Category Archives: Reviews

Moloko+ # 45 (06.05.2012)

Wie bei der letzten Besprechung schon erwähnt, befindet sich die Print-Ausgabe des M+ auf Abschiedstournee, und es scheint, die Macher wollten noch mal so richtig aufdrehen.Der Grossteil des Heftes dreht sich um geschichtliches der Punkrock/Skinheadkultur. Die im letzten Heft begonnenen Berichte über das Skintonic/Skinup Fanzine, sowie die Youth Brigade Story finden in dieser Ausgabe ein Ende.Höhepunkte des Heftes sind ganz klar zum einen der Einblick in 3 Subkulturen, die Protagonisten der Skinhead- Psycho- und Hardcoreszene wurden zum Gespräch gebeten, und erzählen von Ihrem Werdegang, der seit Jahrzehnten anhält. Eine der besten Punkrockbands jenseits des Teiches wird mit einem Report bedacht, Bonecrusher, die Dampfwalze von der Ostküste wird genauestens durchleuchtet. Persönlich habe ich mich über das Interview mit Ralf Real Shock gefreut. Das Punkrock Urgestein aus dem Pott gibt Einblicke in seinem Werdegang als Punkrocker und Fanzinemacher wieder. Im nächsten Heft gibt es nicht nur eine Fortsetzung dieses Interviews, sondern auch eine Extraausgabe mit einer Art „Best of“ vom 3rd Generation Nation, einem Fanzine welches Ralf jahrelang herausbrachte. Dieses Fanzine habe ich jahrelang verschlungen, traf es genau meinen Musikgeschmack.Das M+ verdient wie immer eine absolute Empfehlung, und auf der Zielgeraden Ihres Erscheinens scheint das Heft wie eine Lawine an Fahrt aufzunehmen, um immer besser zu werden. Als Beilage gibt  es für die Abonnenten eine CD Beilage vom Modern Action Label aus den USA. Insgesamt 17 Bands gibt es zu hören, und beweist das dieses Label zu einem der besten Punkrocklabels gehört. Meine Favoriten sind Amoebas, Stitches, Zack Zack, The Bodies und Beltones.   1   sickguy77

Death By Stereo – Growing Numb / Modern Man Single (06.05.2012)

(Concrete Jungle / Edel)
Death By Stereo langen dieses Jahr nun zum dritten mal zu und präsentieren erneut einen zwar recht kurzen, aber dennoch wohltuenden Leckerbissen. Nach einer vorausgegangenen Single und einem kompletten Album gibt es jetzt nochmal einen kleinen Nachschlag in Form von 2 Songs auf Vinyl. Auch wenn der Song „Growing Numb“ schon vom Album her bekannt ist, fetzt der Song mächtig rein und zeigt Death By Stereo von ihrer besten Seite. Hardcore steht hier definitiv als Oberbegriff, aber der Sound der Amis zieht dann doch noch eine Menge weiterer Register zum Punkten. Fette Moshparts, jede menge Chöre und eine astreine Gitarrenarbeit geben dem Song mächtig Drive. Auf der zweiten Seite gibt es dann noch ein nettes Cover von Bad Religion’s „Modern Man“ im typischen DBS-Style, der zwar nicht ans Original ran kommt, aber somit sicherlich auch nochmal als Non-Album-Track einen extra Kaufanreiz bietet.  Death By Stereo waren mir bis zur letzten Agnostic Front-Tour überhaupt kein Begriff, konnten aber in dem Vorprogramm der N.Y.-Hardcore-Veteranen absolut  begeistern. Die Jungs um Frontmann Efrem stechen definitiv positiv aus der Masse amerikanischer Harcore-Bands heraus durch einen abwechslungsreichen Stil zwischen mächtig Gas geben und auch dem ein oder anderen clean gesungenen Part. Das Sammlerherz wird bei dieser 7“, die auf 600 Einheiten limitiert ist, auch nochmal zusätzlich mit farbigem Vinyl belohnt. Also, ran halten! Wer Death By Stereo kennt, kann hier blind zugreifen! Note: 2   Daniel

Torian – Dawn CD (03.05.2012)

(Sound Guerilla / DA / Gordeon Promotion)
TORIAN stehen seit knapp 10 Jahren für Power Metal aus deutschen Landen. Genauer gesagt aus Paderborn. Mit “Dawn” veröffentlichen die fünf Jungs ihr bereits ihr drittes Album. Mit Power Metal aus Deutschland verbindet man natürlich hohe Geschwindigkeit, Chöre und Ohrwurm Melodien. Und TORIAN geizen mit keiner dieser Eigenschaften. Was direkt positiv auffällt, ist aber die Wucht die in den Songs steckt. Die haben echt Druck, könnten aber noch etwas fetter klingen. Es gibt schon eine ziemlich harte Kannte in den Songs (teilweise schon recht thrashig), gepaart mit viel Melodie. Das verträgt sich gut miteinander und die Stimme von Sänger Marc passt auch sehr gut dazu. Keine hohe “Eunuchen-Stimme” sondern Kraftvoll und auch an den passenden Stellen mal etwas rauher. Bei meinem Geschmack steht und fällt ja viel mit dem Gesang. Der hier ist aber echt gut und hebt die Songs noch etwas an. Mich erinnert die Stimme auch teilweise an einen bekannteren Sänger, aber ich komm beim besten Willen nicht darauf um wen es sich handelt. Egal! Die zwölf Lieder sind auch nicht gerade “08/15″, sondern schon relativ komplex komponiert und arrangiert. Geschwindigkeit und härte wechseln mit den klassischen Power Metal-Melodien und in den Refrains kommen dann die fetten, epischen Chöre zum Einsatz. Klasse gemacht. Klingt natürlich teilweise etwas kitschig, aber das hat diese Metal-Spielart nun mal so an sich. Es klingt aber nie wirklich peinlich oder auch zu soft, wie bei anderen Genre-Bands. Das Cover-Artwork gefällt mir zwar leider in keinster Weise, und bildet mit der Produktion die noch etwas fetter hätte sein dürfen den einzigen nennenswerten Schwachpunkt, aber auch das ist ja nörgeln auf hohem Niveau. Dafür stimmt ja der Inhalt, sprich die Songs sind wirklich gut.Für Freunde von Blind Guardian, Helloween oder auch Gamma Ray (wobei letztere um längen kitschiger sind) dürfte der Griff zu TORIAN´s “Dawn” durchaus Sinn machen. Einfach mal antesten! 2-  Domme

Split – Mattless Boys / The Stiffs / Boss Martians / Arctic Depression EP (28.04.2012)

(Still Unbeatable Records, www.still-unbeatable -records.de)
Nach den ersten Veröffentlichungen auf Still Unbeatable Records von den Boys, The Stiffs und Boss Martians, setzt das Label hier noch einen drauf und knallt uns vier bisher unveröffentlichte Stücke dieser Combos vor den Latz. Auf diesem Sampler gibt es Punkrock von 1977 bis 2010. Er bietet somit einen sehr schönen Querschnitt, zumal die Protagonisten aus aller Herren Länder stammen. Den Anfang machen THE MATTLESS BOYS mit „Talk To Me“. Natürlich klingt das hier wie die BOYS, denn im Prinzip handelt es sich ja auch um die Punkurgesteine, nur fehlt halt einer. In Anbetracht dieses richtig guten Songs kann man das aber gut verschmerzen. Außerdem handelt es sich bei „Talk To Me“ sowieso um einen alten BOYS Song, der hier das erste Mal eingespielt wurde. Die Aufnahme klingt auch stark nach den alten Sachen der Jungs, nur einen Ticken frischer und besser produziert. Dabei verliert man aber nie aus den Augen, was die Engländer auszeichnet – eine kreischende Gitarre, zuckersüße Melodien, ein dezentes Klavier und ohrenumschmeichelnder Gesang. Wer also die BOYS liebt, wird THE MATTLESS BOYS auch lieben und schon allein wegen diesem Song sollten sich alle 77er-Punkrocker diese Scheibe zulegen! Danach kommt die nächste Urgewalt in Sachen UK 77 Punkrock um die Ecke, THE STIFFS. Auch wenn ich die Band bis vor kurzem nicht kannte, konnten sie mich schon mit ihrer Single „Innocent Bystander“ (ebenfalls Still Unbeatable Records) begeistern. Mit „Radio Calling S.O.S.“ haben sie mich endgültig überzeugt, denn dieser Song hat Hitpotential. Eine schöne Melodie – die auch ohne Probleme im Radio laufen könnte –, ein guter Sound, ein super Schlagzeug und jede Menge Charme aus den Anfangstagen! Damit reihen sich THE STIFFS perfekt an die MATTLESS BOYS an und Seite A ist viel zu schnell vorbei. Schon jetzt ist klar, dieser Sampler ist eine wahre Perle für jeden Musikfreund. Man sollte aber nicht den Fehler machen und angesichts der geballten Alt-Helden-Power die Seite B dieses schicken Tonträgers ignorieren. Denn auf der zweiten Seite verstecken sich wieder zwei Perlen. Zum einen wären da die amerikanischen BOSS MARTIANS mit ihrem Song „Storm Front“, der wie eine flotte Hardrockversion klingt. Man fühlt sich gleich 10-20 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Angesichts des hohen Tempos, der fetten Gitarren und des 100%igen-Mitgrölenfaktors will man gleich losspringen und feiern. Vom Song her würde ich es mal mit den späten Sachen der Hellacopters vergleichen, allerdings mit dem Power der Anfangstage der Schweden. ARCTIC DEPRESSION bilden schließlich den Abschluss der Platte. Mit „I Want Back My Baby“ hauen die Grönländer hier einen richtig geilen Song raus. Es geht ein wenig in die Richtung der heutzutage so angesagten Indierockbands, verliert aber nie den guten alten Punkrock aus den Augen. Mit seinem eher ruhigeren Tempo, Handclappings in der Mitte und einem groovigen Schlagzeug bilden die ARCTIC DEPRESSIONs einen ganz angenehmen Kontrast zum Track davor. Somit runden sie die musikalische Seite dieser Single perfekt ab und wer kann schon behaupten, eine Punkrockband aus Grönland im Schrank stehen zu haben? Die optische Komponente kommt hier natürlich auch nicht zu kurz und besticht mit seiner Schlichtheit – schwarz/weiß Optik – und einem schicken Klappcover. Eine rundum gelungene Sache, die in einigen Jahren sicher schwer gesucht sein wird. Mehr Kaufargumente konnte ich auf Anhieb „leider“ nicht finden, aber ich denke mal es sollte reichen, um sich animiert zu fühlen, eine der auf 500 Stück limitierten weißen Vinylperlen zu holen! Note: 1 East Side Daniel

Stick To Your Guns – Diamond CD (27.04.2012)

(Sumerian / Soulfood / Gordeon Promotion)
Obwohl die Amis ganz klar unter der Rubrik Hardcore mit Metal Schlagseite laufen, haben sie schon immer eine große Portion Melodie bzw. Pop in ihren Songs gehabt. Diese Richtung bauen sie auf Album Nummer vier auch weiter aus. Songs wie “Against Them All” oder “Bringing You Down” erinnern eher an „Story Of The Year“ als an üblen Beatdown. Was aber gar nicht schlimm ist. So wirkt der dick produzierte Stuff etwas abwechslungsreicher als monotones Geballer. Auch vor cleanen “Ohhouos” schreckt die Band nicht zurück. Alle Dancfloor Karate Sportler müssen sich aber dennoch keine Sorgten machen. Dicke Parts zum abgehen und moshen gibt es reichlich. So kann man während der ruhigen Passagen ja mal sein Mädel in den Arm nehmen. Leider sind nicht nur Diamanten auf dem Album enthalten. Gegen Ende geht den Jungs ein bissken die Luft raus. “D( I am )ond” und “Build Upon The Sand” schwächeln im Vergleich zu den restlichen Songs etwas. Macht unterm Strich aber dennoch eine coole Platte. Note: 3  Marcel

Paradise Cove # 2 (27.04.2012)

(paradise@gmx.li)
Das PARADISE COVE geht in die 2. Runde und hat einen bunten Strauss an Bands, Interviews und Berichten im Gepäck. Das Fanzine aus dem Hause Bandworm kommt im DIN A 5 Format, komplett farbig daher und entfaltet sich auf mittlerweile 56 Seiten. Kommen wir zum Inhalt. Interviews gibt es mit folgenden Bands: Butcher Boys, Marching Orders und der zzt. wohl angesagtesten deutschen Skinhead-Band Stomper 98 (5 Seiten). Alle sind sehr lesenswert. Es gibt einen großen Bericht zum Bandworm-Festival 2011 (mit vielen Bildern) auf dem ua. Perkele, Berliner Weisse, Grober Knüppel und Kärbholz gespielt haben. Desweiteren Tourstories von Volxsturm´s “Nordic Walking Tour 2011″ und Berliner Weisse, No Exit und Oxo 86. Ein Spezial über die Oi!-Szene in Frankreich gibt es auf vier Seiten und einen 2-Seitigen Artikel über “Schlemihl-Records”. Band-Berichte kommen aus dem Hause Perkele, Albert Fish und Schusterjungs-Drummer Chicken gibt einen Einblick in die Band-History. Alles gut leserlich geschrieben und ziemlich locker im Ton. Obendrauf gibt es noch einen Kneipentipp, diesmal das “Pakaukau” in Lubmin (Ostsee). Wer also auf der Suche nach Szene-Berichten/Infos/News und sonstigem Lesestoff über die Rock´n´Oi-Szene ist der kann beim PARADISE COVE ganz beruhigt zuschlagen. Wirklich ein schönes Magazin.
2  Domme

 

No room for ROCKSTARS DVD (25.04.2012)

(Sideonedummy Records / Cargo Records)
Kaum ein Festival in der Punk und Hardcorekultur ist größer als die alljährlich stattfindende Vans-Warped-Tour und von daher war es eigentlich schon längst überfällig das sich mal jemand mit einer ordentlichen Kamera bewaffnet und aufmacht um hinter die Kulissen dieses Giganten zu blicken. Skate-Legende Stacey Peralta, Agi Orsi und Paris Patton, die dem skateboardfahrenden Volk schon von Dogtown- & Z-Boys bekannt sein dürften, haben aus über 300 Stunden Filmmaterial hier einen angenehmen Querschnitt zusammengestellt, der zum Teil recht tiefe Einblicke in das typisch amerikanische Festival liefert. Schon über Jahre hinweg bemüht sich das Team der Vans Warped Tour eine abwechslungsreiche Schnittmenge jeglicher Subkulturen des Musikbusiness zu bieten. Wirkliche Genregrenzen gibt es da nicht und so ist dieser Film eigentlich auch bedingungslos sämtlichen Szenen zu empfehlen. Das reicht von englischem und amerikanischem Punkrock über Ska, Hardcore, Metal, Alternativ bisweilen zum Bereich Pop. Über die gesamte Tour 2010 hat das Filmteam dieses Festival begleitet und dabei stellenweise recht interessante Eindrücke vor die Linse bekommen. No Room For Rockstars ist nicht nur eine einfache Dokumentation, sondern hier kommen Bands, Mitarbeiter, Rowdys und genauso auch Fans zu Wort und erklären was ihnen die Tour bedeutet. Zwischenzeitlich wird eine junge Band begleitet, die davon träumt auf eine der kleineren Bühnen des Festivals aufzutreten und so etliche Meilen der Tour in einem kleinen Van hinterher fährt und  dafür sämtliche Strapazen auf sich nimmt. Zu sehen gibt es Material von recht unbekannten Bands wie beispielsweise den Folkrockern von Flatfoot 56 bis hin zu allseits bekannten Namen wie Sum 41, Bring Me The Horizon , den Bouncing Soles oder auch Pennywise. Oben drauf gibt es zu dem 97 Minuten langen Film nochmal extra 90 Minuten Bonusmaterial und eine zusätzliche Audio-CD mit so illustren Namen wie den Specials, Suicidal Tendencies, Sick Of It All, Descendents und neben weiteren Bands auch die definitiv zu erwähnenden Buzzcocks. Wie man sieht hier wird weit über den Tellerrand geschaut und man limitiert sich nicht selbst auf dieser Tour. Bei guter Musik gibt es eben kaum Grenzen und so hat der Film auch mehr Bestand als nur eine kleine Szene zu bedienen. Auch wenn das Spektakel alljährlich von der Skater Bekleidungsfirma Vans gesponsert wird, muss man nicht zwangsläufig Skater sein um an dem Film gefallen zu finden. Letztendlich ist den  Machern hier ein exklusiver Einblick in das Festival gelungen, der Neugierige sowie auch Fans der Musik  und auch den ein oder anderen Extremsportler interessieren dürfte. Mit der Audio-CD gibt es dann auch einen Grund um das Teil öfters mal aus dem Regal zu nehmen und so würde ich sagen hat No Room For Rockstars eine definitive Daseinsberechtigung, auch wenn man nicht gleich mit jeder Band etwas anfangen kann. Die 97 Minuten wirken trotz allem recht interessant und unterhaltsam.   Note: 2-3 Daniel

Split: Maraboots & Stomper 98 CD (25.04.2012)

(UVPR, www.uvpr.fr)
Hier der 3. Streich vom französichen Label UVPR Vinyles Records. Dieses mal mit deutscher Beteiligung, mit der zur Zeit beliebtesten Skinheadband Deutschlands Stomper 98. Die andere Seite dieser Split 7“ ist eine französische OI! Band aus Paris zu höre, Maraboots. Diese Band ist das französische Gegenstück von Stomper 98, der Sound kling sehr ähnlich. OI! Punk mit Saxophon  sag ich da nur.  Zum auf der 7“ enthaltenem Song Crepuscule gibt es ein cooles Video, welches Ihr Euch anschauen müsst.  Dann werdet Ihr meinen Vergleich mit Stomper verstehen.Mit den beiden Songs von Stomper zollen diese 2 alten Punk/OI“! Bands aus Frankreich Tribut. Einmal werden Komintern Sect (Ihr d oben) gecovert, ein sehr politischer klassenbewusster Song, working class eben. Der andere Song stammt von Camera Silens (Realität) und ist fast noch besser als der vorherige Song. Vor allem der Text hat es mir angetan, tiefgehend, zum Nachdenken anregend. OI! The Lyrics…Stomper haben es gewagt französiche Punkrocksongs zu übersetzen und neu zu gestalten und dieses ist Ihnen hervorragend gelungen. Ohne die Originalsongs zu kennen, behaupte ich da die hier gecoverten besser sind. Da hat das Label aus Frankreich ein ganz starkes Stück Vinyl produziert. Pflicht!!   1   sickguy77

Off – s/t CD (24.04.2012)

(Vice Records)
Keith Morris, ja genau der Typ von Black Flag, knallt uns hier mit “Off!” das Debüt-Album seiner neuesten Combo um die Ohren. Mit OFF! macht der gute Mann genau da weiter wo er im Grunde vor 35 Jahren begonnen hat. Es gibt Old School Hardcore-Punk kalifornischer Prägung. schrammelige Gitarren, mal etwas schiefe Soli, hohe Geschwindigkeit und einen wirklich charismatischen Gesang, der sehr gut zu der musikalischen Schiene passt. Der Gesang hat wirklich etwas und kommt nicht so “08/15″ daher, wie leider bei einigen anderen Combos. So fühlt man sich oft an Black Flag oder auch an die Dead Kennedys erinnert. Die Songs sind sehr direkt auf den Punk(t), haben ordentlich Schub, Dampf und wirklich Druck. Man wird quasi direkt von ihnen angesprungen. Das zieht sich gnadenlos direkt vom Opener “Wiped Out” bis zum letzten Song “I need One (I want one)”. Die Produktion ist natürlich nicht perfekt, glatt oder sauber. Ganz im Gegenteil! Hier gibt es Ehrlichkeit, Dreck, Rotz und Rock n Roll ohne Schnörkel. Das passt wirklich wunderbar zueinander, muss auch so sein und macht einfach Laune. Also, ich gebe mir wirklich mühe hier auch etwas negatives zu finden. Ich finde aber nichts! Umso besser! Das Quartett um Morris haut uns einen Song nach dem anderen vor den Latz und handelt dabei ziemlich kompromisslos. Die Platte (ok, der Download) rotiert zum 4. mal und wird dabei immer besser. Klasse! Es kommt keine Langeweile auf und es (selbst mich) nervt nichts. Die sechzehn Songs knallen wie Sau und versprühen jede menge echte Punkrock Attitüde. Werde die Scheibe demnächst mal einem Kumpels-Trinkabend aussetzen und gucken wie sie sich dabei schlägt, aber ich denke da sie wirklich auch im komplett “trockenen Wohnzimmertest” besteht wird es da keine Überraschung geben. Super Ding! 1   Domme

The Detectors – I Deny CD (23.04.2012)

(True Rebel / www.true-rebel-records.com)
Natürlich könnte ich jetzt 100.000 Bands nennen, welche sich die Jungs von den Detectors bis zum erbrechen reingezogen haben. Alte Fat Wreck Klamotten oder “moderneren” Stuff wie Anti Flag oder Rise Against. Das haben sie auch sicherlich getan, aber eine  0815 Kopie dieser Acts sind sie bei weitem nicht. Denn was diese Jungs auf  ihrem zweiten Album abziehen, besitzt eine völlig eigene Note und muss sich hinter keiner anderen Band verstecken. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter nd sage, das sie um längen besser sind als so manch gehypte US-Band. Die zwei bis zweieinhalb Minuten Songs sitzen auf den Punkt genau. Da passt jedes Break. Jedes Detail wurde ausgearbeitet. Die Hooks und Chöre sind einfach nur geil. Und on top gibt es eine dicke und differenzierte Produktion. Obwohl eigentlich jeder der 15 Songs ( inklusive Intro) killt, nenne ich mal “Sarrazin” oder “L´insurrection qui vient” als Anspieltip. Das die Jungs bei “I was a teenage capitalist” bei Iggy Pop klauen sei ihnen verziehen. Ich denke das es eher eine Hommage an ihn ist. Oder doch Zufall? :-) Hinzu kommen tolle Texte, die sich nicht nur um die üblichen Fun Themen drehen, sondern das aktuelle Tagesgeschehen behandeln. Mit coolen Liner Notes. Was ich sagen will: Bevor man Rise Against zig Euro in den Rachen ballert und in einer stickigen Westfalenhalle mit 1 Live Teens und deren Eltern “Punkrock” feiert, sollte man in die kleinen Clubs gehen und eine Band wie “The Detectors” supporten. Es lohnt sich. Note: 2+   Marcel