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Category Archives: Reviews A-I (Archiv)

Faceless Offenders – We Don´t Pose E.P. (19.06.2018)

(Contra Records)
Ich habe nicht die geringste Ahnung wer oder was die Faceless Offenders sind, aber die Single „We don´t pose“ ist schon vor dem ersten Hören genau mein Ding. Das fängt bei dem Comiccover an, auf dem so manches Klischee verewigt ist und wird noch vom Contra Label Logo auf de Rückseite getoppt, das in das Rock-O-Rama Logo umgestaltet wurde und jetzt in „Ronny-O-Rama“, nach dem Contra Labelboss Ronny Hecht, umbenannt wurde. Das schreit alles schon nach „dead serious“. Also Platte aufgelegt und abgewartet, was einem entgegenschallt. Und das ist nicht von schlkechten Eltern. Vier mal top produzierter, ganz klar England beeinflusster Oi! Punk mit leicht metallischer Gitarre. Vier Songs, vier Hits. Hier gibt nur voll auf die Glocke, Songs prädestiniert für die Bühne, immer Vollgas. Super! Leider liegt kein Textblatt bei, ich hätte gerne genau gewusst, worüber die Herren sich da auskotzen, aber es scheint, dass die gesamte Skinheadszene da ordentlich ihr Fett abbekommt. Ich will gar keinen der vier Songs besonders hervorheben, alle sind Granaten und ich hoffe, das von der Band in Zukunft noch viel mehr zu hören/ sehen sein wird. Die Single braucht Jeder! 1 ROLAND

(hi tereska) – 2 Takte schneller MCD (18.06.2018)

(www.facebook.com/hi.tereska)
Nachdem das Vorgängeralbum „Die Wände weiß gestrichen“ von mir nur die Note 3+ erhalten hatte, können mich HI TERESKA dieses Mal mehr überzeugen. Insgesamt vier Tracks gibt es auf der neuen Mini-CD zu hören und die sind durchweg gelungen. Weiter auf den Spuren der BOXHAMSTERS und EA80 wandelnd, klingt „Zwei Takte schneller“ wieder härter und das steht der Band gut zu Gesicht. Weniger Pop und mehr Punk wagen, würde ich mal sagen. Diese Rechnung ist, dank guter Melodien und einem druckvollen, rauen Sound, aufgegangen. Die persönlichen Inhalte runden die ganze Sache ab. Wenn sie den eingeschlagenen Weg weiter gehen, freue ich mich auf den nächsten Longplayer! Note: 2 East Side Daniel

The Brass – Our Own Path LP (15.06.2018)

(Contra Records)
Contra haut mal wieder eine Perle raus. The Brass aus dem großen Apfel haben mich 2016 mit ihrer „Desperation“ Single zum ersten Mal aus den Socken gehauen (der Titelsong ist ein Song für die Ewigkeit) und die neue Lp „Our own Path“ schließt da nahtlos an. Elf neue eigene Songs plus ein Eddie and the Hotrods Cover (Vinyl only? Zumindest ist es auf Spotify nicht zu finden, was schade ist, die Version ist echt gut geworden) gibt es diesmal zu hören und eigentlich sind alle Songs sehr gut. Geboten wird rauher, aggressiver Streetpunk, teilweise mit Hardcore Einschlag – der alte Boston Sound ala SSD oder Last Rights ist den Jungs definitiv nicht unbekannt. Sehr gut zu hören in „Psychic War“, fetter Stomper btw. Aber der Reihe nach, eröffnet wird die Scheibe von den zwei straighten Smashern „Never slowing down“ und „A little bit later“, die auch die Marschrichtung der Lp vorgeben. Hymnisch, nie träge, immer mit geschickten Geschwindigkeitswechseln, dass die Stücke nicht langweilig werden. Beim anschließenden „Tough Luck“ wird das Tempo rausgenommen und eher langsam zermürbend gehasst, ähnlich wie im bereits erwähnten „Psychic War“. Die folgenden Stücke sind wieder klassische Oi! Punk Knaller, während die beiden letzten Lieder „Dreadknot“ und „Devil´s got a hold on me“ eine weitere Facette der Band aufzeigen. Da klingen die Gitarren eher postpunkig klirrend kalt und auch ein Saxophon darf zum Einsatz kommen. Hält die Sache interessant, lässt mich manchmal an Fucked Up denken. Abschliessend mmuss ich sagen, tolle, abwechslungsreiche Platte, die alle wichtigen Trademarks enthält, nie in Klischees abdriftet und auch neue Impulse setzt. Macht mir tierisch Spaß und wird auch ein Jahreshighlight werden. 2+ ROLAND

GONNA GET YOURS “A Thousand faces” LP (13.06.2018)

(www.uvpr.fr)
Ich bin ja ehrlich, französischer Punk hat mich früher nie interessiert. Irgendwie habe ich da keine für mich interessanten Bands gekannt und mit der Sprache komme ich auch nicht klar. Das hat sich vor ein paar Jahren aber auch schnell geändert. Initialzündung war, mehr oder weniger, die Lions Law Show in der Duisburger Punkeria. Danach wurde ich dann doch auf einiges an guter Musik aus dem Land des Baguettes aufmerksam und in den letzten Jahren kommen da wirkliche Knallerbands her, seien es Rixe, Coupe Gorge, Syndrome 81 oder zuletzt Squelette. Gonna get yours passen da gut in die Liste, obwohl die Band nicht zur neuen Generation gehört, die erste Veröffentlichung kam vor 11 Jahren. Aber „A thousand Faces“ ist der erste Longplayer. Und ein richtig guter. Es geht schon mit dem starken Opener „The Weapon“ sehr gut los, einmal gehört, nicht mehr vergessen, prägnanter Chorus, ordentlich Druck. Das Niveau wird auch über die ganze Distanz der Platte gehalten. Das Rezept der Band funktioniert einfach. Midtempo, aber nicht zu träge, mehrstimmige Chöre und die „Ohoooos“ an den richtigen Stellen. Ich fühle mich manchmal an Born to Lose oder vergleichbare Amibands erinnert.Das passt, das macht Spaß. Standouts sind die richtig starken Stücke „Sweet Revenge“, „Happy Crisis Day“ und das etwas melancholischere „Dogs of War“. Der Fussball Song „Unusual Casuals“ geht auch sofort in die Birne. Ein gackiges Comiccover rundet eine gute, wenn auch nicht originelle Platte ab. Sollte man mal gehört haben. 2- FRANK

CHELSEA’S CHOICE -Ausgabe 3 (06.06.2018)

Die ist sie, die dritte Ausgabe des österreichischen Szene Magazine. Wer es noch nicht mitbekommen hat, hier ist quasi der Nachfolger des „Oi! The Prints”. Eines der wenigen Zines, wovon ich bis jetzt alle Ausgaben, mein Eigen nennen darf. Das coole an diesem Zine ist, es wird mal über den Tellerrand hinausgeschaut. Hier wird nicht nur Musik, Bands und dessen Umfeld besprochen, hier findet man auch mal ein Bericht über andere Künstler, wie zum Beispiel Tätowierer und Co.
Des weiteren liegt dem Heft noch eine 7″ Flexi bei, hab’s leider noch nicht geschafft rein zuhören, werde ich aber beizeiten mal machen.
In der dritten Ausgabe sind Interviews, mit den Szenegrößen The Crack und Cockney Rejects geführt. Welche mich ehrlich gesagt weniger interessieren, spannender für mich persönlich finde ich die Interviews und Berichte über die KLEINEN Bands aus der Ganzen Welt wie STRG Z, The Detained, wo es am Ende direkt noch ein Review zur neuen Platte zu finden gibt und Ratrace. Man findet immer irgendwo kleine Artikel und Berichte zu Musikern, Bands und Locations. Echt super, dass macht richtig Spaß dieses Heft zu lesen, weil man doch immer irgendwo überrascht wird. Alles sehr hochwertig gemacht und nicht immer nur die plumpen Interview Fragen, die jedes zweite Zine von sich gibt.
Wer noch auf Zines steht und nicht immer nur sein tolles neues Smartphone in der Hand halten will und auch ein Teil der aktiven Szene unterstützen will, sollte sich dieses Zine und auch andere Zines mal ans Herz legen. Durch sowas lebt die Szene, nicht nur durch irgendwelche Post’s bei FB oder Instagram.
Note: 1  David

Herzlos . Schwarz-Weiss-Neon CD (05.06.2018)

(Laute Helden / SPV )
„Herzlos“ heißt also die Band deren aktuelles Album ich rezensieren soll. Der Name klingt irgendwie entweder nach Deutschrock oder irgend einer Studikapelle.Beim Blick aufs Cover wird klar, es geht in Deutschrockecke, oh nein. Wie zu erwarten war wird genau das geboten was man sich vorgestellt hatte, Deutschrockmist mit seltsamer Produktion, besonders der Drumsound stößt mir übel auf. Klingen tun die Herren stellenweise sehr nach dem Soloprojekt von Stephan Weidner, oh Wunder… Inhaltlich sind die Stücke ebenfalls nicht der Rede wert. Onkelz für Arme, nur in modernem Gewand, braucht also kein Mensch. Note 5/ mangelhaft Gereon

Beginnings – Demo CD (01.06.2018)

(www.facebook.com/beginningsberlin)
Hier haben wir eine relativ neue Band, obwohl neu eher wohl nicht ganz so ganz, gegründet wurde sie in 2016 l in Berlin. Aber hier kommt endlich, die erste Veröffentlichung der Berliner Jungs. Zwei Songs gibt’s hier auf die Ohren, schöner rougher Sound, mit melodischen Gesang. Die Jungs wissen aufjedenfall, was sie machen. Die Songs bleiben direkt hängen und wo man sich gerade auf den nächsten freut, ist die Demo leider schon vorbei.. Aber keine Bange, noch in 2018 soll das full-length Album veröffentlicht werden. Ich bin auf jeden Fall gespannt. Note: 2 David

Abbruch – Lieber Linksextrem CD (28.05.2018)

(Abbruch Records / www.abbruch-records.de)
Fleißig sind sie, die Jungs von ABBRUCH und versorgen uns seit einigen Jahren in regelmäßigen Abständen mit neuen Alben. Nach „Bunt ist besser“ von 2015 kommt jetzt „Lieber linksextrem“. Auffällig ist sofort, dass die grellen Farben der letzten Releases einem düsteren schwarz-rot gewichen sind und passend zum Titel gibt’s auf dem Cover eine vermummte Gestalt zu sehen. Neben der Optik hat sich aber auch der Inhalt gewandelt. Den Weg, den sie bei der Vorgängerplatte eingeschlagen haben, gehen sie hier konsequent weiter. Die Themen sind ernster und drehen sich fast ausschließlich um die Probleme dieser Tage. Natürlich würde hier auch nicht mehr der eher lockere Sound der frühen Jahre passen und so finden andere Musikstile kaum den Weg auf die Platte. Minimalistischer, rauer, härter und kompromissloser klingen ABBRUCH im Jahr 2018 und das spiegelt die aktuelle Lage in diesem Land, in Europa und weltweit wider. Ein Haar in der Suppe muss ich allerdings finden, denn es sind mir ein paar Songs zu viel auf der Scheibe gelandet. Insgesamt 15 Tracks führen dazu, dass es streckenweise in die Länge zieht. Fazit ist aber: ABBRUCH werden immer „erwachsener“ und greifen verstärkt die Probleme unserer Zeit auf. Aggressiver als bisher hauen sie mit „Lieber linksextrem“ eine Platte raus, die es wert ist, gehört zu werden. Note: 2 East Side Daniel

Destination Anywhere – Bomben CD (24.05.2018)

(Uncle M Records)
Bei Destination Anywhere handelt es sich um eine 2006 gegründete, deutschsprachige Punkband. Sie spielen aber nicht nur einfachen Punkrock, sondern haben auch eine Posaune, eine Trompete und ein Saxophon im Gepäck, was die Songs allesamt erfrischend locker klingen lässt. Irgendwo erinnert mich das Ganze an eine Mischung aus: die Ärzte, Toten Hosen, Sondaschule, Wizo… Das Ganze kann man wohl am besten als Pop-Punk mit SKA Einflüssen bezeichnen. Lieder übers unglücklich sein und über Verlierer aber fröhlich verpackt und das Ganze funktioniert auch noch bestens. Es ist auch nicht das erste Album der Band, also wer sie kennt, weiß was zu erwarten ist. Ich habe die Band zum ersten mal gehört und mir hat es recht gut gefallen. 3/Mark

Airs & Graces – Voting At The Hall CD (14.05.2018)

(www.facebook.com/Airsandgraces77)
Celtic oder Folk Punk geht mir meistens recht schnell auf die Nüsse mit diesem endlosen gefiddel und der guten Laune. Air & Graces aus Regensburg schaffen es allerdings, dass ich ihre 14 Songs am Stück durchhöre ohne langweilig zu werden. Liegt vielleicht daran, dass ne ordentliche Breitseite Punkrock an Board ist und die Mandoline nicht so arg im Vordergrund steht. Gesanglich für eine deutsche Band richtig gut. Textlich besingt man das ein oder andere Mal die Arbeiterklasse. Boah, was soll ich denn nun als Referenzen nennen? Keine Ahnung ist nicht mein Genre, aber ich mag die Band. Schöner treibender Punkrock mit schönen Melodien, Refrains und fertig ist ein starkes Debut. Ob es nun Celtic oder Folk Punk ist, müssen die Experten entscheiden für mich ist es das Gleiche. Ich sollte mal wieder die guten alten Porters auflegen. -nasty-