DRITTE WAHL / Berlin – Astra Kulturhaus (27. / 28.02.2015) 17.03.2015

Endlich mal wieder DRITTE WAHL live sehen! Wurde auch Zeit, denn das letzte Mal scheint eine gefühlte Ewigkeit her zu sein. Nach dem die Jungs vor ein paar Wochen ihr neues großartiges Album „Geblitzdingst“ rausgebracht haben, musste das Baby natürlich gebührend gefeiert werden. Nach einem kleinen Gastspiel in Rostock, stieg dann die offizielle Release-Party im Astra Kulturhaus in Berlin. Da sich bereits vor zwei Jahren ein Abend als zu wenig herausgestellt hatte, wurde auch dieses Mal an zwei Abenden gefeiert. Beim letzten Auftritt ließen die Jungs noch ihre Fans entscheiden, welche Songs sie hören wollen und spielten dann jeden zweiten aus dem Ranking. Das Konzept ging wohl nicht ganz auf und auch in meinem Bekanntenkreis stieß es auf ein geteiltes Echo. Das ist aber Vergangenheit und diesmal spielten DRITTE WAHL, neben ein paar gesetzten Songs, größtenteils Material vom neuen Album. Die restliche Setlist wurde flexibel gestaltet, so dass sich auch die Leute nicht langweilten, die an beiden Abenden zugegen waren. Außerdem befanden sich zwei Neuralisatoren auf der Bühne, so dass Teile des Abends oder eben der ganze Abend weggeblitzdingst werden konnten. Sehr elegant auch der Nebel vorn an der Bühne, der in die Luft gepustet wurde. In bester Rockstarmanier standen Gunnar und Stefan da und ließen sich feiern. Vorab schon mal Sorry, wenn ich in meinem kleinen Bericht einige Songs, der Playlist oder Abende durcheinander haue, liegt wahrschein am erhöhten Alkoholspiegel.

Am ersten Abend galt es aber erst einmal 44 Leningrad zu lauschen. Schnell stellte sich bei mir aber die Erkenntnis ein, dass ich die Band aus meinen Jungendtagen viel besser in Erinnerung hatte. Schade eigentlich und daher hielt ich mich mit meinem Bekannten lieber am Tresen auf. Wir beide sehnten uns DRITTE WAHL herbei und die ließen sich auch nicht lange bitten. Stampfend dröhnte „Der Spiegel“ aus den Boxen, Konfetti regnete von der Decke und der Vorgang, der die Sicht auf die Bühne verdeckte, fiel theatralisch zu Boden. KISS hätten es nicht besser machen können. Von der ersten Sekunde an hatten DRITTE WAHL leichtes Spiel und rissen das gesamte Publikum mit. Obwohl Gunnar krankheitsbedingt angeschlagen war, ließ er es sich nicht nehmen, hier und heute auf der Bühne zu stehen. Kann sein, dass ich nur den Eindruck hatte, aber der Rest der Band schien ihm daher gesangstechnisch öfter unter die Arme zu greifen als sonst. Der Stimmung tat dies jedenfalls keinen Abbruch und es wurde gefeiert, getrunken und gepogt. Neben alten Klassikern wie „Mainzer Strasse“ und „So wie ihr seid“ wurden auch die neuen Stücke lauthals vom Publikum mitgesungen und die Jungs schienen es zu genießen. Obwohl DRITTE WAHL seit Ende letzten Jahres einen neuen Mann (Holger) am Keyboard haben, kam auch ihr Rainer-Langhans-Double noch mal vorbei und gab einige Songs mit zum Besten. Ein sehr bewegender Moment war wieder einmal „Auf der Flucht“, denn unterstützt von Teilen von IN EXTREMO war der Song großartig wie lange nicht mehr. Nach einigen Zugaben verabschiedete sich die Band von einem glücklichen Publikum in die Nacht.

Am nächsten Abend ging es wieder auf in Richtung Astra, diesmal allerdings mit einer anderen, viel charmanteren Begleitung. Es versprach ein mehr als gelungener Abend zu werden. Angekommen mussten wir allerdings wieder eine schlechte Vorband über uns ergehen lassen. Auf HANS AM FELSEN hatte ich mich eigentlich gefreut, aber die Darbietung war nach wenigen Songs kaum noch auszuhalten. Lieber dann schon COR, die im Anschluss auf die Bühne kamen. Mit ihrem Intro, dem Video zu „Lampedusa Blues“, hielten sie unserer Gesellschaft den Spiegel vor und jeder sollte es sich auf youtube mal anschauen. Nach dem Friedemann dann das Mikro in die Hand nahm, wurde in gewohnter COR Manier der ganze Laden in Schutt und Asche gerockt. Wenn Hardcore-Punk immer so politisch und gut wäre, es wäre ein Traum. Dann waren aber wieder DRITTE WAHL an der Reihe und wenn die Stimmung am Vorabend schon super war, gab es noch eine Steigerung. Der Laden platzte aus allen Nähten und alle sangen aus voller Brust mit. Nach dem sich auf der letzten Tour „Zeit bleib stehen“ als Favorit herauskristallisiert hatte, lag der Fokus dieses Mal auf „Fliegen“. Es war echt unglaublich, wie lange dieser Song dauerte und das meine ich im positiven Sinn. Der gesamte Saal grölte den Refrain immer und immer wieder. Diese Chance ließen sich Stefan und Gunnar natürlich nicht nehmen und traten die Reise über das Publikum an, bis in die hinteren Reihen. Das Grinsen in ihren Gesichtern sagte mehr als tausend Worte. Anschließend gab es selbstverständlich noch einige Lieder als Zugabe. Auch „Greif ein“ wurde noch einmal zum Besten gegeben, obwohl die Rostocker es am Tag zuvor gespielt hatten und eigentlich nicht auch noch an diesem Abend spielen wollten. Nach Konzertende sah man nur glückliche Gesichter. Nachdem alle Konzertbesucher aus dem Saal befördert waren, wollten wir uns schon auf den Heimweg machen. Da wir allerdings während der Show noch ein paar Bekannte getroffen hatten, hieß es dann bei der Aftershowparty weiterfeiern und einen perfekten Abend ausklingen lassen. Danke DRITTE WAHL und bis zum nächsten Mal!

PS: Eine kleine Anmerkung möchte ich der Band allerdings noch mitgeben. Es gibt Songs, da passt das Keyboard hervorragend rein und es gibt Songs, wie bspw. das oben erwähnte „Greif ein“, da passt das Keyboard einfach überhaupt nicht! Bitte beim nächsten Mal weglassen!

East Side Daniel

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