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Hounds & Harlots Interview (16.03.2014)

 

Am 05.03.2014 spielten Hounds & Harlots in Münster in der Baracke. Die drei sympathischen Jungs aus den USA sind wieder auf Europa-Tour. In einem kleinen Nebenraum habe ich mit Unterstützung von Frank, die Gelegenheit genutzt n paar Fragen stellen zu können. An dieser Stelle, danke auch an Spiller für die Fotos.

Mal vorne weg, grade hat mir Spiller mitgeteilt, ich soll euch doch unbedingt mal danach fragen, was es mit „Fake-German“ auf sich hat. Würdet ihr das kurz erklären?

 

H-H_2Greg:Weisst du, wenn man auf Tour ist, dann wiederholen sich so Kleinigkeiten ziemlich häufig und immer wieder. Ich habe ne Bemerkung gemacht weil Spiller und die anderen sich auf deutsch über uns unterhalten haben und wir haben die meiste Zeit nicht verstanden worüber sich die anderen unterhalten. Da war dann irgendein Wort und „Hounds & Harlots“. Ich fing dann auf Bitten der anderen an, verschiedene Wörter einfach nachzusprechen, also Fake- German… und um die anderen dann zu unterhalten, habe ich Fake-German gesprochen….ich hab einfach einzele Teile von Wörtern zusammengepackt, wenn ich was verstanden hab….

 

Klingt auf jeden Fall lustig, kommen wir mal zur ersten Frage, vor n paar Monaten wart ihr ja schon mal hier in Europa auf Tour, was hat sich denn seit der Zeit verändert?

Bryan: Ja….mal überlegen….einiges…..

Cory: Wir haben ne 7“ und 14 neue Songs, das is wirklich verdammt cool….und auch ein klein wenig überraschend, weil wir damit nicht gerechnet haben…

Ne Split zusammen mit Gimp Fist auf Contra Records uund….

Gregg: Außerdem auch was neues mit Emscherkurve 77…ne Split auf Sunny Bastard Records.

Habt ihr ja einiges geschafft, erzählt mir doch mal von den neuen Songs, würdet ihr sagen, dass sich eure Musik weiterentwickelt hat?

Gregg: Nach der letzten Tour bin ich mit meiner Familie nach Iowa gezogen, das liegt ja in der Mitte der USA. Der Aufnahmeprozess hat sich komplett verändert. Normalerweise geht man als Band ins Studio und feilt direkt an den Songs rum, aber diesmal haben wir eine ganz neue Erfahrung gemacht. Brayn und Cory sind ins Studio gegangen und haben Teile der Musik aufgenommen und sich ausprobiert und ich habe den beiden meinen Gesang via Voicemail geschickt und die beiden haben mir dann wiederum die Tracks zugesendet.

Bryan: Wir haben aber auch die Songs schon letztes Mal auf der Europa-Tour gespielt, hatten die damals nur noch nicht aufgenommen. Aber ich denke, die waren auf jeden Fall alle schon geschrieben, also das Gerüst stand, wir mussten sie dann nur noch einspielen. Aber live hatten wir se schon mal gespielt.

Gregg: Konkret haben wir die Musik also in Kalifornien und meinen Gesang in Iowa aufgenommen. Es war eine interessante Art der Aufnahme, die ich so bislang auch noch nicht gemacht hatte. Normalerweise helfen die anderen dir ja, indem sie sagen, n bisschen mehr davon, n bisschen weniger hier von ….es war eine neue Erfahrung.

Mal nebenbei, wie siehts eigentlich aus mit CDs? Am Merchstand gibt’s nur LPs und ne Kassette, was ja ganz cool ist, aber es haben ja nicht alle n Plattenspieler……

Gregg: Wir haben ne CD, „the good fight“, aber wir kamen vor der Tour nicht mehr dran.Wir haben es zwar versucht, aber es hat leider nicht geklappt, deswegen können wir keine verkaufen im Moment.

Bryan: Aber die beiden Releases kommen auch als digitaler Download.

Cory: Ich finde Vinyl generell besser, es ist schöner ne Platte zu haben anstatt na CD und außerdem klingt es auch besser.

Ja, find ich ebenfalls, aber es haben ja nicht alle Leute nen Plattenspieler….

H-H-4Bryan: Das stimmt, deswegen gibt’s alles als Download, damit sich die Leute das dann auch auf CD brennen können. Wir hatten ja letztes Jahr auch ne CD dabei, also „The good fight“ und die war ja total schnell ausverkauft.

Gregg: Labels, wie Sunny Bastard achten ja auch drauf, dass man dem Käufer immer etwas mehr bietet, also nicht nur die CD, da is ja dann immer noch was dabei, z.b. n schönes Booklet oder Digipack….die Ausstattung ist eben wichtig und da wird drauf geachtet. Sie machen es halt dadurch dann einfach ne Spur exklusiver.

In Zukunft werden wir dann auch darauf achten, dass die Leute unterschiedliche Optionen haben und sich dann aussuchen können ob sie nun Vinyl oder eben CDs kaufen.

Habt ihr mit so nem guten Feedback gerechnet nach der letzten Tour?

Gregg: Wir versuchen unsere Erwartungen immer gering zu halten. Bei unseren Auftritten sind wir schon froh, wenn nur 5 Leute da sind und uns zugucken. Wir haben keine hohen Erwartungen, wir machen Musik weil wir es lieben Musik zu machen, wir schreiben die Songs, die wir schreiben wollen und ich jedes mal hellauf begeistert wenn ich merke, dass die Menschen unsere Musik genau so lieben, wie ich es tu. Ich wünsch mir einfach, dass die Leute ne gute Zeit mit unserer Musik haben.

Bryan: Man kann sicher sagen, die Antwort ist „nein“, wir haben das nicht erwartet. Wir haben das auf der letzten Tour gemerkt…wir hatten absolut keine Erwartungen, bei keinem der Auftritte und waren dann bei jedem einzelnen total überwältigt aufgrund des Feedbacks das wir bekommen haben, egal ob es auf nem Dorf oder in na Großstadt war.

Was gefällt euch denn besser, Shows im kleinen Kreis oder Festivals wie beispielsweise das Son of a Bastard auf dem ihr ja gepielt habt….

Bryan: Ich denke, beides hat seinen Reiz. Normalerweise spielen wir ja nicht bei solch großen Shows, sondern eher in kleineren Läden. Beides macht Spaß und hat auch beides seine Vorteile. Bei größeren Shows herrscht ja ne ganz andere Energie, die vom Publikum ausgeht, aber es macht einfach immer Spaß live zu spielen.

Würdet ihr denn sagen, dass das Feedback in den USA genau so positiv ist wie in Europa?

Gregg: Die Leute die uns bislang gesehen haben finden es gut. Wir haben auch ein paar gute Reviews bekommen. Ich denke, unsere Sachen sind in den USA noch nicht so bekannt wie hier, wahrscheinlich weil wir bis jetzt noch nicht auf Tour waren in den USA. Wir waren ja innerhalb von 10 Monaten zweimal jetzt hier und deswegen bekommen wir ja hier mehr Feedback, einfach weil wir hier Shows spielen. Es ist auch nicht so, das wir nicht in den USA touren wollen, wir hatten bislang nur noch nicht die Gelegenheit dies zu tun, wollen es aber noch machen. Wir touren ja weil es uns Spaß macht zu reisen und weil wir es lieben rum zu kommen und unsere Freunde wieder zu sehen und es ist einfach eine tolle Erfahrung Europa anzusehen, Shows zu spielen und jede Nacht Spaß zu haben.

Wie würdet ihr denn das Gefühl beschreiben, nach einer Tour nach Hause zu kommen, unterstützen eure Familien euch bei dem was ihr tut?

Bryan und Cory: Ja definitv, auf jeden Fall.

Gregg: Ja, letztes Mal als wir auf Europa-Tour gegangen sind war mein Sohn grad mal 3 Monate alt und das war dann echt schwer zu gehen…jetzt ist er 1 Jahr alt und jedes Mal wenn ich Wlan-Zugang habe, nehme ich Kontakt zu meinem Sohn und meiner Frau auf um einfach trotzdem so oft es geht bei den beiden zu sein. Ich bin einfach echt glücklich darüber, dass meine Frau mich unterstützt…im Moment liegt bei uns Meter hoch Schnee und ich toure durch Europa und meine Frau ist da und kümmert sich um alles und da kann ich mich echt glücklich schätzen.

Das ist echt cool…kommen wir nochmal auf die neuen Sachen von euch zu sprechen, wann und warum habt ihr denn beschlossen mit Emscherkurve 77 und Gimp Fist zusammen zu arbeiten?

Kennt ihr denn die Bedeutung von Emscherkurve?

Alle: Ja, Emscherkurve – Fußball…..Rot-Weiss- Oberhausen….deren Kurve….ja wir wissen was es ist…

Gregg: Ja Gimp Fist….wir lieben sie, ich denke da spreche ich für uns alle..und Emscherkurve 77 ,die lieben wir auch….

Cory: Definitiv!

Bryan: Wir wollten einfach was zusammen mit europäischen Bands machen, weil wir ja wieder kommen wollten.

Gregg: Ich wollte ne kostenlose Gimp Fist bzw Emscherkurve 77 Platte haben, haha!!

H-H-5Bryan: Ja, haha, ach weisst du, wir hatten letztes Mal so ne schöne Zeit hier und es kommen so viele gute Bands hier aus Europa, so ist es einfach auch eine Win-Win- Situatuion, was zusammen zu machen, weil man dann einfach beide Bands, also auch wir aus den USA, Aufmerksamkeit bekommen.

 

 

Könnt ihr eigentlich von eurer Musik leben?

Gregg: Nee, definitiv nicht, aber wer kann das schon, außer ein paar Ausnahmen….wir haben alle noch Jobs… ich bin Tattowierer…

 Bryan: Ich arbeite in nem Tattoo-Shop als Shopmanager

Cory: Ich arbeite in nem Supermarkt

Das wars auch schon….habt ihr denn abschließend noch was auf der Seele?

Gregg: Vielen Dank für die genommene Zeit!

Cory: Danke für deinen Support, es ist einfach echt schön, hierher zu kommen und von allen so freundlich aufgenommen zu werden! Das macht echt Spaß.

Bryan: Danke an alle die uns unterstützen.

Ich danke euch und wünsch euch noch ne schöne Zeit in Europa, bis zum nächsten Mal.

Mira

 

AGGRESSIVE INTERVIEW (23.02.2014)

Nachdem ich den Song „ No Matter“  von AGGRESSIVE im Netz gehört hatte, war ich richtig begeistert.  Da es meiner Meinung nach wichtig ist, auch noch unbekannte und neue Bands, mit Potential, zu unterstützen hab ich mir fix ein paar Fragen ausgedacht. Daniel, Sänger der Band, hat sich Zeit genommen, diese zu beantworten. Viel Spaß beim Lesen.

Stellt euch mal vor, wie kam es dazu, dass ihr zusammen Musik macht? Wie würdet ihr euren Stil beschreiben??

Erst mal schönen Dank, dass Du, bzw CRAZY UNITED ein Interview mit uns machen wollt. Wir fühlen uns natürlich geehrt, dass Ihr einer kleinen Newcommerband wie unserer eine Chance gebt, uns auf diesem Wege vorzustellen.
AGGRESSIVE stellt sich wie folgt zusammen: David an der Gitarre, Gawo am Bass, Timo spielt Schlagzeug und ich versuche zu singen ;)
Ich hatte 2012 ein Hardcore Projekt Namens UNDER FIRE gegründet. Dieses lief aber eher nur mäßig, weil die damaligen Bandmitglieder selten Zeit zum proben hatten. Da mir das alles ein bisschen zu wenig Action war, wollte ich gleichzeitig noch ne Oi!/Punk Geschichte starten. In meiner Anfangszeit als Skinhead haben mich Bands wie 4 Skins, Condamned 84 oder auch Bonecrusher absolut fasziniert. Die Energie, der Hass und die Gewalt die man durch deren Songs zbs bei 4 Skins -Evil oder Condamned – Up Yours spüren konnte, haben mir eine Meterdicke Gänsehaut verpasst und mich gefühlte 3 Meter wachsen lassen. Diese greifbare, elektrisierende Macht die einen gepackt hat, vor allem bei Live Konzerten, wollte ich unbedingt in meine Musik aufnehmen. Ich finde, dass es heutzutage viel mehr weichgespülte, perfektionierte und auf den Punkt abgestimmte Oi!- Musik gibt. Den rauen, aggressiven Sound der Straße findet man zwar auch noch manchmal, aber eher bei Bands aus den Staaten als in Europa und vor allem nicht in Deutschland. Versteht mich nicht falsch: Ich finde wir haben großartige Bands zur Zeit wie zbs Marching Orders, Gimp Fist, Lions Law usw, die richtig geilen Sound machen aber ich wollte lieber was versuchen, was vielleicht spielerisch einfacher ist aber mehr Wucht hat. Deshalb auch der Bandname. Ob uns das gelungen ist oder gelingen wird, steht auf einem anderen Blatt. Wir sind ja noch in der Selbstfindungsphase.
Den Sound den wir machen würde ich definitiv als Oi!Punk einstufen. Allerdings sehr von dem alten Englischem- und vor allem durch Ammi-Oi! beeinflusst. Also ne kleine Portion Hardcorepunk ist auch mit drin…
Ich hatte Anfang 2013 ein Gespräch mit David von LOST BOYZ ARMY. Dabei kam heraus, dass er genau wie ich, auch Bock auf n Seitenprojekt der etwas härteren Gangart hat. Also hatte ich schon mal n Gitarristen gefunden.
Mit Gawo hatte ich leichtes Spiel. Er ist gleichzeitig Basser bei unserer Zweitcombo UNDER FIRE und hat immer Bock auf was Neues. Fehlte also nur noch ein Drummer. Zu Anfang hatte ich neben dem Gesang auch noch die Stöcke geschwungen. Da ich aber weder Schlagzeugen noch das Singen gut beherrsche, kam ich schnell auf den Trichter, dass beides zusammen schon mal gar nicht funktioniert. Zuerst hatte ich Phil von den DÖRMPS an der Angel. Der kam aber nicht wirklich aus Dortmund raus. Also haben wir weiter gesucht und dann schließlich Timo von PÖBEL UND GESOCKS gefunden.
Im Mai 2013 gabs dann die erste Probe, bei der wir gleich die ersten drei Songs aufgestellt hatten. Fing also ganz gut an…

Was und wen wollt ihr mit eurer Musik erreichen?

Aggr-Jump-WebAuf jeden Fall wollen wir hier und da mal n Konzert spielen. N bisschen durch die Gegend Eiern und was für die Leute tun, die auf diese Art von Mucke stehen. Ein Label zu finden und ne Platte zu machen ist natürlich auch unser Ziel.Wen wir damit erreichen ist mir persönlich eigentlich Wurst. Wem es gefällt ist gut. Wem nicht – dem nicht. Wir machen die Musik hauptsächlich für uns weil es einfach Bock macht. Wenn dann jemand kommt und den Scheiß auch noch gut findet, ist das natürlich sehr erfreulich für uns.

Ihr ward ja schon im Studio und habt den Song, „ No Matter“, für den Sunny Bastard Sampler aufgenommen, beschreibt doch mal in 1, 2 Sätzen, worum es in diesem Song geht.

Jepp. Wir haben im Studio zwei Songs aufgenommen. NO MATTER und SPLIT BLOOD. SPIT BLOOD haben wir direkt auf unsere FB-Seite geladen. NO MATTER wird jetzt auf dem SUNNY BASTARDS LABELSAMPLER zum Festival erscheinen.
In dem Song geht’s einfach, wie so oft darum sich nicht unterkriegen zu lassen. In diesem Fall handelt es sich um die Probleme, die man so auf der Arbeit hat. Man ist halt kein Großverdiener und muss halt für sein Geld schuften. Trotzdem sollte man stolz darauf sein, dass man arbeitet und wenn es auch der größte Scheissjob ist. Hauptsache man landet nicht, von Selbstzweifel und Desillusion in der immer größer werdenden Hartz 4 Lethargie. Und wenn es doch mal nach hinten losgeht: Kopf hoch, Zähne zeigen und weiter machen. Das uns das als Angehörige bestimmter Subkulturen noch schwerer fällt als dem Durchschnittsstino ist auch ein Thema des Songs…

Gibt’s dann bald n Musikvideo zu dem Song?

Also wenn überhaupt, dann machen wir wohl selbst irgendwas DIY- Videomäßiges. Aber das ist auch nicht Priorität. Erstmal ordentlich spielen können, n paar Konzerte geben und ne Platte machen.

Ich drück euch die Daumen….Momentan hat man die Möglichkeit sich 2 eurer Songs, „Spit Blood“ und „No Matter“, im Netz anzuhören….Wann bekommen wir ein ganzes Album von euch auf die Ohren?

Ja, wie gesagt, SPIT BLOOD ist bereits als Studioversion hochgeladen. Wenn der SUNNY BASTARDS SAMPLER draußen ist, werden wir NO MATTER auch von der DIY Proberaumaufnahme zur Studioversion auswechseln.  Ein komplettes Album werden wir erst Aufnehmen können wenn wir ein Label finden, dass uns unterstützen kann. Sobald wir das haben werden wir aber so schnell wie möglich ins Studio gehen.

N Label lässt sich bestimmt finden….Wer schreibt denn die Texte? Du? Wann hast du mit dem Songwriting begonnen? Woraus ziehst du deine Inspiration?

Genauso wie bei UNDER FIRE schreibe ich die Texte selbst. Ich hab mit 13 begonnen Gedichte Texte zu schreiben. Das war schon immer eine gute Art für mich, mein Leben zu verarbeiten. Explizite Songtexte, vor allem in Englisch schreibe ich erst seit ein paar Jahren. Gerade das Schreiben in Englisch ist eine ordentliche Herausforderung für mich. Mit den AGGRESSIVE Texten habe ich aber erst angefangen als es klar war, dass die Band gegründet wird. Ausnahme ist ein deutscher Text, den ich vor ein paar Jahren in der Badewanne geschrieben habe und der davon handelt wie es sein könnte, wenn man alt und grau wird, kurz vor seinem Tod steht und sein Leben reflektiert. Der Song heißt übrigens EIN LEBEN LANG.

Wie bringt ihr die Proben immer unter einen Hut,gestaltet sich das nicht schwierig, da fast jeder von euch ja noch in mindestens einer anderen Band spielt….

Das ist das altbewährte Problem, mit dem wohl die meisten Bands zu tun haben. Wir haben eigentlich einen wöchentlichen festen Probetermin. Da wir aber alle arbeiten und zum Teil Schichtdienste haben, können wir nur wirklich dann proben, wenn alle Zeit haben. Aber Dank WhatsApp und Facebook ist die Terminabstimmung heutzutage viel leichter als früher. Irgendwie kriegt man das schon hin. Das andere Problem sind die anderen Bands in denen Jeder von uns spielt. AGGRESSIVE ist halt für die Bandmitglieder nicht Priorität sondern nur eine Nebenband zur Hauptband und das ist auch gut so. David spielt Gitarre bei LOST BOYZ ARMY und hat noch ein drittes Projekt Namens BEHIND THE SUN. Gawo zockt den Bass noch bei UNDER FIRE und hatte bis Mitte letzten Jahres noch bei MITTELKLASSE gespielt. TIMO ist das Tier bei PÖBEL UND GESOCKS und ich singe bei UNDER FIRE und noch einem experimentellem Nebenprojekt Namens KRE:LL. Wir haben alle ordentlich zu tun, kriegen aber doch fast wöchentlich eine Probe hin.

Klingt spannend das alles unter einen Hut zu bekommen….Würdet ihr sagen, dass die Erfahrungen aus den anderen Bands euch weiterhelfen?

Auf jeden Fall!

Was bedeutet es euch, den ersten Auftritt direkt auf nem bekannten Festival wie dem SoaB zu spielen? Seid ihr aufgeregt vor diesem Auftritt?

Natürlich sind wir aufgeregt. Das erste Konzert mit dieser Band und gleich n dickes Festival mit Bands wie TOXPACK oder 4 PROMILLE. Zwar spielen wir schon um 14.50 Uhr und haben gerade mal 20 Minuten Zeit aber wir sind total zufrieden mit der Situation und freuen uns sehr, dass SUNNY und CHRIS uns eingeladen haben.

Ich bin schon gespannt auf den Auftritt. Was sind eure Pläne für 2014?  Wie kam es zu dem Konzert in der Schweiz?

Aufkleber ohne drahtAls erstes Mal Gigs spielen. Dann ein Album produzieren, sofern wir ein passendes Label finden. Nach dem SoaB Festival haben wir noch den Auftritt in der Schweiz mit BISCHOPS GREEN und ein Konzert mit WARRIOR KIDS in Essen fest. Ansonsten sind erst mal noch ein bis zwei Dates in der Mache. Das Konzert in der Schweiz hat David organisiert. Er sollte erst mit LOST BOYZ ARMY dort spielen. Das ging aber nicht. Also hat er  dem Veranstalter seine zweite Band vorgeschlagen. Das es geklappt hat, hat uns mega gefreut. Schließlich spielen BISCHOPS GREEN ihre erste Europatour und wir sind mit dabei! Yeaaah!

Auf jeden Fall ne fette Sache :) Mit wem würdet ihr gerne mal zusammen spielen/ Songs aufnehmen?

Ich für meinen Teil bin froh, dass wir überhaupt spielen können. Mit wem ist erst mal zweitrangig. Ich kann Dir aber sagen mit wem wir NICHT spielen wollen: Das Wort GRAUZONE lässt uns völlig kalt. Jeder weiss mittlerweile, wie es sich um diese szenespalterische und hetzerische Kampagne bestellt. Jeder, der mal falsch furzt oder nicht ultra links ist hat bei denen ja gleich verschissen. Da wir ne Menge Leute und Bands persönlich kennen, die selbst auf der „Grauzonenterrorliste“ sind und wir es einfach besser wissen, schenken wir dieser Kacke keine Beachtung. Nichts desto trotz ist es natürlich selbstverständlich, das wir niemals mit Rechten Bands oder Veranstaltern arbeiten werden.

Habt ihr noch was auf der Seele?

Vielen Dank dafür, dass Ihr Euch die Mühe macht AGGRESSIVE als Band Vorzustellen und zu Unterstützen. Das Onlinefanzine CRAZY UNITED ist super! :D Einen schönen Gruß an dieser Stelle auch an FRANK HERBST, SUNNY und CHRIS die mit ihrer Arbeit für die Szene auch viel für Diese tun. Und die ganzen Helfer wie MIRA und CO drumherum sowieso. Weiter so! Ansonsten: Wenn Ihr Bock habt, schaut Euch unsere Facebook Seite an, hört unsere Songs und wenns Euch gefällt, kommt zu unseren Konzerten und unterstützt uns! Stay aggressive!

DAN
AGGRESSIVE-OI!

Links:
Homepage: https://www.facebook.com/pages/Aggressive/183713911806166

Son of a Bastards Festival: https://www.facebook.com/events/337751526360661/

Gig in der Schweiz: https://www.facebook.com/183713911806166/photos/a.245314412312782.1073741836.183713911806166/245315312312692/?type=1&theater

Gig im Südrock: https://www.facebook.com/events/1403946983187876/

Danke für das Lob! :) Vielen lieben Dank für die genommene Zeit und die ausführlichen Antworten!

Mira

 

BIERPATRIOTEN INTERVIEW (09.02.2014)

Auch wenn sich Bierpatrioten 2000 aufgelöst haben, wurde bzw. wird es nie komplett ruhig um die 1992 in Berlin gegründete Kultband. Nachdem wieder im Jahr 2011 für viele überraschend in Berlin ein Konzert stattfand und zwei Jahre darauf eine Show in Madrid und Festivalauftritte auf dem „Back on the Streets“ und dem „Endless Summer“ gespielt wurden, ergab sich die Gelegenheit ein Interview mit Frank T. Gitarrist von Bierpatrioten zu führen. Viel Spaß beim Lesen. MIRA

1992 (2)Ihr habt ja schon ein paar Jährchen auf dem Buckel in denen wohl so einiges passiert ist, welches war das schönste und welches das enttäuschendste / traurigste Erlebnis eurer Bandgeschichte?

Frank T.
„Puh, das ist schwer zu sagen. Am traurigsten war sicher die Auflösung. Das schönste Erlebnis war für mich persönlich ein Konzert im Torgauer Brückenkopf Ende der 90er. Da ist es so richtig abgegangen.“

Apropos, Bandgeschichte, für die, die es noch immer nicht wissen, wie kamt ihr dazu zusammen Musik zu machen? Wann fing alles an und was gab euch den Anstoß dazu?

Frank T.
„Ohje, müssen wir das alles noch mal wiederkauen? Das haben wir doch schon hundertmal erzählt. In Kurzform: Wir haben uns halt Anfang der 90er kennengelernt und angefangen Mucke zu machen, einfach will wir Bock drauf hatten. An deutschsprachiger Oi! Mucke gab es ja damals nicht allzu viel.“

Was war in deiner Musikkarriere die wichtigste Lektion die du lernen musstest und warum?

Frank T.
„Musikerkarriere hört sich ja schon mal sehr schön an. Hahaha. Die wichtigste Lektion ist sicherlich, dass es mittlerweile größtenteils auch nicht anders läuft als sonst im Musikbusiness. Du musst dich bei irgendwelchen mehr oder weniger mächtigen Fanzines, Plattenfirmen und vor allem Konzertveranstaltern Liebkind machen. Sonst boykottieren sie dich und du hast es schwer. Das Gute daran ist allerdings, wenn man auf diese Leute keinen Wert legt und man nur sein eigenes Ding durchziehen will, dann macht es schon wieder Spaß.“

Auch nach langjährigem Bandbestehen und auch obwohl es euch ja eigentlich als Band, seit 2000 nicht mehr gibt, schafft ihr es noch immer die Menge zu begeistern und mitzureißen. Zuletzt gesehen, auf dem Endless Summer Festival in Torgau. Was ist das für ein Gefühl?

1993Frank T.
„An sich war es super. Leider haben wir nur zu einer sehr ungünstigen Uhrzeit gespielt und die Leute waren schon platt. Aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht.“

Habt ihr Angst vor dem Vorwurf, bzw. wurde euch bislang irgendwann mal unterstellt, ihr würdet nur dann Auftritte mit Bierpatrioten haben, wenn das Geld mal knapp wird?

Frank T.
„Hahaha, sehr gut. Für unsere Auftritte in Klockow, beim Punk & Disorderly, in Madrid und in Berlin haben wir mehr oder weniger einen feuchten Händedruck als Gage bekommen. Das waren alles sehr idealistische Sachen. Auf dem Back on the Streets und Endless Summer Festival war es a bisserl mehr. Da gingen ja Gerüchte rum von angeblich fünfstelligen Summen. Da haben wir sehr drüber gelacht und es bedauert, dass es nicht wahr ist. Das Lustige daran, ist, dass dieselben Leute, die über uns meckern, die absoluten Horrorpreise für ihre Helden Cock Sparrer, Dropkick Murphys und Perkele abdrücken. Kleiner Tipp: Fragt mal nach, was die an Gage nehmen.“

Spielen Bierpatrioten trotz nicht mehr offiziellem Existieren noch eine große Rolle in deinem Leben?

Frank T.
„Eine große Rolle nicht, nee. Nur in meiner Erinnerung an die (gute) alte Zeit. Klar, bleiben sie immer ein Teil von mir und meine Freunde sind immer noch dieselben wie vor 15-20 Jahren, alles alte Punks und Skins, aber eine Rolle spielen sie in dem Sinne nicht mehr.„

Wie würdest du die Entwicklung euere Musik beschreiben? Abgesehen von euren ersten beiden Alben, sind eure Songs hier und da recht metallastig, wie kams dazu?

Frank T.
„Lag wahrscheinlich daran, dass wir alte Metaller sind (quasi Altmetaller) und sich der Oi! Irgendwann erschöpft hatte. Ich will hier auch nicht irgendwelches Zeugs von Weiterentwicklung verzapfen. Es war für mich als Gitarrist auch irgendwann einfach langweilig immer nur drei Akkorde zu spielen.“

Viele eurer Songs klingen nach Party, allerdings gibt es auch Songs, die sozialkritische Aspekte haben, wie passt das zusammen?

2000Frank T.
„Das hat sich ja von Platte zu Platte immer mehr gewandelt. Schon auf der ersten wurde ja nicht nur übers Saufen gesungen (Rechnung, Bierpatrioten, Schwere Zeiten). Da haben wir uns schon an den alten Helden orientiert (Beck’s Pistols, Blitz, Wretched Ones, Anti-Heros und so weiter) Bei denen war es ja auch immer nicht nur fröhlich. Wir haben eigentlich immer das gesungen was wir gedacht und gelebt haben. Manchmal war das mehr und manchmal weniger sozialkritisch. Meistens sind wir dann bei irgendwem angeeckt und das hat uns dann gezeigt, dass wir alles richtig gemacht haben.„

Würdest du sagen, dass Songs wie „ Aus der Traum“ oder „Dagegen“ noch genauso aktuell sind, wie am Tag der Veröffentlichung und warum bzw. warum nicht?

Frank T.
„Beide haben eine relativ krasse Aussage, wobei das sicherlich auch nicht alles wörtlich zu nehmen ist. Es geht bei „Aus der Traum“ eben um dieses ganze Blutsaugersystem, dass ja kürzlich erst dabei war die ganze Welt in den Abgrund zu reißen. Wenn ich dann sehe, dass nach der Finanzkrise weitergemacht wird als wäre nichts gewesen, dann weißt du ja, dass es kein Aktualitätsproblem mit dem Text gibt. Bei „Dagegen“  ist es ähnlich. Da hat sich die Aktualität vielleicht sogar noch erhöht. In Zeiten der so genannten „Digital Natives“, die am liebsten für den Gang aufs Klo noch eine App wollen, in Zeiten, in denen gleichgeschaltete Medien alle die selbe Botschaft der politischen Korrektheit runterleiern und alle fröhlich mitziehen, ist es wichtiger denn je, sich seine eigene Meinung zu bilden, ganz egal ob sie irgendwelchen Gutbürgern und Neospießern genehm ist oder nicht. Es kann nicht sein, dass Menschen leichtfertig als Nazis oder sonst wie tituliert und diffamiert werden, nur weil irgendwelche selbsternannten Moralwächter glauben, sie können so die Welt retten.“

Letztes Jahr gab es auch einen Auftritt in Madrid, war es was anderes als hier in Deutschland zu spielen, wenn man beispielsweise weiß, dass die Texte in Spanien wahrscheinlich weniger verstanden werden?

Frank T.
„Das Konzert in Madrid war super. Gott sei Dank spreche ich ein wenig Spanisch und konnte den Leuten die Texte erklären. Im Großen und Ganzen sind die Leute beim Konzert aber echt mitgegangen und haben, trotz Sprachbarriere mitgesungen und getanzt wie die Irren.“

Seid ihr immer noch aufgeregt vor jedem Auftritt oder ist das mittlerweile Routine geworden?

Frank T.
„Nicht mehr ganz so wie früher. Aber ein bisschen schon. Das Gute ist aber, dass sich auf der Bühne schon eine gewisse Lockerheit eingestellt hat durch die jahrelange „musikalische Karriere“. Früher hatte ich eher Schiss mich auf der Bühne zu bewegen weil ich dachte, dass ich  mich damit zum Obst mache. Mittlerweile hab ich erkannt, dass das unheimlich Spaß macht und die Leute das auch mögen. Das ist nun mal Teil unserer Aufgabe als Musiker – die Leute unterhalten. „

Was bedeutet dir die Szene in der du dich bewegst und wie hat sie sich in den letzten Jahren verändert? Vermisst du was von früher? Gibt es deiner Meinung etwas, was besser ist?

frank oben rechts_farbeFrank T.
„Es gibt wohl niemanden, der nicht sagt, dass es früher nicht besser war. Das hat vor allem damit zu tun, dass man damals jung war. Ich vermisse auf jeden Fall die grenzenlose Energie, die Unbeschwertheit und die Zeit, die wir damals alle hatten. Es gibt auf jeden Fall auch heute jede Menge netter Leute in der Oi!-Szene. Mir persönlich ist es aber alles viel zu kommerziell und professionell geworden. Ich bin immer noch ein großer Anhänger von selbstgebastelten Plattencovern, selbstorganisierten Konzerten und T-Shirtpreisen von 12 Euro. Wahrscheinlich gehöre ich einer aussterbenden Spezies an. „

Grad im Skinhead- Kult ist Freundschaft fundamental wichtig, mit welchen Bands seid ihr über die Jahre so richtig „dicke“ geworden?

Frank T.
„Das ist sicher bei jedem Gruppenmitglied jemand anderes. Ich persönlich verstehe mich gut mit diversen Leuten von Gleichlaufschwankung, Subculture Squad und The Kenathleten aus England an der Saale.“

In der Skinhead- Szene ist die politische Einstellung immer und immer wieder ein leidiges Thema. Schnell wird man in einen Topf geworfen, wenn man beispielsweise kein klares politisches Statement abgibt oder aber mit diversen Bands zusammen auf einer Bühne spielt. Was ist deine Meinung zu sogenannten „ Grauzonen- Bands“?

Frank T.
„Wir sind ja selber eine, hahaha. Also solltest du lieber die anderen Bands fragen ob sie mit uns ein Problem haben. Ein paar Sachen habe ich ja schon unter Frage 9 dazu gesagt. Ich hab jetzt auch gar keine Lust darüber ewig zu referieren. Meine einzige Frage lautet: Woher nehmen manche Leute sich das Recht, über andere zu urteilen? Sie begründen es damit, auf der richtigen Seite zu stehen und gegen die Bösen zu kämpfen. Das gab es im Laufe der Geschichte schon oft. Unter Stalin wären einige von ihnen sicher sehr gute Politkommissare geworden. Unter Hitler wären sie Denunzianten bei der Gestapo gewesen.“

1992Was sagst du  in diesem Zusammenhang, zu einer gewissen Band aus Südtirol? Findet ihr es übertrieben, dass andere Bands Auftritte absagen, weil sie nicht mit dieser Band auf einer Bühne stehen wollen? Sollte man die Band einfach ignorieren?

Frank T.
„Da gab es ein sehr interessantes Interview mit einem Mitglied von Heaven Shall Burn zu dem Thema. Die sind ja bekannt dafür, sehr engagiert zu sein, vor allem in Sachen Antifaschismus. Der meinte, dass er sich als einziger Mal mit dem Sänger von Frei.Wild hingesetzt hat um seine Argumente zu hören. Daraufhin hat er sich seine Meinung gebildet, nämlich, dass es bei dieser Kombo hauptsächlich um Verkaufszahlen und geschicktes Marketing geht und nicht um politische Inhalte. Weiterhin hat er gefragt, ob es nicht sinnvoller wäre als Band gerade da zu spielen, wo die spielen und dort Flagge zu zeigen und seine Meinung kundzutun. Das war für mich das erste und einzige vernünftige was ich zu dem Thema gehört habe. Boykottieren sollte man eher Campino.“

Berliner Weisse brachten vor nicht allzu langer Zeit den Song „ Fahnen im Wind“ raus, der sich mit dem neuerdings herrschenden Hype um sogenannten Deutschrock beschäftigt. Was ist deine Meinung dazu?

Frank T.
„Ist überhaupt nicht meine Musik. Die Bezeichnung Deutschrock rollt mir schon die Fußnägel hoch. Da denke ich eher an Peter Maffay und Pur. Textlich unterscheiden sich viele Deutschrock-Bands allerdings nicht von deren Machwerken. Ich persönlich höre Oi! und Punk. Deutschrock kommt mir nicht ins Haus.“

Was sagst du  zu den aktuellen Ereignissen, dass aufgrund von Sexismus diversen Bands ein Auftrittverbot erteilt wurde, bzw. Konzerte aus diesem Grund vom Veranstalter abgesagt wurden?

Frank T.
„Bushido, oder was? Hahaha. Ich bin großer Anhänger der Kassierer und Lokalmatadore. Sexismus…ach Gottchen. Wem haben sie denn die Konzerte abgesagt? Hab ich nicht mitgekriegt. „

Gibt es einen Zeitpunkt, an dem ihr definitiv aufhört und keine Konzerte mehr spielen werdet? Oder gibt es eine endgültige Abschiedstour oder lasst ihr es weiterlaufen wie momentan und spielt hier und da mal auf nem Festival oder mal n Konzert und habt ihr noch was zu veröffentlichen?

zeitungsbericht 1992Frank T.
„Wir lassen es weiterlaufen wie bisher. Solange wir alle noch gesund und munter sind, kann es immer mal wieder passieren, dass wir ein Konzert spielen (hoffentlich dann für was Fünfstelliges). Veröffentlichen tun wir sicher nix neues mehr und eine Abschiedstour wird’s sicher auch nicht geben.“

Womit würdest du den Menschen gern im Gedächtnis bleiben?

Frank T.
„Du kannst Fragen stellen! Ein Freund von mir sagte neulich, dass er mich beneiden würde, weil ich der Nachwelt was hinterlasse, in Form der Musik. Das habe ich gar nicht verstanden. Wenn ich weg bin, bin ich weg. Dann will ich meinen Leuten als guter Freund in Erinnerung bleiben. Ansonsten ist mir das egal.“

Hast du abschließend noch was auf der Seele?

Danke fürs Interview. F.T.

http://www.facebook.com/Bierpatrioten

http://www.bierpatrioten.blogspot.de

Fotoinfos von Oben nach Unten:

Foto 1. (Bierpatrioten und Freunde, 1992)

Foto 2. (Bierpatrioten und Freunde, 1993)

Foto 3. (Foto: David Strempel, 2000)

Foto 4. (Frank T., 2011)

Foto 5. (Frank T., Pepe, 1992)

Foto 6. (Bierpatrioten, Zeitungsartikel, 1992)

BIERPATRIOTEN INTERVIEW (2010)

BIERPATRIOTEN

Beschreibt bitte für die Eingangsstory die damalige Situation Anfang der 90ern in Berlin, aus denen die Bierpatrioten entstanden sind. Wie war das damals, relativ kurz nach der Wende, und vor allem wie war das auch vor der Wende, wie hat es sich ergeben, dass ihr damals einen ziemlich straighten Skinhead-Weg gegangen seid und eigentlich von Anfang an keine politischen Leichen im Keller gehortet hattet. Andere Bands hatten da ja mehr Anlaufschwierigkeiten, die Ihnen dann noch jahrelang nachhingen….woran habt Ihr Euch orientiert, wie sah Euer persönliches Umfeld aus und so weiter?

Schulle:
Wir hatten mit Bierpatrioten alle das gleiche Ziel. Wir waren Freunde die sich einig waren, selber Musik zumachen & unseren großen Helden nachzueifern. Es gab in unseren Reihen keinen der Bock auf Extremismus beider bekannten politischen Flügel hatte. Subkultur Skinhead mit all den Werten, wiederum aber auch ein Haufen voller Prolls die gerne mal hier und da eine Schweinerei veranstalteten. Die Situation so wie ich sie jetzt rückblickend betrachte war damals mehr als aufregend. Wir waren doch alle gerade mal erwachsen geworden und vieles war so neu und bunt, kam man doch aus der wahren grauen Ostzone. Man wollte so viele Konzerte wie möglich besuchen, gab jeden Pfennig aus der übrig war vom schmalen Lehrgehalt für Platten, Klamotten und Magazine um sich ständig neuem musikalischem Futter auszusetzen. Wir hatten in Berlin verteilt mehrere Skinhead Gruppen die sich aber untereinander kannten und teilte somit nicht nur das kühle Bier aus dem Kasten auf dem Weg zum Konzert, sondern auch das gemeinsame Lebensgefühl etwas besonderes zu sein. Was sich desöfteren als nicht ganz ungefährlich rausstellte, wenn es einen böse an den Kragen gehen sollte und uns dann Rücken an Rücken beweisen mussten. Kinder von Traurigkeit waren wir bestimmt auch nicht.

bierpatrioten-2000-3Frank:
Als die Wende kam, kannten wir ja an Skinheadbands eigentlich nur die Onkelz, die auf schlecht kopierten Audiokassetten immer weiter verbreitet wurden. Es war alles neu und aufregend. So viel Kohle hatte keiner um sich all die ganzen Platten und Shirts zu kaufen die es auf einmal gab.
Für Perrys und Shermans mussten wir nach London reisen und Stiefel bekam man auch nicht an jeder Ecke hinterher geworfen.
Auf einmal gab es eine unglaubliche Freiheit, was sich in permanenten Straßenkämpfen und Reibereien entlud.
Die geilste Zeit war wohl Mitte der 90er als wir im „Drunter & Drüber“ im Prenzlberg quasi eine eigene Kneipe hatten in der wir uns fast täglich mit 30 bis 50 Skins getroffen haben und dann losgezogen sind um die Stadt zu terrorisieren. Das Lied “Hausverbot“ beschreibt ganz gut unseren Alltag von damals. Es gab so eine Aufbruchstimmung. Ich denke mal, so ähnlich muss es auch in etwa 1977 gewesen sein, als der Punk alles in Aufruhr versetzte.

Ihr habt ja heute alle recht gute Bands am Start, dennoch dürftet Ihr ein bisschen an der alten Zeit hängen…es gab das Konzert am P&D vor einigen Jahren, vor 2-3 Jahren wurden PicLp´s von den Bierpatrioten nachgepresst und jetzt gibt es auf Randale noch einmal ein riesiges Gesamtwerk. Aus welchen Gründen hat Euch das Bierpatrioten-Thema nie wirklich los gelassen?

Schulle:
Ja, ganz einfach. Wenn die Nachfrage immer noch groß ist, warum sollten wir die Sachen einstauben lassen? Wie oft hörte man von Leuten wie wichtig ihnen unsere Musik ist und sie auch von uns sehr beeinflusst wurden. Es ist ein schönes Gefühl auch ein Teil zu sein von einer großen Bewegung. Dann kommt schwerwiegend hinzu, dass einige Singles und EP´s auf sehr limitieren Auflagen erschienen sind, und ich bekam mehrmals einen Schock wenn Leute beispielsweise bei Ebay sehr viel Geld verlangen oder ausgeben dafür. Der Punkt war, wir wollten die raren Sachen noch mal nachlegen und das in bester Soundqualität.
Wenn man seine Jugendzeit mteinander verbracht hat lässt einen das nie richtig los.

Frank:
Das Ding war ja auch, ganz klar, dass wir damals Ende der 90er auch unglaubliche Probleme damit hatten, dass es einfach keine ordentlichen Strukturen/Veranstalter gab. Es wurde nie Werbung gemacht und oft spielten wir dann auf irgendwelchen Kuhdörfern vor 15 zahlenden Gästen. Das hat einfach auch keinen Spaß mehr gemacht.
Die Szene war total gespalten in rechts/links, ost/west und was weiß ich noch alles und als wir uns dann ein paar Jahre aufgelöst hatten waren wir auf einmal ziemlich populär, viele bezeichneten uns als eine der wichtigsten Oi!-Bands Deutschlands und die Platten waren plötzlich ausverkauft und ein Schweinegeld wert.
Irgendwie hatte ich dann schon eine Träne im Knopfloch wenn ich mir so vorgestellt habe wie es hätte werden können wenn wir weitergemacht hätten, gerade wenn ich mir so den Erfolg von Stomper 98 etc. ansehe…

Was wurde aus den Leuten von der ersten Besetzung? Du hattest letztens irgendwie anmerken lassen, dass es da wenig Verbindungen geben dürfte – könntet Ihr Euch vorstellen, dass Ihr das anlässlich der „Berliner Prunkstücke“ noch einmal aufleben lässt und die alten Bandkollegen kurz im Reich der Bierpatrioten 2010 mit einbezieht?

Schulle:
Das ist uns auch wichtig, jedes Bandmitglied hatte damals seinen Teil dazugetragen. Es besteht untereinander ein guter Kontakt zu der letzten bestehenden Besetzung. Ich glaube Frank hat noch Kontakt zu Jana und wenn Pepe unser erster Drummer eventuell die Bierpatrioten Best of! irgendwo stehen sieht oder diese Zeilen liest sich vielleicht auch nach Jahren wieder nach uns erkundigt oder auch mal wieder meldet? Es ist doch einfacher uns noch aktive Musiker zu finden wie umgekehrt. Vielleicht gibt es dieses Jahr noch ein Bierpatrioten Familienreffen mit einer dazugehörigen Release Party, mal sehen.

Frank:
Das stimmt, ich habe mit Jana immer noch guten Kontakt und sie hebt die alten Platten auch immer noch auf und ab und zu quatschen wir schon mal über die alten Zeiten.
In Klockow hat sie ja bei unserem Konzert auch wieder bei einem Lied den Bass gezupft. Von Pepe haben wir nie wieder was gehört, allerdings sind wir ja auch nicht sehr harmonisch auseinander gegangen…

Wie jede andere Band habt ihr damals zuerst ein Demo aufgenommen, ich kenne das ja auch noch von früher und wenn ich jetzt daran denke, war das doch noch alles etwas aufregender. Kannst Du den Leuten ein bisschen einen Einblick über eure damaligen ersten Gehversuche geben, wo ihr geprobt habt, wie generell Euer Leben ausgesehen hat…wo habt Ihr das Demo aufgenommen, mit welcher Euphorie seid ihr damals an die Sache rangegangen etc?

bierpatrioten 2000 (2)Schulle:
Das sind einfache Schritte die ich immer noch für gut halte & einigen jungen Bands auch immer wieder rate. Allzu oft wird  jungen Bands sofort ein Plattendeal über ein ganzes Album angeboten, wo sie nur halbfertiges Material einspielen & sich später darüber ärgern. Die damalige Euphorie war bei uns sehr groß. Wir hatten viel Spaß, waren sehr energisch und wollten was bewirken. Man beherrschte sein Musikinstrument und wollte es auch jeden zeigen. Ja, sehr stolz waren wir auf unser erstes Demoband „Immer breit“ aus dem Jahr 1992, was auch mehrere hundertmal kopiert  und in Eigenregie durch uns verschickt wurde. Wir spielten es im Randbezirk Marzahn in einem kleinen Studio namens „Masterix“ ein. Ganz in der Nähe hatten wir unter einfachen Umständen in einem Jugendclub unseren ersten gemeinsamen Proberaum besiedelt. Dann wechselten wir in der Zeit 2-3-mal die Räumlichkeiten in verschiedenen Berliner Bezirken & hatten am Schluss der Bierpatrioten Ära einen guten Raum in Berlin Friedrichshain gefunden.

Frank:
Das Demo war damals unser ganzer Stolz. Ich glaube wir haben das, nachdem wir es in den Händen hielten bestimmt jeder mindestens 20-mal am Tag gehört. Unsere Kumpels konnten das gar nicht glauben, dass wir richtige Mucke machten. Viele hatten geglaubt wir schrammeln nur so aus Spaß vor uns hin. Ich habe sofort eine Kopie ans Bulldog-Fanzine geschickt und wir haben eine hammergeile Besprechung bekommen. Du musstest dann 10 Mark im Brief an uns schicken und dann haben wir die Kassetten kopiert und verschickt.
Die Cover wurden immer selber gemacht, meist aus Zeitungsschnipseln zusammengeklebt und die Interviews für die Zines auf der Schreibmaschine getippt. Wahrscheinlich haben wir 10 Liter Tipex verbraucht bis wir alles ordentlich aufm Papier hatten. Wir hatten echt geile Konzerte in Torgau, Neubrandenburg, Wegeleben(da sind die Boxentürme zusammengebrochen weil alle so wild gepogt haben) und so ein Freiluftkonzert wo 200 Leute auf die Bühne gestürmt sind und mit uns gefeiert haben. War schon geil!
War alles total unprofessionell ohne Myspace und den ganzen Scheiß, einfach nur Oi!/Punk wie es sein soll.

Vor allem wenn Ihr das mit dem heute üblichen Gang der Dinge vergleicht, wenn zb Toxpack oder Turbolover etwas Neues aufnehmen oder ein Konzert spielen…ist die ganze Aufregung bestimmt weniger oder anders, oder?

Schulle:
Ich bin immer noch ziemlich nervös und aufgeregt und das wie zu Beginn meiner musikalischen Laufbahn vor fast 20 Jahren. Egal ob kleine Clubshow oder großes Festival. Genauso ist es wenn es um die Studioarbeit geht, es ist immer etwas Besonderes & spannend zugleich. Da hat sich bei mir in den Jahren nichts verändert. Es gibt da vom Verhältnis her keinen Unterschied zu beiden Bands und ihren Epochen.

Frank:
Ein bisschen abgezockter wird man schon mit der Zeit, aber die Aufregung auf der Bühne zu stehen ist immer noch die gleiche und wenn eine neue Platte im Kasten ist, höre ich sie mir immer noch 20 mal am Tag an.
Ein bisschen bequemer sind wir geworden und ein ordentliches Bett und eine halbwegs vernünftige Anlage ist auch schon irgendwelchen Ur-alt-krücken vorzuziehen, aber ansonsten hat sich nicht soo viel geändert.
Ohne Spaß dabei zu haben braucht man nicht auf die Bühne gehen

Der nächste logische Schritt war dann eine Single und dann eine Platte….Dim Records war zu dem Zeitpunkt sicherlich eines der am meisten etablierten Labels für solche Musik – wie seid ihr mit Uhl in Kontakt gekommen, wie passierte all das?

Schulle:
Ich glaube wir haben damals unser Demotape an verschiedene Labels verschickt die Anfang der 90er Oi! Musik produzierten. Dim Records war zu dieser Zeit mit am bodenständigsten was dann gegenseitiges Interesse hervorrief. Es gab ein Treffen in Berlin und wir unterhielten uns über die kommenden Schritte und somit war die erste Single „Titten raus“ aus dem Jahr 1993 und das ein Jahr später folgende Debütalbum „Randale, Pogo, Alkohol„ darauf erschienen. Unser Arbeitsverhältnis endetet aber nach ganzen 2 Jahren und wir verließen Dim Records aus soweit bekannten Gründen. Wir hatten kein Interesse auf ein Label zu bleiben was im großen Stil anfing, mit Rechtsrock und Nationalistischen Bands viel Geld zu verdienen, was vorher nicht der Fall war.

bierpatrioten_schulle_jana_frank_pepe_1992_masterix_ tonstudio_berlinFrank:
Der Uhl hatte damals einfach den besten Skinheadversand. Auch wenn da viele gleich wieder losheulen. Keine Ahnung warum der dann mit diesem
RAC-Kram anfing. Und so viele Plattenfirmen gab es damals nicht die in Frage kamen. Irgendwie hat man sich zwar nicht unbedingt gemocht, aber die Szene war in Bezug auf Musik viel geschlossenen. Alle hörten die gleiche n Bands und hatten dieselben Platten. Jeder kannte jeden um 3 Ecken und auf Konzerten hat man sich ständig getroffen

Wie schon zuvor angesprochen, wie liefen die Konzerte für Euer Empfinden damals ab, hattet Ihr Mühe damit, dass Ihr Euch von politischen Leuten/Bands abgrenzt? War das alles nur auf die Berliner Szene beschränkt oder habt Ihr von Außerhalb auch Notiz genommen, was im deutschlandweiten Raum skinheadmässig so abging?

Schulle:
Wir hatten zu vielen Bands Kontakt und das nicht nur deutschlandweit, auch Österreich, Schweiz bis hin in die Tschechoslowakei gab es enge Freundschaften. Auch wir mussten damals aufpassen mit welchen Bands wir zusammen auftraten. Ist es uns immer gelungen?
Es gibt rückwirkend auch lustige Situationen, dass wir gefragt wurden:“ Ihr habt mit Rabauken zusammen gespielt, warum?“ Denen man leider immer noch einen „rechten“ Ruf nachsagt. Eine Woche später hatten wir eine junge Band im Vorprogramm die noch nicht jeder kannte namens Loikaemie, na klingelt`s? In Ost-Berlin gab es auch einige Oi! &  Punkrock Bands die Anfang/Mitte der 90er aktiv waren, z.B.: Shock Troops, Kiezgesöx, Voice of Hate, die sollte man nicht vergessen hier zu erwähnen!

Frank:
Eigentlich hatten wir ja die Bierpatrioten gegründet gerade um uns von den rechten Combos abzugrenzen. Das hat auch so gut funktioniert, dass die uns dann auch recht hasserfüllt begegnet sind.
Die Linken haben sich nicht lumpen lassen und sind uns auch ordentlich auf den Keks gegangen(wie Daniel schon erwähnte wegen der Rabauken und Trabireiter).
Wir haben natürlich auch ständig alle provoziert und demzufolge recht oft böse Ansagen gekriegt. Einmal, in Harbke sind angeblich ein paar hundert Autonome von den Bullen eingekesselt worden weil die das Konzert (mit Bierpatrioten, Goyko Schmidt, Troopers und Daily Terror) überfallen wollten. Es gab auch Interview-/Konzertangebote von der rechten Seite.
Das haben wir aber abgesagt. Ebenso wollten wir aber auch keine pseudo-revolutionären Wirrköpfe unterstützen und haben da auch immer Abstand gehalten.

Mit Dim Records seid Ihr anscheinend nicht lange glücklich geblieben, warum?

Schulle:
Das war einer der Gründe die ich hier schon kurz vorher erwähnte. Im Nachhinein ärgere ich mich schon, dass wir uns nie wirklich gekümmert oder beraten lassen haben und uns die ersten beiden offiziellen Veröffentlichungen nicht zurückholten. Es bestand zwar ein Vertrag der per Handschlag unter Zeugen abgesegnet wurde, aber auch niemals seitens des Labels  eingehalten wurde. Somit wäre die Beweislage ja eindeutig und auch schnell geklärt, wenn man das ordentlich angegangen wäre. Was leider einen faden Beigeschmack hinterlässt ist die Tatsache, dass Tausende von Scheiben über die ganzen Jahre verkauft wurden, aber außer ein paar Freiexemplaren kam es leider nie zu einer Bezahlung. So was passiert einen auch nicht nochmal & für mich ist dieses Thema persönlich auch noch nicht abgeschlossen. So schnell gebe ich da nicht auf. Viele Bierpatrioten Fans hätten dann wohl mit gutem Gewissen sehr gerne unsere ersten beiden Veröffentlichungen woanders her bezogen wenn wir sie noch mal nachträglich auf einem korrekten Label rausgebracht hätten. Dann hätte man bestimmt nicht stirnrunzelnd über Zwischenhändler oder widerwillig direkt da bestellen müssen.

Frank:
Wie oben schon erwähnt gab es da politische Differenzen. Allerdings hatten wir auch ein paar private Streitereien. Der Uhl war, glaub ich, auch etwas sauer auf uns weil wir ihn im Suff in einem Interview etwas veralbert haben.

Hat dies alles Bierpatrioten geschadet?

Schulle:
Nein, ich denke nicht. Wir haben immer deutlich gemacht wie wir ticken. Später gab es daraufhin gute Zusammenarbeit mit Labels wie, Scumfuck Tradition, Coretex / Bad Dog Records und MAD Tourbooking. Das Vertrauen war da und wir haben mehrmals bewiesen, dass es auch berechtigt ist.

Frank:
Ab und an quatscht mal einer irgendwas daher, aber meistens haben diese Leute eh keine Ahnung bzw. wollen nur ihr verbohrtes Weltbild gerade rücken. Letzten Endes ist es immer wichtig, dass man seine Meinung sagt und auch unbequeme Entscheidungen trifft und zu Fehlern steht.
Dieses ganze Nazi-/Zecken-Blabla ist doch echt für´n Arsch.

bierpatrioten v.l.n.r. ille, schulle, sören, frank. 2011Bis zum zweiten Album habt Ihr eigentlich lumpenreine Oi! -Musik gespielt, dann wurde es mit mit Metal – Effekten versucht, Ihr habt damals ja schon ein Lied der Onkelz gecovert. Andere Skinhead-Bands haben zu der Zeit eher noch „Stolz“ oder ähnliches nachgespielt, bei Euch war es „Kneipenterroristen“. Aus welcher Motivation passierte das – weil Ihr eben an die „alten“ Onkelz Tribut zollen wolltet, oder war das eher der Vorläufer von dem, was sich heute als Deutschrock verkaufen will und zu 100-fach als Möchtegern-Onkelz-Kopie anbiedert?

Schulle:
Ich vermute es hat damit zutun, dass Frank und meine Wurzeln aus der Metal Ecke stammen. Wir waren & sind große Fans der schwermetallischen Klänge und das schon zu DDR Zeiten. Zur Wiedervereineinigung faszinierte uns dieses „Skinhead – a way of life“ und die Haare waren ab. Oi! / Ska / Punkrock / Hardcore standen ganz weit oben. Ich gehe davon aus, dass wir uns später unserer alten Jugendtugenden wieder bewusst wurden und deshalb in der letzten Bierpatrioten Phase diese Metal – Hardcore Einflüsse mit eingebaut haben. Soweit ich mich erinnern kann gab es damals zu dieser Zeit eine ganze Welle die gegen Onkelz vorging. Gerade auch aus der Skinhead Kultur, da war nicht jeder gut auf die Frankfurter zu sprechen. Es wurde geflucht und geschimpft, weil sie bekannterweise doch andere Wege eingeschlagen haben. Wir hatten darauf keinen Bock & kamen auf die Idee den Song zu covern und Respekt zu zollen. Böhse Onkelz waren für Bierpatrioten eine sehr wichtige Band, die uns in jungen Jahren sehr beeinflusste. Mit diesem ganzen Deutsch-Rock Wahnsinn hatte es in unserem Fall nichts zu tun das gab es da noch nicht.

Frank:
Genauso war das. Ende der 90er war Oi! auch irgendwie tot. Die Bands kopierten sich selber und die Luft war irgendwie raus.
Über die Onkelz kann man sich endlos streiten, aber sie sind und waren ein großer Einfluss auf die ganze deutsche Oi!- und Rockmusikszene.
Und es war doch nichts geiler, als dass die in den Charts auf Platz 1 waren während Campino, Westernhagen und diese ganzen PC-Deppen gekotzt haben. Ich finde auch nicht alles von den Onkelz geil, aber man muss auch sehen, dass die sich wirklich hoch gekämpft haben, die hatten die gesamte Presse, Vertriebe und die Öffentlichkeit gegen sich und haben es bis nach oben geschafft. Da muss ich schon sagen: Hut ab! Da ist auch viel Neid im Spiel wenn die sich immer aufregen über die Onkelz. Allerdings finde ich es auch ein bisschen anstrengend wenn heute jeder nur darüber singt wie hart das Leben auf der Straße doch ist. Das war ja selbst bei den Onkelz manchmal etwas albern. Nichtsdestotrotz haben wir „Kneipenterroristen“ gecovert, gerade weil es nicht aus der Skinheadphase war und mir persönlich Metal weitaus besser gefällt als jamaikanische Blasmusik.

Denkst Du, dass Ihr mit dem „Berliner Prunkstücke“ vielleicht jetzt im Moment doch auch das Interesse von frischen Deutschrock-Fans an den Bierpatrioten wecken könnt?

Schulle:
Darüber habe ich nicht nachgedacht und kann es nicht beurteilen. Bierpatrioten war eine Oi! Band und ich denke das wird auch so angenommen innerhalb der Szene. Wie jeder auch selbst entscheidet was er sich letztendlich auf dem Plattenteller legt, es ist und bleibt jedem selbst überlassen. Grundsätzlich ist dieser Datensatz für die Oi! & Punkrock Szene wieder aufgelegt worden für Fans, Freunde & Sammler.

Frank:
Die meisten Bands werden ja immer lascher mit der Zeit und erzählen dann was von Weiterentwicklung um ihren Popscheiß zu rechtfertigen. Wir sind immer härter geworden von Platte zu Platte, aber das wurde dann auch kritisiert. Eigentlich konnte man zur Jahrtausendwende keinem mehr irgendwas recht machen. Was wurde gejammert als „Geh mit Gott“ rauskam, das wir den wahren Oi! verraten haben und das HC nix in der Mucke zu suchen hat. 5 Jahre später war das ein Meilenstein und wurde als Kultplatte gefeiert. Daher denke ich, dass Deutschrockfans nicht unbedingt zu den Leuten zählen werden die die Platte kaufen wollen.

War es Euch persönlich wichtig, dass die Scheibe auf einem szenenahen Label wie Randale Records veröffentlicht wird?

Schulle:
Es war mir sehr wichtig ein Label zu finden was diesen Spirit und Geist auch in sich bürgt. Randale Records ist für mich eine optimale Lösung für diese Bierpatrioten Best Of! Veröffentlichung. Es ist ein sehr gutes Szene Label was bodenständig ist und seit Jahren gute Arbeit leistet & tolle Veröffentlichungen hervorbringt. Sie sind sich auch nicht zu schade jungen unbekannten Bands eine Chance zu geben. Dazu kommt noch, dass Oli & Diana große Bierpatrioten Fans sind. Alles passte. Ich kenne die beiden auch sehr gut durch die gemeinsame Arbeit mit Toxpack.

Frank:
Randale ist ein sehr beständiges Label und bringt auch nur gute Musik raus ohne sich um Anfeindungen zu kümmern. Es sollte mehr solche Plattenfirmen geben.

bierpatrioten v.l.n.r. frank, schulle, sören, ille. 2000Schließt Ihr das Kapitel „Bierpatrioten“ mit diesem Release endgültig ab oder habt Ihr noch einige Asse im Ärmel?

Schulle:
Was soll ich dazu schreiben, ich wusste dass diese Frage noch kommen wir. Es werden wahrscheinlich einige wissen wollen: kommt da noch was, passiert da noch mehr? Eins ist doch mal Fakt, wir haben alle selber viel zu tun mit unseren beiden anderen Hauptbands Turbolover & Toxpack. Wir arbeiten alle, haben Familien gegründet und sind dadurch „ein wenig“ ruhiger geworden. Ich für meinen Fall hatte nicht vor mit diesem Werk eine Bierpatrioten Reunion zu starten. Es ist ein Dankeschön an alle Freunde, Wegbegleiter und besonders an unsere Fans.

Frank:
So sieht das aus. Mehr als eine Band übersteigt unsere Kräfte. Ich glaube auch nicht dass es gut wäre. Die alte Zeit lässt sich sowieso nicht wiederholen. Vielleicht kann man mal ein Spaßprojekt machen oder so, aber eigentlich ist das Kapitel abgeschlossen.

Oi! Oi! Oi! – Die Bierpatrioten

ASHBY INTERVIEW (08.12.2013)

Ich habe es ja schon des öfteren an dieser Stelle geschrieben. Gute Bands müssen nicht immer aus Amiland oder was weiß ich woher kommen. Es gibt sie auch vor deiner Haustüre. So wie etwa ASHBY. Die Mülheimer Truppe hat gerade in Eigenregie ihre erste EP auf den Markt gebracht. Wer auf  Prog / Rock Metal mit einer guten Portion Rock steht, sollte den fünfer definitiv mal antesten. Ich traf mich mit Drummer Rik und Keyboarder Joel in dem gemütlichen „Cafe Vienna“. Leider nicht in Wien, sondern in Mülheim.

Marcel: Eure EP trägt den Namen „A Question Never Heard“. Um welche Frage geht es denn? Welche Frage wurde nie gehört?

Ashby_Presse (Klein)Joel:  Hehe, welche Frage wurde nie gehört? Es ist auf jeden Fall der Titel Song der EP. Geh ich den einen, oder den anderen Weg? Wir als Band waren in einer findungsphase. Machen wir das jetzt mit der Musik oder nicht? Wir  beschäftigen uns damit, um professionell zu werden. Bei “Top Of  The World Part 1 & 2 „ geht es darum, das man eine Sache aus zwei verschiedenen Perspektiven sehen kann. Auf der einen Seite bist du deinen Weg gegangen, bist glücklich mit dem was du erreicht hast. Auf der anderen Seite merkst du dann aber, das es dennoch der falsche Weg war den du gewählt hast. Ich habe meine Ziele erreicht, aber es hat mir nicht das gegeben, was ich erhofft hatte. “A Question Never Heard“ soll einfach die Frage aufwerfen, was man wirklich will. Also von Herzen. Ich habe das Gefühl, das man sich diese Frage viel zu selten stellt. Also nicht was man so vor hat, sondern das was man WIRKLICH will oder erreichen möchte. Diese Frage sollte man sich selber stellen. Und den Weg dann gehen. Man kann es natürlich auf die Band beziehen, aber jeder Hörer hat seine eigene Interpretation davon.

Rik:  Wir wollten ein Konzept haben, was die Vernunft  / Glücklich Seite darstellt. So ganz Klischee mäßig. Es soll aber gut verpackt sein. Und nicht nach dem Motto „Verfolge deinen Traum“. Das hat man ja schon wirklich 1000 mal gehört hat.

Marcel:  Ihr habt im Booklet ein Zitat des Brasilianischen Schriftstellers Paul Coehlo abgedruckt. Das Zitat stammt aus dem Buch „Der Alchimist“. Das Buch ist von 1988. Warum habt ihr euch gerade für dieses Zitat aus diesem Buch entschieden?

Joel: Jan unser Gitarrist kam mit dieser Idee an. Wir haben uns dann über das Buch und den Inhalt ausgetauscht und fanden, das es einfach gut passt. Wir können es auf uns beziehen und vielleicht kann ja auch der ein oder andere etwas damit anfangen, wenn er es ließt.

Rik: Genau. Wir wollten die EP in ihrer Aussage an sich auch untermalen. Und Jan war direkt klar, daß dieses Zitat sehr gut zu uns passt.

Marcel:  Der Bandname ASHBY hat aber nix mit dem Psychater William Ross Ashby zu tun oder?

Joel: Jein haha.

Rik:  Es geht ja einfach darum, was der Name ASHBY bedeuten soll. Für uns ist es im Prinzip einfach nur ein Name. So wie der Baum der Baum oder der Schrank ein Schrank ist. Wir wollten einfach einen Namen haben, der durch nichts vorbelastet ist. Diesem Namen wollen wir dann die Bedeutung geben. Wir waren zu Beginn erst im Bereich der Krankheiten unterwegs. Speziell im psychiatrischen Bereich. Namen, welche sich einfach gut anhören. Und das hat am Ende entschieden. Es soll gut und Zeitlos klingen.

Joel: Wir definieren den Namen.Und nicht der Name uns.

Marcel:  Kommen wir zu eurer EP. Wenn man den Stuff gehört gehört hat, hat man zig Namen im Kopf. MALMSTEEN,DREAM THEATER oder auch YES. Hinzu kommt aber eine schöne Portion Rock…..

DSC_1172 (Klein)Rik: Also MALMSTEEN auf jeden Fall für unseren Gitarristen Jan. Der hört den und hat auch Solo Alben von ihm. Das ist ein dicker Einfluss von ihm. Vom Sound her auch sicher PINK FLOYD. Er versucht aber dennoch seinen eigenen Klang zu haben bzw. zu finden.
Wir holen uns ja auch Inspiration von den Gruppen die groß sind oder es mal waren wie z. b. YES oder auch DREAM THEATER. Wir stehen auf Bands die versuchen, möglichst viele Ideen in einen Song zu packen. Das ganze soll aber eben nicht wie ein Medley klingen, sondern also Song funktionieren. Die einzelnen Ideen müssen greifen. Man darf einfach nicht merken ob der Song jetzt 10 oder 15 Minuten dauert.

Joel: Es sind aber nicht nur solche Sachen. Unsere Sängerin (Sabina Moser) hört auch sehr viel Jazz. Ich höre auch alles was mir gefällt. Da ist von Metalcore bis hin zur  Klassik alles dabei.

Rik: Unser neuer Song dauert z. b. fast 13 Minuten, da merkt man schon, das das ganze anspruchsvoller wird.

Marcel: Bist du denn als Drummer persönlich traurig darüber, das Portnoy bei DT weg ist?

Rik: Klar, der ist ein super Drummer. Aber mein Alltime Favourite ist Gavin Harrison von PORCUPINE TREE. In jeder Hinsicht.

Marcel:  Eure Songs sind recht lang. Alleine der Titelsong geht fast an die 11 Minuten Grenze. Wolltet ihr einfach die Spielzeit aufpeppen, hat sich das so ergeben oder war es ein Kompromiss damit jeder seine Ideen unterbringen konnte?

Joel:  Jeder von uns hat einfach sehr viele Ideen und die bringen wir natürlich auch mit in den Song ein. Wir diskutieren auch über die Ideen. Dabei kann es schon mal vorkommen, das wir 3-4 Tage an einem Übergang sitzen bzw. arbeiten. Das geht immer hin und her. Aber auf einmal ist der Song dann fertig, dauert 13 Minuten, aber alle sind glücklich damit.

Rik: Wir machen uns auch vorher gar keine Gedanken darüber wie der Song zu klingen hat. Was haben wir an Ideen und wie kommen wir damit weiter? Es muss aber als Song funktionieren. Es darf nicht so klingen, als wäre ein Part nur dran geklatscht.

Joel: Das finde ich ist aber auch das schöne an Progressive Rock bzw. Metal. Man entdeckt immer sehr viel und es wird auch nicht so schnell langweilig. Sogar noch nach langer Zeit.

Marcel:  Ihr habt ja mit Sabina Moser eine, logischerweise, weibliche Sängerin am Start. Hat sich das einfach so ergeben oder war das Absicht eine Frau in die Band zu holen?

Rik: Nicht von Beginn an. Der Kern waren eigentlich Jan und ich. Wir hatten auch noch einen anderen Keyboarder und verschiedene Sänger, bevor Sabina zu uns gekommen ist. Es war gar nicht so einfach jemanden zu finden, der eben menschlich als auch musikalisch zu uns passt. Der jenige muss auch einfach bereit sein um etwas für die Band „zu opfern“. Da reicht es einfach nicht, wenn man einmal pro Monat probt. Wir sind dann über mehrere Ecken auf  Sabina gestoßen und zu guter letzt kam Joel dann noch hinzu. Wir haben das auch als sehr positiv empfunden, das wir nun eine Sängerin haben. Aber wie gesagt, das war kein muss.

Joel: Sie hat auch eine sehr markante und natürlich auch gute Stimme. Ich bin froh das Sabi eine Rotz Röhre hat haha.

Rik:  Es war am Anfang aber gar nicht so leicht Sabi für diesen Prog Sound zu begeistern. Dadurch, das wir aber fast täglich proben, hat es dann dennoch sehr gut funktioniert und sie hat Zugang zu den Songs gefunden.

Marcel: Gerade in Deutschland wird mal ja immer schnell in Schubladen gesteckt. Seht ihr keine Gefahr dadurch direkt immer mit DIE HAPPY, NIGHTWISH oder auch den GUANO APES verglichen zu werden?

DSC_1213sw_1 (Klein)Rik: Klar, da gibt es sicher Leute die denken :  „Scheiße, schon wieder eine Band mit Sängerin“. Die wollen jetzt auch einen auf NIGHTWISH machen. Aber das sind eben die üblichen Vorurteile. Wenn man unsere Songs dann hört, merkt man ganz schnell,  das es eben nicht in diese Schiene rein geht.

Marcel: Wo wir gerade bei den GUANO APES sind. Ihr habt in den Horus Sound Studios in Hannover aufgenommen, welches Henning , dem Gitarristen von den GUANO APES gehört. Wie seid ihr auf das Studio gekommen?

Joel: Gehören tut das dem Frank Bornemann von ELOY. Der Henning ist da glaube ich nur für die Geschäfte zuständig. Wir haben uns einfach verschiedene Studios angeschaut und sind auch dort hin gefahren. Wir haben uns von Beginn an gut mit ihm verstanden. Wir haben uns über die Songs ausgetauscht und er hat uns auch wirklich sehr gut unterstützt. Zumal das Studio auch sehr gut ausgestattet ist mit gutem Equipment.

Rik:  Bei der Vorbesprechung hingen in seinem Büro auch die ganzen Goldenen Schallplatten. Wie z. b. von den GUANO APES. Das ist natürlich schon imposant. Und da merkt man auch,  das das nicht eben irgendeine Adresse ist. Und ihm gefiel es einfach was wir gemacht haben. Das wir mutig sind und auch längere Songs schreiben. Und nicht nur Songs für` s Radio komponieren. So hat sich das dann einfach entwickelt. Jan hat natürlich im Vorfeld schon überlegt, welches Studio denn passen könnte. Und die Sache mit Frank Bornemann passte, aufgrund seiner Band ELOY, dann auch sehr gut. Wir waren dann eine Woche da und es war eine sehr coole Zeit.

Marcel: Und nach der EP ist ja bekanntlich vor dem Album…..

Joel:  Wir werden jetzt noch ein paar Konzerte spielen und uns danach auf das neue Album konzentrieren. Zudem arbeiten wir an unserer Homepage und wollen dort auch einen Shop unterbringen. Also auch an Merch arbeiten.

Rik: Genau. Das nächste Ziel ist natürlich das neue Album. Und das soll natürlich, so gut wie es eben geht auch publiziert werden. Vielleicht sogar auf einem Label…..

Wer die Band einmal Live antesten will, hat am 20.12.2013 im Resonanzwerk in Oberhausen, die Möglichkeit dazu.
Marcel

https://de-de.facebook.com/ashbyofficial

FEROCIOUS DOG INTERVIEW (03.11.2013)

Das kleine, aber dafür umso interessantere Label Weird Sounds hat diesen Sommer zu seinem zweiten Output angesetzt und mit einer absoluten Delikatesse ordentlich für Furore gesorgt. Nachdem die erste Veröffentlichung von Incoming Leergut in die direkte Punkrock-Liga abzielte, deckt das neueste Album ganz klar verschiedene weitere Geschmäcker ab. Die Rede ist von der Celtic-Folk-Punk-Band Ferocious Dog. Nach einem richtig geilen Konzert mit absolut schweisstreibender Show im Tube/Düsseldorf stand relativ schnell fest, dass man die Folk-Punks definitiv mal genauer unter die Lupe nehmen muss. Die Jungs haben sich einer richtig guten Folk-Punk-Mischung verschrieben, die so bisher noch nicht an jeder Ecke zu finden ist. Ferocious Dog setzen sich angenehm von der derzeitigen Speerspitze der Folk-Punk-Scene ab und mischen ihrem Sound ein großes Maß an eigener Kreativität bei. Das reicht von Songs mit wirklich ernstem Hintergrund bis hin zu einer Mixtur aus Folk, Punkrock und Reggae in allerbester The Clash Manier. Wer mehr über das aktuelle Album erfahren möchte, dem sei auch nochmal das Review zu der Scheibe (  http://crazyunited.de/ferocious-dog-st-cd-11-04-2013/#more-4792 ) ans Herz gelegt und wer nach den folgenden Fragen und Antworten noch nicht überzeugt ist, dass er es hier mit einer mehr als sympathischen Band zu tun hat, sollte sich einfach den 20. Dezember dick im Kalender anstreichen, denn dann rocken die Jungs die Bühne im Oberhausener Druckluft beim ersten Weird Sounds-Label-Festival. Das Interview habe ich per Email mit den Jungs geführt und wurde übersetzt vom Labelboss Andre himself, dem ich hier auch nochmal dafür Danke! Daniel

Interview Fragen, beantwortet von Ken Bonsall ( Sänger ) und Dan Booth (Violine )

Bis zu Eurer letzten Tour wart ihr ja noch nicht so bekannt in Deutschland. Erzählt den Lesern doch bitte mal ein bisschen was über euch. Wie lange gibt es Ferocious Dog schon , wieviel Tonträger habt ihr schon raus gebracht und warum spielt ihr überhaupt Folk und keinen reinen Punkrock?

1418224_444264725684521_1118247008_n (Klein)1: ( Ken ) Ferocius Dog sind eine “high octane” , 6 Mann Folk/Punk/ Ska/Rock-Band aus Nottingham. Wir spielen mit diesem Line-Up seit 3 1/2 Jahren und in dieser Zeit sind wir in die britische Festival-Szene geplatzt und haben mit großem Erfolg Bands wie New Model Army , The Levellers und Wonder Stuff supported. Im Sommer 2013 haben wir 20 Festivals gespielt, einige als Headliner .
Als reine Folk oder Punkband können wir uns nicht bezeichnen, da die Einflüsse beim Schreiben der Lieder aufgrund unterschiedlicher Geschmäcker und “musikalischer Erziehung” verschieden sind. Meine “Erziehung” bestand hauptsächlich aus Irish Folk , aber als Teenager kam meine Liebe für Reggae, Ska und Punk durch. Diese Einflüsse sind in meinen Songs zu hören..
Irgendwie habe ich Irish-Folk gehasst, da ich es von meinem Vater aufgezwungen bekam, doch dann kamen Bands wie die Pogues und die Levellers und zeigten mir, dass die alte irische Musik eine neue und aufregende Auffrischung bekommen hatte und mit Mosh-Pits auf ein neues Level gehoben wurde.
( Dan ) Das Ferocious Dog Album wurde hauptsächlich von mir und Ken geschrieben, aber Kyle (Gitarre) und Ellis (Mandoline / Banjo) haben die Art und Weise , in der die Songs klingen ebenfalls stark beeinflusst. Ellis und Kyle haben viel mit Punk zu tun, Ellis spielt seit über einem Jahrzehnt bei Resistance 77, die eine wichtige Größe im britischen Punk sind.

Wie seid Ihr auf den Bandnamen gekommen?

2: ( Ken ) Der Name “Ferocious Dog” ist zufällig entstanden, aber im Grunde passt er perfekt zu dem was wir sind. Der Beriff “Ferocious Dog” kam durch meinen jüngsten Sohn Lee, dem unser Album gewidmet ist , da er im  März vergangenen Jahres verstorben ist, auf. Als Kind hat er viel von Rottweilern und “wilden Hunden” gesprochen, dass ist dann als Bandname hängen geblieben.

Bisher waren eure Veröffentlichungen nur in England erhältlich. Das Label Weird Sounds hat euer neuestes Album nun auch bei uns in Deutschland veröffentlicht. Wie kam der Kontakt zustande und seid ihr zufrieden mit dem Label?

3: ( Dan ) Dieses Album ist unser erstes Release. Wir haben im Vorfeld Songs aus dem Album als E.Ps veröffentlicht, aber es ist unser Debütalbum.Wir haben das Album in Deutschland mit Weird Sounds zur gleichen Zeit wie eigenständig in Großbritannien veröffentlicht . Weird Sounds waren bei einer Show die wir letztes Jahr in Nottingham gespielt haben und seit dem haben wir eine sehr gute Beziehung.

Ihr wart erst vor kurzem bei uns und habt zwei Konzerte gegeben. Bei dem Konzert im DüsseldorferTube konnte ich mich selbst von eurer schweißtreibenden Show überzeugen. Ich war sehr beeindruckt! Seid ihr zufrieden gewesen mit der Resonanz des Publikums und wie war überhaupt euer Eindruck von den Konzerten die ihr hier gespielt habt?

DSC_1533 (Klein)4: ( Dan ) Wir haben drei Shows in zwei Tagen gespielt, einschließlich der im Tube in Düsseldorf und einem Festival in Heiligenhaus. Alle drei Shows waren brillant, dem Publikum schien es wirklich zu gefallen und das Feedback was wir bekommen haben war fantastisch.

In Düsseldorf bestand das Publikum aus einem angenehmen Querschnitt aus Punks, Skins und ganz normalen Leuten die einfach Freude an Folk-Punk haben. Wie sieht das denn auf Konzerten in England aus? Funktioniert es da genauso das die verschiedenen Subkulturen bei einem Konzert von euch gemeinsam Spaß haben und ordentlich feiern?

5 : ( Dan ) Ja, es ist genau das gleiche , egal ob es unsere eigene Show ist oder auf Festivals . Wir sind nicht auf ein bestimmtes Genre beschränkt und das zeigt sich auch in unserem Publikum. Unsere Musik beinhaltet viele verschiedene Stile wie Punk , Ska , Folk und Reggae.  Aber die eine Sache um die es uns immer geht ist die Energie die wir transportieren.

Kommen wir mal auf euer neues Album zu sprechen. Als erstes sind mir die dezenten Reggae-Elemente aufgefallen. Folk-Punk und Reggae ist nicht besonders oft miteinander verbunden worden. Woher kommt dieser Einfluss und hört ihr privat auch viel Reggae?

( Ken ) Wir sind definitiv keine reine Reggae-Band , aber ich bin mit der Musik von Bob Marley, The Naturalites , The Specials etc. aufgewachsen und dies zeigt sich in einigen der Songs, besonders bei Freeborn John . Dave am Bass scheint ein natürliches Reggae Element in seinem Spiel zu haben, was beim Schreiben dieser Songs hilft.

Die einzige Band die eine ähnliche Kombination hatten und mir auf Anhieb einfällt sind The Trojans, die ihren Stil Gaelic Ska genannt haben. Kennt ihr die Band?

( Ken ) Ich kenn die “Trojans” von früher und mag sie und wie sie Ihren eigenen Sound kreiert haben.

Viele eurer Texte haben einen sehr ernsten Hintergrund. Der Song „Criminal Justice“ beispielsweise handelt von dem englischen Bergarbeiter-Streik 1984. In wieweit seid ihr davon selbst betroffen gewesen? Wie hat es die Musik in Eurer Gegend beeinflusst?

DSC_1724 (Klein)( Ken )Meine Familie war stark vom Bergarbeiter Streik 1984 betroffen, da wir zusammen mit vielen anderen gestreikt haben . Die Gewalt der Polizei und die Armut werde ich nie vergessen . Es hat die Musik nicht nur lokal beeinflusst, sondern landesweit und tut es immer noch. Ich wollte immer einen Song darüber schreiben, wie es nicht nur mich und meine Familie , sondern alle unserer Gemeinden betroffen hat.

Ich gehe mal davon aus das ihr nicht von der Musik leben könnt. Womit verdient ihr denn euren Lebensunterhalt? Habt ihr ganz normale Jobs?

( Ken ) Ich arbeite immernoch in der Zeche, und Dan für den NHS (Anm.: staatlicher Gesundheitsdienst) mit Menschen die eine psychische Erkrankung haben . Es ist ein echter Kampf vollzeit zu arbeiten bei der Menge an Gigs die wir in letzter Zeit spielen, aber bisher scheinen wir es ganz gut geschafft zu haben

Das Lied ” The Glass ” hat einen sehr persönlichen und nachdenklichen Text. Möchtet Ihr ein wenig mehr zu diesem Song sagen?

( Ken ) Mein Sohn Lee hat sich im vergangenen Jahr das Leben genommen, nachdem  er durch seinen Armeeeinsatz in Afganistan an einer posttraumatischer Belastungsstörung litt. Dan und ich wussten, dass wir einen Song für ihn schreiben mussten der zeigt, wie er sich in dieser Zeit gefühlt hat. Wenn Du Dir den Text angehört hast, haben wir unser Ziel erreicht.

Der Song „Lyla“ erinnert mich sehr stark an New Model Army. Meiner Ansicht nach benutzt ihr da eine ähnliche Songstrukur, wie sie oftmals bei New Model Army zu finden ist. Würdet ihr mir da zustimmen oder seht ihr das völlig anders, oder war das vielleicht sogar beabsichtigt?

DSC_1973 (Klein)( Dan ) Ich schrieb Lyla direkt nach der Geburt meiner Tochter als Lied für sie. Ich würde nicht sagen , dass mein Songwriting besonders von New Model Army beeinflusst wurde, wobei ich den Vergleich sicherlich nicht übel nehmen würde. Aber nein, es war nie meine Absicht .

Ihr spielt Folk-Punk. Ein Genre das in den letzten Jahren explosionsartig gewachsen ist. Wer gehört denn für euch persönlich zu den Größen der Szene?

( Dan ) Es gibt viele gute, etablierte Bands die mir sofort einfallen wenn man das Genre mag, “Dropkicks” und “Flogging Molly” z.B. , aber ich würde den Leuten raten sich mal eine junge, aufstrebende Band aus England namens “The Roughneck Riot” anzuhören. DIe schlagen gerade sowohl in Großbritannien als auch in Europa Wellen. Sie haben uns im letzten Jahr in Nottingham supported und waren großartig.

Im Dezember gebt ihr ein weiteres Konzert bei uns im Oberhausener Druckluft und ich kann nur jedem mit Interesse für Folk-Punk empfehlen sich eure Show anzusehen. Es ist das erste Labelfestival von Weird Sounds und Ihr teilt euch da unter anderem die Bühne mit Mr. Irish Bastard. Eine Konstellation die definitiv sehr gut funktionieren dürfte und eine gute Partygarantieren wird. Kennt ihr Mr. Irish Bastard schon oder ist es das erste aufeinander treffen?

DSC_2436 (Klein)( Dan )  “Mr. Irish Bastard” kennen wir auf jeden Fall und wissen wie gut sie sind und haben gehört, dass die Shows mit den Levellers brilliant waren. Wir freuen uns darauf mit ihnen eine ähnliche Show im Dezember zu spielen und sie kennenzulernen.

Wie gesagt der Termin im Dezember ist dick im Kalender angestrichen und ich hoffe man sieht sich dort um das ein oder andere Bier gemeinsam zu trinken. Ich danke euch für das beantworten der Fragen! Habt ihr noch irgendwelche letzten Worte für unsere Leser?

( Dan ) Wir freuen uns wirklich sehr darauf wieder nach Deutschland zu kommen und für ein deutsches Publikum zu spielen, da die Sommer Shows unglaublich waren. Wir würden den Leuten raten sich schon im Vorfeld unser Album zu kaufen, denn es kommen ein paar “Hell Hounds” (unsere Fans)mit rüber für die Show die unsere Musik sehr gut kennen und ich bin mir sicher, dass sie gerne mit Euch feiern werden.

ENGLISCHE VERSION!!!!!!!

Interview questions answered by Ken Bonsall (lead singer) and Dan Booth (violin)

You weren’t that well known in Germany until the gigs you played in 2013. Please tell the readers a little bit about yourselves. How long does Ferocious Dog exist now, how many releases have you already published and why do you even play Folk and not just entirely Punkrock?
1: (Ken) Ferocious Dog are a high octane, 6 piece folk/punk/ska/rock band from Nottingham. We have had this line up for 3 and a half years and in this time we have burst onto the British festival scene and have supported the likes of New Model Army, The Levellers and the Wonder Stuff all to great acclaim. We played 20 festivals during the summer of 2013, some as the headline act.
We can’t describe ourselves as purely punk or as folk because the writing influences within the band differ due to musical tastes and upbringing. My upbringing consisted of mainly Irish folk but as I got into my teens my love for reggae, ska and punk soon became apparent, and you can hear these influences in my songs. I kind of hated Irish music because it was forced upon me by my father, but then came along the likes of the Pogues and the Levellers and it made me realise that the older Irish music had been given a brand new and exciting lease of life with mosh pits taken to a new level.
(Dan) Ferocious Dog’s album has been mainly written by me and Ken, but Kyle (guitar) and Ellis (mandolin/banjo) have also heavily influenced the way in which the songs sound. Ellis and Kyle are very much into punk (Ellis played with Resistance 77 for over a decade who are a major force in British punk).

How did you come up with the name of the band?
2: (Ken) The name Ferocious Dog came around accidentally but actually sits perfectly with what we are. The name “Ferocious Dog” came about through my youngest son Lee, who the album is dedicated to as he died last year in March. He used to mention Rottweilers and Ferocious Dogs as a child and it stuck as a name for the band.

So far your published records have only been available in England, but now the label Weird Sounds has released your latest album in Germany. How did you get to know the label and are you happy working with them?
3: (Dan) This album is our very first release. We released songs from the album as E.Ps but it’s our first debut album, we released this album through weird sounds in the summer at the same time as we released in the UK. Weird sounds were there at a show we played in Nottingham last year and we have had a very good relationship since then.

You have recently been to Germany, performing two concerts, one of them in the Tube/Düsseldorf, which I was part of. I was very impressed! Were you happy with the feedback of the audience and what was actually your impression of the concerts you gave here?
4: (Dan) We did three shows in two days, including the tube in Düsseldorf and a festival in Heilegen Haus. All three shows were brilliant, the audiences seem to really enjoy what we are about and the feedback received was fantastic.

In Düsseldorf the audience was a nice mixture of Punks, Skins and normal people who just enjoy Folk-Punk. What’s it like in England? Is it more or less the same, that the different subcultures happily get together and party on at your concerts?
5: (Dan) Yes it is exactly the same whether it is our own show or at festivals, we’re not typecast to any particular genre musically and this shows in our audiences. Our music incorporates lots of different styles including punk, ska, folk and reggae which shows the different influences of each band member. But the one thing we do aim for in our music is high energy.

Let’s talk about your new album. First of all, I noticed the discreet use of Reggae elements. Usually bands don’t really mix Folk-Punk and Reggae. Where do you think does this influence come from? Do you listen to Reggae privately?
6: (Ken) We’re definitely not a reggae band but I did grow up listening to the likes of Bob Marley, The Naturalites, The Specials etc and this shows in some of the songs especially Freeborn John. Dave on bass guitar seems to have a real natural reggae element to his playing which helps put these kind of songs together live.

The Trojans are the only band that pops into my mind, that had a similar combination, and they called it Gaelic Ska. Do you know the band?
7: (Ken) I knew of the Trojans a while back and I really like the band and how they create their individual sound.

A lot of your lyrics have a very meaningful background. The Song “Criminal Justice”, for example, deals with the miners’ strike in 1984. To what extent, were you personally involved in this event? How did it effect the music in your area?
8: (Ken) The miner strike in 1984 heavily affected my family as we were on strike along with many others and the violence from the police as well as the poverty it caused I will never forget. It affected music not just locally but nationally and has done ever since. It was always my intention to write a song about this as it not only affected me and my family but our whole communities.

I presume you can’t live on your music. How do you earn your living? Do you have “normal” jobs?
9: (Ken) I still work in the mines, Dan works for the NHS looking after people with mental illness. It is a real struggle to combine working full time with the amount of gigs we have been doing lately but so far we seem to have managed it.

The Song “The Glass” also has very personal and thoughtful lyrics. Would you like to tell a little more about this song?
10: (Ken) My son Lee took his own life last year as he was suffering from PTSD due to fighting in Afghanistan in the Army. So Dan and I knew we had to write a song for him in a way that would show how he was feeling at the time. We feel we have achieved this if you listen to the lyrics of the song.

The Song “”Lyla” reminds me strongly of New Model Army. In my opinion, you’re using a similar structure within this song. Would you agree or am I maybe totally wrong? Or was that maybe even your intention?
11: (Dan) I wrote Lyla just after my daughter was born as a song for her. I wouldn’t say that my song writing is particularly influenced by New Model Army but I certainly wouldn’t take offence to it being compared in any way. But no, it was never my intention.

You play Folk-Punk/Speedfolk. This genre has grown extremely within the last couple of years. Who would you say, from your personal point of view, is the greatest artist in this scene?
12: (Dan) There are many great established bands who instantly spring to mind for anyone who likes this genre ie Dropkicks and Flogging Molly but I would like to suggest people listen to a young and up and coming band from England called The Roughneck Riot who are making waves in both the UK and Europe. They supported us last year in Nottingham and were great.

In December you’re going to play in Germany again, at the “Druckluft” Oberhausen and I definitely recommend seeing the show, if you are into Folk-Punk. It’s the first Labelfestival of Weird Sounds and you’re going to be sharing the stage, amongst others, with Mr. Irish Bastard. This set up should definitely work out very well and guarantee a good party. Do you already know Mr. Irish Bastard or is this the first time you’ll be meeting?
13: (Dan) We are more than aware of Mr. Irish Bastard and how good they are and we heard the shows that they did with the Levellers were brilliant. We’re looking forward to putting on a similar show with them in December and it will be good to meet them.

Like I said, I have made a special note of this event and I hope to see you there and have a couple of beers together. Thanks for answering my questions! Do you have anything else to say to our readers?
(Dan) We are really looking forward to coming out to play to a German audience again as the summer shows were amazing. We’d advise people coming to the show to buy our album before hand as their will be quite a few HELL HOUNDS (our fans) coming over for the show who already know our music really well and I’m sure they would like to party with you.

THE DETONATORS INTERVIEW (12.08.2013)

Als vor einigen Tagen das Album “My World” der Band “The Detonators” in mein Haus schneite, war es um mich geschehen, denn was man auf dieser 11 Song CD hört, ist einfach BOMBASTSCH. ein GROSSARTIGER Mix aus Folk und Punk, einfach nur DER HAMMER!!!!!! Besorgt Euch schnellstens diesen Tonträger

Bitte stellt erst mal kurz mit ein paar Worten eure Band und ihre Geschichte vor.

col (Klein)The Detonators spielen einen eigenwilligen Mix aus (Ami-)West Coast-Punkrock und Folk-Instrumenten und bestehen aus 5 Leuten, Aleks (vocs / git), Petar (accordion), Bojan (bass / vocs), Mihajlo (mandolin), Boris (drums). Obwohl wir uns alle schon echt lange und einige schon seit Kindertagen gut kennen, hatten wir vorher nie zusammen in einer Band gespielt. Erst in 2010 haben wir gemeinsam angefangen und seitdem touren wir durch ganz Europa, erst Griechenland, Rumänien, Slowakei, dann Österreich und Deutschland, jetzt auch Spanien und Russland, wir sind vermutlich die am härtesten tourende Band aus Serbien. Bevor wir jetzt in 2013 bei Destiny Records gelandet sind, hatten wir schon im Dezember 2011 eine EP (“RnR keeps me alive”) auf My Heart Records. Ich schätze mal die besondere Band-Chemie zwischen 5 alten Freunden macht das Stücke schreiben und das Einproben gerade ziemlich einfach, wie von selbst, und die vielen Shows haben aus uns sowas wie eine “echte Familie” gemacht. Das treibt uns an und die Stimmung innerhalb der Band ist grossartig. Ich weiss aus eigener Erfahrung wie schwer es ist mit den richtigen Leuten zusammen zu kommen und genau das ist jetzt eingetreten und ich bin sehr glücklich darüber.

Gratulationen zum neuen Album, wann hattet ihr denn eigentlich die Idee, California-Punk ala Swingin´Utters, Social Distortion oder Hellcat-Style mit Folk-Sound zu kombinieren?

Erstmal dankeschön, wir haben lange und hart daran rumgefeilt. Alle Fünf in der Band kommen aus ganz unterschiedlichen Richtungen und brachten ihren Background mit in die Band ein … von Country und Blues bis HC-Punk. Dass das jetzt alles so präzise zusammenkam und in sich geschlossen klingt, liegt sicher nicht nur daran wie wir als Band zusammen funktionieren sondern auch als Freunde, die sich schon ewig kennen.

Punkrock & Folk: Gibt´s eigentlich noch mehr ähnliche Bands in eurer Gegend?

So weit wir wissen, sind wir die einzige Band hier, die so einen Style spielt. Die anderen Bands sind entweder pur Punk oder pur Folk, auch viel Irish Folk. Die Leute hier in der Gegend können unsere Musik in keine feste Schublade stecken und sind jetzt neugierig und fangen so langsam damit an, sich mehr für uns zu interessieren.

Zu eurer Stadt Novi Sad, könnt ihr mit ein paar Worten die Szene eurer Hometown beschreiben?

Novi Sad hat eine grossartige Punk-Geschichte, die ja schon 1978 mit der Band Pekinska Patka anfing. Während der 90er, zu Zeiten von Milosevic-Regierung und Krieg war die Szene in der Stadt sehr gross und stark, viel Streetpunk und Hardcore, die Bands damals alle in Opposition zur Regierung. Danach, mit dem Ende der Milosovic-Ära, als sogenannte “demokratischere” Politiker an die Macht kamen, gingen nach und nach alle Rock´n´Roll Venues kaputt. Plötzlich wurde alles “Disco” und alle Punk-Musiker hatten grosse Probleme überhaupt noch Plätze zu finden an denen man auftreten konnte. Das ist auch heute noch so … wir haben viele grossartige Punkbands, aber die spielen meistens in den Nachbarländern, weil es hier bei uns kaum noch funktionierende Veranstalter- und Club-Strukturen gibt.

“Leaving hometown” – fast alle Songs auf “My World” drehen sich um Reisen, Abhauen, Touren, weit weg von zuhause…. auf einer “Long Road”. War das auch sowas wie das Konzept der Platte und welche Bedeutung hat es für euch weit weg zu sein?

Eigentlich geht ja nur der Text von “Away from home” wirklich um das echte Reisen und Touren und Abenteuer erleben. Die anderne Lieder wie z.B. “Highway”, “Far Away” oder “My World” sprechen eigentlich mehr von “weg sein” und “abhauen” als Bruch und Abgrenzung von all den üblen Angeboten, welche die moderne Gesellschaft dir andrehen will, und das es an dir selber liegt konsequent “Nein” und “Fuck You” zu all diesem Unsinn zu sagen und dir eine eigene Welt aufzubauen.  “Another night I am driving on the highway “ bedeutet in diesem Zusammenhang auch der ständige alltägliche Struggle um deinen Zielen näher zu kommen, auch wenn du dabei immer wieder verlierst und auf die Schnauze fällst … aufstehen und nochmal versuchen und dabei nicht die Träume vergessen und weiter machen und die Hoffnung nicht verlieren.

Ihr seid schon oft hier bei uns gewesen, was sind eure tollsten oder schlimmsten Erlebnisse während der Touren in Deutschland, Österreich und Schweiz?

DSC_0137 (Klein)Für uns war dieses Teil von Europa bisher immer absolut “Good Time”! Tolle Shows, gute Crowds, gutes Essen… Generell ist das Touren immer noch ein Abenteuer, alles geht und alles kann passieren. Manchmal müssen wir auf einem Billiard-Tisch schlafen, manchmal schlafen wir über Tage garnicht. “Our tour van switches from a nightclub to graveyard mode in few days period”. Auf der Bühne haben wir fast immer “Gäste”, meistens die Betrunkensten des Abends, manchmal aber auch alte Männer mit Knarren im Gürtel (ja, wirklich!). Es gibt auch immer wieder absurde Technik-Probleme, zum Beispiel falsche Frequenzen beim drahtlosen Akkordeon-Kanal. Während einer Show waren plötzlich nur noch Knallen und Explosionsgeräusche von Petars Akkordeon zu hören, auch aus der PA nach draussen. Wir waren erstmal total angepisst, aber dann kamen nach dem Konzert ganz viele Leute und beglückwünschten uns zu unseren tollen “Special Effects” und wie gut die zu unserem Bandnamen passen!   Hmmm … es ist echt schwer alle unsere Erlebnisse auf Tour in ein paar Worte zu fassen, kommt auf unsere Konzerte und schaut´s euch an und feiert danach mit uns.

Was plant ihr in den nächsten Monaten?

Wir sind im Moment natürlich voll auf die Album-Veröffentlichung konzentriert, Promo und News, ein Video, die Tour-Vorbereitung… die “My World” Tour geht von Oktober bis Dezember und Anfang 2014 gehts gleich weiter. Wir werden wieder viel reisen und viele Städte sehen und freun uns darauf mit unseren alten Freunden von überall her zu trinken und viele neue Freunde kennenzulernen.

CURB STOMP INTERVIEW (12.08.2013)

Curb Stomp sind eine junge Oi- Band aus Dortmund. Vor kurzem brachten sie ihre erste Platte raus. Ich habe dies zum Anlass genommen, den sympathischen Typen mal ein paar Fragen zu stellen.

 Stellt euch doch mal vor….

Curb Stomp, das sind Macke als Sänger, Kombi am Bass, Simon am Schlagzeug und Benne an der Gitarre. Wir machen „Antifascist Oi!“ und spielen seit April 2012 zusammen in dieser Band.

Ihr habt ja jetzt eure erste eigene Platte am Start „Ruhrpott Skinheads“, wie lange habt ihr daran gearbeitet?

Die Platte hat uns einiges an Zeit gekostet, vor allem deshalb, weil wir nahezu alles D.I.Y. produziert haben, vom Artwork bis zum Siebdruck erforderte jeder Schritt unser Engagement, das Ergebnis kann sich allerdings sehen und hören lassen. Wir möchten ganz besonders den Leuten danken, die uns dabei geholfen haben diese Platte zu realisieren, bei Alex für 3 super Studiotage, bei Vanessa für gefühlte 12.000 CD Hüllen und bei Lucas für seine ständige Hilfe!

Das klingt echt nach na Menge Arbeit….Woher nehmt ihr denn die Ideen für eure Texte? Wer von euch schreibt die Texte?

Die Texte schreiben hauptsächlich Macke und Benne, allerdings feilen wir ab und an auch mal gemeinsam an Textpassagen. Die Ideen für unsere Texte kommen uns meist in ganz alltäglichen Situationen.

  2 / 3 Sätze zu jedem Song….

– Ruhrpott Skinheads:
Der Ruhrpott ist eine wunderschöne, Traditionsbehaftete Gegend, die durch ihre direkte Verbindung zur Working Class für Skinheads kaum attraktiver sein könnte. Wir wohnen sehr gerne hier und drücken das in diesem Song aus.

-Nüchtern werden auf der Arbeit
Wer kennt es nicht, ursprünglich wollte man gar nicht aus dem Haus, dann geht man „auf 1 – 2 Bier“ doch noch in die Kneipe und kommt hat letztlich noch 1 – 2 Stunden Schlaf bevor morgens der Wecker klingelt, von ausgeruht kann dann noch keine Rede sein, ausgenüchtert wird also auf der Arbeit.

– So viele
Als Skinhead ist man es gewohnt, von verschiedensten Instanzen nicht akzeptiert zu werden, sei es die Gesellschaft im Allgemeinen, die Freundin oder die Familie. Egal was kommt, wir bleiben wie wir sind und würden uns für niemanden ändern.

– Brückstraßenromantik
Die Brückstraße in Dortmund ist für uns als 2. Wohnzimmer kaum noch wegzudenken, als Treffpunkt verschiedenster Subkulturen hält sie schon viele Jahre her und so ist es kaum verwunderlich, dass wir ihr ein Liebeslied widmen.

– Lebensweg
Ähnlich wie „So viele“ handelt Lebensweg davon, seinen Platz im Leben gefunden zu haben, man möchte sich nicht verändern, bleibt wie man ist und rechnet nebenbei noch mit manch einem Feindbild (Hipsters, Nazis, Hippies) ab.

Bei dem Song, „Nüchtern werden auf der Arbeit“, dachte ich mir, dass kennen wohl einige von uns.- Eben noch n cooles Konzert migenommen, unter der Woche und zack am nächsten Tag hängt man in den Seilen. Was macht ihr denn, wenn ihr nicht gerade mit Curb Stomp unterwegs seid?

Tatsächlich wurde „Nüchtern werden auf der Arbeit“ genau dank einer solchen Begebenheit geschrieben, in der Kombi der Meinung war, ein Konzertabend würde seine Arbeitsfähigkeit am nächsten Tag mit Sicherheit nicht beeinträchtigen. Zur Strafe schrieb er am nächsten Tag mit zittrigen Fingern den Song, der Arbeitstag dürfte nicht sein produktivster gewesen sein. Kombi ist IT’ler, Macke seit 10 Jahren Tierpfleger, Simon macht zurzeit seinen Bundesfreiwilligendienst in einer Jugendwohngruppe und fängt danach eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger an und Benne arbeitet nebenbei in sozialen Berufen, während er sein Lehramtsstudium abschließt.

Eine richtig coole Ballade ist ebenfalls auf eurer Platte. Wie kommt man dazu, ein Liebeslied an die Brückstraße in Dortmund schreiben?

Wie in der Kurzbeschreibung schon erwähnt ist die Brückstraße einfach ein 2. Wohnzimmer geworden in der wir schon einige Biere vernichtet haben und uns immer wieder gerne treffen. Ob am Wochenende oder unter der Woche, immer trifft man hier auf bekannte Gesichter und kann sich sicher sein, der Abend wird fett! Das diesem Ort ein Lied gewidmet werden musste war uns allen schnell klar.

Eure EP und den ersten Song auf der Scheibe habt ihr Ruhrpott Skinheads genannt. Wie würdet ihr die Szene in Deutschland und grad hier im Ruhrpott beschreiben?  Gibt’s da eurer Meinung nach Unterschiede in der Ruhrpott Skinheadszene zum Rest der Republik?

Macke: Insgesamt hat Deutschland eine gute Szene die richtig gute Bands hervorgebracht hat und in der man sich kennt, gerade im Ruhrpott ist die Mentalität eine ganz besondere, der Working Class Charakter ist hier besonders manifestiert.

In den Songs „so viele“ und „Lebensweg“ singt ihr darüber, dass ihr aufgrund der Zugehörigkeit zur Skinheadszene schon des öfteren Anfeindungen erlebt habt, sowohl privat als auch von Leuten die euch nicht kennen. Wie genau sah das denn aus? Gab es da ein bestimmtes Erlebnis das ihr mit diesen Songs verarbeitet habt?

Benne: Bestimmte Erlebnisse sind es eigentlich weniger, trauriger weise ist es mehr oder weniger ganz normaler Bestandteil des Alltags.

Kombi: Vor allem das Verwechselt werden mit Nazispinnern ist natürlich immer präsent, selbst in linken Kreisen von denen man sich wünschen könnte, dass ein wenig mehr Bildung vorhanden ist.

Macke: Aber meist erfolgt da die Bildung von RTL II

Ja Macke, da hast du wohl leider Recht. In eurem Song „Lebensweg“ gibt es folgende Textstelle:“Hau mir ab mit deinem Nazi Scheiß ihr Wichser seid doch krank.“  Dadurch macht ihr deutlich, dass ihr politisch links einzuordnen seid. Was sagt ihr denn zu der ganzen Diskussion rund um Grauzonenbands und Seiten wie „oireszene“?

Macke: Für uns heißt Antirassismus nicht gleich „Links sein“, wir sind selbstverständlich nicht rechts aber daher auch nicht gleich Linksradikal, wir sind einfach Antirassisten.

Simon: Der Begriff „Grauzonebands“ hat über die Zeit seine Bedeutung verloren. Tatsächliche Grauzonebands, die sich nicht klar von Nazis abgrenzen sind Scheiße, aber es ist genauso Mist Hetze und Verleumdung zu betreiben, wie es die Seite „Oire Szene“ tut, die über Bands schreibt von der sie oftmals höchstens mal einen Flyer gesehen haben und praktisch nichts von ihnen wissen. Darum haben wir auch einen Song „Oire Szene“, in der wir uns gegen Grauzone und Rassismus, aber auch gegen Internethelden und Verleumdung aussprechen.

Und wie stehst ihr als Band zur Entwicklung in der Punk- und Oi-Szene, dass immer mehr Bands in die Deutschrock-Ecke abdriften? Würdet ihr persönliche auf einem Konzert / Festival spielen, wenn dort Bands wie  z.B. Freiwild auftreten?

Auf keinen Fall!

Macke: Punk und Oi waren nie Kommerziell, und Kommerz ist das, was den Deutschrock am meisten prägt.

Benne: Wir würden außerdem nie mit Bands wie „Freiwild“ spielen, die mit Nationalistischen Texten auf Bauernfängerei gehen und unter dem Deckmantel des „unpolitisch seins“ Geld mit politisch rechts orientierter Mainstream-Musik machen.

Wie seid ihr zur Skinhead Szene gekommen?

Kombi: Ich war vor Jahren auf einem Ska Konzert, habe mich dort mit Skinheads unterhalten, dir mir die Szene nähergebracht haben, seitdem wollte ich Skinhead sein.

Benne: Ich habe damals einige Skinheads in meiner damaligen Stammkneipe getroffen und das Aussehen und ihre Einstellung und Musik gefiel mir so gut, dass ich Teil dieser Szene werden wollte. Bei Macke ist die Frage ganz einfach zu beantworten, er hat kaum noch Haarwuchs und hat das Beste aus der Situation gemacht.

Simon: Ich bin durchs Plattenstöbern auf Skinheadmusik gekommen, die mir direkt sehr gut gefallen hat. Spätestens als Benne sich dann zur Skinheadszene wandte fing auch ich an, mich intensiver damit zu beschäftigen.

Jetzt kann man sich eure Lieder ja schon ne Weile im Netz anhören, wie ist denn das bisherige Feedback auf eure erste Scheibe?

Wir haben bereits gutes Feedback auf die Scheibe bekommen, die Reaktionen waren eigentlich durchweg Positiv.

Habt ihr einen persönlichen Lieblingssong auf eurem Album?

Macke und Kombi: „Nüchtern werden auf der Arbeit“

Simon: „So viele“

Benne: „Lebensweg“

Gibt es Pläne für nen Videodreh?

Die gibt es. Tobi, bei dem wir uns an dieser Stelle auch noch einmal herzlich bedanken möchten, hat bereits im Vorfeld einige Livevideos von uns gedreht und wird in Kürze ein Video zu „Ruhrpott Skinheads“ mit uns drehen.

Ich bin gespannt! Habt ihr denn noch mehr Songs in der Hinterhand?

Macke: Na klar!

Benne: Wir haben grob gesagt Songmaterial um einen Longplayer zu füllen, haben noch mehrere Songs in der Hinterhand an denen wir noch feilen und eigentlich ständig Ideen für weitere Lieder.

Dann können sich die Fans ja schon auf neues Material freuen. Mit wem würdet ihr gerne mal auf einer Platte zusammenarbeiten?

Macke: Operation Semtex.

Benne: Da fallen mir natürlich einige Szenegrößen ein aber ich könnte mir zum Beispiel vorstellen mit „In Vino Veritas“ mal eine Split zu veröffentlichen. Außerdem würden wir alle gerne mal mit den Dörpms zusammenarbeiten.

Ja die andere immer bekannter werdende Oi- Band aus Dortmund …die Dörpms, eure Meinung zu der Band?

Benne: Wenn man vom Teufel spricht…

Simon: Die Dörpms sind sowohl privat als auch in musikalischer Hinsicht richtig gute Jungs, wir sehen zwar besser aus aber sonst können wir wirklich nur Gutes verlauten lassen!

18. Hehe. Wie sehen denn eure Zukunftspläne aus? Gibt es Pläne für Gigs außerhalb von Deutschland?

Benne: Die gibt es, wir können natürlich schwer absehen wann, denn Geld spielt leider immer eine Rolle, allerdings haben wir Kontakt zu „The Ayilar“, eine türkische Skinheadband die mit uns gerne eine kleine Tour durch Istanbul machen würde.

Das würde sicherlich interessant werden. Das wars dann auch schon! Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt. Gibts abschließend noch was, was ihr sagen möchtet?

Wir möchten nochmals allen Leuten danken, die uns unterstützen, allen voran natürlich Lucas, Tobi und Alex, die einen wirklich großen Beitrag zu unseren bisherigen Erfolgen beigetragen haben. Ebenso bei allen Leuten die unsere Musik hören und auf unsere Konzerte kommen!

FOX RIVER INTERVIEW (28.07.2013)

Mindestens einmal im Jahr zieht es uns nach Herne zum Labelfestival von Mad Drunken Monkey Records. Ein recht kleines aber dafür mit umso interessantere Veröffentlichungen glänzendes Label das sich für dieses Jahr etwas besonderes einfallen lassen hat. Das Labelfestival war dieses Jahr gleichzeitig der Releasetermin des Albums von Fox River & The Hired Guns und jeder Gast des Festivals bekam beim Eintritt die neueste Veröffentlichung des Labels gratis dazu! Das nenne ich Nähe zum Publikum!! Grund genug also um mal genauer nachzuhaken was es mit Fox River & The Hired Guns eigentlich auf sich hat!

chris solingen (Klein)Hallo Chris, schön das wir uns auf dem Mad Drunken Monkey Festival direkt mal persönlich kennengelernt haben. Aufgrund meiner Arbeit habe ich leider euren Auftritt nicht sehen können. War das jetzt der erste Auftritt mit Fox River & The Hired Guns und wie waren die Reaktionen bzw. haben sich eure Erwartungen erfüllt?

Chris:Hey Daniel. Der Auftritt war total super und hat unsere Erwartungen weit übertroffen! Die Leute haben uns sehr gut angenommen und wir hatten einen riesen Spaß! Die Jungs in der Band sind ja alles gute Kumpels und Freunde von mir, da macht es doppelt Spaß, auf der Bühne zu stehen. Außerdem ist es einfach wunderbar, wenn man ein Album rausgebracht hat, sein Schätzchen den Leuten endlich live präsentieren zu können! Das Festival Line-Up war auch total super und es war großartig unsere Freunde von den Peacocks mal wieder zu treffen. Bernd hat echt einen super Abend mit seinem Festival auf die Beine gestellt!

Wer steckt denn genau hinter Fox River & The Hired Guns? Den meisten dürftest du ja bis jetzt eher unter deiner anderen Band den Sewer Rats bekannt sein. Warum noch eine weitere Band?

Chris: Also hinter Fox River & The Hired Guns stecken vor allem ich und mein Kumpel Julian von den Blackberries aus Solingen. Nachdem wir 2010 die Drunken Calling mit den Sewer Rats bei Bernd rausgebracht hatten, hat er micht gefragt, ob ich nicht Bock hätte, ein Country-Solo-Album bei ihm zu machen. Er wusst, wie sehr ich auf Hank Williams, Johnny Cash & Mike Ness Country Platten stehe und rannte daher bei mir offene Türen ein. Ich war sofort begeistert von der Idee und verbündete mich für die Sache mit Julian, in dessen Studio in Solingen wir dann das Album größtenteils aufgenommen haben, der Rest entstand im Boneshaker Studio von Puck in Berlin Kreuzberg. Wir haben dann noch einige coole Gastmusiker eingeladen: mein Bro Puck Lensing von den Frantic Flintstones spielt Kontrabass, Pascal Briggs steuert Leadvocals bei und die bezaubenrde Diane Summer singt zwei Country-Stücke mit mir im Duett, das Titelstück der Platte “The Coldest Heart” sowie den Hank Williams Song “I Saw The Light”. Ich bin total glücklich mit den Aufnahmen und stolz daruf, was für eine ehrliche und handgemachte Platte wir da alle zusammen an de Start gebracht haben!

Johnny Cash und June Carter waren auch meine ersten Gedanken bei den Duetts mit Diane Summer, wobei das allerdings auch nur bei den beiden Songs zutrifft. Ein bisschen Rockabilly ist ja gerade beim Song „Fox River Boogie“ auch mit an Bord und „Passing Through“ hat sogar einen leicht folkigen Touch. Würdest du „The Coldest Heart“ im gesamten als reines Country-Album bezeichnen?

Chris: Dass du bei unseren Duetts “The Coldest Heart” und “I Saw The Light” an Johnny und June denken musstest, nehme ich als Kompliment! Ich würde das Album im Ganzen als Mix aus Country, Folk, Singer-Songwriter und Rockabilly bezeichnen, also alles ehrliche einfache Roots Musik, wie es sie schon vor mehr als 80 Jahren gab.

IMG_6693 (Klein)Country ist für Deutschland eher eine relativ untypische Musik. Aufgrund deiner anderen Band den Sewer Rats gehe ich mal davon aus das du eher einen Punkrock-Background hast. In den letzten Jahren ist immer mal wieder die ein oder andere Country-Scheibe aus der Punkrockszene aufgetaucht. Ich denke da beispielsweise an die Solo-Scheibe des Bad Religion Sängers oder auch die Solo-Sachen von Sarah Blackwood. Wo ist für dich der überspringende Punkt zwischen Punkrock und Country und wieso hat Country mittlerweile auch in Deutschland eine feste Fangemeinde?

Chris: Du hast Recht, viele in Deutschland assoziieren mit Country wohl eher Cowboy und Indianer filme und Latzhosen oder Lucky Luke. Aber Country ist ja in den USA entstanden und das waren da dann europäische Auswanderer, die das gestartet haben, darunter ja auch viele Deutsche. Also so untypisch ist Country generell für uns gar nicht, haha. Ich habe auf jeden Fall einen starken Punkrock.Background, habe aber schon immer ohne Scheuklappen viele Arten von Musik ausgecheckt und gehört. Und Country und Rockabilly ist eben einfach Roots Musik, ohne die es Punkrock nie gegeben hätte. Was ich an Country so schätze sind die guten Melodien und die Einfachheit der Musik, ohne dabei langweilig zu sein. Machnmal ist eben weniger mehr und es ist viel schwieriger, einen guten Song mit nur 2 Akkorden zu schreiben, als einen mit 4 Akkorden. Diese schöne Einfachheit und simple Ehrlichkeit und Eingängigkeit sehe ich auf jeden Fall als überspringenden Punkt zwischen Country und Punk. Außerdem hätte es Punkrock ohne Country wohl nie gegeben. Man sollte also auf jeden Fall seine Wurzeln kennen.

Einige der Songs auf „The Coldest Heart“ haben einen ernsten und persönlichen Hintergrund. Basiert das alles auf eigenen Erfahrungen und wer schreibt die Texte bei euch, bzw. wie entsteht überhaupt ein Song bei Fox River?

Chris: Die meisten Songs und Texte der Platte stammen von mir, nur “Passing Through”, “I Wrote You A Song” und “Fox River Boogie” sind von meinem guten Freund Julian, mit dem ich Fox River & The Hired Guns zusammen gestartet habe und der ansonsten bei der Solinger Rock N Roll Band The Blackberries spielt. Meine Songs basieren meistens auf meinen persönliche Erfahrungen und die Lyrics sind folglich auch oft sehr persönlich. Dabei entstehen sowohl die Musik als auch die Texte zumeist nicht geplant, sondern die Inspiration findet mich und die Idee flieht mir irgendwie zu, in der Bahn, im Supermarkt, in der Kneipe, in der Uni. Ich habe daher überall wo ich bin ein Aufnahmegerät dabei, um meine Einfälle dann festhalten zu können.

Wie geht es denn jetzt nach der Veröffentlichung des Albums mit Fox River weiter? Sind schon weitere Konzerte in Planung?

Chris: Im Moment freuen wir uns gerade über das tolle Feedback, das wir für das Album bekommen! Die Rückmeldungen sind wirklich durchweg positiv, was uns natürlich unheimlich freut, da wir wirklich sehr viel Blut, Schweiss und Tränen in das Album gesteckt haben. Aber wir sind natürlich auch fleißig dabei, weitere Konzerte zu planen. Die Releaseshow in Herne hat unglaublich viel Spaß gemacht. Die konkreten Dates kann man dann auf unserer facebook Seite checken!

Kommen wir mal auf deine andere Band zu sprechen. Die Sewer Rats waren jetzt für drei Wochen in China unterwegs. Wie kam es dazu?

IMG_6733 (Klein)Chris: Wir bekamen von einer Chinesischen Agentur das Angebot, 3 Wochen in China auf Tour zu gehen. Da haben wir natürlich nicht lange gefackelt, sondern zugesagt! Es war ein riesengroßes Abenteuer für uns und eine unglaubliche Erfahrung. Die Tour war echt ein Highlight für uns alle. Wir haben 15 Konzerte insgesamt gespielt, davon auch 2 Festivalshows auf richtig großen Festivals, so 80,000+ Dinger. Das war schon richtig geil! Einen genauen Tourbericht, geschrieben von Dynamite-Schreiber Frank Keil, der uns auch die ganze Tour begleitet hat, gibts übrigens im aktuellen Dynamite!

Wie kann ich mir denn als Europäer eine Show in China vorstellen? 80.000 ist definitiv eine verdammt hohe Hausnummer. Waren das reine Punk-Festivals und wie sieht der Unterschied zur Szene in China aus?

 Chris: Also ein Hauptunterschied bei Clubshows aus Bandperspektive ist, dass alle Clubs eine Backline vor Ort besitzen, das heißt man muss als Band nur Gitarren, Bass und Drumsticks mitbringen. Sehr angenehm! Dadurch ist es auch möglich, in China per Zug zu touren. Anders wären die krassen Entfernungen auch nur schwer zu meistern! Mal eben 1300 km zur nächsten Show geht eben am Besten per Hochgeschwingigkeitszug, der 350 Sachen fährt. Die Festivals dort waren echt krass! Bei den Clubshows kamen zu uns so im Schnitt um die 100 Leute, was echt OK ist. Aber bei den Festivals haben wir dann mal eben vor einigen Tausend gezockt, das war schon ein echt krasses Gefühl! Es gibt in China eine kleine aber feine Punkrock Szene und aktive Städte sind Wuhan (hier kommt die älteste Punkband Chinas mit Namen SMZB her), Shanghai und natürlich Beijing, wo Gum Bleed und Rolling Bowling zu Hause sind. Letztere sind Chinas einzige Billy-Band! Die Leute waren alle total freundlich und hilfsbereit zu uns und sehr sehr interessiert! Alles in allem hatten wir eine richtig gute Zeit dort!

Wie reagiert den der normale Bürger in China wenn in seiner Stadt ein Punk-Konzert statt findet oder eine Horde Psychobillys bzw. Rock’n’Roller durch die City flanieren?

Chris: Also in den kleineren  Städten – für chinesische Verhältnisse ist 4 Millionen nicht besonders viel – da ging es schon gut rund, wenn wir die Strasse lang gelaufen sind: Die Leute machen versteckt Photos von einem, zeigen mit dem Finger uns sind ganz aufgeregt. Manche fragen dann auch mit Händen und Füßen, ob sie ein Photo mit einem machen können. Haben wir natürlich immer gern gemacht! In Städten wie Beijing und Shanghai sind die Leute gelassener, die haben dort schon viel gesehen, da ist man als Punk Rocker nicht mehr so was furchtbar exotisches.

Hört sich ja alles in allem sehr interessant an. Ich denke nicht jede Band wird die Möglichkeit bekommen dort zu spielen. Wie geht es denn jetzt mit den Sewer Rats weiter, bzw. was ist da in Planung?

IMG_6804 (Klein)Chris: Wir spielen mit den Sewer Rats jetzt noch ein paar Festivals und sind an sonsten fleißig dabei, Songs für das neue Album zu schreiben und Demos aufzunehmen. Geplant ist eine Veröffentlichung Anfang 2014. Des Weiteren ist eine US-Tour in Planung und sogar für ein paar chinesische Festivals haben wir schon Anfragen bekommen. 2014 wird wild!

Ich danke dir fürs beantworten der Fragen! Hast du noch ein paar Worte für die Leser von Crazy United?

Chris: Wenn ihr in Wuhan seid, geht ins “Wuhan Prison” (beste Punkrock Bar Chinas!), wenn ihr Hunger habt zieht euch tierisch scharfen Tofu mit Bohnen beim Straßenfressbuden-Typ meines Vertrauens direkt davor rein und bei Durst hilft zu jeder Tageszeit Tsingtao!China ist großartig, checkt das aus!

DANIEL

GIMP FIST INTERVIEW (15.07.2013)

Stell dich doch bitte einmal kurz vor!

Ich bin Jonny, Sänger und Gitarist bei Gimp Fist.

Seit wann gibt es Gimp Fist?

Gimp Fist haben sich 2005 gegründet, nachdem die Ska- Punk Band in der wir waren beschlossen hat, sich aufzulösen.

Wann habt ihr angefangen Musik zu machen?

GF1Zu dem Zeitpunkt, an dem ich begann Gitarre zu lernen, habe ich auch angefangen Songs zu schreiben und Musik zu machen. Michael und ich haben damals, als ich 15 war, zusammen mit meinem besten Freund eine Band gegründet. Wir haben in der Regel kleine, private Gigs bei seinen Eltern auf dem Dachboden gespielt. Wir haben das einige Jahre gemacht, bis ich zur Uni gegangen bin. Danach hab ich dann erstmal nicht mehr viel Musik gemacht. Ich habe zwar weiterhin Songs geschrieben und geübt, allerdings nicht mehr in einer Band. Dann hat die Band in der Chris gespielt hatte einen neuen Gitaristen gesucht. Zu diesem Zeitpunkt war er in einer Skaband und ich habe einfach gefragt, ob ich mitmachen darf. Wir haben ein paar Jahre super zusammen gespielt, bis eines Tages der Sänger beschloss, die Band aufzulösen. Michael, Chris und ich haben aber dann zu dritt weiter gemacht. Es hat sich angefühlt, als wäre es die natürlichste Sache der Welt, einfach so weiter zu machen. Außerdem hatten schon ein paar Songs verfasst. Offiziell machen wir als „Gimp Fist“ zusammen Musik seit 2005.

Was hoffst du, wie reagieren die Fans auf eure Musik? Was wollt ihr für ein Gefühl vermitteln?

Oh, das ist eine schwierige Frage. Wir wissen ja eigentlich nie genau, wie die Fans auf irgendeinen neuen Song reagieren warden. Das ist es auch, was es  schwer macht, neue gute Ideen zu finden, denn nur weil uns das neue Zeug gefällt, heisst das ja noch lange nicht, dass alle anderen auch begeistert sind. Ich versuche immer zu überlegen, würde ich mir diesen Songs, dieses Album gerne anhören?! Meiner Meinung nach sind die Songtexte enorm wichtig. Ich bin nicht wirklich ein Fan von Bands, die ausschließlich über Fußball, Skinheads oder Anarchie singen. Das wird schnell monoton. Allerdings ist es auch schwierig eine Verbindung mit dem Zuhörer aufzubauen, wenn ein Text über ein spezielles, persönliches Ereignis ist. Es kann dann manchmal passieren, dass der Text zu persönlich ist.

Erzähl mir was über euer neues Album, warum sollte man sich das nicht entgehen lassen?

Für alle die unsere bisherigen Albem gekauft haben ist es definitive was. Ich denke und hoffe, dass die Fans nicht enttäuscht sein werden. Es ist definitiv der gleiche Stil. Wie auch immer, wir haben versucht unterschiedlich schnelle Songs zu spielen. Also einfach alles ein bisschen zu mischen. Es gibt noch immer einen Reggae Song, plus eine kleine Überraschung am Ende.

Worüber sind die Texte? Habt ihr die über persönliche Erlebnisse oder Erfahrungen geschrieben?

GF2Yeah, die Lieder basieren alle auf persönlichen Erfahrungen. Eigentlich sogar noch mehr als bei den anderen Alben.  Den erste Song auf dem Album „ first in line“  habe ich geschrieben,  als ich auf die Straße gegangen bin und gegen die Entscheidungen der Regierung gestreikt habe. Für mich war es unheimlich enttäuschend zu sehen, wie einige von uns einfach nicht mitmachten oder ausstiegen.
Da sind Arbeitskollegen, die jeden Monat ihren Gewerkschaftsbeitrag bezahlen und sich dann nicht die Mühe machen uns zu unterstützen. Warum sollen wir auch jeden Monat Geld bezahlen, wenn wir kein Vertrauen in die Verfahrensweise haben können? Deswegen habe ich diesen Song geschrieben, nachdem ein Arbeitskollege mich gefragt hat, ob ich ebenfalls streiken würde. Auch wenn man Angst hat, seinen Job zu verlieren, sollte man eben keine Angst haben, der oder die Erste in der Reihe zu sein! Denn grade in der heutigen Zeit, ist eh kein Job mehr sicher – auch meiner nicht.
Der Song „Ignorant“  ist über eine Begegnung die wir mit einem Mitglied, einer bekannten Punk Band aus alten Tagen, hatten. Wir haben echt ne Menge coole Erfahrungen gemacht, wenn wir Leute trafen, zu denen wir mal aufgesehen haben oder es noch immer tun. Mickey Fitz, Charlie Harper, Lars Frederickson, um mal ein paar zu nennen. Durch die Bank super Typen. – Wie auch immer diese oben beschriebene Begegnung war eben leider keine der schönen. Und der Titel des Songs beschreibt diese Begegnung eigentlich schon sehr gut.
Der Song „Gotta get away“ war inspiriert von einigen Lyrics die Michael, mein Bruder, mir gab. Im Prinzip geht es hier um das Leben in einer kleiner Stadt. Er ist stolz auf die Stadt aus des er kommt. Sind wir ja alle, aber manchmal kann einen die Langeweile und die Eintönigkeit schon runterziehen. Und davon handelt der Song.

Gibt es einen Song auf dem Album in dem ihr ein Erlebnis verarbeitet?

Ja, ich denke, das beste Beispiel ist „waste away“. Es geht darum, wenn etwas zu Ende geht. Ich habe diesen Text geschrieben, nachdem ein Arbeitskollege von mir mit 47 an einem Hirntumor gestorben ist. Ein guter Gitarist und eigentlich ja viel zu jung zum Sterben. Das hat mich dazu gebracht über mein eigenes Leben nachzudenken und Sachen zu hinterfragen. Ich hoffe andere Menschen hinterfragen auch einiges und bringen ihren Arsch hoch und bemühen sich das Beste aus ihrem Leben zu machen.
Da gibt’s z.B. einen Freund von mir, der unbedingt immer Schlagzeug spielen wollte aber jeder erzählte ihm er wäre dafür doch schon viel zu alt. BULLSHIT!! Wenn du wirklich etwas machen willst – mach es einfach! Sollte es nicht funktionieren, kann man immer noch sagen, „ok, das war nichts.“, aber du weißt für dich, du hast dein Bestes gegeben. Setz es aber nicht von vorn herein voraus, dass es nicht klappt, denn das kann keiner wissen. Keiner weiss was als nächstes kommt.

Warum habt ihr euch für dieses Cover entschieden?

Als wir über das Cover des neuen Albums nachdachten, wurden wir von einem russischen Propaganda-Poster inspiriert. Der Stil und die Power die dieses Poster ausstrahlten, wollten wir mit unserem Cover auch repräsentieren. Den Rest entwarf Chris. Ich denke er hat definitiv nen guten Job gemacht und das Cover passt perfekt zum Titel.

Würdest du sagen, dass die Erfahrungen die ihr bislang machen konntet, euch bei dem neuen Album geholfen haben?

GF3Ich denke Aufnehmen ist bei uns immer systematisches Ausprobieren. haha! Ich kann mich grad nicht an eine Erfahrung erinnern die total toll war – also das Aufnehmen an sich war es eigentlich nie. Allerdings habe ich das abmischen dann immer genossen. Ich vermute, wir haben auf dem langen Weg immer wieder ein paar hilfreiche Tipps mitnehmen können aber komischerweise fühlt es sich in den Momenten nie so an. Da ist einfach zu viel Druck. Wir haben nur ein limitiertes Budget und wenn man dann den Riff oder den Beat einfach nicht hinbekommt, kann man quasi fühlen wie das Geld flöten geht. Das führt dann manchmal dazu, dass die Atmosphäre angespannt ist und wir anfangen uns gegenseitig anzuzicken. Aber das geht nie lange! haha. Chris Davison hat alle unsere Alben aufgenommen und ich denke das ist eine große Hilfe. Nach all den Jahren, kennt er uns ganz gut und weiss war wir wollen( meistens). Er hat ganz gute Ideen und sagt uns auch wenn etwas mal nicht richtig klingt. Er ist über die Jahre ein guter Freund geworden.

Gibt’s Bands die euch beeinflusst haben?

Ja, einige…..The Clash, Rancid, Cockney Rejects, The Business, Jamaican Ska, und viele mehr….allerdings zu viel um alle hier aufzulisten.

Ist ne Tour durch Deutschland geplant in nächster Zeit?

Wir haben jetzt keine Tour speziell nur durch Deutschland geplant. Aber wir planen noch ein paar Auftritte in Deutschland dieses Jahr.

Habt ihr ne Lieblingslocation, wenn es um Konzerte geht?

Eigentlich so gut wie jeder Veranstaltungsort in unserer Heimat, wenn wir vor unseren Fans spielen können. Es ist immer eine unglaubliche Energie in der Luft, was wohl daran liegt, dass wir eine fantastische Reaktion bzw. Rückmeldung bekommen.

Was mögt ihr wenn ihr auf Tour seid und was überhaupt nicht?

Wir alle genießen es immer, unsere Shows zu spielen und verschiedene tolle Leute und tolle Bands zu treffen, aber das Reisen an sich, hasse ich total!

Wie siehst du bzw. was hoffst du für die Zukunft von Gimp Fist?

Ich denke wir werden weiterhin viel Spaß haben, noch jede Menge Musik machen. Ich hoffe mit unserer Musik können wir die Leute glücklich machen.

Danke für die Zeit, die du dir genommen hast. Gibt’s noch was, was du gerne sagen möchtest?

Vielen Dank an die Leute die uns über all die Jahre unterstützt haben!! Und danke an Christian und Sunny dafür, dass sie an uns glauben!