Category Archives: Reviews

The Moorings – Unbowed CD / LP+DL Code (04.08.2017)

(Subkultura Records / Mast Productions)
The Moorings? Habe von der französischen Band leider noch nichts gehört, bis mir die Cd ins Haus geflattert kam. Was direkt auffällt ist die liebevolle Gestaltung der CD. Diese kommt im Digiipac mit Booklet in dem alle Texte abgedruckt sind und vereinzelt Bilder der Bandmitglieder. Auch die Covergestaltung weiss zu gefallen, man sieht ein Segelboot auf stürmischer See und Schnapsflasche. Nun also die Cd in den Player gelegt und auf mich wirken lassen. Beim ersten hören war ich noch etwas skeptisch, doch je öfter man Unbowed hört, desto mehr entfaltet sie ihren ganz eigenen Charme. Besonders gut gefällt mir der Gesang und die Vermischung von rockigen punkigen Elementen und dem typischen Celtic Folk Rhythmen. Die Texte sind teilweise auf Englisch und Französich, wobei mir die Französichen Texte aufgrund der Sprache wirklich gut gefallen. Besonders gut gefallen hat mir das Jaques Brel Cover “Amsterdam“, zu dem die Band auch ein Video veröffentlicht hat. “The Brandy Belle“ ist auch ein Song der direkt gefällt, aufgrund der Vermischung von Englischen und Französichen Parts. Laut Label haben Dropkick Murphys, The Dubliners und Pogues Pate für die 12 Songs gestanden. Wer auf diese Bands steht macht mit Unbowed von The Moorings definitiv nichts verkehrt. Also bei mir wird die Cd auf jeden Fall noch mehrere Runden drehen. Note: 2+  Eddie Sharp

Good Friend – Ride The Storm CD / farbige LP incl. DL (04.08.2017)

(Gunner Records)
Debüt mit insgesamt 10 Songs, die Punk, Rock, Indie und ein bisschen Folk gekonnt verbinden. Trinkersongs gepaart mit anarchistischer Seefahrer Romantik. Solide und authentisch. Ich hoffe da kommt schnell Nachschub. Das ganze liegt irgendwo zwischen Alkaline Trio und den Flatliners. 3/Mark

The Gonads / Uchitel Truda – We will never be divided Vol.1 Split 7″ EP (03.08.2017)

(Steeltown Records / www.steeltownrecords.de)
Die Gonads präsentieren sich hier in Höchstform. Party brutal gerade bei „that`s Oi!“, einer Art vollverstümmelter „let`s dance“ Version und bei „these are our streets“ hat man die Gonads wieder da, wie man sie kennt und in so manchem Fall sicherlich auch lieben gelernt hat. Uchitel Truda aus Russland kommen da schon erheblich sperriger und leider auch etwas dünn gemastered daher. Den Sound und die Songs würde ich bestenfalls vorsichtig als „eigenwillig“ bezeichnen – auf wahre Ohrwurmqualitäten hofft man hier vergebens, was in meinem Fall vielleicht auch an der russischen Sprache liegen mag, mit der ich mich persönlich etwas schwer tue womit ich nicht ausschliessen möchte, daß U.T. Vor allem im Osten der Republik auf eine dankbare Zuhörerschaft treffen könnten. Punk isses allemal und für Freunde des „besonderen“ auch sicherlich eine Bereicherung. In jedem Fall ein interessantes Konzept, was Steeltown hier verfolgt und ich bin gespannt, was in dieser Reihe zukünftig noch so released wird……….3-……….Kai

The Oppressed – Fatal Blow 1981/4 EP (02.08.2017)

(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Frühwerk der walisischen Streetpunks mit Stücken von 1981-1984. Ich würde sagen wieder mal verdientermaßen in der Classics Reihe der Mad Butcher Reihe wiederveröffentlicht. Oi!-Streetpunk,der mit Sicherheit allein wegen des Blaupausencharakters von Songs wie ACAB oder dem Titeltrack „Fatal Blow“ für sowas wie den Ur-Oi! Steht. Großmaulig, Stellung beziehend, beinahe kriegerisch und dabei ganz klar distanziert zu den Vollhonks der NF, die zu dieser Zeit längst begonnen hatte, in den Reihen der Skinheads neue Leute zu rekrutieren und die Szene für Jahre zu spalten und medial in Misskredit zu bringen. Ganz klar ein Stück Geschichte und ein Meilenstein von den Leuten geschaffen, die die Sharp Bewegung in England etablierten und Bands wie z.B. Bishops Green den Weg ebneten. Die Audioqualität ist leider – typisch 80er Jahre bei den meisten der 8 Aufnahmen etwas vernachlässigt worden dennoch: eine gute 2…..Cheers, Mr Moreno…Kai

 

Alpha Boy – Aus Und Vorbei 7″ EP (01.08.2017)

(Mad Drunken Monkey Records / www.mad-drunken-monkey.de)
Laut Alpha Boy alias Karsten Riedel – vielen bekannt von Alpha Boy School und diversen Nebenprojekten – haben diese Songs über 25 Jahre in irgendeiner Schublade vor sich hin geschlummert. Um so schöner, daß sich endlich jemand erbarmt hat, diese Perlen ans Licht zu schaffen, denn sowohl musikalisch als auch inhaltlich haben wir hier 2 Ausnahme Reggae/Rocksteady-Pieces von einem Ausnahmemusiker in allerbester Form und das ungewöhnlicher weise sogar auf deutsch, ohne irgendwie peinlich oder aufgesetzt zu klingen. Laut Riedel wurde der Text der Flip-Side von „Hallo Arschloch“ nach all den Jahren neu geschrieben und könnte aus heutiger Sicht auch kaum aktueller sein,während die A-Seite mit dem Titeltrack wohl eher autobiografisch gemeint ist und sich als Abrechnung mit ihrem Schöpfer selbst versteht. Die Musik ist Alphaboyschool – typisch eher oldschooliger 2nd Wave-Ska, wie er Anfang der 80er Jahre von vielen gemacht wurde: orgellastig, ohne große Bläsersets und eher entspannt-chillig und melancholisch. Für mich eine tolle Single, die es verdient hätte nicht nur bei Liebhabern des Genres ne Menge Einheiten abzusetzen….mindestens 2……Kai

Brutal Youth – Sanguine Farbige LP incl. DL (31.07.2017)

(Gunner Records)
Bandname und Cover-Artwork verraten eigenntlich schon wohin die Reise geht. Hardcore-Punk aus den 90ern und den frühen Nullerjahren lässt grüßen. Das Ganze ist schnell, hart und mal mehr und mal weniger rotzig. Auch wenn einige Teile des Albums mir etwas zu clean und melodisch sind, ist das ganze trotzdem ’ne Wucht. Die Songs „Thick as Thieves“ und „Whiteway“haben mir am besten gefallen, aber im Ganzen gesehen ist SANGUINE ein spitzen Album von Brutal Youth. Wer auf gescheiten, pogotauglichen HC-Punk mit Melodie und dem ein oder anderen „Wohohoho“ steht, der kann bei den Kanadiern beherzt zugreifen. 2/Mark

Rancid – Trouble Maker CD (29.07.2017)

(Epitaph)
„Keine Hits drauf“, „Langweilig“, „Zu glatt“, „Kommt nicht an (Lieblings-RANCID Album hier einsetzen) ran“. Die Social Media-Experten geizten nicht mit Häme, hatten in ihrer Allwissenheit blitzschnell ein vernichtendes Urteil gefällt. Was wurde erwartet? Ein 1:1 „Let’s go“-Rip off? Jazzige Speed Metal-Passagen? Slowenische Texte mit schwäbischem Akzent, kaschubische Folklore auf historischem Equipment? „Trouble maker“ ist ein 100 % RANCID-Album geworden. Stärker als „…Honor is all we know“, anders als „Let the dominoes fall“. Keine große Überraschung. Oder doch? Durch die RANCID-Discographie zieht sich ein roter Faden aus Überraschungs-Eiern, die einzelnen Releases sorgten immer wieder für große Kinderaugen. RANCID-Hausregel # 1: Immer schön in Bewegung bleiben, die Gemeinde verwirren, das Erwartete vermeiden. Wir erinnern uns anno 2000 an die unplanmäßige Durchfahrt vom s/t-Express, die „…and out come the wolves“-Fanbase blieb verdattert auf dem Bahnsteig zurück. Alles richtig gemacht, fuck you Erwartungshaltung. Kein Full Customer service, no Picknick here. Und Erwartungen und Vermutungen gab es auch diesmal reichlich: Vor dem Album wurde 2016 der exklusive Sampler-Track „Silence is the only rule“ auf „Oi! ain’t Dead 5“ veröffentlicht. Ein fieser Aggro-Bomber in schönster Meat’n’Potatoes-Bauart, Larsemann hatte hier richtig tief in Millwall Roi’s Glaskugelauge geblickt, den LAST RESORT-Traumzauberbaum gehörig geschüttelt. Überraschung # 1: „Silence is the only rule“ blieb ein einmaliger Ausflug, auf „Trouble maker“ halten sich Tim Timebomb- und Lars Bastard-Vorlieben schön die Waage. Perfekt abgestimmt, professionell kredenzt. Zu perfekt, zu professionell? Jammern auf hohem Niveau. Keine Überraschung # 1: „Trouble maker“ sitzt wie ein Anzug aus der Saville Row, jede Note ist an ihrem Platz, die Riffs und Beats sind präzise platziert. Mit chirurgischer Präzision, handwerkliche Königsklasse inklusive hauseigenem Trademark-Sound: Finest CLASH on streetpunk East Bay update, topped with Rude Boy Reggae tunes. Gekonnt-leichtfüßig aus der Hüfte gezaubert, frei aufgespielt ohne Druck und Zwang. Oder Erwartungshaltung.Fazit: „Trouble maker“ hebt die Punk Rock-Welt nicht aus den Angeln, ist unterhaltsames Popcorn-Sommerkino, High End Entertainment für den Summer of 2017. PS: Wer „…and out come the wolves“ hören will, soll „…and out come the wolves“ auflegen. Wer „Let’s go“ hören will, soll „Let’s go“ auflegen. Und wer Trouble maker“ hören will, kann „Trouble maker“ auflegen. Ganz einfach. PARADISE

Russian Girlfriends – All Around CD/farbige LP incl. DL (28.07.2017)

(Gunner Records)
Aus Albuquerque USA kommt diese Band mit ihrer Debütscheibe um die Ecke spaziert. Die Mitglieder sind allerdings keine unbeschriebenen Blätter und so treffen hier Herrschaften von Koffin Kats, Novembers Doom und anderen Bands aufeinander. Hier mixt man melodischen Punk mit Hardcore und Metal und das ganze klingt auch noch super. Das Ganze ist mir allerdings etwas zu Sauber und zu glatt. Die Melodien sind aber dennoch ansteckend und die Texte sind auch fernab von Plattitüden und alles andere als stumpfer 08/15 Einheitsbrei. Ruhig mal reinhören. 3/Mark

Arthur And The Spooners – Skinhead Spoonstomp CD (28.07.2017)

(Steeltown Records / Contra Records)
Die Berliner kommen nach „all spooned up“ von 2009 nun mit ihrer nächsten Coverorgie von Punk-,Oi!- und Knüppelrockklassikern in launigen Partyskaversionen daher. Songs der 4 Skins, Ruts, Bonecrusher und the Clash um hier nur einige zu nennen werden hier nach allen Regeln der Kunst okkupiert und mal mehr, mal weniger durch den Wolf geschraubt…Sicherlich nix für Traditionalisten, aber dennoch ein ordentliches Release, wenn man schon Spaß an den Originalen hatte und nicht fies ist vor den Uptempo-Ska-Versionen, die hier bisweilen – ich denke mal ironisch – auch etwas „schwierige Kandidaten“ wie z.B. Screwdriver in „skinheads all around“ zitieren. Ich schreibe das an dieser Stelle mal dem üblicherweise etwas derberen Humor der Berliner zu und mache mir da weniger Sorgen um Inhalte, da sich die Truppe auch schon an Billy Bragg und eben auch an o.g. Bands vergangen hat…Punk-,Oi!- und Skafans der zweiten oder dritten Generation werden sich hier wie auch auf dem Vorgängeralbum ganz selbstverständlich wieder finden und nach mehrmaligem Hören hat mich die Platte dann auch in ihren Bann gezogen. Das Ding macht einfach Spaß und belegt schon wegen der Songauswahl und den teilweise abstrusen Versionen (a.c.a.b.) einen exzentrischen Geschmack…Das ist auf jeden Fall unbedingt zu goutieren und landet bei mir bei Note 2……….Kai

The Barstool Preachers – Blatant Propaganda CD/LP (26.07.2017)

(Destiny Records)
Debutalbum der Brightoner Band um Tj McFaull, den Filius Von Colin McFaull, den viele sicherlich noch von Cock Sparrer her kennen. Punkrock, Ska und Reggae Fusion, bei der Punk und Rebellenattitüde weitgehend im Vordergrund stehen. Pate stehen hier inhaltlich und musikalisch klassische britische Punkbands wie Clash oder die Newtown Neurotics neben den großen der 2nd wave of Ska in den späten 70ern und diesem anspruchsvollen Erbe werden die Barstool Preachers auch duraus gerecht. Auf Stücken wie „one fool down“ kriegt man recht schnell mit, daß die Band in England nicht zu Unrecht in den einschlägigen Gazetten abgefeiert wird, da hier einfach alles zu stimmen scheint: Melodien mit hohem Wiedererkennungswert, tanzbare, von McFaull etwas nörgelig vorgetragene größtenteils recht zügige Songs mit geschlagener Hammondorgel und lauten Bläsersets. Obs an der Herkunft, den Genen oder am Talent liegt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber klar ist , daß die B.P.s die Latte mit ihrem Debut mal ordentlich hoch gelegt haben. Ich bin gespannt, was aus der Band noch wird…2+……..Kai