist ganz gut und so ca. 3-5 Leute feiern auch mit! Haha! Ich frage mich allerdings so langsam warum mein Hals anfängt wehzutun…. Ziemlich fertig, ordentlich betrunken und zusätzlich auch noch mal von außen komplett in Bier eingeweicht endet der erste Abend mit dem natürlich großartigen Auftritt der Lokalmatadore. Und der Abend endet wirklich…. Vielleicht auch besser so!

P1120181Japp, wirklich besser so! Samstagmorgen, mir geht es gut und selbst das Gute-Nacht-Bier, das wir uns auf dem Nachhauseweg noch geholt haben, steht noch ungeöffnet auf meinem Nachttischchen. Grund genug, erstmal zum nächsten Supermarkt zu stapfen und mit Bier, Cider, Kirsch und Hot Dogs wieder zurückzukommen. Nach einer ordentlichen Runde Faulenzerei geht der Tag dann im Hops & Barley bei Bundesliga und dem leckeren selbstgebrauten Bier los. Passend zum Bayern-Sieg gibt es dann im Restaurant nebenan Allgäuer Käsespätzle und Almdudler! Lecker! Ein ehemaliger Klassenkamerad von Katrin ist auch eingetroffen, muss uns allerdings recht schnell wieder verlassen (bzw. wir ihn) denn am Astra ist bereits eine Viertelstunde nach Öffnung der Kassen alles weg, was zum Einlass berechtigt. Cock Sparrer halt! Rein, Bier, Prost und es kann wieder losgehen.

Heute eröffnen die City Saints den Abend und spielen sehr guten Rock’n’Roll-Punk, ohne dabei irgendwelche vermeintlichen Rockstarklischees zu erfüllen. Ich stelle irgendwie gerade fest, dass es sich zu lohnen scheint, in alle Bands mal reinzuhören. Nach der obligatorischen kurzen Umbaupause legen Foreign Legion los. Die haben mir schon in der Punkeria Ruhrort sehr gut gefallen und das tun sie auch an diesem Abend. Als nächstes sind Deadline an der Reihe und machen auch mal wieder richtig viel Spaß. Ein gutes Set und ordentlich Stimmung in der Halle lassen auch diesen Auftritt sehr schnell vorbeigehen. Auch an diesem Abend geht es wieder Schlag auf Schlag und somit ertönt nach meiner Wiederkehr vom Bierholen auch schon „You never walk alone“ als Intro für Discipline. Ich war doch reichlich gespannt, wie die Band wohl mit neuem Sänger sein wird. Vom Auftritt in Hamburg habe ich leider nicht viel mitbekommen. Direkt beim ersten Lied wird klar, dass Discipline einen sehr guten neuen Sänger gefunden haben, dessen Gesang nahtlos an den des alten Sängers anschließt. Das Publikum scheint ähnlich abwartend wie ich eingestellt zu sein, taut aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf und es geht nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne ordentlich zur Sache. Band und Publikum scheinen richtig viel Spaß an diesem Auftritt zu haben, denn es wird ordentlich gefeiert und viel mitgesungen. Auch Melanie von Still Standing (ehm. MSA) lässt es sich nicht nehmen auf der Bühne mitzusingen. Ich bin jedenfalls auch mehr als begeistert und freue mich schon auf die nächsten Auftritte. Weiter geht der Partymarathon dann mit Buster Shuffle. Wieder ein großartiger Auftritt, verdammt gute Musik, viel Getanze und einfach nur Spaß ohne Ende. Mh, natürlich gibt es doch ein Ende und danach einen Anfang und zwar vom Infa Riot Auftritt. Bei weitem nicht so langweilig wie in Amsterdam aber irgendwie auch diesmal nicht so wirklich überzeugend für mich. Mit dieser Meinung scheine ich aber recht allein dazustehen, denn vor der Bühne wird wieder ordentlich gefeiert und mitgesungen. Auch auf der Bühne scheint man sehr viel Spaß an dem Auftritt zu haben.

P1120286Im Anschluss gibt es dann doch mal eine etwas längere Pause. Technische Probleme auf der Bühne, eine immer voller und heißer werdende Halle sowie die Vorfreude auf Cock Sparrer lassen die ca. 30 Minuten-Verspätung unerträglich lange erscheinen. Irgendwann beginnt dann aber doch das altbekannte Intro und direkt darauf eine gewohnt überwältigende Party durch die gesamte Halle. Es jagt einem schon eine ordentliche Gänsehaut ein, die alten Herren mit soviel Spaß auf der Bühne zu sehen und hinter einem den Gesang des gesamten Astras zu hören. Die Halle ist wie vor 2 Jahren bis zur letzten Ecke gefüllt und so komme ich mit meinen 2 Bieren ca. 2 Meter weit in die Halle rein, drehe wieder um und trinke mein Bier vor der Bühne, während das andere vorsichtshalber vom Security am Backstageeingang „konfisziert“ wird! Prooost! Davor, danach und währenddessen gibt es fast 1 ½ Stunden großartigen Punkrock von Cock Sparrer und zum Ende hin habe ich das Gefühl, dass ich nur noch meine Lippen bewege und kein Ton mehr aus meinem Mund kommt. Wenn auch mit wenig Stimme, so bin ich diesmal doch in der Lage und Willens den Abend noch nicht zu beenden. Es geht also weiter zur Wilden 13, die schon gut gefüllt ist als wir dort ankommen. Da des Kaisers Musikauswahl allerdings nicht unseren zur Stimmung passenden Musikgeschmack trifft, zieht es uns weiter in Paule’s Metal Eck (Ja ich weiß – bestimmt nicht besser!!! Anm. des guten Musikgeschmacks in mir)! Immerhin können hier meine Mitfeiernden Ficken ohne Ende…. trinken! (Eine sehr einfache aber wirklich großartige Marketingstrategie! Respekt! Anm. des Betriebswirtes in mir) So, da ich so langsam Erinnerungslücken aufweise, beende ich den Tag / die Nacht jetzt mal!

P1120338Tag 3 beginnt wie der Vortag… nur mit mehr Kater, ohne einkaufen und mit Döner statt Hot Dogs. Dafür ist recht schnell der Hit zum Tag gefunden: „Titten raus, es ist Frühling“! Wenn auch etwas schwerfällig, sorgt das geile Wetter vor der Tür dafür, dass wir uns doch recht schnell ausgehfein machen und uns beim Inder um die Ecke das erste Bier bzw. den ersten Cocktail des Tages gönnen. Anschließend geht es wieder zum Hops & Barley, wo wir abermals leckeres Bier bekommen und viel Spaß haben, zumindest solange wir vor der Tür in der Sonne stehen. (Wer ist eigentlich Stuttgart??) Noch’n Happen für den Magen und ab geht es zum letzten Teil dieses Festivals. Heute beginnen die Soifass den Abend und die gefallen mir überhaupt nicht. Somit bleibt wenigstens Zeit, die letzten Sonnenstrahlen noch zu genießen. On The Job machen dafür aber wieder richtig viel Spaß. Super Songs, gute Musik und auch noch ausreichend Stimmung für die frühe Stunde und das generell dezimierte Publikum an diesem Festivalsonntag. Heute geht es etwas entspannter zu und es werden einem mehr Pausen gegönnt aber erst mal betreten Oxo86 die Bühne und sorgen (Cock Sparrer spielen außer Konkurrenz) für das absolute Highlight des Festivals. Einfach nur geil, was die Truppe da auf der Bühne veranstaltet und die Halle feiert bis zum letzten Mann und auch zur letzten Frau mit. Großartige Songs, witzige Ansagen und einfach nur Partyyyyyy! Meine Stimme verabschiedet sich nun annähernd komplett und ich hoffe, dass ich noch genügend Halsschmerztabletten in meinem Koffer habe. Mehr, häufiger, länger! Bei Mark Foggo baue ich dann mal eine kurze Erholungspause in den Abend ein und schaue mir erst eine Weile das Set von vor der Bühne an, um dann hinaus in den gut gefüllten Biergarten zu gehen. Es macht zwar Spaß dem alten Herrn auf der Bühne zuzuschauen, aber irgendwie ist mir das dann doch zu zappelig, was die Band da insgesamt veranstaltet. Draußen hab ich dann auch endlich mal Zeit mich etwas länger mit ein paar bekannten Gesichtern, besonders mit Chris von Gimp Fist, zu unterhalten. Die Zeit vergeht also auch hier recht schnell und schon geht es wieder ab vor die Bühne, denn der schönste Mann der Oi!-Musik betritt die selbige! Diese wird dann kurz darauf auch gleich mal wieder abgerissen und erlebt einen richtig geilen Auftritt von Last Resort. Wieder wird vor der Bühne gefeiert und mitgegröhlt bis der Arzt kommt und bei mir wird dieser langsam wirklich notwendig. Es macht einfach nur Spaß den Last Resortern zuzuschauen und immer wieder auch neue Lieder zu hören, die einfach perfekt zu den alten Hits passen. Anschließend beschränke ich mich darauf meine Stimme mit Bier zu ölen, denn Exploited brauch ich nun wirklich nicht und werfe nur zwischendurch mal ein paar Blicke nach vorne. Danke, wo trinken wir jetzt weiter? Die Wahl fällt noch mal auf Paule’s Metal Eck. Während die Einen dort Türme mit Ficken-Flaschen bauen und die Anderen sich mit Singen die Zeit vertreiben, stellen wieder Andere fest, dass doch schon Musik läuft (und sind beleidigt, wenn man ihnen sagt, dass sie dann doch bitte auch gute Musik anmachen sollen!)!! Na ja… wird wohl Zeit fürs Bett!

P1120554Und schon haben wir wieder Montag und das Wochenende ist Geschichte. Wenigstens gilt das nicht für das schöne Wetter und so verbringen wir die Zeit bis zur geplanten Abfahrt unseres Zuges vor dem Hauptbahnhof in einem Liegestuhl und genießen die Sonne. Die Bahn hat bei diesem Wetter auch keine Lust zu arbeiten und kommt 3 x 10 Minuten und 2 x 15 Minuten später (jeweils 10 Minuten vor der nächsten Abfahrtzeit angekündigt). Als wir endlich in Essen ankommen, sind es bereits 80 Minuten Verspätung, aber wir sind wenigstens wieder zu Hause und das Bett ruft….

Das Punk & Disorderly ist einfach immer wieder eine verdammt großartige Veranstaltung, besonders seitdem man sein neues Zuhause im Astra Kulturhaus gefunden hat. Gute Bands, viele nette Leute und eine sehr angenehme Umgebung. Dazu hat es sich wirklich gelohnt, alle Bands zumindest für ein paar Lieder zu besuchen und es sind doch einige Neuentdeckungen zur „gefällt mir“-Liste hinzugekommen.

Zum Schluss gibt es noch wie immer eine ordentliche Portion Dank an die P&D-Crew, die Bands, Katrin, die anderen Bekloppten (datt is mir jetzt echt zu anstrengend euch aufzuzählen) und ans Hops & Barley. Bis zum nächsten Mal!

Cheers
Dirk
(Punkrock Sekretär)

PS: Die Bilder vom Wochenende findet ihr hier:

Tag 1: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546118572106616.1073741842.174822772569533&type=1

Tag 2: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546156212102852.1073741844.174822772569533&type=3

Tag 3: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546185602099913.1073741845.174822772569533&type=3

HELLOWEEN Interview (09.03.2013)

Auch Helloween haben mit „Straight Out Of Hell“ ein tierisch starkes Album abgeliefert. Bevor die Jungs auf große Welt Tour mit ihren Hamburger Freunden von Gamma Ray gehen, unterhielten wir uns noch schnell mit Basser Marcus Grosskopf.

Marcel: Marcus.Ihr habt mit „Straight Out Of Hell“ ein neues und sehr geiles Album am Start. Und in kürze startet eure Welt Tournee in Barcelona. Wie geht es dir gerade und was machst du?

Marcus: Vielen dank!!! Nun, ich telefoniere gerade mit dir hehe. Mir geht es eigentlich ein wenig scheiße. Ich hab mir ne` Grippe eingefangen. Das ist wohl auf der 70.000 Tons Of Metal Tour passiert.(Eine Kreuzfahrt mit diversen Metal Bands, die dort Konzerte spielen. Anm-d.Verf.) Da ging es immer rein und raus. Draußen kalt und innen warm. Da habe ich mir wohl einen eingefangen. Wir haben aber zwei geile Gigs gespielt und die Sache hat auch tierisch Spaß gemacht. Das sollte aber Ende der Woche erledigt sein. Dann geht es wieder los mit den proben und im Anschluss daran tingeln wir dann wieder durch die Welt Geschichte.

Marcel: Da hätte ich aber eher mit einer See Krankheit gerechnet….

Marcus: Och, da bin ich relativ See fest. Ich bin ja ein Nordmann. Ich bin auf den Kuttern des Nordens zu Hause.

Marcel: Während der 70.000 Tons Of Metal Tour habt ihr ja auch von eurem Charteinstieg erfahren, welcher der höchste in der Helloween Geschichte war.

Marcus: Richtig. Du kannst so lange Musik machen wie du willst, aber es passiert immer wieder etwas neues. Wir haben uns natürlich tierisch darüber gefreut. Sonst kann man ja auch gleich einpacken wenn man sich über so etwas nicht mehr freuen würde. Man hat dann aber auch gleich ein anderes Gefühl. Du gehst dann raus auf die Bühne und schlägst gleich ganz anders deine dicke E Saite an hehe.

Marcel: OK. Dann kommen wir mal zur neuen Scheibe. Würdest du mir zustimmen, das das neue Material deutlich leichter zugänglich ist als die Songs der 7 Sinners ? Worin siehst du die Unterschiede?

03_markus1-d5d35f1fMarcus: Sie hat eine hellere Ausstrahlung. Ich denke wir haben wieder mehr von den typischen Helloween Elementen eingeschmissen, wie Doppel Soli oder auch Chöre. Die Titel haben das einfach so erfordert und so sind wir dann auch an die Sache rangegangen.

Marcel: Der Opener „Nabatea“, der ja auch die erste Single geworden ist, kommt mit sieben Minuten daher. Auf der Legacy Scheibe war mit „King For 1000 Years“ auch ein langer Opener am Start. Damals standen solche Tracks eher am Ende einer Scheibe, wie z.b „KOTSK“ oder „Halloween“. Redet die Platten Firma euch da rein oder warum läuft das ganze jetzt anders herum?

Marcus: Nein. Die Reihenfolge und die Musik bestimmen wir selber. Da redet uns auch keiner rein, was ja auch gut so ist. Die Leute haben begriffen, das sie uns da besser in Ruhe lassen sollen, hehe. Außerdem hat man im hohen Alter ja nicht mehr so viel Zeit, deswegen muss man das an den Anfang packen haha. Im Ernst; das hat sich so angeboten und wir wollten den Song als Opener haben. Drauf und Zack.

Marcel: Zu „Nabatea“ habt ihr auch ein recht aufwendiges Video produziert. Lohnt sich so etwas überhaupt noch? Oder macht man Videos heutzutage nur noch für Youtube?

Marcus: In anderen Ländern wird so etwas ja noch gezeigt, wie in Asien z.b. In Deutschland sieht man so was hingegen ja fast gar nicht mehr. Klar, wir hätten auch einen kommerzielleren Song nehmen können, aber da biedern wir uns auch nicht an, weil es ja so oder so nicht gespielt wird. Also nehmen wir lieber nen` Metal Track und zeigen wo es lang geht.

Marcel: Ihr habt mit „Hold Me In Your Arms“ auch wieder eine Ballade am Start. Gehört das für euch einfach dazu oder braucht der Fan zwischendurch eine kurze  Pause?

Marcus: Für die letzte Scheibe hatten wir eine, die haben wir aber nicht genommen. Bei „Hold Me In Your Arms“ habe ich aber gleich ne` Gänsehaut bekommen, da haben wir direkt gesagt : „Die ist doch gut, lass uns die machen“. Die war einfach gut, also wollten wir die auch haben.

Marcel: Was bei der neuen Scheibe auffällt, ist die Tatsache, das ihr wieder deutlich auf das Gaspedal getreten habt. Ist das etwas was man vorher plant? So nach dem Motto „ Lass uns mal wieder eine schnelle Scheibe machen“?

Marcus: Wir haben einfach genug Auswahl. Es komponiert ja auch nicht jeder nur schnelle Songs. Da wir ja alle komponieren, achten wir schon darauf das die Platte eine ausgewogene Mischung enthält. Langsame Songs, stimmungsvolle Songs und natürlich auch Speed Kracher. Das soll schon alles ein rundes Bild werden. Und es funktioniert auf der neuen Platte auch sehr gut.

Marcel: Ihr habt ja insgesamt um die 30 Songs für das neue Album geschrieben. Tut es nicht weh, wenn da mal was auf der Strecke bleibt?

Marcus: Nein, man kann ja schließlich nicht alles raus bringen. Du brauchst ja auch viel Material für die Bonus Tracks oder Diggi Packs. Egal ob in Japan oder auch hier in Europa. Und das was übrig bleibt…nun ja, dann ist das halt mal so.

Marcel: Wem ist der Song „Asshole“ gewidmet?

Marcus: Alle Arschlöcher die es da draußen gibt, dürfen sich das reinziehen. Das musste einfach mal gesagt werden hehe.

Marcel: Helloween waren immer für erstklassige Produktionen bekannt. Das ist auch bei der neuen Scheibe nicht anders. Ihr habt erneut mit Charlie Bauerfeind aufgenommen, der ja euer Stamm Produzent ist. Was denkst du eigentlich. Wie sollte heut zu Tage eine moderne Metal bzw. Rock Produktion klingen? Bist du eher auf der Old oder New School Seite?

PRESS_LOBBY-01_mart_61756EmittelMarcus:Mh, wenn ein Song gut klingt oder dich irgendwie berührt, dann ist da ja auch was bei. Es geht ja nicht nur um die Produktion, sondern um den Song an sich. Schau mal die alten Ramones oder Sex Pistols Sachen waren ja auch nicht dufte produziert, was ja auch gar nicht zur Musik gepasst hätte, und es war trotzdem geil und hat mich berührt. Heute doktort man natürlich mehr daran rum. Aber warum auch nicht? Die Möglichkeiten sind ja gegeben, auch wenn wir sie noch längst nicht ausgeschöpft haben. Wie gesagt, der Songs muss mich berühren und ein Herz und eine Seele haben, und da gehört für mich auch nicht immer eine gute Produktion dazu. Aber wie gesagt; wenn du heute die modernen Möglichkeiten nutzen willst, ist das natürlich auch von Vorteil.

Marcel: Ihr habt ja auch die Drums komplett ohne Klick eingespielt….

Marcus: Ja, und das trotz der ganzen Technik haha. Wir haben einfach viel Iive gespielt, und hatten das Gefühl, das es funktioniert. Wir haben den Klick dann später auf die Sachen gelegt, die Dani gespielt hat, um Sachen wie Keyboards darüber zu legen. Und er spielt ja auch ganz gut unser Bodensee Lombardo haha.

Marcel: Dem ist sicher nichts hinzuzufügen. Ihr seid demnächst wieder mit Gamma Ray auf großer Tournee. War der Erfolg der „Hellish Rock Tour“ so groß, das ihr gesagt habt, das das wiederholt werden muss? Oder was war der Grund für den zweiten Teil?

Marcus: Och, wir haben einfach hier und da überlegt was wir machen. Und man braucht ja doch immer wieder eine neue Idee. Und ich fand die Idee mit dem zweiten Teil gar nicht schlecht, denn gerade der zweite Teil hat bei Helloween ja auch Tradition. Siehe „Keeper Of The Seven Keys“. Zumal ist es ja auch gar nicht verkehrt alte Freunde mit auf Tour zu nehmen. Es ist ja im Grunde ein eine Familie.

Marcel: Sind Helloween eigentlich eine Band, die noch regelmäßig zusammen im Proberaum steht? Egal ob es vor einer CD Produktion, oder vor einer großen Tour ist?

Marcus: Nein, wir proben auf jeden Fall. Das kannst du nicht machen. So völlig trocken auf Tour zu gehen. Wenn Titel dabei sind, die wir lange nicht gespielt haben, höre ich die natürlich vorher zu Hause raus. Aber vor einer großen Tour treffen wir uns schon drei Wochen im Voraus und proben intensiv. Wir spielen ja auch um die 20 Songs. Wir ändern das Set auch nicht so oft, denn die Songs sind ja doch sehr komplex. Auch die älteren Stücke. Du musst die Songs einfach täglich vor der Tour spielen, denn wenn du da mal ne Woche Pause machst, fehlen dir da schon wieder einige Teile. Wir haben nämlich echt viele Noten in den Songs.

Marcel: Du bist ja mit Helloween auch um den ganzen Globus getourt. Was ist für dich immer noch das reizvolle, nach all den Jahren wieder den Koffer zu packen und in den Bus zu steigen?

Marcus: Es ist ja nicht so das wir jedes Jahr ne` Tour haben. Das läuft so im Rhythmus von 2 bis 2 ½ Jahren. Wir machen ja auch zwischen den Kontinenten immer ein bis zwei Wochen Pause, dann geht das eigentlich. Wenn wir dann aber los legen, dann auch ergiebig. Damals war es auch sicherlich einfacher auf Tour zu sein. Das hat der Körper auch ganz anders weg gesteckt. Heute kneift und juckt es hier und da. Man muss einfach auf den Körper hören und dann geht das auch schon. Aber es war und wird immer ein großer Teil meines Lebens sein. Man muss den Fans natürlich auch dankbar dafür sein, das man nach wie vor so etwas machen kann, denn von den Plattenverkäufen kannst du heut zu Tage natürlich nicht mehr leben. Ich kenne auch ganz viele Kollegen aus anderen Bands, die zwischen ihren Touren ganz normal arbeiten gehen müssen. Das ist natürlich ne` ganz andere Geschichte. Ich bin sehr dankbar dafür. Und sollte ich das eines Tages nicht mehr sein, soll mich bitte direkt der Blitz erschlagen haha. Ich weiß ja auch wo ich herkomme. Und nach dem Gig möchte ich nicht mehr zurück in die Schlachterei. Dann lieber nach Hause und einen Song schreiben.(Marcus hat Metzger gelernt. Anm. d. Verf.)

Marcel: Wo du grad deine Kollegen erwähnt hast. Behältst du eigentlich noch so im Auge was in der Metal Szene so abgeht?

Marcus: Klar, ich treffe mich mit Freunden. Oder wenn Bekannte in der Nähe sind rufen sie an, und ich treffe mich mit ihnen. Aber ein richtiger Verfolger der Szene bin ich nicht. Vor allem nicht wenn ich Songs schreibe. Dann will ich keine anderen Sachen im Ohr haben die mir gefallen haha. Ich komme da sonst nicht wieder raus. Ich will ja nen` eigenen Songs schreiben und nicht das, was ich grad im Ohr habe. Davon ab kommen ja auch jeden Monat 60-70 neue Scheiben raus. Da fällt es schon sehr schwer alles zu verfolgen. Und sicherlich gehen dabei auch gute Sachen unter. Ich denke die Labels haben sich damals auch viel intensiver um Bands gekümmert bzw. aufgebaut. Wenn du heute nicht richtig funktionierst bist du sicher auch schnell weg vom Fenster. Mit Helloween bin ich da natürlich ganz anders unterwegs als eine band die gerade am Anfang ihrer Karriere steht. Du musst dir heute wie damals einfach etwas einfallen lassen um bei den Leuten Gehör zu finden.

Marcel: Wie fühlt es sich eigentlich an, ein Pionier des Melodic Metal zu sein?

PRESS_POOL-02_marti_61BEEBMarcus: Ich freue mich einfach darüber. Mir gefällt es wenn andere Leute Spaß daran haben, an dem was wir machen.
Ein wenig stolz ist man natürlich auch. Denn schließlich haben auch wir viele Jahre dafür gearbeitet.
Und ich habe meine Gesundheit dafür geopfert haha. Also ist es geil, warum auch nicht. Ich fühle mich in der Rolle in welcher wir gerade sind, sehr wohl. Es scheint wieder viel zu passieren. Wir hätten eh nie damit gerechnet das die Post wieder so abgeht. Z.b. die Sache mit den Chart Entrys. Wir haben gesagt: „OK, lass die neue Scheibe raus hauen und fertig“ haha. Wie auch mit der Single. Mit Dr. Stein (Song vom Keeper zwei Album Anm-der Verf.) hatte auch keiner gerechnet, das der so erfolgreich werden würde, und es war auch nur ne` B- Seite. So etwas passiert immer wenn man am wenigsten damit rechnet.

Marcel: Denkst du denn das die Leute nach wie vor Bock auf Handgemachte Musik haben?

Marcus: Klar, die Leute kommen ja seit Ewigkeiten zu den Gigs. Und das auf der ganzen Welt. So etwas wird wahrscheinlich auch nie aufhören. Selbst als die Krise da war, die ja doch einige betroffen hat, waren die Konzert Hallen voll. Das fand ich schon erstaunlich. Aber gerade das wollen sich die Leute auch in schwierigen Zeiten nicht nehmen lassen. Das ist eine echte Qualität die eben dort abgeliefert wird. Und dafür sind die Leute noch bereit zu zahlen.

Marcel: Zum Ende hin noch eine Frage die nix mit Musik zu tun hat. Du bist ja auch sehr tätowiert. Schaust du dich auf Tour auch nach guten Tätowierern und Motiven um?

Marcus: Ich habe ungefähr noch einen Kilometer am Bein zu machen haha. Dass lasse ich aber hier in Hamburg machen. Aber klar, in Japan war ich auch schon bei Mr. Horiyoshi dem dritten. Das ist mein absoluter Lieblingsmann. Die Outlines macht er zwar mittlerweile auch mit der Nadel, aber der Rest wird traditionell gestochen. Ich finde es schmerzt auch gar nicht so sehr wie mit der Nadel. Aber Mr.Hoiyoshi ist natürlich auch in alle Ewigkeiten ausgebucht. Da ist es gar nicht so einfach einen Termin zu bekommen. Und fertig wird man ja eh nie.

Marcel: Ist es eigentlich wahr, das du mal einen Song in einem Sandkasten aufgenommen hast?

Marcus: Haha, ja das war bei „Revolution Now“. Da habe ich mich komplett zugeraucht und wir wollten einfach Unsinn treiben. Ich bin dann in den Hof wo so eine Art Sandkasten stand. Ich war völlig zugedröhnt haha. Ich hatte natürlich keinen Kontakt zum Regie Raum, also habe ich immer in den Pick Up von meinem Bass reingebrüllt. Und wenn da komische Geräusche raus kamen, wusste ich immer:“ Ok, jetzt geht es wieder los“. Und plötzlich standen auf den Balkonen diverse Leute, die da einen Besoffenen im Sandkasten sehen, der mit seinem Bass spricht haha. Es hat aber keiner die Polizei angerufen haha.

MARCEL

18.10.12 Berlin / Bi Nuu – ATARI TEENAGE RIOT, KOTZREIZ (01.12.2012)

Was für eine Mischung: ATARI TEENAGE RIOT und KOTZREIZ!!! Das ich das noch erleben darf, DANKE! Eine meine all-time-favourite Bands trifft auf meine neuen Lieblinge. Wie diese Konstellation zustande kam, weiß ich nicht, aber ich finde sie großartig. An diesem recht milden Oktoberabend machte ich mich also auf den Weg ins Bi Nuu, dem alten Kato in Kreuzberg. Ich war überrascht, dass ATARI ihren 20. Geburtstag in so einem kleinen Club feierten, aber mir sollte es recht sein, so kam ich doch in den Genuss eines schicken kleinen „Privatkonzerts“.
Als ich am Club ankam standen die Protagonisten des Hauptacts noch seelenruhig vor selbigem rum und quatschen ausgelassen. Ab und zu rannte ein KOTZREIZ Mitglied aufgeregt mit seinem Handy hin und her und sorgte so für meine Belustigung. Das Warten auf meine Begleitung hätte sich sonst ewig angefüllt, was auch die zwei Bierchen nicht geändert hätten. Jedenfalls trudelten immer mehr illustre Gestalten ein, vom Techno-Freak, dem Gothic-Fan, über den Normalo bis hin zu Vollblutpunker waren sie alle da. Eine bunte Mischung, muss ich schon sagen. Als dann endlich meine Frau am Ort des Geschehens eintraf, machten wir uns ganz schnell auf in den Laden, denn KOTZREIZ hatten gerade angefangen zu spielen. Schon von hinten sah ich einige Leute wild vor der Bühne tanzen und freute mich, dass die drei Jungs so gut ankamen. Ich hatte im Vorfeld die Befürchtung, dass ihr Deutschpunk beim ATARI Fan nicht so gut ankommen würde, aber das bewahrheitete sich nicht. Die drei machten auch eine gute Figur da oben und man merkte ihnen an, dass sie Spass hatten. KOTZREIZ knüppelten sich durch ihr Set und hauten den trotzdem teilweise verdutzt dreinblickenden Anwesenden einen Hit nach dem andere vor die Rübe. Die Band ist einfach großartig und live fast unschlagbar. Lediglich ihren Überhit von der neuen Scheibe „Pfeffi-Graf“ haben sie nicht gespielt, aber das holen wir beim nächsten Konzert nach!!!
Danach hieß es warten, warten, warten… Ich hasse es, wenn sich die Umbaupausen endlos in die Länge ziehen. Zudem noch ohne ersichtlichen Grund. Fast eine ganze Stunde ließ man die Leute im Club warten, bis endlich das Intro ertönte. In dem Moment, als es dann richtig losging, war das aber auch wieder vergessen. Die Intensität, mit der ATARI TEENAGE RIOT ihre Bässe ins Publikum hauen, ist einfach unschlagbar. Selten hat mein Magen so vibriert und selten habe ich die Musik so direkt gespürt. Ich weiß, wahrscheinlich jeder, der schon mal ein Techno-Event besucht hat, wird darüber lachen, aber ich bin halt so einer, der das noch nie erlebt hat. Wenn ich mir also diese Art von Mucke reinziehe, dann muss da schon was dahinter stehen. Und da kann man sich bei ATARI sicher sein, dass die ihr Herz am rechten Fleck haben. Songs wie „Deutschland (Has Gotta Die!)“ oder „Revolution Action“ sprechen wohl eine deutliche Sprache. Dafür liebe ich sie und bin mehr als froh, dass sie sich reuniert haben, denn so kam auch ich in den Genuss eines Konzerts. So manche Punkband kann sich hier eine Scheibe Glaubwürdigkeit von abschneiden. Als dann „Hetzjagd auf Nazis“ aus den Boxen ertönte, gab es für mich endgültig kein Halten mehr, denn von diesen Songs kann es einfach nicht genug geben und wenn sie dann auch noch so genial sind, muss man auch als Punkrocker den Freuden der elektronischen Musik frönen. Nach ihrem Geburtstagskonzert steht für mich eins fest, ATARI TEENAGE RIOT, wie sehen uns wieder!
East Side Daniel