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KALTFRONT Interview (12.11.2017)

KALTFRONT – „wenn es dunkel wird“ klingen sie am besten

Schon vor ein paar Wochen erschien mit „wenn es dunkel wird“ die neue Scheibe von KALTFRONT. Im Vergleich zum Vorgänger klingt das Album etwas düsterer, sprüht aber dennoch vor Energie und Spielfreude. KALTFRONT anno 2017 klingen eingespielter und „ausgereifter“ bzw. so, wie sie laut eigener Aussage, klingen wollen. Da seit dem letzten Interview schon einige Jahre vergangen sind und das neue Werk so manch spannendes Thema zu bieten hat, war es mal wieder an der Zeit, mich auf den aktuellsten Stand zu bringen. Rede und Antwort stand mir Jörg. Also viel Freude beim Lesen!

„wenn es dunkel wird“ ist nach über 5 Jahren wieder ein Lebenszeichen von euch. Warum habt ihr eure Fans so lange warten lassen?
Ich glaube nicht, dass es in dieser Zeit zu wenig Lebenszeichen von uns gab. Wir haben für unsere Verhältnisse relativ oft live gespielt (auch im sozialistischen Bruderland und im Westen). 2015 erschien bei Rundling die LP „Holiday im Niemandsland“ mit restaurierten alten Songs aus den 80er Jahren, zum ersten Mal auf Vinyl. Mit den Aufnahmen für die neue Platte haben wir vor zwei Jahren begonnen. Insgesamt haben wir nur zwei Aufnahmesessions benötigt, eine im Herbst 2015 und eine im Herbst 2016. Overdubs aufnehmen, Mischen und Mastern wurde bis Ende Januar 2017 erledigt. Das ging doch eigentlich ganz flott. Die Herstellung der LPs hat dann aber bis Juni 2017 gedauert.

Obwohl ihr noch nie eine „Fun-Punk“ Band wart, klingt der Name der Platte auch für euch recht traurig und hoffnungslos. Erwarten uns jetzt depressive Songs von einer düster dreinblickenden Band?
Es wird am Ende jeden Tages dunkel, ohne dass dann gleich die Welt untergeht. Die Frage ist, was in den Titel hinein interpretiert wird. Es geht uns nicht darum, auf Krampf depressive Musik zu machen. Aber wie du schon sagst, sind wir auch nicht unbedingt die lustigste Band der Welt. Für positive Themen fehlt uns vielleicht der Optimismus. Ob du es jetzt glaubst oder nicht, wir haben durchaus Humor. Aber der ist ziemlich schwarz. Die meisten, die KALTFRONT kennen, wissen was sie erwartet und können das, was wir machen, gut einordnen.

Insgesamt vier neue Stücke haben es auf das Album geschafft. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass ihr ausgebrannt seid. Was würdest du diesen Leuten entgegensetzen?
Wieso „böse Zungen“? Manchmal sind wir wirklich ausgebrannt, lustlos und übersättigt. Es ist ja nicht so, dass diese Band unser einziger Lebensinhalt ist. Der Alltag ist stressig, so dass oft nicht viel Zeit und Muße für Musik übrig bleibt. Wir als Band haben aber auch nicht die Intention, aller zwei Jahre eine Platte mit neuen Songs raus zu bringen. Zum Glück stecken wir nicht in so einer Mühle. Wir sind eher eine Hobbyband, der es durchaus Spaß macht, mit dem eigenen „Altmaterial“ herum zu experimentieren. Ob das den Leuten gefällt, ist uns wurscht. Wir machen das in erster Linie für uns selbst.

Neben den neuen Liedern gibt es noch neun bekannte KALTFRONT Songs. Warum habt ihr die Stücke noch einmal neu aufgenommen und ein ganzes Album gemacht? Man hätte aus den vier neuen Tracks ja durchaus auch eine Single machen können. 
Hätte man können. Aber wir wollten ein Album machen, mit neuen Liedern und alten, die wir endlich unter ordentlichen Bedingungen aufnehmen konnten. Letztlich war dann kein Platz mehr übrig für weitere neue Lieder, denn auf Vinyl passen nur ca. 20 Minuten pro Seite. Priorität hatten für uns die neuen Versionen alter Songs. Wir finden, dass einige viel mehr Potential haben, als auf den alten Proberaumaufnahmen rüber kommt. Das musste erstmal abgearbeitet werden. Für neue Songs gibt es perspektivisch noch genug Gelegenheit. Wer sich „wenn es dunkel wird“ anhört, wird merken, dass wir die alten Songs textlich und musikalisch überarbeitet und teilweise auch harmonisch verändert haben, wie zum Beispiel „Horror Video“. „N.O.T.“ hat endlich eine zweite Strophe, „Koerper“ hat einen neuen Refrain. Wichtig waren auch die Einflüsse, die die neuen Bandmitglieder eingebracht haben. Jetzt klingen die Songs so, wie sie immer klingen sollten. Ich finde, es hat sich gelohnt. Alles passt zusammen. Hör dir die Platte einfach mal an, ohne zu grübeln, was ein alter oder was ein neuer Song sein könnte.

Wer sind denn die oben erwähnten neuen Bandmitglieder?
Willi Löffler spielt seit 2012 Gitarre. Am Schlagzeug gab es mehrere Veränderungen. Olli Kunze war seit 2015 dabei und hat das Album eingespielt. Aber seit Ende 2016 trommelt Steffen Thiede. Das Erstaunliche für mich war, dass sie alle eine klare Vorstellung hatten, was den typischen KALTFRONT-Spirit ausmacht. Sie haben sich an den Wurzeln orientiert, aber dazu auch gehörig frischen Wind reingebracht. Wahrscheinlich hat uns das davor bewahrt, als pomadige Altherren-Ostpunk-Revivalband zu enden.

In „Alles über dich“ beschreibt ihr sehr gut die Datensammelwut der großen Konzerne wie Google und wie gläsern wir heutzutage alle sind. Kann man sich dagegen eigentlich noch wehren oder muss man es einfach hinnehmen? 
Vieles wäre sicherer, wenn wir „analoger“ leben würden. Aber die digitale Welt ist verlockend. Sie erweckt den Eindruck, dass alles einfacher wird. Aber das ist nur oberflächlich so. Es gibt zu viele „undichte Stellen“ in dem System, bzw. Fallen, in die man leicht hineintappen kann. Bei all dem ist jede/r selbst dafür verantwortlich, was er/sie von sich Preis gibt. Man sollte sich darüber klar sein, dass nicht nur Elefanten nichts vergessen, sondern auch das Internet! Aber ich freue mich immer, wenn ich daran erinnert werde, wo ich neues Viagra bestellen kann. Danke Internet!

Hat man es wirklich selbst in der Hand, wie viel man von sich preisgibt?
Ich finde, man muss nicht unbedingt auf jeden Zug aufspringen. Aber wahrscheinlich bin ich da nicht der richtige Ansprechpartner. Ich stamme ja aus dem Pre-Computer-Zeitalter und habe den ganzen Quatsch bis heute nicht richtig verstanden. Privat nutze ich keine sozialen Netzwerke. Nicht nur wegen der Sicherheitsbedenken, sondern vor allem, weil es mich nicht interessiert. Mein Bedürfnis auf diese Art zu kommunizieren, hält sich arg in Grenzen.

Seid ihr eigentlich auf Facebook, Twitter und Co. unterwegs? Da erfährt man so einiges über Leute, auch viele Sachen, die man eigentlich gar nicht wissen will. Was haltet ihr davon, wenn Menschen alle Welt an jeder Kleinigkeit teilhaben lassen?
Als Band sind wir notgedrungen auf Facebook. Das ist schon ganz gut, um Neuigkeiten, z. B. Konzerttermine, zu verkünden. Darum kümmern sich die Jüngeren in der Band. Ich selber habe gar keinen Zugang zu unserem Facebook-Profil. Wie andere Menschen damit umgehen, ist deren Sache. Ich kriege zum Glück gar nicht so viel mit, woran Manche die Welt teilhaben lassen, weil ich diese Plattformen nicht frequentiere. Allgemein wäre es vielleicht ganz gut, wenn „Internetverhalten“ als Pflichtfach in der Schule unterrichtet werden würde.

Zum Abschluss noch obligatorisch die Frage: Was liegt demnächst bei euch an und was wollt ihr den Lesern noch sagen?
Demnächst liegen erstmal ein paar Konzerte an. Im Verlauf des Jahres werden auch neue Songs zu hören sein. Ich könnte mir vorstellen, dass wir nächstes Jahr wieder ins Studio gehen. Wann genügend Material für eine neue Platte da sein wird, weiß ich noch nicht. Ich würde aber mal davon ausgehen, dass es nicht wieder fünf Jahre dauern wird. Was wir den Lesern sagen wollen: fahrt vorsichtig, baut keine Scheiße und ernährt euch gesund!

Vielen lieben Dank für das Interview und ich freue mich auf das nächste Konzert!
East Side Daniel

DRITTE WAHL INTERVIEW (29.10.2017)

DRITTE WAHL „10“ Alben und kein bisschen leiser

Auf mittlerweile fast 30 Jahre und insgesamt 10 Alben haben es DRITTE WAHL gebracht. Dabei ist ihnen das Kunststück gelungen, keine einzige schlechte Platte zu veröffentlichen. Davon träumt manch andere Band. Ihr neuer, passend mit “10“ betitelter Longplayer ist wieder politischer und weniger „experimentell“ als sein Vorgänger und bietet genügend Stoff für ein paar Fragen, die mir Gunnar bereitwillig per E-Mail beantwortete. Viel Spaß beim Lesen!

Jetzt ist euer neues Album „10“ schon eine Weile draußen und die ersten Konzerte mit den neuen Songs sind gespielt. Wie ist das Feedback bisher?
Die Reaktionen sind sehr positiv. Die neuen Songs scheinen zu gefallen und sie funktionieren live auch schon sehr gut.

„10“ ist wieder deutlich politischer als sein Vorgänger. War es euch ein Bedürfnis, euch mehr zur aktuellen Lage zu äußern? Gibt es einfach zu viel, was schief läuft?
Nein, das ist einfach passiert. Wir haben uns nicht vorgenommen hier politischer zu sein, oder bei „Geblitzdingst“ die Politik zurück zu fahren. Wir hatten jetzt einfach die passenden Ideen.

Davon abgesehen gibt es weit weniger musikalische „Experimente“ als beim Vorgänger „Geblitzdingst“. Wie kam’s?

Das war ähnlich wie bei den Texten. Die Songideen waren anders und wir wollten nicht auf Krampf irgendwelche Experimente einbauen. Obwohl wir mit „Geblitzdingst“ sehr erfolgreich waren, wollten wir das nicht auf Teufel komm raus kopieren. So ist „10“ eine recht „normale“ Punk-Rock Platte geworden.

Die Vorabsingle „Scotty“ kommt schon ziemlich resigniert daher. Seht ihr die Welt wirklich so negativ oder gibt es noch Hoffnung für den blauen Planeten?

So ein Text ist ja oft eine Momentaufnahme, und klar, es gibt schon Momente an denen ich denke „Diese Welt ist nicht mehr zu retten“! Aber das sieht spätestens am nächsten Morgen auch wieder anders aus. „Scotty“ ist ja auch nicht wirklich ein Weltschmerzsong. Da ist ja auch etwas Augenzwinkern dabei.

Mit „Schade“ habt ihr einen eher untypischen Song auf der Platte. Diese Art von Humor verorte ich sonst eher bei WIZO. Wie seid ihr auf den Song gekommen?

Gute Frage! Wenn ich immer wüsste, wie ich auf diesen oder jenen Text gekommen bin, dann würde ich versuchen diese Momente noch einmal zu erzeugen. Bei mir ist es so, dass mir die Texte zufliegen wann sie wollen. Ich muss dann nur noch mitschreiben und hinterher entscheiden wir gemeinsam, ob das zu uns passt. Dabei haben wir uns selbst keinen sehr engen Rahmen gesetzt. Erlaubt ist, was gefällt!

Zu „Zum Licht empor“ habt ihr bereits das dritte Video zu „10“ gemacht. Ich für meinen Teil, fand alle sehr gelungen. Allerdings hab ich einige Stimmen vernommen, die den Song sowohl musikalisch als auch das Video mit RAMMSTEIN vergleichen. Was sagst du zu diesem Vergleich?

Wir haben uns bei dem Song schon absichtlich stilistisch an der „Neuen deutschen Härte“ orientiert. Das passte einfach sehr gut zu dem Text. Wir benutzen diese Ästhetik und halten ihr aber textlich den Spiegel vor.

Einer meiner absoluten Favoriten auf dem Album ist „Der Himmel über uns“ – super eingängig und prädestiniert für Tanzeinlagen auf euren Shows. Warum habt ihr diesen Gute-Laune Sommertrack nicht schon vor der heißen Jahreszeit rausgebracht? Wäre bestimmt eingeschlagen wie eine Bombe und vielleicht wäre es auch ein Radiohit geworden.

Wir wollten den Song nicht als erste Single nehmen, weil dann das Gerede über Pop und Kommerz sofort losgegangen wäre. Als politische Band bekommt man ja von vielen Seiten ein Korsett angelegt, aus dem man sich nicht heraus wagen darf. Da ist so ein „Gute-Laune Song“ für viele schon ein rotes Tuch. Leider war der Zeitplan dann so knapp, dass wir mit dem Lied erst Mitte August kamen.

In „25 Cent“ beschreibt ganz gut die traurige Situation in der einige Menschen unfreiwillig stecken. Das schlimme ist, dass es jeden von uns treffen kann. Hast du manchmal diese Existenzängste?

Ja, diese Augenblicke gibt es, aber zum Glück nicht all zu häufig. Der Song ist übrigens von Holger. Ich finde er hat da ein aktuelles Thema prima in einen super Titel verpackt.

„Wenn ihr wüsstet“ setzt sich gekonnt mit vermeintlichen Wahrheiten auseinander, die bevorzugt im anonymen Netz verbreitet werden. Wie begegnest du Menschen, die dir diese „Wahrheiten“ aufquatschen wollen?

Der zweite Song von Holger. Das Schlimme ist ja heutzutage, dass man mit Argumenten nicht mehr viel ausrichten kann. Ich werde trotzdem nicht müde, meinen eigenen Standpunkt zu vertreten, nur habe ich heute oft das Gefühl, dass ich gegen Wände rede.

Apropos Internet. Es gibt genügend Leute, auch in der Punkszene, die fast ihr gesamtes Leben auf Facebook und Co. posten. Wie stehst du dazu? Du bist dort ja auch aktiv, aber man findet kaum privates.

Ich halte mein Privatleben da weitestgehend raus. Das muss/kann jede/r für sich selbst entscheiden, was sie/er da teilt. Bei der Sammelflut von Facebook und Co. find ich zu viel Privates aber irgendwie gruselig.

Im Ox habe ich gelesen, dass du samt Familie ein halbes Jahr in Nordnorwegen gelebt hast. Auch ich liebe dieses Land und manchmal wünschte ich mir, dass ich mich dort hinbeamen und leben könnte. Steht Auswandern für euch zur Debatte? „Goodbye Deutschland mit einem Musikstar“ hätte doch was.

Es ist tatsächlich nicht ausgeschlossen, dass wir irgendwann ganz in den Norden gehen. Momentan steht das aber nicht zur Debatte. Es war aber ein sehr cooles halbes Jahr auf den Lofoten. Tolle Ecke, nette Menschen – einfach super. Sollte ich den Schritt aber irgendwann tatsächlich wagen, so würde ich das ohne viel Aufsehen und ohne die Öffentlichkeit machen.

Was können wir von den Norwegern lernen?

Die Norweger sind gar nicht so anders wie wir Deutschen. Etwas relaxter vielleicht (gerade was das Wetter betrifft!) und natürlich sehr sozial. Vom Schulwesen könnten wir in Deutschland sicher eine Menge lernen.

Doch zurück zu DRITTE WAHL. Vor ein paar Jahren habt ihr, neben den größeren Läden, auch noch in den kleinen Clubs gespielt. Die stehen jetzt allerdings nicht mehr auf dem Tourprogramm. Warum eigentlich? Ist das logistisch nicht mehr machbar? Wie sieht’s mit einer Clubtour zum 30. Geburtstag aus? Oder noch besser eine paar „Wohnzimmerkonzerte“.

Das Thema „Wohnzimmerkonzerte“ ist ja nun schon etwas abgearbeitet. Da werden wir sicher nicht die 10. oder 11. Auflage hinterher schieben. Insgesamt sind wir in den letzten Jahren so gewachsen, dass kleine Konzerte schwieriger geworden sind. Wir wollen aber auch wieder in unseren Lieblingsclubs spielen. Einen Termin für die „Club-Tour“ gibt es aber noch nicht.

Die letzten Jahre scheinen für deutschen Punkrock super zu laufen. Viele alte Hasen wie SLIME, WIZO oder auch TOXOPLASMA sind zurück aus ihrer Pause. Was meinst du, woran liegt das? Erfordern es die aktuellen Zeiten? Gibt es nicht genügend richtig guten Nachwuchs?

Die Alten haben noch oder wieder Bock zu rocken und sooo viele junge Bands kommen scheinbar nicht nach. Vielleicht ist deutscher Punkrock bei den Kids momentan auch nicht so angesagt!? Bands wie MISSSTAND oder ARSEN machen aber Mut, wie ich finde!

Ihr wart im Gegensatz zu den genannten Bands immer da. Gab es bei euch auch mal Überlegungen eine größere Pause zu machen oder gar sich aufzulösen?

Nein, darüber haben wir noch nicht ernsthaft nachgedacht. Wir haben noch Freude am Musizieren und wir fahren einfach gern miteinander quer durchs Land. Ich hoffe, dass wir noch lange weitermachen!

Abschließend muss ich dich natürlich noch nach deiner Einschätzung des Ergebnisses der Bundestagswahl fragen. Magst du die kurz kommentieren? Was denkst du, kommt jetzt auf uns zu?

Ich war ja durch die Prognosen und Hochrechnungen schon im Vorfeld ganz gut vorbereitet und so hat mich das Ergebnis nicht allzu sehr überrascht. Das heißt natürlich nicht, dass ich das nicht total schrecklich finde! Die „Neue Rechte“ (die ja gar nicht so neu ist) hat also ihre Plattform gefunden. Mich wundert spätestens seit der Trump-Wahl in den USA nichts mehr.

Ist die LINKE eigentlich eine Option für dich? Sie ist bekanntermaßen auch aus der PDS entstanden und zu der hattest du, wenn ich mich recht erinnere, ein gespaltenes Verhältnis.

Tja, warum man eine SED-Nachfolgepartei gründen musste habe ich nie verstanden. Ich weiß aber zum Beispiel auch nicht, was ich von einer Zeitschrift wie der Jungen Welt halten soll!? Namen sind ja nur Außenhüllen, aber trotzdem stehen sie ja draußen dran! In vielen politischen Punkten stimme ich aber mit den LINKEN überein.

Auch wenn ihr euch gerade auf das aktuelle Album konzentriert und wahrscheinlich mehr als genug um die Ohren habt, gibt es doch sicherlich schon Überlegungen, wie man das 30. Jubiläum nächstes Jahr feiert. Kannst du dazu schon was sagen?

Das haben wir tatsächlich noch nicht final entschieden. Wir werden sicherlich was machen, aber genaue Überlegungen gibt es noch nicht.
Vielen lieben Dank für das Interview.

East Side Daniel

The Sideburns – Our Passion 7″ EP ( 25.08.2017)

(Steeltown Records / www.steeltownrecords.de)
The Sideburns aus St. Petersburg in Russland (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Skakapelle aus Japan)klingen abgesehen von den etwas kruden, mit starkem Akzent vorgetragenen Texten sehr oldschoolig, nach späten 70er Jahren, Bootboy  Streetpunk Fusion, sehr viel Attitüde, sehr dreckige, klirrende Gitarren, sehr dreckiger Frontgesang . Alle 4 Tracks mehr oder weniger uptempo  im chorus gerne mehrstimmig, und trotzdem insgesamt recht einfach gehalten, ein wenig wie ein anti nowhere leaque /Business-Hybrid  – alles wie aus dem Biderbuch, wobei der Zauber bei Stücken wie „clockwork nightmare“ schon leicht verfliegt, wenn man den Titeltrack „our passion“ noch im Ohr hat.  Trotzdem: Wenn die Band das auf der Bühne halten kann, was sie auf dieser Ep verspricht, ist das völlig in Ordnung und ich denke, man kann eine Menge Spaß haben mit der Truppe. Vielleicht könnte man hier und da ein wenig am Songwriting arbeiten, aber was solls? Es is Punkrock und gemeint isses ja richtig. Musikalisch gibt’s hier kaum groß was zu beanstanden aber so richtig packt mich solche Musik, wie schon an anderer Stelle bemerkt eher auf dem Konzert als hier am Schreibtisch. Solide. 3+…..vom Schreibtisch aus……..Kai

Punkrockers Radio Interview (02.07.2017)

Hi Stefan, zunächst einmal Glückwunsch zum 15-jährigen Jubiläum!! Fangen wir das Interview mit ner „klassischen“ Frage an. Wie bist du zu Punk Rock gekommen?

Zum Punkrock bin ich wohl so Anfang der 80er gekommen. Mein Bruder hatte einen Kollegen, der hat Punkrock am Start gehabt. Und dann wurden halt Crass, Dead Kennedys, UK Subs und sowas gehört. Deutschpunk wie Slime, KFC und ZK kamen dann dazu. Ich glaube, meine erste Punkscheibe war „Lest We Forget“, eine Single der britischen Blitzkrieg, die ich mir in Bochum auf dem Flohmarkt gekauft habe.

Dann bist du ja schon ziemlich lange mit dieser schönen Musik verbunden. Kannst du dich noch an dein erstes Punk Konzert erinnern?

Sagen wir mal so, das erste Punkkonzert, an das ich mich so richtig erinnern kann, waren ’84 Die Toten Hosen, die im Spektrum in Castrop-Rauxel gespielt haben. Die Clox waren damals Vorband.

Seit dem hast du sicherlich viele weitere Konzerte besucht und massig Bands live gesehen. Wie bist du dazu gekommen Punk Rock im Radio zu machen, wann hat das mit Punkrockers-Radio angefangen, oder hast du davor schon was gemacht?

Das Radio gibt es ja bereits seit 2002. Ich bin allerdings erst 2009 dazu gekommen. Eigentlich war ich da auf der Suche nach einem Radiosender, den ich auf der Arbeit hören kann. Dabei bin ich über Punkrockers-Radio gestolpert und hab gesehen, dass Moderatoren gesucht werden (was übrigens immer noch so ist). Das schien mir spannend. Ich hatte vorher ungefähr 1 1/2 Jahre lang im Intershop einmal im Monat Platten aufgelegt und sogar auch zwei mal in der Cobra Bar in Hamburg und auf Lanzarote im Tsunami. Und die Vorstellung, Musik zu präsentieren und nicht bis 7 Uhr morgens zwischen Besoffenen zu stehen, war ziemlich verlockend. Also habe ich mich beworben und wurde angenommen. Seitdem sende ich mehr oder minder regelmäßig alle zwei Wochen.

Soweit ich informiert bin, holst du dir auch regelmäßig Bands /Künstler_innen in deine Sendung. Das stelle ich mir sehr witzig vor. Für alle, die daran Interesse haben, was müssen die machen, um von dir eingeladen zu werden?

Stimmt, meistens habe ich Gäste und das ist auf jeden Fall witzig. Zwei Stunden Musik hören, Bier trinken und über Musik und Bier quatschen macht immer Bock und den meisten Gästen geht es wohl auch so. Nach einer Stunde sind die dann meistens warm und nach zwei Stunden kommt meist: „Die zwei Stunden waren aber schnell um.“ Ich finde es auch immer super, weil ja die Gäste die Musik auswählen und eigentlich immer Songs oder Bands dabei sind, die ich noch nicht kenne und total spitze finde. Die Hürde ist eigentlich nur die Entfernung, da ich ja von Bochum aus sende und die Gäste im Studio haben will und nicht über Skype mit denen sprechen möchte. Also, wenn euch die Entfernung nicht zu weit ist, ruft mich an!

Jetzt mal eine „typische“ Frage. Welche 10 Punk Klassiker LPs sollte mensch auf jeden Fall im Plattenregal haben? Um es zeitlich etwas einzugrenzen sagen wir mal bis Mitte der 1980ger.

Die Liste ist natürlich ein wenig willkürlich und völlig unsortiert, aber das sind die ersten zehn Alben aus der Zeit, die mir eingefallen sind, die ich rauf und runter gehört habe und mir auch immer noch anhören kann – auch nach all den Jahren.

Stiff Little Fingers – Inflammable Material

Ramones – Ramones
ZK – Eddie’s Salon

KFC – …letzte Hoffnung

Crass – The Feeding Of The 5.000

Toy Dolls – Dig That Groove Baby

The Clash – London Calling

Dead Kennedys – Fresh Fruit For Rotting Vegetables

Plasmatics – New Hope for the Wretched

Sex Pistols – The Great Rock’n’Roll Swindle

Das ist ne sehr gute Liste, wie ich finde. Zurück zu Punkrockers-Radio. Wie bereitest du dich auf eine Sendung vor?

Haha, das ist eine sehr gute Frage. In der Regel besorge ich eine Kiste Bier, weil ich ja immer Punker zu Gast habe, die unglaublich viel saufen. Musikalisch brauche ich nichts vorzubereiten, da die Gäste ja die Musikauswahl machen. Das Gespräch ergibt sich spontan. Wenn ich ganz viel Glück habe, dann bringen die Gäste auch selbst Fragen mit. Dann brauche ich gar nichts machen.

Ich hörte davon, dass es Bands gibt die ihre eigenen Fragen mitbringen, das ist für dich dann ja praktisch und du kannst auch einen trinken. Wenn du keine Bands zu Gast hast, machst du dann „freies Radio“, oder machst du dann auch Themenabende?

Themenabende sind zwar selten, aber ich habe da auch schon einiges gemacht. Britischer Punk, Deutschpunk, zu einzelnen Bands / Künstlern gab es schon Sendungen, z.B. zu P.I.L., Rancid, Social Distortion. Als ich noch meinen Schrebergarten hatte, habe ich einmal im Jahr ein „Anarchie aus der Parzelle“-Sendung gemacht. Und einmal gab es eine Sendung nur mit Songs, die eine geografische Angabe im Titel hatten. Da konnten die Hörer dann auf der Website über eine Weltkarte quasi die Reise mitverfolgen. Das war ein unglaublicher Aufwand. Zugehört haben vermutlich nur eine Hand voll Leute. Aber die Vorbereitung hat viel Spaß gemacht. Eine Cassettensendung habe ich auch schon zwei mal mit einem Kollegen gemacht. Da konnten die Leute im Chat eine Nummer sagen, z.B. B-143 und dann haben wir die Cassette mit der entsprechenden Nummer ins Tape gelegt und auf Start gedrückt. Das war auch ziemlich spaßig.

Kassette ist natürlich schön old school. Wie viele Leute seid ihr eigentlich bei Punkrockers-Radio und kommt ihr alle aus Bochum?

Eine feste Zahl kann ich dir eigentlich gar nicht nennen, da es Leute gibt, die länger nix gemacht haben und dann wieder aus der Versenkung auftauchen. Aber ich denke, dass wir so 5 bis 10 Personen sind, die mehr oder minder regelmäßig senden. Aus Bochum bin aber definitiv nur ich.

Was hast du denn für dieses Jahr noch alles so geplant an Sendungen?

Zum einen habe ich noch einige Interviews auf Halde, die noch nicht gesendet wurden. Gäste werde ich sicherlich auch noch einige haben. In Planung sind Sendungen mit The Sewer Rats, 1000 Löwen unter Feinden, Dørn Shamrock, The Magic Flip und Los Gringos. Und es wird auch noch einige Livestreams geben, z.B übertrage ich im September zum mittlerweile zehnten Mal live vom Bierschinken-Festival, aus Dortmund. Aus dem Neuland in Bochum wird es auch noch Übertragungen geben und natürlich einen Livestream von unserem 15-Jahre-Festival am 22. September.

Dann hast du ja noch gut zu tun bis Ende des Jahres. Gibt es zum Abschluss noch Leute, oder Bands die du grüßen, oder empfehlen möchtest?

Ich sag schonmal Danke für das Interview und wünsche dir noch viel Erfolg und Spass mit Punkrockers-Radio.
Die Liste der Bands würde wohl ziemlich lang werden, deswegen lasse ich das mal lieber. Ein Gruß geht aber auf jeden Fall raus an alle, die irgendwas machen, sei es, dass sie Konzerte organisieren oder Touren buchen, die schreiben, Fotos machen oder sich als Band den Arsch abspielen.
Vielen Dank auch von mir für das Interview.

Hier noch Infos zum Festival
Wie auf schon die 10-Jahres-Feier findet das Festival in der wiedereröffneten Bochumer Rotunde statt. Der Termin ist der 22. September. Das Line-Up bilden

Antillectual (Politpunk aus Nijmegen)

The Sewer Rats (Punkabilly aus Köln)
Skin Of Tears (Skatepunk aus Wermelskirchen)
So What (Punkrock aus Bottrop)
Brutale Gruppe 5000 (Laserpunk aus Hamburg)

Der Eintritt beträgt 10 EUR im Vorverkauf und 12 EUR an der Abendkasse, Einlass 18 Uhr, Beginn 19 Uhr.

Infos zum Sender
http://www.punkrockers-radio.de

Neben der Website mit News und Reviews ist der Sender in allen relevanten sozialen Netzwerken vertreten.

Interview mit THE BONES 25.09.2015 Zeche Carl Tour Auftakt (11.10.2015)

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Zuerst einmal wer seid ihr und wo kommt ihr her?

Wir sind The Bones aus Karlskrona Schweden

Wie seid ihr hier her zu euern Tour Auftakt gekommen und wie lange habt ihr gebraucht?

Wir sind heute Nacht irgendwann mit dem Nightliner, in Kopenhagen los gefahren, aber können nicht genau sagen, wie lange wir gebraucht haben, da war zu viel Bier und Schlaf dazwischen :D

Ist das eure erste Nightliner Tour oder wie viele habt ihr schon hinter euch?

Hahaha, neee unsere erste Nightliner Tour bestimmt nicht. Das müsste jetzt ca die 30igste sein oder so. Unsere erste Nightliner Tour war damals 2002 mit den Toten Hosen zusammen.

Warum habt ihr euch dazu entschieden mit dem Nightliner die Touren zufahren?

Dazu gehören viele Gründe, zum einen ist man dadurch viel flexibler, man geht schlafen und wacht Morgens an dem anderen Ort auf, wo die nächste Show stattfindet. Unserer Fahrer kann den ganzen Tag schlafen und ist dann ausgeruht für die Fahrt. Und zum anderen noch aus Kosten Gründen, man spart Geld für Hotel und man kann länger schlafen, muss nicht so früh aufstehen und und und

Habt ihr ein Bad mit im Nightliner oder wie läuft das ab wenn ihr unterwegs seid?

Nein nicht wirklich, wir haben zwar eine Toilette mit an Board, zum urinieren zwischen durch. Aber den Rest müssen wir vor Ort bei den einzelnen Locations bzw. zwischen durch auf Rastplätzen erledigen.

Aus welchen Gründen habt ihr euch damals dazu entschlossen diese Band zu gründen?

Wir waren jung und dumm hahaha.. Ne man konnte sich entscheiden, viele Möglichkeiten hatten wir da nicht, entweder man macht Sport oder man machte Rock´n´Roll. Im Endeffekt war es ein Traum, den wir heute leben können.

Wie lange gibt es die Band schon?

Schon eine ganze Weile, nächstes Jahr wir feiern unser 20 jähriges Bestehen.

Habt ihr euch selbst verändert von der Gründung an bis heute?

Was heißt verändert, wir sind irgendwo immer noch die gleichen Menschen, wie damals nur halt irgendwie ein bisschen älter und reifer. Wir haben jetzt alle Familien und es ist einfach schwerer als noch vor ein paar Jahren.

Wie vereinbart ihr Familie und das Tour Leben?

Heute sind wir maximal 2-3 Wochen auf Tour, im Gegensatz zu früher wo wir teilweise 6 Wochen unterwegs waren. Wenn wir heute so lange unterwegs wären, würden wir verpassen wie unsere Kinder aufwachsen und sich verändern und das wollen wir nicht.

Mögt ihr es hier in Deutschland?

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Ja wir lieben es hier zu sein, es ist quasi eine zweite Heimat für uns geworden, wir spielten ca 500 Shows hier in Deutschland und den deutsch sprachigen Nachbarländern wie Österreich und der Schweiz. Das Ganze kommt halt dadurch, dass wir auf einem deutschen Label sind.

Habt ihr alle Arbeit in Schweden oder wie macht ihr das mit dem Touren?

Bis auf Beef haben wir alle Jobs, wir nehmen uns quasi unbezahlten Urlaub damit wir das hier machen könne.

Wie ist bei euch in Schweden die Punk Szene im Vergleich zu den Ländern in denen ihr sonst noch spielt?

Nächste Frage bitte hahahaha. Wir spielen quasi 50-100 Shows hier in Deutschland und dafür ein in Schweden, das sagt eigentlich schon alles aus.

Wo habt ihr euer neues Album aufgenommen?

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So wie unsere anderen auch, bei uns in Schweden. Der Aufwand und die Zeit ein Album wo anders aufzunehmen wäre einfach zu groß. In Schweden sind wir einfach flexibler, da müssen nicht immer alle dann vor Ort sein.

Wer schreibt eigentlich eure Texte?

Jeder von uns schreibt die Texte. So bekommen wir viel Output und Vielfältigkeit.

Ist es wahr, dass die guten alten Zeiten besser sind?

Es ist schwer zu sagen, teils teils. Teilweise die heutige Technik ist ausgereifter, wir können von überall auf der Welt zB. unsere Finanzangelegenheiten durchführen, einfach mit dem Handy. Ein Problem ist auf jeden Fall in der heutigen Zeit, die Masse an Musik und Bands. Früher ist man in einen Platten Laden gegangen und hat sich nach den neusten Sachen Informiert. Heutzutage gibt’s es kaum noch solche Läden, man geht auf Google und sucht nach Punk und findet eine Millionen Bands… Die Musik Szene war damals dankbarer als heute, man hat viel mehr Musik gekauft und auf die Qualität geachtet. Auf der anderen Seite, wollen wir die DVD gar nicht mehr gegen die VHS austauschen. Das Aufnehmen von Musik ist viel einfacher und vielfältiger geworden, heute macht man alles digital und kann sogar dabei noch irgendwie den alten vintage Sound der 80er Jahre hinbekommen, mit dem nötigen Equipment. Es hat halt alles seine Vor und Nachteile.

Was sind eure Pläne für die Zukunft mit der Band?

Unser Auftritt später. Und viel Spaß haben.

Da kommen wir auch schon zum Ende des Interviews, ich möchte mich bei Euch im Name von Crazy United bedanken, dass ihr euch die Zeit dafür genommen habt uns die Fragen zu beantworten und wünsche euch noch viel Spaß auf der Tour.
Jetzt habt ihr nochmal die Chance die Welt zu verändern ;)

Wir bedanken uns für das Interview, wir lieben euch alle, hört ins unser neues Album rein. Vielen, vielen Dank.

Unser Dank gilt an Markus Wetzmayr (www.wet-photo.at),der uns die Fotos zu Verfüng stellte.

SONDASCHULE Interview (23.08.2015)

SONDASCHULE hat für mich mit Ihrem neuen Album „Schön Kaputt“ das bisher, beste Deutsche Album rausgehauzen. Es gibt nicht einen Aussetzer auf der CD, hat Ohrwürmer ohne Ende und ist der perfekte Soundtrack zum Sommer. Ich führte mit Sänger „Costa“ ein kleines Interview per Mail über das neue Album. FRANK

Moin Tim,
euer neues Baby liegt seit knapp 2 Wochen (Stand des Interviewbeginns war der 09. August) jetzt in den Läden und was man so den Medien entnehmen kann und hört, scheint das Album ja „Bombenmäßig“ eingeschlagen zu sein.Hattet ihr mit diesem Erfolg in dieser doch erst recht kurzen Zeit gerechnet? Wie habt ihr die bisherige Zeit, seit des Releases wahr genommen?

Sonda_Rodeo_Prints_09Wir haben nie mit irgendwas gerechnet, wir lassen alles einfach auf uns zu kommen. Trotzdem freuen uns natürlich sehr darüber was grade passiert.
Aber im Endeffekt hat sich für uns persönlich nichts geändert. Wir hängen immer noch zusammen im Proberaum rum, waren grade von Mittwoch bis Sonntag auf Festivaltour und müssen jetzt erstmal unseren Kater auskurieren. Seit 2 Wochen läuft alles einfach ab wie ein Film und Couch wär mal wieder was schönes!

Im Gegensatz zum letzten Release, habt ihr ja kein Major Label mehr im Rücken, sondern habt den Weg wieder Back to the Roots gewählt und habt alles in Eigenregie übernommen. Gab es einen bestimmten Grund, den Major zu verlassen? Schließlich ist so eine D.I.Y. Produktion mit verdammt viel Arbeit & Energie verbunden.

Das stimmt, es ist sehr viel mehr Arbeit sich um alles selbst zu kümmern. Aber es war eine ganz bewusste Entscheidung von uns und wir haben sie im Nachhinein absolut nicht bereut. Uns ist über die Jahre einfach bewusst geworden, keiner kann sich besser um Deine Wünsche und Deine Zukunft kümmern, als Du selbst. Herzblut, Ehrgeiz und Überzeugung ist gefragt! Wenn man mit einem „Major“ im Boot sitzt, hat man sehr viele Vorteile – weiche Sitzkissen,  die Kantine ist immer voll und es gibt Geld im Voraus, aber dennoch wollten wir in diesem Boot nicht mehr mitfahren. Denn wer alles bezahlt, ist klar – will natürlich hier und da auch ein Mitspracherecht haben und z.B. die Farbe der Sitzkissen bestimmen etc.. das wollen wir aber nicht. Unsere Musik, unsere Meinung – der Rest geht uns am …. vorbei.

Zur normaler CD gab es noch ein schönes Bündle in Form von Shirt / CD / DVD und Gimmicks. Die 1000 Stück, die es gab, waren ja ruckzuck vergriffen. Wird es bei dieser limitierung bleiben oder habt Ihr Mitleid mit Fans, die zu spät kamen und haut noch ´ne kleine Auflage hinterher? Und WARUM!!!!!!! kein VINYL??????

DSC01069Es wird bei den 1000 Boxen bleiben! So haben wir es angekündigt und so bleibt es auch. Ich finde es wäre auch ziemlich Asi den Hardcorefans etwas limitiert anzubieten, wenn man es nachher dann doch wieder alles genau so bekommen kann. Und zu der Vinyl Frage – da wir alles selber finanziert haben, war dafür einfach nicht genug Geld da. So einfach ist das manchmal. Leider…

Und wenn jetzt ein Label käme und das Vinyl von/mit Euch releasen möchte?
Auch dann nicht. Das machen wir, wenn überhaupt, schon selber. Mal sehen was noch so kommt. Vielleicht machen wir ja noch eine Kleinauflage für Sammler oder sowas. Oder das nächste Album kommt auf Vinyl. Mal sehen…

Ein Album in Eigenregie heisst ja auch „noch mehr Promoarbeit“ leisten zu müssen. Wenn Ich mir so die FB Einträge anschaue, warst du samt Begleitung in der ganzen Republik unterwegs, um Interviews zu geben, was für mich, nach einem sehr straffen Zeitplan aussah. Ist nicht immer cool, auf die Uhr gucken zu müssen, oder?

Wir haben in 5 Tagen – 18 Radio und Fernsehtermine gehabt, welche insgesamt über 4.000 Kilometer auseinander lagen. Da hast Du mit Deiner Einschätzung „straffer Zeitplan“ schon sehr recht. Grade zu den Feierabendverkehrs-Zeiten kamen wir schonmal ins schwitzen, aber dank des schnellen Fahrzeugs und unserer charmanten Fahrweise, sind wir tatsächlich nicht einmal zu spät gekommen. Hehe, das Glück ist mit die Dummen.

Die absolute Geilheit war ja wohl euer Akkustik Set im Mülheimer Mediamarkt, von dem, selbst Ich „alter Hase“ total geflasht war. Hunderte von Fans verwandelten den MM in eine Sauna und euer knapp 30 Minütiges Set wurde frenetisch abgefeiert. Habt Ihr mit dieser Resonanz insgeheim gerechnet, obwohl Ihr ja eigentlich nie „richtig“ Akkustisch auftreten wolltet? Wie kam dieser spontane Gig zustande und wie kam der Auftritt bei den Leuten vom MM an?

Die Idee kam uns eine Woche vorher beim Bier trinken mit unserem alten Kumpel Joost, in dessen Studio wir 2005 das Rambazamba-Album aufgenommen haben. Er arbeitet, seitdem er 16 ist, nebenbei im Media Markt Mülheim und meinte mit 2 Promille im Kopf, das es doch ne super Idee wäre zum Release so etwas zu machen – Zitat: „Dann ist endlich mal Action bei mir auf der Arbeit“ Am nächsten Tag hat er seine Chefin zu einer kleinen Autogrammstunde mit 3 Liedern auf einer Akustikgitarre überredet und die Sache stand. Womit die Chefin allerdings nicht gerechnet hatte, waren die 500 Leute, die gefühlt jeder eine halbe Kiste intus, oder dabei hatte – und der Einkaufswagen voller Spirituosen war ihr glaube ich ein wenig Suspekt. Aber nach dem Konzert waren alle glücklich und zufrieden und der Media Markt um mehr als 100 Euro Pfand reicher!!

Dann lass uns mal kurz auf das neue Album zu sprechen kommen. Selten hat mich ein Album so schnell in den Bann gezogen und Ich musste, nach dem ersten Hören“, einfach an die „alten“ Sondaschule Zeiten denken, als man alles kurz und bündig auf dem Punkt brachte, ohne lang zu überlegen. Ein bewusstes „Back to the Roots“?

Auf jeden Fall! Wir wollten diesmal in straightes Album ohne viel „Studioglamour“, dem wir in der Vergangenheit teilweise verfallen sind, machen. Daher haben wir ganz bewusst wieder mehr Wert auf uns und unsere Instrumente statt auf Computersounds und neue Einflüsse gesetzt. Wir haben uns auf unsere Stärken konzentriert die Verstärker wieder ein bisschen lauter gedreht als bei den Platten davor.Am wichtigsten war uns auf jeden Fall, das alle neuen Lieder absolut livetauglich sind. Das war auch bei den ersten beiden Alben die Herangehensweise und hatte sich ja damals auch bewehrt. Und so wie ich es bisher live mitbekomm, denke ich – ist uns das ganz gut gelungen.

Wie viele und welche Songs vom neuen Album schaffen es ins neue Live Set?

Alle!

Wow! Das machen nicht viele Bands, aber da auf dieser Scheibe ja eh nur Hits drauf sind, werden die auch 100% Live funktionieren. Was mir auf der neuen Scheibe auch auffiel, ist die Verbundenheit zur Heimat, was ja in einigen Songs sehr deutlich raushörbar ist. Ich bin ja auch ein 100% Kohlenpottkind und würde selbst dann hier nicht weg ziehen, wenn Ich Millionen hätte. „Was genau“ verbindet Euch mit dem Ruhrpott?

Eine gute Frage, die ich mir nachdem die Platte jetzt fertig ist immer wieder stellen muss, da sie in bisher jedem Interview vorkam. Um ehrlich zu sein habe ich da vorher gar nicht drüber nachgedacht. Ich habe einfach, wie sonst auch immer, Lieder geschrieben und am Ende hatten wir ein Album fertig, wo zum ersten mal gleich 3 Lieder mit Ruhrpott-Thematik vertreten sind. Auf dem Album „von A bis B“ gab es ja mit „Strand um Ruhrgebiet“ einen ersten Song in diese Richtung. Der Song ist seiner Zeit auch einfach aus dem Bauch heraus entstanden, ohne im entferntesten daran zu denken jetzt eine Ruhrpott-Hymne schreiben zu müssen. Bei uns entsteht generell alles aus dem Bauch heraus. Ich denke die hörbare Verbundenheit zum Ruhrgebiet ist daher eher unterbewusst und kein geplanter, glorifizierender Lokalpatriotismus. Wir leben einfach gerne hier und singen übers Leben. Da wird natürlich auch unser Umfeld in der ein oder anderen Zeile verpackt. Wir sind hier geboren und werden wohl, wenn nichts unvorhersehbares passiert, alle irgendwann hier sterben. Und das ist gut so, aber irgendwie auch egal…Wir sind nicht stolz darauf hier her zu kommen, wir mögen es einfach.

Als ich mir die DVD ansah, die dem Bundle beilag, sah Ich, das Du sehr akkurat die Aufnahmen beobachtest, Anweisungen gabst, ect. Kann man dich als Produzent sehen und wie lief die Arbeit zur aktuellen Scheibe? Wie lange habt ihr gebraucht, um alles aufzunehmen und wer bediente die Regler während der Aufnahmen?

Sondaschule_04Die Aufnahmen für das aktuelle Album haben insgesamt ca. ein Jahr gedauert, wobei wir in diesem Jahr auch mindestens 9 Monate nicht im Studio waren. Daher betrug die reine Arbeits- und Aufnahmezeit eigentlich nur 3 Monate. Wie die Arbeit bei uns im Studio abläuft, kann man wie Du schon sagst, sehr gut auf unserer DVD sehen. Wir haben das Glück, das wir uns 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag in ein High-End Studio einschließen können, ohne dabei auf die Uhr sehen zu müssen. Daher fahren wir immer mal wieder ins Studio und bleiben so lange wir kreativen Output haben, wenn nichts mehr geht – fahren wir halt wieder nach Hause und kommen 2 Wochen später wieder. Das ist eine sehr angenehme und entspannte Arbeitsweise, denn so entsteht kein Druck auf den Punkt kreativ sein zu müssen. An den Reglern hatten wir diesmal Unterstützung von Defy und The Leach, zwei ganz tollen Menschen, die gefühlt sofort unser fünfter Beatle geworden sind. Nachdem ich das letzte Album komplett selbst an den Reglern saß, war es für mich natürlich eine große Hilfe. So konnte ich mich noch freier auf die gesamte Produktion einlassen und musste nicht mehr auf die vielen wichtigen Kleinigkeit beim Aufnahmeprozess achten. Gemischt wurde das Album, genau wie der Vorgänger von unserem Live-Tontechniker Sebastian Blaschke. Cause never change a winning Team.

24 Stunden amTag / 7 Tage inner Woche ins Studio, ohne auf die Uhr gucken zu müssen? Heißt dass, das Ihr ein eigenes Studio am Start habt? Rück doch mal bitte ein paar nähere Infos diesbezüglich raus.

Wenn ich Dir Infos diesbezüglich geben würde, müsste ich Dich töten bevor dieses Interview online geht! *Räusper* Sorry, gestern wohl zu lange wach gewesen. ;) Um deine Frage zu beantworten, ja – wir haben die Möglichkeit das Studio von einem sehr guten Freund, jeder Zeit zu nutzen. Er feiert SONDASCHULE seit 2006 und unterstützt uns seitdem wo er kann. Ganz egal ob jetzt ein Label wie Sony/Bmg dahinter stand, wo es natürlich einen Vorschuss für das Studio gab, oder wie im Fall der neuen Platte – wo man vorher halt nichtmal weiß, ob im Nachhinein überhaupt Geld fürs Studio dabei rausspringt. Daher an dieser Stelle ein ganz dickes DANKE für das Vertrauen!!

Dann lass uns zum Abschluss noch über die kommende Tour sprechen, die euch ja im November und Dezember queer durch die Republik führen wird. Hätte es nicht Sinn gemacht, direkt ein paar Wochen nach CD Release auf Tour zu gehen? Oder ist das mit Absicht so weit nach hinten gezogen worden?

Wir haben es mit Absicht so weit nach hinten gezogen. Da wir jetzt unser eigener Chef sind, sitzt uns niemand mehr im Nacken, der uns unbedingt so schnell wie möglich auf Tour schicken will. Daher haben wir uns entschieden erstmal nur die Festivals zu spielen, dann das Album zu veröffentlichen und nachdem alle das Album verinnerlicht haben, Ende des Jahres auf Tour zu gehen. Ich denke das macht auch am meisten Sinn für die Besucher der Konzerte und ist dann auch ein schöner Jahresabschluss für uns.

Dann wünsche Ich Euch viel Spass und Erfolg auf der Tour. Noch abschließende Worte?

Nein. Danke

Interview mit Claude Alain Chervet (Caps) **26.07.205**

Interview mit Claude Alain Chervet (Caps)

Moin Caps,

wie hast Du so viele bekannte Künstler für solch ein Projekt wie dieses neue Album zusammenbekommen?
Also, ich bin seit Ende der siebziger Jahre im Punkrock, und dass ich viele Jahre in diversen Bands gespielt habe trug dazu bei, dass ich viele meiner ‚Helden‘ getroffen habe. Charge 69 hat viele Gigs weltweit gespielt, wir haben viele von ihnen auf Tourneen getroffen. So haben sich dann Beziehungen und auch Freundschaften entwickelt. Als wird dann das Projekt angehen wollten, haben wir sie einfach gefragt, ob sie bei einem unserer Songs auf Englisch singen, und viele von ihnen haben zugestimmt. Vom Enthusiasmus einiger Musiker waren wir wirklich überrascht, es war fast wie ein Geschenk für uns, und ich kann Dir sagen, es ist, als ob ein Traum Wirklichkeit wird …

10863946_10153528802064240_4220712872311370151_oWar es schwierig, die anderen Künstler für das Projekt zu begeistern?
Nicht wirklich. Zu Beginn haben wir unsere Lieblingssongs wieder aufgenommen, und wir haben überlegt, welcher Sänger mit seiner Stimme zur Melodie passen würde. Bei einigen war es einfach, z.B. Colin GBH zu fragen, ob er ‚The 80’s‘ singen will – das war klar. Bei anderen war es schwieriger. Als die Lieder wieder neu aufgenommen worden waren, haben wir die Originalsongs an einige Sänger geschickt, um sicher zu gehen, dass sie das Lied und die Melodie mögen. Wenn es für sie ok war, haben wir die Texte für sie übersetzt, aber wir haben ihnen gesagt, sie können auch gerne die Texte anpassen, wenn ihnen das besser gefällt. Danach mussten wir Studios in ihren Gegenden finden, und dann haben sie ihre Stimmen zu unseren Songs aufgenommen. Die Aufnahmen wurden zu Jon Caffery nach Deutschland geschickt, der das Ganze abgemischt hat. Wenn die Lieder fertiggestellt waren, haben wir sie zu den Sängern geschickt, um ihre Zustimmung einzuholen, und um zu erfahren, ob sie an der Mischung etwas geändert haben wollten. Als die Songs schließlich fertig waren, haben wir eine neue Abmischung gemacht, um das ganze Ding homogen klingen zu lassen und …. hier ist es! Wir haben über zwei Jahre an dem Projekt gearbeitet, aber es war eine große Freude, dass unsere ‚Helden‘ unsere Lieder gesungen haben… wir können es kaum glauben …. und wir arbeiten schon an Volume 2.

Schön zu hören, dass Du an Volume 2 arbeitest. Das Album gefällt mir super! Kannst Du uns einige Namen vom nächsten Album nennen?
Schön, dass Dir das Album gefällt … Nein, ich werde keine Namen von unseren nächsten Gästen herausgeben, das soll eine Überraschung sein.

Wirst Du ein anderes Album von Charge 69 ohne Gastsänger produzieren?
Ja, wir arbeiten auch an einem brandneuen Album nur mit der Band. Wir haben jetzt ziemlich viele Songs, es reicht schon fast für ein volles Album, aber es braucht immer eine lange Zeit zwischen den Aufnahme-Sessions, dem Mischen usw. Ich kann noch kein Datum angeben, aber ja, wir sind dran …

Avec Arturo BassickWas bedeutet der Titel ‚Much more than music‘ für Euch als Band?
Heutzutage gibt es viele wirklich brillante Alben, mit guten Sängern, guten Aufnahmen, künstlerisch herausragend, aber dieses spezielle Album hat etwas mehr… es ist mehr als Musik: es ist ein Traum, der Wirklichkeit wird. Unsere Helden hatten zugestimmt, unsere Lieder nochmals zu singen, einfach zur Unterstützung. Dadurch gewinnen sie nichts – oder nur wenig; sie machen es wegen der besonderen Art des Punkrock. Dadurch wird bewiesen, dass Punkrock mehr als nur Musik ist, es ist eine Lebensart, ein Verhalten. Ich glaube kaum, dass wir so eine Aktion in einer anderen Szene finden würden.

Nachdem Du über 20 Jahre im Punkrock bist, welche Veränderungen hast Du festgestellt?
Nicht über 20, sondern über 35 Jahre, würde ich sagen … So viele Dinge haben sich geändert. Zuerst habe ich die Welt mit den Augen eines zornigen Teenagers gesehen, der total gegen alles war. Heute bin ich nach wie vor in der Szene, aber ich habe einen anderen Blickwinkel. Ich habe zwei Jungs, die in dem Alter sind, in dem ich den Punkrock entdeckte, das ist seltsam.
Global gesehen ist Punk manchmal das Gegenteil von dem, was es war. Früher war Punk nihilistisch und sehr, sehr provokativ und vielleicht auch mehr Spaß. Andererseits gibt es weniger Gewalt, das ist besser, man spielt an mehr Orten, es ist leichter, Alben aufzunehmen usw….es ist etwas total anderes, es hat sich in etwas völlig anderes entwickelt – eine Art Mutation.

Man spielt an mehr Orten, gibt es schon Daten für weitere Gigs?
Ja, natürlich… früher war es schwierig, Punkrock Gigs zu sehen. Erstmal gab es weit weniger Bands, und die meisten haben nicht in Frankreich gespielt, oder nur 2 oder 3-mal. Viele Bands wurden boykottiert und viele Veranstalter akzeptierten keine Bands, die das ‚Punk-Etikett‘ trugen. Punk war viel mehr beängstigend….
Das ist nur ein Witz, es gibt einen Song mit demselben Titel ….
Wir spielen dieses Jahr noch einige Gigs.

Wann hast Du Dein Label Combat Rock gegründet?
Warum hast Du es gegründet, war es mehr, um Deine eigene Band zu produzieren, oder war es, um professionell zu produzieren?
Caps & CharlieIch habe das Label 1988/89 gegründet. Zu der Zeit habe ich gearbeitet. Es war nur, um mein eigenes Label zu haben und einige Aufnahmen von Bands zu machen, die ich mochte und die ich mit anderen teilen wollte. Ich habe mit 5000 Franc begonnen, das waren ca. 800 Euro. Ich kannte Leute von Damaged Goods und Released Emotions in England und Leute von GOUGNAF in Frankreich, und da ich schon ein Vinyl-Junkie war, wollte ich zum Spaß ein paar Aufnahmen machen, um den Punkrock in Frankreich zu verbreiten. Also war es hauptsächlich aus Spaß.

Hat dich die Arbeit mit deinem Label beeinflusst ,was das Musik machen betrifft?
Nicht wirklich, ich arbeite immer mit meinem Herzen. Wenn ich eine neue Band auswähle, eine neue platte aufnehme fürs Label muss es mich umhauen, in meinem Kopf und in meinem Herzen.Ich frage mich nicht ob sich die Platte gut verkaufen lässt, oder nicht. Es gibt keine „big sales“ mehr, also will ich einfach nur eine gut Platte aufnehmen, eine die Menschen Spaß macht zu hören  und eine platte auf die ich Stolz sein kann. Es ist das wichtigste ! es ist meine Leidenschaft, das Wichtigste in meinem Leben. PUNKROCK ist meine Leidenschaft, also mach ich es so!

Sieht man euch dieses Jahr nochmal hier auf der Bühne?
Ich hoffe es, wenn es dieses Jahr nicht klappt dann sicherlich 2016. Wir versuchen nach Deutschland zu kommen , weil wir es lieben dort aufzutreten. Die Leute ( aus der Szene) wissen soviel über PUNKROCK und in der ganzen Zeit haben sich natürlich viele Freundschaften gebildet und es ist immer wieder toll Menschen zu treffen die man seit 20 Jahren oder länger kennt. Es ist immer „Viel Spaß“ also sind wir mehr als ungeduldig wieder nach Deutschland zu kommen.

Das waren doch mal gute Nachrichen zum Schluss!

Vielen lieben Dank an Caps von Charge 69

SOIFASS INTERVIEW (27.06.2015)

294378-empStellt euch mal vor, wie kam es dazu, dass ihr zusammen Musik macht? Wie würdet ihr euren Stil beschreiben??

Viktor: das ist leider zu lange her um sich daran noch erinnern zu können…aber neben Fabi gibts noch nen Gitarristen Namens Danilo und nen Basser called Stino.
Fabi: Also mich hat Viktor Angerufen, dann wollten wir uns treffen aber er musste zum Elternabend, ditt is so bei uns Punks, ne Woche später war dann unsere erste gemeinsame Probe und am nächsten Tag hab ich direkt meinen Job gekündigt! Dann hatt er mir die Welt des Glam-Oi! Gezeigt und das hat mich einfach gefesselt!

Was und wen wollt ihr mit eurer Musik erreichen?

V: Wir sind da ziemlich Egoistisch und machen das einzig und allein weil es Spaß macht. Da unsere Musik hingegen jendoch einigen Leuten zu gefallen scheint, Klappt das mit dem Spaß wiederum umso besser. Einen großen Masterplan oder gar die Weltherrschaft an uns zu reißen steht jedoch nicht auf unserer Todo Liste

Würdet ihr sagen, dass eure Musik sich in den letzten Jahren verändert bzw. weiterentwickelt hat? Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr das Label gewechselt habt?
V: Unsere Musik hat sich eigentlich wenig verändert, dafür aber unsere Geschmäcker, von einem gewissen Grundstil kommen also nicht mehr weg, können aber hin und wieder neue Noten mit einbringen. F: Wir haben uns wirklich gut entwickelt aber eben rückwärts!

Ich hab mir mal n paar Titel ausgesucht, beschreibt doch mal diese Songs jeweils mit ein paar Sätzen. Habt ihr einen Favoriten auf eurem neuen Album?

„Grossstadtwahnsinn“ – wettert natürlich in erster Linie gegen die Gentrifizierung ohne aber den Anspruch für sich behaupten zu wollen dagegen irgendetwas tun zu können. Statt dessen verteilen wir hier Seitenhiebe auf uns und auch die Szene generell, die ja nichts desto trotz ganz gut an allem profitiert -> siehe Myfest
„Dein Leben im Schein“ – Siehe Frage 7
„Ein Leben lang“ – Ehrliche Liebeslieder gibts viel zu wenige!
„Gehisste Segel“ – Traurige Trinklieder gibts auch viel zu wenige

Wer von euch schreibt die Texte? Wann hast du/ ihr mit dem Songwriting begonnen? Woraus ziehst du/ihr deine/eure Inspiration?

hqdefaultViktor: meistens ich. Die Inspirations zieht man natürlich aus Geschichten die einem das Leben selbst oder eben guten Bekannten spielt. Selten mit einer Auflösung oder Happy End aber doch meistens mit nen Funken Hoffnung.

Was sagt ihr zu Deutschrock und dazu, dass sie diese Szene rasend schnell vergrößert und es einen regelerechten Hype um Deutschrock gibt? Würdet ihr zusammen mit na Band wie beispielsweise den Vorzeige-Deutschrockern aus Südtirol die Bühne teilen? Oder diese boykottieren aufgrund ihres politischen Rufs?

Viktor: Siehe Frage 5: Ob wir mit Frei Wild spielen würden? Nein natürlich nicht. Ihr politischer Ruf ist da auch völlig unerheblich, denn spätestens seit dem es bei denen ums Kohle scheffeln geht, nehme ich denen sogar ab, daß sie mit ihrerer Vergangenheit abgeschlossen haben.
Aber auch sonst haben wir mit denen nichts gemein. Das sind keine Punks, das sind keine Skins oder Hardcore Kids. Wir teilen keine Ideale und damit auch nicht die Bühne – So einfach ist das manchmal.
F: Deutschrock is nich mein ding, ditt is größtenteils so wischi waschi Hausfrauen Rock ohne wirklich was zu sagen! Ausserdem geht mir diese wir-gegen-alle-opfer mentalität aufn sack. Das zieht denke ich auch mitunter diese politischen kleingeister an! Das sollte auch den zweiten teil deiner frage beantworten!

Ihr habt den Auftritt beim diesjährigen Rockpütt abgesagt, wie kam es dazu?

Da wir ein paar Wochen früher beim Sunnybastards Festival gespielt haben und das dann zeittechnisch zu viel für uns war, bedeutet halt doch für uns nen ganzes Wochenende auf der Autobahn pro Gig Außerdem hatte sich das Line Up nach mehreren Änderungen in eine seltsame Richtung entwickelt!

Apropos, was sagt ihr zu Politik? Was ist eure Meinung zu Pegida und die diversen Ableger?

V: Pegida? Wie soll man das in zwei, drei Worte packen und der ganzen Sache damit gerecht werden!? Naja eigentlich reicht ja eins: Nichts! Die Welt ist ein einziges Pulverfass und jeder in diesem Land sollte sich zunächst erstmal glücklich schätzen in Frieden leben zu können und dieses widerum auch jedem Anderen zu gönnen.
F: Ich glaube eigentlich das da viele Leute mitlaufen die ansich das richtige wollen! Das Problem is das sie von irgendwelchen Rassistischen Arschlöchern Flüchtlinge oder den Islam als Feind und schuldigen vorgesetzt bekommen und leider dumm genug sind das auch noch zu fressen.

Was sind eure Pläne für 2015?

Spielen

Mit wem würdet ihr gerne mal zusammen spielen/ Songs aufnehmen? Was sind eure musikalischen Vorbilder?

soifassF: TOTO

Was treibt ihr eigentlich abseits des Proberaums?

F: ich betreibe eine Fabrik für hochmoderne emaille raumanzüge mit intigriertem VHS Recorder. Zurzeit läufts allerdings etwas schleppend!
V: ich betreibe einen ebay shop für altmodische emaille raumanzüge mit intergriertem Beta Max Rekorder. Gehen weg wie warme Semmeln da sie ziemlich rar sind!

Danke für die genommene Zeit. Bis demnächst. – MIRA –

DÖRPMS INTERVIEW (20.06.2015)

Da freut man sich auf ein gemütliche Proberaum-Sause und zack….da klingelt das Handy…..
Zwiebel hat den Zug verpasst, Sven ist krank. Daraufhin fiel die Probe aus, nun sitzen wir bei Phil auf der Couch, und trotzdem nach gefühlten 2 Jahren kommt es dann auch endlich mal zu dem geplanten Interview.
Ja Probe fällt ins Wasser aber wer probt der kann ja nix ;D wie Phil gerade angemerkt hat.
Aber ich habe ja die Ehre mit den beiden Urgesteinen der Dörpms die jüngsten Entwicklungen zu besprechen.

394808_297678786940651_188227767885754_809647_220327512_n1Einiges hat sich getan bei den Dörpms …Andre ist weg Zwiebel ist für ihn da, und nun ist ein zweiter Gitarrist ist seit kurzem auch am Start….wie kam es dazu?

Phil: Der Weggang von Andre bestand aus menschlichen und musikalischen Differenzen. (Tamm: jetzt brauch ich ein Bier ;D) Der Abgang nach 4,5 Jahren hätte definitiv anders sein müssen.
Da standen wir nun mit unserem kurzem Hemd, Platte im Presswerk, Konzerte geplant,Gitarrist weg. Anfang ( Tamm: Im zweiten Quartal) 2014 trat dann der Zwiebel in Fußstapfen unseres Ex-Gitarristen. Als alter Freund und langjähriger Dörpms-Supporter hat er es nun von vor der Bühne auf die Bühne geschafft. Wir versuchen ihn seit einem Jahr von der Punkband Paranoya abzukaufen, jedoch können wir uns die Austiegsklausel noch nicht leisten ;).
Tamm: So konnten wir in der Besetzung die geplanten Konzerte und die Tour mit Evil Condut spielen.
Phil: Der Gedanke eine zweite Gitarre einzubauen, den gab es schon lange, schon allein weil dadurch einem die Bandbreite musikalischer Möglichkeiten enorm erhöht werden. Wir haben mit Sven einfach eine Probe gemacht, hat alles geklappt und deswegen ist er nun an Bord.
Tamm: Mit 2 Gitarren klang alles nun mal fetter und noch zusätzlich schöne Melodien sind töfte wenn nicht sogar knorke. Und übrigens – falls uns nochmal ein Gitarrist abhaut, haben wir dann wenigstens noch einen ;)

Frischer Wind hilft ja manchmal etwas zu verbessern oder zu verändern! Habt ihr durch den Austausch der Musiker bzw durch den neuen Musiker neue Ideen entwickelt?

Phil: Ja klar. Wir haben ne Menge ausprobiert.
Tamm:Das hat eben Zeit gefressen,neuen Gitarristen die alten Sachen zu zeigen. den deswegen war es ruhiger um uns in letzter Zeit. Dafür sind neue Ideen bei den alten Lieder reingekommen und neues Songmaterial ist dazu gekommen.

Ihr seid ja nun auch schon ne Zeit miteinander unterwegs, was war bislang euer schönstes Erlebnis als Band, was ging garnicht?

Tamm: Das schönste waren die beiden Touren mit Stomper, Evil Conduct und Last Resort und die andere Tour mit Evil Conduct und Last Seen Laughing.
Phil: Und nicht zu vergessen, die Party-Reise-Bustouren mit der Dörpms-Drinking-Crew, zum Beipiel nach Köln als Cock Sparrer Support.
Tamm: Was gar nicht geht, ist kein Bier im Backstage.
Phil: Was gar nicht ging….dass der Gitarrist uns per Textnachricht verlassen hat und sich danach nie wieder gemeldet hat.

Grad wenn man Oi macht kommt es ja schnell mal zu Vorwürfen man hätte rechte Tendenzen. Auch über euch als Band konnte man auf diversen, fragwürdigen Internetseiten schon was in die Richtung lesen. Was sagt ihr zu Webseiten wie Oire Szene? Würdet ihr denn mit bekannten fragwürdigen Bands ein Konzert oder ein Festival spielen? Was sagt ihr zu Hogesa und Pegida und deren Ableger?

96063130Tamm: Ja, Oire Szene ist lachhaft und am Ziel vorbei.
Phil: Oire Szene ist im Grunde eine Werbeseite für Oi-Konzerte.
Tamm: Mit fragwürdigen Bands würden wir selbstverständlich nicht spielen. Uns mit Deutschrock zu beschäftigen haben wir gar keine Zeit/ Lust zu. Das ist „Oire Szene“.
Tamm: Das ist zwar ein Zitat , warte…..( fummelt am Handy….) aber das ist super…..von Christian Ehring: „ Pegida-Anhänger verteidigen religiöse Werte, an die sie selbst nicht glauben, gegen Menschen, die es bei Ihnen nicht gibt, von denen aber in den Medien berichtet wird, die sie für Lügner halten.“

Wo wir grad bei Auftritten wären. Vor einiger Zeit wurde euch ein Auftritt untersagt, wegen Sexismusvorwürfen. Was fiel da denn genau vor? Und was ist eure Meinung dazu?

Phil: Wir haben nur gelacht…
Tamm: Wir waren mit Red Alert für ein antifaschistisches Oi-Konzi gebucht wurden aber wegen einer „sexistischen Songzeile“ in der das Wort „Fotzenknecht“ vorkommt wieder ausgeladen.Wir sind ne Punkrockband und kein christlicher Kirchenchor und da werden auch mal derbere Wörter benutzt…das ist Weichspülerrei von Punkrock….
Phil: Bei uns darf alles in den Mund genommen werden ;)

Jetzt aber mal zu eurer Musik. Sieht man euer Demo im Vergleich zu den aktuellen Sachen, finde ich ist eine deutliche Verbesserung zu bemerken. Wie seht ihr das? Ist euch diese Entwicklung bewusst?

Tamm: Danke. Beim ersten Album haben wir alles rausgehauen was an Songmaterial vorhanden war. Bei den allerersten Liedern hatten wir einfach unseren Stil noch nicht ganz gefunden.
Wir haben uns mehr Zeit genommen und nicht jede Idee bis zum Ende verfolgt sondern das was uns passt und haben dann eben nur das weitergemacht was zu uns passt, textlich und musikalisch.

Ihr habt n neues Album am Start! Erzählt uns ein bisschen davon!
Sagt doch einfach mal 2-3 Sätze zu diesen Liedern:

1. 3 Akkorde
Phil :Unser Opener auf der Platte, geht gut nach vorne und beschreibt unseren musikalischen Auftrag.

2. Raus
Phil:Hier handelt es sich um ein Problem, was wohl jeder kennt, Freunde die zu Stubenhockern wurden. Dieser Song kommt mit sehr viel Punkrock daher, ein sehr energiegeladener Sound.

3. Im besten Alter
Tamm: Achtung Sexsismusfalle ;D
Phil:Wir können auch emotional. ;) Unser etwas ruhigerer Sound, in dem sich alle HörerInnen wiederfinden können.

4. Noten der Straße
Ist gleichzeitig auch der Name unsere Platte, sowie das dazugehörige Musikvideo. Uns gefiel die Melodie so gut, dass wir einfach ein Text drumherum geschrieben haben.

Übrigens find ich dass es auch textlich gesehen, nicht mehr nur um Party, Bier und Fußball geht. Das fällt mir grad z.b. bei eurem Lied „Im besten Alter“ auf! Übrigens auch mein Lieblingslied auf der Platte. Gänsehautfeeling pur beim Refrain! Erzählt mir mal n bisschen zu der Entstehung des Liedes.

Phil: Da hast Du Recht, irgendwann ist dann auch mal alles zu diesen Themen gesagt und man fängt an tiefer zu gehen, das heißt aber auch nicht dass das ein oder andere Thema nicht wieder auftaucht. Schrieben eben über unser Leben.
Phil: Für „Im besten Alter“ habe ich einfach mein Leben revue passieren lassen. Ich denke dass sich viele Leute in diesem Text wiederfinden können. Der Kontext ist einfach: Viel erlebt, aber da geht noch einiges.

In dem Song 3 Akkorde singt ihr, dass eure Lieder einfach sind aber von Herzen kommen und …..Dadurch fallt ihr durch das Rockstar-Raster…Gab es da etwa Beschwerden? Oder was wollt ihr damit ausdrücken?

104741125Tamm: Wir machen Punkrock und mehr brauchen wir nicht.Wir haben keine Ambitionen und werden es auch niemals schaffen eine Stadionfüllende Deutschrockband zu werden. Wir bleiben in der Szene verwurzelt.
Phil: Außerdem brauchte ich einen Reim auf Laster. ;)

In dem Song „ Noten der Straße“, singt ihr, „…die Akkorde unseres Lebens spielen noch immer dieses Lied….Skinhead-Beat in unseren Venen, niemals untergeht“, wie seid ihr denn zur Skinhead-Szene gekommen? Und wie wichtig ist Musik für euch?

Tamm: Meine Szeneintegration war der 90er- Jahre Streetpunk- Hype mit Bands wie, Oxymoron und Charge 69. Der Weg zum Skinhead kam dann endgültig über Ska und Reggae. Musik ist sehr wichtig, ich dreh zum Beispiel meine Anlage immer extrem laut, damit ich auch unter der Dusche Musik hören kann. Zusätzlich sammel ich Vinyl und organisiere mit einem Kollegen den Tighten- Up- Nighter in Dortmund.

Phil: Ich bin mehr über den Reggae und Ska zu der Szene gekommen. Natürlich begleite mich auch Punkrock seit meiner frühsten Jugend. Und auch oder vor allem mit Oi! fand ich in der Szene meinen musikalischen Einklang. Darüber hinaus gefiel mir schon früh dieser viel zitierte „way of live,“ woraus ich mir meinen Teil zog und mein subkulturelle Heimat fand, die mit meinen Leidenschaften Musik Fußball und Feiern gut zu verbinden sind.
Tamm: In Wirklichkeit sind wir nur Skins weil uns keine Haare mehr wachsen :D

Noch kurz was allgemeines….Was sind musikalisch gesehen eure Vorbilder?

Tamm: Wie schon oben erwähnt gehören Oxymoron zu meinen Topfavoriten und Cock Sparrer kann ich mir immer geben. Musikalisch auf die Band bezogen, gefallen mir die ersten Sachen von 4Promille ansonsten Reggae, Reggae, Reggae…
Phil: Hmm….Cock Sparrer….alle namentlich nennen?? Hm….es sind viele meiner Lieblingsbands….

Mit wem würdet ihr gern mal was zusammen aufnehmen?

Tamm: David Hasselhoff, die Flippers :D
Phil: Eventuell auch eine Reggaenummer mit Robetro Blanco. Weil das „Schubidu“ soll bei dem ganzen Pils und Export Oi nicht fehlen.

Also aus keine Band aus der Szene? ;D

Phil: Fangen wir mal klein an…Cock Sparrer , Stomper, Gumbels….;)
Tamm:Klar wenn sich was tolles, passendes ergibt. Ich bin allerdings als Plattensammler kein Fan von Splits, ich weiß nicht wie ich die einsortieren soll. ;)

Die Band Curb Stomp haben mit im Interview erzählt, sie würden gern mal was mit euch aufnehmen, was sagt ihr dazu? Was sagt ihr allgemein zu der Band?

Tamm: Da sind wir wieder bei dem oben genannten Problem mit der Split.
Phil: Alles kann nichts muss. Nette Jungs aus unserer Stadt mit denen wir natürlich schon das eine oder andere Bier auf der Brückstraße getrunken haben und die Bühne geteilt haben.

Was war eure Traumlocation um mal nen Auftritt zu spielen?

hqdefaultPhil: Indra Club war auch super. Conne Island war richtig gut
Tamm: das Essen war super, Gastfreundlichkeit war Hammer. Im Osten is das Bier und das Essen immer perfekt.

Das wars auch schon. Danke für die Zeit, gibt’s noch was, was ihr loswerden wollt?

Phil:Parole Spaß!
Tamm: Laber Rabara Schwall Schwall Gumiball.
Phil: Nee jetzt mal ernsthaft…. Danke an Sunny, Christain und Mike für ihre Geduld mit den verpeilten Dörpms, Pedro und der gesamten Dörpms- Drinking- Crew so wie unser Merchmaster Kenny, unseren Freundinnen und Familien und last but not least dir, zauberhafte Mira für dieses Interview und die ewigen Wiederholungen der Fragen ( wie war die Frage nochmal?) :D
Support your local scene, Geht auf mehr Konzerte.

Vielen Dank für die genommene Zeit, es war mir ein Vergnügen :)

MIRA

Last Rough Cause Interview (07.12.2014)

Mit neuer Platte im Gepäck meldet sich die Oi!/Punkrock-Band Last Rough Cause 2014 zurück! Einigen, gerade den älteren Semestern, dürfte die erste Single „The Violent Few“ definitiv noch in den Ohren klingeln, auch wenn die Veröffentlichung schon ca. 29 Jahre zurück liegt. Last Rough Cause haben damit damals einen wirklich mehr als guten Start hingelegt, der dann auf Roddy Morenos Oi! Records-Label und der Split mit Societys Rejects weiter fortgeführt wurde. 1989 erschien noch ein weiteres Split Album mit Anhrefn wonach es dann allerdings verdammt ruhig um die Jungs aus Darlington wurde. Jahrelang war musikalisch dann erstmal Funkstille angesagt bis im Jahre 2010 wieder eine CD veröffentlicht wurde. Darauf folgte eine Split mit Antipati, eine mit Gimp Fist und nochmal 2 weitere Jahre später war dann endlich ein neues Album am Start. Musikalisch nichts eingebüßt, sondern ganz im Gegenteil frisch wie nie klingen Last Rough Cause 2014 als wenn sie nie weg gewesen wären. Grund genug mal ein wenig bei der Band nachzuhaken warum man sich damals soviel Zeit gelassen hatte und einfach von der Bildfläche verschwunden ist. Da mein englisch nach wie vor ein bisschen zu Wünschen übrig lässt und ich das übersetzen schon so lange vor mir her schiebe, kommt das ganze jetzt doch im Originalton! Andy und Max standen mir per Email Rede und Antwort und bewiesen sich dabei als absolut sympathische Zeitgenossen.
Daniel

1. Last Rough Cause does exist a long time. Please can you introduce the band for the younger generation in the Oi/punk scene? Who started the band? What was the reason to form a band and and which year did it all start?

1Andy: Me and Max started the band back in 1983 along with Ste Smith on guitar. Previous to this we had tried to get a band going a few years earlier when we were still at school but we could not play very well so nothing ever came of it. The idea to play in a band was inspired by the music we were listening to and we just wanted to be like our favourite bands and make some noise. We started to write songs very early on when the band was formed as it was easier than trying to play songs by other bands which were too difficult for us to play at the time. As we got better at playing we then started to play a mixture of our own songs along with songs by the Sex Pistols, the Clash and Stiff Little Fingers that formed part of our set in our early gigs.

2. In the 80ies Last Rough Cause released the awesome Violent Few EP. Why didn’t follow up with a full Record? The only Releases after i know, was a Split with Anhrefn and Societys Rejects. Why not an LP?

Andy: After the violent few we had planned on doing another single then follow the single with an album but it never happened as Ste announced he was leaving the band. We replaced Ste with Dave Moore but unfortunately we never got beyond rehearsing and the band slowly drifted apart. So the main reason the violent few was never followed up with an album is because there was no band. By the time skins and punks came along the band had already split up so we decided to use all the recordings we had done to make up the tracks that appeared on the album. The tracks included were the 4 songs from the violent few ep, 2 songs that we recorded when we had Des Robson singing with the band and the final tracks roughin it and pretty boy that was supposed to be the 2nd single. By the time skins and punks was released Max had started a family and Ste was serving in the Royal Air Force. I did try to recruit new band members but unfortunately things did not work out. By the time we did the 2nd split album 2 years later the band did not exist and at the time I was reluctant to record anything new as the original members were not playing music anymore. So after much persuasion I decided to go ahead and record the 2nd album with a new band. I asked Dave Moore who had played in the band following Ste’s departure and he agreed but he did not want to do any live shows. I also recruited Andy Lazenby who now plays with major accident to play drums and after only 5 practices we recorded 7 songs that made up our side of the album. The reason we recorded it so quickly was due to pressure from the record label who wanted to get the record out as quickly as possible and unfortunately I think the record suffers because of this. Anhrefn had not completed their songs on time to meet the original release date so it did not get released when it should have. If we had known how long it was going to take to get released we would have spent more time on rehearsing and recording it and it would have been a far better record. As it is the 2nd album remains virtually unheard of and though I think the songs would sound great if we were to record them how they should have been done I cannot see us ever doing that as we have moved on to new things.

3. Let’s get back to The Violent Few Ep. Can you tell me something about the Lyrics from the song „Violent Few“?

2Andy: I wrote the Violent few 30 years ago and believe it or not and in all these years I still get asked about this song and what it is all about! To explain what the lyrics mean I have to tell you about the inspiration that gave me the idea for the song. What happened is I was with some friends at a gig watching Major Accident and there was some people causing a bit of trouble. The people causing the trouble were not skinheads they were actually boneheads but people’s perception of a skinhead is they all have shaved heads and wear boots and beat people up. So the songs tried to say that the “violent few” are those people that might look like skinheads who are not and that they give true skinheads a bad name. Hope what I have said makes sense as it is very difficult to explain what the song is saying without something getting lost in translation. It is still one of our most popular songs and I’m very proud that Gimp Fist chose to record the violent few when we did the last orders split album with them.

4. I think it is everywhere the same in the World. Skinheads get the blame for a small group of a political confused minority. Are there still actually problems with Boneheads in the U.K.? Especially in the Punk & Oi! Scene?

Andy: I don’t think the problem with boneheads is around anymore to the level it once was although there were rumours that they had been some trouble in Blackpool last year during the Rebellion festival. There is an underground scene where promoters have attempted to put on certain bands that appeal to boneheads or the white power mob but in most cases these events get cancelled once word gets around about who is playing. I do agree though that it is the same anywhere in the world you go where the perception of what a skinhead is, is often confused with something that is not part of the skinhead way of life. It is the same with punks too where some people still have this belief that a punk must be an aggressive person to dress in such a way which is of course unbelievable in this day and age that people hold such misguided views.

5. You released your new Record „Subculture“ on the Sunny Bastards Label. How did you get to know the label and are you happy working with them?

3Andy: We did a split album with Gimp Fist in 2012 called “Last orders” and that was released by Sunny Bastards which is the label Gimp Fist record for and this led to the label inviting us to Germany in 2013. Whilst we were over they asked if we would be interested in doing an album with them so we said yes and that was basically it really. They have done a great job with the album especially with the vinyl issue as it is the first time they have done a double album release and they have put a lot of time and money into getting it released so I would say we are pleased with them.

6. Can you tell me something about the new Album? How long does it take and what do you think about it?

Andy: We spent a long time putting the album together during 2013 and we are very pleased with how it has turned out. A lot of effort went into recording it and there was a lot of thought went into writing the songs for the album which is all down to the efforts of Max and Phil. I think we can confidently say it’s the best thing we have done as a band and we are already planning the next album with Max and Phil already bringing new songs down to rehearsals. In our recent gigs we have made every effort to play as many songs from the new album as we can which is something we didn’t do with Aggrophobia and last orders. It’s often difficult to put a list of songs together for a gig as we all have our personal favourites and so does the audience but so far the new songs have been very well received. Time is a problem too if we only have a half hour slot as that makes it very difficult to pick what songs to play but if we get 45 minutes it gives us better options on what we can pick as some of our songs a quite long. I think if we could we would probably play the whole album at a show some time as we are very proud of the whole thing and possibly one day we will get the chance to do that. Obviously we will include some old favourites like we always do from the other albums as that is what people expect us to do but we always like to try new ideas too.

7. I like the new record very much! When can we take the chance to hear the new songs live on Stage in Germany?

Max: We have heard a whisper we might be getting invited to play the Sunny Bastards label festival next year in Oberhausen so if things go to plan, there could also be chance of an extra gig the night before in Hamburg. Sam at Hard and Smart is currently trying to sort something out I think so this has not been confirmed yet but we are really excited at the possibility of travelling and playing with our great friends Gimp Fist. Fingers crossed things start moving and we can make this happen.

8. Did Last Rough cause ever play before in Germany and are there many differences between shows in germany or in the U.K?

4Max: Yes we have played the label festival before as well as a gig before this at Hamburg in a fantastic venue called Knust. There was a great crowd at both gigs and although we were not too well known, the German people were so good to us and said we did a great set so it was great to meet new people. We also did a gig in Berlin with Gimp Fist and Geoffrey Oicotts at Wild at Heart which again was another really great night thanks to Tom Chapman who set the show up with friends from Core Tex in Kreuzberg.

9. Thank you very much for answering the questions! Do You have any closing coments?

Max: Thank you for being patient while waiting for our answers. We will be doing our very best to get another record out as soon as we can and hope to hell it doesn’t take as long as the last one to finish. With a big piece of luck Sunny and Chris will stick with us and help us to bring this out and we can continue to gig over in your wonderful country too. Already looking forward to getting my new ideas down and recorded. Max