Category Archives: Reviews A-I (Archiv)

CJ Ramone – American Beauty CD (23.03.2017)

(Fat Wreck Chords / Edel)
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die ersten zwei Soloalben von CJ einfach ignoriert habe, obwohl ich mich als großer RAMONES Fan bezeichnen würde. Daher war ich äußerst happy, als ich die neue Scheibe von ihm in der Post fand, um sie zu besprechen. Als die CD dann vor mir lag, überlegte ich kurz, was mich wohl erwarten würde bzw. was ich von der Platte erwarte, denn schließlich weiß man nie, wie sich Künstler entwickeln und welche Richtung sie einschlagen. CJ RAMONE geht jedenfalls kein großes Risiko ein und haut ein fast astreines „Ramones“ Album raus. Ein wenig experimentiert er zwar, aber im Großen und Ganzen klingt das hier stark nach den Punkrockhelden. Das ist aber überhaupt gar kein Problem oder Kritikpunkt, denn wenn ich mir ein Album kaufe, auf dem irgendwo das Wort Ramone steht, dann erwarte ich genau das. Stellt sich eigentlich nur die Frage nach der Qualität der Songs, mit der alles steht und fällt und da muss ich sagen: Chapeau CJ! Unter den zwölf Songs verbergen sich einige richtige Perlen, die das Zeug zu einer Dauerrotation bei mir haben. Speziell „Lets Go“, „Run Around“, „Steady As She Goes“, „Moral To The Story” und „Yeah Yeah Yeah” haben es mir angetan. Klasse Melodien mit hohem Mitsingfaktor, eben ganz so, wie man es aus der „guten alten Zeit” gewohnt ist. „American Beauty” ist, wenig überraschend, ein Ramones-lastiges Soloalbum geworden, was aber durch seine klasse Songs sehr wohl zu überzeugen weiß. Als RAMONES-Fan sollte man zugreifen. Note: 2+ East Side Daniel

Frühstückspause – Balla balla nach Walhalla CD (21.03.2017)

(Spirit of the Streets Records)
Mittlerweile das fünfte Album der Funpunkcombo aus Altenburg. Man muß es schon mögen, dieses karnevalistische, meist recht stumpfe Herumgepolter mit größtenteils sexistischen, absurden oder oft auch ironisch-schlagermäßigen Inhalten, wenn man sich auf dieses Genre einlassen möchte. Nixdestotrotz behauptet sich dieser Musikstil schon seit Dekaden hartnäckig und offensichtlich erfreut er sich hierzulande bei vielen auch großer Beliebtheit. Musikalisch gehören Frühstückspause auch sicherlich zu den besseren, fähigeren Truppen im Vergleich zu Unzumutbarkeiten wie z.B. Vorsicht Stufe – allerdings ist es mit solchen Platten immer so eine Sache: Hört man sie zum zweiten oder dritten mal, ist der Witz dann irgendwie verraucht und es fängt an zu nerven, wenn man nicht gerade voll ist wie ein Eimer und dagegen hilft dann auch nur noch der beherzte Griff zur Doppelkornpulle. An launigen Ideen mangelt es den Thüringern jedenfalls zu keiner Zeit: egal ob Helene Fischer Songs durch den Wolf gedreht werden (gnadenlos…), oder die vielbeschworene Political Correctness aufs Korn kommt (Mösenzecke) und auch, daß hier schon mal knapp am Plagiat vorbei geschrammelt wird (Provinzmädchen) ist schon irgendwie ok beim ersten mal Hören. Aber leider eben nur beim ersten mal. Mit E.S.M.I. und Punkrock-altersheim finden sich dann doch auch noch vereinzelt Titel, die ich häufiger hören kann, ohne meinen Kopf gegen die Wand schlagen zu wollen. Subtil ist natürlich anders aber deswegen reichts ja auch bei mir noch für befriedigend…wobei ich mir sicher bin, daß ich das live sicher besser bewerten würde – aber dann hätte ich sicherlich auch schon ein paar Erfrischungsgetränke im Bauch und wäre näher an der Zielgruppe….Kai

The Grabowskis – Sicher in die Zukunft LP (20.03.2017)

Nach ihrem Debut „1977“ (das Ich Euch immer noch ans Herz lege, da dieses Album einfach nur grossartig ist), hier nun neue Aufnahmen der Combo, namens „Sicher in dieZukunft“. Es gibt insgesamt 14 Songs, davon 10 in Deutsvher, 4 in Englischer Sprache, wobei mir persönlich die Deutschspürachigen Songs wesentlich besser gefallen, aber das ist, wie alles so im Leben, einfach nur Geschmacksache. Die Lp kommt in Lila Vinyl, ist auf 500 Stück limitiert und eine Co-Produktion zwischen der Band und „Kloppstock Records“, wobei mir das label bisher vollkommen unbekannt ist. Den ersten 250 LPs liegen als Beilage 2 Aufkleber bei plus Inlay mit allen texten, wobei es bei den restlichen dann nur noch ein Aufkleber plus Inlay daher kommt, was man wohl gut verschmerzen kann.Ach ja…..ein Download Code liegt der LP auch noch bei. Das Teil koste schlappe 10 Oironen und Ihr könnt es bei der Band, beim Label oder auf Konzerte Kaufen, also Möglichkeiten genug. Musikalisch gibt es hier das volle Brett Punk Rock der alten Schule, ohne Schnörkel. Textlich gegen Faschos, über´s Saufen und Randale gibt es auch das ein oder andere mal, was hier einfch passt. Wer die Band live sehen möchte, kann das am 24.3 im Schwerter Rattenloch machen, wo die Band Ihre Release Party feiern wird. Für mich ist der neue Tonträger ein wenig schwächer als das Debut Album und deshalb gibt es von mir „nur“ eine 2. FRANK

Girlschool – Demolition / Hit & Run / Screaming blue Murder CDs (18.03.2017)

(Dissonance)
Dissonance Records buddelt mal wieder in der Rockgeschichte rum und veröffentlicht die ersten drei Girlschool Platten neu. Gute Sache, da die Platten richtig gut und historisch wertvoll sind. Leider geht aus dem Promogedöns nicht hervor, ob wieder nur digital oder auch als Vinyl oder Cd. Is dann halt so. Girlschool waren Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger eine der wenige, wenn nicht die einzige All Girl Band im Metal Sektor und wurden durch ihre Zusammenarbeit mit Motörhead bekannt. Ihr Sound war eine Mischung aus Slade artigem Pop und NWOBHM und ist bis heute eine Blaupause für Bands wie The Donnas, deren Spätwerk ist eine 1:1 Kopie der ersten Girlschool Scheiben odr auch Crucified Barbara, Hellacopters und zig anderen dreckigen Rockbands. Die ersten beiden Scheiben, „Demolition“ und „Hit & Run“ gehören in jeden vernünftigen Plattenschrank, hier regieren röhrende Gitarren und die Band hat hier auch ihre Hits. „Demolition Boys“, „Emergency“, „Race with the Devil“ vom Debut, „C`mon let´s go“, „The Hunter“ und „Watch your Step“ von der zweiten sind alles In Your Face Hits. Dazu kommen als Bonus auf „Hit & Run“ noch Songs, die mit Motörhead aufgenommen wurden. All Killers, no Fillers. Die dritte Scheibe „Screaming Blue Murder“ fällt im Vergleich zu den beiden ersten etwas ab. Wo vorher jugendliche Raserei regiert hat, wirkt jetzt alles kontrollierter und weichgespülter. Die Band orientiert sich weg vom derben Motörhead Sound stark in Richtung Glamrock. Das ist nicht schlecht, mir aber zu erwachsen. Daher gilt, die ersten beiden Lps Pflicht, die dritte optional. ROLAND

Der feine Herr Soundso – Beweisstück A 12“ Vinyl-EP inkl. CD+DL (14.03.2017)

(Bakraufarfita Records / www.bfr-records.de)
Ich mag es ja, wenn ich von neuen Bands zunächst einmal eine Single bekomme, denn dann kann ich mir schon mal einen guten ersten Eindruck verschaffen. Diese Chance haben DER FEINE HERR SOUNDSO perfekt genutzt, denn „Beweisstück A“ weiß durchaus zu gefallen. Der Sound der Jungs liegt, nicht nur laut eigener Aussage, irgendwo zwischen MUFF POTTER und PASCOW und dröhnt druckvoll aus den Boxen. Für ein Debüt ist die Qualität auch erstaunlich gut, denn viele Bands kommen erst einmal mit schrammligen Demoaufnahmen um die Ecke, nicht so in diesem Fall. Wer allerdings erst mit Mitte Dreißig eine Band gründet, hat vielleicht auch einen schmalen Taler beiseitegelegt, den er investieren kann. Abgesehen vom gelungenen Sound, überzeugen mich auch die Texte. Im Promoschreiben heißt es so schön „der Feine Herr Soundso regt sich gerne auf“ und dafür gibt es heutzutage ja leider mehr als genug Gründe – Flüchtlingskrise, rechte Spackos,… Im Vergleich zu vielen Kollegen, verpacken sie die Thematiken sehr schön ohne dabei abgedroschene Klischees zu verwenden: „Keine Nazis ist schon klar, dass betont ihr jedes Mal, euer Kutter hat nur leichte Steuerbord Schlagseite.“ Ich kann „Beweisstück A“ jedem Fan der oben genannten Bands wärmstens empfehlen. Note: 2 East Side Daniel

Broilers – [SIC!] LP/CD (11.03.2017)

Ein wenig Zeit haben sich die BROILERS gelassen, mit ihrem neuen Longplayer, aber das Warten hat sich DEFINITIV gelohnt! Gleich zu Beginn der Platte hagelt es einen Hit nach dem anderen. Los geht es mit „Nur ein Land“, einer mehr als gelungenen Bestandsaufnahme der Situation in Deutschland anno 2017. Wenn man sich den Song so anhört, kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln, angesichts der Dummheit und Intoleranz die hierzulande herrscht. Danach folgt „Bitteres Manifest“, das es schon vorab zu hören gab, genauso wie „Keine Hymnen heute“, was sich anschließt. Letzterer Track ist sicherlich einer der besten der ganzen Platte und wer sich das Video bis jetzt noch nicht angeschaut hat, sollte das unbedingt nachholen. „Die beste aller Zeiten“ im Anschluss entwickelt sich erst langsam zum sing-a-long Track, bleibt dann aber umso hartnäckiger im Kopf hängen. Die zwei darauf folgenden Stücke „Irgendwas in mir“ und „Gangster, Gangster“ sind dann der Durchhänger der Platte, da sie mich auch nach endlosen Runden auf im Player nicht wirklich überzeugen können. Umso schöner ist es dann Songs wie „Ihr da oben“, „Und hier steh‘ ich“ oder „Meine Familie“ um die Ohren gehauen zu bekommen, denn da zeigt die Band ihr ganzen Können. Generell kann man sagen, dass [SIC!] in Sachen „Hitdichte“ seinen Vorgänger locker toppt. Soundtechnisch klingen die BROILERS wieder rauer und druckvoller als auf „Noir“, was die ewigen Nörgler zwar auch nicht zufriedenstellen wird, da sie „früher viel dreckiger“ klangen, mich aber völlig zufrieden stellt und glücklich macht. So verwundert es nicht, dass sich das Vinyl seit der Veröffentlichung stetig auf meinem Plattenteller dreht. Man kann sagen, dass „[SIC!]“ ein großartiges (Punk)Rock-Album ist, das um einiges besser als sein Vorgänger und schon jetzt ein Anwärter auf das Album des Jahres ist! Note: 1 East Side Daniel

Cyanide Pills – Sliced And Diced LP/CD (09.03.2017)

(Damaged Records/Cargo Record Vertrieb)
Die Cyanide Pills aus Leeds hauen ihr drittes Album raus. Geboten bekommt man hymnischen, Pop beeinflussten Punk, der mich an Bands wie Public Toys, The Shocks oder auch The Briefs erinnert. Los geht es mit zwei starken uptempo Nummern, von denen vor allem „Stop and Search“ ein großer Hit ist, auch das folgende „Still bored“ knallt ordentlich rein. Die Band hat ihre Stärken einfach in ihren schnelleren Songs, wenn sie das Gaspedal durchtreten und mit fetten Refrains zum Mitgröhlen animieren. Es gibt zwar auch langsame, eher rockige Songs wie „Laid off“, aber die sind zum Glück in der Unterzahl. Nicht, dass die schlecht sind, aber klingen mir zu sehr nach Siebziger Jahre Glamrock und das ist nicht meine Baustelle. Allerdings werden einem auf der Lp 18 Songs geboten, da macht ein wenig Abwechslung nichts aus. Der Sound ist ordentlich, rotzig genug, aber dabei doch differenziert genung, um alle Details zu hören. Ich mag es, wenn der Bass prägnant ist und nicht nur im Hintergrund rumpumpt. Gute Platte, die Leute, die obige Bands mögen, oder Klassiker wie Buzzcocks oder Lurkers verehren, definitiv mal austesten sollten. Die Jungs kommen auch auf Tour, da kann ich mir vorstellen, dass der Sound noch besser rüberkommt. Also anschauen gehen und Platte einsacken. 2 ROLAND

The Bombpops – fear of Missing Out CD (07.03.2017)

(Fat Wreck Chords)
Sage und schreibe hat die Band nun gebraucht, um Ihren ersten Longplayer rauszubringen. Das liegt an dem wahnsinnig hohen Verschleiss an Bassgitarristen und Schlagzeugern, die sich die Klinke in die Hand gegeben haben. Originalmitglieder sind die beiden Frauen der Band, Jen und Poli, da ist es kein Wunder, das es weiblichen Gesang zu hören gibt, meiner Meinung nach viel zu selten. Die Band kommt aus dem Süden Kaliforniens, und als Musikalische Einflüsse werden gerade die Bands genannt, welche Label wie Fat Wreck oder Epitaph in den 90ern groß machten. Soll heissen Bands wie Strung Out, Bad Religion, No Use For A Name und Pennywise zählen zu den musikalischen Vorbildern. Das kann man auch hören, zum Teil schnelle melodische Punkrocksongs, die es in sich haben. Die Songs teilen sich auf in den typischen Fat Wreck Sound, dann aber gibt es wieder Songs zu hören, die aus der Ramonesschule stammen könnten. Da fallen mir ganz spontan The Masked Intruders ein, oder eine Band, welche anfangs für Bombpops Texte gschrieben haben, Teenage Bottlerocket. Das Ganze als Poppunk abzustempeln greift viel zu kurz, man sie aber auch nicht in die typische Fat Wreck Schublade packen. Zum einen also poppige Melodien, die sich mit harten schnellen Passagen abwechseln, dazu der sich zum Teil wechselnde Gesang von Jen und Poli, machen ‚Fear Of Missing Out‘ zu einem eingängigem guten Punkrockalbum. 2 sickguy77 Anspieltipps: All in a day’s lurk ; Watch me fold

Blasenschwäche – Alter Dreck frisch aufgebrüht CD (06.03.2017)

(SN-Rex / www.sn-rex.de)
Bei manchen Bandnamen schwant mir schon im Vorfeld Übles, denn seien wir doch mal ehrlich, BLASENSCHWÄCHE ist jetzt nicht gerade der megageile Name. Das einzig Gute daran ist, dass ich meine Erwartungen an die Platte stark runtergeschraubt habe, um den Schmerz in Grenzen zu halten. Trotzdem tat es weh und ich kann dieser Platte nicht viel abgewinnen. Hier rumpelt schlecht gespielter Deutschpunk aus den Boxen, der dem Begriff Uffta-uffta alle Ehre macht. Nach Jahren hat sich die Band noch einmal zusammengetan und ihren alten Kram „frisch aufgebrüht“. Ich weiß zwar nicht, wie die Originale klangen, doch angesichts der Tatsache, dass die neu eingespielten Songs mich soundtechnisch nicht überzeugen können, will ich das auch gar nicht. Zumindest textlich gibt es bei den insgesamt 28 Songs (!!!) einige Lichtblicke, die aber im großen schwarzen Meer der Plakativität sang und klanglos untergehen. Wer die Band von früher her kennt, kann sich hier sicherlich das Vinyl der Werkschau besorgen, aber für den Rest gilt, das hier ist wirklich „Alter Dreck frisch aufgebrüht“ und kaum genießbar. Note: 4- East Side Daniel

Gulag Beach – apocalyptic beats LP (01.03.2017)

(Phantom Records)
Anfangs stand die Meldung im Raum, dass die Band aus Nordkorea stammt, Fake News um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Die Band kommt aber aus Berlin, nichts Rebellion gegen den Steinzeitdiktator. Also nicht wie rauf auf den Plattenteller mit dem guten Stück. Also nicht wie rauf auf den Plattenteller mit dem guten Stück. Was ich dann zu hören bekam hat mich mehr als überrascht, neun Songs lang gibt es Punkrock zu hören, den ich am ehesten in die 77er Punkrockschublade stecken würde. Da schwanken die Songs vom Midtempo Bereich (Valley of death), bis zum Punkrocksmasher (Supernova Solution). Alle Songs sind eingängig und fräsen sich gnadenlos in Deinen Gehörgang um sich dort einzunisten. Das schaffen sie auch über die gesamte Spielzeit, heißt man hat das Level der Songs beständig hochgehalten. Wer es dann auch noch schafft den Song „Ich sauf allein“ von Hammerhead so zu interpretieren, dass man Ihn fast nicht wiedererkennt, weil er so viel besser ist, spricht für sich. Musikalische Verstärkung man mit Lisa von den Toylettes, welche den Hintergrundgesang für den Song „Down the drain“ ablieferte. Ich werde mich jetzt erst einmal auf die Suche nach dem ersten Album machen, die Band gehört ab jetzt zum Pflichtprogramm. 2 sickguy77