Interview mit Matthias Röhr (Gonzo) 16.11.11

Ich treffe Matt “Gonzo”Röhr im Rahmen seiner “Blitz und Donner” 2011 in der Turbinenhalle  Oberhausen. Auch wenn mir nur gut 12 Minuten für`s Inti bleiben (wenige Minuten später startet bereits die Show) ,nimmt sich Gonzo in Ruhe die Zeit für meine Fragen. Der Ex-Onkel ist absoluter Vollprofi, dabei aber absolut sympathisch, ehrlich und extrem freundlich.

Marcel:  Gonzo, dein neues Album heißt “Blitz und Donner”. Sollen sich die Leute nach dem hören wie von “Blitz und Donner” erschlagen fühlen oder was bedeutet der Titel?

Gonzo: (Lacht) Weder noch. Der Titel soll eigentlich Ausdruck von Zorn und Wut sein. Der Titel soll auch auf die Song hinweisen. Das Album und die Songs sind roh und unbelassen. Quasi wie ein Live Album. Das ist die Idee hinter dem Titel.

Marcel:  Nach dem Ende der Onkelz hast du ja eine ganz andere Musik gemacht, die nicht wirklich viel mit der alten Richtung zu tun hatte. Wie kam es, das du mit “Blitz und Donner” wieder Back To The Roots gegangen bist?

Gonzo: Ehrlich gesagt haben mich Fans und Freunde darauf angesprochen und zwar eine ganz schön lange Zeit. Mal endlich wieder was auf Deutsch zu machen. Zur Zeit war ich aber gerade mit anderen Sachen unterwegs und hatte da gar keinen Bock drauf. Nachdem sie aber keine Ruhe gegeben haben habe ich gesagt: “O.K, weißt du was? Ich mach jetzt einfach mal 1-2 Songs um zu sehen ob es mir Spaß macht und funktioniert. Und ob es mich kickt. Und wenn es funktioniert, dann kann ich mir es vorstellen das auf Deutsch zu machen .Dann habe ich zwei Songs gemacht. Der eine war direkt “Sekt oder Selters” und es hat totale Laune gebracht und so habe ich gesagt: „Machste jetzt ein ganzes Album auf Deutsch“. Das bringt`s jetzt grad.

Marcel: Du hast ja auf dem neuen Album nicht nur die Gitarre, Bass und Produktion übernommen, sondern auch den Gesang. War dir das von Beginn an klar, das du auch diesesmal wieder den Gesang übernehmen wirst?

Gonzo: Ja, das war so geplant.

Marcel: Du hast mit Michael Ehre und Ferdy Doernberg ja zwei recht bekannte Musiker bei dir in der Band. Wie hast du die Leute ausgewählt bzw. die Band zusammengestellt?

Gonzo:  Ferdy kannte ich vorher schon, seid geraumer Zeit. Und zwar seid der letzten Tour mit der ich in Deutschland war. Vor ca. 3-4 Jahren. Da habe ich Ferdy  kennengelernt. Ich kannte ihn natürlich als Musiker von Axel Rudi Pell oder Uli John Roth. Über Ferdy kam auch der Kontakt zu Michael zustande. Ich habe auch einen Drummer gesucht der wirklich fit ist, also auch mit Double Bass und diesen ganzen Geschichten. Michael war damals zu der Zeit noch bei Firewind (Griechische Metal Band mit Gus.G an der Gitarre, aktueller Ozzy Osbourne Gitarrist; Anm. Marcel) Und ich hab gesagt: “Michael ich geh auf Tour, hast du nicht Bock mitzukommen”? Leider konnte er nicht, da er mit Firewind in den USA auf Tour war. Und ich sag:”Scheiße” (lacht laut).Ich hatte aber einfach keinen Bock mir nen` anderen Schlagzeuger zu suchen. Zufälligerweise ist er aber dann bei Firewind ausgestiegen und hat mir dann drei Monate später die Tour zugesagt. Ich bin echt froh darüber das ich die Jungs an Bord habe .Es funktioniert hervorragend, es sind super Musiker, das steht natürlich außer Frage und wir haben Spaß. Und wir proben uns gerade schon ein für das nächste Jahr z.b. für Sommer Festivals und den zweiten Teil der Tour.

Marcel:  Planst du denn schon möglichst schnell ein neues Album nachzulegen?

Gonzo:  Mit den Album Arbeiten wollte ich erst Ende nächsten Jahres beginnen. Wir wollen jetzt erstmal viele Konzerte machen, bis zum Sommer 2012.

Marcel:  Eine Frage kann ich dir jetzt aber nicht ersparen. Wirst du heute Abend auch ein paar Onkelz Nummer spielen?

Gonzo:  (Lacht erneut).Das ist doch ganz klar. Da habe ich auch lustige Sachen gelesen bevor es auf Tour ging. Als bekannt wurde das ich auch Onkelz Songs spiele,tauchten dann plötzlich so Kommentare auf, wie z.b: “Wie, der spielt jetzt Onkelz Songs”?  “Die höre ich mir doch lieber von einer Cover Band an”. Da habe ich mir gedacht: Von dem der die Songs mitgeschrieben hat, wollt ihr die Songs nicht hören? Da geht ihr lieber zu irgendeiner Cover Band und hört euch die Songs da an? Das kommt mir echt ein bisschen komisch vor. Um es kurz zu machen: Es ist ganz klar. Es war eine lange musikalische Karriere und ich muss natürlich Songs, welche ja zu mir gehören, von ganz früher bis heute spielen. Das geht von den Onkelz Sachen, bis hin zu zwei Songs von den Englischen Alben, zwei Instrumental Songs bis hin zur Blitz und Donner Präsentation.
Es gehört aber definitiv dazu. Stell dir vor du würdest auf ein Konzert gehen, von deiner Lieblingsgruppe oder von einem Mitglied deiner Lieblingsgruppe und der würde die alten Songs nicht spielen? Das ist doch unmöglich. Wenn ich dahin gehen würde, und er würde die alten Sachen nicht spielen, sage ich ganz klar: “Was für ein Arsch” (Lacht erneut).

Marcel:  Du warst bei den Onkelz ja immer sehr aktiv auf der Bühne. Fühlst du dich durch die Doppel Belastung Gitarre / Gesang nun etwas limitiert?

Gonzo:  Das rumlaufen fehlt mir natürlich und die Bühne ist sicher auch ein ganzes Stück kleiner in den Clubs. Da kannst du dann nicht mal eben vom Mikrofon weg gehen. Ich kann mich natürlich schon etwas weniger bewegen.

Marcel: Du hast dein Album ja komplett alleine produziert und komponiert. Könntest du dir vorstellen auch einmal andere Künstler zu produzieren oder für andere Leute Songs zu schreiben?

Gonzo: Ich hab so was ja schon einmal gemacht. Das war dieser Ralley Song ( „Fire & Gasoline“ ,Anm.Marcel) mit Lina van de Mars (Autorin und Schlagzeugerin aus München; Anm.Marcel).Das war ja so eine Auftragsproduktion. Das kam vom deutschen Ralley Bund. Die haben halt angefragt ob man so was machen könnte. Die hatten schon ihre Vorgaben bzw. was sie sich so vorstellen können. Das der Text z.b. auf Englisch sein soll und der Song keine politische Aussage enthalten darf usw usw…Das war wirklich eine Auftragsproduktion, die ich bis jetzt einmal gemacht habe. Das hat auch Spaß gemacht. Eine komplette Produktion mit einer Band kann ich mir jetzt zur Zeit nicht vorstellen. Als Gastmusiker zu spielen schon. Das habe ich letzte Woche auch gemacht, ich darf allerdings noch nicht sagen bei wem. Als Gastmusiker zu spielen das macht Spaß, aber eine komplette Produktion, außer meine, zu machen, da habe ich zur Zeit kein Interesse dran.