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(www.ox-fanzine.de)
Die große Geburtstagssause ist vorbei und man wendet sich beim Ox wieder dem alltäglichen Geschäft zu. Dass die Damen und Herren dieses mehr als beherrschen, beweisen sie mit Nummer 101 wieder einmal sehr eindrucksvoll. Ein vollgepacktes Heft, bei dem ich mich gleich auf DIE ÄRZTE, IMPERIAL STATE ELECTRIC, NAPALM DEATH, BONSAI KITTEN und KALTFRONT stürze. Nachdem der Geruch des neugedruckten Heftes etwas verflogen ist, mache ich mich daran weitere interessante Artikel zu finden. Die sind auch schnell gefunden, denn neben den Coverbildhelden von ANTI-FLAG, finden sich noch T.S.O.L., DEATH BY STEREO, DUESENJAEGER, SONNY VINCENT, DEMENTED ARE GO, Sascha Wolf von WOLVERINE RECORDS und ein sehr lesenswertes Interview mit PETER AHLQVIST. Hier handelt es sich um keinen geringeren als den ehemaligen Chef von BURNING HEART RECORDS aus Schweden, welcher mit Refused, The Hives, T(I)NC oder auch Millencolin für die Punkwelle der Neunziger mehr als wichtig war. Dass dieser Typ eine Menge zu erzählen hat, kann man sich ja vorstellen. Den Reviews, Konzertberichten und sonstigen Texten werde ich mich jetzt in aller Ruhe widmen und lege euch nur ans Herz, kauft dieses Magazin, damit das Ox immer immer weiter machen kann! Achso, hätte ich fast vergessen – die CD-Beilage. Bei dieser bin ich zunächst etwas irritiert, denn die ersten beiden Tracks langweilen mich doch extrem. Danach wird die Mucke aus meiner Sicht aber schnell besser und schon Track vier THE CYMATICS bringen mich zum Feiern. Nun muss ich mich doch glatt mal mehr mit dieser Band beschäftigen. Danach gibt es wie jedes Mal Licht und Schatten, als Hintergrundsoundtrack – mit gelegentlichen Überraschungen – ist diese Scheibe aber gut geeignet. Note: 2 East Side Daniel
(Black Star Foundation / Cargo Records)
Nun Ja, Post-Rock!??! Hmm, kenn ich nicht, hab ich auch noch nie was von gehört. Infozettel nur mal kurz überflogen und rein mit der CD. Einfach mal überraschen lassen, dachte ich mir jedenfalls. Das erste Lied beginnt ziemlich träge, was sich jedoch mit fortschreitender Laufzeit ändert. Innerhalb des Songs wird ein gewisser Spannungsbogen aufgebaut der sich mit der Zeit dann steigert und das Stück immer kräftiger werden lässt. Auf melancholisch verträumte Parts, die sich einem gewissen New-Wave Einfluss nicht unterwerfen können, folgen dichte und kräftige Klangteppiche verwoben mit rockigen Gitarren. Ist das jetzt ein Intro oder schon der Stil der Schweden? Song Nummer 2 beginnt und erinnert mich irgendwie an das damalige Wildhoney-Album der Band Tiamat. Melancholische Parts gemischt mit rockigen atmosphärischen Sounds, jedoch noch immer ohne Gesang. Prinzipiell wird hier wie auch beim ersten Song weiter verfahren. Die Musiker versuchen wieder einen gewissen Spannungsbogen aufzubauen, was ihnen eigentlich auch ganz gut gelingt. Ruhige Parts harmonieren hier mit ausgefeilter Gitarrentechnik die manchen Musiker an der Klampfe sicherlich blass aussehen lassen, aber irgendwie will sich hier kein Sänger outen. Der nächste Song läuft nach dem gleichen Schema ab und die danach folgenden ebenfalls. In der Zwischenzeit habe ich mir den Infozettel nochmal etwas genauer rein gezogen und meine Befürchtung hat sich nach dem dritten Song tatsächlich bewahrheitet. Die Schweden verzichten komplett auf Gesang und versuchen nur die Musik für sich sprechen zu lassen. 52 Minuten Instrumental-Musik ist definitiv ein mutiges Projekt, was eigentlich aufgrund der guten Musiker auch zum Großteil funktioniert. Allerdings bin ich dann auch mal so ehrlich und gebe zu das ich mit solcher Musik absolut nichts anfangen kann. Hier ist null Prozent Punkrock an Bord, so dass die Spielzeit des Albums für mich zu einer kleinen Zerreißprobe zwischen mir und der Skip-Taste wird. Das ist definitiv Musik die man herrlich zum entspannen mit Kerzenlicht in der Badewanne genießen kann. Danach ist aber auch gut und dann muss wieder etwas rotzigere Musik mit Ecken und Kanten auf den Plattenteller. Wer es gerne atmosphärisch und experimentiell mag und auch leicht psychedellischen Klängen nicht abgeneigt ist, für den könnten PG.Lost evtl. genau das richtige sein. Mich erinnert das ganze stellenweise an eine Mischung aus Monster Magnet, dem Bass-Spiel von The Cure und wie schon erwähnt Tiamat zu Zeiten ihres Wild Honey-Albums. Auf Gesang wird hier jedoch vollständig verzichtet und damit wird mir das ganze dann zu schwer verdaulich und zäh. Note: Ohne Wertung Daniel
(ISBN 978-3-85445-371-0 / www.hannibal-verlag.de)
Anthony „LT“ Menginie war noch ein Kind, als sein Vater, der Präsi des Pagans Biker Clubs in den Knast muß. Seine Mutter war nie fähig „LT“ richtig zu erziehen, da Sie sich auch immer im Rockerumfeld aufhielt und Alkohol plus Drogen Ihr wichtiger waren, als ihr eigenes Kind. So wurde „LT“ praktisch von der Rockergang „großgezogen“ und lernte von frühester Kindheit, wie so eine Rockerbande funktioniert(e). Organisiertisches Verbrechen, Drugs, Kloppereien & Schießereien, sowie wilder Sex war ein ständiger Begleiter seiner Kindheit / Jugend. Doch irgendwann hatte „LT“ die Fresse voll von dieser Lebensweise und entschied sich, nach dem Ihm nachegelegt wurde, seine Vater zu töten, die Gruppe zu verlassen und es ist mir immer noch ein Rätsel, das er noch lebt, gerade nach dem er seine Geschichte mit einer Co – Autorin niederschrieb, die bestimmt nicht allen der Pagans Crew gefallen dürften. Auf insgesamt 294 Seiten schreibt er seine Geschichte auf, die manchmal spannend, aber auch oft sehr zäh rüber kommt und mich persönlich deshalb nicht komplett fesseln kann. Ein wenig mehr hatte Ich mir von diesem Buch schon erwartet. 3  FRANK
(Hannibal Verlag, www.hannibal-verlag.de)
Schon wieder ein Buch über Australiens größten Musikexport? Gibt es nicht schon genug Bücher die sich mit AC/DC befassen? Ja sicherlich, es wurde schon die eine oder andere Band-Biografie veröffentlicht, aber mit Mark Evans berichtet erstmals ein (ex-) Bandmitglied über seine Zeit mit der “größten Pub-Band der Welt”. Der ehemalige AC/DC-Bassist (1975-1977), erzählt sehr anschaulich und lesenswert über seine Jugend in einer härteren Gegenden von Melbourne, seine ersten musikalischen Gehversuche, Berufsausbildung und über die eine und andere Frauengeschichte. Richtig interessant wird das Buch natürlich mit seinem Einstieg bei AC/DC. Evans gewährt viele Insider-Einblicke in das Bandgefüge, erzählt mit welchem Ehrgeiz Angus, Malcom und George Young die Band nach vorn getrieben haben, ohne allerdings zu hart mit seinen ex-Arbeitgebern ins Gericht zu gehn. Er bleibt stets fair und schildert einige lustige, unterhaltsame aber auch ernsthafte Anekdoten aus der Anfangszeit einer der größten Rockbands unseres Planeten. Das alles spielt noch vor den großen Stadion-Tourneen. Es wird von kleinen, schwitzigen Clubs berichtet, von Bier, Blut und Schweiss. Beteiligt war Evans in musikalischer hinsicht an den Alben: High Voltage, Dirty Deeds Done Dirt Cheap und Let There Be Rock, die natürlich alle als Klassiker der Rockmusik gelten. Es gibt etwas über Sauf- und Prügelgeschichten zu lesen, und auch einige Groupie-Geschichten erläutert Evans. Allerdings niemals in so reißerischer Form wie zB. Mötley Crüe in ihrer Biografie “The Dirt”. Mark Evans bleibt eher Gentleman und breitet nicht jedes schmutzige Detail haarklein aus. Interessant sind natürlich auch die Informationen über Bon Scott, den legendären Frontmann von AC/DC. Ich will hier nich auf alles im Detail eingehen, dann müsste man das Buch ja nicht mehr kaufen. Wer einen wirklich lesenswerten und interessanten Einblick in die frühen Jahre von AC/DC bekommen möchte, der sollte hier zugreifen. Das Buch liest sich locker und leicht und ist recht kurzweilig. Es gibt auch jede menge Fotos (s/w) aus Evans Privatbesitz, die teils einen “intimen” Einblick in AC/DC´s Flegeljahre geben.In diesem Sinne: It´s a long way to the top!
1Â Domme
(Capitol Records / EMI / Starkult Promotion)
Fünf Songs enthält diese EP der KING CANNONS. Zuerst fällt mir die Vielfalt auf. Keiner der Songs klingt nach dem anderen. Es kommt also schon mal keine Langeweile auf. Den Anfang macht der das rockige “Take The Rock”. Der Song erinnert mich sehr an The Clash. Coole Nummer, nicht aggressiv oder hart sondern sehr entspannter Rock mit einer guten Grundstimmung. Eignet sich super als Einstieg in die Platte: “Fäuste hoch und los gehts!” Auch Lied Nr.2, “Teenage Dream”, kommt rockig daher, wird aber zusätzlich noch von einer leichten Ska-Melodie getragen. Richtige Reggae-Stimmung kommt dann beim dritten Titel “Gasoline” auf. “Smoked Out” verbindet auch wieder Reggae und Rock und das australische Sextett macht seine Sache hierbei auch sehr gut. Mir persönlich ist der Roots/Rock-Sound etwas zu brav und könnte etwas härter/rotziger sein, aber das sind ja Geschmacksfragen. Den Abschluss macht das sehr entspannte und ruhige “Time To Yourself”. Die Songs bewegen sich zeitlich alle zwischen 2- 3 Minuten und sind wirklich auf das wesentliche beschränkt. Es gibt keinen unnötigen “Schnick/Schnack” sondern direkte Lieder die gut ins Ohr gehen. Die KING CANNONS werden 2012 die Broilers supporten. Da gibt es dann die Möglichkeit sich einen Live-Eindruck zu verschaffen. 2- Domme
(www.facebook.com/mindthegapfanzine)
Manchmal ist es schon echt komisch, das Leben. Letztens, bei meinem Besuch in London, viel mir und meinen Mitreisenden das erste Mal die U-Bahn Durchsage „mind the gap“ auf. Dank eines Mitstreiters, der dem Englischen nicht wirklich mächtig, unterhielten wir uns darüber und es wurde während der Reise so eine Art Running-Gag. Ein paar Wochen später flatterte mir dann meine erste Ausgabe des „Mind the Gap“ Fanzines ins Haus und ich musste sofort an London denken und meine Leidensgenossen vom Trip informieren. Wir lachten alle herzlich über diese kleine sympathische Anekdote. So ähnlich ging es mir anschließend mit dem Magazin, denn das „Mind the Gap“ ist ein kleines, aber sehr feines Heftchen ohne großartigen Firlefanz; keine CD-Beilage, komplett in schwarz-weiß gehalten und nicht zu überladen, wie manch anderes Zine. Beim ersten durchblättern wird dann auch noch schnell klar, dass hier jede Mende Lesestoff für mich drinsteckt. Auch wenn manche Artikel bereits einige Zeit auf dem Buckel haben dürften, so sind sie doch allesamt interessant zu lesen. Es erklärt sich aber auch von selbst, dass ein Bericht vom Rebellion Festival (August 2011) erst im Frühjahr 2012 erscheint, wenn man bedenkt, dass das „Mind the Gap“ einmal im Jahr erscheint. Das erklärt auch, dass die meisten Artikel mit viel Liebe gemacht sind. Die Autoren haben eben richtig viel Zeit und sammeln über das Jahr hinweg Dinge, die sie wirklich interessieren. Besonders gefallen haben mir, neben dem oben erwähnten Festival, der Bericht von den Sham 69 / Stiff Little Fingers Konzerten und die Interviews mit Alex vom Ruhrpott Rodeo, den Broilers, Generators, CJ von den Ramones sowie Heimatglück. Allesamt gut zu lesen und informativ. Darüber hinaus werden dem Leser noch die Emils, Swingin Uters, Rocko Schamoni etc. vorgesetzt. Da sollte doch für jeden was dabei sein, oder!? Jedenfalls kann ich das „Mind the Gap“ guten Gewissens weiterempfehlen und 2 Tacken hat doch jeder für so ein sympathisches Heft! Note: 1- East Side Daniel
(Crazy Love Records / Cargo Records)
Auch wenn man bei dem Namen Route 67 unweigerlich an irgendwelche amerikanischen Landstraßen quer durchs Nirgendwo denkt, sind hier keine Amis am Werk. Die Russen mit dem irritierenden Namen kommen aus Smolensk und stellen auf dem Debut „Sinful Way“ ihre Definition von Rock´n´Roll vor. Dabei schauen sie links und rechts stets auf den Wegesrand und schlingern durch ein 11 Song starkes Set, dass zwischen Rockabilly und Psychobilly des öfteren hin und her switcht. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass man sich ein bisschen an russischer Folklore vergreift oder so manchen garagenlastigen Song auf die Fangemeinde los lässt. Während die Nähe zum Garage schon allein durch das Cover von Screaming Lord Sutch´s „Jack The Ripper“ deutlich wird, geben die Jungs obendrein genauso hin und wieder im Bereich Country und Blues ordentlich Gas. Eintönig wird es hier also nicht, aber ich brauchte schon die ein oder andere Runde um mich mit der Stimme des Sängers anzufreunden. Manchmal wirkt die Stimme leicht gedrückt, was jedoch durchaus zum Stil der Jungs passt. Egal ob es gerade mehr in Richtung Psychobilly wie bei „The Same Dream“ geht oder sehr melodiös gesungen wird wie beim Titeltrack „Sinful way“. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase hat man sich damit abgefunden und dann passt das ganze sehr gut zusammen. Als Anspieltip würde ich den geheimen Hit der Scheibe „Down The Drain“ wählen, denn hier kommt zum Rock´n´Roll auch noch ein kleiner Funke Punkrock mit dazu und reizt den Stil der Jungs sehr gut aus. Auf der Skala ist nach oben hin zwar noch Luft, aber wir reden hier schließlich von einem Debut und das ist den Jungs hier sehr solide gelungen. Note: 3+ Daniel
(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Redska haben einige Jahre dran gearbeitet die Lücke zwischen den Offenders und Los Fastidios zu schließen. Während die einen die moderne Ska-Ecke besetzen und die anderen sich im Punkrock schon vor Jahren etablieren konnten, bilden Redska genau den Part dazwischen. Mit einem eingängigen Gemisch aus beidem schütteln Redska mit ihrem neuen Album 13 mal Ska-Punk der textlich revolutionären Sorte aus dem Ärmel. Auch wer der italienischen Sprache nicht mächtig ist, versteht hier genügend Worte, die sich gegen Rassismus, Sexismus und Kapitalismus richten. Redska haben also politisch gesehen einiges mitzuteilen und verpacken dies in einer teils spritzigen Mixtur aus Punkrock, Ska und kräftigen Bläsern und peppen das ganze nochmal mit einigen Gastsängern auf. Bei „Hooligan Rudeboy“ hat man sich passenderweise den Sänger der Offenders mit ins Boot geholt, ebenso bei „Studente Precario Revoluzionario“, wo ein Mitglied von der legendären italienischen Ska-Band Arpioni mit Hand angelegt hat. Mit Unterstützung der Sängerin Micky von No Relax huldigt man The Clash bei der Coverversion „White Riot“. Bei einem wunderbar eingeleiteten The Clash Intro wird der Song hier annehmbar verskankt und lockert mit seinem leichten 2-Tone Touch, der an The Selecter erinnert, das Gesamtbild der Scheibe nochmal auf. Es gibt den ein oder anderen Ausflug in benachbarte musikalische Bereiche wie bei „Natura“, wo man sich auf Dub einlässt und so ebenfalls für zusätzliche Abwechslung sorgt. Der Großteil der Stücke bewegt sich jedoch eher im Spielraum des Ska-Punks, bei dem je nach Song mal der Ska mehr in den Vordergund rutscht („Vivo-Steady“) oder auch mal mehr der Punk nach vorne getrieben wird(„ La Rivolta“). Ganz klar, auch mit dieser Ska-Punk-Veröffentlichung wird das Rad nicht neu erfunden, aber Redska jonglieren hier ganz gut mit den Zutaten ,so dass es hier stellenweise wirklich gut ab geht. Die Jungs sind mittlerweile seit 2001 dabei und wissen worauf es ankommt. Auch das 3. Album lebt wieder von angenehmen Tempowechseln innerhalb der Songs, seinen kräftigen Bläsern und einer großen Menge Spielfreude, die bei so gut wie jedem Stück beeindruckend rüber transportiert wird. Wer keine Berührungsängste vor Ska-Punk hat, kann hier locker auf seine Kosten kommen. Als Anspieltip hört in Songs wie dem treibenden „Eroi“ oder dem sehr eingängigen „Quello Che Sei“ rein. Note: 2-3 Daniel
(Crazy Love Records / Cargo Promotion)
Mit ihrem bereits 5. Album melden sich die Franzosen von den Lucky Devils zurück und bedienen erneut auf recht hohem Niveau die Flatträger unter den Crazy United Lesern. Schon der Vorgänger von 2008 kam bei meiner Kritik sehr gut weg, denn was damals gut funktioniert hat führen die Jungs auf „A Mental Jorney“ erneut fort. Kräftiger Psychobilly, ordentlich auf den Punkt gebracht mit der ein oder anderen eingestreuten Coverversion und dann noch mit einem eigenen Etikett versehen, ist das Markenzeichen des Trios. Neben den hervorragenden Eigenkompositionen hab ich auch hier wieder jede Menge Spaß gehabt an den Coverversionen. Da wäre zum einen der X-Ray Spex Song „I´m A Poseur“, der nicht nur Musikgeschmack zeigt, sondern auch genial umgesetzt wurde. Der Song wird eigentlich von einer Frau gesungen und obendrein noch im Original mit einem Saxophon unterlegt. Hier wird auf beides verzichtet und trotzdem wirkt der Songs in dieser Version sehr interessant. Einen dicken Pluspunkt gibt es dann für den Song „Street Dance“ von Break Machine. Die Lucky Devils machen aus dem Song, der eigentlich ein Break-Dance Hit in den 80ern gewesen ist, kurzerhand den „Wreck Dance“. Bis zur Unkenntlichkeit auseinander genommen und wieder zusammen geschraubt, hätte ich den Song beinahe nicht wieder erkannt. Mit einfachem nachspielen bei den Covern wird man den Jungs nicht unbedingt gerecht, denn hier wird schon darauf geachtet, das man sein eigenes Süppchen daraus kocht. Als drittes und mir letztes bekanntes Cover steht dann noch „Blue Hotel“ von Chris Isaak an und da der Song ja eh schon recht Rock´n´Roll mäßig ausgestattet ist, geht auch hier das Neuinterpretieren vollkommen in Ordnung. 12 Songs, davon 4 Cover finde ich als Verhältnis zum Auflockern noch vollkommen legitim, denn mit den anderen Stücken beweisen die Franzosen ganz klar, dass sie auch darauf verzichten könnten. Laut Infoschreiben gibt es eine 4. Coverversion, die ich aber beim besten Willen nicht ausfindig machen konnte. Spricht ja dann wohl für den eigenen Stil der Jungs mit denen die Eigenkompositionen wirklich genauso gut funktionieren. Gerade Songs wie „Hinnom“ oder „Psychophobia“ können mit einem satten Sound zwischen 80er Psychobilly und moderneren Elementen wie sie auch bei den Nekromantix zu finden sind, ordentlich den Allerwertesten treten. Es gibt kleine Ausflüge in benachbarte Rock´n´Roll-Bereiche wie dem Song „Cuckoo Songs“ ,bei dem eine Westerngitarre im schnellen Tempo den Ton angibt. Ohne Durchhänger geht es auf „A Mental Journey“ auf eine abwechslungsreiche und rasante Fahrt, die etwas über eine halbe Stunde dauert und eigentlich keine Langeweile aufkommen lässt. Die Lucky Devils klingen nach wie vor frisch und unverbraucht und müssen sich nicht vor den bekannteren Bands der Szene verstecken. Mir gefällt´s! Note: 2 Daniel
(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Ich muss schon zugeben, die Amis schlagen wirklich sehr 60ies lastig zu Buche. Im Infoschreiben steht was von Zutaten aus dem Bereich 60ies-70ies Soul, Two Tone und ein bisschen Punkrock, was man getrost so unterschreiben kann. Musikalisch würde ich die ganze Aktion irgendwo zwischen Bands wie The Inciters und Umbrella Bed, mit denen Mel Tepid auch irgendwie in Verbindung steht, einsortieren. Der Soul-Anteil überwiegt hier definitiv was sich wirklich hervorragend in Songs wie „Not Your Kind“ oder auch „Darling On A String“ zeigt. Andersrum gibt es hier aber auch ein paar nicht so flotte Nummern die ein bisschen Eigenwillig wirken. Zu nennen wäre da zum Beispiel der Song “Taz At Home“, der für mich eher wie ein missglückter Versuch Country zu spielen wirkt. Aber wo Licht ist, gibt es eben bekannterweise auch Schatten und so wird das ganze wieder mit eine paar angenehmen Nummern, die sich bestens in die Two Tone Ära eingefügt hätten, glatt gebügelt. Songs wie „Town Is Gonna Blow“ oder „Eyes Watching You“ wirken mit ihrem Synthesizer angehauchten Sound wie eine nette Neuauflage von englischen 80er Ska-Bands ala Loafers oder den Ska-Dows. Überhaupt klingt der Sound für Amis stellenweise sehr englisch. Dem Song „Picadilly Lil“ würde ich sogar eine kleine Note von Madness zu Zeiten ihres Albums „7“ unterstellen.  Währen die eine Hälfte der Songs in Richtung Ska geht, kann die andere Hälfte mit den Soulsongs noch eine Nuance besser punkten. Soul-Stücke mit angenehm weiblichen Gesang und einem Grundgerüst aus Motown-Zeiten, wie beispielsweise „In A Little Bit“ oder „STOP“, dürften jedem 60ies Fanatiker garantiert die Beine zucken lassen. Manchmal wirkt der Sound produktionsbedingt vielleicht nicht ganz so warm wie in den guten alten Zeiten, aber doch die Jungs können da einiges raus holen. „Stead Fast“ besteht aus wirklich netten Two Tone Songs, flotten Northern Soul Stompern und halt ein bis zwei kleineren Durchhängern die im Gesamtbild jedoch nicht weiter auffallen. Der Name Mel Tepid & The Soul Ska Farmers ist hier auf jeden Fall Programm und kann mit einer recht abwechslungsreichen und selten gemeinsam auf einer Cd zu findenden Mischung begeistern. Für Two Tone und Soul-Fans gleichermaßen empfehlenswert! Note 2-3 Daniel