ME FIRST AND THE GIMME GIMMES – Rake It In: The Greatest Hits CD (06.05.2017)

(Fat Wreck Chords)
Best of…Zusammenstellung mit 17 Songs aus dem Giganto-Fundus der California Allstar Band (NO FX, LAGWAGON, SWINGIN’ UTTERS etc.), bis dato erstreckt sich deren Cover-Kaperfahrt auf 7 Komplett-Alben und ca. 90 Singles. Die einzelnen Alben wurden nach musikalischen Themengebieten durchsortiert, jeweils ein Genre erhielt ein Cover-Album. MOTOWN, COUNTRY, R&B, Pop etc. Nun in voller Bandbreite erstmals zusammengesperrt bzw. durcheinandergewürfelt. Die musikalische Vielfalt müsste/könnte sich hierbei störend auswirken, funktioniert aber kurioserweise in friedlicher Eintracht. Überraschung? Nicht wirklich. Von Vielfalt ist nichts mehr zu bemerken, bei MFATGG regiert galoppierende Monokultur. Die Songs wurden durch die Bank weg in das FAT WRECK-California 90’s Melody Punk-Korsett gepresst, ihrer Identität zuckersüß beraubt. Original Genre komplett ausgeblendet, der genetische Fingerabdruck verwischt. Da findet der Bandname präzise Anwendung: Wir zuerst, alle Anderen sind uns wurscht. Hauptschuldig daran ist vor allem der extrem lieblose Gesang (vom ex-SWINGIN’ UTTERS Bassisten Spike), no Balls here. Definitiv kein „Crooner“ wie im Promo-Beiblatt versprochen. Schludrig geträllert, atemlos abgearbeitet. Lallala-Trallala in Endlos-Schleife. „Jolene“ oder „Upton Girl“ bspw. haben im Original deutlich mehr Eier sprich Stimm-Volumen und Atmosphäre. Selbst vergleichsweise zahme Gesangs-Nummern wie „All my loving“ (BEATLES) punkten im Original, und welche Punk Band wird schon in Fragen der Bissigkeit von Paul McCartney abgehängt? MFATGG und Spike haben das ganz locker geschafft. Auch die liebliche Blumenkinder-Kamelle „San Francisco“ hat bei Scott McKenzie mehr Tiefe und Leidenschaft in der Nasenhaarspitze als die komplette MFATGG-Diskographie. Flower Power sticht Dudel Punk. Schade. Klingt mehr nach Auftragsarbeit als nach Herzblut. Zu routiniert, zu weichgespült. Fazit: Locker plätscherndes Punk Rock Entertainment, geeignet für Fahrstuhl und Lounge. Tut nicht weh und macht Appetit auf die Originale. PS: Einen schmalen Bonus-Punkt gibt es für nett arrangierte Insider-Gimmicks wie das 45 GRAVE-Intro bei Paula Abdul’s „Straight up“. PARADISE

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