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Category Archives: Reviews S-Z (Archiv)

Swingin`Utters – Peace and Love CD (13.09.2018)

(Fat Wreck Chords)
Da hätten sich die Utters sicher auch nicht zu träumen gewagt 30 Jahre zu bestehen und Alben aufzunehmen. Die Band aus Kalifornien gehörte in den 90er Jahren zu den Bands, welche den sogenannten Streetpunk geprägt und nach vorne gebracht. Dementsprechend war die Freude groß, nach 4 Jahren Pause das neue Album in den Händen zu halten. Als erstes ist festzuhalten, das es das politischste Album der Band ist, wie sagen sie selber: „Wenn Sexismus, Rassismus und Nationalismus auf der Tagesordnung stehen, ist es Zeit, das Wort zu ergreifen.“ Das hört sich gut an. Gut hört sich in Summe auch das neue Album an, gleich mit ‚Undertaker, undertake‘ holen die Utters die Streetpunkkeule vergangener Zeiten raus, daß es eine Freude ist. Danach folgen aber leider zwei Songs, welche ich zu den schwächeren des Albums zähle, das sie verträumt (‚Sirens‘) oder eben langsam (‚Louise and her spider‘) sind. Zwischen den guten Nummern haben sich immer wieder Langweiler wie ‚Dubstep‘ oder ‚Sleeping‘ eingeschlichen, welche das Album in Summe aber nicht zu einem Langweiler machen. Songs wie ‚Drinkist‘, ‚Yes I Hope He Dies‘ oder ‚Deranged‘ werden sich aber bei mir in der Best Of Playlist bei Spotify wiederfinden. 2- sickguy77

Suffocate For Fuck Sake – same CD (27.08.2018)

Die Redewendung „Alter Schwede“ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung, im Sinne von, „ach du Scheiße ist das schlecht“! Es kommt nur seeehr selten vor, dass ich mir eine Platte nicht komplett anhöre, aber in diesem Fall hielt ich es einfach nicht aus. Bei einer Tracklänge von bis zu 17 Minuten bin ich einfach raus. Zumal hier eine krude Mischung aus Metal, Hardcore und Geklimper kommt hier aus den Boxen. Den Großteil begleitet durch eine zuckersüße Stimme, die irgendwelche Texte aus dem Off erzählt. Obwohl ich Schweden und seine Musikszene sehr mag, fällt diese Platte bei mir komplett durch. Vielleicht mag jemand unausgegorene Mucke oder ich bin einfach nicht in der Lage das Album zu wertschätzen, aber meins ist das hier ganz und gar nicht. Note: 5 East Side Daniel

Überdosis – 10 Jahre Stillstand LP (23.08.2018)

(www.sn-rex.de)
Wie der Titel der Platte schon sagt, kann man hier keine „Weiterentwicklung“ der Band erwarten. Ganz dem Motto „es muss an allen Ecken rumpeln“ schrammeln sich ÜBERDOSIS durch insgesamt 15 Songs. In der Deutschpunk-Schule haben die Jungs jedenfalls gut aufgepasst und bedienen sich den bekannten drei Akkorden, blechernem Sound und simplen Texten. Überproduziert kann man das hier bei weitem nicht nennen, eher Proberaumniveau. Die Reime sind oft holprig bzw. wirken erzwungen, haben aber auch ihre witzigen / guten Momente. Texte schlagen zumindest in die richtige Kerbe und richten sich gegen Pegida, Ausbeutung auf der Welt, Doppelmoral, Bullen etc. Das gute an Punk war schon immer, dass ein Song nicht Ewigkeiten dauert (Spielzeit bei 15 Songs 32 Minuten!) und wenn einem ein Lied nicht zusagt, kommt auch schon das nächste. Im Großen und Ganzen ist „10 Jahre Stillstand“ aber kein schlechtes Album, wer also auf 80er-Jahre-angehauchten Schrammelpunk steht, kann hier zuschlagen und sich eine der 100 Stück limitierten farbigen LP sichern. Note: 3 East Side Daniel

Slapshot – Greatest Hits, Slashes and Crosschecks CD (14.08.2018)

(Streetjustice Records)
Passend zum Release des aktuellen Slapshot Albums, kommt auf Streetjustice Records eine Wiederveröffentlichung des ursprünglich 2001 auf Kingfisher releasten Best of Albums „Greatest Hits, Slashes and Crosschecks“. Keine Ahnung, ob die ursprüngliche Version ausverkauft ist, aber kann mal machen. Damit die Platte auch für Besitzer des Originals interessant wird, hat sie ein komplett neues Artwork bekommen, dass, meiner Meinung nach, definitiv besser als das alte ist. Während es damals nur den Abdruck eines Artikels der Bandgeschichte aus dem „This is Boston not New York“ Buch gab, gibt es diesmal alle Songtexte und diverse Bandfotos zu betrachten. Die Vinyl Version kommt als Lp mit Bonus 7“, damit der Sound besser ist. Kann ich leider nicht bestätigen, da mir nur die Cd vorliegt und bei der höre ich keine Veränderungen zur ursprünglichen Version. Zur Musik muss man eigentlich nicht viel sagen, Slapshot kennt so ziemlich Jeder, der Hardcore oder Punk hört. Old School Hardcore mit einer Prise Oi! Und wenig Breaks. Geboten werden hier 22 Songs, aus fast allen Bandphasen bis 2001, die damals neu eingespielt wurden, sowie zwei neue, „Crossover sucks“ und „Shoot Charlton Heston“, die nur auf dieser Platte zu hören sind. Ich als Fan stelle mir das Teil eh ins Regal, aber allen, die Hits wie „Chip on my Shoulder“, „Step on it“, „Hang up your Boots“ oder „Firewalker“ mal in anderen Versionen als auf den Originalplatten hören möchte, kann ich das Teil nur empfehlen. ROLAND

V.A.: Skannibal Party Vol. 15 CD (10.08.2018)

(Black Butcher Records)
Zum 15. Mal beglückt uns Mad Butcher mit dieser Samplerreihe rund um Ska, Reggae und Rocksteady aus aller Herren Länder zum absoluten Dumpingpreis. (jeder kann sich das Ding für 5 Euro direkt bei Mad Butcher bestellen) Mit King Zepha aus England (teacher teach me a song), den Freecoasters aus den Staaten (I don`t even know) und Monty Neysmith (jump) seien nur einige der etwas bekannteren Nummern genannt, im Großen und Ganzen gibt es unter den 21 Tracks für die geneigte Zuhörerschaft aber wie üblich durchaus noch andere Perlen und mitunter auch kurioses zu entdecken. Natürlich kann man es bei Samplern nicht allen recht machen und auch die Skannibal Reihe macht da für mich keine Ausnahme: Ich wollte mir auch nicht bei allen Nummern direkt die Kleider vom Leib reissen aber das Konzept geht ja wohl auch eher in die Richtung, ein internationales Bild der Szene zu beleuchten als einfach ein „best of“ abzubilden. Besonders hervor zu heben sind u.A. Jamaikarta aus Indonesien mit „Reggae Jungle“ einer extrem oldschooligen Nummer, die mich sofort an die Aggrolites denken lassen hat, Los Rude Waves aus Mexico die mit ihrem „el“- Instrumental ebenfalls daher kommen wie 1968 oder Suedehead mit „can`t stop“ einem lupenreinen Soulstomper ….Hier also zum 15. mal: Oldschool, Newschool, etwas neben der Spur oder traditionell …Jeder der mit Ska und Artverwandtem etwas anfangen kann wird hier seine Nummer finden. In jedem Fall gut investiertes Geld in Zeiten wo Preis-Leistungsverhältnisse immer mehr aus dem Ruder zu laufen scheinen….2………Kai

Shöck – s/t LP (08.08.2018)

(Mad Butcher Records)
Shöck aus dem baskischen Bilbao existieren bereits seit 2 Jahren. Alle Beteiligten dieses lauten Quartetts kommen aus anderen Bands, deren Geschichten teilweise zurück liegen bis in die Anfänge der 90er Jahre und sich zuletzt auch immer wieder überschneiden. Sängerin Micky ist einigen vielleicht bekannt durch ihre Arbeit mit No Relax, mit denen sie über 10 Jahre unterwegs war, Vitxo seines Zeichens Bassist und seit über 20 jahren aktiv in Bands wie Resistencia, Kosta Nostra, Mundo Matadero und parallel zu Shöck auch noch Sänger bei Los Vibradores, Mikel, der Gitarrist -vor einiger Zeit noch bei Sistema Criminal, Malestar und Los Vibradores aktiv und schlussendlich Ritxi, der vorher bei Crickbat und Destiero or Represion trommelte (und noch immer bei Los Vibradores) präsentieren hier in 12 Stücken ein Potpourri aus mal melodischem, mal recht agressivem Punkrock trditionellerer Machart. Inhaltlich geht es teils um persönliches, weitestgehend aber um beklagenswertes wie Geschlechterrollen, gierige Politiker, verantwortungslose Konzerne, das von vielen gestörte Verhältnis zu Tieren und ähnlichem. (dankbarer Weise finden sich die englischen Übersetzungen der Texte auf der Rückseite des Sleeves der Platte. Mit meinem ausbaufähigen Schulspanisch wäre ich hier wohl gescheitert) Insgesamt ein mehr als ordentliches Debut, vermutlich nicht zuletzt dem umfangreichen Erfahrungsschatz der Belegschaft geschuldet. Wer also Freude hat an unangepasstem Punkrock ohne Popappeal ist hier bestens bedient. Wenn ich richtig gelesen habe, kommt die Band dieses Jahr auch zum ersten mal auf Europatournee um ihr Album zu promoten. Man halte also die Augen offen…..von mir ne 2 für Shöck……..Kai

Tank Shot – First Strike CD (19.07.2018)

(Laketown Records / www.laketown-records.de)
Das ein oder andere Gesicht (Björn & Kirsten) aufm Cover kommt einen durchaus bekannt vor, kein Wunder mit Ex-Members vom Combat 77, Annex 5, Guts’n Glory, Y-Fronts & Recharge… Somit ist auch recht schnell die Herkunft der 4 Altpunks um Sängerin Kirsten gelöst, Chaostage City Hannover. Schöner fluffiger 77er Female fronted Punkrock mit vielen Ooooohs und Aaaaahs in dem Refrain. Musikalisch klingen das ein oder andere mal Ramones als auch alte Punkrockbands von der Insel durch, dazu der etwas rotzige Gesang von Kirsten. Kirsten kennt man auch als Sängerin von Combat 77 & Annex 5. Unter den 15 Songs befindet sich mit „Der letzte Weg“ ein etwas melancholischer deutscher Song am Start, der irgendwie nicht zu den anderen Songs passen will, aber nicht schlechter ist. Gesanglich starkes Debut und gespannt was von Tank Shot noch kommt. Die Aufmachung im Digipac mit allen Texten und jeder Menge Fotos lässt keine Wünsche offen. Die CD ist auf 300 und die weißgesprengelte Vinyl Version auf 500 limitiert, also ranhalten bevor später wieder gejammert wird. – nasty-

Ska im Transit Buch (13.07.2018)

(No Name / ISBN 978-3-9804009-0-9)
Sehr authentischer Rückblick auf die Entwicklung der Ska und Rudeboy Community in Ost und Westdeutschland von Beginn der 80er Jahre bis heute. Beide Autoren sind der Szene hierzulande seit den Anfängen verbunden (Skintonic/Oi!Reka/Skin Up) und lassen hier in Interviews das whoiswho der letzten 35 Jahre Ska rekapitulieren, wie die Dinge ihren Lauf nahmen…Die Protagonisten und Interviewpartner größtenteils ältere Herrschaften in den 40ern oder 50ern, die die Szene seit Anbeginn prägen und die Bühne meist schon mit der allerersten Generation von Skalegenden wie Alton Ellis, Derrick Morgan, Desmond Dekkeroder den Skatalites geteilt haben. Die Geschichten und Eindrücke also aus allererster Hand und nicht “nachgefühlt” von irgendeinem Popchronisten, wie in letzter Zeit leider häufig zu beobachten. Das Buch erinnert abgesehen vom Inhalt ein wenig an “please kill me” (McNeil/McCain) in dem sich die Influencer des amerikanischen 70er Punkrock im Interview an ihre Anfänge erinnern. Auch hier setzt sich eine Subkultur quasi mit sich selbst auseinander und es ergeben sich viele interessante Ansätze. Durch ein knappes aber auf jeden Fall gerade für den Laien interessantes Intro zum Hintergrund der ganzen Ska,Rocksteady;Reggae und Rudeboykultur von Beginn der 60er Jahre an sollte eigentlich jeder Popkulturinteressierte etwas mit diesem Buch anfangen können. Fans der Busters,Skaos,Dr Ring Ding,El Bosso,Braces,Tornados, No Sports,Frits oder Alphaboyschool werden Fotos oder Geschichten finden,von denen sie bisher nix wußten oder die sich anfühlen, als wäre man dabei gewesen, da es schon viele Überschneidungen gibt in dieser Generation von besonders intensiv Bekloppten (im allebesten Sinne)…von mir 2+………………..Kai

Volker Putt – Sei Du Selbst! CD (12.07.2018)

(https://de-de.facebook.com/volkerputtmusic/)
2014 erschien das erste Album der Helmstedter DeutschPunkrocker auf Puke Music und nun nach 4 Jahren das zweite Album via Sunny Bastards. Ehrlich gesagt kannte ich die Band bis dato nicht mal vom Namen. Volker Putt vermischen Deutschpunk mit Punkrock und dazu jede Menge Singalongs. Keine Sorge mit Deutschpunk ist nicht dieser nervige Nix Gut (gib es die überhaupt noch?) und Co Rotz gemeint, Die Songs haben ne gute Power und knallen gut rein und durch die Mitgröhlrefrains kommt eine kleiner Oi! Einschlag dazu. Songtitel wie „Refugees Welcome“, „Berge, Täler, Neonazis“ sprechen ne deutliche Sprache. Daneben ne klare Ansage gegen die neunmalschlauen Punker mit „Punkrock, Halts Maul“, der Bandhymne “Volker Putt III“ und zum Schluss noch ein Cover „Bella Ciao“. Bella Ciao erinnert mich irgendwie an Hosen und hätte man sich sparen können. Knackiges Album mit 12 Songs, die bestens ins restliche Sunny Bastards Programm passen. -nasty-

Split Fanzine – Mind The Gap #19 VS No Spirit #4 (09.07.2018)

Bei der Ausgabe 19 handelt es sich um ne Split Ausgabe mit dem No Spirit im guten alten DIN A5 Punkrockformat. Ne Just For Fun Ausgabe, die beiden Zines interviewen sich gegenseitig. Im No Spirit kommt noch ein Interview mit Boston Curties dazu, einige Bücher Anregungen, ein Backrezept für Cookies, ein schöner Artikel über Sexismus… auf der Spiegelverkehrten Seite im Mind The Gap, ein Interview mit Krawehl, einem Konzertbericht und das schlechteste Konzert des Jahres mit Sisters Of Mercy und zwei Bandvorstellungen Sick Hyenas und Cavity Search aus Hamburg. Schöne Klolektüre für zwischendurch, allerdings kein Vergleich zur regulären Ausgabe. -nasty-