(Hamburg Records / Bukee PR)
Zunächst wusste ich nicht recht, was ich von einem Bandnamen wie BENZIN halten soll, doch nach wenigen Sekunden war klar, das hier wird richtig gut! Der Opener „Keine Macht der Beatmusik“ ist ein großartiger Rocksong, mit Sing-Along-Chorus, ordentlich Druck und einer liebevollen Hommage an Walter Ulbricht. Mit dem Track haben BENZIN die Latte ganz schön hoch gehängt, schaffen es aber dieses hohe Level fast das komplette Album durch zu halten. Jedes Mal, wenn meine Aufmerksamkeit etwas nachlassen wollte, kam wieder ein Hammer um die Ecke und ich war wieder voll da. Beispielsweise bei „Lottergewinn“ beschreiben sie amüsant Szenarien des Wiederaufeinandertreffens nach zig Jahren. Wer kennt es nicht, ein Klassentreffen oder eine Familienfeier, bei der man sich gezwungen fühlt, sich mit den Anderen zu messen. Ich sag nur: Mein Haus, mein Auto, mein… Ist es da nicht schön, wenn man beruhigt sagen kann, ich hab noch nicht das große Ding auf die Reihe gekriegt, fühl mich aber trotzdem pudelwohl! Beim Titeltrack der Scheibe wird die Temposchraube kurz etwas angezogen, um uns einen Mitgrölrefrain par excellence zu kredenzen. Ganz großes Kino ist auch „Doppelgänger“, welches ein polizeiliches Verhör nachstellt. Dem Sänger Sebastian steht dabei kein geringerer als Helmut Krauss gegenüber. Kennt ihr nicht? DOCH! Als Synchronsprecher lieh er seine Stimmer z.B. Samuel L. Jackson in Pulp Fiction. Der Chorus ist diesem Stargast entsprechend hitverdächtig. Mit ihrem Sound erinnern mich die Ulmer an eine Mischung aus den Beatsteaks, Billy Talent und einer gehörigen Portion eigener Ideen. Benzin scheinen nicht nur selbiges sondern auch Melodien im Blut zu haben und damit haben sie dem noch recht jungen Jahr die erste richtig geile Rockscheibe beschert.
Note: 1 East Side Daniel
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