Category Archives: Reviews

Strg Z – s/t CD/LP+Dl (10..10.2017)

(Still Unbeatable Records)
Das Debut Album der Dresdner Band um Sänger Andi aka Fred Adrett (Creeks, ZackZack), Drummer Olli (Kaltfront), Edding & Ernstl (Pissed Ones). Was es mit dem Z im Bandnamen auf sich hat? Musikalisch ZURÜCK zu den Wurzeln von Punk in England? ZURÜCK zu den Wurzeln von Deutschpunk? Beides nicht abwegig! Wer jetzt allerdings Deutschpunk der Marke VKJ, Slime erwartet wird enttäuscht sein, denn es geht in die Wave und Avantgarde Ecke, der an frühe Düsseldorfer Bands und etwas Kaltfront erinnert. Gang Of Four und Wire hat man sicherlich auch nicht selten gehört. Eine Platte die zwar durchläuft, aber irgendwie nicht richtig hängen bleibt, ist mir stellenweise zu lahm und seicht. Während ich das Review schreib, fallen mir komischerweise die alten Marionetz aus München ein mit ihrem Album Vierzehn – kennt es überhaupt jemand? Deren erste Single „ Wir sind die Marionetz“ ist einfach geiler Punk. Vierzehn hab ich mir dann aufm Flohmarkt für 3 DM gekauft und naja Deutschpunk trifft poppigen NDW & Wave und läuft eben durch. Is ja auch egal, textlich sind Str Z echt gut, aber es fehlt einfach der nötige Rotz in den Songs. Ich hätte mir einfach etwas mehr PunkROCK von ZackZack gewünscht. -nasty-

The Creepshow – Death At My Door CD/LP/digital (09.10.2017)

(Concret Jungle Records)
Zu der Band fallen mir zwei Dinge ein, zum eErsten, das Sara Blackwood dort früher gesungen hat, bevor sie Ihre Solokarriere startete, und zum Zweiten die geilen Liveauftritte der Band. Beim Ruhrpott Rodeo war die Band eine der überzeugendsten, alleine der Orgelspieler ist der Knaller. Man meint der nimmt sein Instrument auseinander, so ist er bei der Sache. Es macht Spaß die Band live zu sehen. Jetzt gilt es also das neueste Werk mit 10 Songs zu besprechen. Musikalisch werden Creepshow in die Psychobilly Schublade gesteckt, passt schon irgendwie, aber irgendwie bekommt man es nicht richtig fassen. Die Band hat zumindest auf diesem Album den Punkrockfaktor zurückgefahren. Der Titeltrack hat es joch in sich, genau das was man erwartet hat, schneller melodischer, nach vorne abgehender (Punk)Rock, der sich an die Liveauftritte anlehnt. Mit den folgenden Songs nimmt die Band ordentlich Tempo raus, beweist Ihr musikalisches Können eher im midtempo Bereich. So erinnern nur noch die Songs ‚Tomorrow may never come‘ und das stark swingdurchtränkte Stück ‚New Kings‘ an die alten Creepshow. Es ist ja nicht so, daß es schlechte Musik ist, welche Creepshow auf Ihren neuesten Longplayer gezaubert haben, aber der Scheibe fehlt mir der letzte Kick. Schade, da hilft dann nur die Vorfreude auf das nächste Konzert. 3 sickguy77

Svetlanas – This Is Moscow Not L.A. LP + DL Code/CD/digital (07.10.2017)

(Subkultura Records)
Mit dem Titel des neuen Svetlanas Albums assoziiert man natürlich gleich den legendären Sampler aus Boston. Die Band um die hyperaktive Sängerin Olga, sind mir bis dato nur 2mal Live über den Weg gelaufen – somit Premiere mit ihrem vierten Album. Nach der gemeinsamen Tour mit den Dwarves, unterstützte Nick Oliveri die Band bei den Aufnahmen und einen kleinen Dwarves Einschlag ist natürlich nicht zu verleugnen. Insgesamt eine Mischung aus crustigem Hardcore und dreckigem Punk’n’Roll. Dazu die außergewöhnliche Stimme von Olga, die an manchen Stellen etwas nach Roger von Agnostic Front zu One Voice Zeiten klingt. Textlich rechnet man mit seiner Heimat und deren System ab und wie man lesen kann, ist Putin kein großer Freund der Band. Einziger Schwachpunkt bei den 10 Songs, ist das Motörhead Cover „Speed Freak“, hab ich schon deutlich besser von anderen Bands gehört. Insgesamt eine gute Platte, wenn auch Live das Ganze noch einen Tacker härter rüberkommt. -nasty-

Grandmaster Jay – Was Soll Maximal Schief Gehen? CD (06.10.2017)

Ich lese eigentlich immer ganz gerne ne kurze Labelbeschreibung, damit ich grob weiss was mich erwartet bei mir unbekannten Künstlern. Darauf musste ich bei dem Machwerk von Grandmaster Jay mit dem Titel Was soll maximal schiefgehen diesmal verzichten. Die Cd kommt im Vinyl look daher und Dvd Hülle. Ansonsten findet man keine Informationen was Bandmitglieder bzw Musikrichtung angeht. Auf der Rückseite sind die einzelnen Titel aufgelistet und eine limitierung auf 100 Stück. Musikalisch handelt es sich hier um Oi! Und sehr eingängigen Melodien einziges Manko sind die teils doch sehr stumpfen Texte. Wenn ich es richtig rausgehört habe, kommt ab und zu auch eine Orgel zum Einsatz. Der Gesang gefällt mir eigentlich recht gut da recht roh wenn auch nicht immer ganz tonsicher. Mein persönlicher Anspieltipp ist Rebellion, eigentlich der einzige Song der mir auf Anhieb gefallen hat. Zwischen deine Beine ist überhaupt nicht mein Geschmack und an Stumpfheit kaum zu überbieten… gibt bestimmt genug besoffene Prolls die da gerne mitgröhlen – wie gesagt nicht mein Fall das ganze… Insgesamt befinden sich 14-tracks auf der Cd die eher was für die Ficken, Saufen Stumpf Oi Fraktion ist. Von mir gibt’s ne 4+ für dieses Machwerl Eddie Sharp

Jizzlobbers – You better do what your mama says! LP (06.10.2017)

JIZZLOBBERS aus Köln spielen seit 2006 zusammen. Sie klingen wie DICKIES / RIVERDALES / DWARVES / MASKED INTRUDER / SCREECHING WEASEL…Die einzelnen Musiker von JIZZLOBBERS waren vorher bei Bands wie BACKWOOD CREATURES, PUBLIC TOYS, HAVANNA RAGDOLLS. 3 Jahre musste die Welt auf ein neues Lebenszeichen der Kölner Punkrockformation warten, die sich in der Zwischenzeit mit Arbeit & Familie herum schlagen mussten, ein bekanntes Problem alternder Punkrocker (siehe „All my friends are dad“). Nichtsdestotrotz verlernten sie ihr Handwerk nicht, das Rad neu zu erfinden ist hier nicht der Anspruch, was in diesem Genre ohnehin ein völlig schwachsinniges Unterfangen wäre. Vielmehr besinnt sich die Band auf ihre Stärken und die liegen in Melodie und dem Talent, kurze, prägnante Songs ohne viel Schnickschnack zu schrieben. Alle Musiker wissen hier sich absolut souverän im Terrain des poppigen Punkrocks/Powerpops zu bewegen. Dazu kommt der Luxus, dass die Band über 2 sehr fähige Sänger verfügt, die sich den Gesang aufteilen. Anspieltipps: „All my friends are dad“, „Getting even worse“, „W.W. J.D.“, „Look into my eyes“.

Aufbau West – Das Märchen der Gebrüder Grimmig CD (05.10.2017)

(Popup Records)
Na da hat mir der Frank was zugesandt. Ich versuch ja immer Vorurteilsfrei ans Machwerk zu gehen und verzichte auf das Beiblatt. Beim Namen dachte ich OK, is ne DeutschPunk Band! Beim Titel/ Aufmachung dachte ich gutgläubig an, Der Seuchenprinz von Jens Rachut, aber in beiden Fällen verdammt weit gefehlt. Nützt alles nichts und ich muss ein paar Sätze zum Aufbau West loswerden. Im Radio läuft die Band sicherlich prima, neben solchen Acts wie Wir Sind Helden, Jennifer Rostock, Grossstadtgeflüster und Co. Textlich erzählt meine kleine Geschichten über das Auf/ Ab im Leben und die Liebe – find ich ziemlich gut sogar. Aber musikalisch, wie zuvor angesprochen Bands, nicht meine Welt und dazu meiner Meinung nach eine Gesang der mir nach 2min aufn Sack geht. Sry Jungs!!! Was lerne ich daraus? In Zukunft den Beipackzettel lesen. -nasty-

Neuronspoiler – Second Sight CD (04.10.2017)

(Dissonance)
Heavy Metal aus England bieten Neuronspoiler auf ihrem Zweitwerk „Second Sight“. Und das hört man. Die Band klingt wie eine Mischung aus Hammerfall und Dragonforce. Allerdings wie die Zone 30 Version dieser Bands. Was ich bei traditonellem Metal hören will sind hymnenhafte Refrains und rasende Gitarrenleads. Das erste bieten Neuronspoiler ansatzweise, das zweite leider überhaupt nicht. Kann man zwar sagen, klingt authentisch nach NWOBHM, ich finde es einschläfernd. Aber es ist ja nicht alles schlecht hier, mit „The brave One“ und „Heart of a Lion“ sind zwei richtig starke Songs auf der Platte, auch eher getragen oder Halbballade, aber schon in sich stimmig. „Queen of the Darkness“ hat einen einprägsamen Refrain und die Produktion passt auch. Es wird bestimmt Leute geben, die mit der Band was anfangen können, für mich ist es zu unspannend, zu gestrig. Es gibt so viele gute Metal Bands da draussen, da brauche ich so einen alten Stampfer nicht. 3- ROLAND

Maladro!ts – Standby Me LP+DL Code / CD (02.10.2017)

(Flight 13)
Hier kommt ein Album, welches ich irgendwo zwischen den 77iger Punk, Chaos & rotzigem Punk einordnen würde, obwohl ich sagen muss, so ne richtige Schublade oder auch Stilrichtung lässt sich hier nur schwer erkennen. Teilweise erinnern die Jungs mich an die frühen Adicts und dann wieder an wilden Anarcho Punk. Alles ein bisschen chaotisch und nicht unbedingt im Timing.. sehr rotzige, ich tippe mal auf DIY Aufnahmen, die aber sehr gut zu dieser Kombo passen. Mal wird hier auf englisch, mal auf deutsch uns der Gesang um die Ohren gehauen. Rau, aggressive und auch mal melodisch.Was ich schade finde, dass die CD nur in einem Pappschuber daher kommt ohne Textblatt oder ähnliches. Da hätte man einfach nen DIN A4 Blatt mit reinpacken können, so als kleines Gimmick. Mein Fazit zum Album, ist ganz cool, aber ich denke die Jungs sind bestimmt live richtig cool anzusehen sind, aber auf Platte mich leider nicht überzeugen konnten. Note: 4
David

Sciatic Nerve – s/t CD (30.09.2017)

(Gunner Records)
Das Debut der Allstar-Band aus San Francisco bestehend aus Mitgliedern der Swinging Utters, Shut up Donny, Cobra Skulls und Nothington. Kompromisslos wird hier auf 12 Tracks dermaßen aufs Blech gehauen, daß einem schwindelig werden könnte. Sänger Chris Matulich, der gleich bei drei der oben genannten Bands beschäftigt ist meint hierzu, daß Sciatic Nerve als Projekt zustande kamen, um jenseits der üblichen Fanbases und der damit verbundenen Erwartungshaltung tun zu können, was man eben tun möchte. Entsprechend wird hier jenseits der üblichen Zugeständnisse an Gefälligkeit, Major und Fans recht ruppig zur Sache gegangen und was dabei herauskommt ist brettharter Hardcore ein wenig abseits des üblichen, melodienverliebten kalifornischen Stils mit leichten 90er Jahre- Anleihen. Das funktioniert bei einigen Stücken auch wirklich gut, verpufft an anderer Stelle auch das eine oder andere mal. Natürlich wird sich das Album, sobald sich herum gesprochen hat, wer dahinter steckt trotzdem verkaufen, auch wenn Mr Matulich das nicht gern hören wird aber bis auf 2,3 Tracks halte ich das Gesamtwerk irgendwo zwischen Kid Dynamite und Poison Idea angesiedelt doch eher für durchwachsen wenn auch nicht für schlecht. Der richtige Soundtrack, um mit 170 Sachen genervt in ein Stauende zu krachen. Befriedigend………..Kai

Heretic – A Game You Cannot Win CD (30.09.2017)

(Dissonance)
Heretic? Noch nie von gehört. Heavy Metal? Wäre ich bei dem Cover mit seinem Totenschädel und Dornenkronen Schnick Schnack auch drauf gekommen. Also gut, höre ich mal rein. Den Waschzettel kann ich auch dabei lesen. Nach einem kurzen Intro geht es dann auch los, ordentlicher Sound mit prägnantem Gesang. Das Ganze hat eine ordentliche Power bzw. Thrash Metal Schlagseite. Die ersten Vergleiche, die mir in den Sinn kommen sind Exodus, Metal Church oder Testament. Also nichts verkehrtes bisher. Nach Studium der Promowisches bin ich dann auch etwas schlauer. Die Band gibt es schon seit den Achtzigern und während eines Breaks damals, wanderte der Ursänger Mike Howe zu Metal Church und andere Mitglieder gründeten Reverend. Metal Church und Reverend sind definitv auch die besten Vergleiche zu Heretic. Gerade der neue Sänger klingt schon nach David Wayne von Reverend, nur ein paar Oktaven tiefer. Die Platte macht mir auch richtig Spaß, der Titelsong ist spitze, „Never added up“, „Everthing´s about to change“ sind Anspieltipps, nur „ Broken Hero“ nervt mit seinem monotonen Refrain, aber das kann an notfalls skippen. Ich muss sagen, schöne Platte, mit ordentlich Druck und ohne überflüssigen Bombast. Wer die als Beispiele genannten Bands mag, darf hier gerne reinhören. 2- ROLAND