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Category Archives: Reviews

Emils – Fight Together For… LP+7inch Vinyl (07.12.2018)

(www.power-it-up.de)
Emils aus Hamburg! Durch Zufall bei einem Konzert im Trierer Ex-Haus mit Peter & The Test Tube Babies gesehen. Am Plattenstand der Band habe ich mir gleich deren zweite Platte „Es Geht Uns Gut“ gekauft. Bis auf eine Ausnahme, sind damals alle Platten bei We Bite erschienen, so auch das Debut Fight Together For.. von 1988. Die Hamburger Jungs klangen zwar weniger nach dem typischen Deutschpunk, den man sonst so hörte, aber erfrischend gut wie ich fand. Die meistens aus meinem damaligen Umfeld fanden die Band einfach nur Kacke – Metalgewichse hat nichts mit Punk zu tun. Übrigens eine der wenigen Bands bei denen ich Double-Bass und Metal Riffs in Kombination mit deutschen Texten gut finde. Textlich waren Emils damals genau auf meiner Wellenlänge mit Songs wie Pass Dich An, Kirche Nein, Dumm Punk um nur einige zu nennen. Viele der Themen sind heute leider aktueller denn je und vielleicht Müssen Wir Draussen Bleiben wenn der Krieg kommt. Musikalisch wechselten später viele Bands der alten Garde wie G.B.H. oder auch Broken Bones zu diesem Mix aus Hardcore & Crossover Sound. So ähnlich klingen auch Emils musikalisch. Hardcore der ordentlich aufs Gaspedal tritt. Einem donnernden Double-Bass Gewitter und fetten Metal-Riffs.
Man hört ja immer wieder einige alte Platten, diese hier allerdings schon ewig nicht mehr. Und es hat echt Spaß gemacht die Scheibe nochmal aufzulegen. Wenn man wirklich jeden Songs noch mitsingen kann, können Emils nichts falsch gemacht haben, nach knapp 30 Jahren. Die Platte kommt mit einer zusätzlichen 4 Song EP mit unveröffentlichten Live Coversongs von Buttocks, Dead Kennedys, Bachman-Turner Overdrive und Peter & The Test Tube. Die Coversongs erinnern mich übrigens an das damalige Projekt Volkswiderstand von Sven und Carsten. Zum Original Cover Artwork gesellt sich ein wirklich fettes 12 seitiges Booklet mit interessanten Liner-Notes und vielen vielen alten Fotos. Auch hier gilt wie bei allen Reissues von Power It Up, kaufen bevor vergriffen. -nasty

Pogendroblem – Erziehung zur Müdigkeit LP (06.12.2018)

Ich mag es ja, wenn ich mal zur Besprechung das fertige Exemplar bekomme und nicht nur einen Download.Vor allem, wenn die Platte dann so toll aufgemacht ist wie das Pogendroblem Debut „Erziehung zur Müdigkeit“. Neben dem, den Titel gut treffenden Covermotiv, das einen, wahlweise Schul-, Uni oder Gefängnisflur, schön grau in grau zeigt, gibt es ein dickes Booklet mit Fotos und ein Textblatt in Postergröße. So weit haben die vier aus Bergisch Gladbach alles richtig gemacht. Kommen wir zur Musik, minimalistischer „Deutschpunk, straight to the Point. Kurz und knackig, immer direkt ins Gesicht. Ich muss an Bands wie Superfan, Nein Nein Nein, oder Burned Out (wenn die Punk spielen würden) denken, dazu eine Prise 80er, gerade „Scheißwelt“ könnte auch von Daily Terror oder Buttocks sein. Textlich gibt es einen netten Rundumschlag gegen alle Seiten, ob Staatsdiener, Verbindungsstudenten, Lieferservice und noch mehr. So wie diese Platte soll Punk sein, direkt, aggressiv und dabei immer auch ein Augenzwinkern. Willst Du mein Pürierstab sein?JAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!! 1 ROLAND

Topnovil – Out Of Order CD (03.12.2018)

(Contra Records)
Out of Order war ich bei der Platte bisher wohl auch. Sie wollte einfach nicht zünden, obwohl die Band eigentlich alles richtig macht. 14 Songs astreiner Streepunk und der Opener gibt alleine schon mit seinem Titel „Step on the Gas“ die Richtung vor. Dann habe ich die Band auch noch beim Sound of Revolution Festival in Eindhoven gesehen und es gefiel mir immer noch nicht. Kein Ahnung, was ich gegen die Jungs habe. Letzte Woche dann nochmal mit einem Bekannten über die Platte gesprochen und gedacht, eine letzte Chance bekommt die Band noch. Intensiv wurde das Teil als die nächsten Tage während diverser Zug- und Busfahrten durchgenudelt und tatsächlich machte es irgendwann „klick“. Kommen wir also zum Review. Los geht die Platte vom bereits erwähnten „Step on the Gas“ und darauf folgen mit „Electric“ und „Battered and Bruised“ zwei weitere Top Hits. Immer schön Vollgas und Refrains zum mitbrüllen. Dann kommt mit „Nadine“ der Song, der für mich immer der Downer war. Der ist mir einfach zu schunkelig, aber passt schon, weil es anschliessend mit „Die 2 Ride“ wieder den von mir ersehnten Tritt ins Gesicht. Ich mag die schnellen Songs der Band einfach am meisten. „Ghettoblaster“ und „All over“ klingen verdammt nach frühen Rancid, laden zum Mitsingen ein. Passt schon. „Jenny Jukebox“ ist auch so eine Hymne, die die Kalifornier geschrieben haben könnten, ist ein gottverdammter Hit! „Killer“ und „Ghosts“ zeigen eher die rockige Seite der Band, jetzt auch mal mit Hammondorgel. Geht, aber meine Songs sind es nicht. Zum Abschluss gibt es noch ein tanzbares Double, „No Comprimise“ und „True to the End“ sind 77er Hits. Also, „Out of Order“ ist ein abwechslungsreciches Album geworden, das jedem Street- und Nietenpunk absolute Qualitätsware bietet. Hits sind definitv genug am Start. Für mich ist nur „Nadine“ ein Ausfall. Die Produktion ist auch gelungen. Muss man reinhören! 2 ROLAND

KALTFRONT INTERVIEW (02.12.2018)

Als am 09.12.1988 Kaltfront ihr letztes Konzert, der damaligen Besetzung spielten, sah es ganz danach aus, als sei es vorbei mit der Band. Es war Zeit Schluss zu machen, um neue Wege zu gehen. Ein kluger Mensch hat das Konzert in “Onkel Toms Hütte” in Cottbus damals mitgeschnitten. Eine Momentaufnahme einer Band, die ein letztes Mal und ohne jeden Ehrgeiz, auf die Bühne ging… Eine Band die noch einmal richtig gut war… besser als je zuvor.

Die Hinterlassenschaft: Ein Tape, das so um die Wendezeit erstmalig kursierte und immer weiter kopiert wurde. Anfangs unter dem Namen “a friday night in San Francisco” vervielfältigt, ist die Aufnahme einer der besten Mitschnitte, einer DDR Punkband, aus dem Zeitalter der untergehenden Republik. Logischerweise, wurde dann um die Jahrtausendwende eine Vinylplatte davon veröffentlicht, später dann auch eine CD Variante. 2018 zum 30 jährigen Jubiläum, gibt es aber zum ersten Mal das komplette Konzert auf einer großen Doppel-Platte.

Ich fragte bei Band noch mal ganz konkret nach… Ich bedanke mich bei Bassist Jörg schon mal für die Beantwortung der Fragen. Gitarrist Blitz, meldete sich auch kurz bei mir… fand aber, das Jörg schon alles dazu gesagt hatte….

(Für alle Cottbuser, sei gesagt, dass am 5.Januar im Checkov, das Jubiläum mit der Band gefeiert wird!)

1. Das Konzert in Onkel Toms Hütte war das vorerst letzte mit Tom als Sänger und Donald als Schlagzeuger. Soweit ich das in Erinnerung habe, sollte es ja auch das letzte von Kaltfront überhaupt sein. Wie war die Bandsituation zu dieser Zeit? Wieso ging es dann doch noch weiter?

Ich glaube, wir waren uns da allgemein nicht mehr so ganz einig. Dieses schlichte Punk-Ding war für uns durch. Wir haben unsere Horizonte erweitert. Blitz hat zu der Zeit mit FdiO angefangen und Tom mit Comic Connection. Im Grunde war Kaltfront nach dem Konzert in Cottbus erstmal tot. Aber im Laufe des nächsten Jahres ergaben sich neue Optionen. Unser erster Sänger Kanne hatte seinen „Dienst“ bei der Spatentruppe der NVA beendet, Blitz brachte den FdiO-Drummer Tom Groß und seinen alten Kumpel Ralf Schweder als zweiten Gitarristen mit in die Band. Dadurch änderte sich die musikalische Richtung bei Kaltfront und es war neue Motivation da. Dass das nur noch ein dreiviertel Jahr weiter gehen würde, konnte am Anfang 1989 keiner ahnen.

2. Wie viele Konzerte habt ihr zu dieser Zeit pro Jahr gespielt? Wie war das damals überhaupt … mussten die Bands nicht sogar die komplette PA mitbringen? Hattet ihr sowas wie einen eigenen Techniker?

Wir haben so ca. 20 Konzerte im Jahr gespielt. 1988 waren es sogar 28 Konzerte.
Bis Mitte der 80er Jahre war es üblich, dass die Bands selber eine Gesangsanlage mitbringen mussten. Das waren dann oftmals riesige Boxen Marke Eigenbau und teilweise auch selbstgebaute Endstufen. Alles groß, schwer und mehr oder weniger störanfällig. Ein Lötkolben war immer im Gepäck. Wir hatten von der Gruppe Mustang den „Langen“ (Tontechnik) und den „Kurzen“ (Lichttechnik) abgeworben. Die kamen aus Ortrand und waren ein in der ganzen Gegend bekanntes, skurriles Gespann. Aber im Laufe der Zeit änderte sich das. Später hatten die meisten Klubs eine eigene PA (zumindest in den Städten), oder die Veranstalter kümmerten sich selber darum.

3. Was sind eure Erinnerungen an den Abend? Oder ist das alles zu lange her?
Wer hat den Mitschnitt für euch gemacht? Im Vergleich zu vielen Liveaufnahmen aus dieser Zeit ist der Mitschnitt ja richtig gut und druckvoll.

An das Konzert habe ich nur vage Erinnerungen. Ich glaube, ich war, aus welchen Gründen auch immer, ziemlich angepisst. Habe mich teilweise mit dem Rücken zum Publikum auf eine Monitorbox gesetzt. Das kam zu Recht nicht gut an beim Publikum. Den Mitschnitt hat der Tontechniker gemacht. Wir hatten das nicht angeschoben. Ich glaube, dass er uns die Kassette gleich nach dem Konzert übergeben hat. Im Nachhinein müssen wir im dafür dankbar sein.

4. Für mich hat dieses “live in Onkel Toms Hütte”-Konzert trotz 28 Jahren Dauerrotation (damals noch als Tape) nichts an Magie eingebüßt. Diese Spielfreude schwappt auch nach so vielen Jahren auf mich als Hörer über… Die Songs sind komplett besser als auf den Tapeaufnahmen… Alles klingt wesentlich befreiter….
Empfindet ihr das auch noch so…oder könnt ihr das alles nicht mehr hören?

Kaltfront_1

Normalerweise höre ich mir den alten Kram nicht mehr an. Aber im Vorbereitungsprozess zu der Vinylproduktion, war ich dazu mehr oder weniger gezwungen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich überrascht war, wie kraftvoll dreckig das klingt. Teilweise wildes Chaos. Da haben wir anscheinend so „befreit“ aufgespielt, dass manchmal keiner mehr wusste, was der andere gerade macht. Aber irgendwie kriegen wir immer die Kurve. Es klingt schon sehr authentisch.

5. Auf der Live Platte sind auf der letzten Seite noch mal 4 Songs von 1988 aus Görlitz. Die sind sogar noch mal einen Zacken besser aufgenommen. Was war das für ‘ne Veranstaltung? Wie kam es zu diesem Mitschnitt? Der Ansager war doch ein Moderator von DT64, wenn ich die Stimme so höre. Wer war der Mann an der 2. Gitarre?

Es war eine Veranstaltung von Jugendradio DT64, wo die Amateurbandszene des Bezirks Dresden präsentiert werden sollte und die live im Rundfunk übertragen wurde. Die Songs hat meine Frau zuhause am Radio aufgenommen. Ich weiß nicht wer der Moderator war. Klingt wie auf dem Rummel der Ausrufer am Südseetraum. Die zweite Gitarre hat Andrè von der Band STM gespielt. Die haben damals im benachbarten Proberaum geprobt und wir hatten die eine oder andere Session zusammen gemacht. Mag sein, dass die Aufnahmemöglichkeiten dort besser waren. Aber ich finde, diesem Mitschnitt fehlt das Spontane und Unbekümmerte. Mir klingt das viel zu „rockmäßig“. Eben so, wie ein Tontechniker des DDR-Rundfunks sich vorgestellt hat, wie Rockmusik zu klingen hat. Es ist für mich halt nur ein Zeitdokument.

Stephan

Als kleine Kostprobe gibt’s hier einen schicken Teaser zum Album:
https://www.youtube.com/watch?v=ut2oUyOlFRQ

Kreftich – niemals stumm CD (01.12.2018)

(Weird Sounds & SN Punx)
KREFTICH gehören mittlerweile auch zum älteren Semester. Das letzte Album „Bis hierhin und dann weiter“ fand ich damals richtig gut und auch „Niemals stumm“ kann über weite Strecken überzeugen. So ganz kommt es allerdings nicht an seinen Vorgänger ran, obwohl einige Songs durchaus Potential haben. Dem flotten Punkrock bleiben sie ebenso treu, wie ihrer Leidenschaft verschiedene musikalische Einflüsse zu nutzen und kleine Experimente zu wagen. So gibt es gleich zu Beginn bei „Gegenwind“ eine schöne Portion Ska, die das Tanzbein zum Schwingen bringt, und später mit „Am Rhein“ auch mal ruhigere Töne. Langweilig wird es hier jedenfalls nicht. Inhaltlich bewegen sich die Jungs zwischen lustig und nachdenklich, was eine sehr schöne Mischung ergibt. Im Vergleich zu den älteren Sachen sind sie politischer geworden, was in den heutigen Zeiten wichtiger ist denn je. Wenn man allerdings die ernsten Seiten besingt, darf man auf keinen Fall das Feiern vergessen, ansonsten würde man ja depressiv werden. Mit „Niemals stumm“ liefern KREFTICH ein gutes, abwechslungsreiches und politisches Punkrockalbum ab. Fans der Band müssen dieses Album kaufen und alle anderen dürfen auch gern mal reinhören. Note: 2- East Side Daniel

Dritte Wahl – Der große Tag MCD/10“(28.1.2018)

Dass DRITTE WAHL noch lange nicht zum alten Eisen zählen, beweisen sie immer wieder, nicht nur mit ihren großartigen Platten, sondern auch mit ihren tollen Liveshows. Dennoch weiß man nie, ob eine Band, die so lange dabei ist, nicht irgendwann „Pause macht“ oder ganz die Segel streicht. An dieser Stelle eine gute Nachricht, DRITTE WAHL feiern gerade mal Bergfest! Bis 2048 bleiben sie uns also erhalten, was mich mehr als freut. Passend zur Feier gibt es auch ein paar neue Songs der Jungs, drei an der Zahl. Los geht es mit dem Titeltrack, für den sie sich SONDASCHULE mit ins Studio geholt haben. Das Ergebnis ist eine flotte Ska-Punk-Nummer, die wirklich jeden zum Tanzen bringen muss. Hier ist musikalisch und inhaltlich feiern angesagt. Der Song wird live auf jeden Fall zünden. Das sich anschließende „Deine Zeit“ nimmt dann etwas Tempo raus und kommt mit nachdenklicheren Zeilen um die Ecke. Beim folgenden „Das Konzept des Älterwerdens“ könnte man dann denken, dass es auch hier ernst bleibt, doch weit gefehlt. Mit einem Augenzwinkern werden die kleinen und großen Wehwehchen des Alterns beschrieben. Eine richtig, richtig geile Nummer, die es bei mir in die all time favourite Liste der Band schaffen wird. Zum Abschluss gibt es noch eine neu eingespielte Version von „Zeit bleib stehen“. Erschließt sich mir nicht so ganz, warum man den neu aufgenommen hat, aber ein klasse Song ist es allemal und rundet diese Single perfekt ab. Mit „Der große Tag“ haben DRITTE WAHL nicht nur sich selbst ein tolles Geschenk zum Bergfest gemacht, sondern auch ihren Fans, die diese EP mit Sicherheit lieben werden! East Side Daniel: 1

Dealers Choice – Tonight LP(26.11.2018)

(Lake Town Records)
Vor kurzem Post aus Österreich bekommen mit der Debüt LP von Dealers Choice mit dem Titel Tonight. Auf der Platte befinden sich 10 Songs jeweils 5 auf A und B Seite. Die Texte sind auf Englisch und 2 Songs kommen auf Italienisch daher. Und gleich vom ersten Ton an macht die Platte verdammt Laune. Musikalisch dem Streetpunk zugeordnet gibt es hier einen schöne Mischung aus Punk, Oi und Hardcore um die Ohren gehauen.. Treibende Drums, Gitarrenriffs und die markante Stimme von Sänger Moritz gefallen auf Anhieb.. Mit You can`t stop us geht es wie gesagt gleich gut nach vorne textlich dreht es sich um die Schere zwischen Arm und Reich und Zusammen dagegen zu halten und zusammenzustehen.  Forever handelt von Beginn der Szenezugehörigkeit bis heute.. Mit La Mattina folgt der erste Song auf Italienisch und weiss auch direkt zu gefallen auch wenn ich kein Wort verstehe.. Mit Tonight und New World wird die A-Seite abgeschlossen, wobei Tonight definitiv ein Anspieltipp ist. Die B-Seite beginnt mit meinem 2ten Anspieltipp Memories of hate. Gefolgt von Alive und dem zweiten italienischen Song Merde. Hierauf folgt mit Prison mein 3ter Anspieltipp bevor die Platte mit I don`t give a fuck stark abschließt. Laut Label ist die Band etwas für Fans von Bonecrusher, Lower Class Brats und Razorblade mir kamen direkt alte Casualties in den Sinn.. Rauh und Kompromisslos Glatte 2 für dieses sehr gelungene Debut -Eddie Clockwork-

The Tempter – Turpis Rex CD (23.11.2018)

(Dissonance Productions)
Sympathische drei Song Single, die ich da von Major Erd zu hören bekomme. Die Band aus Bielefeld war mir bisher gänzlich unbekannt, aber haben sich bei mir jetzt mit Nachdruck vorgestellt. Musikalisch ist der Vierer nicht so leicht einzuordnen. Die Gitarre klingt auf jeden Fall nach Stoner Rock, der deutschsprachige Gesang ist sehr variabel und sicherlich von Mike Patton (ex Faith no more) beeinflusst. Der Drumsound dagegen erinnert an Kraftklub. Also alles sehr abwechslungsreich. Generell, besonders beim zweiten Stück „Rosarot“ muss ich an Smoke Blow denken. Natürlich weniger wild und asozial als die Kieler Bande, aber das Feeling ist für mich ähnlich. Das Vergnügen ist bei mir groß, aber leider nur kurz, drei Songs sind zu wenig, da muss die Band schleunigst nachlegen. Aber zum reinschnuppern absolut zu empfehlen. Ach so, scheint ein „digital only“ Release zu sein, zumindest habe ich keine Infos zu Pressungen bekommen. 2 ROLAND

Tank – Sturmpanzer CD (21.11.2018)

(Dissonance Productions)
Puh, was eine Platte. „Sturmpanzer“ Is klar, Schrottpanzer wäre der passendere Titel für diese akustische Umweltverschmutzung. Das ist eine Kriegserklärung an jeden funktionierenden Gehörgang, wobei, selbst Taube würden flüchten, wenn dieses „Ding“ irgendwo in der Nähe gespielt wird. Tank waren Anfang der Achtziger eine echt gute Band, die ein paar echt gute Platten veröffentlicht hat. Ich habe die in den 90ern auch mal gesehen und das war echt gut. Aber das hier hat mit Musik so gut wie nichts zu tun. Schiefer Gesang, billigste Bontempi Keyboard Sound und ein Sound, den jede Kellercombo im Badezimmer besser hinbekommen hätte. Müll, einfach nur Müll. Danke -100 ROLAND

Direct Hit – Crown Of Nothing CD (19.11.2018)

(Fat Wreck Chords)
Klarer Fall von „Denkste!“ Wo FAT WRECK drauf steht, ist nicht zwangsläufig FAT WRECK Sound drin. You know, dieser Plompen-reissende, überzuckerte Melody-Tralala-Sound. Mit exakt diesem geht die Scheibe auch (erwartungsgemäß) los. DIRECT HIT präsentieren sich allerdings als (Milwaukee) Wundertüte: Kaum sitzt komplett man überzuckert im Zahnarzt-Sessel um Plombenzieher „Different universe“ bzw. seine Nachwirkungen verarzten zu lassen, da zischt mit Song # 3 ein unerwarteter Leberhaken um die Ecke…„Pain/Boredom“ brettert als gekeifter NYHC-Neckbreacker in Full Speed Ahead durch die Box. Hoppla, alle wieder wach? Bissig geht es weiter: „Perfekt black“ greift als Aggro-Version von RANCID an, schiebt zusätzlich ein Celtic-Solo ein. Wieder kalt erwischt. „The problem“ tanzt auch aus der Reihe, schön getragener Song von fast epischer Größe. Somit: Zucker und Pfeffer halten sich auf „Crown of nothing“ prickelnd die Waage, das gekonnt gestaltet und colorierte Collagen-Artwork läßt auch das Auge mitessen. „Heaven is a black hole“. Verdammt richtig. PARADISE