Noise And Resistance DVD (27.01.2012)

(www.noise-resistance.de)
Diese DVD behandelt zum größten Teil das Thema DIY. Das interessante daran ist, das nicht nur Punks aus Deutschland darüber reden wie sie sich das vorstellen und umsetzten; es kommen nämlich Leute aus der ganzen Welt zu Worte. Da das Thema DIY ja nicht so schwer zu kapieren ist, sollte also jeder wissen worum es geht. Doch den Rahmen dafür steckt sich jeder anders ab, auch wenn der große Nenner “Freiheit” natürlich bleibt. Für die einen bedeutet DIY seine Shows und Festivals selber zu organisieren, Tonträger selber zu pressen, Merch in eigener Regie herzustellen. Einfach nicht vom System abhängig sein. Die anderen gehen da noch weiter und besetzten Häuser oder bauen sich mal eben eine kleine Siedlung im Wald. Sei`s drum. Ein ganz wichtiger Teil ist natürlich die Mucke, denn dadurch haben sich ja alle Akteure gefunden und verwirklicht bzw. ihren “way of life” eingeschlagen. Die Interviews werden untermalt mit kleinen Live Sequenzen verschiedener Bands. Das reicht von gut (“Antimaster” oder “What We Feel”) bis mittel (“Disfear”) bis hin zu ganz schlecht (“Sju Svara Ar” oder  “Tom Sawyer”) , welcher mal dringend seine Gitarre stimmen sollte. Die Englische Anarcho Band “Crass” bekommt sogar ne` kleine History spendiert, da sie für einige Teile der DIY Bewegung als Inspiration galten. Kann man sich gar nicht so leicht vorstellen wenn man die doch arg gealterten Hippies der Band so in ihrem Garten abhängen sieht. In dieser Szene, welche von Dreadlocks, siffigen Shirts und Ohrlocherweiterungen beherrscht wird, sind aber auch erstaunlich viele Mädels aktiv, die hier zu Wort kommen und teilweise gar nicht soooo schlecht musizieren (“Vicious Irene”).Wer also gar keinen Plan davon hat was DIY eigentlich so bedeutet, ist nach dieser DVD vielleicht ein wenig schlauer oder freut sich einfach nur, das er in einem vernünftigen Bett pennen und mit dem Auto zur Arbeit fahren kann. Denn auch wenn die Niederländer “Seein Red” das Arbeitsleben kritisieren; irgendjemand baut ihnen doch auch ihre Marshall Amps und Gitarren auf denen sie spielen oder? Nun denn….Der Film ist von der Bild Qualität her absolut professionell. Ebenso wie der Ton und Schnitt. Respekt auch an die beiden Filme Macherinnen Julia und Francesca, die sich nicht gescheut haben, auch in gefährliche Regionen wie Moskau oder Mexico zu tingeln, um dort ihre Aufnahmen zu drehen. Der Film dauert 87 Minuten. Als Bonus gibt es noch ein paar Outtakes, ein weiteres Interview mit Crass und nen` Trailer. Auch wenn ich nicht alle Ansichten in diesem Film teile, geht das Ding durchaus o.k. Note: 3+  Marcel

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