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Dritte Wahl Interview (16.10.2016)

Interview mit DRITTE WAHL zur 20 Jahre „Nimm Drei“ Tour im Herbst 2016

Es gibt sie, diese Bands, die einen zum Punk gebracht und seit jeher nicht wieder losgelassen haben. In meinem Fall sind das u. a. DRITTE WAHL. Es muss 1996 gewesen sein, als ich eines meiner ersten „richtigen“ Punkkonzerte erlebt habe. Als 13 Jähriger war ich nachhaltig beeindruckt, von diesen drei Typen, die auf der Bühne ein Deutschpunk-Metal-Brett vom Feinsten ablieferten. Damals waren die Rostocker mit ihrer Scheibe „NIMM DREI“ unterwegs, einem Album, das bei mir bis heute immer wieder seine Runden auf dem Plattenspieler dreht und das bei dem ich jeden einzelnen Ton kenne und jede einzelne Zeile mitsingen kann. Jetzt, 20 Jahre danach, sind DRITTE WAHL wieder unterwegs und spielen besagtes Album und ich freu mich wie ein kleines Kind auf die anstehenden Shows. Warum sie sich zu dieser Tour entschlossen haben, was uns erwartet, wie sie die Scheibe nach all den Jahren sehen und weitere offene Fragen beantwortete mir Gunnar.

imagesIn den kommenden Tagen steht eine ganz besondere Tour auf dem Plan, das 20 jährige Jubiläum von „NIMM DREI“. Warum macht ihr eine Tour speziell zu diesem Album?
Mit der „nimm drei“ ging es damals so richtig los. Die beiden Scheiben davor waren auch okay, aber der Wechsel in ein anderes Studio hat uns gut getan. Wir haben dort den Sound gefunden, den wir haben wollten. Es gab auf einmal Rezensionen in Zillo, RockHard, MetalHammer usw. und unsere Konzerte waren auch gut besucht. Insgesamt ein sehr wichtiges Album von/für uns und deshalb spielen wir die Platte nun nach 20 Jahren nochmal komplett.

Auf „NIMM DREI“ habt ihr es damals geschafft klassischen Deutschpunk perfekt mit Metaleinflüssen zu kombinieren und hattet damit aus meiner Sicht großen Einfluss auf viele nachfolgende Bands. Wie schätzt du das ein und wie zufrieden bist du heute noch mit dem Sound der Platte?

Es gibt ja immer Sachen, die man im Nachhinein anders machen würde, aber im Großen und Ganzen ist die Scheibe cool so wie sie ist. Ich habe mich ja gerade nochmal intensiver mit „nimm drei“ beschäftigt und muss sagen, dass ich noch immer recht zufrieden bin.

Wie stehst du heute zu den Inhalten von bspw. „Hash“ oder „Rausch“? Räumst du oder wirst du deinem Nachwuchs diese Freiheiten einräumen? Oder ist man dann doch nicht der „coole“ und tolerante Dad?

Ich glaube ich räume schon viele Freiheiten ein. Wir reden zuhause über Drogen und lassen die Jungs aber selbst entscheiden wie und was sie tun. Zum Glück habe ich sehr vernünftige Kinder, die mir da nicht so große Sorgen machen.

Texte wie „Greif ein“ oder „So wie ihr seid“ sind heute leider immer noch aktuell. Ist es nicht frustrierend, das sich die Zustände, die man anprangert, nicht ändern, sondern eher schlimmer werden?

Tja, das ist schon schwierig. Auch der Song „kneif mich“ ist noch erschreckend aktuell. Die Welt ist schon sehr kaputt und dabei leider auch sehr beständig. Das Geld regiert die Welt und seine getreuen Untertanen handeln ohne Rücksicht auf Verluste. Mensch, Natur – alles scheißegal, Hauptsache die Zahlen stimmen. Man hat schon etwas das Gefühl, dass es eher schlechter wird, als besser. Allein mit „Militär“ hat es sich erledigt. Die Wehrpflicht gibt es ja nun nicht mehr.

Der Song „Kein Wort“ handelt von Verlust und Selbstzweifeln. Auf den folgenden Alben finden sich immer wieder Lieder wie „Und jetzt?“, „Morgen schon weg“ oder „Der Spiegel“, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen. Wie kommt es, dass du viele Lieder über Zweifel am eigenen Handeln und Leben schreibst? Was sagt eigentlich die Familie dazu?

index1Ich denke, dass sind so Lieder aus dem Alltag und sie beschreiben Situationen, die (fast) jede/r kennt. Es sind ja nicht immer Geschichten aus meinem Leben, sondern auch Ideen die ich aus Büchern, Filmen oder aus Erzählungen habe. Der ganz normale Wahnsinn in einem ganz normalen Leben. Bei uns sind es oft gerade diese Stücke die sehr gut ankommen und auf die wir am meisten Rückmeldungen bekommen, weil wir heute eben (fast) alle ab und zu mal zweifeln und hadern.

Gibt es auf „NIMM DREI“ Songs, die du heute nicht mehr schreiben würdest bzw. mit denen du dich heute überhaupt nicht mehr identifizieren kannst?

Nein, mir sind insgesamt die ganz großen Peinlichkeiten erspart geblieben. Vielleicht würde ich Kleinigkeiten anders machen, aber Alben sind ja auch immer Zeitdokumente. Passt schon!

Damals gab es eine Erstauflage der Platte mit 4 Bonustracks. Gibt’s die auf der Tour auch zu hören?

Wir haben uns vorgenommen die 4 Songs in Berlin zu spielen, weil wir dort mit zwei Tagen und zwei Sets die Zeit dazu haben. Bei unseren anderen Konzerten auf der Tour würde das einfach den Rahmen sprengen.

Unter anderem war als Bonustrack auch „Tobias“ enthalten, einer meiner absoluten Lieblingstracks von euch. So ganz erschlossen hat er sich mir inhaltlich aber über all die Jahre nie. Worum geht es genau?

Den Song habe ich schon sehr oft erklären müssen. So ist das, wenn man sich eine Geschichte ausdenkt, die nicht direkt aus dem realen Leben kommt. Das Lied ist schon sehr alt, älter als die Band, und es geht dabei um einen noch älteren Science Fiction Film, dessen Name mir aber nicht mehr bekannt ist. Den wirklichen Sinn dahinter gibt es eigentlich nicht.

Was steht außer „NIMM DREI“ bei den kommenden Konzerten auf dem Programm?

indexNa, wir haben noch einige vermeintliche „Hits“ im Programm und mischen diese mit den „nimm drei“ Songs. Also es ist nicht so, dass wir nur die Platte rauf und runter spielen.

Ihr habt euch vor einigen Jahren um einen Keyboarder erweitert und seid seitdem zu viert auf der Bühne. Das passt super für viele der neueren Tracks, aber bei den älteren, härteren Sachen finde ich es live etwas problematisch, wenn z. B. bei „Greif ein“ im Hintergrund ein Keyboard zu hören ist. Welcher Bühnensound wird uns bei den anstehenden Shows erwarten?

Wir haben ja mit Holger einen neuen Mann an den Tasten und der kann auch Gitarre spielen. Damit sind wir jetzt extrem variabel und können noch mehr ausprobieren. Bei „greif ein“ z. B. gibt es jetzt eine zweite Gitarre zu hören.

In Berlin sind es gleich zwei Abende zu einem Album. Was plant ihr für diese zwei Konzerte?

Wir wollen in Berlin zwei verschiedene Sets spielen, was aber nicht heißt, dass es keinen einzigen Song geben wird, der in beiden Programmen vorkommt. Die genaue Setliste steht noch nicht, aber es werden zwei sehr verschiedene Konzerte.

Wie siehst du eigentlich die aktuelle Entwicklung in Deutschland bzw. das rechte Einstellungen immer unverhohlener gezeigt werden? Gibt es für dich Parallelen zu Rostock Anfang der 90er?

Ich finde es fühlt sich schon etwas ähnlich an, nur mit dem Unterschied, dass heute viel mehr „normale“ Menschen mit Pegida und AFD sympathisieren. Ich hätte nicht gedacht, dass es bei uns so viele Menschen ohne Mitgefühl und Empathie gibt. Ich glaube dass wir uns mit dieser Situation noch lange beschäftigen werden müssen. Das wird nicht von heute auf morgen wieder verschwinden.

Die ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN haben sich mit „Nie wieder Pegida“ und SLIME mit „Sie wollen wieder schießen (dürfen)“ zur aktuellen Lage musikalisch geäußert. Ist da von euch auch was zu erwarten?

Wir planen das nicht explizit. Wenn wir eine Idee dazu haben kommt ein Song, aber wir versuchen nicht auf Krampf ein Lied dazu zu machen. Ich glaube unsere Position steht zweifelsfrei fest und wir müssen uns da nicht zwangsweise zu äußern.

Wie sieht es generell mit neuen Songs, einem neuen Album, aus?

images1Wir basteln gerade. Es läuft ganz gut. Evtl. gibt es schon 2017 neue Musik von uns.

20 Jahre „NIMM DREI“, bald 30 Jahre DRITTE WAHL! Fühlt man sich da alt? Denkt ihr über eine „Rockerrente“ nach?

Alt, Ja, manchmal schon. Aber nur wenn man sich diese Zahlen vor Augen hält. Rente, nein, wir wollen noch eine Weile weitermachen. Es macht noch immer riesig Spass und solange sich noch ein paar Menschen für das interessieren, was wir tun, denken wir noch nicht ans Aufhören.

Vielen Dank für das Interview und bis zu den Shows.

East Side Daniel

The Meteors – The Power of 3 CD (04.07.2016)

images_cover_mr008(Mutant Rock Records / Edel)
Nun also nach der gelungenen vorab-teaser Single das neue Album der Meteors. Musikalisch ist das ganze noch finsterer geraten als die vorangegangenen Alben der letzten Zeit. Bei den meisten Stücken auf der Platte ist das Tempo insgesamt etwas zurück genommen worden, die Intros der Stücke geben einem das Gefühl in einem Autokino der 50er zu sitzen, sich übelste Gorefilmchen anzusehen und dabei damit zu rechnen, dass er gleich kommt: der Mann mit der Kettensäge…Für mich der perfekte Soundtrack für alles, was mit Kannibalismus, Serienmord, Elektroschockfolter, Lobotomie, Monstern und Mutanten zu tun hat. Sogar bei den Instrumentalstücken treibt es einem kalte Schauer über den Rücken was mal wieder beweist, dass Fenech den Sound und die Trashkultur des Psychobillys über die Jahrzehnte dermaßen verinnerlicht hat, daß es auch kaum noch vieler Worte bedarf um auch dem letzten klar zu machen: Besser Straßenseite wechseln, wenn wir Dir entgegen kommen, das hier ist von Weirdos für Weirdos, hier ist kein Platz für Blümchen und Sonnenschein…Hier bei Mutant Rock scheinen die Meteors musikalisch zu sich selbst gefunden zu haben: Reduzierter, stockfinsterer Trash a Billy das man bei jedem Song diesen sonderbar süsslich-metallischen Blutgeschmack im Mund zu haben scheint…für mich eins der besten Releases von über 30 bisher daher auf jeden Fall 2+ und das auch nur, weil ich eigentlich kein allzu großer Psychobilly-Fan bin. Viel besser geht nicht mehr…Respekt, Mr Fenech…………Kai

Interview mit THE BONES 25.09.2015 Zeche Carl Tour Auftakt (11.10.2015)

© Markus Wetzlmayr / @wetphoto / www.wet-photo.at NO USE WITHOUT PRIOR WRITTEN PERMISSION // KEINE VERWENDUNG OHNE VORHERIGE SCHRIFTLICHE ERLAUBNIS.

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Zuerst einmal wer seid ihr und wo kommt ihr her?

Wir sind The Bones aus Karlskrona Schweden

Wie seid ihr hier her zu euern Tour Auftakt gekommen und wie lange habt ihr gebraucht?

Wir sind heute Nacht irgendwann mit dem Nightliner, in Kopenhagen los gefahren, aber können nicht genau sagen, wie lange wir gebraucht haben, da war zu viel Bier und Schlaf dazwischen :D

Ist das eure erste Nightliner Tour oder wie viele habt ihr schon hinter euch?

Hahaha, neee unsere erste Nightliner Tour bestimmt nicht. Das müsste jetzt ca die 30igste sein oder so. Unsere erste Nightliner Tour war damals 2002 mit den Toten Hosen zusammen.

Warum habt ihr euch dazu entschieden mit dem Nightliner die Touren zufahren?

Dazu gehören viele Gründe, zum einen ist man dadurch viel flexibler, man geht schlafen und wacht Morgens an dem anderen Ort auf, wo die nächste Show stattfindet. Unserer Fahrer kann den ganzen Tag schlafen und ist dann ausgeruht für die Fahrt. Und zum anderen noch aus Kosten Gründen, man spart Geld für Hotel und man kann länger schlafen, muss nicht so früh aufstehen und und und

Habt ihr ein Bad mit im Nightliner oder wie läuft das ab wenn ihr unterwegs seid?

Nein nicht wirklich, wir haben zwar eine Toilette mit an Board, zum urinieren zwischen durch. Aber den Rest müssen wir vor Ort bei den einzelnen Locations bzw. zwischen durch auf Rastplätzen erledigen.

Aus welchen Gründen habt ihr euch damals dazu entschlossen diese Band zu gründen?

Wir waren jung und dumm hahaha.. Ne man konnte sich entscheiden, viele Möglichkeiten hatten wir da nicht, entweder man macht Sport oder man machte Rock´n´Roll. Im Endeffekt war es ein Traum, den wir heute leben können.

Wie lange gibt es die Band schon?

Schon eine ganze Weile, nächstes Jahr wir feiern unser 20 jähriges Bestehen.

Habt ihr euch selbst verändert von der Gründung an bis heute?

Was heißt verändert, wir sind irgendwo immer noch die gleichen Menschen, wie damals nur halt irgendwie ein bisschen älter und reifer. Wir haben jetzt alle Familien und es ist einfach schwerer als noch vor ein paar Jahren.

Wie vereinbart ihr Familie und das Tour Leben?

Heute sind wir maximal 2-3 Wochen auf Tour, im Gegensatz zu früher wo wir teilweise 6 Wochen unterwegs waren. Wenn wir heute so lange unterwegs wären, würden wir verpassen wie unsere Kinder aufwachsen und sich verändern und das wollen wir nicht.

Mögt ihr es hier in Deutschland?

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Ja wir lieben es hier zu sein, es ist quasi eine zweite Heimat für uns geworden, wir spielten ca 500 Shows hier in Deutschland und den deutsch sprachigen Nachbarländern wie Österreich und der Schweiz. Das Ganze kommt halt dadurch, dass wir auf einem deutschen Label sind.

Habt ihr alle Arbeit in Schweden oder wie macht ihr das mit dem Touren?

Bis auf Beef haben wir alle Jobs, wir nehmen uns quasi unbezahlten Urlaub damit wir das hier machen könne.

Wie ist bei euch in Schweden die Punk Szene im Vergleich zu den Ländern in denen ihr sonst noch spielt?

Nächste Frage bitte hahahaha. Wir spielen quasi 50-100 Shows hier in Deutschland und dafür ein in Schweden, das sagt eigentlich schon alles aus.

Wo habt ihr euer neues Album aufgenommen?

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So wie unsere anderen auch, bei uns in Schweden. Der Aufwand und die Zeit ein Album wo anders aufzunehmen wäre einfach zu groß. In Schweden sind wir einfach flexibler, da müssen nicht immer alle dann vor Ort sein.

Wer schreibt eigentlich eure Texte?

Jeder von uns schreibt die Texte. So bekommen wir viel Output und Vielfältigkeit.

Ist es wahr, dass die guten alten Zeiten besser sind?

Es ist schwer zu sagen, teils teils. Teilweise die heutige Technik ist ausgereifter, wir können von überall auf der Welt zB. unsere Finanzangelegenheiten durchführen, einfach mit dem Handy. Ein Problem ist auf jeden Fall in der heutigen Zeit, die Masse an Musik und Bands. Früher ist man in einen Platten Laden gegangen und hat sich nach den neusten Sachen Informiert. Heutzutage gibt’s es kaum noch solche Läden, man geht auf Google und sucht nach Punk und findet eine Millionen Bands… Die Musik Szene war damals dankbarer als heute, man hat viel mehr Musik gekauft und auf die Qualität geachtet. Auf der anderen Seite, wollen wir die DVD gar nicht mehr gegen die VHS austauschen. Das Aufnehmen von Musik ist viel einfacher und vielfältiger geworden, heute macht man alles digital und kann sogar dabei noch irgendwie den alten vintage Sound der 80er Jahre hinbekommen, mit dem nötigen Equipment. Es hat halt alles seine Vor und Nachteile.

Was sind eure Pläne für die Zukunft mit der Band?

Unser Auftritt später. Und viel Spaß haben.

Da kommen wir auch schon zum Ende des Interviews, ich möchte mich bei Euch im Name von Crazy United bedanken, dass ihr euch die Zeit dafür genommen habt uns die Fragen zu beantworten und wünsche euch noch viel Spaß auf der Tour.
Jetzt habt ihr nochmal die Chance die Welt zu verändern ;)

Wir bedanken uns für das Interview, wir lieben euch alle, hört ins unser neues Album rein. Vielen, vielen Dank.

Unser Dank gilt an Markus Wetzmayr (www.wet-photo.at),der uns die Fotos zu Verfüng stellte.

SONDASCHULE Interview (23.08.2015)

SONDASCHULE hat für mich mit Ihrem neuen Album „Schön Kaputt“ das bisher, beste Deutsche Album rausgehauzen. Es gibt nicht einen Aussetzer auf der CD, hat Ohrwürmer ohne Ende und ist der perfekte Soundtrack zum Sommer. Ich führte mit Sänger „Costa“ ein kleines Interview per Mail über das neue Album. FRANK

Moin Tim,
euer neues Baby liegt seit knapp 2 Wochen (Stand des Interviewbeginns war der 09. August) jetzt in den Läden und was man so den Medien entnehmen kann und hört, scheint das Album ja „Bombenmäßig“ eingeschlagen zu sein.Hattet ihr mit diesem Erfolg in dieser doch erst recht kurzen Zeit gerechnet? Wie habt ihr die bisherige Zeit, seit des Releases wahr genommen?

Sonda_Rodeo_Prints_09Wir haben nie mit irgendwas gerechnet, wir lassen alles einfach auf uns zu kommen. Trotzdem freuen uns natürlich sehr darüber was grade passiert.
Aber im Endeffekt hat sich für uns persönlich nichts geändert. Wir hängen immer noch zusammen im Proberaum rum, waren grade von Mittwoch bis Sonntag auf Festivaltour und müssen jetzt erstmal unseren Kater auskurieren. Seit 2 Wochen läuft alles einfach ab wie ein Film und Couch wär mal wieder was schönes!

Im Gegensatz zum letzten Release, habt ihr ja kein Major Label mehr im Rücken, sondern habt den Weg wieder Back to the Roots gewählt und habt alles in Eigenregie übernommen. Gab es einen bestimmten Grund, den Major zu verlassen? Schließlich ist so eine D.I.Y. Produktion mit verdammt viel Arbeit & Energie verbunden.

Das stimmt, es ist sehr viel mehr Arbeit sich um alles selbst zu kümmern. Aber es war eine ganz bewusste Entscheidung von uns und wir haben sie im Nachhinein absolut nicht bereut. Uns ist über die Jahre einfach bewusst geworden, keiner kann sich besser um Deine Wünsche und Deine Zukunft kümmern, als Du selbst. Herzblut, Ehrgeiz und Überzeugung ist gefragt! Wenn man mit einem „Major“ im Boot sitzt, hat man sehr viele Vorteile – weiche Sitzkissen,  die Kantine ist immer voll und es gibt Geld im Voraus, aber dennoch wollten wir in diesem Boot nicht mehr mitfahren. Denn wer alles bezahlt, ist klar – will natürlich hier und da auch ein Mitspracherecht haben und z.B. die Farbe der Sitzkissen bestimmen etc.. das wollen wir aber nicht. Unsere Musik, unsere Meinung – der Rest geht uns am …. vorbei.

Zur normaler CD gab es noch ein schönes Bündle in Form von Shirt / CD / DVD und Gimmicks. Die 1000 Stück, die es gab, waren ja ruckzuck vergriffen. Wird es bei dieser limitierung bleiben oder habt Ihr Mitleid mit Fans, die zu spät kamen und haut noch ´ne kleine Auflage hinterher? Und WARUM!!!!!!! kein VINYL??????

DSC01069Es wird bei den 1000 Boxen bleiben! So haben wir es angekündigt und so bleibt es auch. Ich finde es wäre auch ziemlich Asi den Hardcorefans etwas limitiert anzubieten, wenn man es nachher dann doch wieder alles genau so bekommen kann. Und zu der Vinyl Frage – da wir alles selber finanziert haben, war dafür einfach nicht genug Geld da. So einfach ist das manchmal. Leider…

Und wenn jetzt ein Label käme und das Vinyl von/mit Euch releasen möchte?
Auch dann nicht. Das machen wir, wenn überhaupt, schon selber. Mal sehen was noch so kommt. Vielleicht machen wir ja noch eine Kleinauflage für Sammler oder sowas. Oder das nächste Album kommt auf Vinyl. Mal sehen…

Ein Album in Eigenregie heisst ja auch „noch mehr Promoarbeit“ leisten zu müssen. Wenn Ich mir so die FB Einträge anschaue, warst du samt Begleitung in der ganzen Republik unterwegs, um Interviews zu geben, was für mich, nach einem sehr straffen Zeitplan aussah. Ist nicht immer cool, auf die Uhr gucken zu müssen, oder?

Wir haben in 5 Tagen – 18 Radio und Fernsehtermine gehabt, welche insgesamt über 4.000 Kilometer auseinander lagen. Da hast Du mit Deiner Einschätzung „straffer Zeitplan“ schon sehr recht. Grade zu den Feierabendverkehrs-Zeiten kamen wir schonmal ins schwitzen, aber dank des schnellen Fahrzeugs und unserer charmanten Fahrweise, sind wir tatsächlich nicht einmal zu spät gekommen. Hehe, das Glück ist mit die Dummen.

Die absolute Geilheit war ja wohl euer Akkustik Set im Mülheimer Mediamarkt, von dem, selbst Ich „alter Hase“ total geflasht war. Hunderte von Fans verwandelten den MM in eine Sauna und euer knapp 30 Minütiges Set wurde frenetisch abgefeiert. Habt Ihr mit dieser Resonanz insgeheim gerechnet, obwohl Ihr ja eigentlich nie „richtig“ Akkustisch auftreten wolltet? Wie kam dieser spontane Gig zustande und wie kam der Auftritt bei den Leuten vom MM an?

Die Idee kam uns eine Woche vorher beim Bier trinken mit unserem alten Kumpel Joost, in dessen Studio wir 2005 das Rambazamba-Album aufgenommen haben. Er arbeitet, seitdem er 16 ist, nebenbei im Media Markt Mülheim und meinte mit 2 Promille im Kopf, das es doch ne super Idee wäre zum Release so etwas zu machen – Zitat: „Dann ist endlich mal Action bei mir auf der Arbeit“ Am nächsten Tag hat er seine Chefin zu einer kleinen Autogrammstunde mit 3 Liedern auf einer Akustikgitarre überredet und die Sache stand. Womit die Chefin allerdings nicht gerechnet hatte, waren die 500 Leute, die gefühlt jeder eine halbe Kiste intus, oder dabei hatte – und der Einkaufswagen voller Spirituosen war ihr glaube ich ein wenig Suspekt. Aber nach dem Konzert waren alle glücklich und zufrieden und der Media Markt um mehr als 100 Euro Pfand reicher!!

Dann lass uns mal kurz auf das neue Album zu sprechen kommen. Selten hat mich ein Album so schnell in den Bann gezogen und Ich musste, nach dem ersten Hören“, einfach an die „alten“ Sondaschule Zeiten denken, als man alles kurz und bündig auf dem Punkt brachte, ohne lang zu überlegen. Ein bewusstes „Back to the Roots“?

Auf jeden Fall! Wir wollten diesmal in straightes Album ohne viel „Studioglamour“, dem wir in der Vergangenheit teilweise verfallen sind, machen. Daher haben wir ganz bewusst wieder mehr Wert auf uns und unsere Instrumente statt auf Computersounds und neue Einflüsse gesetzt. Wir haben uns auf unsere Stärken konzentriert die Verstärker wieder ein bisschen lauter gedreht als bei den Platten davor.Am wichtigsten war uns auf jeden Fall, das alle neuen Lieder absolut livetauglich sind. Das war auch bei den ersten beiden Alben die Herangehensweise und hatte sich ja damals auch bewehrt. Und so wie ich es bisher live mitbekomm, denke ich – ist uns das ganz gut gelungen.

Wie viele und welche Songs vom neuen Album schaffen es ins neue Live Set?

Alle!

Wow! Das machen nicht viele Bands, aber da auf dieser Scheibe ja eh nur Hits drauf sind, werden die auch 100% Live funktionieren. Was mir auf der neuen Scheibe auch auffiel, ist die Verbundenheit zur Heimat, was ja in einigen Songs sehr deutlich raushörbar ist. Ich bin ja auch ein 100% Kohlenpottkind und würde selbst dann hier nicht weg ziehen, wenn Ich Millionen hätte. „Was genau“ verbindet Euch mit dem Ruhrpott?

Eine gute Frage, die ich mir nachdem die Platte jetzt fertig ist immer wieder stellen muss, da sie in bisher jedem Interview vorkam. Um ehrlich zu sein habe ich da vorher gar nicht drüber nachgedacht. Ich habe einfach, wie sonst auch immer, Lieder geschrieben und am Ende hatten wir ein Album fertig, wo zum ersten mal gleich 3 Lieder mit Ruhrpott-Thematik vertreten sind. Auf dem Album „von A bis B“ gab es ja mit „Strand um Ruhrgebiet“ einen ersten Song in diese Richtung. Der Song ist seiner Zeit auch einfach aus dem Bauch heraus entstanden, ohne im entferntesten daran zu denken jetzt eine Ruhrpott-Hymne schreiben zu müssen. Bei uns entsteht generell alles aus dem Bauch heraus. Ich denke die hörbare Verbundenheit zum Ruhrgebiet ist daher eher unterbewusst und kein geplanter, glorifizierender Lokalpatriotismus. Wir leben einfach gerne hier und singen übers Leben. Da wird natürlich auch unser Umfeld in der ein oder anderen Zeile verpackt. Wir sind hier geboren und werden wohl, wenn nichts unvorhersehbares passiert, alle irgendwann hier sterben. Und das ist gut so, aber irgendwie auch egal…Wir sind nicht stolz darauf hier her zu kommen, wir mögen es einfach.

Als ich mir die DVD ansah, die dem Bundle beilag, sah Ich, das Du sehr akkurat die Aufnahmen beobachtest, Anweisungen gabst, ect. Kann man dich als Produzent sehen und wie lief die Arbeit zur aktuellen Scheibe? Wie lange habt ihr gebraucht, um alles aufzunehmen und wer bediente die Regler während der Aufnahmen?

Sondaschule_04Die Aufnahmen für das aktuelle Album haben insgesamt ca. ein Jahr gedauert, wobei wir in diesem Jahr auch mindestens 9 Monate nicht im Studio waren. Daher betrug die reine Arbeits- und Aufnahmezeit eigentlich nur 3 Monate. Wie die Arbeit bei uns im Studio abläuft, kann man wie Du schon sagst, sehr gut auf unserer DVD sehen. Wir haben das Glück, das wir uns 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag in ein High-End Studio einschließen können, ohne dabei auf die Uhr sehen zu müssen. Daher fahren wir immer mal wieder ins Studio und bleiben so lange wir kreativen Output haben, wenn nichts mehr geht – fahren wir halt wieder nach Hause und kommen 2 Wochen später wieder. Das ist eine sehr angenehme und entspannte Arbeitsweise, denn so entsteht kein Druck auf den Punkt kreativ sein zu müssen. An den Reglern hatten wir diesmal Unterstützung von Defy und The Leach, zwei ganz tollen Menschen, die gefühlt sofort unser fünfter Beatle geworden sind. Nachdem ich das letzte Album komplett selbst an den Reglern saß, war es für mich natürlich eine große Hilfe. So konnte ich mich noch freier auf die gesamte Produktion einlassen und musste nicht mehr auf die vielen wichtigen Kleinigkeit beim Aufnahmeprozess achten. Gemischt wurde das Album, genau wie der Vorgänger von unserem Live-Tontechniker Sebastian Blaschke. Cause never change a winning Team.

24 Stunden amTag / 7 Tage inner Woche ins Studio, ohne auf die Uhr gucken zu müssen? Heißt dass, das Ihr ein eigenes Studio am Start habt? Rück doch mal bitte ein paar nähere Infos diesbezüglich raus.

Wenn ich Dir Infos diesbezüglich geben würde, müsste ich Dich töten bevor dieses Interview online geht! *Räusper* Sorry, gestern wohl zu lange wach gewesen. ;) Um deine Frage zu beantworten, ja – wir haben die Möglichkeit das Studio von einem sehr guten Freund, jeder Zeit zu nutzen. Er feiert SONDASCHULE seit 2006 und unterstützt uns seitdem wo er kann. Ganz egal ob jetzt ein Label wie Sony/Bmg dahinter stand, wo es natürlich einen Vorschuss für das Studio gab, oder wie im Fall der neuen Platte – wo man vorher halt nichtmal weiß, ob im Nachhinein überhaupt Geld fürs Studio dabei rausspringt. Daher an dieser Stelle ein ganz dickes DANKE für das Vertrauen!!

Dann lass uns zum Abschluss noch über die kommende Tour sprechen, die euch ja im November und Dezember queer durch die Republik führen wird. Hätte es nicht Sinn gemacht, direkt ein paar Wochen nach CD Release auf Tour zu gehen? Oder ist das mit Absicht so weit nach hinten gezogen worden?

Wir haben es mit Absicht so weit nach hinten gezogen. Da wir jetzt unser eigener Chef sind, sitzt uns niemand mehr im Nacken, der uns unbedingt so schnell wie möglich auf Tour schicken will. Daher haben wir uns entschieden erstmal nur die Festivals zu spielen, dann das Album zu veröffentlichen und nachdem alle das Album verinnerlicht haben, Ende des Jahres auf Tour zu gehen. Ich denke das macht auch am meisten Sinn für die Besucher der Konzerte und ist dann auch ein schöner Jahresabschluss für uns.

Dann wünsche Ich Euch viel Spass und Erfolg auf der Tour. Noch abschließende Worte?

Nein. Danke

Interview mit Claude Alain Chervet (Caps) **26.07.205**

Interview mit Claude Alain Chervet (Caps)

Moin Caps,

wie hast Du so viele bekannte Künstler für solch ein Projekt wie dieses neue Album zusammenbekommen?
Also, ich bin seit Ende der siebziger Jahre im Punkrock, und dass ich viele Jahre in diversen Bands gespielt habe trug dazu bei, dass ich viele meiner ‚Helden‘ getroffen habe. Charge 69 hat viele Gigs weltweit gespielt, wir haben viele von ihnen auf Tourneen getroffen. So haben sich dann Beziehungen und auch Freundschaften entwickelt. Als wird dann das Projekt angehen wollten, haben wir sie einfach gefragt, ob sie bei einem unserer Songs auf Englisch singen, und viele von ihnen haben zugestimmt. Vom Enthusiasmus einiger Musiker waren wir wirklich überrascht, es war fast wie ein Geschenk für uns, und ich kann Dir sagen, es ist, als ob ein Traum Wirklichkeit wird …

10863946_10153528802064240_4220712872311370151_oWar es schwierig, die anderen Künstler für das Projekt zu begeistern?
Nicht wirklich. Zu Beginn haben wir unsere Lieblingssongs wieder aufgenommen, und wir haben überlegt, welcher Sänger mit seiner Stimme zur Melodie passen würde. Bei einigen war es einfach, z.B. Colin GBH zu fragen, ob er ‚The 80’s‘ singen will – das war klar. Bei anderen war es schwieriger. Als die Lieder wieder neu aufgenommen worden waren, haben wir die Originalsongs an einige Sänger geschickt, um sicher zu gehen, dass sie das Lied und die Melodie mögen. Wenn es für sie ok war, haben wir die Texte für sie übersetzt, aber wir haben ihnen gesagt, sie können auch gerne die Texte anpassen, wenn ihnen das besser gefällt. Danach mussten wir Studios in ihren Gegenden finden, und dann haben sie ihre Stimmen zu unseren Songs aufgenommen. Die Aufnahmen wurden zu Jon Caffery nach Deutschland geschickt, der das Ganze abgemischt hat. Wenn die Lieder fertiggestellt waren, haben wir sie zu den Sängern geschickt, um ihre Zustimmung einzuholen, und um zu erfahren, ob sie an der Mischung etwas geändert haben wollten. Als die Songs schließlich fertig waren, haben wir eine neue Abmischung gemacht, um das ganze Ding homogen klingen zu lassen und …. hier ist es! Wir haben über zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet, aber es war eine große Freude, dass unsere ‚Helden‘ unsere Lieder gesungen haben… wir können es kaum glauben …. und wir arbeiten schon an Volume 2.

Schön zu hören, dass Du an Volume 2 arbeitest. Das Album gefällt mir super! Kannst Du uns einige Namen vom nächsten Album nennen?
Schön, dass Dir das Album gefällt … Nein, ich werde keine Namen von unseren nächsten Gästen herausgeben, das soll eine Überraschung sein.

Wirst Du ein anderes Album von Charge 69 ohne Gastsänger produzieren?
Ja, wir arbeiten auch an einem brandneuen Album nur mit der Band. Wir haben jetzt ziemlich viele Songs, es reicht schon fast für ein volles Album, aber es braucht immer eine lange Zeit zwischen den Aufnahme-Sessions, dem Mischen usw. Ich kann noch kein Datum angeben, aber ja, wir sind dran …

Avec Arturo BassickWas bedeutet der Titel ‚Much more than music‘ für Euch als Band?
Heutzutage gibt es viele wirklich brillante Alben, mit guten Sängern, guten Aufnahmen, künstlerisch herausragend, aber dieses spezielle Album hat etwas mehr… es ist mehr als Musik: es ist ein Traum, der Wirklichkeit wird. Unsere Helden hatten zugestimmt, unsere Lieder nochmals zu singen, einfach zur Unterstützung. Dadurch gewinnen sie nichts – oder nur wenig; sie machen es wegen der besonderen Art des Punkrock. Dadurch wird bewiesen, dass Punkrock mehr als nur Musik ist, es ist eine Lebensart, ein Verhalten. Ich glaube kaum, dass wir so eine Aktion in einer anderen Szene finden würden.

Nachdem Du über 20 Jahre im Punkrock bist, welche Veränderungen hast Du festgestellt?
Nicht über 20, sondern über 35 Jahre, würde ich sagen … So viele Dinge haben sich geändert. Zuerst habe ich die Welt mit den Augen eines zornigen Teenagers gesehen, der total gegen alles war. Heute bin ich nach wie vor in der Szene, aber ich habe einen anderen Blickwinkel. Ich habe zwei Jungs, die in dem Alter sind, in dem ich den Punkrock entdeckte, das ist seltsam.
Global gesehen ist Punk manchmal das Gegenteil von dem, was es war. Früher war Punk nihilistisch und sehr, sehr provokativ und vielleicht auch mehr Spaß. Andererseits gibt es weniger Gewalt, das ist besser, man spielt an mehr Orten, es ist leichter, Alben aufzunehmen usw….es ist etwas total anderes, es hat sich in etwas völlig anderes entwickelt – eine Art Mutation.

Man spielt an mehr Orten, gibt es schon Daten für weitere Gigs?
Ja, natürlich… früher war es schwierig, Punkrock Gigs zu sehen. Erstmal gab es weit weniger Bands, und die meisten haben nicht in Frankreich gespielt, oder nur 2 oder 3-mal. Viele Bands wurden boykottiert und viele Veranstalter akzeptierten keine Bands, die das ‚Punk-Etikett‘ trugen. Punk war viel mehr beängstigend….
Das ist nur ein Witz, es gibt einen Song mit demselben Titel ….
Wir spielen dieses Jahr noch einige Gigs.

Wann hast Du Dein Label Combat Rock gegründet?
Warum hast Du es gegründet, war es mehr, um Deine eigene Band zu produzieren, oder war es, um professionell zu produzieren?
Caps & CharlieIch habe das Label 1988/89 gegründet. Zu der Zeit habe ich gearbeitet. Es war nur, um mein eigenes Label zu haben und einige Aufnahmen von Bands zu machen, die ich mochte und die ich mit anderen teilen wollte. Ich habe mit 5000 Franc begonnen, das waren ca. 800 Euro. Ich kannte Leute von Damaged Goods und Released Emotions in England und Leute von GOUGNAF in Frankreich, und da ich schon ein Vinyl-Junkie war, wollte ich zum Spaß ein paar Aufnahmen machen, um den Punkrock in Frankreich zu verbreiten. Also war es hauptsächlich aus Spaß.

Hat dich die Arbeit mit deinem Label beeinflusst ,was das Musik machen betrifft?
Nicht wirklich, ich arbeite immer mit meinem Herzen. Wenn ich eine neue Band auswähle, eine neue platte aufnehme fürs Label muss es mich umhauen, in meinem Kopf und in meinem Herzen.Ich frage mich nicht ob sich die Platte gut verkaufen lässt, oder nicht. Es gibt keine „big sales“ mehr, also will ich einfach nur eine gut Platte aufnehmen, eine die Menschen Spaß macht zu hören  und eine platte auf die ich Stolz sein kann. Es ist das wichtigste ! es ist meine Leidenschaft, das Wichtigste in meinem Leben. PUNKROCK ist meine Leidenschaft, also mach ich es so!

Sieht man euch dieses Jahr nochmal hier auf der Bühne?
Ich hoffe es, wenn es dieses Jahr nicht klappt dann sicherlich 2016. Wir versuchen nach Deutschland zu kommen , weil wir es lieben dort aufzutreten. Die Leute ( aus der Szene) wissen soviel über PUNKROCK und in der ganzen Zeit haben sich natürlich viele Freundschaften gebildet und es ist immer wieder toll Menschen zu treffen die man seit 20 Jahren oder länger kennt. Es ist immer „Viel Spaß“ also sind wir mehr als ungeduldig wieder nach Deutschland zu kommen.

Das waren doch mal gute Nachrichen zum Schluss!

Vielen lieben Dank an Caps von Charge 69

SOIFASS INTERVIEW (27.06.2015)

294378-empStellt euch mal vor, wie kam es dazu, dass ihr zusammen Musik macht? Wie würdet ihr euren Stil beschreiben??

Viktor: das ist leider zu lange her um sich daran noch erinnern zu können…aber neben Fabi gibts noch nen Gitarristen Namens Danilo und nen Basser called Stino.
Fabi: Also mich hat Viktor Angerufen, dann wollten wir uns treffen aber er musste zum Elternabend, ditt is so bei uns Punks, ne Woche später war dann unsere erste gemeinsame Probe und am nächsten Tag hab ich direkt meinen Job gekündigt! Dann hatt er mir die Welt des Glam-Oi! Gezeigt und das hat mich einfach gefesselt!

Was und wen wollt ihr mit eurer Musik erreichen?

V: Wir sind da ziemlich Egoistisch und machen das einzig und allein weil es Spaß macht. Da unsere Musik hingegen jendoch einigen Leuten zu gefallen scheint, Klappt das mit dem Spaß wiederum umso besser. Einen großen Masterplan oder gar die Weltherrschaft an uns zu reißen steht jedoch nicht auf unserer Todo Liste

Würdet ihr sagen, dass eure Musik sich in den letzten Jahren verändert bzw. weiterentwickelt hat? Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr das Label gewechselt habt?
V: Unsere Musik hat sich eigentlich wenig verändert, dafür aber unsere Geschmäcker, von einem gewissen Grundstil kommen also nicht mehr weg, können aber hin und wieder neue Noten mit einbringen. F: Wir haben uns wirklich gut entwickelt aber eben rückwärts!

Ich hab mir mal n paar Titel ausgesucht, beschreibt doch mal diese Songs jeweils mit ein paar Sätzen. Habt ihr einen Favoriten auf eurem neuen Album?

„Grossstadtwahnsinn“ – wettert natürlich in erster Linie gegen die Gentrifizierung ohne aber den Anspruch für sich behaupten zu wollen dagegen irgendetwas tun zu können. Statt dessen verteilen wir hier Seitenhiebe auf uns und auch die Szene generell, die ja nichts desto trotz ganz gut an allem profitiert -> siehe Myfest
„Dein Leben im Schein“ – Siehe Frage 7
„Ein Leben lang“ – Ehrliche Liebeslieder gibts viel zu wenige!
„Gehisste Segel“ – Traurige Trinklieder gibts auch viel zu wenige

Wer von euch schreibt die Texte? Wann hast du/ ihr mit dem Songwriting begonnen? Woraus ziehst du/ihr deine/eure Inspiration?

hqdefaultViktor: meistens ich. Die Inspirations zieht man natürlich aus Geschichten die einem das Leben selbst oder eben guten Bekannten spielt. Selten mit einer Auflösung oder Happy End aber doch meistens mit nen Funken Hoffnung.

Was sagt ihr zu Deutschrock und dazu, dass sie diese Szene rasend schnell vergrößert und es einen regelerechten Hype um Deutschrock gibt? Würdet ihr zusammen mit na Band wie beispielsweise den Vorzeige-Deutschrockern aus Südtirol die Bühne teilen? Oder diese boykottieren aufgrund ihres politischen Rufs?

Viktor: Siehe Frage 5: Ob wir mit Frei Wild spielen würden? Nein natürlich nicht. Ihr politischer Ruf ist da auch völlig unerheblich, denn spätestens seit dem es bei denen ums Kohle scheffeln geht, nehme ich denen sogar ab, daß sie mit ihrerer Vergangenheit abgeschlossen haben.
Aber auch sonst haben wir mit denen nichts gemein. Das sind keine Punks, das sind keine Skins oder Hardcore Kids. Wir teilen keine Ideale und damit auch nicht die Bühne – So einfach ist das manchmal.
F: Deutschrock is nich mein ding, ditt is größtenteils so wischi waschi Hausfrauen Rock ohne wirklich was zu sagen! Ausserdem geht mir diese wir-gegen-alle-opfer mentalität aufn sack. Das zieht denke ich auch mitunter diese politischen kleingeister an! Das sollte auch den zweiten teil deiner frage beantworten!

Ihr habt den Auftritt beim diesjährigen Rockpütt abgesagt, wie kam es dazu?

Da wir ein paar Wochen früher beim Sunnybastards Festival gespielt haben und das dann zeittechnisch zu viel für uns war, bedeutet halt doch für uns nen ganzes Wochenende auf der Autobahn pro Gig Außerdem hatte sich das Line Up nach mehreren Änderungen in eine seltsame Richtung entwickelt!

Apropos, was sagt ihr zu Politik? Was ist eure Meinung zu Pegida und die diversen Ableger?

V: Pegida? Wie soll man das in zwei, drei Worte packen und der ganzen Sache damit gerecht werden!? Naja eigentlich reicht ja eins: Nichts! Die Welt ist ein einziges Pulverfass und jeder in diesem Land sollte sich zunächst erstmal glücklich schätzen in Frieden leben zu können und dieses widerum auch jedem Anderen zu gönnen.
F: Ich glaube eigentlich das da viele Leute mitlaufen die ansich das richtige wollen! Das Problem is das sie von irgendwelchen Rassistischen Arschlöchern Flüchtlinge oder den Islam als Feind und schuldigen vorgesetzt bekommen und leider dumm genug sind das auch noch zu fressen.

Was sind eure Pläne für 2015?

Spielen

Mit wem würdet ihr gerne mal zusammen spielen/ Songs aufnehmen? Was sind eure musikalischen Vorbilder?

soifassF: TOTO

Was treibt ihr eigentlich abseits des Proberaums?

F: ich betreibe eine Fabrik für hochmoderne emaille raumanzüge mit intigriertem VHS Recorder. Zurzeit läufts allerdings etwas schleppend!
V: ich betreibe einen ebay shop für altmodische emaille raumanzüge mit intergriertem Beta Max Rekorder. Gehen weg wie warme Semmeln da sie ziemlich rar sind!

Danke für die genommene Zeit. Bis demnächst. – MIRA –

DÖRPMS INTERVIEW (20.06.2015)

Da freut man sich auf ein gemütliche Proberaum-Sause und zack….da klingelt das Handy…..
Zwiebel hat den Zug verpasst, Sven ist krank. Daraufhin fiel die Probe aus, nun sitzen wir bei Phil auf der Couch, und trotzdem nach gefühlten 2 Jahren kommt es dann auch endlich mal zu dem geplanten Interview.
Ja Probe fällt ins Wasser aber wer probt der kann ja nix ;D wie Phil gerade angemerkt hat.
Aber ich habe ja die Ehre mit den beiden Urgesteinen der Dörpms die jüngsten Entwicklungen zu besprechen.

394808_297678786940651_188227767885754_809647_220327512_n1Einiges hat sich getan bei den Dörpms …Andre ist weg Zwiebel ist für ihn da, und nun ist ein zweiter Gitarrist ist seit kurzem auch am Start….wie kam es dazu?

Phil: Der Weggang von Andre bestand aus menschlichen und musikalischen Differenzen. (Tamm: jetzt brauch ich ein Bier ;D) Der Abgang nach 4,5 Jahren hätte definitiv anders sein müssen.
Da standen wir nun mit unserem kurzem Hemd, Platte im Presswerk, Konzerte geplant,Gitarrist weg. Anfang ( Tamm: Im zweiten Quartal) 2014 trat dann der Zwiebel in Fußstapfen unseres Ex-Gitarristen. Als alter Freund und langjähriger Dörpms-Supporter hat er es nun von vor der Bühne auf die Bühne geschafft. Wir versuchen ihn seit einem Jahr von der Punkband Paranoya abzukaufen, jedoch können wir uns die Austiegsklausel noch nicht leisten ;).
Tamm: So konnten wir in der Besetzung die geplanten Konzerte und die Tour mit Evil Condut spielen.
Phil: Der Gedanke eine zweite Gitarre einzubauen, den gab es schon lange, schon allein weil dadurch einem die Bandbreite musikalischer Möglichkeiten enorm erhöht werden. Wir haben mit Sven einfach eine Probe gemacht, hat alles geklappt und deswegen ist er nun an Bord.
Tamm: Mit 2 Gitarren klang alles nun mal fetter und noch zusätzlich schöne Melodien sind töfte wenn nicht sogar knorke. Und übrigens – falls uns nochmal ein Gitarrist abhaut, haben wir dann wenigstens noch einen ;)

Frischer Wind hilft ja manchmal etwas zu verbessern oder zu verändern! Habt ihr durch den Austausch der Musiker bzw durch den neuen Musiker neue Ideen entwickelt?

Phil: Ja klar. Wir haben ne Menge ausprobiert.
Tamm:Das hat eben Zeit gefressen,neuen Gitarristen die alten Sachen zu zeigen. den deswegen war es ruhiger um uns in letzter Zeit. Dafür sind neue Ideen bei den alten Lieder reingekommen und neues Songmaterial ist dazu gekommen.

Ihr seid ja nun auch schon ne Zeit miteinander unterwegs, was war bislang euer schönstes Erlebnis als Band, was ging garnicht?

Tamm: Das schönste waren die beiden Touren mit Stomper, Evil Conduct und Last Resort und die andere Tour mit Evil Conduct und Last Seen Laughing.
Phil: Und nicht zu vergessen, die Party-Reise-Bustouren mit der Dörpms-Drinking-Crew, zum Beipiel nach Köln als Cock Sparrer Support.
Tamm: Was gar nicht geht, ist kein Bier im Backstage.
Phil: Was gar nicht ging….dass der Gitarrist uns per Textnachricht verlassen hat und sich danach nie wieder gemeldet hat.

Grad wenn man Oi macht kommt es ja schnell mal zu Vorwürfen man hätte rechte Tendenzen. Auch über euch als Band konnte man auf diversen, fragwürdigen Internetseiten schon was in die Richtung lesen. Was sagt ihr zu Webseiten wie Oire Szene? Würdet ihr denn mit bekannten fragwürdigen Bands ein Konzert oder ein Festival spielen? Was sagt ihr zu Hogesa und Pegida und deren Ableger?

96063130Tamm: Ja, Oire Szene ist lachhaft und am Ziel vorbei.
Phil: Oire Szene ist im Grunde eine Werbeseite für Oi-Konzerte.
Tamm: Mit fragwürdigen Bands würden wir selbstverständlich nicht spielen. Uns mit Deutschrock zu beschäftigen haben wir gar keine Zeit/ Lust zu. Das ist „Oire Szene“.
Tamm: Das ist zwar ein Zitat , warte…..( fummelt am Handy….) aber das ist super…..von Christian Ehring: „ Pegida-Anhänger verteidigen religiöse Werte, an die sie selbst nicht glauben, gegen Menschen, die es bei Ihnen nicht gibt, von denen aber in den Medien berichtet wird, die sie für Lügner halten.“

Wo wir grad bei Auftritten wären. Vor einiger Zeit wurde euch ein Auftritt untersagt, wegen Sexismusvorwürfen. Was fiel da denn genau vor? Und was ist eure Meinung dazu?

Phil: Wir haben nur gelacht…
Tamm: Wir waren mit Red Alert für ein antifaschistisches Oi-Konzi gebucht wurden aber wegen einer „sexistischen Songzeile“ in der das Wort „Fotzenknecht“ vorkommt wieder ausgeladen.Wir sind ne Punkrockband und kein christlicher Kirchenchor und da werden auch mal derbere Wörter benutzt…das ist Weichspülerrei von Punkrock….
Phil: Bei uns darf alles in den Mund genommen werden ;)

Jetzt aber mal zu eurer Musik. Sieht man euer Demo im Vergleich zu den aktuellen Sachen, finde ich ist eine deutliche Verbesserung zu bemerken. Wie seht ihr das? Ist euch diese Entwicklung bewusst?

Tamm: Danke. Beim ersten Album haben wir alles rausgehauen was an Songmaterial vorhanden war. Bei den allerersten Liedern hatten wir einfach unseren Stil noch nicht ganz gefunden.
Wir haben uns mehr Zeit genommen und nicht jede Idee bis zum Ende verfolgt sondern das was uns passt und haben dann eben nur das weitergemacht was zu uns passt, textlich und musikalisch.

Ihr habt n neues Album am Start! Erzählt uns ein bisschen davon!
Sagt doch einfach mal 2-3 Sätze zu diesen Liedern:

1. 3 Akkorde
Phil :Unser Opener auf der Platte, geht gut nach vorne und beschreibt unseren musikalischen Auftrag.

2. Raus
Phil:Hier handelt es sich um ein Problem, was wohl jeder kennt, Freunde die zu Stubenhockern wurden. Dieser Song kommt mit sehr viel Punkrock daher, ein sehr energiegeladener Sound.

3. Im besten Alter
Tamm: Achtung Sexsismusfalle ;D
Phil:Wir können auch emotional. ;) Unser etwas ruhigerer Sound, in dem sich alle HörerInnen wiederfinden können.

4. Noten der Straße
Ist gleichzeitig auch der Name unsere Platte, sowie das dazugehörige Musikvideo. Uns gefiel die Melodie so gut, dass wir einfach ein Text drumherum geschrieben haben.

Übrigens find ich dass es auch textlich gesehen, nicht mehr nur um Party, Bier und Fußball geht. Das fällt mir grad z.b. bei eurem Lied „Im besten Alter“ auf! Übrigens auch mein Lieblingslied auf der Platte. Gänsehautfeeling pur beim Refrain! Erzählt mir mal n bisschen zu der Entstehung des Liedes.

Phil: Da hast Du Recht, irgendwann ist dann auch mal alles zu diesen Themen gesagt und man fängt an tiefer zu gehen, das heißt aber auch nicht dass das ein oder andere Thema nicht wieder auftaucht. Schrieben eben über unser Leben.
Phil: Für „Im besten Alter“ habe ich einfach mein Leben revue passieren lassen. Ich denke dass sich viele Leute in diesem Text wiederfinden können. Der Kontext ist einfach: Viel erlebt, aber da geht noch einiges.

In dem Song 3 Akkorde singt ihr, dass eure Lieder einfach sind aber von Herzen kommen und …..Dadurch fallt ihr durch das Rockstar-Raster…Gab es da etwa Beschwerden? Oder was wollt ihr damit ausdrücken?

104741125Tamm: Wir machen Punkrock und mehr brauchen wir nicht.Wir haben keine Ambitionen und werden es auch niemals schaffen eine Stadionfüllende Deutschrockband zu werden. Wir bleiben in der Szene verwurzelt.
Phil: Außerdem brauchte ich einen Reim auf Laster. ;)

In dem Song „ Noten der Straße“, singt ihr, „…die Akkorde unseres Lebens spielen noch immer dieses Lied….Skinhead-Beat in unseren Venen, niemals untergeht“, wie seid ihr denn zur Skinhead-Szene gekommen? Und wie wichtig ist Musik für euch?

Tamm: Meine Szeneintegration war der 90er- Jahre Streetpunk- Hype mit Bands wie, Oxymoron und Charge 69. Der Weg zum Skinhead kam dann endgültig über Ska und Reggae. Musik ist sehr wichtig, ich dreh zum Beispiel meine Anlage immer extrem laut, damit ich auch unter der Dusche Musik hören kann. Zusätzlich sammel ich Vinyl und organisiere mit einem Kollegen den Tighten- Up- Nighter in Dortmund.

Phil: Ich bin mehr über den Reggae und Ska zu der Szene gekommen. Natürlich begleite mich auch Punkrock seit meiner frühsten Jugend. Und auch oder vor allem mit Oi! fand ich in der Szene meinen musikalischen Einklang. Darüber hinaus gefiel mir schon früh dieser viel zitierte „way of live,“ woraus ich mir meinen Teil zog und mein subkulturelle Heimat fand, die mit meinen Leidenschaften Musik Fußball und Feiern gut zu verbinden sind.
Tamm: In Wirklichkeit sind wir nur Skins weil uns keine Haare mehr wachsen :D

Noch kurz was allgemeines….Was sind musikalisch gesehen eure Vorbilder?

Tamm: Wie schon oben erwähnt gehören Oxymoron zu meinen Topfavoriten und Cock Sparrer kann ich mir immer geben. Musikalisch auf die Band bezogen, gefallen mir die ersten Sachen von 4Promille ansonsten Reggae, Reggae, Reggae…
Phil: Hmm….Cock Sparrer….alle namentlich nennen?? Hm….es sind viele meiner Lieblingsbands….

Mit wem würdet ihr gern mal was zusammen aufnehmen?

Tamm: David Hasselhoff, die Flippers :D
Phil: Eventuell auch eine Reggaenummer mit Robetro Blanco. Weil das „Schubidu“ soll bei dem ganzen Pils und Export Oi nicht fehlen.

Also aus keine Band aus der Szene? ;D

Phil: Fangen wir mal klein an…Cock Sparrer , Stomper, Gumbels….;)
Tamm:Klar wenn sich was tolles, passendes ergibt. Ich bin allerdings als Plattensammler kein Fan von Splits, ich weiß nicht wie ich die einsortieren soll. ;)

Die Band Curb Stomp haben mit im Interview erzählt, sie würden gern mal was mit euch aufnehmen, was sagt ihr dazu? Was sagt ihr allgemein zu der Band?

Tamm: Da sind wir wieder bei dem oben genannten Problem mit der Split.
Phil: Alles kann nichts muss. Nette Jungs aus unserer Stadt mit denen wir natürlich schon das eine oder andere Bier auf der Brückstraße getrunken haben und die Bühne geteilt haben.

Was war eure Traumlocation um mal nen Auftritt zu spielen?

hqdefaultPhil: Indra Club war auch super. Conne Island war richtig gut
Tamm: das Essen war super, Gastfreundlichkeit war Hammer. Im Osten is das Bier und das Essen immer perfekt.

Das wars auch schon. Danke für die Zeit, gibt’s noch was, was ihr loswerden wollt?

Phil:Parole Spaß!
Tamm: Laber Rabara Schwall Schwall Gumiball.
Phil: Nee jetzt mal ernsthaft…. Danke an Sunny, Christain und Mike für ihre Geduld mit den verpeilten Dörpms, Pedro und der gesamten Dörpms- Drinking- Crew so wie unser Merchmaster Kenny, unseren Freundinnen und Familien und last but not least dir, zauberhafte Mira für dieses Interview und die ewigen Wiederholungen der Fragen ( wie war die Frage nochmal?) :D
Support your local scene, Geht auf mehr Konzerte.

Vielen Dank für die genommene Zeit, es war mir ein Vergnügen :)

MIRA

Last Rough Cause Interview (07.12.2014)

Mit neuer Platte im Gepäck meldet sich die Oi!/Punkrock-Band Last Rough Cause 2014 zurück! Einigen, gerade den älteren Semestern, dürfte die erste Single „The Violent Few“ definitiv noch in den Ohren klingeln, auch wenn die Veröffentlichung schon ca. 29 Jahre zurück liegt. Last Rough Cause haben damit damals einen wirklich mehr als guten Start hingelegt, der dann auf Roddy Morenos Oi! Records-Label und der Split mit Societys Rejects weiter fortgeführt wurde. 1989 erschien noch ein weiteres Split Album mit Anhrefn wonach es dann allerdings verdammt ruhig um die Jungs aus Darlington wurde. Jahrelang war musikalisch dann erstmal Funkstille angesagt bis im Jahre 2010 wieder eine CD veröffentlicht wurde. Darauf folgte eine Split mit Antipati, eine mit Gimp Fist und nochmal 2 weitere Jahre später war dann endlich ein neues Album am Start. Musikalisch nichts eingebüßt, sondern ganz im Gegenteil frisch wie nie klingen Last Rough Cause 2014 als wenn sie nie weg gewesen wären. Grund genug mal ein wenig bei der Band nachzuhaken warum man sich damals soviel Zeit gelassen hatte und einfach von der Bildfläche verschwunden ist. Da mein englisch nach wie vor ein bisschen zu Wünschen übrig lässt und ich das übersetzen schon so lange vor mir her schiebe, kommt das ganze jetzt doch im Originalton! Andy und Max standen mir per Email Rede und Antwort und bewiesen sich dabei als absolut sympathische Zeitgenossen.
Daniel

1. Last Rough Cause does exist a long time. Please can you introduce the band for the younger generation in the Oi/punk scene? Who started the band? What was the reason to form a band and and which year did it all start?

1Andy: Me and Max started the band back in 1983 along with Ste Smith on guitar. Previous to this we had tried to get a band going a few years earlier when we were still at school but we could not play very well so nothing ever came of it. The idea to play in a band was inspired by the music we were listening to and we just wanted to be like our favourite bands and make some noise. We started to write songs very early on when the band was formed as it was easier than trying to play songs by other bands which were too difficult for us to play at the time. As we got better at playing we then started to play a mixture of our own songs along with songs by the Sex Pistols, the Clash and Stiff Little Fingers that formed part of our set in our early gigs.

2. In the 80ies Last Rough Cause released the awesome Violent Few EP. Why didn’t follow up with a full Record? The only Releases after i know, was a Split with Anhrefn and Societys Rejects. Why not an LP?

Andy: After the violent few we had planned on doing another single then follow the single with an album but it never happened as Ste announced he was leaving the band. We replaced Ste with Dave Moore but unfortunately we never got beyond rehearsing and the band slowly drifted apart. So the main reason the violent few was never followed up with an album is because there was no band. By the time skins and punks came along the band had already split up so we decided to use all the recordings we had done to make up the tracks that appeared on the album. The tracks included were the 4 songs from the violent few ep, 2 songs that we recorded when we had Des Robson singing with the band and the final tracks roughin it and pretty boy that was supposed to be the 2nd single. By the time skins and punks was released Max had started a family and Ste was serving in the Royal Air Force. I did try to recruit new band members but unfortunately things did not work out. By the time we did the 2nd split album 2 years later the band did not exist and at the time I was reluctant to record anything new as the original members were not playing music anymore. So after much persuasion I decided to go ahead and record the 2nd album with a new band. I asked Dave Moore who had played in the band following Ste’s departure and he agreed but he did not want to do any live shows. I also recruited Andy Lazenby who now plays with major accident to play drums and after only 5 practices we recorded 7 songs that made up our side of the album. The reason we recorded it so quickly was due to pressure from the record label who wanted to get the record out as quickly as possible and unfortunately I think the record suffers because of this. Anhrefn had not completed their songs on time to meet the original release date so it did not get released when it should have. If we had known how long it was going to take to get released we would have spent more time on rehearsing and recording it and it would have been a far better record. As it is the 2nd album remains virtually unheard of and though I think the songs would sound great if we were to record them how they should have been done I cannot see us ever doing that as we have moved on to new things.

3. Let’s get back to The Violent Few Ep. Can you tell me something about the Lyrics from the song „Violent Few“?

2Andy: I wrote the Violent few 30 years ago and believe it or not and in all these years I still get asked about this song and what it is all about! To explain what the lyrics mean I have to tell you about the inspiration that gave me the idea for the song. What happened is I was with some friends at a gig watching Major Accident and there was some people causing a bit of trouble. The people causing the trouble were not skinheads they were actually boneheads but people’s perception of a skinhead is they all have shaved heads and wear boots and beat people up. So the songs tried to say that the “violent few” are those people that might look like skinheads who are not and that they give true skinheads a bad name. Hope what I have said makes sense as it is very difficult to explain what the song is saying without something getting lost in translation. It is still one of our most popular songs and I’m very proud that Gimp Fist chose to record the violent few when we did the last orders split album with them.

4. I think it is everywhere the same in the World. Skinheads get the blame for a small group of a political confused minority. Are there still actually problems with Boneheads in the U.K.? Especially in the Punk & Oi! Scene?

Andy: I don’t think the problem with boneheads is around anymore to the level it once was although there were rumours that they had been some trouble in Blackpool last year during the Rebellion festival. There is an underground scene where promoters have attempted to put on certain bands that appeal to boneheads or the white power mob but in most cases these events get cancelled once word gets around about who is playing. I do agree though that it is the same anywhere in the world you go where the perception of what a skinhead is, is often confused with something that is not part of the skinhead way of life. It is the same with punks too where some people still have this belief that a punk must be an aggressive person to dress in such a way which is of course unbelievable in this day and age that people hold such misguided views.

5. You released your new Record „Subculture“ on the Sunny Bastards Label. How did you get to know the label and are you happy working with them?

3Andy: We did a split album with Gimp Fist in 2012 called “Last orders” and that was released by Sunny Bastards which is the label Gimp Fist record for and this led to the label inviting us to Germany in 2013. Whilst we were over they asked if we would be interested in doing an album with them so we said yes and that was basically it really. They have done a great job with the album especially with the vinyl issue as it is the first time they have done a double album release and they have put a lot of time and money into getting it released so I would say we are pleased with them.

6. Can you tell me something about the new Album? How long does it take and what do you think about it?

Andy: We spent a long time putting the album together during 2013 and we are very pleased with how it has turned out. A lot of effort went into recording it and there was a lot of thought went into writing the songs for the album which is all down to the efforts of Max and Phil. I think we can confidently say it’s the best thing we have done as a band and we are already planning the next album with Max and Phil already bringing new songs down to rehearsals. In our recent gigs we have made every effort to play as many songs from the new album as we can which is something we didn’t do with Aggrophobia and last orders. It’s often difficult to put a list of songs together for a gig as we all have our personal favourites and so does the audience but so far the new songs have been very well received. Time is a problem too if we only have a half hour slot as that makes it very difficult to pick what songs to play but if we get 45 minutes it gives us better options on what we can pick as some of our songs a quite long. I think if we could we would probably play the whole album at a show some time as we are very proud of the whole thing and possibly one day we will get the chance to do that. Obviously we will include some old favourites like we always do from the other albums as that is what people expect us to do but we always like to try new ideas too.

7. I like the new record very much! When can we take the chance to hear the new songs live on Stage in Germany?

Max: We have heard a whisper we might be getting invited to play the Sunny Bastards label festival next year in Oberhausen so if things go to plan, there could also be chance of an extra gig the night before in Hamburg. Sam at Hard and Smart is currently trying to sort something out I think so this has not been confirmed yet but we are really excited at the possibility of travelling and playing with our great friends Gimp Fist. Fingers crossed things start moving and we can make this happen.

8. Did Last Rough cause ever play before in Germany and are there many differences between shows in germany or in the U.K?

4Max: Yes we have played the label festival before as well as a gig before this at Hamburg in a fantastic venue called Knust. There was a great crowd at both gigs and although we were not too well known, the German people were so good to us and said we did a great set so it was great to meet new people. We also did a gig in Berlin with Gimp Fist and Geoffrey Oicotts at Wild at Heart which again was another really great night thanks to Tom Chapman who set the show up with friends from Core Tex in Kreuzberg.

9. Thank you very much for answering the questions! Do You have any closing coments?

Max: Thank you for being patient while waiting for our answers. We will be doing our very best to get another record out as soon as we can and hope to hell it doesn’t take as long as the last one to finish. With a big piece of luck Sunny and Chris will stick with us and help us to bring this out and we can continue to gig over in your wonderful country too. Already looking forward to getting my new ideas down and recorded. Max

PUKE MUSIC INTERVIEW (28.09.2014)

Woran genau merkt man eigentlich, dass man alt geworden ist? Ich kann die Frage jetzt folgendermaßen beantworten: Man ist alt geworden, wenn man ein Interview führt, es fertiggestellt hat und dann einfach vergisst. So ging’s mir mit dem Interview mit Bernd von PUKE MUSIC. Bereits nach dem von ihm organisierten und grandiosen Festival zu Ostern, hatten wir unser Frage-Antwort-Spiel beendet. Doch anstatt es gleich abzugeben, blieb es in den Weiten meines Rechners vergessen. Nachdem ich jetzt die neue Split von NO EXIT und THE BERMONES erhielt, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Der Sänger der BERMONES ist nämlich kein geringerer als Bernd. Daher sind auch einige Fakten des Interviews bereits veraltet, aber ich wünsche trotzdem viel Spass beim Lesen, denn Bernd ist ein echt dufte Typ und seine Berliner Schnauze gibt einiges interessantes von sich.

Hallo Bernd, ich habe gerade deinen „Auftritt“ beim New Rose Punkrockradio von Nolti verfolgt und da hast du deine persönliche Geschichte ein wenig angerissen. Aber stell dich doch bitte noch mal kurz vor.

Ick wurde im Osten Berlins geboren, 1989 habe ick erst die Skeptiker und dann die Toten Hosen (nen Geheimkonzert in Ostberlin, wollte mir keener inner Schule erst glauben, stand dann aber Monate später inner Bravo drin!!) gesehen und der Punk hatte mich, zum Glück! Mit 14 kam die Wende, geile Zeit in Ostberlin und mit 14 hatte man schon nen Ausweis, so konnte ick auch alleine in den Westen.

Vor 10 Jahren hast du in Berlin PUKE MUSIC ins Leben gerufen. Wie kamst du auf diese Idee, in Zeiten von Onlineshops einen Laden zu eröffnen?

O.K., ne Kurzfassung: Ick bin Bernd, einer von 3, die Pukemusic vor 10 Jahren gegründet haben. Wir haben uns dann im Laufe der Zeit getrennt, aber arbeiten alle noch zusammen im Punkrockbereich. Eigentlich hatte ick nen juten Job, als Einzelhandelskaufmann, Mo, Di, Mi arbeiten und 900 Taler uff de Kralle und von Do bis So frei, aber es war halt nicht wirklich Punkrock und den will ick halt leben und jeder Punker träumt von ner Band oder nen Plattenladen, glaube ich, und ick verwirkliche gerne meine Träume, sonst würd ick mich nur ärgern, „hätteste dit mal gemacht“, ob die immer sinnvoll oder Erfolgreich sind, sei dahin gestellt.

Mittlerweile läuft unter PUKE MUSIC auch ein Label. Seit wann genau und auch hier die Frage, was bringt einen dazu in Konkurrenz zu Downloads ein Plattenlabel zu gründen?

Wir haben sehr schnell angefangen auch ein Label zu gründen. Grund dafür war, dass die Tonträger im Einkauf so teuer sind und wir ja zu Punkrockpreisen verkaufen wollen und da wir schon Mercher von vielen Bands waren, hatten wir so auch den Kontakt und konnten unsere Tonträger mit anderen Labels damals tauschen. Hör bloss uff, mit Tauschpunkten und so, war auch teilweise sehr nervig;).  Eine der ersten Produktionen, war z.B. die Zaunpfahl LP „Leben ist“ und eine der ersten CDs war ne Split von Crushing Caspers und C.O.R. Da hatten wa uns gefreut, geil gleich Caspers auf dem Label und C.O.R. Kannte noch gar keiner so richtig und siehste; jut dat wa dit gemacht haben, so ne geile Band. Mittlerweile haben wir über 50 Produktionen rausgebracht!!! Das mit den Downloads kam ja erst etwas später und nimmt sehr zu, aber is ja egal, Hauptsache die Leute kriegen die Musik. Zu meiner Zeit waren noch Kassetten aktuell, dit ändert sich halt und durch unseren Vertrieb „Brokensilence“ sind unsere Tonträger ja auch im „käuflichen“ Downloadbereich drin und so, bekommt dat Label und die Band ja auch was ab. Schade ist, dass wir (ähnlich wie bei Eintrittskarten im VVK) über den Vertrieb, also bei MediaMarkt, Saturn, Amazon etc. mehr Tonträger verkaufen, als bei uns selber. Deshalb mussten wir auch vor 3 Jahren unsere Angebot von Tonträgern im Laden und Online reduzieren, weil die Leute heutzutage scheinbar lieber, bei den „großen“ 2 – 3 Taler mehr ausgeben und nicht bei den kleinen, jammer, jammer….

Bisher sind die Scheiben bei dir nur auf CD erschienen. Warum eigentlich nicht auf Vinyl?

Tja, falsche Info oder nicht jut recherchiert;) , aber ist schon richtig, das wir fast nur noch CDs rausbringen und das Vinyl in Kooperation mit anderen Partnern machen. So hat auch jedes Label so sein Ding und wir bringen halt eher CDs raus. Ick Liste mal die paar wenigen LPs auf die wa rausgebracht haben:
PicLP Anticops „Everbody bleeds tonight“
LP Anticops „Trough bleeding Eyes“ (Zusammen mit SNPunx!!)
LP Atemnot – 20 Jahre Punk (Zusammen mit SNPunx!!)
Single THE BERMONES – PUNK ( Zusammen mit Hörsturzproduktion)
LP COR „Freistil Kampfstil Lebensstil“
LP COR „Tsunami“
LP Gumbles „…alle für einen“
LP No Exit „aus Berlin“
LP OXO 86 „Fröhlich sein und singen“
Do10“ OXO 86 „So beliebt und so bescheiden“
LP Pokes, The „Hello, my dear…“
PicLP Turbolover „Brot für die Welt“
LP Zaunpfahl – leben ist
13 Stück, geile Zahl. Is einfach zu teuer beides zu finanzieren und ne LP is fast 3 mal so teuer in der Produktion, wie ne CD!!

Wie läuft der Laden eigentlich? Lebst du davon oder gehst du noch einem geregelten Job nach? Bist du allein oder hast du Helfer bzw. Angestellte?

Der Laden ist fest in der Samariterstr. 34a, 10247 Berlin. Dieser is ein Teil von Pukemusic, davon leben wir, weil es noch das Label, den Großhandel, den Merch für Bands  und die Olsenbande gibt! Fest im  Laden sind z.Zt. Hans, Uschi – Skatja, Muschi – Nadja (ick kann mir schlecht Namen merken, deshalb gibt Muschi und Uschi, dit geht). Muschi hab ick sogar Ausgebildet!!!! Ja, ja, ja!!! Und Helfer haben wir ganz viele, ick zähle mal nur ein paar auf Henzer, Krause, Paul, Andy, Patrick, Mauli Pauli… Allet Freunde halt und ick bin sehr glücklich die kennengelernt zu haben und dass se immer da sind, wenn man mal in Not ist/Hilfe braucht.

Du hast in Berlin schon einige echt gute Konzerte organisiert, aber erst zu Ostern gab es das erste Labelfestival. Warum erst nach 10 Jahren?

Nee, nee, och schon wieder falsch. Nen Labelfestival war dat ja nicht, dat war halt zum 10 jährigen Bestehen, wo auch ein paar Labelbands gespielt haben, aber auch viele andere. Diese aber meist, weil ick se schon ewig kenne und wir schon oft zusammen Konzerte gemacht haben. Ne Zeit lang haben wir sehr viele Konzerte gemacht, z.B. Voll Uffe Omme Reihe im SO36 (so haben wir ja dann auch unsere Labelsampler benannt), Berlin Rock City, viele Release Konzerte zu den Produktionen und fest ist jedes Jahr am 30.12. das Silvester Warm Up, wo immer Berliner Weisse spielt und noch mind. 2 andere Bands. Aber ick hab mir auch schon so gedacht, nen Labelfestival zu machen, vielleicht 2015, mal sehen.

Wie hattest du die Combos ausgewählt? Sind ja nicht alles Labelbands von dir.

Hatte ick ja gerade zum Teil schon erzählt. Erst wollte ich auch gar nix machen, aber dann meldete sich Razzia, mit denen hatte ich mal im SO36 nen Konzert gemacht und die fanden es so schön bei uns und wollten wieder spielen. Damit hatte ich dann begonnen das Festival zu basteln. Razzia hat dann nicht gespielt, wegen Ostern und Famillie halt, was bei vielen ein Problem war. Aber als ich hörte die Tauben spielen wieder, war klar, die müssen dabei sein. Mit denen bin ick aufgewachsen (1990/91 gab es im Forum Steglitz bei WOM ne Autogrammstunde, man, noch mit Bravo-Postern bin ick da hingerannt…, ach damals). Ja und dann kamen immer mehr Bands für das Festival zusammen, Ostersonntag fand ich genial, weil Montag frei und so konnte ich auch das komplette K17 mieten, weil sonst ja immer freitags oder samstags noch ne Dauerveranstaltung drin ist, und konnte das richtig fett auf 3 Live Bühnen und einen DJ-Floor planen, was mich auch sehr gereizt hat. Ich hatte auch mal für Haiti ne Show gemacht , an einem Abend mit 20 Bands auf einer Bühne, geile Logistik, steh ick drauf!!

Deine Band, die BERMONES, hatten auch einen ihrer seltenen Gigs geben. Erzähl doch mal kurz die Geschichte der Combo und wie das Reunion-Konzert war.

The Bermones ist ne Ostberliner Punk Band, die es von 1987 – 1993 gab, ich bin eigentlich erst 1991 da eingestiegen (nen ausschlaggebener Punkt war bestimmt weil ick Bernd heisse…). Ick hatte einfach wieder Bock Musik zu machen und selber auf der Bühne zu stehen (wenn man Konzerte veranstaltet, bekommt man ja meistens auch nie was mit, weil irgendwat is immer…). Erst wollte die Band nicht, da ick aber auch die Liveaufnahme vom SO36 hatte, wo ick bei den Skeptikern, statt „Strassenkampf“ unseren Coversong „Strassenbahn“ mitgesungen hatte, habe ick einfach ne MaxiCD rausgebracht. Zum einen gibt es wohl doch nen paar Leute, die uns noch kennen und die Band hat gemerkt, ja, eigentlich war es ja immer schön, also warum nicht. Und jetzt werden wir sogar ne Split CD mit No Exit rausbringen, wir sind gerade im Studio und basteln an neuen Songs, dat wird sehr geil!!!

Hast du darüber hinaus musikalische Ambitionen oder überlässt du das lieber den Bands, die du herausbringst?

Wie gesagt, The Bermones gibt es wieder, leider habe ich zu wenig Zeit zwecks Proben, wird also alles noch etwas dauern!!

Warst du mit dem Festival im Großen und Ganzen zufrieden?

Na klar, hat doch alles funktioniert und ich habe bis jetzt noch nichts Schlechtes gehört. Ick selber kann mich so ab ca. 20 Uhr an nix mehr erinnern, nur kurze Flashbacks, ick war voll!!! Aber die Konzertberichte und Fotos sehen gut aus!!

Mit OIRE SZENE hattest du vor kurzem so deine Probleme gehabt. Wie kam es dazu? Was hälst du von diesem Portal? Wie kannst du dir erklären, dass die jetzt auch auf dich abgesehen haben?

Es ist gar nicht des Wortes Wert, über die zu reden. Seit 25 Jahren bin ick in der Punkszene unterwegs, ick weiß wo ick stehe, fertig!

Du hast u.a. die CRUSHING CASPARS auf deinem Label. Was sagst du dazu, wenn diese Band z. B. auf dem SPREEWALDROCK FESTIVAL spielt? Das Festival ist aus meiner Sicht mehr als Grauzone und zieht viele zwielichtige Gestalten an.

Ich schriebe keiner Band vor, wo sie spielen soll oder darf, ick weiß auch wo meine Labelbands stehen und finde es eigentlich gar nicht so schlecht, wenn vernünftige Bands auf dem Spreewald z.B. spielen, weil man so vielleicht manchen auch noch ne Alternative zu den Grauzonen Bands zeigen kann und vielleicht ändert sich dadurch noch der eine oder andere Festivalbesucher, schön wärs.

Was planst du demnächst an Veröffentlichungen auf PUKE MUSIC?

Im Juni kommt ne Oldschool HC-Punkband raus The Poor Devils, ein Soundtrack vom Bootskadaver Film, im Juli die No Exit/ The Bermones Split und im Herbst die neue Madlocks. Aber da kommt bestimmt noch was dazu!!

Gibt es darüber hinaus Pläne? Vielleicht ein weiteres Festival, Konzerte?
Ick warte jeden Samstag auf die richtigen Zahlen beim Lotto, ick habe noch so viel im Kopf worauf ick Bock habe. Wie gesagt, vielleicht 2015 nen Beginn eines jährlichen Labelfestivals und hier im Kiez wollten wir dieses Jahr eigentlich schon nen Strassenfest organisieren, aber zu wenig zeit, also auch 2015. Na dit reicht ja erst mal auch…

Noch ein paar abschließende Worte?

Nö, wüßte nicht wat?

Besten Dank und bis demnächst auf einem deiner Konzerte!

East Side Daniel

Talco „Interview“ (17.08.2014)

Talco konnten auch bei uns mit ihrem Live Album zum 10-jährigen Jubiläum punkten und wir nahmen dieses Album zum Anlass, der Band ein paar Fragen zu stellen.

Warum ein Live-Album?

01Wir denken, das ist der beste Weg unser 10-jähriges Jubiläum zu feiern. Es wäre nicht dasselbe mit einem Best-Of oder einer B-Seiten-Sammlung gewesen. Und außerdem trete ich alle B-Seiten nach einer Albenveröffentlichung in die Tonne. Wir spielen live all die Songs die wir lieben, die uns all die Jahre auf Tour begleitet haben. Außerdem bin ich von der DVD-Doku sehr begeistert. Sie beschreibt sehr gut, was wir gemacht haben. Und es bringt die Fans näher an die Band. Sie waren diejenigen, die dieses Projekt wachsen ließen und zu dem gemacht haben, was es heute ist. Unsere Shows und die Beziehung zu den Leuten sind die Konstanten all dieser Jahre. Das war unser Grund für dieses Live und Doku-Album.

Wie und warum habt ihr die Songs des Albums ausgewählt?

Es war eine natürliche Auslese und die Suche nach einem Kompromiss zwischen eigenen Favoriten und denen des Publikums. Es wurde eine Auswahl aus dem Bauch heraus, ohne großes Nachdenken. Wir wollten jedoch auch jedes Album vertreten haben. So vielen manche Songs heraus, aber nicht der Qualität wegen. Es wurden einfach zu viele. Ich denke das Resultat vermittelt unsere Absichten sehr gut.

10 Jahre sind eine lange Zeit. Was waren die Highlights? Und was die Lowlights?

Es gab wirklich eine Vielzahl an Höhepunkten, die wir auch auf der DVD beschreiben: Unsere erste große Show bei der Punkitalia 2005 in Berlin, mit der alles begann. Die erste ausverkaufte Headlinetour. Die 100 Jahre FC St. Pauli Stadionparty. Das Baskenland. Die großen Festivals. Die Aufnahmen zu Gran Gala. Japan. Russland… viele, viele unauslöschliche Erinnerungen!
Was die negativen Erinnerungen anbelangt, ich würde sagen, das war 2007, als die Band kurz davor stand sich aufzulösen. Manche wollten zu viel und zu schnell. Seit 2008 stimmt die Chemie zwischen denen die blieben. Wir realisierten, dass dies erst der Anfang war und wir mit Enthusiasmus und Freude weiterarbeiten müssen. Und wir sind immer noch da. Glücklich mit unseren Entscheidungen.

Festivals in Spanien, Frankreich, Russland, der Schweiz und auf dem Balkan, sogar in Japan. Ihr seid überall begehrt, nur was ist mit Italien?

imagesEs ist wirklich sehr, sehr schwer. Es gibt keine Leistungsgesellschaft. Die Menschen folgen der Mode und die Medien promoten Bands, die nicht authentisch sind. Veranstalter wissen nicht mit aufstrebenden Künstlern umzugehen. Es gibt viele persönliche Interessen und es ist sehr schwer sich eine musikalische Karriere zu erarbeiten. Italien ist kein guter Ort für Musik. Leider. Und die Italiener realisieren das oftmals nicht einmal. Wenn wir versuchen ein Konzert auf die Beine zu stellen, ist die Organisation immer schrecklich. Viele Male hängt kein einziges Poster in der Stadt, oder das Konzert wird erst am Vortag im Internet angekündigt. Richtig scheiße.
Was mich froh stimmt ist, dass es uns ab und zu gelingt eine gute Show in Italien zu bekommen, und das kann man auch am Publikum sehen. Nur bleibt dies meist ein Einzelfall. Denn jeder ist sich selbst der nächste, selbst diejenigen in der Szene, die uns näher stehen. Es gibt keine neuen Bands in Italien. Nur Reunions der gleichen, alten Bands. Die gleichen, alten Shows. Wir können das einfach nicht mehr ab.
Wir werden beschuldigt Italien nicht zu beachten, aber tatsächlich versuchen wir es jedes Jahr und werden letztendlich desillusioniert. Wir wurden müde es ständig ergebnislos zu versuchen. Aber Europa ist groß und wir erreichen sogar neue Gegenden wie Russland, Japan und Südamerika.

Was kommt nach dem Live-Album? Gibt es schon Pläne für ein neues Studioalbum?

Nach dem Live-Album? Ein neues Album! Da gibt es nichts zu verheimlichen. Es gibt schon viele neue Songs und nun ist es an der Zeit sie zu sortieren und an neues Projekt zudenken. Ich habe viele Ideen für Konzepte – für uns Cinephile, Liebhabern von Trilogien, wir dies der Schlussakt der Serie, welche mit La Cretina Commedia (Die Vergangenheit erscheint durch die Gegenwart) begann, gefolgt von Gran Gala (die sündhafte Gegenwart in der wir leben). Die Geschichte wird viele Themen haben, die wir mögen und die man auch in den anderen Alben finden kann. Aber es wird mehr Platz für Dinge bleiben, die wir in der Vergangenheit zurückgelassen haben. Es wird sehr herausfordernd als Konzeptalbum, auch musikalisch. Doch es bleibt das Talco-Motto: Punk-chanka!