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Die sympathischen Jungs von Hounds and Harlots, eine Punkband aus San Francisco, hatten gestern ihren ersten Auftritt in Deutschland. Nachdem sie eine gute Show abgeliefert haben, hatte ich die Gelegenheit, den dreien ein paar Fragen zu stellen.
Stellt euch erstmal vor:
Greg De Hoot (Bass / Gesang), Bryan Zimmerman (Gitarre / Gesang), Cory Cunningham (Schlagzeug)
Seit wann gibt es die Band?
Greg: In der jetzigen Konstellation gibt’s uns seit Oktober 2009
Wann habt ihr euch denn das erste Mal getroffen? Wie kam es, dass ihr ne Band gegründet habt??
Greg: Wir alle sind Freunde, wir haben jeweils in anderen Bands früher schon mal zusammengespielt und es hat einfach musikalisch und menschlich gepasst.
Bryan: Ja, wir sind auf einer Wellenlänge. Wir haben uns alle durch die Szene kennengelernt, die Punkszene in San Francisco ist sehr klein, vielleicht kennst du das, von Deutschland? Es ist familiär, ähnlich wie hier auf dem Konzert, man kommt irgendwo hin, auf ein Konzert oder eine Party und jeder kennt irgendwie jeden.
Cory: Ja wir haben uns einfach immer überall wieder getroffen und sind Freunde geworden.
Ihr seit alle „Original-Mitglieder“, richtig? Wie seid ihr denn zu eurem Namen gekommen?
Greg: Ja sind wir. Ganz am Anfang hießen wir mal anderns, uns war es wichtig, dass wir uns mit San Francisco identifizieren können, man sollte wissen wir sind San Francisco, aber eben nicht das San Francisco im Sinne von Mainstream, sondern eben ein besonderes San Francisco, dass klar macht wo wir eben herkommen.
Du musst dir das so vorstellen, in San Francisco gibt es sowas wie Gangs. Grad so in den Neunzigern war es eben so, dass speziell die Punkszene 2 Gangs hatte. Es war wie ein Katz und Maus Spiel mit der Polizei. Egal in welcher man war, man hatte eben Stress mit den Cops. Da warst du ganz schnell n Dieb obwohl du eigentlich keiner warst. Dann wurdest du von denen eben schnell zusammengeschlagen. Das war einfach unser täglich Brot. Und die Bullen waren überfordert, weil die Leute plötzlich von überall herkamen. Naja es war dann so entweder warst du einer der „hounds“ oder einer der „harolts“.
Brayn: Ja, wir sind beides, doppelt so schlimm. ;)
Greg: Beides passt zu uns und das wollten wir ausdrücken.
Wer ist denn bei euch für die Songtexte verantwortlich??
Brayn und Greg gleichzeitig: CORY ;)
Brayn: Nee, also eigentlich wir alle. Es läuft so ab, einer von uns hat ne neue Melodie im Kopf oder ne Idee für nen Text und dann versuchen wir zusammen zu kommen.
Greg: Yeah, wir streiten und argumentieren und streiten und argumentieren solange bis es dann eben klappt und wir einer Meinung sind.
Man merkt, dass ihr mit vollem Herzen dabei seid, kommt das daher, dass ihr eure Songs über eigene Lebenserfahrungen schriebt??
Brayn: Ja, definitiv.
Cory: Versuchen damit negative Erlebnisse in was positives zu verwandeln.
Greg: Weisst du, man kann, ja nicht einfach über irgendwas schreiben, was man nie gefühlt hat oder nicht fühlt, oder über Sachen, die man nicht erlebt hat, dann ist es nichts als Fake. Und irgendwann merken die Fans das ja dann auch. Zum Beispiel, ich komm aus einem Dorf, und niemand mochte mich, ich war immer der kleine Junge, den man verprügelt hat und dann kam ich irgendwann zu den Punks aus S.F. und mit die Musik hat mir geholfen, das zu verarbeiten. Und so ist das auch bei unseren Texten.
Brayn: Dich mag immer noch keiner ;)
Greg: Siehst du, nicht mal meine Band mag mich. ;D
Was hofft ihr mit eurer Musik zu erreichen?
Greg: Wir wollen reich werden ;)
Cory: Wir schreiben Songs, nicht um dem Publikum zu gefallen sondern schreiben, was uns bewegt und was wir gerne erzählen wollen. Kannst du dich damit identifizieren?- Dann ist das super! Wenn das einer aber nicht kann, dann ist das auch ok.
Brayn: Ich hoffe immer, dass die Leute dadurch merken, „ Hey, ich kann das machen“ , Ich kann das schaffen, egal wie schwer es scheint. Ich hoffe wir können die Leute pushen, damit sie merken zu was sie fähig sind. Ein Freund von uns, hat unser Logo auf dem Fuß tättowiert und, das zeigt uns was Musik für ne Macht hat, weil wir sind nur ne kleine Band irgendwo aus S.F. aber diesen Kerl haben wir mit unserer Musik erreicht.
Greg: Ja genau das ist es.
Gibt es Bands die euch beeinflussen?
Greg: Hm…naja, da gibt es viele, aus den unterschiedlichsten Richtungen, egal ob es nun Symarip ist oder ne ganz andere Richtung. Ich hör auch gerne Rocksteady, alten Reagge, alten New York Hardcore, oder auch Evil Conduct. Ich denke, jeden von uns beeinflusst eine Band oder mehrere, ganz egal aus welcher Musikrichtung.
Brayn: Nimmst du das alles auf? Mal so unter uns, wir mögen größtenteils die gleiche Musik, aber bei mir ist es so, dass auch Bands wie ACDC mich beeinflussen.
Cory: Und auch Cock Sparrer.
Brayn: Ja genau, da sind wir uns einig, Cock Sparrer beeinflusst uns alle.
Cory: Es ist echt total unterschiedlich.
Brayn: Wir denken nicht, dass wir jetzt unbedingt klingen müssen wie die eine oder andere Band, klar beeinflussen uns verschiedene Bands, aber nur weil wir diese Musik einfach mögen…nicht weil wir genauso klingen wollen… Wir machen ja unseren eigenen Sound und mischen auch verschiedene Musikrichtungen.
Würdet ihr sagen, dass die Erfahrungen die ihr mit den anderen Bands gemacht habt euch jetzt helfen?
Brayn: Oh ja, es ist ja immer anders, egal in welcher Band man spielt. Man hat immer die unterschiedlichsten Charaktere mit denen man klarkommen muss. Und dadurch lernt man unheimlich viel dazu.
Cory: Es ist ja dann auch schwierig, wenn man einen hat, der immer alles kontrollieren will und dann jemanden der nie eine Meinung vertritt. Aber mit der Zeit lernt man eben auch mit schwierigen Menschen umzugehen damit umzugehen.
Greg: Ja, und ich denke bei uns hat sich das gut eingespielt. Oftmals streitet man sich dann hinterher über Sachen, die gar nichts mehr mit der Band zu tun haben und das sollte man vermeiden. Ich finde, unsere Band ist total relaxt. Klar geht auch mal was schief, aber durch die Erfahrungen die wir sammeln konnten, ist es eben so, dass wir super aufeinander abgestimmt sind. Und uns immer schnell wieder zusammenraufen.
Wie ist die Punk Szene in S. F.? Es gibt ja viele Leute, die meinen, dass die Szene früher besser war. Wie seht ihr das?
Greg:Die Szene ist klein, man kennt sich, aber es macht Spaß , mit den Leuten zu feiern.
Früher war es besser……hmmm….
Oh ja, das kann ich verstehen, das Problem ist einfach, dass mittlerweile die Punkszene gesellschaftstauglich geworden ist. Es ist mittlerweile unheimlich Mainstream.
Cory: Ja aber alle sagen immer früher war es besser.
Brayn: Klar, man denkt immer, es war besser wenn man zurückblickt. Es war einfach alles neu und alles war super und spannend und es war toll und es war einfach die beste Zeit an die man sich erinnert. Ist ja auch normal…obwohl ich weiss nicht ob es wirklich besser war oder ob man sich nur am liebsten an die schönen Sachen erinnert und es dadurch den Eindruck macht, es wäre besser gewesen.
Greg: Ach komm!! Die 90er waren ja wohl total spitze. Das weisst du auch.
Brayn: Ja, ok, hast ja Recht.
Was denkt ihr denn über patriotische Bands wie Dropkick Murphys??
Greg:Ja, es gibt ja viele dieser Bands, beispielsweise ja auch Last Resort, find ich übrigens weitaus patriotischer als die Murphys.
Aber weisst du, ich denke, die Bands müssen selber entscheiden, worüber sie singen wollen.
Mir ist Politik und Patriotismus egal, bei mir geht es um Freunde, Familie und einfach darum, ne gute Zeit miteinander zu haben…genau das ist es!
Brayn: Bin ich ganz deiner Meinung.
Cory: Jede Band hat ja die Möglichkeit sich zu entscheiden.Wir wollen eben nicht patriotisch klingen. Weil man dadurch eben schnell in eine Schiene gerät in der wir nicht sein wollen, wenn du verstehst wie ich das meine?!
Klar, versteh ich. Kommen wir zu einem anderen Thema, is die band euer Vollzeitjob oder is das eher n Freizeitprojekt?
Brayn: Nee, das is einfach n Freizeitprojekt, das Spaß macht!
Was sind eure Pläne für die Zukunft mit der Band? Gibts n neues Album?
Greg: Hey, wir sind in Europa, das ist so der Wahnsinn!! Und wir wollen wiederkommen!
Wir wollen auf jeden Fall weiter machen, weiter Songs schreiben und Konzerte spielen.
Mehr oder weniger arbeiten wir auch an einer neuen CD, alles nach und nach, erstmal die Tour und wenn wir dann wieder zuhause sind, dann nehmen wir auch wieder auf.
Letzte Frage, gibt’s noch was, was ihr unbedingt loswerden wollt?
Brayn: Wir sind echt froh hier zu sein, es hat Spaß gemacht und wir danken den Leuten, die heute Abend, trotz einer enormen Hitze hier sind. Und wir danken den Leuten, die das möglich gemacht haben. Und wir freuen uns coole Menschen, wie dich kennengelernt zu haben.
Greg: Ja genau, danke auch für die Möglichkeit ein Interview zu geben! Ich hoffe wir alle haben trotz Jetleg und wenig Schlaf noch nen tollen Abend, mit all den Leuten hier.
Ja, danke dass ihr euch die Zeit genommen habt und mir alle Fragen so ausführlich beantwortet habt.
MIRA
Auch Helloween haben mit „Straight Out Of Hell“ ein tierisch starkes Album abgeliefert. Bevor die Jungs auf große Welt Tour mit ihren Hamburger Freunden von Gamma Ray gehen, unterhielten wir uns noch schnell mit Basser Marcus Grosskopf.
Marcel: Marcus.Ihr habt mit „Straight Out Of Hell“ ein neues und sehr geiles Album am Start. Und in kürze startet eure Welt Tournee in Barcelona. Wie geht es dir gerade und was machst du?
Marcus: Vielen dank!!! Nun, ich telefoniere gerade mit dir hehe. Mir geht es eigentlich ein wenig scheiße. Ich hab mir ne` Grippe eingefangen. Das ist wohl auf der 70.000 Tons Of Metal Tour passiert.(Eine Kreuzfahrt mit diversen Metal Bands, die dort Konzerte spielen. Anm-d.Verf.) Da ging es immer rein und raus. Draußen kalt und innen warm. Da habe ich mir wohl einen eingefangen. Wir haben aber zwei geile Gigs gespielt und die Sache hat auch tierisch Spaß gemacht. Das sollte aber Ende der Woche erledigt sein. Dann geht es wieder los mit den proben und im Anschluss daran tingeln wir dann wieder durch die Welt Geschichte.
Marcel: Da hätte ich aber eher mit einer See Krankheit gerechnet….
Marcus: Och, da bin ich relativ See fest. Ich bin ja ein Nordmann. Ich bin auf den Kuttern des Nordens zu Hause.
Marcel: Während der 70.000 Tons Of Metal Tour habt ihr ja auch von eurem Charteinstieg erfahren, welcher der höchste in der Helloween Geschichte war.
Marcus: Richtig. Du kannst so lange Musik machen wie du willst, aber es passiert immer wieder etwas neues. Wir haben uns natürlich tierisch darüber gefreut. Sonst kann man ja auch gleich einpacken wenn man sich über so etwas nicht mehr freuen würde. Man hat dann aber auch gleich ein anderes Gefühl. Du gehst dann raus auf die Bühne und schlägst gleich ganz anders deine dicke E Saite an hehe.
Marcel: OK. Dann kommen wir mal zur neuen Scheibe. Würdest du mir zustimmen, das das neue Material deutlich leichter zugänglich ist als die Songs der 7 Sinners ? Worin siehst du die Unterschiede?
Marcus: Sie hat eine hellere Ausstrahlung. Ich denke wir haben wieder mehr von den typischen Helloween Elementen eingeschmissen, wie Doppel Soli oder auch Chöre. Die Titel haben das einfach so erfordert und so sind wir dann auch an die Sache rangegangen.
Marcel: Der Opener „Nabatea“, der ja auch die erste Single geworden ist, kommt mit sieben Minuten daher. Auf der Legacy Scheibe war mit „King For 1000 Years“ auch ein langer Opener am Start. Damals standen solche Tracks eher am Ende einer Scheibe, wie z.b „KOTSK“ oder „Halloween“. Redet die Platten Firma euch da rein oder warum läuft das ganze jetzt anders herum?
Marcus: Nein. Die Reihenfolge und die Musik bestimmen wir selber. Da redet uns auch keiner rein, was ja auch gut so ist. Die Leute haben begriffen, das sie uns da besser in Ruhe lassen sollen, hehe. Außerdem hat man im hohen Alter ja nicht mehr so viel Zeit, deswegen muss man das an den Anfang packen haha. Im Ernst; das hat sich so angeboten und wir wollten den Song als Opener haben. Drauf und Zack.
Marcel: Zu „Nabatea“ habt ihr auch ein recht aufwendiges Video produziert. Lohnt sich so etwas überhaupt noch? Oder macht man Videos heutzutage nur noch für Youtube?
Marcus: In anderen Ländern wird so etwas ja noch gezeigt, wie in Asien z.b. In Deutschland sieht man so was hingegen ja fast gar nicht mehr. Klar, wir hätten auch einen kommerzielleren Song nehmen können, aber da biedern wir uns auch nicht an, weil es ja so oder so nicht gespielt wird. Also nehmen wir lieber nen` Metal Track und zeigen wo es lang geht.
Marcel: Ihr habt mit „Hold Me In Your Arms“ auch wieder eine Ballade am Start. Gehört das für euch einfach dazu oder braucht der Fan zwischendurch eine kurze Pause?
Marcus: Für die letzte Scheibe hatten wir eine, die haben wir aber nicht genommen. Bei „Hold Me In Your Arms“ habe ich aber gleich ne` Gänsehaut bekommen, da haben wir direkt gesagt : „Die ist doch gut, lass uns die machen“. Die war einfach gut, also wollten wir die auch haben.
Marcel: Was bei der neuen Scheibe auffällt, ist die Tatsache, das ihr wieder deutlich auf das Gaspedal getreten habt. Ist das etwas was man vorher plant? So nach dem Motto „ Lass uns mal wieder eine schnelle Scheibe machen“?
Marcus: Wir haben einfach genug Auswahl. Es komponiert ja auch nicht jeder nur schnelle Songs. Da wir ja alle komponieren, achten wir schon darauf das die Platte eine ausgewogene Mischung enthält. Langsame Songs, stimmungsvolle Songs und natürlich auch Speed Kracher. Das soll schon alles ein rundes Bild werden. Und es funktioniert auf der neuen Platte auch sehr gut.
Marcel: Ihr habt ja insgesamt um die 30 Songs für das neue Album geschrieben. Tut es nicht weh, wenn da mal was auf der Strecke bleibt?
Marcus: Nein, man kann ja schließlich nicht alles raus bringen. Du brauchst ja auch viel Material für die Bonus Tracks oder Diggi Packs. Egal ob in Japan oder auch hier in Europa. Und das was übrig bleibt…nun ja, dann ist das halt mal so.
Marcel: Wem ist der Song „Asshole“ gewidmet?
Marcus: Alle Arschlöcher die es da draußen gibt, dürfen sich das reinziehen. Das musste einfach mal gesagt werden hehe.
Marcel: Helloween waren immer für erstklassige Produktionen bekannt. Das ist auch bei der neuen Scheibe nicht anders. Ihr habt erneut mit Charlie Bauerfeind aufgenommen, der ja euer Stamm Produzent ist. Was denkst du eigentlich. Wie sollte heut zu Tage eine moderne Metal bzw. Rock Produktion klingen? Bist du eher auf der Old oder New School Seite?
Marcus:Mh, wenn ein Song gut klingt oder dich irgendwie berührt, dann ist da ja auch was bei. Es geht ja nicht nur um die Produktion, sondern um den Song an sich. Schau mal die alten Ramones oder Sex Pistols Sachen waren ja auch nicht dufte produziert, was ja auch gar nicht zur Musik gepasst hätte, und es war trotzdem geil und hat mich berührt. Heute doktort man natürlich mehr daran rum. Aber warum auch nicht? Die Möglichkeiten sind ja gegeben, auch wenn wir sie noch längst nicht ausgeschöpft haben. Wie gesagt, der Songs muss mich berühren und ein Herz und eine Seele haben, und da gehört für mich auch nicht immer eine gute Produktion dazu. Aber wie gesagt; wenn du heute die modernen Möglichkeiten nutzen willst, ist das natürlich auch von Vorteil.
Marcel: Ihr habt ja auch die Drums komplett ohne Klick eingespielt….
Marcus: Ja, und das trotz der ganzen Technik haha. Wir haben einfach viel Iive gespielt, und hatten das Gefühl, das es funktioniert. Wir haben den Klick dann später auf die Sachen gelegt, die Dani gespielt hat, um Sachen wie Keyboards darüber zu legen. Und er spielt ja auch ganz gut unser Bodensee Lombardo haha.
Marcel: Dem ist sicher nichts hinzuzufügen. Ihr seid demnächst wieder mit Gamma Ray auf großer Tournee. War der Erfolg der „Hellish Rock Tour“ so groß, das ihr gesagt habt, das das wiederholt werden muss? Oder was war der Grund für den zweiten Teil?
Marcus: Och, wir haben einfach hier und da überlegt was wir machen. Und man braucht ja doch immer wieder eine neue Idee. Und ich fand die Idee mit dem zweiten Teil gar nicht schlecht, denn gerade der zweite Teil hat bei Helloween ja auch Tradition. Siehe „Keeper Of The Seven Keys“. Zumal ist es ja auch gar nicht verkehrt alte Freunde mit auf Tour zu nehmen. Es ist ja im Grunde ein eine Familie.
Marcel: Sind Helloween eigentlich eine Band, die noch regelmäßig zusammen im Proberaum steht? Egal ob es vor einer CD Produktion, oder vor einer großen Tour ist?
Marcus: Nein, wir proben auf jeden Fall. Das kannst du nicht machen. So völlig trocken auf Tour zu gehen. Wenn Titel dabei sind, die wir lange nicht gespielt haben, höre ich die natürlich vorher zu Hause raus. Aber vor einer großen Tour treffen wir uns schon drei Wochen im Voraus und proben intensiv. Wir spielen ja auch um die 20 Songs. Wir ändern das Set auch nicht so oft, denn die Songs sind ja doch sehr komplex. Auch die älteren Stücke. Du musst die Songs einfach täglich vor der Tour spielen, denn wenn du da mal ne Woche Pause machst, fehlen dir da schon wieder einige Teile. Wir haben nämlich echt viele Noten in den Songs.
Marcel: Du bist ja mit Helloween auch um den ganzen Globus getourt. Was ist für dich immer noch das reizvolle, nach all den Jahren wieder den Koffer zu packen und in den Bus zu steigen?
Marcus: Es ist ja nicht so das wir jedes Jahr ne` Tour haben. Das läuft so im Rhythmus von 2 bis 2 ½ Jahren. Wir machen ja auch zwischen den Kontinenten immer ein bis zwei Wochen Pause, dann geht das eigentlich. Wenn wir dann aber los legen, dann auch ergiebig. Damals war es auch sicherlich einfacher auf Tour zu sein. Das hat der Körper auch ganz anders weg gesteckt. Heute kneift und juckt es hier und da. Man muss einfach auf den Körper hören und dann geht das auch schon. Aber es war und wird immer ein großer Teil meines Lebens sein. Man muss den Fans natürlich auch dankbar dafür sein, das man nach wie vor so etwas machen kann, denn von den Plattenverkäufen kannst du heut zu Tage natürlich nicht mehr leben. Ich kenne auch ganz viele Kollegen aus anderen Bands, die zwischen ihren Touren ganz normal arbeiten gehen müssen. Das ist natürlich ne` ganz andere Geschichte. Ich bin sehr dankbar dafür. Und sollte ich das eines Tages nicht mehr sein, soll mich bitte direkt der Blitz erschlagen haha. Ich weiß ja auch wo ich herkomme. Und nach dem Gig möchte ich nicht mehr zurück in die Schlachterei. Dann lieber nach Hause und einen Song schreiben.(Marcus hat Metzger gelernt. Anm. d. Verf.)
Marcel: Wo du grad deine Kollegen erwähnt hast. Behältst du eigentlich noch so im Auge was in der Metal Szene so abgeht?
Marcus: Klar, ich treffe mich mit Freunden. Oder wenn Bekannte in der Nähe sind rufen sie an, und ich treffe mich mit ihnen. Aber ein richtiger Verfolger der Szene bin ich nicht. Vor allem nicht wenn ich Songs schreibe. Dann will ich keine anderen Sachen im Ohr haben die mir gefallen haha. Ich komme da sonst nicht wieder raus. Ich will ja nen` eigenen Songs schreiben und nicht das, was ich grad im Ohr habe. Davon ab kommen ja auch jeden Monat 60-70 neue Scheiben raus. Da fällt es schon sehr schwer alles zu verfolgen. Und sicherlich gehen dabei auch gute Sachen unter. Ich denke die Labels haben sich damals auch viel intensiver um Bands gekümmert bzw. aufgebaut. Wenn du heute nicht richtig funktionierst bist du sicher auch schnell weg vom Fenster. Mit Helloween bin ich da natürlich ganz anders unterwegs als eine band die gerade am Anfang ihrer Karriere steht. Du musst dir heute wie damals einfach etwas einfallen lassen um bei den Leuten Gehör zu finden.
Marcel: Wie fühlt es sich eigentlich an, ein Pionier des Melodic Metal zu sein?
Marcus: Ich freue mich einfach darüber. Mir gefällt es wenn andere Leute Spaß daran haben, an dem was wir machen.
Ein wenig stolz ist man natürlich auch. Denn schließlich haben auch wir viele Jahre dafür gearbeitet.
Und ich habe meine Gesundheit dafür geopfert haha. Also ist es geil, warum auch nicht. Ich fühle mich in der Rolle in welcher wir gerade sind, sehr wohl. Es scheint wieder viel zu passieren. Wir hätten eh nie damit gerechnet das die Post wieder so abgeht. Z.b. die Sache mit den Chart Entrys. Wir haben gesagt: „OK, lass die neue Scheibe raus hauen und fertig“ haha. Wie auch mit der Single. Mit Dr. Stein (Song vom Keeper zwei Album Anm-der Verf.) hatte auch keiner gerechnet, das der so erfolgreich werden würde, und es war auch nur ne` B- Seite. So etwas passiert immer wenn man am wenigsten damit rechnet.
Marcel: Denkst du denn das die Leute nach wie vor Bock auf Handgemachte Musik haben?
Marcus: Klar, die Leute kommen ja seit Ewigkeiten zu den Gigs. Und das auf der ganzen Welt. So etwas wird wahrscheinlich auch nie aufhören. Selbst als die Krise da war, die ja doch einige betroffen hat, waren die Konzert Hallen voll. Das fand ich schon erstaunlich. Aber gerade das wollen sich die Leute auch in schwierigen Zeiten nicht nehmen lassen. Das ist eine echte Qualität die eben dort abgeliefert wird. Und dafür sind die Leute noch bereit zu zahlen.
Marcel: Zum Ende hin noch eine Frage die nix mit Musik zu tun hat. Du bist ja auch sehr tätowiert. Schaust du dich auf Tour auch nach guten Tätowierern und Motiven um?
Marcus: Ich habe ungefähr noch einen Kilometer am Bein zu machen haha. Dass lasse ich aber hier in Hamburg machen. Aber klar, in Japan war ich auch schon bei Mr. Horiyoshi dem dritten. Das ist mein absoluter Lieblingsmann. Die Outlines macht er zwar mittlerweile auch mit der Nadel, aber der Rest wird traditionell gestochen. Ich finde es schmerzt auch gar nicht so sehr wie mit der Nadel. Aber Mr.Hoiyoshi ist natürlich auch in alle Ewigkeiten ausgebucht. Da ist es gar nicht so einfach einen Termin zu bekommen. Und fertig wird man ja eh nie.
Marcel: Ist es eigentlich wahr, das du mal einen Song in einem Sandkasten aufgenommen hast?
Marcus: Haha, ja das war bei „Revolution Now“. Da habe ich mich komplett zugeraucht und wir wollten einfach Unsinn treiben. Ich bin dann in den Hof wo so eine Art Sandkasten stand. Ich war völlig zugedröhnt haha. Ich hatte natürlich keinen Kontakt zum Regie Raum, also habe ich immer in den Pick Up von meinem Bass reingebrüllt. Und wenn da komische Geräusche raus kamen, wusste ich immer:“ Ok, jetzt geht es wieder los“. Und plötzlich standen auf den Balkonen diverse Leute, die da einen Besoffenen im Sandkasten sehen, der mit seinem Bass spricht haha. Es hat aber keiner die Polizei angerufen haha.
MARCEL
Als dritter im Bunde, legt nun auch Peter „PE“ Schorowsky ein Solo Album vor. Der Ex Onkel hat eine schöne und sehr melodische Punk Platte raus gehauen, die eher Ramones als Deutsch Rock Fans ansprechen dürfte. Grund genug um ein wenig mit ihm zu plaudern.
CU: PE, die Onkelz haben sich im Jahre 2005 aufgelöst. 2012 ist nun deine erste deine erste Solo Platte erschienen. Was hast du in der ganzen Zwischenzeit gemacht?
PE: Ich wollte etwas anderes machen. Musik, die ich gerne selbst hören würde, die es aber nur selten gibt. Ich bastelte an Instrumental-Songs mit 60er Retro-Einschlag. Hatte dann ein Album voll und irgendwann auch die Nase und so verschwand es in der Schublade. Ich werde sie wahrscheinlich demnächst für Umme in You Tube stecken.
Mitte 2008 fing ich an, an Dreck und Seelenbrokat zu basteln.
Zwischendrin hab ich auch immer wieder mal ein klassisches Lied komponiert und Teile davon wollte ich eigentlich zwischen die Punkrock-Songs von Dreck und Seelenbrokat klemmen.
Als Kontrast. Das hat eine gute Up and Down – Wirkung. Für die meisten Hörer wäre das vermutlich zu viel Zick-Zack gewesen.
Ich werde diese Songs in Kürze auch auf You Tube veröffentlichen.
CU: Wann hattest du das Gefühl bzw. wann kam der Zeitpunkt wo du dir gesagt hast “Jetzt ist die Zeit reif für ein Solo Album“ ?
PE: 2008
CU: Wie bist du an das Songwriting herangegangen? Hast du die Songs zu Hause komponiert oder habt ihr die Sachen zusammen im Proberaum geschrieben?
PE:
Die hab ich im stillen Kämmerlein zusammen geschustert. Im Studio kamen 2-3 Teile dazu, und mein Produzent und ich haben die Songs hier und da noch besser strukturiert.
CU: Du hast auf der CD ja komplett den Gesang übernommen, während Peter Zettel die Drums eingespielt hat. War dir von Beginn an klar, das du dich auf den Gesang konzentrieren möchtest?
PE: Ja, es war ziemlich klar, dass ich kein Schlagzeug spiele, da ich nur wenig Zeit im Studio zur Verfügung hatte und er hat es in 3,5 Tagen eingespielt. Ich hätte wahrscheinlich 2 Wochen gebraucht.
CU: Neben Chris Fuetarra (Gitarre) ist noch Tobias Exxel am Start, der einigen durch seine Hauptband “Edguy” (Power Metal Band aus Fulda .Anm. der Verf.) bekannt sein dürfte. Erzähl doch mal bitte, wie du deine Band kennen gelernt bzw. zusammen gestellt hast.
PE: Keine große Sache: Peter Zettl spielte schon für „Der-W“ (Stephan Weidner, ehemaliger Onkelz Bassist. Anm. der Verf.) ein paar Songs und war im Studio bekannt. Chris ist ein Freund von Michael Mainx und Tobias Exxel wurde einem guten gemeinsamen Bekannten vermittelt.
CU: Michael Mainx, der ja einen großen Teil der Onkelz Alben produziert hat, hat sich auch für deine CD hinter das Pult gesetzt. Erzähle doch mal bitte wie die Arbeit mit ihm ist und wie die Produktion abgelaufen ist.
PE: Wir kennen uns ja schon seit vielen Jahren und haben uns schon durch unzählige Stunden im Studio gekämpft. Er ist ein unermüdlicher, ehrgeiziger Workaholic. Er hat eine feine Antenne für jedes Detail und hat mich perfekt durch die Gesangsphase gecoacht. Ohne ihn wäre diese CD nicht halb so gut geworden.
CU: Kommen wir jetzt endlich zu deiner neuen Platte J Der Titel ist “Dreck und Seelenbrokat” .Brokat ist, wenn ich richtig liege, ein schwerer, fester Stoff aus Seide. Was bedeutet der Titel für dich? Das die Seide “der Seele” den Dreck aufnehmen kann, welchen man täglich ausgesetzt ist?
PE: Brokat ist meist ein schwerer Seidenstoff der mit Goldfäden durchwoben ist. Die Seele ist ebenfalls mit geistigen Goldfäden durchwoben. Der Dreck ist das Profane im Leben. Ich wollte ja wie gesagt noch klassische Songs zwischen die dreckigen Punklieder klemmen. Diese klassischen Stücke hätten ebenfalls das Seelenbrakat noch unterstrichen.
CU: Deine Texte sind sehr abwechslungsreich und beinhalten viele Themen. Das man nicht immer alles auf morgen verschieben soll. Die eigene Blüte wieder zum blühen zu bringen. Oder auch einfach mal durch die Nacht brausen und dabei an die Angebetete aus der Schulzeit denken und so vieles mehr. Wie wichtig sind dir heut zu Tage selber noch Texte? Egal ob deine eigenen oder die anderer Künstler?
PE: Für meine Lieder sind gute Texte sehr wichtig, denn sie geben meine Visitenkarte ab und spiegeln mich wieder. Gute Texte von anderen Künstlern zu hören erfreut mich natürlich. Es gibt ja auch beschissene Musik mit guten Texten… und umgedreht…
CU: Die CD ist eine richtig schöne Punk Rock Scheibe geworden. Direkt auf` n Punkt, mit vielen coolen Hooks und Melodien. Was war dir beim schreiben der Songs wichtig? Welche Bands haben dich während der Songwriting Phase selbst inspiriert?
PE: Bad Religion, Blink 182, Ramones, AC/DC…. so in der Art.
CU: Einige Hörer werden sicherlich überrascht sein von deinen Songs. Hätten sie doch mit ner “Onkelz” oder Deutsch Rock Kelle gerechnet. Verfolgst du die zur Zeit doch recht sehr große Deutsch Rock Szene? Und kannst du damit etwas anfangen?
PE: Nein, ich höre mir kaum etwas davon an.
CU: Leider konnte ich im Info Zettel keine Tour Daten finden. Wirst du mit deine Band nicht auf Tour gehen um die CD zu präsentieren?
PE: Ich hab nicht genügend Songs und noch ungenügend Erfolg um in See zu stechen. Es kann schnell in ein finanzielles Desaster führen. Vor einer verlorenen Traube von Leuten zu spielen hab ich auch keinen Bock.
CU: Eine Frage noch zum Abschluss. Die Onkelz waren ja ein absoluter Full Time Job. Wie bereitet man sich eigentlich auf so ein Ende vor? Hattest du Angst da in ein Loch zu fallen?
PE: Ja, hatte ich, aber die Verkäufe lieferten noch genug Geld zum Leben ab. Aber es war gut zu lernen vollkommen selbständig zu sein und zu Handeln. Dieses Freiheitsgefühl möchte ich nicht mehr missen.
CU: Vielen dank das du dir die Zeit für die Antworten genommen hast :-)
PE: Vielen Dank für Dein Interesse :)
Nachdem Ende der TRASHCAN DARLINGS war es zunächst Strange? Gentle, der mit seiner neuen Band HARD LUCK STREET wieder ins Rampenlicht trat. Gitarrist Chris Damien Doll hat sich da schon etwas mehr Zeit gegönnt. Nach einem kleinen Lebenszeichen in Form einer 3-Track-Promo-CD Anfang des Jahres liegt jetzt endlich das Debütalbum seiner neuen Band THE SUiCiDE BOMBERS vor. Mit „CRIMINAL RECORD“ betritt Chris musikalisch härtere Gefilde und huldigt ganz klar seinen Hardrockwurzeln. Dabei gelingt es ihm auch als Sänger zu überzeugen. Er hat ein Album aus dem Boden gestampft, dass mit einer ordentlichen Wucht einschlägt. Die verordnete Auszeit hat also nicht geschadet, sondern im Gegenteil, mit den SUiCiDE BOMBERS hat Mr. Doll eine großartige Rockband mit einem einmaligen Image geschaffen! Mehr als genügend Gründe dem selbsternannten „Sleaze Fuhrer“ ein paar Fragen zu stellen.
Die Auflösung der TRASHCAN DARLINGS ist jetzt mehr als drei Jahre her. Die Zwischenzeit hast du genutzt, um eine neue Band – THE SUiCiDE BOMBERS – ins Leben zu rufen. Wie kamst du auf diesen Bandnamen? Hattest du schon Probleme damit?
Der Name spukte mir schon ewig im Kopf rum und ich denke es ist einer der coolsten Bandnamen überhaupt. Außerdem wollte ich schon immer eine Band die sich THE SUiCiDE BOMBERS nennt. Bisher hatten wir noch keine Probleme.
Was kann der geneigte Hörer von deiner neuen Band erwarten? Wie klingt ihr?
Einen ersten Eindruck kann man sich auf youtube unter suicidebombersmusic verschaffen oder man schaut einfach auf unserer Hompage vorbei (www.thesuicidebombers.com). Wer alte TRASHCAN DARLINGS Nummern wie „Electro Shock Rock“ oder „Electric Vampires“ mag, wird auch die SUiCiDE BOMBERS lieben! Kein Powerpop oder Punk, einfach nur straighter Hardrock, denn das ist es, was wir machen wollen. Die Zeit war einfach reif für uns! Außerdem erwartet euch eine attraktive Band, die euch in den Arsch treten und hochexplosive Konzerte abliefern wird!
Nach dem ersten Hören des Albums kann ich das nur unterstreichen. Ein Großteil der Stücke ist definitiv im Hardrock verwurzelt, außer vielleicht „High On Explosives“, welches eine richtig schön dreckige Punkattitüde an den Tag legt. Ich liebe diesen Song! Wird es in Zukunft mehr davon geben?
Die Attitüde dieser Band ist vielleicht sogar klarer und fokussierter als alles andere was ich bisher gemacht habe. Wenn du also nach einer dreckigen Attitüde suchst und es „Punk“ nennen möchtest, dann wirst du das genau hier finden. Du wirst es in diesem Song, aber auch in jedem anderen Song von „Criminal Record“ finden. Du wirst es auch auf unserer nächsten Platte finden, denn das ist unser Sound! Musikalisch ist „High On Explosives“ ein straighter Rock’n’Roll Song, aber ich denke der Begriff Punk ist heutzutage zu verwässert, dass fast alles Punk sein kann.
Aber du kannst deine Wurzeln, die TRASHCAN DARLINGS, nicht verleugnen. „Teenage Breakdown“ klingt fast wie einer der letzten DARLINGS Tracks auf der „Real Fucking Make-Up“ Compilation. Besonders die Gitarre im Hintergrund ähnelt alten TRASHCAN Nummern frappierend.
Wir verleugnen gar nichts! Wie ich schon sagte, wer „Electric Vampires“ mag, wird die BOMBERS lieben. Ich bin sehr stolz auf alles, was ich bisher getan habe und der Rest der Band verhält sich da genauso in Bezug auf seine Vergangenheit. Der Punkt ist, dass wir ein Album machen wollten, welches eine sehr fokussierte musikalische Richtung hat. Ein klassisches Debütalbum, bei dem man einfach alle Songs mag und nicht nur drei oder vier, mit denen man etwas anfangen kann. Das Meiste von „Criminal Record“ wurde erst geschrieben, als wir uns als Band gefunden hatten und nur einige Lieder sind etwas älter. Die älteren haben wir mit reingenommen, weil es einfach großartige Songs sind und die ganze Band sie liebte und die sich perfekt einpassten. „Teenage Breakdown“ ist eines dieser Lieder. Ich habe es Mitte der 90er geschrieben und bei einer Gelegenheit auch mit den TRASHCAN DARLINGS live gespielt. Wir haben es damals aber nicht aufgenommen, weil es einfach anders war und schwierig zu singen. Also ließ ich es erst einmal liegen. Mit den SUiCiDE BOMBERS hat es dann einfach gepasst und wir haben es auf das Album genommen, weil es schlichtweg ein Killertrack ist! Mit anderen Worten, es ist also kein Wunder, wenn du etwas Vergangenheit in dem Song hörst. Ich sehe aber nicht wirklich die „Vergangenheit“ die du da hörst, sondern vielmehr meine individuelle Art Songs zu schreiben, die ich weiterentwickelt habe. Wir sind stolz auf unser Talente und wir sollten… nein wir sind großartig!
Ich weiß, dass THE SUiCiDE BOMBERS deine neue Band sind und man sich verändern will. Aber warum bist du mit dem Sound weg vom Punkrock in die Hardrock-/Metal-Ecke gegangen? Hörst du diese Mucke momentan viel?
Weißt du, die TRASHCAN DARLINGS waren eigentlich keine Punkband. Wir haben das den Leuten auch all die ganzen Jahre immer wieder gesagt, aber es hat nie jemand zugehört. Die DARLINGS waren eine Glamour-Punk-Band und wir haben uns auch immer über diesen Glam-Look, eine punkige Attitüde und Rock’n’Roll definiert. In einem Teil der Musik der TRASHCAN DARLINGS waren sicherlich Elemente des Punk, genauso aber auch von Pop, Pop-Punk, Hardcore, Hardrock, Boogie, Bluesrock usw. Wir waren aber nie eine reine Punkband.
Ich wollte schon eine ganze Weile härtere Musik machen. Ich habe auch immer diese Art von Songs geschrieben, nur wurden die in der Vergangenheit nicht so oft verwendet. Jetzt war genau der richtige Zeitpunkt für mich gekommen, eine Schar Gleichgesinnter um mich zu sammeln und eine klasse Band zu formen, mit der ich das umsetzen kann. Wie ich schon sagte, wollten THE SUiCiDE BOMBERS ein Album mit einer klaren Richtung machen. Die TRASHCAN DARLINGS hatten am Ende keine klare musikalische Linie mehr. Wir haben großartige Platten, mit großartigen Songs gemacht, aber allzu oft war es ein Mischmasch aus verschiedenen Genres, da sich Strange? Gentle und ich in verschiedene Richtungen entwickelt haben. Die Band und das Songwriting wurden immer komplizierter, so dass sich die Songs immer schwieriger in die Musik einfügten. Bei den SUiCiDE BOMBERS dreht sich alles um Fokussierung, eine klare Richtung und Qualität und ich denke damit haben wir es geschafft. THE SUiCiDE BOMBERS sind im Moment definitiv meine Lieblingsmusik.
Sind die SUiCiDE BOMERS eine One-Man-Chris-Damien-Doll-Show oder ist der Rest der Band in das Konzept involviert? Im Intro zur Platte sprichst du von „4 Intergalactic Superstars“!
THE SUiCiDE BOMBERS sind auf jeden Fall eine Band! Vielleicht sogar mehr als jede andere Band in der ich bisher spielte. Jeder Einzelne hat dieses Feuer und wir alle arbeiten hart an der Band. Auch in Bezug auf Sachen außerhalb der Bandproben, was für mich absolut neu ist. Die Songs sind auch vielmehr eine Gemeinschaftsleistung. Sicher, ich schreibe die Songs immer noch alleine und nehme Demos auf, aber in der Vergangenheit waren das meistens schon die fertigen Songs, die aufgenommen wurden. Mit meinen neuen Bandkollegen arbeiten wird gemeinsam an den Arrangements der Tracks. Wenn ich grob schätzen müsste, würde ich sagen, dass annähernd die Hälfte der fertigen Arrangements auf das Konto von T-Bone, The Outlaw Groover, unserem Drummer gehen. Wenn du ganz genau hinhörst, wirst du feststellen, dass Bitch Commander James Nero nicht nur seine 8 Noten auf dem Bass runterspielt, sondern ein paar wirklich coole Basslines und Grooves am Start hat, auf die ich im Leben nicht gekommen wäre. Lazy Leather, The Sex-Gunslinger, ist ein fantastischer Gitarrist. Er ist nicht nur technisch brillant, sondern er bringt auch sein Herz und seine Seele in sein Spiel mit ein, was man durchaus hören kann. Obendrein ist er auch noch ein großartiger Designer und verantwortlich für alle Artworks der Band. Und das ist erst die Spitze des Eisbergs! THE SUiCiDE BOMBERS sind mit Sicherheit eine Band! Die Idee die Band zu gründen, die Songs und die Vision war ursprünglich meins, aber mittlerweile ist es zu etwas geworden, an dem wir alle gemeinsam gearbeitet haben.
Wie bist du auf den großartigen Namen “The Sleaze Fuhrer” gekommen?
Wir alle haben unsere Namen. Es soll reflektieren wer wir sind. Die Einzelheiten kann man in Ruhe auf unserer Facebookseite oder unserer Homepage nachlesen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich auf den Namen gekommen bin, aber im Grunde heißt es, dass ich der Führer des Abschaums bin. Es geht nicht um Politik, sondern einzig allein um den Abschaum.
War es eigentlich sehr merkwürdig deine eigenen Songs zu singen?
In einem Wort: JA! Hahaha… Ich habe keine Leadvocals mehr gesungen, seit ich 15 war. Es ist so viel anders als Backing Vocals. Wenn du im Hintergrund singst, geht es mehr um die richtige Stimmung oder die richtigen Elemente, die ein Song braucht. Du kannst deine Stimme komplett verstellen und kommst gut damit durch. Als Frontmann bist du allerdings derjenige, der die Melodie trägt und das musst du mit deiner eigenen Stimme mache. Es brauchte einige Zeit, bis ich meine eigene Stimme wiedergefunden hatte, aber als es einmal soweit war, habe ich nicht mehr zurückgeblickt. Die ganze Band ist happy mit der Art und Weise wie meine Stimme klingt, sowohl live als auch auf Platte. Das Gute daran seine eigenen Texte zu singen ist, dass ich während der gesamten Proben immer weiter daran arbeite. In der Vergangenheit war ich mit den Lyrics durch, wenn sie gut zu singen waren. Ich gab sie dem Sänger, er sang sie und ich beschäftigte mich mit meinen Gitarrenparts. Jetzt höre ich gar nicht mehr auf an den Texten und der Melodie zu schrauben, bis der Song fertig aufgenommen ist. Das gab mir die Möglichkeit weiter an den Zeilen zu schreiben oder sie zu ändern, wann immer mir etwas Besseres einfiel. Außerdem konnte ich viel mehr an den Melodien arbeiten und das Resultat kann sich mehr als sehen lassen. Einfach ausgedrückt, hatte die Strophe bisher eine Melodie und der Refrain eine eigene. Wenn man sich aber „Criminal Record“ anhört, wird man viele ausgetüftelte oder auch weniger ausgetüftelte Wechsel erkennen können. Hör dir zum Beispiel „Cindy“ an, die zweite Hälfte der zweiten Strophe und der zweite Pre-Chorus haben im Vergleich zu den ersten komplett andere Melodien. Und es gibt viele solche Dinge auf dem Album. Ich habe in der Vergangenheit eine Menge guter Texte geschrieben, aber ich denke nicht, dass ich bisher eine Platte veröffentlicht habe, bei der ich so zufrieden bin mit all meinen Lyrics. Im Ernst, ich liebe es für diese Band zu singen und ich war schon immer eine Art Frontmann, auch wenn ich keine Lead Vocals gesungen habe.
Ihr habt auch schon die ersten Konzerte in Olso hinter euch gebracht. Wie lief es denn? Wie reagierten die Leute, speziell die alten DARLINGS Fans?
Bisher haben wir fünf Gigs gespielt. Wir wollten die Liveaktivitäten auf ein Minimum reduzieren, zumindest bis das Album fertig ist. Die meisten der Shows waren also eher das Resultat von Proberaumkollapsen. Aber alle Konzerte liefen super! Immer ausverkauft oder sehr nah dran und das Publikum war ganz aus dem Häuschen und lobte die Band. Wir haben außerdem gute Kritiken für unsere Shows in gefeierten Magazinen bekommen wie dem „Norway Rock Magazine“ oder dem „Scream Magazine“. Die alten TRASHCAN DARLINGS Fans waren sehr unterstützend und schienen es zu genießen.
Gibt es Pläne für Shows außerhalb von Norwegen?
Unser gesamter Fokus lag bisher darauf, dass Album fertig zu stellen und zu veröffentlichen, was im Juni soweit war. Wir haben jetzt einen Vertrag mit Live Wire Booking, welche uns Gigs in Skandinavien buchen werden, so dass wir Ende diesen Jahres / Anfang nächsten Jahres mehr Konzerte geben werden. Wir wollen natürlich aber auch außerhalb von Norwegen spielen, jemand muss uns nur ein Angebot machen.
Es gab eine einmalige Reunion deiner alten Band TRASHCAN DARLINGS am 30. Dezember 2011. Wie war der Gig und sind weitere solche Shows geplant?
Der Abend war großartig! Viele alte und auch neue Fans aus vielen verschiedenen Ländern kamen nach Oslo in die Elm Street. Der Club war brechend voll. Wir haben fast den Barrekord geknackt. In der 21 jährigen Geschichte des Ladens gab es nur eine Band, welche an einem Abend mehr Bier verkauft hat als wir und das war eine bei weitem größere Band auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Wir haben an dem Abend viele bekannte Bands abgehangen! Viele alte Fans meinten, dass es eines der besten DARLINGS Konzerte war, dass die Band je gegeben hat und für uns fühlte es sich ähnlich an. Wie es mit weiteren Gigs aussieht… ich weiß es nicht. Wir sind alle sehr mit unseren neuen Bands beschäftigt und wollen uns auch darauf konzentrieren. Wenn allerdings ein unwiderstehliches Angebot kommt… wer weiß?!
Nachdem die norwegische Justiz Anklage gegen Anders Breivik erhoben hatte, war das Thema aus dem Medien nicht mehr wegzudenken. Wie fühlt man sich als Einwohner Oslos über ein Jahr danach?
Ich fühle mich nicht wirklich anders. Ich habe mein Fernsehen im Januar 2011 abgestellt und habe seitdem auch nicht mehr geschaut. Ich lese auch nur selten Zeitungen und bin mittlerweile von dem ganzen Breivik Ding etwas gelangweilt. Es war auf jeder Titelseite jeder Zeitung fast jeden Tag und irgendwann ist es halt langweilig.
Wie ist die Stimmung in Bezug auf Anders Breivik? Haben sich in Norwegen viele Dinge geändert nach dieser Tragödie?
Die Stimmung ist wahrscheinlich so wie überall auf der Welt. Einige folgen dem Fall intensiv, aber viele der Leute sind gelangweilt. Die Medien quetschen auch noch den letzten Tropfen Blut aus dem Fall, um mehr Zeitungen zu verkaufen und das ist extrem durchschaubar und boulevardesk. Oh, habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es auf Dauer langweilt?
Anders Breivik ist ein kleiner Wichser, der von seinem Vater vernachlässigt wurde und nach Aufmerksamkeit suchte. Als er die nicht bekam, wählte er die zweitbeste Art der: Negative Aufmerksamkeit. Und whooohooo, er bekam sie! Wir sind alle große Wichser und suchen nach irgendeiner Art von Aufmerksamkeit, also bekommt eure verfickten, boulevardesken Ärsche hoch Deutschland und unterwerft euch dem Kult der SUiCiDE BOMBERS!!!
History is about to beging! Over and motherfucking out!
Besten Dank für das Interview!
East Side Daniel
Brigade S. befand sich 2 Jahre aufgrund einer “Babypause” im Tiefschlag und ist jetzt wieder Back to the Roots.
Was haben die Bandmitglieder in den 2 Jahren getrieben?
Tja, was haben wir so gemacht …? Unser (mittlerweile Ex-) Bassist Bernd hatte ja ziemlich direkt nach unserem 10 Jahre Brigade S. Jubiläumsalbum („Turbobuben“) um eine Babypause gebeten. Er hatte einfach nicht mehr die Zeit und Energie, sein Kind, die Brigade und sein neu gegründetes Label Mad Drunken Monkey Records, unter einen Hut zu bringen. Da Patrick und ich (Christian) selber Väter sind, konnten wir schon nachvollziehen, dass er einfach mal eine Pause brauchte, haben dem zugestimmt und das ganze grob auf ein bis zwei Jahre festgemacht.
Aber so gar nichts machen ? Nee, das ging wirklich nur ein paar Tage gut. Also haben wir drei Ex – Briganten uns im Proberaum getroffen und beschlossen : Wir machen weiter – aber was ganz Anderes! Also haben wir kurzerhand Settle Old Scores (S.O.S.) gegründet – eine Früh-80er Jahre HC Coverband. Da wir unbedingt anders als die Brigade klingen wollten, (und mussten!), sind diverse Leute bei uns neu eingestiegen (u.a. war sogar ein gewisser Herr Herbst im Gespräch – er hatte aber kurz vor der ersten Probe wieder in den Sack gehauen, was aber verständlich war: wir haben immer klar gemacht, dass S.O.S. maximal ein Lückenfüller für die Babypause sein wird, danach ist definitiv Schluß…) – von all den Leuten war nach drei Monaten aber keiner mehr da (u.a. ist ein Schlagzeuger abgesprungen – Weswegen? Natürlich wieder zu erwartender Nachwuchs!) außer uns drei Brigade S. Mitgliedern: Patrick Malte und mir.
Wir haben dann als letzten Versuch Marco ins Boot geholt: er hatte früher schon öfter als Drummer bei der Brigade S. ausgeholfen, war ein feiner Kerl, hatte HC Background, Zeit und Bock auf den Kram. Patrick hat sich die Gitarre geschnappt, ich mir den Bass und Malte blieb dann ja nur noch der Gesang.
Letztendlich haben wir dann fast ein halbes Jahr an einem HC Set im Proberaum gefeilt und dann ein paar kleine, aber feine Gigs gespielt….
In der Zeit hatte Bernd dann auch eröffnet, dass er gar nicht mehr wiederkommen wird. Na gut, irgendwie hatten wir das schon geahnt. Nach kurzer Überlegung haben wir dann beschlossen, in der S.O.S. Besetzung einfach als Brigade S. weiterzumachen. Malte am Gesang ist geblieben , Patrick und ich haben einfach nur die Instrumente getauscht und Marco ist jetzt am Schlagzeug der Neue in der Klasse.
Der S.O.S. / Brigade S. Übergang war dann eher fließend, weil wir die HC Sachen schon sehr gerne gemacht haben und nicht so einfach abrupt beenden wollten, aber seit Anfang des Jahres ist die Brigade wieder voll da! Natürlich musste auch Marco unserer Tradition folgen und ist pünktlich zum Brigade S. Start Vater geworden … wir sind vielleicht nicht unbedingt die beste Band, aber eine der fruchtbarsten ? auf alle Fälle !!!
Kurioserweise hat Malte über S.O.S. einiges neue Positive an Gesangserfahrung mitgenommen, Patrick ist als neuer Gitarrist (na gut: er spielt das Instrumaent ja schon seit über 20 Jahren „nebenbei“) um Längen besser als ich es je war und ich habe festgestellt: der Bass ist mein Instrument! Gut werde ich wahrscheinlich nie, aber ich habe extrem viel Spaß dabei!
Ist denn S.O.S. jetzt komplett auf Eis gelegt oder wird es neben der BRIGADE weiterhin Konzerte dieser H.C. Coverband geben?
Im Vordergrund steht natürlich die Brigade S. – wir proben seit Anfang 2012 wirklich nur noch dafür, schreiben neue Texte usw. . Allerdings sind wir nicht abgeneigt, für den ein oder anderen Gig auch noch mal S.O.S. zu reaktivieren. Wir bräuchten wahrscheinlich knapp sechs Wochen Vorlauf, um mit den HC Sachen wieder bühnentauglich zu werden, aber wenn ein Veranstalter Interesse hat: einfach unter www.facebook.com/settleoldscores melden. Mit einem Set von knapp 40 Minuten sind wir allerdings eher als Vorband oder für eine Party geeignet ….
Du sagst, Ihr schreibt neue Texte seit Anfang 2012. Wurde in den 2 Jahren ZUVOR, gar kein neuer Text für die Brigade verfasst? Bei den beiden Gigs, die Ihr letztens in Duisburg & Castrop absolviertet, bei denen Ich ja zugegen war, konnte man ja schon 2 neue Songs (wovon 1 Song noch ein Coverstück ist) hören. Mehr habt Ihr noch nicht am Start? Wer hat die beiden Songs geschrieben?
Ich habe im Prinzip unabhängig von der Babypause seit zwei Jahren Texte geschrieben. Insgesamt sind das locker 20 Stück, wobei vielleicht gerade einmal 7 – 8 davon so „gut“ sind, dass sie den Weg auf unsere nächste CD finden könnten… der Rest ist teilweise zu lang, zu Ernst oder einfach nicht „Brigade S. tauglich“ (Ha,Ha, da kann sich jetzt jeder selber seinen Teil denken). Malte hat auch noch 6 oder 7 Songs beigesteuert – insgesamt haben wir also fast 30 Texte im Proberaum herumliegen. Wir haben aber erst Anfang des Jahres begonnen, mit den neuen Sachen und neuer Musik zu arbeiten. Live wird’s in Zukunft sicher noch ein zwei neue Songs geben – allerdings leben wir ja auch Großteils von unseren Texten, und die gehen auf der Bühne dann irgendwie unter, wenn Du nicht mal vorher in die (neuen)Stücke reinhören konntest … und 75 % unseres Sets entspringen ja sowieso dem Wunsch des Publikums … ohne „Onkel Eckart“, „Wanne Eickel „usw. geht’s nicht.
Die beiden neuen Songs, die wir im Set haben, entsprangen meinem Gedankenwirrwarr (bzw. meiner Übersetzungskunst, was das eingedeutschte Cover betrifft). Am Ende (sprich: auf der neuen CD) wird aber ein Mix aus Maltes und meinen Texten stehen …. das hat sich einfach bewährt.
Was mir immer wieder bei Euch auffällt ist die Tatsache, das Ihr Euch selber nicht Ernst nehmt und immer Live mit viel Fun zu Werke geht, wovon sich viele Bandfs ein Stück abschneiden können. Irgendwie habe Ich das Gefühl, als ob Euch kaum etwas aus der Ruhe bringen könnte.Liege Ich da richtig oder täuscht mein Eindruck?
Du liegst genau richtig! Wir haben einfach Spaß daran, live zu spielen und ich denke, dass merkt man. Pro Jahr haben wir nur zwischen 5 und 10 Gigs, da ist jeder Auftritt ein Highlight für uns. So eine gewisse abgezockte Routine erspielen wir uns dadurch natürlich nicht … Ernst nehmen wir das, was wir machen, aber auf jeden Fall. Ich habe aber kein Problem damit, dass Texte wie Gabba – Alarm, Onkel Eckart, Homosexuell (na gut, letzterer nur bedingt, aber das Grundthema ist echt !) nicht meiner Fantasie sondern meinem Leben entsprungen sind – und während die meisten Menschen lieber den Mantel des Schweigens über die ein oder andere persönliche Anekdote hüllen, kann ich eben über meine Peinlichkeiten lachen (es gibt beispielsweise auch noch meinen Onkel Lothar in Wattenscheid – der ist eigentlich noch drei Ecken durchgeknallter als mein Onkel Eckart , aber wir haben das als Thema erst einmal auf Eis gelegt ) und vertexte das dann. Wie gesagt, Ernst nehmen wir uns schon – sonst hätte es uns auch nicht so lange gegeben – aber wir halten uns nicht für wichtig, das triffts vielleicht eher. Sicher haben der ein oder andere Text, dass ein oder andere Konzert von uns , irgendjemand da draußen in irgendeiner Art beeinflusst. Aber wir sind uns auch klar, dass wir nie die Ernsthaftigkeit (oder Langeweile eines Mike Ness, den Kultstatus der Kassierer oder sonst etwas in der Art erreichen werden – das war und wird nie unser Ziel . Ein kleines fantastisches Konzert wie letztens in Castrop, eine regelrechte Stimmungsexplosion (da sind wirklich alle durchgedreht) wie in Wetzlar, dafür leben und spielen wir. Planen kannst Du das nicht. Ich kauf mir mein Fahrtbier, sehe eine bekloppte Wikinger Faxe Dose, wir kaufen die, verlosen das Teil beim Gig Abends und Malte saugt sich während der Verlosung irgendeinen Unsinn aus den Fingern – sowas ist nicht planbar….
Woher kommt die Ruhe? Wir spielen jetzt 13 Jahre in der Band (Patrick und Marco haben davor schon jahrelang in anderen Bands gespielt, Malte und ich sind mindestens genauso lange zu diversen Punk, Oi, HC – und was weiß sonst noch für Konzerten gegangen), d.h. wir eiern seit fast 25 Jahren durch die große Punkrockwelt – da bringt einen so schnell nichts mehr aus der Spur. Dazu ziehen drei von uns immerhin fünf Kinder groß, das härtet ab …
Wie sieht es denn mit einem neuen Tonträger aus? Viele neue Songs sind ja noch nicht am Start. Laßt Ihr das alles locker anlaufen oder habt Ihr Euch intern schon eine Art Deadline gesetzt?
Die sieben Songs, die wir bisher haben, sind eigentlich fest für den neuen Tonträger eingeplant. Allerdings haben bestimmt auch noch mal genau so viele Stücke nicht mehr als zwei, drei Proben überstanden, weil sie nicht so geklungen haben, wie wir uns das vorgestellt haben – wir sind da mittlerweile auch lockerer geworden und halten nicht mehr krampfhaft an Stücken fest: Was nach zwei Proben Scheiße klingt wird auch nach 10 Proben kein Brüller . Für ein neues Album fehlen also noch ein paar Songs – wir sind aber guter Dinge, dass wir im Januar 2013 ins Studio gehen können um unser fünftes Album einzuspielen (mit dem Wissen, dass aus Januar 2013 auch durchaus Mai 2013 werden kann – aber das stört ja nicht wirklich …) bis die ganze CD dann fertig ist, dauerts auch noch ein paar Wochen. Also im besten Fall bringen wir im Frühjahr, im schlechtesten im Herbst 2013 was heraus… 
Dann erzähle uns doch zum Schluß, wann und wo man die BRIGADE S. Demnächst Live sehen kann.
Für dieses Jahr sind erst mal noch zwei bis drei Gigs fest eingeplant: Am 1.9. spielen wir mit unseren Freunden von A.B.M. und Operation Semtex im „Brigade S. Wohnzimmer“, sprich im Heisterkamp in Wanne-Eickel, danach geht’s Mitte Oktober ins Rattenloch nach Schwerte und im November/Dezember sind wir bei der sogenannten Lokalrunde , ebenfalls hier in Wanne, im Stadteilzentrum Pluto im Gespräch. Um mehr haben wir uns bisher auch nicht gekümmert, da wir ja an der neuen CD basteln… sollte aber noch ein interessantes Konzertangebot reinkommen, dann kriegen wir das bestimmt auch noch hin…
Interview mit Chris von Gimp Fist, geführt am 02.07.2012
Als erstes Gratulation zu eurer neuen Splitt-CD, aber warum hab ihr eine CD mit Last Rough Cause gemacht? Sind das gute Freunde von Euch, oder hattet ihr nicht genug neue Songs?
Wir haben reichlich neue Songs. Last Rough Cause sind gute Freunde von uns, wir haben über die Jahre schon einige Gigs mit denen zusammen gespielt.Wir waren richtig aufgeregt diese CD zu machen – wir haben ein Song von Last Rough Cause gecovert und die haben ein Song von uns gecovert und wir haben ein fantastisches Cover ( done by Folo).
Wer schreibt die Lieder bei Gimp Fist?
Jeder leistet seinen Beitrag, aber der eigentliche Songwriter ist Jonny.
Fliegen euch die Lyrics so zu oder sitzt ihr stundenlang da und denkt darüber nach was man schreiben könntet?
Es kommt auf die Lieder an, einige sind sehr leicht zu schreiben und es geht sehr schnell, andere hingegen nehmen mehr Zeit in Anspruch, bevor sie uns gefallen .
Wann hast du gemerkt das Musik einen erheblichen Einfluss auf dein Leben genommen hat?
Wir sind in einer Gegend aufgewachsen ohne Aussicht auf einen Job, das einzigste was wir in unserm Leben hatten war die Musik. Wir lieben es Live zu spielen, dieses ganze Songwriting und die Aufnahme Prozedur.
Könnt ihr euch noch erinnern wie es zu dem Namen Gimp Fist kam?
Wir haben über eine Menge verschiedener Namen nachgedacht, als Chris in einer Zeitung umblätterte und eine Anzeige mit dem Ausdruck Gimp Fist gelesen hat und das fanden wir alle gut.
Kennt ihr einige Bands oder Musik aus Deutschland?
Wir lieben Deutschland und wir haben schon ganz oft live bei euch gespielt. Wir mögen Urban Rejects( RIP), Bovver (RIP), Down the Drain (RIP), Stomper 98, The Ruckers und Droogiez.
Mit wem würdet ihr sofort ohne Zweifel spielen?
Wir würden sofort mit The Clash oder Blitz spielen, wenn es diese Bands noch geben würde.
Rancid standen auch auf unserer Liste und dieser Wunsch wird uns im Dezember 2012 erfüllt, als wir gefragt wurden ob wir Lust hätten den Support zu machen.
Wir lieben es mit The Business zu spielen. Es ist immer eine großartige Show, wir haben immer viel Spaß und sind jetzt gute Freunde geworden. Für die Zukunft wünschen wir uns mit Argy Bargy und Cocksparrer zu spielen.
Was sind eure besten oder schlechtesten Erinnerungen an euren Konzerten?
Gute Erinnerungen sind zu erwähnen, schlechte direkt vergessen.
Egal, wann auch immer, wir in Nord-England spielen, wir haben fantastische Nächte und viele Freunde kommen um uns zu sehen.
Schlechte Erinnerungen sind, wenn dein Hinflug 6 Stunden Verspätung hat, du auf dem Weg zum Son of a Bastard Festival bist und dein Rückflug dann 8 Stunden Verspätung hat. Ich nehme an das passiert öfters, wenn man im Winter nach Deutschland fliegt.
Wie oft kommt ihr zusammen um zu üben oder neue Songs zu schreiben?
In der Regel treffen wir uns 3 mal im Monat.Wenn wir keine Gig`s haben kommen wir trotzdem zum Proben zusammen und wir proben so oft es geht, wenn wir neue Songs haben und ins Studio wollen.
Welche Bands haben Einfluss auf Gimp Fist genommen und welche Bands haben euren Respekt?
Wir sind zu dritt und wir haben alle einen anderen Musikgeschmack. Wir versuchen eine Variante aus Cockney Rejects, The Business, The Clash, Rancid, Cocksparrer und Prince Buster zu kreieren.
Wir haben totalen Respekt vor Bands die für ihre Ideale einstehen und nicht von anderen Meinungen sich beeinflussen lassen.
Was würdest du jemanden als Tipp geben, der im Musikgeschäft sein Glück versuchen will?
Mach es aus Liebe zur Musik und nicht wegen des Geldes. Die meisten Bands können nicht von der Musik leben und damit deine Band nicht untergeht mach es, weil du es liebst.
So und jetzt mal was nicht so typisches:
Hast du jemals auf der Straße oder in U-Bahnen gespielt und wenn ja wie viel Geld hast du damit verdient?
Nein, niemals.
Bist du ein Frühaufsteher oder Morgenmuffel?
Morgenmuffel
Hörst du Musik wenn du morgens aufstehst?
Nein
Wann bist du heute aufgestanden?
6:00 Uhr – Wir hatten gestern Abend ein Gig und ich hatte nur 4 Stunden Schlaf – deshalb bin ich ein Morgenmuffel.
Wann werden wir euch mal wieder in Deutschland sehen?
28. September – Bischofswerda
und jetzt
Deine erste CD?
Ich bin 47 Jahre alt – Ich kann mich nicht mehr erinnern.
Was ist momentan deine Lieblings-CD ?
Hard Skin – Same Meat Different Gravy
Welches ist deine absolute Lieblings-CD?
Cockney Rejects – Greatest Hits Volumen 1 or Blitz-Voice of a Generation. Dies kann aber von Monat zu Monat variieren.
Deine schlechteste CD ,die du dir gekauft hast?
Zu viele um sie aufzuzählen.
Welche Bands möchtest du mal Live sehen ?
Ich habe das Glück das ich über die Jahre alle Bands live gesehen habe, die ich sehen wollte. Ich wollte immer The Clash sehen , aber leider war ich noch zu jung.
Vielen Dank für das Interview, Chris. Ich hoffe das Gimp Fist noch viele Jahre die Szene positiv beeinträchtigen wird. – GAWO -
Vor ein paar Wochen gaben die Gelsenkirchener Gruben-Rocker DIE KNAPPEN im Internet bekannt, dass Sänger, Ober-Kumpel und Aushängeschild Tom Angelripper die Band verlassen würde. Grund genug mit den Herren mal über die Zukunft der Band zu sprechen. Interview-Termin war der dritte März 2012, an dem man als Support-Act für Matt “Gonzo” Roehr in Oberhausen spielte. Und so sitze ich am frühen Samstagabend mit Ralf “Schiri” Schieritz (ehem. Bass/ jetzt Gesang) und Stefan “Schlüti” Schlüter (Schlagzeug) im T-Club der Turbinenhalle in einer entspannten und lockeren Gespächsrunde zusammen.
Schlüti: Nee, aber das ist auch noch keinem aufgefallen. Mir selber auch erst vor kurzem (großes Gelächter). Haben wir damals wohl vergessen zu schreiben.
Moin Matti!
Nach fast 4 Jahre erscheint nun endlich das langersehnte neue Album!
Warum hat es diesmal so ewig lange gedauert, bis wir endlich ein komplettes, neues Album von Euch serviert bekommen?
Hallo Frank,ja nun ist es endlich so weit und du hast recht: “Es hat wirklich eine halbe Ewigkeit gedauert.”
Allerdings haben wir auch schon vor knapp 2 Jahren angefangen dieses Album zu planen, Lieder zu schreiben und zu proben. Leider hatten wir nur wenig Zeit um uns im Proberaum zu treffen, und somit gestaltet sich das Machen neuer Lieder sehr schwierig. Glücklicherweise gibt es das Internet, über das wir uns ständig fertig produzierte Demos schicken konnten. Trotzdem hat es dann noch lange bis zur Fertigstellung gedauert, da wir schließlich zwischendurch noch Clubkonzerte, Festivals und unsere kleine Tour mit Volxsturm gespielt haben. Nun ist das Album aber fertig und gut ist!!!!
Habt Ihr das Album vorproduziert oder wurden noch in letzter Sekunde Songs im Studio geschrieben? Wer ist auf dem neuen Tonträger für die Texte verantwortlich? Müssen die Texte von allen Bandmitglieder abgesegnet werden?
Ja Frank, da bist du wohl sehr gut informiert gewesen:)!? Wir haben dieses Mal fast das gesamte Album zu Hause vorproduziert. Das heißt konkret, dass Harry alle Ideen zusammengefasst und uns dann schlussendlich die fertigen Demos präsentiert hat. Das funktionierte hervorragend und garantierte uns somit einen reibungslosen Ablauf. In letzter Sekunde haben wir dieses Mal gar nichts gemacht. Zwar waren die letzten Lieder auf den Punkt aufnahmebereit,standen jedoch schon als Demo fest.
Hauptsächliche habe ich mal wieder den größten Teil der Texte geschrieben, wobei Harry den einen (komplett geschrieben) oder anderen noch modifiziert und angeglichen hat. Erstmals hat auch Wünschi einen ganzen Song dazugesteuert. Dreimal dürft ihr raten, welcher aus seiner Feder stammt. -Hat was mit Arbeitsamt zu tun…..- Generell ist es bei uns so, dass die Texte teils kontrovers diskutiert werden und auch raus fallen wenn mal einer überhaupt nicht ankommt. Wir verfahren da stets demokratisch nach dem Mehrheitsprinzip.
Wie viele Songs hattet Ihr für den Tonträger in der Piepeline und wie viele haben es letztendlich auf díe Platte / CD geschafft. Wurden weitere Songs für andere Releases direkt mit aufgenommen?
Wir hatten genau 13 Lieder in Arbeit, von denen wir 12 aufgenommen haben. Ich weiß gar nicht wie das z.B. Broilers machen, die immer “behaupten” 690 Lieder geschrieben zu haben für ein Album:) Wir sind froh, wenn wir 12 zusammen bekommen.
Eigentlich hatten wir schon vor,ein paar Sachen für nächste Projekte aufzunehmen, was aber durch Knappheit der Zeit beschnitten wurde.
Zum jetzigem Zeitpunkt unseres Interviews liegt mir das komplette Album leider noch nicht vor, aber Ich konnte ja schon in einige Songs reinhören und dabei ist besonders das Lied „Kinderaugen“ hängen geblieben, das ja die ganze Miesere unserer Welt aus Augen eines Kindes aufzeigt. Hattest Du alleine die Text Idee zu diesem Song, oder haben Dir wirklich deine Kids mit ein paar Nörgeleien dazu Vorlagen geliefert?
Es ist definitiv so, dass es meine Kinder herzlich wenig interessiert, was ich nun darstelle, oder auch nicht. Ich bin ihr Vater, und das ist für sie das Wichtigste. Wir schleppen uns ja viel zu oft mit einer gewissen Melancholie und Polemik durch das Leben, welche für unsere Kinder schwer nachvollziehbar ist. Auch wenn sie schonmal Sorgen haben wischen sie diese doch recht schnell und unkompliziert mit ihrer naiven Art und Weise vom Tisch.Mir fallen erst seit dem ich Kinder habe wieder schöne Sachen in meinem Umfeld auf, weil sie mich darauf hinweisen. Deshalb habe ich dieses Lied als eine Art Verbeugung geschrieben, und Harry hat, wie ich meine, die passende Musik dazu gemacht.
Bevor wir weiter über Songs des Albums quatschen,möchte Ich erstmal abwarten, bis die CD mich erreicht, was in kürze der Fall sein müsste.Lasse uns mal was über euer Video schnacken.
Wer hatte die Idee zu diesem Video, wo wurde es gedreht und wer ist das Pärchen, das im Video das Sofa bestückt?
Die Idee zu dem Video ist ganz langsam entstanden. Bis zum Sommer 2010 gab es noch so wirre Flausen wie: “Mit nem Wasserwerfer durch Hamburg fahren und damit den Hamburger Bauwagenplatz aufräumen“. Danach hätten wir uns ein dickes Konzert für lau auf dem Bauwagenplatz vorgestellt. Diese Idee zerschlug sich in der Folge aber zusehends aus diversen Gründen. An den Bauwagenpunx hat es genau so wenig gelegen, wie an dem Wasserwerfer. Letzterer war sogar schon organisiert.
Zeitgleich hatte Stephan Kipke, der uns schon seit Jahren für sein Studienprojekt mit der Kamera begleitet, eine völlig eigenständige Idee. Diese arbeitete er dann zusammen mit Aron Krause (www.musikbewegtbilder.de) aus. Dazu haben die beiden ein Filmstudio vom Tide-Stadtsender klargemacht und innerhalb einer Woche zu unserer Kulisse umgebaut. Effektiv nahmen wir dann fast 3 Tage auf, wobei der Liveteil im Indra Club auf St.Pauli im Rahmen der Nordic Walking Tour entstand. Wir denken, dass die beiden uns ein absolut professionelles Video hingezaubert haben. Unser Dank gilt auch allen anderen Beteiligten von der Kamera, Maske, Catering, Akteuren bis hin zur Requisite. Alles in Allem waren 10 bandexterne Leute am Dreh involviert.Einen großen Anteil hatten auch unsere beiden „Schauspieler“ namens Wolfgang und Jenny. Wolfgang kannten wir bis dato noch nicht (Freund von Stephan Kipke) und Jenny ist eine mittlerweile langjährige Freundin von mir.
Dann kommen wir mal wieder zum Album zurück, da mich mittlerweile die CD erreicht hat. Laß uns mal über die einzelnen Songs sprechen, bzw., erzähl Du uns doch bitte kurz was zu jedem Song.
Sach ma, bist du bekloppt? (Anmerkung Frank: klar bin Ich bekloppt, denn sonst würde Ich Euch doch nicht kennen und wir jetzt dieses Interview führen).
Das sind 12 Lieder, und zu allen soll ich was sagen?
Na gut, fangen wir also an. Los geht es auf der Scheibe mit einem „Opener“ im klassischen Stil. „Gumbles Punkrockshow“ beschreibt so ziemlich im Detail, was einen erwartet, wenn man Gumbles bei sich in der Stadt zu Gast hat. Wer uns näher kennt, der wird die einzelnen Zeilen des Liedes bestätigen können, ha,ha. Hab ich recht mein lieber Frank? (Anmerkung Frank: dem kann ich nur beipflichten)
Weiter geht es mit „Rosenkavalier“, der auch sehr aus dem (meinem?) Leben gegriffen ist. Unsere Frauen sind nun mal nicht mit Schwiegermutters Liebling verheiratet. Da kollidiert schon mal die Subkultur mit dem „normalen“ Familienleben.
Zu „Die Geilsten“ braucht man nicht viel zu sagen. Es ist Wahnsinn, was in den letzten Jahren mit dieser Band passiert ist, und dass soll dieses Lied beschreiben und zum Teil auch zurückgeben.
„Momente“- Um gleich auf deine Frage zurückzukommen: „Nein, dieses Lied habe ich nicht geschrieben.“ Der Text und die Musik stammen komplett aus Harrys Feder. Deshalb kann ich zu den Hintergründen wenig sagen, was bei „Der perfekte Tag“ natürlich anders ist.
Dieses Lied drückt die komplette Wut, Angst und Ohnmacht aus, die man empfindet wenn man heutzutage nur einmal den Fernseher anschaltet, oder durch unsere bunte, unwirkliche Welt geht. Den Menschen steht ihr Jamba-Klingeltonabo in die dummen Visagen geschrieben, mit der sie wie dämliche Schafe durch ihr Leben eiern.
Es gibt aber nicht nur wütende, sondern auch beschwingte Songs auf diesem Album. „Generation 21“ entstand in Zusammenarbeit mit Nick Hobbs aus Glasgow. Er ist der ehemalige Bassist der schottischen Helden von „United Front“. Teile des Textes stammen von ihm, wobei die Musik und die Refrains von mir und Harry verfasst wurden. Übrigens: TITELSONG
„Scheiss auf euch“ direkt danach ist wieder eine wütende Antwort auf den ganzen Szene- und Internetmüll, der immer mehr zu einer immensen Belastung wird. Trotz alledem werden wir (nicht nur die Band) weiter unser Ding machen, und uns nicht der Allgemeinheit anpassen. Wir stehen auf der Bühne und geben unserer Meinung ein öffentliches Gesicht, was man von all den Internethetzern nicht sagen kann. Wer immer schön in der Deckung des WWW agiert wird uns hoffentlich niemals das Wasser reichen können.
Da wir auf diesem Album ja schon vermehrt persönliche Sachen verarbeitet haben, durfte auch ein Lied wie „In all den Jahren“ nicht fehlen. Es ist als eine Art Hommage an unsere Jugend in den Sommern Schwerins zu verstehen. Eine Zeit, die diese Band geprägt hat und unvergessen bleiben wird. Hoffentlich wird sich der eine oder andere in diesem Lied wiederfinden.
Bei „Gumbles Iserlohn“ wird es in Zukunft sicherlich einige Frage und Verwirrungen geben. Vor ca 2 Jahren kontaktierten uns ein paar Jungs aus Iserlohn mit der Frage ob wir nicht eine Hymne für ihren Streethockeyverein machen könnten. Da sie sich selbst Gumbles Iserlohn nennen dachten wir uns, dass das eine super Idee sei , und wir machten in Zusammenarbeit mit den Hockeyjungs dieses Lied. Die Musik stammt von Harry und der Text ist bis auf ein paar Änderungen von Marcel und seinen Jungs verfasst worden.
Zu „Hartz 4 Fighting Man“ braucht man wohl nicht viel zu sagen. Es ist eine Sauerei, wie mit den Schwächsten unserer Gesellschaft umgegangen wird. Wünschi ist übrigens für die textliche Umsetzung verantwortlich.
„Beat the Bastards“ wird wohl jeder kennen und deshalb gehe ich auch nicht weiter darauf ein.
Den Schlusspunkt dieses Album setzt dann nach insgesamt 12 Liedern „Kinderaugen“. Schon lange wollte ich mal einen Song aus der Sicht meiner Kinder machen. Ihnen ist es egal ob ich am Wochenende auf irgendeiner Bühne rumgeturnt bin, oder wie andere Menschen mich sehen. Ihnen ist nur wichtig, dass ich Zeit mit ihnen verbringe und auch mal zu Hause bleibe. Sie sehen diese Welt noch nicht mit dem verklärten Blick eines Erwachsenen, sondern können sich noch an Kleinigkeiten erfreuen und bringen dieses auch unverblümt zum Ausdruck. Schade, dass man selbst diese Gabe teilweise verloren hat.
Die CD erscheint ja in zwei Formate, sprich: es gibt eine normale CD Auflage und eine, der eine prall gefüllte Wundertüte beiliegt, worüber ja auch schon heftig auf FACEBOOK diskutiert wurde, ob so etwas noch Punk Rock ist oder nicht. Erzähle uns doch zuerst einmal, was dem Käufer alles in dieser Wundertüte erwartet und warum gerade die GUMBLES Wundertüte Punk Rock ist.
Tja Frank, tatsächlich wurde das Für und das Wieder der Sonderedition reichlich diskutiert. Ist das noch Punkrock? Ist es denn überhaupt noch Punk wenn man seine Sachen nicht mehr auf einem 5 Spur Recorder aufnimmt und dann über selbstgebrannte Cd´s (Kassetten gibt es ja nicht mehr) vertreibt, ach was sag ich, verschenkt? Ist es Punk wenn man T-Shirts drucken lässt, und diese dann auf Konzerten verkauft, oder wenn man mehr als das Spritgeld an Gage bekommt? Wer weiß die Antwort?
Wenn man danach geht, war Punk schon wieder tot als es gerade erst anfing.
Und ja, wir haben 2 Formate gemacht. Die eine Cd kommt als schickes Digipack daher und ist überall bis zum Erbrechen verfügbar. Die andere – besondere – Cd steckt in einer Wundertüte in Begleitung vieler wunderbarer kleiner Dinge, die die Welt nicht braucht. Das wären z.B. ein Gumblesenergydrink und…………! Wie du siehst, alles Dinge, wegen dessen man das Sonderpacket kaufen sollte. Übrigens ist die Wundertüte auf strenge 500 Stück limitiert. Ach ja, die Wundertüte ist deshalb Punkrock weil die, die sie nicht als Punkrock sehen sich jetzt ärgern darüber, dass das nicht mehr Punkrock ist, und wir somit bei denen anecken konnten, und das ist wiederum Punkrock!
Zum Schluß möchte Ich noch auf die GUMBLES Live Aktivitäten zu sprechen kommen. Am 18.2 spielt Ihr ja in Oberhausen auf dem Sunny Bastards Festival und vielleicht verratet Ihr mir ja, welche neuen Songs wir Live erwarten dürfen.Und wie sieht es mit der angedachten Nightliner Tour im Herbst dieses Jahres aus? Alles noch in der schwebe oder gibt es schon richtige Ergebnisse zu vermelden?
Das ist richtig, wir spielen am 18.2. das erste Mal in diesem Jahr. Das ganze findet in Oberhausen auf dem o.g. Festival statt, und wir freuen uns an diesem Tag unser neues Album das erste Ma live zu präsentieren. Im neuen Set werden auf jeden Fall schon mal 6-7 neue Lieder auftauchen. Unter anderem wird es „Scheiss auf euch“, „Rosenkavalier“ und „Punkrockshow“ zu hören geben. Bei Liedern wie „Momente“ und „Kinderaugen“ haben wir beschlossen, dass sie lediglich Lieder für die Platte sein sollen, und sich nicht fürs Liveset eignen.
Weiter geht es ja dann in Leipzig / Conne Island am 2.3., wo unter anderem auch Punkroiber ihr neues Album vorstellen. Danach kommt schon Neubrandenburg / Zebra, Schwerin / Dr.K., Hannover / Chez Heinz, Stuttgart / Hallschlag, Kiel, München / tba, das Endless Summer und das Spirit Festival.
Auch wird es wieder eine Nightliner Tour unter der Schirmherrschaft von Sunny Bastards geben. Da wir diesbezüglich aber planungsmäßig noch nicht sehr weit sind, gibt es auch nicht viel darüber zu berichten. Definitiv werden wir 5 Konzerte in fast allen Ecken der Republik und evtl Östereich , bzw in der Schweiz spielen.
Alright mein Freund! Das war´s auch schon meinerseits für´s erste. Die letzten Worte gehören Dir!
Ja danke lieber Frank für die Plattform, die du uns immer wieder gibst, und das schon seit Jahren. Wir hoffen natürlich, dass unser neues Album bei den Leuten da draußen ankommen wird und dem einen oder anderen sogar gefällt. Ansonsten sehen und hören wir uns auf einem unserer nächsten Konzerte. Denkt daran: “Das Son Of A Bastard Festival“ steht am 17./18.2. in Oberhausen/Turbinenhalle mit einem unglaublichen Line – Up vor der Tür. Wer nicht hingeht ist ein ArschlochJ!!!“
Hallo Schröder, bevor wir mit dem eigentlichen BERSERKER-Interview anfangen, wie geht es Dir? Ich denke das interessiert nicht nur mich, sondern auch alle eure Fans.
Mir geht es soweit ganz gut. Die OP ist überstanden. Jetzt beginnt die Reha und Physiotherapie, damit ich schnellstmöglich wieder auf die Beine komme. Immerhin sind wir alle ziemlich heiß, die neuen Songs den Leuten um die Ohren zu ballern.
Euch gibt es nun bereits elf Jahre, wie hast Du diese vergangenen Jahre aus Band- und persönlicher-Sicht erlebt? (Höhepunkte, unvergessliches…)
Es war immer ein voran Schreiten. Wir sind nie stehen geblieben und immer unseren Weg gegangen. Die Entwicklung merkt man von Album zu Album. Es gab viel Lustiges womit man ganze Bücher füllen kann. Von der Bühne stürzende Bandkollegen, oder ganzes Equipment. Viel brutales am Anfang unserer Schaffenszeit. Wir mussten uns fast auf jedem 2. Konzert mit Zuschauern rumwichsen. Gab immer wieder Schlägereien. Das hat sich zum Glück verändert. Denn auch wir werden ja älter und die Hände regenerieren sich nicht mehr ganz so schnell wie vor 7 – 8 Jahren wa ;)
Mit “Reinkarnation” habt Ihr, wenn ich richtig informiert bin, Euer sechstes Album veröffentlicht. Leider ist es die letzte Scheibe mit Matze an der Gitarre, der aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegen ist. Hattet Ihr daran gedacht die Band komplett aufzulösen? Oder wart ihr euch im Klaren darüber mit einem neuen Bandmitglied weiter zu machen?
Ja das ist richtig. Unser 6. Komplettalbum ist jetzt im Kommen. Und das letzte mit Matze. Durch seine Knochenkrankheit im Handgelenk, musste er leider die Band verlassen. Aber er versucht ja, soweit es sein Job dann zu lässt, als unser Techniker/Mischer immer mit dabei zu sein. Als wir uns mit diesem Thema befassten, denn zuerst haben wir es nur verdrängt, war es schon so, dass wir überlegten die Band aufzulösen. Es war unreal ohne Matze weiter zu machen im ersten Augenblick. Aber Matze meinte, wir MÜSSEN weitermachen. Es fällt ihm so schon schwer genug aufzuhören, aber wenn wir alle aufhören, wäre es unerträglich für ihn. Und so haben wir lange nach einem „Nachfolger“ gesucht. Denn er muss nicht nur gut spielen, sondern auch menschlich zu uns passen. Das haben wir geschafft. Mit Stefan ist ein toller Mensch mit Charakter zu uns gekommen. Und mit Linus zusammen, ist das jetzt unsere „Reinkarnation“! Überzeugt Euch davon auf dem neuen Album, aber am besten Live. Denn wir sind immer noch eine Live Band, die dort den besten Sound hat.
Ihr habt euch vom Deutschrock immer weiter hin zu metallischeren Sounds orientiert. Wer sind Eure größten musikalischen Einflüsse? Textlich sicherlich die Böhsen Onkelz (was wohl daran liegt das ihr ähnliche Themen verarbeitet), aber ich für meinen Teil höre auch Einflüsse von zB. Motörhead (Sound) raus.
Was zählt zu Deutschrock? Dass wir deutsch singen und Gitarren benutzen? Maffay oder Grönemeyer sind Deutschrock. Wir haben noch nie in eine Schublade gepasst denke ich. Die meissten Kids pissen sich in die Hose, sobald wir den ersten Akkord anspielen. Das war schon immer so. Mit dem neuen Album bewegen wir uns einfach mehr in den Metalbereich, das stimmt. Aber nicht weil es geplant war/ist. Wir haben uns einfach nur wieder weiter entwickelt.
Und der Vergleich mit den Onkelz kommt ja immer wenn man deutsch singt und etwas aus dem Leben mit rein bringt. Aufgewachsen sind wir alle mit Metal und Hardcore. Manowar, Helloween, Iced Earth, Tristania, Pro Pain, Rykers und viele viele mehr. Und natürlich auch die Onkelz. Das war die erste Band wo man was verstanden hat mit 12/13 Jahren. Tote Hosen, Ärzte ebenfalls alles Bands aus der Jugend. Aber wurden mir persönlich dann zu „lasch“. Da fehlte mir die Power. Ich komme aus Berlin. Problembezirk und mehr joggen zur Schule als gemütlich laufen. Und ich war noch auf einer Schule, wo NICHT jeden Tag einer abgestochen wurde. Einflüsse gibt es verdammt viele. Was „neues“ an Musik kann man doch eh nicht mehr machen. Es gab alles schon mal. Wir verpacken es halt in „unseren“ Sound. Und durch Linus an den Drums, Matze/Stefan mit seinen harten Riffs, Costa mit seiner Ausstrahlung am Bass und meiner Stimme, haben wir mittlerweile was Eigenes geschaffen. Man erkennt unseren Stil. Und das macht einen natürlich schon etwas stolz. Warum auch nicht. Es gibt nichts Größeres für einen Musiker, als auf der Bühne zu stehen und Menschen singen „DEINE EIGENE“ Mucke mit. Bekomm schon beim dran denken wieder Gänsehaut. Die Liebe zur Musik eben. Keine gestellte Scheiße oder vorgegebener Dreck! Wir sind wir. Berserker eben.
Von Dir stammen alle Texte des Albums, oder Du bist zumindest an allen beteiligt. Die Songs klingen ziemlich persönlich. Verarbeitest du nur reale Themen, sprich selbst erlebtes, oder sind auch Phantasie-Texte dabei?
Ja die Texte sind alle von mir und teilweise in Zusammenarbeit mit meinen Brüdern. Zu 99% alles real gelebt und geatmet. Ich kann nicht von irgendwas singen, was ich mir ausdenke. Das wirkt nicht authentisch in meinen Augen. Live steiger ich mich teilweise so heftig hinein, dass ich fast kotzen muss, da ich keine Luft mehr bekomme oder mich zu sehr verausgabe. Aber das ist Rock´n Roll!
Natürlich bin ich kein Henker und auch nicht sein Gehilfe. Genauso wenig ein Rockstar oder der Tod selbst. Das sind Themen die mit Ironie angegangen werden. Auch wenn nicht jeder diese Ironie oder Sarkasmus versteht. Aber Songs wie „Was uns bewegt“ oder Kein Blick zurück“, „Die Würde der Menschheit“ usw… SIND das Leben. Die kann ich mir nicht ausdenken. Die verewigen sich von alleine auf dem Blatt Papier vor mir, sobald ich den Song schreibe. So entstehen von Anfang an unsere Songs. Mein/unser Leben schreibt sie…
Ich persönlich finde es auch besser wenn in den Texten persönliche Erfahrungen usw. verarbeitet werden. Man merkt das Eurer Musik deutlich an, dass euch das Vorgetragene nahe geht. Man spürt die Wut, Energie und Kraft. Gibt es dadurch live eher eine aufbauende Stimmung nach dem Motto “den Arsch hochbekommen” oder eher eine Aggressive Stimmung? Du sprachst vorhin von Schlägereien auf früheren Konzerten?!
Aggressiv im positiven Sinne würde ich sagen. Die Schlägereien früher, waren andere Auslöser, die dem braunen Lager zu zuordnen waren. Da wussten die Leute noch nicht, wie wir auf solche Spinner reagieren. Hat sich zum Glück schon lange geändert.
Heute wie gesagt positive „Gewalt“. Die Leute wollen sich Ihren Frust weg Pogen. Einfach die Sau raus lassen. Die Arbeit unter der Woche vergessen, den Chef sozusagen vor sich sehen und einfach weg latten mit all seiner Wut. Das muss sein, das hilft. Wie ein Ventil. Das war schon immer auf Konzerten so. Bei denen, wo ich jedenfalls hingegangen bin als Jugendlicher. Es ist ein geiles Gefühl die Meute vor sich zu sehen, wie sie voller Elan und Power Deine Songs mitsingt. Bekomm schon nen Steifen wenn ich nur dran denke!
Ich hatte bisher leider noch nicht das Vergnügen Euch leibhaftig auf der Bühne sehen zu können (werde es aber in Oberhausen im März nachholen). Ihr habt euch in den Jahren eine treue Fan-Basis erspielt, macht es Dich stolz sowas zu erleben und zu wissen, dass es Leute gibt, denen Eure Songs/ Deine Texte nahe gehen und viel bedeuten?
Auf jeden Fall. Wie eben schon beschrieben. Welchen Musiker lässt es kalt, wenn die eigenen Texte mitgesungen werden bis zur Extase? Ich glaub derjenige sollte mit der Musik aufhören.
Du wirst begeistert sein in Oberhausen. Es wird Dich mitreißen! Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben. Allein schon auf die Bühne zu gehen, dieses Kribbeln im Bauch in den Beinen… Unbeschreiblich. Wenn ich dieses Gefühl nicht mehr haben sollte, es also nur noch Routine ist für mich auf die Bühne zu gehen, dann höre ich auf. Das habe ich mir geschworen! Denn nach 11 Jahren, hab ich immer noch vor jedem Gig dieses Gefühl. Adrenalin pur und das soll niemals aufhören, wenn ich es mir wünschen kann!
Ihr habt alle noch einen Job und betreibt die Band nebenher!? Wie sollte es im Idealfall mit Berserker weitergehen, habt ihr besondere Ziele für die Zukunft? Orte/Hallen wo Ihr gerne spielen würdet?
Ziele für die Zukunft und Planen kann man sowas nicht. Wir nehmen was kommt. Natürlich wäre es geil, mit dem was man am meisten liebt, sein Geld zu verdienen. Wer würde das nicht wollen? Aber nicht mit einem 3 Jahres Plan wie, was und wann geschehen soll. Wir haben uns alles selbst erarbeitet in diesen 11 Jahren. Haben wie gesagt alles so genommen wie es kam. Und unsere Zeit wird kommen. Das wissen wir von Anfang an. Nur wann steht noch in der Zukunft. Aber mit der Reinkarnation, sind wir einen großen Schritt weiter gekommen. Denk an meine Worte am Ende des Jahres 2012…
Letzte Frage, gibt es Bands mit denen Ihr unbedingt mal die Bühne teilen wollt?
Wünsche und Träume hat wohl jeder. Da wir alle aus dem Metal Bereich kommen… Na klar: Lemmy mit Motörhead, Hetfield mit Metallica, Mike Ness mit Social Distortion usw. Johnny Cash zu Lebzeiten, Elvis Presley, Rio Reiser, die Legenden…
Kann ich unendlich weiter führen…
Ich danke für deine Zeit um dieses Interview zu machen, wünsche Dir Gesundheitlich schnelle und vollste Genesung und Euch alles gute für die Zukunft . Gibt es noch etwas was du zum Abschluss hier sagen möchtest?
Ebenfalls ein Danke für das Interesse an uns. Die Reinkarnation wird auch Dich/Euch befallen und mitreißen. Wir sehen uns ab März 2012 auf Tour. Wo genau erfahrt ihr hier:
www.berserker-berlin.de
www.facebook.com/berserkerberlin.staybrutal
Besten Dank und Stay Brutal
Schröder und Berserker
Dieses Interview führte “Domme”
Dieses Interview soll im Februar in der neuen MIND THE GAP Ausgabe (http://de-de.facebook.com/mindthegapfanzine) erscheinen und wurde uns freundlicherweise zur Vorabveröffentlichung Verfügung gestellt, wofür wir uns mehr als Herzlich Bedanken!!!!
Interview mit Ille und Sven von den EMILS „Viel Rumgespringe, scheißegal, wie sich das anhört“
Die EMILS sind zurück! Wer hätte das gedacht? Ich war doch ziemlich überrascht, als ich vor einigen Monaten irgendwo las, dass es die EMILS wieder gibt und die Band Konzerte spielt. So überlegte ich nicht lange und fuhr nach Lübeck ins Treibsand, um mir den ersten Gig der Band seit ihrer Auflösung 1998 anzuschauen. Die Jungs hatten nichts verlernt und es kam mir fast so vor, als ob die EMILS nie weg gewesen wären. Das Set reichte von „Viel zu langsam“, „Dumm-Punk“, „Kirche nein“, „Pass Dich an“ über „Kosaken-Kaffee“ bis zu neueren Songs wie „93“. Das geniale Buttocks-Cover „Nein, nein, nein“ durfte natürlich auch nicht fehlen. Fetter Sound und man merkte der Band den Spaß an, wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Die EMILS haben einen großen Einfluss auf meine eigene Punkrockentwicklung gehabt, schließlich spielten sie damals auf meinem ersten Punkkonzert mit. Ich war 15 oder 16 und wollte mir damals das Nazis-Raus-Festival in der Markthalle nicht entgehen lassen. Es war das Jahr 1992 und ich tauchte ein in die wundervolle Welt des Punkrock. Auf dem Festival sah ich neben den EMILS noch SLIME und …BUT ALIVE und es war um mich geschehen…grins. Ok, bevor ich weiter abschweife, zurück zu den EMILS. Die Hamburger kamen im März 1985 das erste Mal zusammen. Ihr Debütalbum „We fight together for“ ist längst ein Hardcore-Punkrock-Klassiker und darf eigentlich in keiner Sammlung fehlen. Die EMILS spielen seit jeher Ihre unverwechselbare Mischung aus Punkrock, Hardcore und Metal, die ihnen damals nicht nur in deutschen Fanzines wie dem TRUST gute Kritiken einbrachte, sondern auch in dem amerikanischen Maximum Rock n` Roll und Flipside Magazine. Durch ihre energiegeladenen Liveshows machten sie sich auch über Hamburgs Grenzen hinaus einen Namen in der Szene. In all den Jahren spielten sie Konzerte mit Bands wie NAPALM DEATH, DIE GOLDENEN ZITRONEN, RAZZIA und tourten u.a. mit Attitude aus San Francisco, den heute legendären Gorilla Biscuits aus New York und der britischen Punklegende PETER AND THE TEST TUBE BABIES. WWarum gibt es die EMILS auf einmal wieder? Diese und andere Fragen geisterten bei mir im Kopf rum. So traf ich mich mit Ille (Gesang) und Sven (Bass) zum Interview. Das Ergebnis könnt ihr an dieser Stelle lesen. Interview: Christian Böttjer/Mind the Gap-Fanzine
Christian: Warum gibt es die Emils jetzt wieder, was war ausschlaggebend für Eure Reunion?
Sven: Carsten ist ja glaub ich schon 1994 ausgestiegen. Ich bin dann 1997 raus und 1998 haben sich die Emils dann komplett aufgelöst. Wir haben dann andere Bands gehabt, wo wir mitgemacht haben. Wir haben auch viel um die Ohren gehabt mit Arbeit und Familie und mit allen drum und dran. Dann war vor einigen Jahren schon mal der Gedanke da. Ich hatte Carsten mal gefragt mit dem ich ja noch Musik gemacht habe: “Was meinst Du, wollen wir mit den Emils nochmal was machen?” Er meinte, dass er schon Lust hätte. Dann habe ich mal Ille gefragt. Wir haben ja immer noch Kontakt gehabt mit Ille und Olli. Die waren aber erst etwas ablehnend. Nach ein paar Jahren haben wir dann gesagt, “Ok, probieren wir das einfach mal wieder so ein paar alte Songs mal live zu spielen, aber ohne Hintergrund ein neues Album zu machen.
Christian: Habt Ihr Euch also einfach mal wieder im Proberaum getroffen?
Ille: Getroffen haben wir uns eigentlich das erste Mal wieder im Übungsraum in dieser Besetzung, als wir den Song für den Slime-Tribute-Sampler aufgenommen haben. Sven kam dann auf die Idee, ob das nicht mal wieder was wäre, dass wir was zusammen machen. Wir haben auch gleich den Hintergedanken gehabt, nichts neues, den alten Kram und wirklich auch nur ausgewählte Konzerte. Wir haben keinen Bock auf solche Ochsentouren, das wieder alles durchzuziehen. Das haben wir alles gehabt.
Christian: Es gibt ja bei vielen Bands diesen typischen Ablauf, neue Platte-Tour etc.?
Ille: Ja, das war ja bei uns früher nicht anders. Das war auch immer Platte-Tour, Platte-Tour, Platte-Tour. Das ist ja auch in unserem Info im Internet zu lesen, das da praktisch so eine Irusion in der Band stattgefunden hat. Wo man sich gedacht hat, wofür macht man das eigentlich? Wo bleibt der Spaß bei der ganzen Sache. Wir haben dann auch eine Auszeit genommen. Nach der „Wer frisst wen“ haben wir wirklich lange Zeit nichts raus gebracht. Dann kam ja total verändert, ganz anderer Stil die „Licht am Horizont“, die ja total anders ist. Das Ausschlaggebende ist einfach, dass wir wieder was zusammen machen wollen.
Christian: Das heißt eine neue Scheibe ist ausgeschlossen oder vielleicht eine Single?
Ille. Das ist ausgeschlossen, ich sag das jetzt einfach mal so. Wir haben noch ein paar alte Aufnahmen, die dann vielleicht mal als Single veröffentlicht werden. Das letzte Demo, was wir mal aufgenommen haben, da sind noch ein paar Lieder drauf, die man noch nicht so kennt, die glaub ich nur auf dem Demo veröffentlicht worden sind.
Christian: Euer erstes Album „We fight together for“ wird ja wieder neu aufgelegt?
Ille: Ja, die soll wieder aufgelegt werden. Im Gespräch waren ja aggressive Punkproduktionen, aber die sind nun abgesprungen. Die erwarten natürlich auch ein Konzept und wir haben einfach kein Konzept. Es gibt kein Konzept, nach dem wir uns richten wollen.
Sven: Ich habe einen guten Kontakt zu Rüdiger von Teenage Rebel Records. Dem habe ich das auch erzählt und der hätte selber auch Interesse daran, was mich selber überrascht hat, dass der die erste EMILS gut findet. Die ist ja doch ziemlich schnell und ein bisschen Metallastig.
Der Captain: Ich wollte gerade sagen, das ist ja doch ganz schönes Geholze.
Sven: Ich habe mich auch total gewundert, aber er meinte, die haben sie damals immer selber gehört, so „Kirche nein“ und „Viel zu langsam“. Das war so eine Partyplatte für die. Das mich selber überrascht.
Ille: Wahrscheinlich war das für die Leute früher Oi (Gelächter).
Sven: Wer weiß, der Vorläufer des Oi. Zu Rüdiger habe ich seit Jahren guten Kontakt und das freut mich auch, wenn das jetzt bei ihm klappt (Anm.: Es hat geklappt).
Christian: Was habt Ihr denn nach der Auflösung der EMILS musikalisch so getrieben?
Ille: Also ich habe nur so Projekte gemacht mit der ersten Hamburger Punkgeneration mit Schwabe, Lui und so. Wir hatten mal eine Sonics-Coverband. Da haben wir ein Konzert gehabt im Marquee. Das war ganz nett. Dann habe ich mit Schwabe noch die Good old boys gemacht, da haben wir ja auf der Möggenkladder gespielt und haben wir einmal noch mit einer anderen Besetzung der Good old boys vor den AVENGERS gespielt im Knust. Danach habe ich nie mehr irgendwas gemacht.
Christian: Was haben die anderen so gemacht?
Sven: Mit Carsten zusammen spiele ich noch bei OHL und Der Fluch. Dann haben wir noch zwei Jahre bei Erosion gespielt. Carsten macht noch Gottkaiser und war bei Stimpy und Sex Machines. Olli hat momentan “Kein Hass da”.
Christian: Wenn wir jetzt nochmal ein bisschen zurück gehen. Was waren wirklich die Gründe, dass Ihr Euch damals aufgelöst habt? Habt Ihr Euch wirklich so ausgelaugt gefühlt mit dem ganzen Touren und so?
Ille: Nein, danach hatten wir uns ja wieder gefangen. Die “Licht am Horizont” ist für uns immer noch eine großartige Platte. Es war einfach so, dass wir schon wieder ein Bandmitglied verloren hatten. Thomas von Rostock Vampyres, der für Sven in die Band gekommen war, wollte aussteigen. Der wollt garkeine Musik mehr machen. Wir hatten innerhalb von drei Jahren einen neuen Drummer, einen neuen Bassisten. Da war für mich der Punkt erreicht und ich wollte einfach nicht mehr. Es ist auch einfach anstrengend, Du musst neue Leute einspielen. Auf den Konzerten ist es halt meistens auch so, dass Du das alte Zeug spielen musst. Das musst Du erstmal wieder einproben. Für mich, der das mittlerweile dann schon seit 13 Jahren spielt dieses Zeug, ist es auch echt nervig. Das war dann ausschlaggebend, dass man dann aufhört und irgendwas anderes macht. Es war schon so, dass man irgendwas anderes machen wollte, aber es kam dann nicht mehr dazu. Ich hatte einfach keine Lust schon wieder ein neues Bandmitglied. Man trat einfach auf der Stelle.
Christian: Habt Ihr eigentlich eine Übersicht über die Verkaufszahlen Eurer Alben? Die “We fight together for” hat sich doch bestimmt am meisten verkauft oder?
Sven: Ja, die erste “We fight together for”. Zuerst gab es die als LP, da war das noch nicht so mit CD, als die rausgekommen ist. Ein, zwei Jahre später gab es die auch als CD. Insgesamt wurden so 17.000 verkauft. Von der “Es geht uns gut” wurden so 14.000-15.000 Exemplare verkauft. Von der “Wer frißt wen” waren es 12.000 verkaufte Alben. Bei der “Licht am Horizont” gab es schon einen leichten Einbruch. Die Zahlen weiß ich auch nicht mehr so ganz genau.
Christian: In den letzten Jahren haben sich im Punkbereich ja so einige alte Bands reformiert wie SLIME und viele andere Bands. Welche Reunions haltet Ihr für gelungen und bei welchen Bands sagt Ihr, das hätten die sich auch lieber sparen können?
Ille: Was ich ganz gut finde und auch gelungen finde, das sind diese ganzen amerikanischen Bands wie Channel 3 und T.S.O.L. Da habe ich mich echt gefreut, dass ich die nochmal sehen konnte. Auch nennen möchte die CRO MAGS mit John Joseph am Gesang. Das ist total geil gewesen. Auch wenn die Musiker andere waren, es war ja keine richtige Reunion. Das waren ja auch bekannte Musiker von SICK OF IT ALL und der Original-Drummer von CRO-MAGS. Das war auch schon ein Erlebnis.
Christian: Gibt es auch eine Band, wo Du mit viel Hoffnung hingegangen bist und dann warst Du total enttäuscht?
Ille: Ne, ich glaube mit Hoffnung darf man auf solche Konzerte nicht gehen. Man muss es dann einfach für den Moment auf sich wirken lassen. Mit Erwartungen darf man auf solche Konzerte nicht gehen. Ich glaube, dann wird man garantiert enttäuscht. Wenn ich gesehen habe in der Fabrik, aber das war keine Reunion, das waren die TOY DOLLS, die waren so großartig. Sensationell. Wenn man Olga sieht, wie der immer noch Gitarre spielt und was der für eine Show hinlegt. Hut ab.
Sven: TOY DOLLS sind überhaupt nicht so mein Ding. Aber die ADDICTS fand ich zum Beispiel sehr gut, auch wenn die nicht so gut bei Euch abgeschnitten haben (Gelächter). Live waren die wirklich gut. Was da Backstage noch so lief, weiß ich auch nicht so genau. Abrasive Wheels vor zwei, drei Wochen fand ich auch richtig geil, obwohl da nur 25 Leute waren im Knust. Ja, wie gesagt Channel 3 und T.S.O.L. waren auch gut. Ja, so richtig schlecht fällt mir jetzt auch nichts ein gerade.
Ille: Du wolltest jetzt bestimmt was zu SLIME hören, ne (Gelächter)?
Sven: SLIME habe ich jetzt noch nicht gesehen.
Ille: Ich habe die jetzt auf dem 100 Jahre St. Pauli-Festival gesehen. Wenn man das früher so als kleiner Punker gesehen hat auf Schulfesten so für 99 Cent, ne Pfennig waren das damals, dann ist das natürlich echt ein Unterschied. Wenn man SLIME heute sieht auf so einer großen Bühne. Aber sollen sie ihr Ding machen, egal.
Sven: Ich habe die sooft gesehen. Also RUBBERSLIME haben mir überhaupt nicht gefallen. Die RUBBERMAIDS fande ich nie gut. RUBBERSLIME haben mir nicht gefallen. Das war mir irgendwie zu lasch und zu lahm. Wenn die mit A.C.A.B. angefangen haben, das fande ich eine Katastrophe. Das war einfach total langsam und keine Power. Jetzt soll es ja richtig gut sein mit SLIME, aber ich habe sie noch nicht gesehen. Ich werde sie mir nochmal angucken.
Christian: Ja, das ist jetzt auf jeden Fall wieder schneller, die alte Geschwindigkeit.
Ille: Man darf auch nicht vergessen, ich glaub der Bassist hat da auch Schwierigkeiten und kann garnicht richtig spielen.
Christian: Und Stephan Mahler wollte ja eigentlich keine Reunion mehr.
Ille. Ja, der hat das alles schon gemacht. Wenn man jetzt mal 30 Jahre zurück guckt, ich weiß nicht die wievielte Reunion das ist, ich glaube die vierte oder fünfte von Slime. Dann ist das natürlich schon so, ja, ok. Aber viele Leute haben sie nicht gesehen und deswegen ist das vielleicht ganz gut. Es ist auf jeden Fall eine wichtige Band.
Sven: Die haben sehr gute Platten gemacht, die ich heute auch immer noch höre.
Christian: Das war damals mein erstes Punkkonzert 1992 in der Markthalle als Ihr mit SLIME und BUT ALIVE in der Markthalle beim “Nazis raus-Festival” gespielt habt. Nagut, was bedeutet für Euch heutzutage noch Punkrock oder anders gefragt, was habt Ihr früher mit Punkrock verbunden und was verbindet Ihr heute damit?
Ille: Also früher war es einfach erstmal nur Spaß, mit gleichgesinnten Freunden Zeit verbringen, scheiße bauen und natürlich leckere Besäufnisse, die dazugehören; Partys. Und natürlich ganz viel Musik. Dieses politische das kam tatsächlich erst später. So 1980 haben wir uns kenengelernt.
Sven: Wir kamen alle von der selben Schule aus Meiendorf.
Christian: Habt Ihr Euch auf der Schule kennengelernt?
Sven: Ja, aber ziemlich spät erst. Wir kamen halt aus Meiendorf aus der Ecke und so kam das alles zuammen. Wir kennen uns wirklich schon seit der Kindheit.
Ille: Es waren früher ganz viele Punker bei uns auf der Schule. Das war echt ein ganzer Haufen. Harms unter anderem und Morrak, der lebt jetzt ja in Edinburg.
Sven. Das waren auf jeden Fall eine Menge Leute, die sind später alle weggezogen. So haben wir zusammen Konzerte besucht und so hing man rum und hat bei mir Partys gefeiert.
Christian: Habt Ihr so eine feste Clique gehabt?
Ille: Die Szenen damals haben sich so auf die Urban-Stadtteile verteilt. Später das alles zusammen kam am Mönckebrunnen, am Jungfernstieg und Spritzenplatz ganz später, das kam erst alles. Da haben sich dann diese Gruppen gebildet, man ist zusammen auf Konzerte und dort auch andere Leute kennengelernt. 1981 auf dem Konzert von den DEAD KENNEDYS in Harburg hat man unheimlich viele Leute kennengelernt. Auch Juz Korachstraße und so, wo die ersten finnischen Bands auftauchten. Die Bergedorf-Punks gab es.
Sven: Ja, die Bergedorf-Punks, die Langenhorner, das war immer alles so Stadtteilmäßig.
Ille. Man hat sich dann abends immer auf den Konzerten irgendwie getroffen und hat da dann auch mal andere Leute kennengelernt. So hat sich das alles vermischt und so wurde die Szene immer größer. Mit dieser ersten Punkgeneration diese 77er Caroviertel, damit hatten wir nie was zutun. Die haben sich ja später abgesplittet. Die sind teilweise nach rechts abgewandert. Da sind ja auch einige von der Hamburger Punkprominenz geblendete Kinder sozusagen, den das heute sichtlich unangenehm ist. Und sie am liebsten heute nicht drauf angesprochen werden. Das sollte man auch nicht machen.
Christian: Na, da sollte ich jetzt mal weiter nachfragen, da machst Du mich jetzt aber ganz schön neugierig…
Ille: Ja, da sind schon so einige Leute, die da Leichen im Keller haben.
Christian. Ah ok, ich merke schon, Du willst keine Namen nennen.
Sven: Ein beliebter Treffpunkt von uns war damals auch das Graffiti in den achtziger Jahren. Da haben wir guten Kontakt zu den Bergedorfer Punks gehabt. Die sind da auch immer hingefahren. Sagt Dir das was, in Poppenbüttel, ein Punkladen. Ich glaube den gab es nur ein Jahr lang.
Ille: Ja, der war nicht lange. Das war eine ganz normale scheiß Diskothek vorher. Der Typ war irgendwie bei den Hells Angels.
Sven: Reiner Ettler. Ille: Genau, der hat unter anderem dieses Magazin gemacht, wie hieß das noch. Sven: Das Gothic-Magazin.
Christian: Zillo. llle: Ja, Zillo, genau, das hat der später gemacht. Der hat diese Diskothek gehabt. Da hat er dann irgendwann gesagt, er macht jetzt Punkrock. Es war auch ätzend teilweise, weil er auch Rocker hatte als Türsteher als Ordner. Wenn Du da ne Flasche hast fallen lassen am Eingang, dann gab es gleich einen auf die Fresse. Das waren echt harte Jungs, aber nachher hat er die nicht mehr gehabt.
Sven: Da waren ganz gute Konzerte. Slime haben wir da auch gesehen, Napalm, die TOTEN HOSEN haben da gespielt. Da waren die Hosen noch ganz unbekannt. UK SUBS haben da zwei Tage hintereinander gespielt. Daily Terror. Nach einem Jahr war aber Feierabend, da war der Druck von der Öffentlichkeit zu groß.
Ille: Es gab damals auch eine große Demo in der Innenstadt. Der Laden war auch kurzzeitig besetzt, aber den haben die dann irgendwie platt gemacht. Der war auch kurzzeitig besetzt der Laden, aber den haben die dann platt gemacht, so diese Oberpunker Zander und so. Die Bergedorfer Punks haben da ganz viel organisiert, u.a. auch diese Demo. Aber nachher haben die Bullen das einfach platt gemacht und das Ding geräumt. Ich glaube, heute ist da ein Getränkemarkt drin.
Sven: Und eine Videothek, ja, ich fahre da immer noch vorbei und ich denk auch jedes Mal dran.
Christian: Was verbindet Ihr heute noch mit Punkrock? Seid Ihr noch viel unterwegs?
Ille: Für mich persönlich ist das so eine geistige Geschichte. Punkrock hat mir ganz viel gegeben. So wie ich heute bin, meine ganzen Gedankengänge, wie ich mit Menschen umgehe, das kommt alles vom Punkrock. Ich glaube, das ist einfach eine positive Entwicklung gewesen für mich.
Christian: Punkrock hat Dir also in Deiner Entwicklung geholfen.
Ille: Ja, auf jeden Fall und ich fühle auch echt immer noch so. Ich bin Punkrocker, auch wenn ich vielleicht nicht so aussehe. Ich kann mit 45 Jahren auch nicht mehr so rumrennen. Mit 40 habe ich es noch gemacht mit den hochstehenden Haaren und gefärbte Haare. Dazu habe ich jetzt einfach keine Lust mehr.
Christian: Und Du Sven?
Sven: Ja, bei mir auch, das tun und lassen, wozu man Bock hat. Das war schon immer mein Motto. Die Musik ist natürlich auch ein ganz großer Punkt.
Christian: Was macht Ihr so außer Musik im normalen Leben so jobmäßig?
Sven: Ich bin Maurermeister und arbeite in einem Familienbetrieb.
Ille: Ich arbeite mit straffällig gewordenen Jugendlichen zusammen.
Christian: Das ist ja auch nicht ganz einfach oder?
Ille: Das ist die Klientel, die man teilweise selber mal war.
Christian: Was machen die anderen?
Ille: Olli arbeitet im Knust als Mischer und Carsten ist auch Veranstaltungstechniker/Lichtmischer in Elmshorn.
Christian: Könnt Ihr Euch noch an Eure erste Erinnerung mit Punkrock erinnern? Habt Ihr da mal ein Tape bekommen oder wie kann ich mir das vorstellen?
Sven: Im Radio, bei NDR2 gab es immer nachmittags Musik für junge Leute. Ich war früher bei den Pfadfindern, also richtig Pfadfinder und nicht so ne Wikingjugend oder so. Das muss ich auch erstmal sagen.
Ille: War das nicht die Hitlerjugend (Gelächter).
Sven: Der Gruppenleiter hat sowas auch schon gehört und dann hab ich ein paar Sachen von ihm bekommen.
Christian: Pfadfinder als Einstieg zum Punkrock, nicht schlecht.
Sven: Ja, so ungefähr. Mein erstes Konzert weiß ich noch ganz genau, da habe ich auch noch die Karte. Das waren BUZZCOKS im Januar 1981 in der Markthalle. Das war mein erstes Punkkonzert. Das wurde auch vom Rockpalast aufgezeichnet. Ich glaube, das gibt es auch auf DVD zu kaufen.
Christian: Was war so Deine erste Scheibe, die Du hattest?
Sven: Das war die erste Scheibe von CLASH. Die zweite war glaub ich 999 und dann PLASMATICS.
Christian: Ille, wie war das bei Dir, kannst Du Dich noch dran erinnern?
Ille: Mein erstes großes Konzert war auch Markthalle UK SUBS, das müsste 1980 gewesen sein. Ich hatte damals Leute in Volksdorf/Bargstedt kennengelernt. Da gab es immer so ne Disco, Freitagsfete nannte sich das immer und da haben sie Punkrock gespielt. Da kam man dann in Kontakt auch mit der Musik, die damals gespielt wurde. Es war halt noch viel 77er-Kram. Dann bin ich mit den Leuten in die Markthalle, weil wir gehört haben, dass UK SUBS spielen. Wir hatten gar keine Karten. Wir waren damals 14. Wir hatten gar kein Geld, um rein zu kommen. Das geile war dann, dass dieses Konzert dann echt gestürmt wurde.
Christian: Und Ihr mittendrin.
Ille: Ja, wir waren mittendrin im Pulk und sind mit rein gespült worden. Es war draußen auch echt eine tierische Masse an Leuten. So haben wir UK SUBS gesehen. Das war total geil.
Christian: Und heute gibt es die SUBS immer noch.
Ille: Der junge Nicki Garrat an der Gitarre, das ist schon geil gewesen. Der ist ja heute noch sehr fit. Das waren natürlich die, die früher schon härteren Punkrock gespielt haben. Da ging es ja gerade so los, dass es sich abgespalten hat von dieser 77er Geschichte. Da gab es Bands, die dann auch mal härteren Sound gespielt haben.
Christian: Was war so Deine erste Scheibe?
Ille: Tatsächlich ganz klassisch Sex Pistols: Never mind the bollocks, die amerikanische Pressung. Die habe ich irgendwo mal gekauft. Die ist nicht gelb, ich glaub grün vorne.
Christian: Wenn wir jetzt gerade so über Konzerte gesprochen haben, könnt Ihr Euch noch an Euer erstes Konzert mit den EMILS erinnern?
Sven: In der Hafenstraße in der Volksküche da war unser erstes Konzert.
Ille: Da gibt es sogar noch ein Demo von. Das Datum kann ich Dir auch sagen, wenn ich mal eben nachgucke.
Christian: Was war in den Jahren so Euer geilstes Konzert mit den EMILS? Ihr seid ja auch viel getourt, habt Ihr da vielleicht eine Anekdote?
Ille: Eins war natürlich das Konzert im Millerntor-Stadion. Das war unser größter Gig. Ich glaube, 1991 müsste das gewesen sein dieses Viva St. Pauli-Festival. Das war eine geile Veranstaltung, nicht dass wir jetzt besonders geil waren.
Sven: 10.000 Leute waren da.
Ille: SLIME haben dort auch gespielt und 10.000 Leute singen “Deutschland verrecke”, es regnet und das Flutlicht ist an. Das war schon echt Gänsehaut. Das war schon ein Erlebnis, mal vor sovielen Leuten zu spielen.
Christian: Ihr seid ja auch mit GORILLA BISCUITS und PETER AND THE TEST TUBE BABIES getourt. Habt Ihr da noch gute Erinnerungen dran?
Sven: Die erste Tour mit Attitude als die Platte draußen war, war ganz witzig, aber auch hart. Wir hatten einen Ford Transit, den ich mir mal gekauft habe. Wie lange war die Tour, 5-6 Wochen?
Ille: Ja, die war ziemlich lang und dann auch mitten im Dezember. Das war echt eine harte Tour. Unsere Platte war noch nicht draußen und uns kannte noch keiner, eher ganz wenig Leute. Die Platte war aber unten auf dem Plakat schon abgebildet mit “demnächst”. Eigentlich war es so geplant, das die vor der Tour raus kommt, aber es hat natürlich mal wieder nicht geklappt aus irgendwelchen Gründen. ATTITUDE sind halt amerikanische Leute gewesen, die ihren Drummer ziemlich schlecht behandelt haben, der dann später auch bei uns mitgefahren ist. Das war ein netter Bursche. Das geile war ja, die kamen aus San Francisco und die hatten noch nie Schnee gesehen. Und dann war auf einmal dieses Ding “Schnee”. I never saw snow (Gelächter).
Sven: Dann haben sie auch erzählt bekommen, nimm mal Klopapier mit nach Deutschland, da gibt es keins, irgendwie sowas, solche Dinger. Wir mussten dann, wenn man nach Berlin will durch die ehemalige DDR fahren. Da haben die dann immer “Fuck Kommunisten”, “Fuck Kommunisten” genuschelt. Die kannten das auch irgendwie nicht.
Christian: Das war also voll der Kulturschock für die?
Ille: Wenn man dann in nicht so kommerzialen Hallen gespielt, sondern in so autonomen, besetzten Geschichten, das war für die auch echt schwierig.
Christian: Die nächste Frage ist echt ein alter Hut, aber wenn ich Euch schon interviewe, wer hat die Idee zu SLIME rückwärts gehabt?
Ille: Olli unser Gitarrist hatte die Idee dazu.
Sven: Das war bei einer Party von mir. Wir haben getrunken und Musik gemacht. Ich hätte diverse Konzertplakate an der Wand, u.a. auch ein SLIME-Plakat. Dann hat er das irgendwie besoffen rückwärts gelesen. Und so hießen wir dann.
Christian: Ihr hattet vorher lange überlegt wegen einem Bandnamen.
Ille: Ja, wir hatten schon angefangen, hatten die ersten Stücke, aber noch keinen Namen. Das fanden wir dann lustig. SLIME hatten sich damals auch gerade aufgelöst zum ersten Mal. Da gab uns dann halt und wir haben uns dann halt gesagt, dann nennen wir uns so, das ist witzig. SLIME sind weg. Viele haben uns ja später vorgeworfen, das sei ein Marketinggag gewesen.
Sven;Clever gemacht.
Ille: Fabsi von den MIMMIS hat mich mal drauf angesprochen beim Force Attack. Ihr seid doch die und so.
Christian: Wie haben denn SLIME drauf reagiert?
Ille: Damals kannten wir sie ja noch nicht persönlich. Die haben wir erst später kennengelernt. Elf, Dicken, die anderen kenne ich jetzt garnicht so. Mahler hat uns glaube ich sogar mal produziert im Soundgarden-Studio. Die haben eigentlich ganz locker reagiert. Die haben uns eigentlich garnicht gefragt. Die haben uns auch keine Schläge angedroht (Gelächter).
Sven: Und auch keine Prozesse angeleiert.
Christian: Irgendwelche arroganten Säcke hätten das vielleicht gemacht.
Sven: Ja, heute wäre es vielleicht anders.
Ille: Heute wäre es garantiert anders. Stell Dir vor, Du würdest RANCID umdrehen und würdest genau das gleiche nehmen. Das würde es wahrscheinlich eine Menge Ärger geben. Damals war es halt anders. Wir hatten ja mal Kontakt zur Plattenfirma von SLIME zu AGR. Walterbach wollte uns mal haben, aber das ist irgendwie nicht zustande gekommen. Wir waren mal einen Tag bei ihn im Büro vor seinen ganzen goldenen Schallplatten (Gelächter). Dann hat er seinen Lakein und den hat er dann mit uns los geschickt, der sollte mit uns was essen gehen. So war es für ihn damit auch erledigt.
Christian: Welcher Emils-Song ist so Euer persönliches Lieblingsstück und warum?
Sven: Also ich finde “Wir müssen draußen bleiben” gut, weil der Song musikalisch richtig nach vorne geht, so richtig metallisch, hart.
Christian: Und Du Ille, hast Du auch einen Favoriten?
Ille. Für mich natürlich textlich als Sänger. Das sind dann auch eher die späteren Sachen. Die anderen sind natürlich Geballer. Man darf auch nicht vergessen, dass wir bei der ersten Platten vielleicht 16, 17 waren, als wir die Texte geschrieben haben. Viele haben ja später auch immer alles mit der ersten Platte verglichen. Die haben auch garnicht mehr auf die Texte gehört bei den anderen Platten, die bei den anderen Platten einfach wesentlich ausgereifter waren und auch besser. Da haben die Leute nicht mehr hingehört. Es war einfach Klischee die erste Platte als Maßstab zu nehmen und zu sagen, das ist alles Abklatsch von SLIME. Für mich ist textlich gesehen ein Favorit “93″. Das Thema behandelt das, was damals in Deutschland los ging. Das ist textlich sicherlich eines der wichtigsten Lieder für mich.
Christian: Da kann ich ja gleich eine Brücke schlagen. Auf den Song wollte ich sowieso eingehen. Wie beurteilt Ihr die Situation jetzt im Jahr 2011?
Ille: Du darfst nicht vergessen, damals war das groß in den Medien durch die Vorfälle in Rostock-Lichtenhagen. Da stürmten 2.000 Leute dieses Asylbewerberheim oder diese Hochhaussiedlung und werfen Molotowcocktails, wo Menschen drinnen sind. Das ging echt durchd die Medien weltweit. Es gibt auch heute noch Brandanschläge auf Asylbewerberheime. Ich habe neulich mal im Internet recherchiert. Es gab am 13. April in Oberhausen einen Anschlag. Da ist niemand zu Schaden gekommen. Man erfährt das halt nicht mehr. Wenn man sich dafür interessiert, dann schon. Ansonsten gibt es keine Berichterstattung mehr darüber. Das ist eigentlich schade. Es ist nachwievor so, das so etwas passiert und das ausländische Leute auf der Straße zusammengeschlagen werden. Es geht ja nicht nur um große Ausschreitungen. Es geht einfach um ausländerfeindliche Übergriffe und Rassismus.
Christian: Könnt Ihr Euch eigentlich noch dran erinnern, wie Ihr an Euer erstes Plattenlabel “We bite” gekommen seid?
Sven: Genau, wir haben damals das Demo gemacht 1987. Das habe ich damals an ganz viele Fanzines verschickt. Das hat auch gute Kritiken bekommen. Ich habe das auch an Plattenfirmen verschickt und We bite haben sich dann mal gemeldet. Die fanden das gut. Ich weiß jetzt garnicht, ob die vorher mal bei einem Konzert von uns waren oder wir bei denen gespielt haben.
Ille: Ne, die waren hier in der Dansdorfstraße im A-Laden. Da kamen die hin und wollten sich die Live-Performance angucken. Die war ja nicht schlecht damals mit viel Rumgespringe und scheißegal, wie sich das anhört. (Gelächter). Egal, ob man sich verspielt.
Christian: Also hauptsache ausflippen auf der Bühne.
Ille: Ja, hauptsache die Performance musste passen zur Musik.
Sven: Beim Publikum kam es auch gut an und dann haben wir es gemacht bei denen.
Ille: Also kein Mensch hätte gedacht, dass das Ding so abschießt.
Christian: Ok, anderes Thema. Schwabe (RAZORS, PHANTASTIX) ist ja gestorben, wie war da so Eure erste Reaktion, als Ihr von seinem Tod erfahren habt? Habt Ihr Kontakt zu Ihm gehabt?
Sven: Also ich habe ihn zwei Wochen bevor er gestorben ist noch bei GBH getroffen. Da hat er mir noch einen Flyer in die Hand gedrückt, da meinte er noch, hier wieder ein Konzert. Ich meinte, klar, da komme ich sowieso vorbei, weil er bei fast jeder Band mitgespielt hat, die spielen sollte. Dann sagte er noch, das ist auch mein 50. Geburtstag. Ich sagte nur, ok, auf jeden Fall. Als das dann passiert ist, hatte ich mit einer anderen Band ein Konzert. Ich habe das dann 3,4 Tage später gehört, dass er die Treppe herunter gestürzt ist. Das ist erst mal ein Schock gewesen, weil man halt auch überhaupt nicht damit gerechnet hat oder so. Das war schon hart.
Christian: Ille, wie war Deine Reaktion?
Ille: Ich habe es morgens als ich vor meinem Laptop saß vor der Arbeit eine Email aus Amerika bekommen, der hat mir das gemailt. Das war aber schon ein paar Tage danach. Ich glaube, das war schon zwei Tage her, dass er gefallen war und sich tödlich verletzt hat.
Der Captain: Hast Du noch Kontakt zu Ihm gehabt?
Ille: Ja, so losen Kontakt, auch durch die Band die wir zusammen hatten (Good old boys). Du kannst jetzt nicht sagen, dass wir die besten Freunde waren. Er war ja echt ein Mensch, der viele Leute zusammen gebracht hat und viel organisiert hat. Er war echt so ein Macher. Das war echt geil. Er hat verschiedenen Leute, auch mit den Good old boys, Leute mit denen er auch musikalisch garnicht so in Kontakt war, dass er mit den Leuten dann mal was macht, das ist wunderbar. Er ist ein wunderbarer Mensch gewesen.
Christian: Ok, kommen wir zurück zu den EMILS. Ihr habt ja seit 2010 Eure Myspace-Seite. Wie kam es dazu, macht das ein Freund von Euch?
Ille: Also ich war ja eigentlich immer dagegen, das es eine Myspaceseite von den EMILS gibt. Kai macht das und der wollte das schon viel früher machen. Es gab halt ein Veto.
Christian: Hat er Dich dann doch mal rumgekriegt in einem schlechten Moment?
Ille: Irgendwann war es mir dann egal. Ich habe immer so meine Schwierigkeiten mit diesen Diensten. Man steckt da irgendwie nicht richtig hinter. Man muss Werbung zulassen, obwohl man es nicht will. Irgendwann habe ich dann gesagt, ja, mach das. Kai ist ein ganz großer Fan der EMILS aus Wolfsburg. Der ist früher schon immer überall auf die Konzerte gekommen in die winzigsten Dörfer im Osten und so. Der ist echt mit Herz und Seele dabei.
Christian: Also richtig ein Diehard-Fan?
Ille: Ja, ich weiß nicht, ob andere Bands sowas haben (Gelächter). Der macht das halt ganz gut. Der macht das mit dem Herzen.
Christian: Was würdet Ihr denn jungen Bands raten, die kein Label und keine Kohle haben?
Sven: Meinst Du jetzt Deine Band?
Christian: Das habe ich so jetzt nicht gesagt (Gelächter). Nagut, gib doch mal ein paar schlaue Ratschläge?
Sven: Ja, fünf Tage die Woche Gitarrenunterricht nehmen (Gelächter). Ne, einfach nur Spaß an der Musik haben und alles locker sehen.
Ille: Arsch abspielen und echt durch die Scheiße gehen.
Christian: Eine Sache ist mir doch noch eingefallen. Sven, ich habe gelesen, dass Du ausgewandert bist?
Sven: Ne, das habe ich mal vorgehabt. Da waren so einige Probleme und da wollte ich eigentlich nach Thailand auswandern. Aber das schwebt immer noch im Hinterkopf, aber das dauert noch ein paar Jahre. Ich wandere nur aus, wenn ich auch finanziellen Hintergrund habe und dann auch von meinen Reserven oder meiner Rente leben kann. Aber das dauert ja noch ein paar Jahre.
Christian: Ok, super, vielen Dank für das Interview!