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IMPERIAL STATE ELECTRIC, DREGEN / Berlin – Magnet (09.12.2013) / 12.02.2013)

Als ich die Ankündigung für die Tour las, machte ich vor Freude fast einen Salto. Nicke Andersson und Dregen endlich wieder vereint! Okay, nicht in einer Band, aber auf einer Tour, immerhin. Natürlich machte ich mir im Vorfeld des Konzerts meine Gedanken und in Hirngespinsten sah ich die beiden auf der Bühne zusammen alte Klassiker spielen. Je näher der Termin rückte, umso mehr alte Skandinavien-Rock-Platten fanden den Weg auf den Plattenteller. Meine Vorfreude und auch meine Erwartungen an den Abend waren riesig. Doch das birgt natürlich immer die Gefahr, dass man enttäuscht wird. Wie dem auch sei, an diesem verregneten Montagmorgen machte ich mich auf den Weg ins Magnet. An gleicher Stelle hatte ich IMPERIAL STATE ELECTRIC bereits vor ein paar Jahren gesehen. Damals zusammen mit BLOODLIGHTS und es war ein großartiger Abend. Die Größe des Clubs ist ideal für so ein Konzert, denn man kann sich noch bewegen, aber bekommt die volle Packung eines familiären Miteinanders. Als ich eintraf, war der Konzertraum allerdings fast völlig leer und ich zweifelte schon an den Berlinern. Zugegeben, sich an einem Montag rauszuquälen kann schon schwer fallen, aber für diese Band würde ich fast alles in Kauf nehmen. Doch glücklicherweise stellte sich dann raus, dass die Herrschaften der Turbojugend und Co. sich im Raucherraum aufhielten. Zu späterer Stunde wurde diese Trennung dann nicht mehr ganz so ernst genommen. Mit einer kühlen Flasche in der Hand positionierte ich mich dann vor der Bühne und wartete auf die Dinge die da kommen sollten.
Gegen 21:00 Uhr ging das Licht aus und unter begeistertem Applaus betrat DREGEN mit seiner Band die Bühne. Mann soll es kaum glauben, aber ich habe ihn bisher nur ein einziges Mal live gesehen mit seiner eigentlichen Band, den BACKYARD BABIES. Damals spielten sie im Vorprogramm von AC/DC. Diesmal fiel die Location zwar „etwas“ kleiner aus, aber DREGEN ließ von der ersten Sekunde an keinen Zweifel aufkommen. Hier wird geklotzt, nicht gekleckert! Wie ein Duracell Hase auf Starkstrom rannte und hüpfte er durch die Gegend. Die Gitarre wurde gekonnt durch die Luft geschleudert. Das Posing hat er vielleicht nicht erfunden, aber er beherrscht es definitiv. Die alte Rockschule eben. Der perfekte Entertainer! Die ersten Songs zockte die Band super runter und auch wenn mich die Tracks auf dem Album nicht unbedingt vom Hocker gerissen hatten, live und mit ordentlich Druck kamen sie schon ganz gut. Natürlich durften auch Songs aus seinem bisherigen Schaffen nicht fehlen. Als die ersten Töne von „Star War“ erklangen streckte sich so manche Faust in die Höhe und der erste Stimmungshöhepunkt war erreicht. Danach folgten allerdings eine Reihe von eher schleppenden Songs und die Band, im speziellen DREGEN, verloren sich in endlosen Solos. Was beim ersten oder auch beim zweiten Mal noch unterhaltend ist, wird allerdings auch beim besten Gitarristen irgendwann langweilig. Die Stimmung sank dementsprechend, obwohl einige tapfere Recken ihrem Idol die Treue hielten. Mich konnte er damit an diesem Abend jedoch nicht überzeugen. Anstatt ewigem Rumgeklimper hätte ich mir eine flüssigere Setlist mit dem ein oder anderen Stück aus der Vergangenheit gewünscht. Da es sich um Co-Headliner Tour handelte hatte DREGEN mit seinen Mitstreitern dementsprechend über eine Stunde Zeit für ihr Programm. Gegen Ende wurde es für mich daher echt zäh und ich sehnte mir IMPERIAL STATE ELECTRIC herbei.
Meine Wünsche sollten dann nach einer kurzen Umbaupause auch erfüllt werden. Die Schweden betraten die Bühne und waren sofort präsent. Sie rissen sämtliche Anwesende augenblicklich mit, denn Nicke und Co. verstehen ihr Handwerk in Sachen Posing genauso gut wie ihr Kumpel vor ihnen. Sie wissen auch, was sie ihren Fans schuldig sind und so rockten sie ein Set, das gespickt war mit Hits der ersten beiden Alben und auch ein paar klasse Nummern vom aktuellen Longplayer „Reptile Brain Music“. Dankend feierte das Publikum jeden Song ab. Folglich waren auch IMPERIAL STATE ELECTRIC bestens gelaunt und kamen aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. Im Vergleich zu den ersten Konzerten der Band fiel auf, dass sie mittlerweile immer mehr zu einer Einheit zusammengewachsen sind. Hieß es am Anfang von vielen Seiten noch Nicke mit seiner neuen Band, so muss das spätestens jetzt aufgehoben werden. Die vier Jungs sind perfekt eingespielt und verstehen sich auf der Bühne blind. Es macht einfach Spass ihnen bei der „Arbeit“ zuzuschauen. Der eigentliche Höhepunkt des Abends sollte aber noch kommen. Wie es sich wahrscheinlich alle erhofft hatten, kam nach dem regulären Ende noch DREGEN mit auf die Bühne, um gemeinsam „Throwing Stones“ zum Besten zu geben. Die letzte Nummer des Abends war dann aber ein HELLACOPTERS Klassiker und was für einer – „(Gotta Get Some Action) Now!“ An diesem Punkt gab es kein Halten mehr und der gesamte Magnet Club schrie und sprang. Es kann so toll sein, in alten Erinnerungen zu schwelgen und vielleicht kommen ja auch Nicke und Dregen wieder auf den Geschmack!? Mit einem fetten Grinsen im Gesicht machte ich mich anschließend auf den Heimweg und das Gitarrenintro von „Now!“ begleitete mich noch die nächsten Tage.  East Side Daniel

DIE SKEPTIKER, COR, MONKEY SUITE / Berlin – SO36 (19.10.2013)

 

Endlich wieder einmal DIE SKEPTIKER live sehen! Es war nämlich schon viel zu lange her, dass ich mir die alten Helden angeschaut habe. Außerdem haben sie gerade mit „Aufsteh’n“ eines der besten, wenn nicht sogar das beste Punkalbum des Jahres rausgebracht. Im SO36 war ich auch schon über zwei Wochen nicht mehr und ein paar Bekannte haben sich für den Abend auch angesagt. Obendrein hatten meine Süße und ich ein kinderfreies Wochenende. Mehr als genug Gründe also, sich an diesem Samstagabend auf den Weg nach Kreuzberg zu machen und mal wieder richtig zu feiern. Vorab hieß es gegenüber vom Kultladen im „Franken“ mit ein paar Kaltgetränken vorzuglühen und mehr oder weniger Sinnvolles vom Stapel zu lassen.

Als wir uns dann kurz nach neun aufgerafft hatten und das SO36 betraten, spielten MONKEY SUITE noch, was sich leider als wenig vorteilhaft herausstellte. Die Band stand so uninspiriert auf der Bühne und ihre Sängerin versprühte so viel Energie wie ein Faultier. Sorry, aber das war gar nix. Entweder sie hatten einen schlechten Tag, was ich mal hoffen will, oder sie sind bedauerlicher Weise immer so schlecht.

Danach stand für mich eine Premiere an, denn COR hatte ich bisher noch nie live gesehen. Beim diesjährigen „Resist To Exist“ hätte es eigentlich schon so weit sein sollen, aber damals kam den Jungs etwas dazwischen. Obwohl mir die Mucke auf Dauer zu heftig ist, haben sie in der Vergangenheit bei mir schon einige Pluspunkte sammeln können. Sei es mit ihrer „Cuba COR libre“-Aktion oder dem großartigen Video zu „Die Erlösung“, diese Jungs stehen auf der richtigen Seite und jammern nicht nur, sondern machen etwas für eine bessere Welt. Mit dieser positiven Grundstimmung war es zwar nicht sonderlich schwer, aber dennoch mussten sie mich erst einmal live überzeugen, was ihnen an diesem Abend mehr als gelang. Schon die Inszenierung bei Auftrittsbeginn fand ich super. Die Abschlussrede von Charlie Chaplins „Der große Diktator“ lief vom Band und die ist so zeitlos und klasse, die MUSS man einfach gehört haben. Wer den Film also immer noch nicht gesehen hat, ab in die Videothek oder im www gestöbert und schaut ihn euch an – es lohnt sich auf jeden Fall! Danach kamen Friedemann und Co. auf die Bühne des SO36 und legten alles in Schutt und Asche. Wie eine Dampfwalze überrollten sie den ausverkauften Club und fanden völlig berechtigt großen Zuspruch. Dass sie für eine Supportband relativ lange spielten, nahm ihnen daher keiner übel und als Anheizer waren sie hier einfach perfekt.

In der kurzen Umbaupause hieß es noch schnell ein Bierchen zischen und Kräfte sammeln für das Bevorstehende. Sichtlich gut gelaunt betraten Eugen und seine Mitstreiter die Bretter, die die Welt bedeuten und legten ein fulminantes Set hin. Eine großartige Mischung aus alten Hits wie „Strahlende Zukunft“, „Pierre und Luce“, „Sauerei“, „Titania“ und neuen Perlen wie „Wann oder wie“ und „Afrika“ schmetterten sie dem Publikum entgegen, so dass es nach kurzer Zeit kein Halten mehr gab. Als mir dann mein Mitstreiter – den ich all die Jahre noch nie im Pogomob gesehen hatte – Portemonnaie, Mütze und alle Wertgegenstände in die Hand drückte, wusste ich, dass wird ein denkwürdiger Abend. Ich konnte gar nicht so schnell schauen und weg war er, ab ins Pogogewitter. Diese einmalige Chance ließ ich mir natürlich nicht entgehen und so musste meine Frau als „Garderobe“ herhalten und alles sicher verwahren. Vor der Bühne angekommen ließen wir uns dann von der Menge treiben, feierten DIE SKEPTIKER ab und schunden unsere nicht mehr ganz so jungen Körper. Gänsehaut inklusive ist dann bei Songs wie zum Beispiel „Straßenkampf“ oder „Deutschland halt’s Maul“ angesagt. In solchen Momenten fühlt man sich, als ob man es mit der ganzen Welt aufnehmen und diesem scheiß Staat den Arsch bis ganz nach oben aufreißen könnte. Am Ende waren wir fix und fertig, aber überglücklich und DIE SKEPTIKER haben einmal mehr bewiesen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören und einfach eine Macht sind!

East Side Daniel

THE BOYS LIVE IN BERLIN / 03.10.2013

THE BOYS & JUKE BOX PUSSY‘S / Berlin – SO36 / Ramones Museum (03.10.2013)

THE_BOYS_01 (Klein)Endlich kann ich den Tag der Übernahme der DDR auch mal gebührend feiern und zwar mit zwei richtig schicken Konzerten, von ein und derselben Band – THE BOYS. Es gibt wohl keine andere Band, die ich bisher in so vielen verschiedenen Varianten gesehen habe. Das erste Mal war in Oslo als THE LAST ROCK’N’ROLL BAND (inklusive einem kleinen YOBS Special), im Vorprogramm der TRASHCAN DARLINGS. Ein großartiger Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Danach spielten sie in Berlin, als MATTLESS BOYS und legten eine ebenso fulminante Show hin. Mein erstes richtiges BOYS Konzert war dann in London zusammen mit den Norwegern von HARD LUCK STREET und ich war hin und weg. Die alten Herren mit ihren Sonnenbrillen rocken einfach jede Hütte und können sich vor genialen Melodien einfach nicht retten.

THE_BOYS_02 (Klein)Als es dann hieß, die BOYS machen auf ihrer Tour in Berlin halt und spielen gleich zwei Sets in der Hauptstadt, stellte sich mir die Frage gar nicht, ob ich hingehe. Also machte ich mich mit meinen Wegbegleitern zunächst auf ins Ramones Museum, welches ich jedem Punkrock interessierten Berlintouristen nur wärmstens ans Herz legen möchte. Ein wirklich tolles Museum mit einem netten kleinen Café dazu. In selbigem genehmigten wir uns zunächst ein paar alkoholische Getränke, um uns die Wartezeit bis zum Akustikset zu vertreiben. Eine halbe Stunde vor Showtime tauchten dann auch Casino Steel und Co. auf und der Laden füllte sich so langsam. Was die Jungs dann kurz nach sieben boten, war eine perfekte Einstimmung auf das anschließende Konzert im SO36. Ein Best-Of ihrer Hits und natürlich ein Ramones Cover gaben sie zum Besten und begeisterten alle Angereisten. Von geschätzten 6 bis 60 war hier jede Altersklasse vertreten und ich ärgerte mich nur, dass ich meine kleinen Quälgeister nicht mitgenommen habe. Ich hoffe sie werden es mir in 10 Jahren nicht vorhalten!

THE_BOYS_03 (Klein)Danach ging es weiter ins SO36 und bei unserer Ankunft war ich zunächst schockiert, denn kaum 5 Leute befanden sich im Kultladen. Zugegeben war der Preis etwas heftig, aber das letzte Headlinerkonzert der Engländer liegt nun schon ein ganz paar Jahre zurück, daher hätte ich mit mehr Resonanz gerechnet. Nur langsam füllte sich der Club und so spielte die Vorband JUKE BOX PUSSY’S vor gerademal einer Handvoll Zuschauer. Das war aber auch nur halb so schlimm, denn was die Band auf der Bühne ablieferte, war eine schlechte und langweilige Kopie der BONES. Da fehlte einfach Feuer unterm Hintern und speziell die Bassistin schaute so gelangweilt drein, dass ich fast eingeschlafen wäre. Die Songs waren teilweise gar nicht mal so schlecht, aber wie gesagt, etwas mehr Power wäre echt angebracht gewesen.

THE_BOYS_04 (Klein)Obwohl der Weg vom Ramones Museum zur Konzertlocation nicht allzu weit ist, erschien ein Teil der BOYS erst kurz vor Showbeginn, also als es auch schon Zeit für den Hauptakt des Abends war. Das SO36 hatte sich auch so langsam gefüllt, aber großer Andrang sieht anders aus! Schade eigentlich, denn Honest John Plain, Matt Dangerfield, Casino Steel und ihre Begleiter legten eine astreine Rock’n’Roll-Show mit Punkeinschlag hin. Von der ersten Sekunde an war das Publikum dabei und feierte jeden Hit der Band ab. Aus Gesprächen ließ sich erahnen, dass die Leute aus allen möglichen Ecken (u.a. Dänemark und Polen) angereist waren. Dementsprechend euphorisch war die Stimmung und auch die Band schien den Abend zu genießen. Was angesichts ihres Backkatalogs nicht schwierig ist, hauten sie eine Granate nach der anderen raus und wirkten dank ihrer Sonnenbrillen noch fast so jung wie vor 20 Jahren. Und THE BOYS wissen, was sie ihren Fans schuldig sind, sei es „Brickfield Nights“, „Terminal Love“ oder das grandiose „First Time“, sie spielten alles, was die Besucher hören wollten. Eine Hymne aus den letzten Jahren durfte natürlich auch nicht fehlen und jeder Anwesenden ging wohl am nächsten Tag mit den folgenden Zeilen im Kopf auf Arbeit: „I hate my fucking Job…“. Einfach klasse, was die Jungs ablieferten und die Stimmung war die gesamte Zeit auf dem Siedepunkt. Beim nächsten Mal wünsche ich mir nur eine ausverkaufte Hütte, denn wer hier nicht dabei war, hat wirklich was verpasst!
East Side Daniel

ENDLESS SUMMER 2013

Nachdem wir mehrere Wochen darauf hingefiebert hatten, ist es an diesem Donnerstag endlich soweit. Wir machen uns auf den Weg in das ca. 500 Kilometer entfernte Dorf Torgau.

ES001Ich misch mich hier mal kurz ein, liebe Mira, denn die Fahrt war super entspannt und kurzweilig. Im Sachsenhotel ist auch noch alles beim Alten (außer, dass der Wellness-Bereich dichtgemacht wurde) und die Pizza in Torgau schmeckt auch immer noch lecker! Nun aber ab zum Gelände….

Wir schlendern quer über das Festivalgelände und gucken uns um, während wir das ein oder andere bekannte Gesicht begrüßen. Wie nicht anders zu erwarten, treffen wir am ersten Bierstand auf dem Campingplatz zwei der Münsteraner, die schon ordentlich am Trinken sind. Zur Begrüßung gibt’s natürlich erst mal nen Pfeffi. Während im Hintergrund schon die erste Band, Halbstarke Jungs, ihren Soundcheck hat, geht es am Bierstand feucht-fröhlich weiter. Auf sein Outfit angesprochen, erklärt uns Björn, sein Unterhemd wäre tragbar, weil aus Angora-Stretch. Aufgrund der fragenden Blicke der umstehenden Leute beginnt er zu erklären, woher denn Angora käme. Hüpfend, versucht er zu verdeutlichen, dass es sich dabei um ein Känguru handle, welches die Wolle spende. Extra für die Menschen im Osten übersetzt er es noch gleich. ANGÖÖÖRAA-Stretch- Käääängüüührü. Weltklasse! Während wir hier so stehen und über die unergründlichen Produktionswege von Kleidung philosophieren, bist du Dirk schon los und machst die ersten Fotos. Wie schaut’s bei dir aus?

Pah… Ich hab jetzt schon keinen Bock mehr auf den Bericht! Vom Angöööraa-Kängurüüh wollt ich doch berichten! (Um mal für die endgültige Aufklärung zu sorgen: Et is weder ein Känguru, noch ein Hase und auch kein Lama, sondern eine Ziege, die die Wolle spendet).

Lieber Dirk, ich unterbreche dich nur ungern, aber ich fand die akrobatische Einlage, in Kombination mit der Erklärung und der Aussprache so grandios, dass ich gar nicht anders konnte, als direkt davon zu berichten.

Naja gut, mach ich halt Bilder von den Halbstarken Jungs, die das diesjährige Endless Summer eröffnen dürfen. Die gefallen mir auch wieder mal ganz gut und so vergeht deren Auftritt doch sehr schnell. Direkt danach geht’s mit Louise Distras weiter. Kann man sich immer wieder gut anhören und ist ja auch erst das 4. Mal, dass ich die gute Dame dieses Jahr sehe. Während ich hier fleißig arbeite, bist du ja scheinbar schon von Pfeffi-Pinneken auf Halbliter-Eimer Mexikaner umgestiegen. Wo soll das nur enden? Auf der Bühne geht es bereits weiter mit Strongbow. Gefallen mir ebenfalls gut und haben sogar ihre eigene Unterhaltungscrew dabei: Zwei Kinder turnen fleißig über die Bühne und sorgen für den einen und auch den andren Lacher. Mittlerweile steigt auch die Stimmung im Zirkuszelt und es wird fleißig gepogt. Da es mittlerweile doch recht voll geworden ist, benutze ich auch endlich mal meinen Fotopass und mache die ersten Bilder von den Street Dogs aus dem Graben vor der Bühne. Dort bekomme ich dann auch endlich mal fotografische Unterstützung von Herrn Maischatz. Hat aber auch eine Weile gedauert, bis ich ihn erkannt habe, so ganz ohne Kappe. Bist du eigentlich noch da? Miraaaaaa, ich finde dich nicht?!?

ES002Soweit ich das beurteilen kann, lebe ich noch. Ich konnte mich mittlerweile tatsächlich vom Bierstand loseisen. Nachdem ich einmal quer über den Campingplatz gelaufen bin, habe ich auch noch den Rest der Partycrew aus Münster getroffen. Wir haben uns dann auch direkt aufgemacht in Richtung Zeltbühne, wir wollen ja schließlich auch was von den Bands mitbekommen. Wie schon erwähnt, waren die Auftritte bislang allesamt gut und recht unterhaltsam. Jetzt bin ich aber mal echt gespannt auf Dritte Wahl. Während die Jungs ihren Soundcheck machen, hol ich uns beiden mal eben n Bierchen, hier soll ja schließlich keiner verdursten….
Ist hier inzwischen schon richtig voll und alle blicken erwartungsvoll Richtung Bühne. Geht auch schon los. Direkt mit dem ersten Ton, rasten hier alle aus. Hammer Stimmung, bislang n richtig geiler Auftritt der Band. Viele alte Lieder, die hier jeder mitsingen kann. Wie sieht’s denn bei dir aus? Hast du schon n paar coole Schnappschüsse machen können?

Wäre ich bei dir geblieben, hätte ich ein paar mehr Schnapps-Schüsse machen können. Jaja, ich weiß – der war schlecht!

An dieser Stelle…..KEIN KOMMENTAR!

Ja, Dritte Wahl gehen ordentlich ab und das Publikum gleich mit. Viele alte Songs bzw. Songs, die nicht so oft im Dritte Wahl Set auftauchen. Manchmal kann ich sogar nicht mitsingen. Verdammt gut und ich freue mich jetzt schon auf die Tour der Drei im September. Hast du eigentlich schon deine fünf Lieblingssongs (http://krz.ch/QwyJ) gewählt, Mira? Dritte Wahl waren auf jeden Fall ein großartiger Abschluss des ersten Tages. Aber es geht ja noch weiter im Partyzelt. Vorher geht’s aber noch mal zu den Münsteranern, wobei hier nicht mehr viel abzugehen scheint. Also schauen wir doch mal, was dieses Partyzelt kann. Erschreckend, wie viele diese 80er und 90er Popsongs kennen und mitsingen können und noch erschreckender ist, bei wie vielen ich es selber kann. So langsam wird es aber auch mal Zeit fürs Bett. Wir müssen aber vorher noch an der Tanke vorbei für’n Gute-Nacht-Bier. Guck mal, da steht ein Taxi…

Ja, natürlich habe ich schon meine fünf Lieblingssongs angegeben! Freu mich ebenfalls auf die Tour!
Ich würde sagen, glücklicherweise steht da ein Taxi…. Jetzt noch so weit laufen wäre nichts für mich! Während du dich an der Tanke mit der, drücken wir es mal freundlich aus, nicht ganz so schnellen Servicekraft auseinander setzen musst, erzählt mir der Taxifahrer einige lustige Anekdoten aus den letzten Jahren bezüglich des Festivals.
Nun bist du nach einer gefühlten Ewigkeit wieder im Taxi – endlich! Ab ins Hotel. An dieser Stelle, tausend Dank für das Töten unzähliger schrecklicher Spinnen, sonst hätte ich nicht ein Auge zu bekommen!

Der Punkrock Sekretär an sich ist halt ein reiner Guter, sach ich mal! Gute Nacht, Mira!

ES003Freitagmorgens geht es dann, gestärkt nach dem Frühstück, wieder auf das Gelände. Heute am Hardcore-Tag muss ich ehrlich zugeben, kenne ich nicht alle Bands und bin mal gespannt, ob ich positiv überrascht werden kann. Da unterhalt ich mich kurz, dreh mich um, zack kein Dirk mehr da, wo steckst du denn?

Na, du musstest ja mehr als die Hälfte meines soeben mir geschenkten Bieres für so’ne Cola-Bier-Mischpoke nutzen. Da gehe ich lieber Fotos machen. Bin allerdings schnell wieder da, denn was Revenge da auf der Bühne veranstalten, ist mir viel zu viel Krach. Außerdem rennt mir der Sänger zu viel durch die Gegend und das mit einem viel zu irren Gesichtsausdruck.

Aber Dirk, wenn wir mal ehrlich sind und Sorry an die Band, aber das ist nun mal meine Meinung, genau diese irren Gesichtsausdrücke waren noch das Sehenswerteste an dem Auftritt!

Da hol ich mir doch lieber ein Bier und komme zurück zu den Münsteraner Westfalen in DocMartens statt Sandalen. Dort erfahre ich wenigstens was, Frau in Münster unter ihrem Rock trägt. Geht aber gleich schon weiter mit Coldburn auf der Hauptbühne. Die sind zwar etwas melodischer als ihre Vorgänger aber datt macht die Sache für mich persönlich auch nicht besser. Immerhin kommt nun mit Get Dead endlich mal eine richtig gute Band. Der Sänger ist volltrunken wie immer und muss sich mehrmals beim Überdiebühnehüpfen vor dem Umfallen retten. Lea und Terri machen derweil lustige Turnübungen an der Bühnenabsperrung und sorgen dafür, datt der Bühnensecurity ebenfalls Einblicke in die Unterwäschewelt Münsteraner Frauen erhält. Guckt nicht gerade unglücklich der junge Mann.

Gib’s zu, Dirk, du wärst auch gerne auf der anderen Seite gestanden. haha! Ja, akrobatisch sind die Münsteraner dieses Jahr wohl nicht mehr zu toppen!

Mh… nee, datt hatten wir ja vorher schon! Ich gehe jetzt aber erst mal wieder Bierholen. Und wie sieht’s mit deinem Verhältnis zu Get Dead aus, Mira?

ES004Dirk, du wirst dich ärgern, das wären super Fotos geworden! Denn das war jetzt der schlechteste Moment, um sich ein Bier zu holen, denn gerade jetzt kommt der Sänger, tatsächlich OHNE Hilfe, von der Bühne geklettert und mischt sich unter das Publikum! Wie durch ein Wunder fällt er auch nicht einmal ganz um. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ihn jeder wieder in eine halbwegs aufrechte Haltung schubst, sobald er in eine Richtung kippt.
Ohhhh, bitte komm schnell wieder mit neuem Bier, da nimmt der mir doch tatsächlich den Becher aus der Hand und trinkt diesen beherzt fast leer! Danke für den übrig gelassenen Pennerschluck! Er schafft es unbeschadet wieder auf die Bühne – sehr zum Erstaunen der Security. Übrigens sei an dieser Stelle mal erwähnt, dass die Security echt cool drauf ist und keiner sich aufspielt, als wäre er was Besseres. Sehr sympathisch! Musikalisch sind Get Dead aber echt endlich mal gute Musik an diesem Freitag. Die Bands vorher hab ich mir nicht durchgängig angetan. Zwar kein Totalausfall dabei, allerdings auch nichts, womit ich persönlich viel anfangen konnte. Mein nächster Lichtblick heute ist Buster Shuffle. Aber wo bleibst du denn bitte? Ich brauche Nachschub in Form von Bier!

Du hattest ja gerade noch genug, darum hab ich dir auch keins mitgebracht! Tut mir sorry!

Tja, hab ich Pech gehabt und muss doch tatsächlich mit dem Pfeffi hier Vorlieb nehmen!

Dafür gibt’s jetzt wieder mal Hardcore, diesmal von A Traitor Like Judas. Ohje! Nach ein paar Bildern werde ich auf einmal umarmt und abgeschleckt – Wünschi ist auch hier! Mit dem trinke ich gleich noch datt nächste Bier und besuche mit ihm zusammen den zweiten anwesenden Gumble Lutz. Dafür bin ich nun aber so nett und sammele dich bei den Münsteranern wieder ein, um zu The Creepshow zu gehen. Die gefallen mir auch ganz gut und ich kann endlich mal hübsche Fotos machen – von der Sängerin. Auf der Hauptbühne haben bereits die nächsten Hardcoreler losgelegt – Coldside! Ganz schön „Cold“ hier, heute…! Wieder nicht meine Musik. Dafür sind die Herren aber wenigstens sehr unterhaltsam, denn trotz „etwas“ mehr Körpergewicht springen die beiden Sänger über die Bühne, sodass so manch schlanker Sänger verdammt neidisch werden könnte.

Die haben bestimmt Nachhilfe bei den sportlichen Münsteranern genommen!

Nun gibt es aber endlich mal richtig großartige Musik. Buster Shuffle betreten die Zeltbühne und rocken die Bühne, sowie das doch sehr zahlreich erschienene Publikum. Ich bin begeistert und datt obwohl ich auch diese Band bereits das vierte Mal dieses Jahr sehe. Du bist ja auch schon fleißig am Tanzen, wie ich sehe…

ES005Na bei der Musik fällt es ja auch schwer ruhig stehen zu bleiben. Mona hat mich zudem ordentlich animiert, ein bisschen abzuzappeln. Ich fühle mich hier zwischen der tanzenden Meute übrigens auch deutlich wohler, als noch bei den wild herumspringenden Hardcore Leuten!
Auf jeden Fall wie immer ne klasse Live-Band! Egal ob die Instrumente mit Händen oder heute vom Sänger ja auch zeitweise mit Füßen bedient werden, die haben’s drauf. Mir gefällt der Auftritt heute auch noch besser, als der in Bochum, was wohl an der Atmosphäre liegt und daran, dass man hier mehr Platz hat. Leider sind Buster Shuffle viel zu schnell fertig mit ihrem Programm. Hätte ich mir noch länger angucken können.
Die Auftritte von Evergreen Terrace und Bad Co. Projekt sind auch gelungen und man merkt, sowohl das Publikum als auch die Künstler auf der Bühne haben ne Menge Spaß. Jetzt gleich hab ich aber erst mal wieder ein bisschen Luft, denn Madball sind an der Reihe und die haben mir bereits in Essen nicht so wirklich gefallen. Deswegen werde ich mich mal in den Backstagebereich verabschieden. Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass die 4 Promille Crew inzwischen eingetroffen ist…..
Du freust dich schon auf n bisschen Poser-Hardcore, Dirk?

Evergreen Terrace waren auf jeden Fall die erste Hardcore-Band des Tages, die mir ganz gut gefallen haben. Dazu gab’s ne großartige Show vom Wünschi, denn der zeigt den Hardcore-Kids mal eben schnell, datt Punkrocker viel cooler sind und läuft einfach umgekehrt durch den Circle Pit. Generation of 21! Bad Co. Project sind diesmal sogar alle pünktlich angekommen und spielen mehr als 10 Minuten. Dafür haben sie als erste Band ziemlich beschissenen Sound, sodass Stephan am Bass heute die „Leadgitarre“ spielt. Trotzdem verdammt geil. Im Backstagebereich ist es wirklich ordentlich voll geworden. Da trinken wir doch gleich mal die nächsten Biere mit den Düsseldorfern von Vier Promille. Der 30-Bands-Drummer und Star-DJ Jens sowie der harte aber smarte Sam sind auch da und dazu noch viele weitere bekannte Gesichter. Da schmeckt datt Bier doch gleich viel besser. Madball machen dann den gewohnten Krach und ich eben ein paar Fotos. Biertrinken macht dann aber doch viel mehr Spaß. Außerdem geht’s jetzt gleich mal ans nächste Highlight des Tages, denn Vier Promille sind ja nicht nur zum Saufen hier. Ich gehe schon mal vor die Bühne und fange dort an zu feiern. Und wo bist du jetzt?

Ich bin schon vor der Bühne und warte auf Melly, Pommes und Co. Da oder obwohl heut ja eigentlich überwiegend Hardcore angesagt ist, habe ich den Eindruck, dass sich die Leute auf eine willkommene Abwechslung freuen. Die Düsseldorfer sorgen auch direkt mit dem ersten Lied für ne tolle Stimmung. Trotz zwischenzeitlicher technischer Probleme, ist es ein engagierter Auftritt der Band, die einen Hit nach dem anderen schmettert. Natürlich kommen Klassiker wie „Ich werd mich ändern“ beim Publikum saugut an.
Auch was Neues gibt’s auf die Ohren. Mit dem Lied „Hoffnung“ geben 4 Promille schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Album. Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich für meinen Teil hätte auch nichts gegen ein paar Songs mehr einzuwenden. Aber da stehen ja die Leute von Agnostic Front schon ungeduldig am Rand der Bühne und sind total heiß darauf, endlich spielen zu dürfen. Die Jungs aus den Staaten waren total begeistert vom 4 Promille Song „Jenny“, den sie, als Melly die Bühne verlässt, vor sich her singen. Melly wird dann spontan angeboten, einen Song zusammen mit Agnostic Front zu singen. Die Gelegenheit nimmt sie auch mit Freude wahr.
Ich hoffe, davon machst du gleich n paar Fotos? Agnostic Front heizen dem Publikum dann auch so richtig ein. Bei Songs wie „My way“ fangen die Leute um mich herum an richtig auszurasten, was direkt zu einer unfreiwilligen Bierdusche führt. Dirk? Ich hoffe, dir geht’s gut. Bist du in Sicherheit?

ES007Ja sicha! Bin doch im Bühnengraben und von Security beschützt! Die sind allerdings fleißig damit beschäftigt Crowdsurfer vor dem Absturz in eben jenen Bühnengraben zu retten. Ordentlich was los hier. Agnostic Front liefern aber auch eine verdammt großartige Show ab. Nur Melly hab ich irgendwie verpasst, denn ich stehe schon wieder an irgendeinem Bierstand. Hier sehe ich übrigens auch gerade Melly rumstehen und irgendwie ist es jetzt auch schon wieder Zeit zum Zelt zu wechseln, um die Punkroiber abzulichten. Diese kenne ich gar nicht, machen aber eine gute Show und das Publikum feiert ordentlich mit. Das du schon wieder bei den Münsteranern sitzt war ja klar. Na gut, aber Risk It! müssen wir auch noch mitnehmen, denn Hardcore hatten wir ja schon lange nicht mehr. Mir wird allerdings gerade bei dem Versuch den Sänger auf ein Foto zu bekommen ein wenig schwindelig. Da bin ich doch eher fürs Partyzelt. Das ist schon wieder gut gefüllt und die Stimmung ist auch wieder am Kochen. Das merke ich auch an der Kamera, denn die ist ganz schön beschlagen. „Trinkfestigkeit“ von Loikaemie und direkt danach „Mädchen“ von Lucilectric, watt ne Mischung?!? Et wird aber trotzdem gefeiert bis zum Umfallen. Guck mal, eine von der Reisegruppe Vier Promille hat es auch noch ins Zelt geschafft… Bin trotzdem langsam mal fürs Bett… watt sachst du dazu, Mira?

Ich bin da voll und ganz bei dir! Ich habe ehrlich gesagt auch ein bisschen mehr erwartet bei den Star-Djs von Berliner Weisse heute. Mir fehlt hier ein Schlager à la „ Heißer Sand“.
Nachdem mir jetzt gerade ein Herr, gebaut wie ein Elefant, auf den Fuß gelaufen ist und mich nach meinem Aufschrei völlig verständnislos anguckt und sagt: „Ich hab Schlappen an, das kannst du gar nicht gemerkt haben!“, – Ähm… ja lassen wir das mal so stehen – habe ich keine großen Ambitionen mehr, das Tanzbein zu schwingen. Ich für meinen Teil weiß jetzt nämlich nicht mehr genau ob der Fuß noch dran ist oder nicht! Zudem merke ich gerade, ich habe es ein wenig mit dem Alkohol übertrieben heute… hoffentlich werde ich das morgen nicht bereuen! Also eben austrinken und ab ins Hotel. Noch ein bisschen darüber philosophieren wie es wäre, wenn man fliegen könnte und noch schnell ne Halsschmerztablette. Danke 4 Promille, ich bin heiser! Nachdem du mich hier auslachst, geh ich jetzt schlafen! Gute Nacht!

ES008Ahahahaha… ich lache auch morgens bzw. mittags weiter! Bist du es wirklich? Hast ne schöne Stimme heute Morgen – da wird jedes Reibeisen neidisch! Na gut…machen wir uns lieber mal wieder auf den Weg zum Gelände. Immerhin laufen wir schon das 2. Mal zum Gelände, ganz ohne Taxi, Auto oder sonstiges Beförderungsmittel. Mir geht’s eigentlich ganz gut und das heutige Line-Up des Festivals lässt meine Motivation noch deutlich steigen. Allerdings gibt es auf dem Gelände noch nix zu essen. Nur Gemüsesuppe. Ohje. Also doch zum Auto und ab ins Dorf. Sonnenschein, lecker Schnitzel mit Steinpilzen und dazu Unterhaltungsprogramm am Brunnen auf dem Marktplatz. Hat’s dir auch geschmeckt?

Ja, war durchaus sehr lecker, aber hier in Torgau haben die Menschen die Ruhe weg! Mir dauert das viel zu lange, bis hier die Getränke und das Essen gebracht werden… ich fang schon an über sowas zu meckern! Ich werd alt!

Auf dem Gelände sind auch mittlerweile die übrig gebliebenen Düsseldorfer wieder aufgetaucht und nun sitze ich mit drei Damen am Tisch, die alles andere als damenhaft und vor allem fit aussehen.

Lieber Dirk, mach dich nicht über uns lustig! Wir sind alle etwas zerstört und ohne Sonnenbrille geht heute erst mal nichts! Hoffentlich wird das im Laufe des Tages besser!

Nun merke ich aber auch, dass es mir nicht ganz so gut geht, ich laufe schnurstracks vom Klo zu einem Tisch mit drei weiteren Mädels und als ich mich hinsetzen will, höre ich schon euer Gelächter und bemerke die verwirrten Gesichter der mir völlig unbekannten neuen Tischnachbarinnen. Naja, passiert!

Siehste ;)

Glücklicherweise hat heute die erste Band abgesagt, denn datt hätte auch wieder Hardcore gegeben. Aber der Ecke ist ja nicht blöd und hat netterweise eine neue Hardcore-Band gefunden – Got Nothin’. OHJE…! Ich gehe dann mal Fotos machen. Bis gleich!

ES009Adios, wir vegetieren hier noch etwas vor uns hin…ohne Kaffee wäre ich schon wieder eingeschlafen! So, genug gejammert, auf geht’s Richtung Zelt, da spielen gleich On the Job. Dafür steh ich dann auch mal auf! Heute erscheint mir das noch voller als gestern. Oder seh ich einfach noch doppelt?
Zurück zur Musik! On the Job liefern einen super Auftritt ab. Da vergess ich sogar meine Kopfschmerzen. Die Zeit fliegt! Jetzt sind schon Saints and Sinners auf der anderen Bühne dran. Auch ne super Band, allerdings muss ich gestehen, find ich die grad nach dem fünften Song etwas langweilig… liegt vielleicht auch an meiner momentanen Verfassung! Ich werde mir und meinen Füßen doch noch mal etwas Ruhe gönnen! Auch wenn Johnny Wolga es eigentlich verdient hätten, dass man sich den Auftritt anguckt. Aber ich will ja fit sein für Volxsturm und Oxo 86. Wie sieht es mit deiner körperlichen Verfassung aus? Guckst du dir Johnny Wolga an?

Stimmt, On The Job waren super. Saints and Sinners sind ebenfalls gut, aber auch mir lüstelt’s gerade erst mal nach Entspannung für die Füße. Da die Bilder im Kasten sind, mache ich noch kurz ne Pause am Bierstand und gehe dann natürlich zu Johnny Wolga. Verdammt geile Band, die mir schon auf Platte verdammt gut gefallen hat und live noch nen ganzen Schub geiler ist. Es gibt Seifenblasen (auch wenn die sich eher auf der Bühne zu einem Berg türmen als zu fliegen) und Stofftiere. Ne kurze Pause vor Volxsturm muss aber trotzdem noch sein und schon stehe ich wieder vor der Hauptbühne und warte auf die Nordlichter. Die geben auch direkt Vollgas und datt Publikum geht ordentlich mit. Spätestens als man ankündigt „Biertrinken ist wichtig“ nicht zu spielen, um es dann kurze Zeit später doch zu spielen, ist auch der letzte Punkrockfinger in der Luft. Nun aber wieder schnell zurück ins Zelt, denn nun kommen OXO86! Heidewitzka, da fliegen mir vor der Bühne ja fast die Ohren weg und zwar nicht wegen des Sounds auf der Bühne, sondern wegen der Unterstützung aus dem Publikum. Es ist einfach unbeschreiblich, watt hier los ist und ich habe Angst, dass das Zeltdach gleich weg fliegt. Vorsichtshalber gibt es einen dicken Wolkenbruch von oben, sodass das Zeltdach wieder runter gedrückt wird. Ich geh mal eben Bier holen und bin gleich bei dir. Feierste schon? Stimme noch da?

ES010Meine Stimme ist mir grad ehrlich gesagt ziemlich egal! Oxo 86 stimmen mit den Worten „ Hebt das Glas mit mir und gemeinsam trinken wir auf die Liebe und auf die Sehnsucht…“ an. Tschüss Dirk, ich bin mal eben in einer anderen Welt! Frei nach dem Motto, Musik an – Welt aus! Ich hab ja hier bislang schon echt gute Auftritte gesehen aber was hier grad abgeht, ist einfach unbeschreiblich! Für mich sind das definitiv die geheimen Headliner des Festivals! Keiner steht hier mehr still, alle sind mehr als begeistert! Aus Zeitgründen gibt’s noch schnell n Medley, geile Sache! Man merkt der Band übrigens auch an, was die da oben für nen Spaß haben! Danke Oxo 86, jetzt sind meine Lebensgeister definitiv wieder voll da! Das Publikum möchte übrigens auch nicht, dass die Band aufhört! Ja, da schließ ich mich an… dann singen wir eben allein weiter! Jetzt hab ich ja echt hohe Erwartungen an Discipline! Danke für das Bier, ich besuch mal eben den Moppa am Merchstand, irgendwie müssen wir das ja noch organisieren, dass n paar Kisten Merch von 4 Promille heil nach Hause kommen! Hoffentlich passt das alles in mein Auto rein! Ich bin einfach dafür, dass Moppa alles verkauft! Oder? Wir treffen uns gleich vor der Bühne?

Datt kann keine Band mehr überbieten. Aber während du dich im Transportgewerbe versuchst, stehe ich pünktlich zu „You never walk alone“ vor der Bühne. Discipline legen ein gute Show hin und sorgen für eine großartige Stimmung. Bei euch am Merch ist nun auch alles geregelt, also können wir uns ja zusammen den Rest von Discipline anschauen. Bier hole ich später, denn schon stehen The Bones auf der Bühne und machen Soundcheck. Der zieht sich allerdings noch elendig lange hin. Doch damit nicht genug: es kommen noch gefühlte 2 Stunden Intro hinzu. Nicht nur ich bin mehr als genervt. Aber die Schweden kommen dann doch noch vor dem Sonnenaufgang auf die Bühne und es kann losgehen. Gefällt mir allerdings heute nicht so wirklich. Aber nächsten Dienstag gibt’s ja noch ne Chance im Essener Turock. Mittlerweile hat auch Moppa seine verbliebene Reisegruppe ins Bett gebracht und steht bei uns. Ich bin allerdings schon wieder auf dem Weg vor die Bühne und siehe da: Perkele können Soundchecks auch ohne Vorhang durchziehen. Respekt. Geht ganz gut ab hier, aber der Headliner des Tages hat definitiv vorhin im Zelt gespielt, da führt kein Weg dran vorbei. Na dann suche ich dich und Moppa mal wieder. Ahja… die Dusseligdorf-Schlacke-Connection steht natürlich in der Nähe der brennenden Bengalos…

ES013Wir sind ja auch pro Pyrotechnik! Ja, vor dem Auftritt von Perkele hatte ich ja so meine Bedenken was alles passieren muss, bis die dann mal anfangen…. ich bin auch froh, dass es diesmal keine Starallüren gibt! Die drei kann man sich auch mal wieder echt gut angucken und sie werden vom Publikum ordentlich abgefeiert! Als letztes Lied wird natürlich „Heart full of pride“ gesungen. Dieser Song sorgt erwartungsgemäß für ein Highlight des Auftritts. Der Bassist hat einen Gesichtsausdruck drauf, der nur erahnen lässt, wie geil er es findet, dass die Menge die Band und speziell den Song so abfeiern! Insgesamt sorgen die Schweden dafür, dass die Stimmung kocht, allerdings kommen auch Perkele stimmungstechnisch nicht an Oxo 86 ran, meiner Meinung nach. So, noch schnell ein Bier geholt und ab ins Zelt. Jetzt sind die Jungs von Bierpatrioten, rund um den charismatischen Sänger Schulle, vielen auch als Sänger von Toxpack bekannt, an der Reihe. Ich hoffe, es nimmt mir keiner übel, ich find den Auftritt klasse, aber ich muss mich auf eine der Boxen im Bühnengraben setzen, meine Füße machen grad nicht mehr mit. Wie ich sehe, bist du Dirk, voll und ganz in deinem Element und schießt ein Foto nach dem anderen…

Der „charismatische Sänger Schulle“? Watt hat der dir denn dafür bezahlt? Is wohl allerdings nicht mehr so viel übrig von diesem Charisma, denn ich warte eigentlich nur darauf, datt et endlich „Frühling“ wird und ich ein paar entblößte Oberweiten fotografieren kann. Aber watt is? Nix is! Naja, gut, dann sind wir halt arbeitslos mit einem Becher Bier. Aber trotzdem gefällt mir der Auftritt sehr gut und dabei fällt mir gerade ein, datt ich bei deren Abschiedskonzert, welches gleichzeitig mein erstes Punk & Disorderly war, von Freunden für die Reiseplanung zum Punkrock Sekretär ernannt wurde. So schließt sich der Kreis. Und damit sind wir auch schon bei der letzten Band angekommen und ich habe es damit tatsächlich geschafft, jede Band auf diesem Festival zu fotografieren. Pogoexpress geben ihrem Namen gemäß ordentlich Vollgas und auch das verbliebene Publikum feiert ausgelassen mit. Der Sänger von den Starts ist auch noch zur Unterstützung auf der Bühne und so nähert sich dieses Festival langsam dem Ende. Ich kann nicht mehr stehen und das Partyzelt ist wohl heute keine gute Idee, wenn wir morgen zeitig los wollen. Hotel?

ES012Haha! Neee, dafür muss der gute Herr nix zahlen, das ist eben meine Meinung! Fotos von entblößten Oberweiten und diese hochladen? Lieber Dirk, stell dir vor, das sehen die falschen Leute, dann dauert das nicht lang und du wirst des Sexismus bezichtigt. Was das für Folgen haben kann, haben wir doch vor Kurzem bei den Dörpms aus Dortmund gesehen!
Ja, das Partyzelt schaff ich heute nicht mehr! Ich fahr uns dann jetzt lieber zum Hotel. Ich möchte ja, dass wir morgen pünktlich in unserem geliebten Ruhrpott ankommen! Ich darf ja schließlich nicht das erste Spiel, der neuen Saison, meines Vereins verpassen! Ich freu mich aufs Hotel, auch wenn ich ein bisschen traurig darüber bin, dass hier nun schon alles vorbei ist. In manchen Momenten hab ich zwar die Dörpms-Drinking-Crew vermisst, aber es war trotzdem ein grandioses Wochenende. Danke an Ecke und seine Crew, an die Bands, an dich Dirk, an die Münsteraner und alle anderen Beteiligten! So ich bin raus! Gute Nacht!

Ich höre und gucke mir noch ein wenig den Auftritt der Düsseldorfer Grillhähnchen im Fernsehen an und gehe noch ein paar Spinnen jagen. Diese Nächte, wenn alles vorbei ist, sind schon immer eine schwierige Angelegenheit. Eigentlich ist man froh, datt man sich nun erholen kann und andererseits könnte es noch Tage so weiter gehen. Dann bedanke ich mich doch auch noch mal schnell bei allen Beteiligten mit besonderem Dank an Ecke und seine Festival-Crew, an die  Münsteraner Partycrew und natürlich auch an dich Mira! Bis nächstes Jahr!

PS: Bilder vom Festival gibt es unter folgenden Links und können auch von Leuten angeschaut werden, die nicht bei Facebook angemeldet sind:

Donnerstag, 08.08.2013:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.602321003153039.1073741882.174822772569533&type=3

Freitag, 09.08.2013:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.602370049814801.1073741883.174822772569533&type=3

Samstag, 10.08.2013:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.602704749781331.1073741884.174822772569533&type=3

 

Besten Dank an MIRA  und DIRK  für den / die Bericht / Fotos!

27./28.04.13 Berlin / Columbiagelände – Monster Bash Festival (16.06.2013)

 

FlagNun hat mich das Monster Bash Festival schon zum dritten Mal in seinen Bann gezogen und auch wenn das Line-Up aus meiner Sicht dieses Jahr nicht ganz so gelungen war, hielt es doch einige Überraschungen bereit. Gleich zwei große Veränderungen wurden im Vorfeld angekündigt. Zum einen wurde aus dem Tages- ein Zwei-Tage-Festival und zum anderen sollte eine neue Location her. Das mit der Location hatte sich im Vorfeld wieder erledigt gehabt und man zog wieder auf das Columbiagelände mit Club und Halle. Warum? Dazu später mehr. Was die Auswahl der Bands betraf, so fehlten mir dieses Jahr eindeutig die hochkarätigen Deutschpunkvertreter. Hatte es in den letzten Jahren mit DRITTE WAHL, ZSK oder THE BOTTROPS noch mehr als vorzeigbare Vertreter dieser Gattung gegeben, fehlten sie dieses Jahr gänzlich. Schade eigentlich, denn etwas mehr Abwechslung hätte dieses Jahr gut getan.

Wie dem auch sei, am Samstag machte ich mich auf den Weg zum MONSTER BASH. Da mich die ersten Combos wirklich gar nicht interessierten, kreuzte ich auch erst gegen 19:00 Uhr in der C-Halle auf und war erstaunt, wie wenige Leute da waren. Beim Blick auf die Ränge der C-Halle fiel mir dann auf, dass diese zugehangen bzw. abgesperrt waren, so dass die Halle um einiges weniger Publikum fasste. Wahrscheinlich haben es die Veranstalter auch aus diesem Grund vorgezogen vom geplanten, größeren Gelände wieder in alte Gefilde zurückzukehren. Auch abends, so viel sei schon mal verraten, war die Location nicht proppevoll sondern lediglich gut gefüllt. Schade eigentlich, denn so ein Festival lebt von seinen Besuchern und wenn die ausbleiben, dann bleibt auch das Festival aus, was eine Schande wäre. Berlin braucht mehr Punkfestivals und die verwöhnten Großstädter sollten das endlich mal zu schätzen wissen. Nichts desto trotz spielten voller Energie LESS THAN JAKE auf zum Tanz und unterhielten die Menge vor dem Absperrzaun mit ihrer Mischung aus Punk und Ska. Nicht ganz meine Mucke, aber nett anzuschauen. Danach ging es weiter mit den Schweden von MILLENCOLIN, die bereits vor zwei Jahren die Hütte rockten. Auch diesmal zockten sie ihr Set runter und hinterließen schweißnasse T-Shirts und zufriedene Gesichter.

MillencollinAuf die darauf folgende Band FLAG war ich am meisten gespannt. Im Vorfeld hatte ich mir ein paar Interviews der beiden aktiven „Black Flag“ Combos durchgelesen und für mich gingen FLAG als die sympathischere von beiden daraus hervor. Doch meine Freude wurde schnell getrübt, denn was hier geboten wurde, war eine echt lahme Vorstellung. Man prügelte sich zwar durch die Hardcoreklassiker, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen. Dann doch lieber die alten Platten hören und die Band Geschichte sein lassen. Gleich darauf stand aber DIE Überraschung für mich auf der Bühne – SKA-P. Bisher kannte ich die Jungs nur vom Hörensagen und war eher skeptisch, da Ska nicht unbedingt zu meiner Lieblingsmusik zählt. Aber was ich hier geboten bekam, haute mich schlichtweg um. Entertainment vom allerfeinsten und großartige Songs, die keinen in der Halle still stehen ließen. Und obwohl SKA-P über eine Stunde spielten, verging die Zeit viel zu schnell und ich hab endlich eine Ska Band gefunden, die mich 100%ig überzeugt. Schon alleine wegen ihnen hat sich die Reise zum MONSTER BASH gelohnt.

Der erste Tag hing mir noch in den Knochen, da hieß es schon wieder ab aufs Columbiagelände, denn der Sonntag versprach einige Highlights. Los ging es gleich nach meiner Ankunft mit STREETLIGHT MANIFESTO, die ich bis dato auch noch nie live gesehen hatte. Und noch eine Ska-Combo riss mich von den Stühlen und das an einem Wochenende! Nicht das ich noch vom Glauben abfalle?! Jedenfalls wussten STREETLIGHT MANIFESTO ganz genau was sie taten und auch der kurzzeitige Ausfall des Gitarristen brachte sie nicht aus dem Konzept. Der Rest der Mannschaft improvisierte einfach und unterhielt die Leute vor der Bühne. Wenn die Amis also mal wieder in der Nähe sind, dann nichts wie hin und anschauen, denn es lohnt sich auf jeden Fall. Danach spielten GRADE, die mir so gar nichts sagten und dass aus gutem Grund, denn sie waren einfach schlecht! Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Aber das gab mir die Gelegenheit Essen zu fassen und mich zu stärken, denn es sollte anstrengend werden – mit PENNYWISE. Man soll es kaum glauben, aber auch PENNYWISE habe ich bisher auf jeder ihrer zahlreichen Tourneen verpasst und dass wollte ich dieses Jahr unbedingt ändern.

PennywiseLediglich Sänger Jim Lindberg hatte ich vor ein paar Jahren mit BLACK PACIFIC live gesehen, doch es war eben nicht dasselbe. Als PENNYWISE diesen Abend loslegten waren lediglich ein paar Scheinwerfer auf der Bühne an und die Jungs tragen ja nun mal Basecaps. Der Tot für jeden Fotografen, der kein übergroßes Objektiv hat. Als Fletcher dann noch meinte, „wir sind hier doch nicht am Strand, macht die Scheinwerfer aus“, war es endgültig vorbei mit dem Geknipse. Die Stimmung auf dem MONSTER BASH erreichte aber definitiv ihren Höhepunkt, denn PENNYWISE spielten ihre Hits, coverten sich durch ein paar Klassiker und beendeten natürlich mit der „Bro Hymn“. Ein mehr als gelungener Auftritt der Amis und ich hoffe, ich kann sie noch mal in einem Club in der Nähe erleben. Der eigentliche Headliner des Festivals sollte mit RISE AGAINST aber noch folgen. Ich hatte die Jungs vor einiger Zeit an derselben Stelle gesehen und ich muss sagen, da fand ich sie um einiges besser. An diesem Abend wirkten sie nämlich zahm und spielten ihre Songs zu routiniert runter. Ich war aber nicht sonderlich traurig darüber, so konnte ich ruhigen Gewissens eher nach Hause gehen, voller Eindrücke eines super Festivals.

Um noch mal auf meine Eingangsworte zurück zu kommen, das letzte Mal schafften es RISE AGAINST noch ganz allein die C-Halle auszuverkaufen und wenn sie bei einem Punkrockfestival wie dem MONSTER BASH auftreten, klappt das nicht. Ich finde es wirklich schwach, dass nicht die nötigen zahlenden Gäste gekommen sind, denn für das Geld bekommt man hier wirklich was geboten. Super Bands, leckeres Essen, Entertainment auf der Halfpipe und eine tolle Stimmung. Was will man mehr?

East Side Daniel

Punk & Disorderly 2013 (27.04.2013)

Punk & Disorderly 2013 – Alle 20 Bands und es wird Frühling

P1110895Eigentlich ist es mir ja recht egal, was der Flyer des Punk & Disorderly Festival so über das Line-up erzählt. Da dieses Jahr aber doch ein recht gutes Line-up versprochen wurde, bin ich noch ein ganzes Stück mehr voller Vorfreude als sonst, als ich vor meiner Haustüre stehe und darauf warte, dass meine Begleiterin Katrin endlich bei mir auftaucht. Kurz bevor ich nervös werde, kann dann aber die Reise endlich losgehen – zumindest zum Hauptbahnhof. Dort angekommen wird unsere kleine Reisegesellschaft sogar noch etwas größer, da wir Samson auf unserem Gleis treffen und auch im gleichen Wagen unsere Sitzplätze reserviert haben. Wir nehmen also an unserem Tisch Platz, packen die ersten Biere aus und genießen die Fahrt gen Berlin, bei dem ein oder anderen netten Gespräch. In Anbetracht des hier zu verfassenden Berichtes, erscheint es vollkommen langweilig, dass wir sogar etwas zu früh am Berliner Hauptbahnhof ankommen. Mit der S-Bahn zur Wahrschauer Straße, ein paar Meter laufen und schon öffnet uns das Hops & Barley die Tür und wir werden zu unserer Wohnung gebracht. Eine kurze Pause und eine Pizza später machen wir uns auf den Weg zum Astra und gehören damit zu den ersten Gästen überhaupt. Der Fotopass liegt wie versprochen bereit und die Zapfhähne sind auch schon angeschlossen: Es kann also losgehen!

P1110984Zuerst fällt mal auf, dass man hier mit Deutsch nicht besonders weit kommt. Sämtliche bisher anwesenden Gäste sprechen irgendwelche Fremdsprachen und auch die junge Dame hinter der Theke erklärt mir, trotz Bestellung auf Deutsch, das Pfandsystem auf Englisch! Na ja… Thanks! Da das Wetter bisher nicht wirklich zum Verweilen im Biergarten einlädt, inspizieren wir erst mal das Astra und schauen, ob noch alles an den gewohnten Plätzen ist. Die Bühne ist es auf jeden Fall und die wird nun von Louise Distras betreten. Die Luise gefiel mir allerdings im Essener Anyway deutlich besser, denn irgendwie ist ihr Gesang sehr laut und da die junge Dame doch ein recht kräftiges Sangesorgan hat, klingeln einem zwischendurch ganz heftig die Ohren. Schade! Ein Bier später betreten Middle Finger Salute die Bühne und spielen guten und melodiösen Punkrock. Langsam wird auch die Halle etwas voller und weder mich noch die umstehenden Gäste scheint die Band zu langweilen. Gefällt mir! Mittlerweile sind auch noch mehr bekannte Gesichter eingetroffen und somit ist alles vorbereitet, um bei Booze & Glory das erste Mal richtig zu feiern. Das wird auch vom Publikum von Anfang an getan, nur ich gehe erst mal in den Graben um ein paar Fotos zu machen. Zurück bei den Anderen kann ich nun auch den Auftritt der London Skinhead Crew ordentlich mitfeiern. Die Halle ist mittlerweile ordentlich gefüllt und die Party vor der Bühne wird immer besser. Gute Bands auf Festivals haben meistens ein Problem: Egal wie lange sie spielen, sie spielen immer zu kurz! So ist das dann leider auch wieder bei Booze & Glory. Kurz zu dem netten Herrn am Backstagebierstand und weiter geht es mit den Varukers. Die knüpfen gleich mal an den Auftritt ihrer Vorgänger an und auch vor der Bühne geht die Party weiter. Ich hab die Band ja nun schon das ein oder andere Mal gesehen, aber selten hat mir ein Auftritt so gut gefallen und die alten Herren nehmen die Bühne ordentlich auseinander. Pausen werden ja grundsätzlich mal vollkommen überbewertet und somit geht es gleich mit Toxpack weiter! Vor mir die wie immer großartigen Toxpacker und hinter mir ein verdammt ordentlicher Backgroundchor aus dem Publikum. Ein geiles Set, großartige Stimmung im Publikum und viel Spaß auf der Bühne – das beschreibt eigentlich alles Notwendige von dem, was man verpasst hat, wenn man nicht dabei war. Argy Bargy gefallen mir dann etwas weniger als sonst, wobei das wirklich jammern auf hohem Niveau ist. Nach 3 großartigen Bands in Folge, braucht die Begeisterung vielleicht einfach etwas Pause. Und gut ist der Auftritt trotzdem. Besonders die Songs von ihrem (wirklich großartigen) neuen Album gefallen mir dann doch sehr gut. Nee, eigentlich bin ich auch hiermit rundum zufrieden. Das restliche Publikum scheint meine leichte Skepsis übrigens auch nicht zu teilen, denn auch hier geht die Party unvermindert weiter. Macht es eigentlich Sinn, jetzt noch etwas vom Lokalmatadore-Auftritt zu erzählen? Meine Auffassungsgabe hat auf jeden Fall schon stark gelitten, aber ich glaube, er ist ganz gut und so ca. 3-5 Leute feiern auch mit! Haha! Ich frage mich allerdings so langsam warum mein Hals anfängt wehzutun…. Ziemlich fertig, ordentlich betrunken und zusätzlich auch noch mal von außen komplett in Bier eingeweicht endet der erste Abend mit dem natürlich großartigen Auftritt der Lokalmatadore. Und der Abend endet wirklich…. Vielleicht auch besser so!

P1120181Japp, wirklich besser so! Samstagmorgen, mir geht es gut und selbst das Gute-Nacht-Bier, das wir uns auf dem Nachhauseweg noch geholt haben, steht noch ungeöffnet auf meinem Nachttischchen. Grund genug, erstmal zum nächsten Supermarkt zu stapfen und mit Bier, Cider, Kirsch und Hot Dogs wieder zurückzukommen. Nach einer ordentlichen Runde Faulenzerei geht der Tag dann im Hops & Barley bei Bundesliga und dem leckeren selbstgebrauten Bier los. Passend zum Bayern-Sieg gibt es dann im Restaurant nebenan Allgäuer Käsespätzle und Almdudler! Lecker! Ein ehemaliger Klassenkamerad von Katrin ist auch eingetroffen, muss uns allerdings recht schnell wieder verlassen (bzw. wir ihn) denn am Astra ist bereits eine Viertelstunde nach Öffnung der Kassen alles weg, was zum Einlass berechtigt. Cock Sparrer halt! Rein, Bier, Prost und es kann wieder losgehen.

Heute eröffnen die City Saints den Abend und spielen sehr guten Rock’n’Roll-Punk, ohne dabei irgendwelche vermeintlichen Rockstarklischees zu erfüllen. Ich stelle irgendwie gerade fest, dass es sich zu lohnen scheint, in alle Bands mal reinzuhören. Nach der obligatorischen kurzen Umbaupause legen Foreign Legion los. Die haben mir schon in der Punkeria Ruhrort sehr gut gefallen und das tun sie auch an diesem Abend. Als nächstes sind Deadline an der Reihe und machen auch mal wieder richtig viel Spaß. Ein gutes Set und ordentlich Stimmung in der Halle lassen auch diesen Auftritt sehr schnell vorbeigehen. Auch an diesem Abend geht es wieder Schlag auf Schlag und somit ertönt nach meiner Wiederkehr vom Bierholen auch schon „You never walk alone“ als Intro für Discipline. Ich war doch reichlich gespannt, wie die Band wohl mit neuem Sänger sein wird. Vom Auftritt in Hamburg habe ich leider nicht viel mitbekommen. Direkt beim ersten Lied wird klar, dass Discipline einen sehr guten neuen Sänger gefunden haben, dessen Gesang nahtlos an den des alten Sängers anschließt. Das Publikum scheint ähnlich abwartend wie ich eingestellt zu sein, taut aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf und es geht nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne ordentlich zur Sache. Band und Publikum scheinen richtig viel Spaß an diesem Auftritt zu haben, denn es wird ordentlich gefeiert und viel mitgesungen. Auch Melanie von Still Standing (ehm. MSA) lässt es sich nicht nehmen auf der Bühne mitzusingen. Ich bin jedenfalls auch mehr als begeistert und freue mich schon auf die nächsten Auftritte. Weiter geht der Partymarathon dann mit Buster Shuffle. Wieder ein großartiger Auftritt, verdammt gute Musik, viel Getanze und einfach nur Spaß ohne Ende. Mh, natürlich gibt es doch ein Ende und danach einen Anfang und zwar vom Infa Riot Auftritt. Bei weitem nicht so langweilig wie in Amsterdam aber irgendwie auch diesmal nicht so wirklich überzeugend für mich. Mit dieser Meinung scheine ich aber recht allein dazustehen, denn vor der Bühne wird wieder ordentlich gefeiert und mitgesungen. Auch auf der Bühne scheint man sehr viel Spaß an dem Auftritt zu haben.

P1120286Im Anschluss gibt es dann doch mal eine etwas längere Pause. Technische Probleme auf der Bühne, eine immer voller und heißer werdende Halle sowie die Vorfreude auf Cock Sparrer lassen die ca. 30 Minuten-Verspätung unerträglich lange erscheinen. Irgendwann beginnt dann aber doch das altbekannte Intro und direkt darauf eine gewohnt überwältigende Party durch die gesamte Halle. Es jagt einem schon eine ordentliche Gänsehaut ein, die alten Herren mit soviel Spaß auf der Bühne zu sehen und hinter einem den Gesang des gesamten Astras zu hören. Die Halle ist wie vor 2 Jahren bis zur letzten Ecke gefüllt und so komme ich mit meinen 2 Bieren ca. 2 Meter weit in die Halle rein, drehe wieder um und trinke mein Bier vor der Bühne, während das andere vorsichtshalber vom Security am Backstageeingang „konfisziert“ wird! Prooost! Davor, danach und währenddessen gibt es fast 1 ½ Stunden großartigen Punkrock von Cock Sparrer und zum Ende hin habe ich das Gefühl, dass ich nur noch meine Lippen bewege und kein Ton mehr aus meinem Mund kommt. Wenn auch mit wenig Stimme, so bin ich diesmal doch in der Lage und Willens den Abend noch nicht zu beenden. Es geht also weiter zur Wilden 13, die schon gut gefüllt ist als wir dort ankommen. Da des Kaisers Musikauswahl allerdings nicht unseren zur Stimmung passenden Musikgeschmack trifft, zieht es uns weiter in Paule’s Metal Eck (Ja ich weiß – bestimmt nicht besser!!! Anm. des guten Musikgeschmacks in mir)! Immerhin können hier meine Mitfeiernden Ficken ohne Ende…. trinken! (Eine sehr einfache aber wirklich großartige Marketingstrategie! Respekt! Anm. des Betriebswirtes in mir) So, da ich so langsam Erinnerungslücken aufweise, beende ich den Tag / die Nacht jetzt mal!

P1120338Tag 3 beginnt wie der Vortag… nur mit mehr Kater, ohne einkaufen und mit Döner statt Hot Dogs. Dafür ist recht schnell der Hit zum Tag gefunden: „Titten raus, es ist Frühling“! Wenn auch etwas schwerfällig, sorgt das geile Wetter vor der Tür dafür, dass wir uns doch recht schnell ausgehfein machen und uns beim Inder um die Ecke das erste Bier bzw. den ersten Cocktail des Tages gönnen. Anschließend geht es wieder zum Hops & Barley, wo wir abermals leckeres Bier bekommen und viel Spaß haben, zumindest solange wir vor der Tür in der Sonne stehen. (Wer ist eigentlich Stuttgart??) Noch’n Happen für den Magen und ab geht es zum letzten Teil dieses Festivals. Heute beginnen die Soifass den Abend und die gefallen mir überhaupt nicht. Somit bleibt wenigstens Zeit, die letzten Sonnenstrahlen noch zu genießen. On The Job machen dafür aber wieder richtig viel Spaß. Super Songs, gute Musik und auch noch ausreichend Stimmung für die frühe Stunde und das generell dezimierte Publikum an diesem Festivalsonntag. Heute geht es etwas entspannter zu und es werden einem mehr Pausen gegönnt aber erst mal betreten Oxo86 die Bühne und sorgen (Cock Sparrer spielen außer Konkurrenz) für das absolute Highlight des Festivals. Einfach nur geil, was die Truppe da auf der Bühne veranstaltet und die Halle feiert bis zum letzten Mann und auch zur letzten Frau mit. Großartige Songs, witzige Ansagen und einfach nur Partyyyyyy! Meine Stimme verabschiedet sich nun annähernd komplett und ich hoffe, dass ich noch genügend Halsschmerztabletten in meinem Koffer habe. Mehr, häufiger, länger! Bei Mark Foggo baue ich dann mal eine kurze Erholungspause in den Abend ein und schaue mir erst eine Weile das Set von vor der Bühne an, um dann hinaus in den gut gefüllten Biergarten zu gehen. Es macht zwar Spaß dem alten Herrn auf der Bühne zuzuschauen, aber irgendwie ist mir das dann doch zu zappelig, was die Band da insgesamt veranstaltet. Draußen hab ich dann auch endlich mal Zeit mich etwas länger mit ein paar bekannten Gesichtern, besonders mit Chris von Gimp Fist, zu unterhalten. Die Zeit vergeht also auch hier recht schnell und schon geht es wieder ab vor die Bühne, denn der schönste Mann der Oi!-Musik betritt die selbige! Diese wird dann kurz darauf auch gleich mal wieder abgerissen und erlebt einen richtig geilen Auftritt von Last Resort. Wieder wird vor der Bühne gefeiert und mitgegröhlt bis der Arzt kommt und bei mir wird dieser langsam wirklich notwendig. Es macht einfach nur Spaß den Last Resortern zuzuschauen und immer wieder auch neue Lieder zu hören, die einfach perfekt zu den alten Hits passen. Anschließend beschränke ich mich darauf meine Stimme mit Bier zu ölen, denn Exploited brauch ich nun wirklich nicht und werfe nur zwischendurch mal ein paar Blicke nach vorne. Danke, wo trinken wir jetzt weiter? Die Wahl fällt noch mal auf Paule’s Metal Eck. Während die Einen dort Türme mit Ficken-Flaschen bauen und die Anderen sich mit Singen die Zeit vertreiben, stellen wieder Andere fest, dass doch schon Musik läuft (und sind beleidigt, wenn man ihnen sagt, dass sie dann doch bitte auch gute Musik anmachen sollen!)!! Na ja… wird wohl Zeit fürs Bett!

P1120554Und schon haben wir wieder Montag und das Wochenende ist Geschichte. Wenigstens gilt das nicht für das schöne Wetter und so verbringen wir die Zeit bis zur geplanten Abfahrt unseres Zuges vor dem Hauptbahnhof in einem Liegestuhl und genießen die Sonne. Die Bahn hat bei diesem Wetter auch keine Lust zu arbeiten und kommt 3 x 10 Minuten und 2 x 15 Minuten später (jeweils 10 Minuten vor der nächsten Abfahrtzeit angekündigt). Als wir endlich in Essen ankommen, sind es bereits 80 Minuten Verspätung, aber wir sind wenigstens wieder zu Hause und das Bett ruft….

Das Punk & Disorderly ist einfach immer wieder eine verdammt großartige Veranstaltung, besonders seitdem man sein neues Zuhause im Astra Kulturhaus gefunden hat. Gute Bands, viele nette Leute und eine sehr angenehme Umgebung. Dazu hat es sich wirklich gelohnt, alle Bands zumindest für ein paar Lieder zu besuchen und es sind doch einige Neuentdeckungen zur „gefällt mir“-Liste hinzugekommen.

Zum Schluss gibt es noch wie immer eine ordentliche Portion Dank an die P&D-Crew, die Bands, Katrin, die anderen Bekloppten (datt is mir jetzt echt zu anstrengend euch aufzuzählen) und ans Hops & Barley. Bis zum nächsten Mal!

Cheers
Dirk
(Punkrock Sekretär)

PS: Die Bilder vom Wochenende findet ihr hier:

Tag 1: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546118572106616.1073741842.174822772569533&type=1

Tag 2: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546156212102852.1073741844.174822772569533&type=3

Tag 3: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546185602099913.1073741845.174822772569533&type=3

HARD LUCK STREET & GRÜNDUNGSLOKAL / Weisswasser & Berlin (15.+16.02.2013) 23.02.2013

HLS-GL-10Man wird im Leben nur einmal dreißig und was macht man da, wie feiert man das? Genau – mit zwei richtig geilen Konzerten. Als der Plan feststand, meinen Weg aus der Jugend ins Altertum so zu zelebrieren, fehlte eigentlich nur noch eine Band, mit der ich mit Sicherheit zwei großartige Abende verbringen würde. Ich musste aber nicht lange überlegen und mir fielen HARD LUCK STREET aus Oslo ein. Nach dem Ende der Trashcan Darlings ist der Kontakt nie abgerissen und so schrieb ich flux eine E-Mail an Sänger Strange? Gentle und schnell war alles klar. Das Datum stand zwangsläufig fest, zwei nette Locations waren schnell gefunden, das Organisatorische wurde völlig unkompliziert gelöst und so warteten alle ungeduldig auf das Wochenende Mitte Februar. Da die Jungs im Flieger aus dem hohen Norden aber nur das Nötigste mitbringen konnten, musste noch eine passende Vorband gefunden werden. Auch hier musste ich nicht lange überlegen, denn meine Kumpels von GRÜNDUNGSLOKAL sind für jede „Schweinerei“ zu haben und zögerten auch nicht lange und sagten zu.
Mein Trip begann dann am kalten Donnerstagabend. Aus dem Büro ging’s direkt ab zur Busvermietung und weiter zum Flughafen in Berlin. Nach einer überschwänglichen Begrüßung machten wir uns auf den Weg zum Proberaum von GRÜNDUNGSLOKAL, um das nötige Equipment für die zwei Shows einzuladen. Da der Weg dahin (eine halbe Stunde) für die Norweger aber zu weit erschien und Austrocknung drohte, wurde erst einmal ein Stopp an der Tanke eingelegt und ordentlich Fusel eingekauft. Für die Nordlichter ist Deutschland alkoholpreistechnisch das absolute Paradies und so klapperte der Bus schon nach wenigen Kilometern vor lauter leeren Flaschen. Das sollte sich bis zum Ende der „Tour“ auch nicht mehr ändern. Im Proberaum angekommen gab es dann erst einmal einen Whiskey und ein Bier zur Völkerverständigung und das Einladen zögerte sich dementsprechend hin. Mitten in der Nacht kamen wir dann am Zielort des ersten Konzerts, welches am nächsten Abend stattfinden sollte, an und nach ein paar weiteren Bierchen ging’s ab ins Bett.
HLS-GL-03
Der Freitag in der Lausitz begrüßte uns mit trüben Wetter und nasskalten Temperaturen. Das hinderte mich aber nicht, die Jungs und ihre zwei netten Begleiterinnen auf einen Sightseeingtrip mitzunehmen. Erst stand eine Besichtigung des Kohletagebaus auf dem Programm, weiter zum UNESCO-Welterbe Fürst Pückler Park und als Kontrastprogramm ab auf den Polenmarkt. Ein gelungener Tag, der mit ordentlich Alkohol aus dem örtlichen Supermarkt verbracht wurde. Am Abend machten wir uns dann auf den Weg ins „Broilereck“ in Weißwasser und wurden super empfangen. Die Leute da versuchen in einer eher trostlosen Gegend was auf die Beine zu stellen und das muss honoriert werden. Nach dem Soundcheck widmete man sich, wie sollte es anders sein, dem Alkohol und warte auf die Dinge die da kommen sollten. Gegen 21:15 Uhr eröffneten GRÜNDUNGSLOKAL dann die Zwei-Tages-Tour mit einem super Gig und die Anwesenden feierten die Jungs ordentlich ab. Angespornt ließen sich HARD LUCK STREET danach auch nicht lumpen und feuerten ein Hitgewitter ab, dass kein Bein still stehen ließ. Sogar „Holiday In My Head“ kam als Darlings Klassiker in Erinnerung an die alten Zeiten zum Einsatz. Dabei beließ es Strange? Gentle aber, denn schließlich sind HARD LUCK STREET kein Trashcan Klon, sondern eine großartige Punkrockband, die gerade ihren eigenen Weg findet. Nach einer Schneeballschlacht der beiden Bands vor dem Laden endete dieser erste Abend viel zu schnell und hinterließ viele glückliche Gesichter. Danke hier noch mal an den Veranstalter, das Kultursofa!

HLS-GL-04Der nächste Tag begann dann etwas später, als die Sonne schon hoch am Himmel stand und wurde erst gemächlich angegangen (das erste Bier gab es erst um 12:00 Uhr!). Auf dem Weg nach Berlin wurde dann aber schon wieder feste gefeiert. In der Hauptstadt angekommen, teilte sich der Tross dann in Plattenladengänger und Biertrinker, nur um sich später dann am Tresen wieder zu vereinigen. Schnell Soundcheck und was essen. Dann hieß es auf ein paar Leute und eine gute Party hoffen und die Erwartungen aller Anwesenden wurden wohl übertroffen. Als GRÜNDUNGSLOKAL den zweiten Abend eröffneten war das „Cortina Bob“ zu Berlin schon mehr als gut gefüllt und die Leute tanzten, schrien und feierten. Nach ihrem regulären Set durften die Jungs dann auch nicht gleich von der Bühne verschwinden und so kam ich in den Genuss meinen Lieblingssong der Jungs zu feiern – „Fight the Power“. Ein klasse Punkrocksong, der sich live super mitgrölen lässt und das Zeug zum kleinen Szenehit hat, also schaut euch mal das Video auf Youtube an. Nach einer kurzen Umbaupause hieß es dann das zweite HARD LUCK STREET auf einer deutschen Bühne. Man merkte den Jungs auch gleich den Spass an der Freude an und das färbte auch ziemlich schnell auf das Publikum ab. Der kleine Kreuzberger Club tanzte, grölte und kochte! An diesem Abend gab es wohl Niemanden, der gelangweilt in der Ecke oder am Tresen stand. Die Stimmung war einfach großartig und so verwunderte es nicht, dass die ersten Versuche des Sängers die Bühne zu verlassen kläglich scheiterten. Ein, zwei, drei Zugaben mussten es da schon sein, denn schließlich gaben Publikum und Band an diesem Abend alles. Spätestens beim CLASH Cover von „Complete Control“ gab es kein Halten mehr und egal was HARD LUCK STREET danach angespielt hätten, alle hätten es geil gefunden. Kurz vor der Geisterstunde waren dann aber auch diese zwei fantastischen Tage vorbei und beide Bands lagen sich überglücklich in den Armen. Die Oslo-Berlin Connection steht und eine Wiederholung ist gewiss. Laut Hörensagen ging die Party noch bis zum Morgengrauen und nach einem seeehr stillen Sonntag machten sich die Norweger dann am Abend wieder auf den Weg in ihre Heimat. Wer diese zwei grandiosen Bands diesmal verpasst hat, sollte die Augen offen halten und seine nächste Gelegenheit nutzen. Abschließen möchte ich meinen kleinen Bericht mit den Worten des GRÜNDUNGSLOKAL Sängers, welche er im Laufe des Montags auf Facebook postete: „Nach der langen Tour bin ich etwas unterhopft!“ In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal. East Side Daniel

Die Toten Hosen & Broilers / Dortmund 26.12.2012 (06.01.2013)

Für die Toten Hosen war es ein „fettes“ 2012. Für die Tour wurden 300.000 (!!!) Tickets verkauft. Und auch diese Marke ist für die Fortsetzung 2013 ebenfalls schon fast geknackt. Davon ab ist „Ballast der Republik“ eines der erfolgreichsten Alben des letzten Jahres. Für mich schließt sich heute der Kreis. Vor genau 20 Jahren (29.5.1992),sah ich an gleicher Stelle zum ersten mal „Die Toten Hosen“ ,im Rahmen ihrer „Learning Englisch“ Tour. Damals war die Halle voll mit (Hardcore) Punks, Metallern und Prolls. Und es gab Pogo bis zum abwinken. Heute sieht das ein wenig anders aus. Neben den Punks & Prolls, sind auch zahlreiche „normale“ Jugendliche und Familien mit Kindern anwesend. Die etwas „schickeren“ Besucher dieses Konzertes schauen auch ein wenig irritiert, als bereits Lieder in der Warteschlange gegrölt werden, die sie gar nicht kennen, bzw. nicht „Tage wie diese“ heißen. Die Halle ist  Heute, wie damals (und Morgen) restlos ausverkauft. Die Broilers legen um Punkt 20.00 mit einem glasklaren, druckvollen und nicht all zu lautem Sound los. Das Publikum geht direkt steil, und macht es der Düsseldorfer Truppe um Sammy einfach. In den 30 Minuten feuert man eine „Best Of „  Setliste ins große Rund der Halle. “Zurück zum Beton“, “Meine Sache“, “In 80 Tagen um die Welt“, “Tanzt du noch einmal mit mir“ oder „Ruby; Light & Dark“ lassen Dortmund beben. Auch wenn ich mit den Broilers auf CD nicht immer etwas anfangen kann; heute Abend spielen sie eine wirklich klasse Show, und man merkt ihnen an, das sie dieses Jahr auf großer Tour waren. Unter anderem haben sie auch die  Hosen auf mehreren Dates dieser Tour begleitet. Klasse Gig. Spätestens 2014 als Headliner in dieser Halle. Wetten ? Doch die Menge wartet natürlich auf  die Hosen. Als das Licht gegen 21.00 Uhr ausgeht, wird hemmungslos gejubelt. Nach dem Intro der aktuellen CD „Drei Kreuze“ starten die fünf mit „Ballast der Republik“. Das neue Album wird, logischerweise, gut  promotet. Und so werden u.a. „Altes Fieber“ oder „Oberhausen“ gespielt. “Tage wie diese“ darf natürlich auch nicht fehlen. Und es tut gut ihn live zu hören, denn im Radio nervt das Lied schon fast ein wenig. Sogar von der Bonus Cover CD gibt es einiges auf die Mütze. “Heute hier, morgen dort“ oder der Ärzte Hit „Schrei nach Liebe“. Doch es ist eben wie so oft mit solch einer großen Band. Die Leute wollen die (alten) Hits. Und die bekommen sie natürlich auch spendiert. “Liebeslied“, “Hier kommt Alex“, “All die ganzen Jahre“, “Auswärtsspiel“, “Pushed Again“, “Niemals einer Meinung“, “Freunde“ und so weiter und sofort. Und weil heute ja der zweite Weihnachtsfeiertag ist, gibt es mit „Little Drummer Boy“, “Still, still, still“(wie immer perfekt von Kuddel gesungen), oder dem Slade Schinken „Merry Christmas“ noch einen schönen Weihnachtsblock. Ein Mädel neben mit brüllt mir ins Ohr, das ich ihr auf den Fuß getreten bin. Als ich sie darauf hinweise das dies ein Rock Konzert sei, flippt sie völlig aus und meckert mich mit einer hochroten Birne an. Times are changing….Die Musiker sind Non Stop in Bewegung. Und Campino ist eh der geborene Entertainer. Er hätte dem Publikum auch sagen können das sie sich alle ausziehen sollen. Sie hätten es getan. Er und seine vier Kollegen haben sichtlich Spaß. Kommen immer wieder zum Bühnen Rand gelaufen und geben den Fans das, was sie verlangen. Selbst den Stagedive lassen sich Campino und Andi nicht nehmen. Die Hosen verabschieden sich dann mit „Paradies“,“10 kleine Jägermeister“ und dem obligatorischen „You`ll never walk alone“. Der Sound war das ganze Konzert über astrein. Sehr differenziert und nicht zu laut. Auch wenn sich in einigen Foren darüber beschwert wurde, das der Sound insgesamt zu leise war. Die Hosen mögen keine Punks mehr sein. Wer aber gute 2 ½  Stunden Vollgas gibt (Die Jungs sind um die 50) und immer noch sehr Humane Eintritts Preise hat, dem gebührt einfach Respekt. Die Hosen sind live nach wie vor eine Macht. Was sie an diesem Abend erneut unter Beweis gestellt haben. Vielen dank an dieser Stelle an Donata von KKT, Alexandra von Another Dimension und Marcel Maybaum

05.12.12 Berlin / Velodrom – MOTÖRHEAD, ANTHRAX (23.12.2012)

Motörhead_01Was macht eigentlich den Reiz an MOTÖRHEAD aus? Warum ist Lemmy sowohl bei Punks als auch bei Metal-Fans so beliebt? Liegt es an der Kontinuität mit der Lemmy tourt, liegt es an der unverwechselbaren „Stimme“ des Meisters, liegt es an der Leck-mich-am-Arsch-Mentalität oder am immer gleichen Sound? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass fast jede Sau diese Band kennt und jeder zweite ein Shirt der Combo in Schrank hat. Natürlich konnte auch ich mich MOTÖRHEAD nicht entziehen, aber ich beließ es bisher bei lediglich einem Konzert und das war‘s. Damals in Stuttgart fand ich sie klasse, konnte mich aber bisher nicht zu einem erneuten Besuch durchringen. Wahrscheinlich hat das damit zu tun, dass die Briten jedes Jahr aufs Neue auf Tour kommen und man immer denkt, na dann schau ich sie mir halt nächstes Mal an. Als mir dieser Tage bewusst wurde, dass Lemmy die 60 auch schon lange hinter sich gelassen hat und ich seinen Lebensstil kenne, stellte sich mir ernsthaft die Frage, wie lange hält das sein Körper noch durch? Oder ist der schon konserviert?
Nachdem mir eine Freundin dann noch vorschwärmte, dass ANTHRAX im Vorprogramm spielen und die „der Hammer“ sind, stand mein Entschluss fest, 2012 muss ich MOTÖRHEAD noch einmal erleben! Leider haben sich das auch zig tausend andere Leute gedacht und das Konzert in Berlin in der C-Halle war ruck-zuck ausverkauft. Die erste Verlegung in eine größere Halle folgte, war aber nur von kurzer Beständigkeit, denn die zweite Verlegung ins große Velodrom, nur wenige Tage vor dem Konzert, stellte sich schlussendlich als richtige Wahl heraus. Die riesige Halle, die sonst KISS oder RAMMSTEIN als Konzertort dient, war am Nikolausvorabend mehr als gut gefüllt. Ich weiß zwar nicht, ob es ausverkauft war, aber nah dran war es bestimmt.
Motörhead_03Kurz nachdem ANTHRAX mit ihrem Set loslegten kam ich in der Halle an und riskierte einen flüchtigen Blick in Richtung Bühne. Nach wenigen Minuten – oder waren es nur Sekunde – stand für mich allerdings fest, DAS ist nicht meine Musik und ich zog mich zum Bierstand zurück. Von da unten hörte man diesen schrecklichen Sound allerdings immer noch viel zu deutlich und der kreischige, hohe Gesang nervte die gesamte Zeit. Ich konnte nicht einmal die einzelnen Lieder unterscheiden und fragte mich, wer findet so was gut? Ich NICHT!
In der Umbaupause machte ich mich auf den Weg vor zum Bühnengraben, denn schließlich habe ich keinen Bock von gaaanz weit hinten drei kleine Gestalten auf der Bühne rumhüpfen zu sehen. Als es dann losging, war die Vorfreude gigantisch, denn nur für den Satz „We are Motörhead“ und einen Song lohnt sich schon jede Anreise. Lemmy ist einfach unglaublich, er kommt auf die Bühne, stellt sich hinter sein Mikro und „singt“ los. Das geht dann etwas über eine Stunde so und dann ist Schluss. Trotzdem ist es eine einzigartige Erfahrung diese Combo live zu erleben. Es dröhnt einem der Lärm aus den Boxen entgegen und zieht einen in seinen Bann. Die einzelnen Songs kann man, muss man aber nicht kennen. Böse Zungen würden behaupten: „Klingt eh alles gleich!“ So ist es auch fast, aber MOTÖRHEAD pendeln elegant zwischen Punk, Rock’n’Roll und Metal hin und her und kreieren ihre ganz eigene Mischung daraus. Beim Auftritt im Velodrom zeigten die drei mehr als deutlich, warum sie so lange so dick im Geschäft sind und so manche Metal- oder Punkband kann sich hier einiges abschauen. Genervt haben mir nur die Scheinwerfer an der Deckenhalle, die fast das komplette Konzert an waren. WARUM???
Motörhead_07Bei einem Gig muss es dunkel sein und Licht hat nur was auf der Bühne zu suchen. Natürlich fehlte in ihrer Setliste ihre Überhymne „Ace Of Spades“ nicht und die in diesem Moment kochte die Halle und spätestens hier muss ich sagen: „Jeder, der nur irgendetwas mit Musik am Hut hat, MUSS MOTÖRHEAD einmal live gesehen haben.“ Wenn nicht auf dieser Tour, dann halt auf der nächsten, denn die kommt bestimmt.
East Side Daniel

SLIME, RAZORS / Berlin / SO 36 / 06.12.2012

RAZORS_01Der Nikolaus hat dieses Jahr den Stiefel wieder übervoll und mich damit mehr als glücklich gemacht. Der eigentlich schon vor zwei Jahren angekündigte Hamburg Abend im SO36 sollte diesmal ohne traurigen Zwischenfall stattfinden. Beim letzten Mal verunglückte leider der Gitarrist der RAZORS – Schwabe – tödlich und so spielten damals SLIME in Gedenken an ihn mit einer anderen Vorband. Dieses Mal lief aber alles glatt und voller Vorfreude machten wir uns auf in den Kreuzberger Kultladen. Im Vorfeld hieß es, dass der Abend ganz „unpunkig“ pünktlich um 20:00 Uhr starten sollte, was uns mehr als entgegenkam. Ich hasse es, wenn man stundenlang in einem Club rumhängt und warten muss, bis es endlich losgeht. Als wir gegen halb acht im SO36 aufschlugen, waren allerdings höchstens 30 oder 40 Leute anwesend und das trotz ausverkauftem Haus. Auch zur Prime Time war der Laden noch lange nicht gefüllt, trotzdem zockten die RAZORS unbeirrt los. Das Publikum dankte es mit Applaus und ordentlich Stimmung. Die Hamburger spielten sich durch ihr Set und obwohl ich bisher wenig von den Jungs kannte, überkam mich ein Gefühl der Vertrautheit. Die Jungs strahlten eine Sympathie aus und man merkte ihnen an, dass sie Spass an der ganzen Sache haben. Als eine der Dienst ältesten Punkbands wissen sie halt, wo der Hase langläuft. Obwohl ihnen der große Ruhm verwehrt blieb, sind sie auf jeden Fall ein mehr als würdiger Opener und auch die Jungs von SLIME feierten die Combo von der Seite der Bühne aus ab.
SLIME_09Nach einer kurzen Umbaupause ertönte dann ein Intro aus den Boxen und man spürte förmlich die Spannung im SO36. Den grandiosen Auftritt von vor zwei Jahren zu toppen, dürfte SLIME schwer fallen, denn schließlich ist auch der Reiz der Reunion schon verflogen. Das neue Album machte aber Hoffnung, denn nur wenigen Punkbands ist es bisher gelungen, nach einer Wiedervereinigung so ein Brett hinzulegen. Los ging’s mit einem Songs vom neuen Album – „Wir geben nicht nach“ – und wie auf Knopfdruck verwandelte sich die Menschenmenge vor der Bühne in einen wilden, pogenden Haufen. Gleich danach einer meiner all-time Favourites „Schweineherbst“. Es tut einfach immer wieder gut, seinen Hass gegen die braune Meute rauszuschreien. So ohnmächtig man sich auch manchmal angesichts dieser Bedrohung fühlt, in diesen Momenten könnte man es mit allen diesen Wixern gleichzeitig aufnehmen! Weiter im Programm mit dem Titeltrack der neuen Platte „Sich fügen heißt lügen“ und da merkte man schon etwas das Problem an den neuen Songs. So gut ich die Scheibe auch finde, live lassen sich die meisten Stücke eher schlecht mitsingen und das drückt etwas auf die Stimmung. Ich fürchte auch aufgrund der alten Formulierungen der Texte wird sich das mit der Zeit nicht geben. Zumal ich das Album in den letzten Monaten mehr als nur einmal gehört habe und es mir trotzdem schwer fiel. Was die Entscheidung auf alte Erich Mühsam Texte zurückzugreifen angeht, haben SLIME in Bezug auf das Album alles richtig gemacht, aber live wird sich die Anzahl der Stück wohl schnell stark reduzieren. Die nun folgenden Klassiker „Alle gegen alle“ und „Alptraum“ sind bei jedem Punker schon in Fleisch und Blut übergegangen und sorgen halt schon beim ersten Ton für Gänsehaut und Euphorie.
SLIME_02Was das spielerische Können der Jungs und des Mädels angeht, war ich sehr beeindruckt. Da ich direkt vor der Bühne Nici und Christian beobachten konnte, fiel mir zum ersten Mal auf, wie eingespielt SLIME 2012 sind. Da passt einfach alles, jeder Ton sitzt und trotzdem versprühen sie wie eh und je ihren aggressiven, rebellischen Charme. Großartig fand ich auch das BUTTOCKS Cover von „BGS“ (was viele wohl von DIE ÄRZTE kennen), was irgendwann mal als Alternative zu „Polizei SA/SS“ gespielt wurde – glaube ich. Textlich ist „BGS“ natürlich bei weitem nicht so schlimm, wie die Lyrics des indizierten Songs, ha, ha! Nach knapp einer Stunde SLIME hieß es dann leider für uns die Heimreise anzutreten, da noch eine weite Fahrt vor uns lag und der Schnee in Hülle und Fülle aus dem Himmel rieselte. Beim nächsten Auftritt von SLIME sind wir aber mit Sicherheit wieder am Start, denn hier spürt man noch, dass Punk auch im neuen Jahrtausend immer noch wichtig ist! East Side Daniel