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Kärbholz haben mit ihrem neuen Album „Rastlos“ ein erstklassiges Punk Rock Album abgeliefert. Ich schreibe an dieser Stelle bewusst „Punk Rock“. Denn wer die Band aus Ruppichteroth immer noch in die Deutsch Rock Ecke stellt, hat das Album bzw. die Band als Gesamtes nicht begriffen. Ein Grund mehr für mich, die absolut sympathische Band, vor ihrem Auftritt in der ausverkauften Bochumer Matrix etwas auszuquetschen. Zur Rede standen Gitarrist Adrian, Drummer Henning und Bassist Stefan.
Marcel: OK. Ich habe ein wenig in eurem Gästebuch gestöbert. Dort konnte ich überall lesen: „Gute Show und gute Besserung“. Was war los? Hat euch die Tourgrippe erwischt?
Stefan: (Lacht).Ne, ich bin arbeitsunfähig gewesen. Ich habe eine Herzmuskelentzündung gehabt. Ich bin auf Schonung und darf deswegen nur ein paar Lieder mitspielen. Deshalb „Gute Besserung“.
Marcel: Habt ihr den einen Ersatz am Start?
Henning: Wir haben extremes Glück gehabt, das wir so schnell einen fähigen Ersatz Bassisten gefunden haben.
Adrian: Das ist der Jay. Eigentlich wollte ich nur ein wenig Gitarre mit ihm üben, weil er ein Spitzen Gitarrist ist. Ja, dann hat sich der Stefan den Muskel entzündet und dann habe ich gesagt: „Ja Jay, du kannst mir was auf der Gitarre beibringen und nebenher kannst du dir das Set drauf ziehen haha. Dann hat er sich in vier Tagen das Set drauf geschafft, was aber nicht schwer ist.Wir haben sowieso immer nur C,G,A und F (lacht). Nur in unterschiedlichen Reihenfolgen.
Marcel:Da ihr ja grad auf Tour seid. Wie läuft es bis jetzt?
Adrian.: Hammer. Angefangen in Freiburg, wo wir sogar die Location wechseln mussten. Da hatten wir vorher noch nie gespielt und können gerne noch mal da hinfahren. München war super und Frankfurt auch. Teilweise sogar ausverkauft. Fünf Hammer Konzerte bis jetzt. Und nun ist ja Halbzeit.
Henning: Bis jetzt können wir uns definitiv nicht beklagen.
Marcel: Zwei Jahre sind vergangen, seid „100%“ veröffentlicht wurde. Wie lange habt ihr insgesamt an der neuen Scheibe gearbeitet? Inklusive dem Songwriting? Schreibt ihr auch wenn ihr unterwegs seid? Oder macht ihr das lieber zu Hause?
Henning: Das lassen wir meistens auf uns zu kommen. Bei der neuen Platte hat die meisten Texte der Adrian geschrieben. Und auch den Grundstock bei der Musik. Also so die Richtung wo es hingehen soll. Dann setzten wir uns im Proberaum zusammen und arbeiten daran. Manche Sachen funktionieren auf Anhieb, andere nicht. Die stellst du dann erstmal wieder hinten an.
Adrian: Letzten Endes nun gut 1 ½ Jahre. Zwischendurch haben wir aber auch ein wenig Müll produziert haha. Klar, ein paar Ideen kommen auch auf Tour, aber da ist meistens nicht die Stimmung für da. Da sind wir aber auch nicht so fanatisch und trinken lieber ein Bier. Bei der neuen Platte war es eigentlich so, das die Lieder vom Grund her, auch mit einer Akustik Gitarre und Gesang funktioniert haben. Und wenn wir merken das es so klappt, setzten wir uns zusammen und arbeiten an dem Material. So sind die ganzen Songs entstanden. Hat alles ein wenig länger gedauert als bei der letzten Platte. Wichtig ist aber auch, das die Songs alle zusammen im Proberaum wachsen. Viele setzten sich einfach an den Rechner und machen ein komplettes Lied fertig, mit Drum Sampel und Gesang etc…Das hatten wir auch mal probiert, ist aber relativ schnell in die Hose gegangen. Das ist dann eher so ne´ Art Bausatz gewesen. Das ist halt nicht mehr Rock` N `Roll.
Henning: Wenn du zusammen im Proberaum bist, hast du ja auch direkt diesen Dialog. Und durch den entstehen ja auch viele Ideen. Und wenn alles vorher vorgegeben ist, bleibt es meistens auch dabei. Das ist eben das schöne im Proberaum.
Adrian: Davon ab sind wir ja auch Kumpels und können uns ganz normal unterhalten, nicht nur über E-Mail. Davon ab merken wir auch direkt, ob die Sachen funktionieren. Wir sind ja musikalisch nur ein Trio, sprich, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Im Studio kannst du natürlich alles reinbauen, aber das ist ja Live nicht umsetzbar. Das heißt, wir müssen Songs schreiben, die auch Live als Trio funktionieren. Bei uns würde dieses Baukasten System also gar nicht greifen.
Marcel: Gitarren Technisch passiert ja sehr viel bei euch. Fällt es dir da nicht schwer, auf der Bühne ein wenig reduzierter arbeiten zu müssen?
Adrian: Das ist für mich völlig ok. Ich muss ja das auf der Gitarre machen, was dem Song dient. Also ich kann mich da auch gut zusammen reißen ,mal eine Melodie nicht zu spielen. Die würde ich wahrscheinlich auch gar nicht treffen. Ich hab ja mit den drei Solis schon Probleme haha.
Stefan: Gott sei dank haha!!!
Marcel: Eure neue Scheibe trägt den Titel „Rastlos“, was meiner Meinung nach perfekt als Überschrift zu allen Songs passt. Es herrscht eine positive Aufbruchstimmung. Was bedeutet der Albumtitel für euch ? Wofür steht „Rastlos?“
Stefan: Positiver Aufbruch. Perfekt interpretiert haha.
Adrian: 10 Punkte. Haha. Genau das sollte rumkommen bei der Platte. Wir haben uns jetzt gar nicht so viele Gedanken gemacht, aber es sollte einfach etwas positives hängen bleiben. Alle Bands sind immer so angepisst. Sie sind die ewig bösen, verfolgten und ewig Missverstandenen. Da muss man ja nicht ewig drauf rum reiten.
Henning: Das ist ja auch das Gefühl wenn man auf Tour ist. Da spielt dieses „Rastlos“ natürlich mit rein. Das sind ja alles Sachen die man von einem Konzert mit nimmt. Da gibt es ja unheimlich viele Erlebnisse und Eindrücke. Ich hatte es auch noch nie, das ich von einer Tour nach Hause gekommen bin und mir gedacht habe: „Mensch, das war aber scheiße“.
Wenn ich nach einer Show von der Bühne gehe, bin ich super gut drauf und aufgepusht. Springe rum wie ein Flummi. Und das wollen wir den Leuten auch vermitteln. Das Leben ist viel zu geil als das es ständig scheiße sein muss.
Marcel: Die Platte klingt für mich wie aus einem Guß und im Vergleich zu den Vorgänger „100%“ deutlich befreiter und sehr detail verliebt. Im Info konnte man ja auch lesen, das ihr den „Kärbholz Sound“ auf Herz und Nieren geprüft habt. Was habt ihr beim Songwriting anders gemacht und wie muss man sich so eine „Prüfung“ vorstellen?
Adrian: Im Grunde haben wir überlegt, was wir bis jetzt gemacht haben. Und haben dann ein wenig aufgeräumt. Da gab es Z.b. Sachen, die mehr in die Metal Abteilung gingen und die einfach nicht funktioniert haben. Rückblickend betrachtet. Da haben wir gesagt, das das eigentlich nicht Kärbholz ist. Auf der anderen Seite haben wir auch Ska Elemente, wo die Leute total drauf abgehen und Spaß haben. Das ist dann natürlich Kärbholz. Dann haben wir auch überlegt ob es auf Solis ankommt oder einfach darauf, das der Songs an sich stimmt. Also im Fundament. Wir haben auch mit Leuten gesprochen, die nicht in der Band sind. Das bekommst du ja so gar nicht mit. Mal abgesehen von den Besoffenen, die nach einer Show zu dir ankommen haha. Deswegen war Jay für mich auch an der Gitarre da, um einfach der Betriebsblindheit ein wenig entgegen zu wirken.
Henning: Im Endeffekt startest du irgendwann mit deinen Kumpels eine Band. Und jeder spielt mehr schlecht als recht drauf los. Und wie Adrian ja schon sagte, sind wir ja auch vier Individuen, und das hört man den alten Platten auch an, das dort mehr experimentiert wurde. Für einen selber klingt das immer geil, aber wenn dann jemand von außen sagt: „Mh, ist aber nicht ganz so super“, wirkt das der Betriebsblindheit entgegen. Es ging halt darum, das jeder sein Standing in der Band findet, und das dies zu einer Einheit zusammen kommt. Wir wollen den Leuten natürlich auch eine geile Show bieten. Man kommt ja auch nicht mehr zu einem Konzert, fängt vorher an zu saufen, spielt dann die Show und säuft weiter. Die Leute kommen zu dir um unterhalten zu werden.
Adrian: Die Leute bezahlen ja auch 15 Euro Eintritt um dich zu sehen. Da kannst du ja auch keinen Scheiß abliefern. Das muss einem ja auch erstmal bewusst werden, das es eine große Ehre ist, das Leute Geld bezahlen um eine Show von dir zu sehen. Das muss man dann schon ernst nehmen. Am Anfang waren es nur besoffene Punks, denen war es egal ob die Bass Drum gestimmt ist oder ob auf der Gitarre nun fünf oder sechs Saiten sind. Das ist eben jetzt anders. Also muss man es ernster nehmen und überlegen. Was kann man besser machen?
Marcel: Die Single Auskopplung ist „Fallen und fliegen“, zu der ihr auch ein sehr unterhaltsames Video gemacht habt. Geht es in dem Song darum, das man meint, auf dem richtigen Weg zu sein, aber gar nicht merkt, das es doch der Falsche ist? Oder das einem immer wieder Hindernisse in den Weg gelegt werden?
Henning: Sowohl als auch. Wenn du in deinem Leben einen Weg gehst, wirst du in den seltensten Fällen problemlos durch` s Leben kommen. Die Probleme kommen halt. Aber man sollte eben nicht die Hände vor` s Gesicht halten.
Adrian: Es geht auch darum, das es gar nicht schlimm ist mal auf dem Holzweg zu sein. Es gehört dazu auch mal eine falsche Entscheidung zu treffen. Man muss selber einfach nur die Kraft dazu haben, sich das auch einzugestehen, das man etwas falsch gemacht hat. Und so lange das so ist, kann man so viele Fehler machen wie man will.
Marcel: Also hat der Typ im Video schlicht und einfach Pech, das er mit dem Gesicht in die Bierfalsche fällt?
Adrian: Wir wollten einfach nur Blut haha.
Marcel: Steht die Kneipe den in Ruppichteroth?
Stefan: Ne, die liegt in Richtung Koblenz.
Henning: Die hatte uns jemand von der Film Crew empfohlen.
Adrian: In der Kneipe herrschten 3 Grad. Und das 16 Stunden lang. Immer wieder diesen verfickten Song. Und so tun, als wenn Leute davor stehen die das auch abfeiern. Dabei steht da nur ein gelangweilter Kameramann haha.
Marcel: Ihr habt auf dem neuen Album ja auch wieder einige Country Zitate mit eingebaut. Hört ihr Privat auch viel davon und was hört ihr im Allgemeinen gerne?
Adrian: Ich höre sehr gerne Country. Aber auch Punk, Hardcore und Singer / Songwriter Geschichten.
Henning: Klar, wir haben schone eine Schnittmenge, da gehört sicher auch Johnny Cash dazu. Aber jeder von uns hat so Ausbrüche in andere Richtungen. Mittlerweile wissen wir ja auch was Kärbholz vom Sound ausmacht und was geil klingt. Ich höre aber auch sehr gerne Metal, aber ich werde den Teufel tun und da jetzt mit nem` Black Metal Riff für einen neuen Kärbholz Song anzukommen haha. Versucht haben wir das schon, aber es hat nicht geklappt. Und davon ab, würde das wieder auf so ne Ego Geschichte hinauslaufen. Es würde einfach nicht passen.
Adrian: Dann muss halt der arme Cash herhalten hehe.
Marcel: In dem Video bekommt jemand eine Flasche „ZUNFT“ Bier ins Gesicht geschlagen.Und zu guter letzt fällt jemand auch in eine Flasche ZUNFT Bier hinein. Hat euch die Brauerei trotzdem Freibier zur Verfügung gestellt?
Stefan: Ja, haben sie haha.
Henning: Ich hatte das Pro Forma mit dem Beauftragten der Zunft Brauerei schon abgeklärt. Aber der meinte bloß: „Pf, mach einfach mal“ haha. Die fanden das aber hinterher auch sehr geil wo sie es gesehen haben.
Marcel: Ich möchte noch mal kurz auf einen Song zu sprechen kommen. In dem Film das Boot, geht das Boot selbst am Ende mit der Besatzung unter, und alles war vergebens. Worum geht es bei euerem Boot?
Adrian: Es geht eigentlich um die Frage „Was sind wir als Band?“. Wir haben ja grad schon darüber gesprochen, als deine Freunde sagten: „Ne, Kärbholz ist doch Deutsch Rock, da kommen wir nicht mit“. Wir sehen uns aber gar nicht im Deutsch Rock. Das ist ein Scheiß Wort und da gehören wir nicht hin. Wir machen Punk oder was auch immer. Aber keinen Deutsch Rock. Wir sind privat gut drauf und unsere Musik ist auch positiv. Wir sind eben nicht die verfolgten oder die Missverstandenen. Aber das verstehen viele leider nicht. Aber unser Ziel ist es, unser Boot da durch zu manövrieren. Das wir zusammen als Band das Ding stemmen und zeigen: „Hey, so böse sind wir gar nicht“. Die Musik soll einfach Spaß machen.
Marcel: „Das Feuer“ ist eine schöne „Steh auf“ Ballade am Ende. Viele Bands verpacken solche Songs in die üblichen Underdog Phrasen. Nach dem Motto: „Wir sind die härtesten, am meisten tätowiert, haben am meisten gesoffen und das schwerste Leben gehabt“. Eure Lyrics weichen generell von diesen Themen ab. Wie entstehen eure Texte und was denkst du macht eure Texte „anders“ ???
Adrian: Das alles wurde ja schon 1000 mal besungen. Und wahrscheinlich hatten die Leute auch eine schlechtere Kindheit als wir. Davon ab muss man auch über das singen, was man wirklich erlebt. Wenn wir jetzt sagen, das wir jedes Wochenende zum Fußball gehen und uns da prügeln, dann stimmt das einfach nicht.
Henning: Jeder hat ja auch sein Päckchen zu tragen. Ich persönlich habe ja nichts davon wenn jemand ankommt und mir erzählt wie scheiße es ihm gerade geht wenn es mir auch nicht gut geht. Dann sollte derjenige mich eher aufmuntern. Das Album ist ja auch sehr positiv und das wollen wir den Leuten ja auch mitgeben. Wir müssen denen nicht auch noch erzählen wie scheiße alles ist. Das wäre ja kontraproduktiv.
Adrian: Die Onkelz haben es ja damals schon auf die Spitze damit getrieben. Da war das ja auch noch geil. Aber mittlerweile ist das ja das Nonplusultra.“ Alle sind gegen uns“.“ Aber wir werden es denen schon zeigen wo der Hammer hängt“. Das kann ich nicht mehr hören. Die Musik soll Spaß machen. Und davon ab wird der Torben (Sänger, beim Inti aber nicht dabei. - d. Verf) keinem dabei helfen, sein Leben auf die Kette zu kriegen. Das muss schon jeder selber schaffen. Klar, auf den ersten Platten hatten wir auch solche Lyrics, haben aber ganz schnell gemerkt, das das nicht zu uns passt.
Marcel: Eure CD wurde, wie auch das Vorgänger Album, von Andy Classen produziert, der wahrscheinlich einigen Metalheads ein Begriff sein dürfte. Wie seid ihr damals auf Andy gekommen und wie ist die Zusammenarbeit mit ihm?
Henning: Das lief über einen Bekannten von mir. Der kannte den Andy und hat zu mir gesagt: „Der hat ein Studio“. Dann hab ich mir ein paar Soundbeispiele angehört und habe gedacht: „Respekt“. Das klingt alles echt super. Dann hab ich ihn einfach mal angeschrieben. Und die erste Mail von ihm war dann auch super euphorisch. “Voll geil und voll super“. “Endlich mal etwas anderes als Metal“ haha. Er ist eben super motiviert an die Sache herangegangen. Er ist ja selber auch Gitarrist, Bassist und Schlagzeuger. Dann hat er uns auch wirklich gute Tips gegeben, was man der „100%“ auch schon angehört hat. Und bei der neuen Scheibe natürlich auch.
Adrian: Es ist auch ein sehr gutes miteinander. Er hat auch sehr viele Ideen mit eingebracht. Das ging auch gut, weil wir da gar nicht so festgefahren waren. Vieles ist eben auch erst im Studio entstanden, weil er sich eben so gut mit eingebracht hat. Davon ab hatte er auch ewig lange keine eigene Kapelle am Start. Und jetzt hat er ne` Ska Band haha. Er macht jetzt selber wieder Musik und ist total glücklich dabei. Die Arbeit mit uns, war so eine kleine Zündung für ihn.(Die Band heißt „Beatburners“ – d. Verf.) Es ist nicht so, das er nur als Produzent da steht. Er hat wirklich mit mir die Gitarre in die Hand genommen und hat an den Melodien gearbeitet. Es ist wirklich sehr freundschaftlich abgelaufen, hat aber auf der anderen Seite auch kein Blatt vor den Mund genommen, wenn etwas scheiße war. Aber so soll es ja auch sein.
Henning: Wir hatten auch ne` Vorproduktion gemacht. Haben die Songs vorher am Computer aufgenommen und das Material an den Andy geschickt.
Marcel: Eure vorherigen Alben sind ja auf „Asphalt Records“ erschienen. Das neue Werk kommt auf „Better Than Hell“ raus, was ja die Jungs von Betontod leiten. Gab es damals auf eurer Tour schon Pläne darüber, oder wie kam es zum Label Wechsel ???
Stefan: Da haben wir schon auf der Tour drüber gesprochen.
Adrian: Wir hatten uns auf der Tour mit dem Eule (Frank, Betontod Gitarrist. -d. Verf) darüber unterhalten, ob wir uns das vorstellen können. Da hatten wir aber noch gar keine genauen Pläne wie das so ablaufen wird. Wir hatten auch Angebote von anderen Labels, die wir natürlich auch gecheckt haben. Aber da wir die Jungs kennen und uns eben gut verstehen, haben wir uns mit ihnen geeinigt. Davon ab, haben sie auch verstanden was wir mit unserer Musik sagen und erreichen wollen. Wir wollten auch, das unsere Musik insgesamt besser erhältlich ist. Bei Asphalt ging es ja etwas mehr um Oi. Jetzt haben wir mit Edel aber auch einen sehr guten Vertrieb.
Marcel: Ihr seid ja auch eine Band die viel auf Tour ist. Was macht dir persönlich am meisten Spaß, das Touren oder das arbeiten im Studio?
Henning: Natürlich hat alles seine Vor und Nachteile. Im Studio kannst du dich zu 100 % auf die Musik konzentrieren. Du sitzt da drei Wochen und hast wirklich nichts anderes im Kopf. Natürlich aber auch die Konzerte.
Adrian: Am Anfang haben wir das ja für ne` Kiste Bier gemacht. Und damit man überhaupt am Wochenende was zu tun hat. Nicht das schlechteste wenn man in Ruppichteroth groß geworden ist haha. Und wenn man dann nach 1 ½ Jahren Platte auf der Tour geht und sieht das die Leute Spaß haben, dann weiß man, das man alles richtig gemacht hat. Und die ganze CD Produktion ist ja eigentlich die Vorarbeit dafür um auf Tour zu gehen oder eben auch Festivals zu spielen. Die CD macht so was ja erst möglich.
Marcel: Ein Traum von euch war es, auf dem „Wacken Open Air“ zu spielen. Dieser Traum geht nun in Erfüllung…..
Stefan: Hammer!!!
Henning: Ehrfürchtiges Schweigen. Der Heilige Acker haha. Ich war schon selber als Besucher dort. Und nun darf ich ein Teil davon sein bzw. dort auftreten. Danach kann ich glücklich sterben haha.
Adrian: Das war immer so ein Ziel was man hatte. So nach dem Motto: „Wenn ich groß bin, kaufe ich mir einen Ferrari“. Ein Bekannter von uns hängt beim Wacken mit drin. Dem haben wir mal gesagt das es super wäre da aufzutreten. Das war aber nicht nur der einzige Grund. Die Platte hat sich ja auch gut verkauft. Und dann kam tatsächlich der Anruf ob wir da spielen wollen. Wir sind echt total gespannt auf den Auftritt dort. Das kann dir dann auch keiner mehr nehmen. Egal ob da nur zwei oder 2.000 Leute vor der Bühne gestanden haben haha.
Marcel: Die letzte Frage: „Bröltaler SC 03“ oder der „FC Köln“ ?
Henning & Stefan : 50/50 Köln und Schalke haha.
Adrian: Wir haben für den „Bröltaler FC“ sogar die Vereinshymne geschrieben haha. Blau und Weiß sind unsere Farben BSC Hehohe haha. Und die ganzen Berliner Freuen sich immer haha. Ich war im übrigen Jahrelang Torwart dort.
Kaum eine deutsche Ska-Punkband konnte mich in den letzten Jahren dermaßen begeistern wie die Jungs von Oxo 86. Von Album zu Album sorgt die Band stets für partytaugliche Songs gespickt mit einer humorvollen Attitüde und dem ein oder anderen ironischen Verweis auf aktuelle Themen. Nie zu ernst, aber generell auch nie zu flach, wissen die Bernauer genau wie man auch den letzten Tanzmuffel zur Bewegung animiert und damit für ordentlich Stimmung sorgt. Da bei der Band momentan einige Neuigkeiten anstehen, habe ich sie mal ein wenig per Email ausgefragt. Daniel
Ich denke großartig vorstellen muss man euch nicht mehr. Ihr seid jetzt schon ca. 15 Jahre unterwegs und versorgt die Szene mit großartigem Ska-Punk oder Punkrock mit Off-Beat, der mit einer guten Portion Humor ausgestattet ist. Was ich allerdings bis heute nicht weiß, wieso der Name Oxo 86? Wofür steht das Oxo und wofür die 86?
Willi: Hallo Daniel, schön dass wir uns die Vorstellungsrunde schenken und danke für die Blumen! Unsere Namensgebung ist zu einem gewissen Anteil gar nicht auf unserem Mist gewachsen. Seiner Zeit war es nämlich so, dass einer unserer Junx auf dem besten Weg war, einen drogeninduzierten Realitätsverlust zu erleiden. Das äußerte sich dahingehend, dass er im Jahre 1996 anfing Ost-Geld zu sammeln, um sich im Jahre 1986, in das er nämlich zeitnah per Zeitmaschine gebeamt werden würde, etwas zum Essen kaufen zu können. Ferner schmierte er mit Vorliebe an Häuserwände und Proberaumtüren etc. “Oxo” und kommentierte sein Tun gerne und häufig mit den Ausrufen: “A nach B, Ost nach West, wir sind überall!” oder “Überlege, aber überlege richtig!”. Aus diesem bunten Konglomerat verbaler und künstlerischer Ergüsse, machten wir schließlich unseren Bandnamen. Oxo86!
Wie man so manchem eurer Texte entnehmen kann, hat Harald Juhnke bei euch einen hohen Stellenwert. Gab es weitere Einflüsse die euch dazu getrieben haben damals selber Instrumente in die Hand zu nehmen?
Willi: Also Harald Juhnkes Einfluss auf uns würde ich jetzt nicht überbewerten wollen. Herr Juhnke war in der Tat ‘ńe Type, der für seine Exzesse, aber auch für seine Rolle in Falladas “Der Trinker”, von Jugendlichen wie uns immer wieder Symphatie und Respekt erntete, was sich in einigen unserer Texte auch wiederfindet, aber ihm nun die Verantwortung dafür zu übertragen, dass wir die Instrumente in die Hand genommen haben, ginge zu weit. Ich möchte mich hier mal auf den Haupteinfluss beschränken, der uns dazu gebracht hat ein Instrument in einer Band zu spielen. Das war, und ich glaube für alle aus der Band sprechen zu können, ganz einfach der Punk und zwar mit allem (Musik, Klamotten, Gehabe, Einstellung etc.) was da noch dran hängt. Dass das mal solche Dimensionen annehmen würde konnte ja keiner ahnen, denn wahrscheinlich hätten wir uns dann auch ein besseren Bandnamen zugelegt! ;-)
Wobei ihr ja nicht nur die Punk-Szene ansprecht, sondern auch stets ein Liedchen für den gutgelaunten Skinhead auf Lager habt. Gab es schon mal Probleme mit irgendwelchen Glatzen die den Humor eurer Songs wie beispielsweise „S.O.S“ oder „Skinhead“ nicht teilen konnten?
Willi: Das ist richtig, selbstverständlich sprechen wir mit unseren Liedern nicht nur Punks sondern auch die Skinheads an. Der Einfachheit halber möchte ich mir erlauben, bei der Beantwortung eventuell noch folgender Fragen, Vertreter der Punk- und Skinheadszene als Gesamtes zu betrachten, da wir sie auf unseren Konzerten glücklicherweise auch als solches wahrnehmen. Zum zweiten Teil der Frage ist festzustellen, dass es bezüglich jener von dir aufgeführten Lieder nie Probleme gab. Ich denke das liegt zum einen daran, dass viele Glatzenträger mehr Humor haben, als man ihnen zutraut oder zugestehen möchte und zum anderen glaube ich, dass der Fakt, dass wir uns mit diesen Lieder ja auch immer gern und kräftig selbst auf die Schippe nehmen, es einfach den meisten ermöglicht, entspannt mit dieser Art der “Verunglimpfung” unserer Subkultur umzugehen.
Kommen wir mal zu den Neuigkeiten bei euch. Euer letztes volles Album “Kommen, Seh’n Und Singen” habt ihr in Eigenregie veröffentlicht und die neue Scheibe wird bei Sunny Bastards erscheinen. Wie kam der Kontakt zustande und wo liegt für euch der Vor oder Nachteil zwischen Eigenproduktion oder Label im Rücken?
Maik: Den Kontakt zu SB haben wir nach Empfehlungen durch Freunde und Bekannte selbst aufgenommen. Grund dafür war, dass wir keine Lust mehr hatten, uns um den ganzen Kram (Vertrieb, etc), den so eine Produktion mit sich zieht, zu kümmern. Diese zeitraubenden Dinge sind auch eindeutig der große Nachteil der Eigenproduktion bzw. freuen wir uns sehr darüber, dass Chris und Sunny das übernehmen! Und bis jetzt sind wir auch sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit.
Kommendes Wochenende gebt ihr schon mal Live euren Einstand auf dem Sunny Bastards Festival. Wie sieht es aus mit dem neuen Album? Wenn ich richtig informiert bin steht das schon in den Startlöchern, oder?
Maik: Ja, da bist du völlig richtig informiert. Das Album steht in den Startlöchern und wir freuen uns schon wie Bolle! Das Festival am Wochenende wird aber leider noch nicht der Release-Termin sein. Die Scheibe kommt offiziell am 15.3.2013 raus. Natürlich lassen wir es uns aber nicht nehmen, auf unsere Art schonmal ein wenig Werbung für die Platte zu machen und das ein oder andere Stück bereits live zu präsentieren.
Dann lass uns mal direkt bei der Werbung für die Scheibe bleiben. Sie heißt “Auf die Liebe und auf die Sehnsucht”. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit eins von den neuen Stücken zu hören. Was wird uns da erwarten?
Maik: Es wird natürlich wieder ein musikalisches Potpourri geben, bei dem Geschichten erzählt werden, die das Leben schreibt. Sei es ein Lied wie “Samba Skinheads” in dem DEM Turnschuh gehuldigt wird oder “Bier und Reggae”, dessen Titel wohl selbsterklärend ist. Außerdem hat es mit “Sapoljarny” auch ein super Instrumental-Stück auf die Scheibe geschafft. Aber auch der Titelsong “Auf die Liebe und auf die Sehnsucht” ist meiner Meinung nach ein absoluter Ohrenschmaus. Es ist also ein bunter musikalischer Blumenstrauß in typischer Oxo-Manier zu erwarten!
„Bier und Reggae“ ist definitiv eine feine Mischung, die sicherlich jeder schon mal getestet hat, aber „Sapoljarny“ scheint laut Google eine russische Stadt zu sein. Was hat es damit auf sich?
Maik: Sachlich richtig. King Willi hatte die Inspiration zu diesem Lied aus einem Artikel in einem Wissensmagazin. Dieser beschäftigte sich damit, dass in der Stadt Sapoljarny vor einigen Jahrzehnten versucht wurde, das tiefste Loch der Erde zu bohren. Dieser Versuch fand aber schon nach etwa 10 km sein jähes Ende. Und noch bevor der King den Artikel zu Ende gelesen hatte, spielte sich in seinem Kopf diese Melodie ab und ein neues Lied war geboren. Die Umsetzung stellte, dank klarer Anweisungen seiner Majestät Himself und dem musikalischen Genie meiner Gefährten, absolut kein Problem mehr da. Und wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis!
Und woher kommt der Titel „Auf Die Liebe und Auf die Sehnsucht“?
Willi: Entstanden ist dieser Albumtitel in den Morgenstunden beim Endless Summer 2011. Dieser Zeit stand ich mit Platty, seines Zeichens letzter Wirt der torgauer “Endstation”, am Tresen eines Bierstandes und frönten dem Sachsen-Whisky (Pfeffi). Als ich den Becher zum Anstoßen hob und Platty mit den Worten “Auf die Liebe!” zu prostete, entgegnete dieser mit erhobenen Zeigefinger und einem gewichtigen Gesichtsausdruck, der Goethe, Schiller etc. vor Neid hätte erblassen lassen: “Uuund uff dieä Säähhnsucht!”. Der Titel war also gefunden und es musste “nur noch” das dazugehörige Material geschrieben, geprobt und aufgenommen werden.
Das Album wird zum einen als Doppel-CD erscheinen und die LP kommt mit einer zusätzlichen 7“ die auf den Titel „If The Kids Are United“ getauft wurde. Worum geht es da genau?
Maik: Da wir vor den Konzertbühnen vorwiegend nur älteres Publikum begrüßen dürfen, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir uns nicht mehr dem Auftrag der musikalischen Früherziehung entziehen konnten. Dieser innere Druck entlud sich nun in dieser zusätzlichen CD bzw. LP. Darauf werden sich 4 inhaltlich Wertvolle und hundertprozentig Jugendfreie Lieder wiederfinden. Da wird zum Beispiel in “Komm doch mal runter” erläutert, dass es doch viel schöner ist, die Zeit mit den Freunden zu verbringen und nicht den ganzen Tag vor der Glotze zu hängen. Ein Tip, den sich wohl auch manch volljähriger zu Herzen nehmen sollte… Außerdem findet sich mit “Einmal im Jahr” ein Geburtstagslied auf der Scheibe wieder. Alle vier Lieder sind im Oxo-typischen Offbeat gehalten, mit Kinderchören verfeinert und laden hoffentlich auch die kleinen zum mitsingen und tanzen ein.
Hört sich sehr interessant an! Ich bin mir sicher, das mit dem Erziehungsauftrag wird einwandfrei funktionieren. Hat bei uns älteren ja auch gut geklappt! Ich weiß nicht wie oft ich bereits euren Song „Walking Class Heroes“ auf dem Heimweg von irgendwelchen Konzerten vor mich hin geträllert habe, ha ha. Wie wird denn das bereits vorangeschrittene Jahr nun bei Oxo 86 weiter gehen?
Maik: Erstmal werden wir das machen, was wir immer machen: nicht proben und trotzdem Konzerte spielen. Und zwar kann man sich das Schauspiel an folgenden Terminen ansehen:
16.03.2013 München „Backstage“
06.04.2013 Torgau
14.04.2013 Berlin „Punk And Disorderly“ im Astra
07.06.2013 Saalfeld
08.-10.08.2013 Torgau „Endless Summer Festival“
29.08.-01.09.2013 Niedergörsdorf „Spirit Festival“
02.11.2013 Leipzig „Dynamite Ska Festival“
Weitere Konzerte sind in Planung und der aktuellste Stand ist unter oxo86.blogsport.de einzusehen.
Und dann sind da noch so ein paar Ideen, die wir haben und bei denen man sehen muss, ob und wie sie sich umsetzen lassen, wie z.B. ein Livealbum. Aber das hat noch Zeit. Schließlich tickt erstmal der Countdown zur aktuellen Release.
Sehr schön, ich bin mal gespannt was die Zukunft bringen wird und fiebere natürlich schon dem Release-Termin eurer neuen Scheibe entgegen. Ich danke euch für das geduldige beantworten der Fragen und wünsche euch einen guten Start mit dem neuen Album. Habt ihr noch ein paar abschließende Worte für unsere Leser?
Maik: Danke an alle, die bis zu diesem Punkt des Interviews durchgehalten haben! Wir sehn uns beim nächsten Konzert! Und ich grüße meine Mutti!
Oxo 86 – Auf die Liebe und auf die Sehnsucht CD/LP
(Sunnybastards / Crazy United Records)
Die Bernau Punkrock League meldet sich zurück! Nach einem kleinen Zwischenspiel auf der Split mit Mona Reloaded haben die Jungs dieses Jahr ein neues Label im Rücken und dementsprechend auch das neue Album im Gepäck. Das letzte reguläre Album ist mittlerweile schon fast 3 Jahre her und so wurde es auch langsam Zeit mal wieder den ein oder anderen Partykracher im feinsten Ska-Punk-Gewand auf die Meute loszulassen. Eigentlich habe ich oftmals so meine Probleme mit der Mischung aus Ska und Punkrock, aber es gibt da Gott sei Dank immer immer so ein paar Ausnahmen. Oxo 86 sind definitiv eine dieser Ausnahmen, die es auf hervorragende Art und Weise schaffen Ska mit einem dicken Spritzer Oi! und einer satten Portion Humor und Sarkasmus zu einem absolut zündenden Cocktail zu vermischen. Kaum eine andere Band kann textlich so herrlich und humorvoll mit allseits bekannten Dingen aus dem täglichen Leben umgehen. Auch auf der neuen Scheibe sind damit wieder die typischen Ohrwürmer vorprogrammiert. Songs wie „Lasst euch begraben“ sprechen mir da direkt aus der Seele und beschreiben ganz klar meine Gedanken wenn ich morgens vor der Arbeit im Supermarkt steh und die ganzen trüben und humorlosen Gestalten vor mir in der Schlange sehe. Oxo 86 haben eben ein sehr feines Gespür für ihren Humor und so kommen Songs wie „Kaloreene“, der klar macht das man genug von irgendwelchen Magermodels hat und eher die weiblichen Kurven bevorzugt, oder „Samba Skinheads“ mit einem Augenzwinkern wieder absolut genial rüber. Die Jungs nehmen sich stets selbst nicht zu ernst und können auch mal über sich selbst oder die Szene schmunzeln. Man bewegt sich sehr oft auf dem schmalen Grad zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit, ohne jedoch dabei aus der Balance zu geraten. Da hauen auch Songs wie „Bier und Reggae“ wunderbar hin und bringen den Spaß auf einen Ska-Nighter positiv auf den Punkt. Oxo 86 bleiben ihrem eingeschlagenen Weg also auch auf dem neuen Album weiter treu und machen da weiter wo mit der letzten Scheibe aufgehört wurde. Manchmal muss es eben keine enorme Weiterentwicklung sein, sondern es macht auch sehr viel Spaß, wenn man weiß, das ein Name stets ein Garant für absolut gelungene Unterhaltung ist. Bisher hatte ich mit jedem Album der Jungs meine Freude und so verhält es sich auch mit „Auf die Liebe und auf die Sehnsucht“. 12 x gibt es hier wieder allerfeinsten Ska-Punk der jeden Tanzmuffel garantiert zum mitgehen einlädt. Das Album glänzt aber nicht nur mit einem sehr guten Inhalt, sondern die Aufmachung hält auch nochmal die eine oder andere Überraschung bereit. In dem schicken ausklappbaren Digipack findet sich nochmal eine zusätzliche CD die zu den bereits 12 erwähnten Songs nochmal 4 zusätzliche Stücke mit dem Titel „If The Kids Are United“ hinterher schickt. Auch wenn es sich hier um 4 Kinderlieder handelt, die mit dem Oxo-Kinderchor eingesungen wurden, dürften die Songs dem ein oder anderen doch schon in die Jahre gekommenen Hörer ansprechen. Allein der Song „Mein Bett ist ein Mysterium“ der davon handelt das man abends nicht in selbiges rein kommt und morgens nicht wieder raus, dürfte so mancher zumindest textlich nachempfinden können. Die zusätzliche Cd geht als Bonus also auch als absolut in Ordnung durch und rechtfertigt ebenfalls definitiv den Kauf des Albums. Wer mit dem Vinyl Vorlieb nimmt braucht sich aber ebenso wenig Gedanken darum zu machen leer auszugehen, denn bei der LP liegt das ganze als 7“ mit bei. Wie man sieht Sunny Bastards und Oxo 86 haben sich hier mächtig ins Zeug gelegt um das ganze zu einer gelungenen Sache werden zu lassen. Hier kann jeder mit Sinn für Humor, egal ob bunthaarig oder kurzhaarig, wieder bedenkenlos zu greifen und sich eine neue Ladung Ska-Punk in der typischen Oxo-Manier abholen. Note: 2+ Daniel
2013 ist das Jahr für Johnnie Rook: ihr könnt mit Stolz auf euer viertes und am 1. Februar veröffentlichtes Studioalbum „Stimmungsgerät“ blicken und euer 10-jähriges Bandbestehen feiern.
1.Was macht das Stimmungsgerät zum Stimmungsgerät?
Franziska: Also, erstmal heißt die Platte “Stimmungsgerät” weil das eigentlich ein Scherz war. Roman, unser Gitarrist, hat im Proberaum sein Stimmgerät gesucht und hat sich versprochen. Er sagte: “Wo ist denn mein Stimmungsgerät?”. Das fanden wir witzig und haben es uns gemerkt. Und im Prinzip ist es ja auch so, dass du als Band auf die Bühne kommst und mittels der Musik verschiedene Stimmungen erzeugst, je nach Lied. Aber auch die Stimmung der Leute wirkt auf die Band. Das ist so ein Spiegelding.
2.Warum habt ihr Euch für Gastsänger auf dem Album entschieden?
Micha: Gastmusiker an sich hatten wir ja schon immer dabei. Das gefällt uns und das wollten wir so fortführen.
Jan: Der Anstoß war aber auch, dass wir 10jähriges Jubiläum haben und da auch was Krasses machen wollten. Gunnar von Dritte Wahl war dabei erste Wahl. Wir haben kurz überlegt und das war einfach die Band, die für uns am meisten rausgestochen hat, die uns in unserer Jugend am meisten beeinflusst hat, mit denen wir mittlerweile einigermaßen befreundet sind und die wir gut kennen und wir dachten uns „hey, lass uns doch mal versuchen uns diesen Traum zu erfüllen“. Dann haben wir gefragt und es kam auch promt das Ja, und das ist natürlich ein riesen Glück für uns und ‘ne riesen Ehre, dass das geklappt hat.
3.Stimmungsgerät auch sehr persönliches Album: welche Geschichten hören wir da? Und aus wessen Leben kommen diese?
Franziska: Aus verschiedenen. Es ist ja so, dass in den meisten Songs ein ”lyrisches Ich” singt, aber es geht nicht immer um mich, es geht nicht immer um meine Geschichte. Es sind Geschichten von Leuten, die ich kenne, die ich verarbeitet habe zum Lied, weil ich es passend fand. Und auf der Platte sind so ganz viele verschiedene Facetten drauf. Ein Mensch hat ja mehrere Stimmungen, der ist ja nicht immer gleich, und das spiegelt sich auf dem Album wieder. Ich hab mich entschieden aus meiner Perspektive zu schreiben, weil es leichter zu verstehen ist.
4. Wie können sich die anderen damit identifizieren, wenn sie die Texte nicht schreiben?
Franziska: Pankow hat Jan geschrieben! Ich finde, das merkt man auch. Das klingt auch gleich ganz anders. Ich find den Text super.
Jan: Oft verstehe ich die Texte erst ein halbes Jahr nachdem wir im Studio waren und ich mir mal das Booklet durchlese. Klar, die Hook, die höre ich, die gefällt mir und dann war es das auch schon. Mein Schwerpunkt liegt auch viel krasser auf der Musik. Für mich ist die Aussage des Textes erst mal zweitrangig. Es muss fett klingen, es muss ein Brett sein und mich mitreißen und dann kommt der Text noch oben drauf. Das ist dann immer so ein Aha! Erlebnis, dass der Text dann auch noch geil ist.
Franziska: Ich glaube, da geht es anderen Bands nicht anders. Solange den Jungs nichts unangenehm auffällt oder sie irgendwas peinlich finden, nicken sie den Text ab, und das ist so unser Konsens.
5. Zu welchem Zeitpunkt sind alle zufrieden mit einem Song und wie stark geht ihr dann auch Kompromisse ein?
Jan: Man muss sehr viele Kompromisse machen. Das Ergebnis ist ja zum Schluss immer sehr gut. Und weil ich das gelernt habe, bin ich in der Lage diese unglaublichen Qualen, die bei uns in der Probe ablaufen, zu ertragen. Das darf gar keiner wissen, das darfste keinem erzählen, aber das ist unglaublich, was bei uns abgeht. Bei uns wird die Hälfte der Zeit, auch wenn wir nur das Set üben, gestritten.
Micha: Naja, es ist halt so: wenn ich manchmal mit einem Riff ankomme, von dem ich überzeugt bin, und die anderen finden das jetzt nicht so geil, muss ich darum kämpfen. Das habe ich gelernt. Bestes Beispiel ist “Kanonenfutter”, das fand Roman zum Beispiel total zum kotzen, oder “gegen den Horizont”, den Jan scheiße fand, beide Songs gehören mittlerweile aber zu unseren besten Songs.
Jan: Ja, wir finden die ja mittlerweile auch schön.
6. Wie hat sich euer Musikstil in den Jahren verändert und durch welche Einflüsse?
Franziska: Bei der neuen Platte ist die Musik tatsächlich härter geworden. Auch der Gesang habe ich da so’n bissl angepasst. Aber der Stil an sich hat sich nicht verändert. Wir hatten von Anfang an so eine Mischung von Punk, son bisschen Ska, so’n bisschen Metal, weil Micha eben auch flinke Finger hat und super Soli spielen kann, und meinen Gesang. Wenn man die vier Platten, die wir jetzt haben, nebeneinander legen würde, dann haben wir die ganze Zeit eigentlich nur optimiert. Wir haben das rausgeschmissen, was dann doch einen Ticken zu viel war. Johnnie Rook hat das große Glück von Anfang an einen Stil zu fahren. Wir hatten es nie nötig plötzlich ein Keyboard dazunehmen zu müssen, oder andere krasse Experimente, weil wir dachten, uns verändern müssen. Wir hatten tatsächlich von Anfang an eine Mischung, die uns gefällt und uns repräsentiert.
Micha: Wenn wir unsere erste Platte noch mal aufnehmen würden, und die jetzt direkt mit der Neuen vergleichen würden, würdest du tatsächlich keinen großen Unterschied feststellen.
Jan: Was jetzt nicht heißt, dass das alles gleich klingt. Das drückt einfach aus, dass wir grundsätzlich sehr abwechslungsreich sind und das von Anfang an.
7. Auf Konzerten fällt auf, dass ihr zum Teil ein recht persönliches Verhältnis zu euren Stammfans habt, einige begleiten euch schon seit sehr vielen Jahren. Wer sind eure Fans?
Jan: Rine, Sven, Nicole, Johnny und Melanie und Julian.
Micha: Also, ich wusste ja auch immer nicht, wie viele Fans wir denn haben. Das kriegt man ja immer nicht so mit. Ich hab das jetzt im Zuge der Vorbestellungen zum neuen Album gemerkt. Unsere Fans kommen aus ganz Deutschland. Das hat mich auch sehr gefreut.
Franziska: Wir haben ein sehr persönliches Verhältnis zu unseren Fans, weil wir das so wollen. Wir suchen auch den Kontakt. Manchmal sind auch Leute schon vor dem Konzert da, dann quatschen wir mit ihnen. Ich will auch wissen, wer sie sind und spreche sie an. Auch wenn uns Leute auf Facebook adden, dann kucke ich auch ab und zu nach, wer das ist.
8. Ihr habt vor Weihnachten ein Video auf Youtube hochgeladen, dass euch mit einer Akustikversion zu “Kanonenfutter” zeigt. Das kam ja ziemlich gut an. Wie wäre es denn mal mit einem Akustikset?
Micha: Ach, das war eher ein Scherz und eine spontane Aktion. Bevor ich mich hinsetze und ein Akustikset mache, das meinen Ansprüchen auch gerecht wird, schreibe ich lieber neue Songs. Und ich seh auch nicht wirklich einen Sinn darin.
Jan: Grundsätzlich sind wir aber für jeden Spaß zu haben und uns für nichts zu schade. Eigentlich ist gar nichts ausgeschlossen.
9. Auf welchen Festivals dürfen wir euch dieses Jahr bewundern und auf welche Konzerte blickt ihr besonders gern zurück?
Micha: Da kann ich noch gar nicht so viel zu sagen, denn das ist grad in Arbeit. Aber fest steht schon Rock am Berg, Hohenlobbense Festival und Kuhstock.
Franziska: Was noch ganz wichtig zu erwähnen wäre, ist unser großes 10jähriges Bandbestehen, das wir groß feiern werden, mit vielen großartigen Bands wie Zaunpfahl, Nordwand, Skin of Tears und die Wallerts. Das wird am 10. Mai im K17 stattfinden und das Ereignis des Jahres, zumindest für uns.
Kaum eine Band hat in den letzten Jahren mit ihrem Debütalbum für so viel Aufsehen gesorgt wie KOTZREIZ. Die einen lieben die sympathischen Assis aus Berlin und die anderen hassen sie! Ich jedenfalls hab mich schon beim ersten Durchlauf von „Du machst die Stadt kaputt“ in die Scheibe verliebt. So minimalistisch und gleichzeitig großartig hat schon lange keine Platte mehr geklungen. Meine Erwartungen an den Nachfolger „Punk bleibt Punk“ waren dementsprechend groß, wurden allerdings zu 110% erfüllt! Grund genug, der Band endlich mal ein paar Fragen zu stellen.
Eure neue Platte ist jetzt fertig. Nenn mir doch mal zu Beginn drei gute Gründe, warum sich jemand eine Platte mit dem Titel „PUNK BLEIBT PUNK“ kaufen sollte!? Wenn PUNK PUNK BLEIBT, dann hab ich doch schon alles gehört, oder?
Ja, juhu, die platte is ja schon länger fertig aber jetzt endlich rausgekommen. Klar haste schon alles gehört. Den Punk können und wollen wa ja auch garnich neu erfinden. Punk is so wie er is und das is ja auch gut so.
Habt ihr bei der neuen Scheibe eigentlich Druck verspürt, sei es vom Label, von Freunden oder euch selbst? Schließlich habt ihr mit eurem Debütalbum für mächtig Furore gesorgt und da ist ein Nachfolger nicht so einfach zu schreiben.
Die einen fanden unsere erste Platte cool, die anderen wiederum fanden unsere Musik bzw. unser Erscheinungsbild scheisse. Hat irgendwie polarisiert. Ehrlich gesagt verstehe ich das nich so wirklich, aber egal. Jede Woche kommen 12.000 neue Punkplatten raus und warum grade wir da abgefeiert oder abgehasst werden, kann ich nich so ganz nachvollziehen. Aber is halt so. Gibt schlimmeres. Druck verspürt haben wir eigentlich keinen. Was soll da noch kommen wenn man auf der ersten platte schon jedes Punker-“Klischee“ verballert hat?! Wir haben uns keine Gedanken gemacht was irgendwer von uns erwartet. Wir haben nur von uns selber erwartet, dass wir bessere Songs schreiben und dass die Texte nich ganz so bescheuert sind, wie sie teilweise bei “Du machst die Stadt kaputt“ waren. Wir haben nie vorgehabt in irgendeine Nische zu krabbeln oder irgendwem neue Lieblingslieder auf den Leib zu schneidern oder uns irgendwo einzuschleimen. Wenn unsere Musik Leuten gefällt, is das schön, wenn nicht, dann eben nicht.
Wie ist denn das bisherige Feedback auf die neue Scheibe?
Das Feedback bisher is eigentlich ziemlich positiv. Klar findet‘s irgendwer mal beschissen, aber das is ja auch das gute Recht jedes Menschen. (Ja, auch Leute die Reviews schreiben sind Menschen.) Ich glaube viele haben verstanden, dass wir das ganze Punk-Ding nicht NUR veräppeln oder lächerlich machen wollen, sondern dass wir das auch so‘n bisschen ernst meinen. Nicht total ernst, aber schon auch ein bisschen.
Mit “Tränen” sprecht ihr mir aus dem Herzen! Kotzen euch diese ganze Deutschrockszene und Punkrockbands, die sich mit selbiger anbiedern, auch so an?
Ja, die kotzen uns natürlich an! Beziehungsweise sind die uns eher egal. Wir wollen damit nichts zu tun haben. Dieses ganze männliche Prollgehabe und dieses apolitische, das verstehen wir nicht. Man kann sich als Band ja gerne musikalisch weiterentwickeln, is ja schön und gut. Aber wenn irgendwelche Halb- oder Ganz-Nazi-Volltrottel aufm Konzert rumlaufen und einen das nicht stört – „solange die friedlich sind und nur feiern wollen“ – sollte man sich selber schon mal hinterfragen. Und wenn sich eine Band in eine bestimmte Richtung entwickelt und entsprechende Texte schreibt, dann braucht sich diese Band auch nich zu wundern, dass sie vor Idioten spielt und andere, ich nenn sie mal Nicht-Idioten, diese Band nicht mehr hören oder sehen möchten. Das Lied „Tränen“ haben wir übrigens zusammen mit unseren Homies von FEINE SAHNE FISCHFILET geschrieben und aufgenommen. Ganz viele Grüsse an dieser Stelle, falls die Heinis das hier lesen!!!
Warum ist Montag eigentlich ein Scheißtag? Als richtiger Assi hat man doch gerade das Wochenende überstanden und kann endlich auf der Couch relaxen während die anderen arbeiten gehen!
Kennt doch jeder. Schönes Wochenende gehabt mit saufen und so und am Montag musste wieder malochen gehen oder in die Schule oder zur Ausbildung oder zum Arbeitsamt. Quasi das „Morning after“-Gefühl, dass is unsere Ode an die gute alte Working Class… oder so.
Wie kommt man eigentlich auf so geniale Songtitel wie „Der Klügere kippt nach“ oder „Pfeffi Graf“?
Wortspielchen mochten wir ja schon immer. Erklären muss ich die beiden Titel ja jetzt hoffentlich nicht. Fällt uns halt irgendwie so ein.
Mit „Totale Vergiftung“ habt ihr euren eigenen Anti-Nazi-Song geschrieben. Wie kam es dazu? Braucht die Welt noch ein Lied über das Thema oder kann es davon nicht genug geben?
Natürlich hat jede zweite (hoffentlich) Band einen Anti-Nazi-Song, aber ich finde, wie du schon sagtest, kann es davon garnich genug geben. Gerade in dieser „Grauzonen“-Zeit sollte man schon Stellung beziehen. Vielen Leuten, auch in der Punk- und Hardcore-Szene, is einfach alles scheissegal. Für mich hat Punk und Hardcore und diese ganze Subkultur schon immer bedeutet, dass man weltoffen is und eine linke politische Einstellung hat.
Die Finanz- / Euro-Krise etc. beherrscht jetzt seit Jahren die Medien. Kümmert euch das noch oder habt ihr bereits resigniert und wartet ohnmächtig auf die Dinge die noch kommen? Warum gibt es noch keinen KOTZREIZ Song über das Thema?
Es gibt noch keinen KOTZREIZ Song darüber, weil wir davon keine Ahnung haben, ganz einfach. Geld regiert die Welt, is klar, soweit haben wa das schon verstanden. Aber wir singen lieber über Dinge mit denen wir uns zumindest halbwegs auskennen. Bier und Fussball ;-)
Ihr seid, im Gegenteil zu vielen anderen Bands, auf dem diesjährigen Force Attack aufgetreten. Wie war es für euch? Trifft aus deiner Sicht irgendjemanden die Schuld oder war dieses Chaos unvermeidlich? Denkst du, dass das einstige Punkrock-Vorzeige-Festival noch eine Zukunft hat?
Ich weiss nicht wer da jetzt schuld is, dass das alles eher chaotisch abgelaufen is. Die Kommunikation war echt der Knaller. Keiner hat uns irgendwie Bescheid gesagt und den meisten anderen Bands wohl auch nicht. Daher kann ich es auch keiner Band verübeln, wenn sie abgesagt haben. Gerade Bands die aus Amerika oder England kommen, auf Tour sind und auf die Gage angewiesen um ihre Flüge nach Hause bezahlen zu können oder sonstwas. Als wir dann aber am Morgen des Konzertes das GO per facebook Mail bekommen haben, sind wa einfach auf gut Glück (oder Pech) losgedüst. Wir durften 17 Minuten spielen aber es hat sich gelohnt. Alleine schon für die neuen Veranstalter. Nen Haufen Punkrock-Kids, die das alles einfach selber in die Hand genommen und durchgezogen haben. Respekt dafür auf jeden Fall. Wir waren auch genervt von dem ganzen hin und her im Vorfeld, aber wir würden jedes Jahr wieder spielen!
Eure anstehende Tour mit den VAGEENAS steht unter dem Motto „Zahl’ nicht mehr als als 6 €“. Warum so teuer?
Ich kenne dieses Smiley. Is die Frage quasi ironisch gemeint? Oder doch ernst?! Also ich finde 6 € nicht zu billig und nicht zu teuer, sondern genau richtig. Viel weniger nehmen können wa nich, weil wir sonst dolle draufzahlen, wegen Bus und Sprit und Kram. Mehr nehmen wollten wa nicht, weil wir wollten, dass sich jede/r das Konzert leisten kann, der/die/das gerne hingehen wollen würde. Oft spielt ja auch noch ne dritte Band mit und ich finde drei Bands für 6 Euros, da kann und sollte man nich meckern. Und damit nich jeder rumnervt und fragt wie teuer das Konzert is, haben wa das gross aufn Flyer gepackt!
Du bist ja nebenbei noch mit einer anderen Kapelle unterwegs. Wie ist das eigentlich den einen Tag in der Zitadelle in Berlin vor tausenden Leuten zu spielen und Tags darauf im Cortina Bob vor ein paar hundert?
Manchmal kommen sich diese beiden Bands mal bei Konzertterminen in die Quere und dann hat diese eine Band, von der ich Miete zahlen und essen kaufen kann, halt Vorrang. Aber ansonsten klappt das ganz gut. Ich komm vom Punk und hab schon in ganz vielen Bands gespielt und auf ganz vielen Fussböden geschlafen und hatte nie Kohle. Dann hatte ich irgendwann das Glück in dieser anderen Band mitspielen zu dürfen. Das Hobby zum Beruf gemacht sozusagen. Und es is der beste Beruf den ich mir vorstellen kann, ganz egal was mir da irgendwelche Pöbel-Anti-Kommerz-Punker erzählen wollen. Da scheiss ich drauf. Aber ohne dieses „Punk-Assi-auf-versifften-Matratzen-pennen-Dorf-Juz-saufen-die-ganze-Nacht-Nietenjacken“-Ding könnte ich auch nich. Das würde mir fehlen. Das sind natürlich zwei verschiedene Welten, aber ich spiele mit der einen Band genauso gerne vor 1500 Leuten, wie mit der anderen Band am nächsten Tag vor 34 Spinnern im Juz Pumpernickel in Wanne-Eickel.
Am 08.09. hast du auf dem 190 Jahre Sternburg Brauereifestival gespielt. Wie war’s? Nur Proletenpack oder auch ordentlich Punkrock? Warum ist STERNBURG nicht längst in ganz Deutschland ein Nationalgetränk?
Das war spitze da. Das is das neue Force Attack will ich hier mal so ganz salopp behaupten. Da waren ganz viele Punker. Ich bin da den ganzen Tag rumgelaufen und muss gestehen, dass ich echt kaum Proletenpack entdeckt habe. Und ich hab eigentlich ein recht gutes Auge dafür. STERNBURG is nunmal ne Pissplörre, aber deswegen haben wir das ja alle auch so lieb.
Was ist eigentlich aus dem Bauarbeiter eurer ersten Scheibe geworden?
Der hat den Text von „Bauarbeiter stuerb“ falsch verstanden, sein Job gekündigt und arbeitet jetzt als Organisator für Anti-Gentrifikations-Demos und Kundgebungen!
Die Frage muss ich einfach stellen: Wann hattest du deinen letzten KOTZREIZ? Konntest du ihn unterdrücken oder hast du ihm nachgegeben?
Normalerweise kotze ich echt nie, zumindest kann ich mich nich dran erinnern. Aber die letzte Kotze, die aus meinem Mund kam, abgesehen von dem Interview hier, is noch garnich solange her. Das war in Los Angeles am Flughafen. Da hab ich das komplette Klo vollgekotzt. Aber unpunkigerweise nicht weil ich total besoffen war, sondern weil mich dieser „abgelaufene nacho“ Trojaner erwischt hatte. So‘n Virus da drüben bei denen.
Viele Leute bekommen bei eurer Mucke bestimmt einen KOTZREIZ! Bei welcher Musik stülpt sich dir der Magen um?
Ich bin da recht tolerant was Musik angeht. Wenn mir das Lied gefällt, dann gefällt‘s mir halt, egal ob von BLACK EYED PEAS (kommt eher selten vor) oder von der super unbekannten Crust-Punk-Band aus den tiefsten Höhlen Schwedens. Mein Lieblingslied der Welt is zum Beispiel „Boys of Summer“ von DON HENLEY, vielleicht auch nicht, aber der Song is super! Ansonsten… hmmm… kennst du die Band „auf bewährung“? Die haben jetzt auch son Pfeffi-Lied gemacht, obwohl der Sänger nichtmal weiss wie man Pfeffi schreibt. Die gehen uns schon ziemlich auf die Nerven.
Wie sehen denn die Zukunftspläne von KOTZREIZ aus?
Erstmal gehen wa jetzt ab 28.09 für 10 Tage auf Tour zusammen mit den VAGEENAS. Das wird sicherlich ganz ulkig. Da freuen wa uns drauf. Wir spielen noch‘n paar Konzerte dieses Jahr und nächstes Jahr sicherlich auch. Ansonsten gibt’s eigentlich erstmal keine Pläne. Vielleicht machen wa ne Split mit NXD (Ex-Napoleon Dynamite). Mal gucken was passiert!
Ansonsten tausend Dank für das Interview und für DEIN Interesse, dass du den Kram hier gelesen hast.
Piss bald!
Chris+KOTZREIZ!
Vielen Dank für das Interview und bis zum nächsten Konzert!
East Side Daniel
RASTA KNAST sind eine der wenigen deutschen Punkbands, die ich nun schon seit ihren Anfangstagen verfolge und von denen ich bisher nie enttäuscht wurde. Weder hat mir die Band ein schlechtes Konzert abgeliefert, noch habe ich eine schlechte Aufnahme der Jungs gehört und das obwohl sich die Combo in den 15 Jahren ihres Bestehens mehr als nur einer Umbesetzung unterziehen musste. Es muss vor über zwölf Jahren gewesen sein, als ich RASTA KNAST das erste Mal live erleben durfte. Damals mit MOLOTOW SODA auf Tour waren noch HöhNIE und Konrad K. (R.i.P.) mit von der Partie. Als Halbwüchsiger und riesen BRIEFTAUBEN Fan organisierte ich mir natürlich noch schnell ein Autogramm und erlebte dann eines meiner besten Punkrockkonzerte! Es folgten viele weitere großartige Parties, tolle Platten und wenn es in der Deutschpunklandschaft eine Konstante gibt, dann sind das RASTA KNAST! Eine Dekade später sitze ich hier und denk mir Fragen für die Band aus, die ATTI ausführlich beantwortete und somit für viel interessanten Lesestoff sorgt!
RASTA KNAST ist ja mehr als bekannt für seine häufigen Besetzungswechsel. Kannst du zu Beginn kurz die aktuelle Besetzung vorstellen?
Klar…als da wären: MARTIN aus Celle an der Leadgitarre und am Gesang, Gründungsmitglied und unser musikalischer und kreativer Kopf. Dann DOM aus Hannover, seit vier Jahren an Bass und Gesang, und NILS, auch aus Hannover, an den Drums seit 2 Jahren. Dann gibt’s noch mich (ATTI) an Rythmusgitarre und Gesang, ich bin auch aus Hannover und seit 5 Jahren an Bord. Eingestiegen bin ich als Bassist, zu der Zeit waren noch Peter (Gitarre) und Phill (Schlagzeug) dabei.
Aber zum Thema Besetzungswechsel kann ich nur sagen, dass wir im Moment ein so gutes Klima in der Band haben, dass uns zur Zeit kein Szenario wahrscheinlich erscheint, das die momentane Besetzung trennen könnte. Die geringe räumliche Distanz hat sich da inzwischen auch als Notwendigkeit herausgestellt, sonst hätten wir die Platte wohl kaum aufnehmen können (wie in den Jahren zuvor).
Es hat jetzt 11 Jahre gedauert, um den Nachfolger von „Bandera Pirata“ einzuspielen und seit dem letzten musikalischen Lebenszeichen „Friede, Freude, Untergang“ sind auch schon wieder 4 Jahre ins Land gezogen. Warum hat das so lange gedauert?
Unter anderem haben da die Besetzungswechsel der Vergangenheit reingespielt, die die Band zeitweilig ausgebremst haben. Mit neuen Mitmusikern muss man ja erstmal eine Weile proben bis die Songs sitzen und man aufeinander eingespielt ist, vor allem Letzteres dauert immer eine Weile. Ganz zu schweigen von der SUCHE nach neuen Mitstreitern, es mussten ja Leute sein, bei denen das Miteinander passt, die die Musikrichtung mögen und spielen können, die genug Zeit für und Bock auf die Band haben und die nicht zu weit entfernt wohnten. Womit wir bei nem weiteren Aspekt wären, der auch Einfluss auf die lange Zeitspanne zwischen den Alben/EPs hatte. In früheren Besetzungen wohnten die Bandmitglieder teils recht weit auseinander, da war es dann wegen der notwendigen Reiserei zeitaufwändig und teuer sich zu treffen, was die Entstehung einer Platte behindert hat. Hinzu kommt, dass keiner von uns von der Band lebt, also waren nebenher immer Arbeit, Ausbildung, Studium etc angesagt.
Auch wenn sich RASTA KNAST zweifelsohne musikalisch weiterentwickelt haben, habt ihr es dennoch geschafft, den typischen Sound – der die Band nun seit 15 Jahren prägt – wieder einzufangen. Gleich beim ersten Ton von „Trallblut“ war für mich klar, DAS SIND RASTA KNAST! War das angesichts der langen Pausen und Besetzungswechsel eigentlich sehr schwierig?
Freut uns, dass Du das so siehst! Es hat recht lange gedauert (und war so gesehen schwierig), zu einer Besetzung zu finden, bei der alle Umstände gegeben sind, die zur Produktion der Platte nötig waren, hauptsächlich in Sachen Zeit und Entfernungen. Aber wir haben uns nicht speziell, um die Platte machen zu können, in dieser Besetzung zusammengefunden, sondern wir haben uns mehr räumliche Nähe gewünscht, damit wir generell aktiver sein können als Band. Weite Fahrten und volle Terminkalender bremsen ja auch Proben, Konzerte und sonstige gemeinsame Unternehmungen aus. Jetzt sind diese Ausgangsbedingungen endlich mal günstig – und persönlich liegen wir eh auf einer Welle.
So, jetzt aber mal zurück zur eigentlichen Frage ;-), nee, den typischen Rasta Knast-Sound hinzukriegen war eigentlich nicht schwer. Das liegt hauptsächlich daran, dass Martin musikalisch bei uns federführend ist: er hat den Sound schon immer sehr geprägt und daran hat sich nichts geändert, zumal ja alle Platten, auch die Neue, in seinem Studio eingespielt und von ihm gemischt wurden. Der zweite wesentliche Aspekt ist, dass wir alle das selbe Ziel vor Augen hatten: als Rasta Knast eine Rasta Knast-Platte zu machen, von daher gab es auch keine Meinungsverschiedenheiten diesbezüglich und wir hatten recht genaue Vorstellungen davon, was wir wollten.
A pro po „Trallblut“, was genau steckt hinter dem Titel des neuen Albums?
Das ist eine Wortschöpfung, “Trallpunk” ist der melodische schwedische Punkrock, den unter anderem ASTA KASK seit den frühen 80ern entwickelt und geprägt haben. Also die Musikrichtung, wegen der Rasta Knast gegründet wurde und die wir heute auch noch machen. Das Wort “Blut” ist eingeflossen, weil Blut etwas so essenzielles und lebensnotwendiges hat, das spiegelt für uns die große Bedeutung von Musik und Band in unseren Leben wieder – und auch die für uns als Punkrockkapelle fundamentale Bedeutung des Trallpunk, weil ohne den gäb’s Rasta Knast ja nicht. Und ein weiterer Effekt von diesem Namen ist noch, dass er irgendwie beinhaltet, dass wir eine schwedische Musikrichtung (“Trall” heißt übersetzt Rythmus oder Melodie) mit deutschen Texten spielen.
Mit „Die Anderen“ hat es mein Lieblingslied der „Friede, Freude, Untergang“-EP auf das neue Album geschafft. Warum habt ihr diesen Song noch mal ausgegraben?
Naja, wir haben uns gedacht, dass man ihn vergraben zu schlecht hört ;-)…wobei das aber in gewisser Weise den Kern der Sache trifft: zum Einen mögen wir den Song und waren mit der älteren Aufnahme rückblickend nicht ganz zufrieden, die war in ein paar Details nicht ganz das, was wir uns vorgestellt hatten. Zum Anderen fanden wir, dass der Song sich schön in das “Sortiment” der anderen Songs der Platte einfügt, wir wollten da ja Abwechslung drin haben in Sachen Tempo und Atmosphäre. Soweit zu den musikalischen Gründen.
Wichtig ist aber auch, dass der Song ja eine vergleichsweise konkret formulierte Botschaft hat, die uns am Herzen liegt (Augen auf und nicht wegsehen bei sozialen Ungerechtigkeiten und dem Elend Anderer!) und die leider nichts von ihrer Aktualität und Notwendigkeit eingebüßt hat. Und die erreicht auf dem Album vermutlich mehr Menschen, da die EP ja hierzulande ausschließlich als Vinyl veröffentlicht wurde.
In diesem Song singt ihr sehr eindrucksvoll von der momentan weitverbreiteten sozialen Kälte in Deutschland – jeder ist sich selbst der nächste. Da ihr viel in der Welt rumgekommen seid (u. a. Brasilien, Baltikum, Japan etc.), könnt ihr da vielleicht einen Vergleich anstellen. Wie sieht es in diesen Ländern aus?
Bei den Touren im Baltikum und in Japan war ich noch nicht an Bord, dazu kann ich nur das, was ich selber von Martin und einigen unserer Ex-Kollegen erzählt gekriegt habe, wiedergeben:
In Japan ist die Mentalität der Leute eine ganz andere; es geht überall in hohem Maße darum, die Fassade bzw. das Gesicht zu wahren. Das äußert sich darin, dass man Gästen gegenüber keinerlei Kritik übt und sich nicht anmerken lässt, wenn einen etwas stört, denn das gilt als nicht gastfreundlich und unfein. In gewisser Weise ist das so gesehen auch ein kaltes Klima weil Emotionen und persönliche Bedürfnisse nur sehr eingeschränkt ausgedrückt werden können/dürfen – man hat der Etikette zu gehorchen. Aber unterm Strich ist Japan ein reiches Land und insofern kaum mit einigen baltischen Staaten oder Brasilien vergleichbar, es gibt weniger Armut.
Zum Baltikum ist zu sagen, dass da, nach allem was ich gehört habe, eine Situation vorherrscht, die man bei vielen post-sowjetischen Staaten antrifft: Der Armut ist generell höher als in Westeuropa und es herrscht eine grundsätzlich “härtere Gangart” vor, es gibt wesentlich mehr Gewalt und die wird vielfach als völlig normal angesehen weil die vorausgegangenen Generationen es auch nicht anders kannten: im Zarenreich die Ausbeutung der vornehmlich bäuerlichen Landbevölkerung durch den Adel und im Anschluss daran, in der Sowjetzeit, ebenfalls viel Willkür und Armut. Jetzt entwickeln sich dort teilweise Staatssysteme nach westlichen Vorbildern, die demokratisch sein wollen, aber immer wieder über das Erbe der Vergangenheit stolpern, das noch immer auf die Mentalität der Menschen nachwirkt (siehe Lukaschenko). Ich würde sagen, da sind irgendwie alle Sichtweisen radikaler, entweder bist Du ein Freund, dann trinkt man einen zusammen und alles ist super, oder Du bist ein Feind – dann gibt’s aufs Maul, gerne auch mit Eisenketten.
In Brasilien gibt es jede Menge Armut, da leben Millionen Menschen in Elendsvierteln, den sogenannten Favelas, in Häusern aus Schrott und unter der Herrschaft von Drogengangs . Oftmals wohnen die Superreichen nur ein paar Kilometer entfernt, und auch nach unserem Standard normale Wohnhäuser sind eingezäunt und rund um die Uhr bewacht. Dort sind einfach die Kontraste immens: Limousinen fahren z.B. durch die Straßen von Rio, an deren Rändern Menschen halbtot in ihrem Dreck liegen. Die Polizei trägt grundsätzlich mindestens MPs und ist schnell mit dem Finger am Abzug – wenn man kontrolliert wird, ist gehorchen angesagt, sonst kann das lebensgefährlich werden.
AGROTOXICO haben mal erzählt, dass eine der häufigsten unnatürlichen Todesursachen “verirrte” Kugeln sind, denn wenn Polizei und Drogenbanden sich Schießereien mit automatischen Waffen liefern, durchschlagen die Kugeln in den Favelas meistens die dünnen Wände gleich mehrerer Hütten. Armut sieht man überall in den großen Städten, Kleinkriminalität ist absolut alltäglich und Gewalt sehr häufig – und Menschen, die dort leben, sind das gewohnt.
Trotz all dem passt der begriff “Kälte” irgendwie nicht, denn die Leute sind sehr kommunikativ und lebhaft und oft auch unglaublich hilfsbereit. Wenn einem in Deutschland ein Reifen platzt, bleibt man stehen und ruft den ADAC. In Brasilien kommen dann gleich etliche Leute aus der Nachbarschaft herbeigeeilt, um zu helfen, egal ob arm oder reich. Und auch die Punkszene ist solidarischer; da feiert der Metaller mit dem Punk und der mit dem Crust-Anhänger, während hier jede Gruppe auf ihre Veranstaltungen geht und eher für sich bleibt.
Also ich würde mal sagen, in Brasilien ist eher zu viel Hitze als Kälte, auch im übertragenen Sinn.
Ich hoffe das beantwortet die Frage halbwegs.
Bei den ganzen Auswanderungsshows im Fernsehen habe ich zur Zeit das Gefühl, dass jeder weg will aus Deutschland und sich wo anders ein besseres Leben erhofft. Steht oder stand das für dich oder für euch als Band jemals zur Debatte? Vielleicht könnte man in einem anderen Teil der Welt noch von der Musik leben?
Nein, das stand für mich privat und auch für uns als Band eigentlich nicht zur Debatte. Wir haben ja hier auch viele Freunde und Verwandte, das bindet einen schon irgendwie.
Ich persönlich würde auch sagen, dass ich mich hier mehr zuhause fühle als woanders. Damit meine ich nicht Deutschland als politisches System oder Bündel kultureller Eigenschaften (da hab ich in anderen Ländern schon einiges gesehen, was mir besser gefiel), sondern den Stadtteil in dem ich lebe und meinen Freundeskreis.
Zu der Chance, von Musik zu leben: wir fänden das zwar alle schön – aber wollen es nicht um jeden Preis. So Sachen wie Deutschrock machen, auswandern, an Casting-Shows teilnehmen o.Ä. sind uns da ne Ecke zu krass, dann machen wir lieber weiter wie bisher.
In eurer Presseinfo steht, dass ihr bisher über 30.000 Tonträger verkauft habt. In den heutigen Zeiten klingt das schon beeindruckend. Wie läuft der Verkauf des neuen Albums?
Hm, also das haben wir da nicht selber reingeschrieben, ich glaube, so spontan hätte auch keiner von uns da ‘ne Zahl parat gehabt ;-). Das kann aber hinkommen, wenn man überlegt, dass es die Band schon seit 15 Jahren gibt und in den ersten Jahren waren mp3s ja noch nicht allgegenwärtig. Wenn man das einbezieht und die Tatsache, dass die Platten teils auch in anderen Ländern von dortigen Labels rausgebracht wurden, mag das stimmen.
Heute werden kaum noch CDs verkauft, ich habe keine genauen Zahlen – aber würde mal schätzen, dass das um mindestens 75% zurückgegangen ist in den letzten 10 Jahren. Gemessen daran verkauft sich die Trallblut verhältnismäßig gut. Aber die bei weitem meiste Verbreitung läuft einfach übers Internet. Die Platte stand 5 Stunden nach der Veröffentlichung auf den ersten Warez-Seiten im Netz und wird da seitdem scheinbar viel angeklickt, da kann der CD-Verkauf zahlenmäßig nicht annähernd mithalten.
Wie ist denn das bisherige Feedback auf die neue Scheibe?
Das schriftliche Feedback ist bis jetzt ziemlich positiv, bisher konnten wir immer aufatmen, wenn wir neue Reviews im Netz gefunden haben ;-). Im Freundes- und Bekanntenkreis sah es eigentlich ähnlich aus. Ob unsere Hörerschaft die Platte mag, werden wir in den nächsten Monaten bei den Konzerten rausfinden – das ist für uns die spannendste Frage und wir freuen uns drauf.
Beim Song „Waidmanns Unheil“ gibt es für mich zwei Möglichkeiten der Interpretation. Entweder es handelt sich um eine Art Tierschutzsong und man darf den Text 1-zu-1 verstehen. Oder ihr verwendet das Ganze als Metapher und man kann den Text übertragen? Wie sieht’s aus?
Ok, also uns liegen ja weder Tierschutz noch Metaphern fern ;-)….eigentlich sagen wir in der Regel nicht so gerne eindeutig worum es geht, weil wir möchten, dass die Leute sich selber einen Reim drauf machen. Andererseits sieht es bei “Waidmanns Unheil” ähnlich aus wie bei “Die Anderen” – in Sachen Botschaft, die uns am Herzen liegt. Es ist ein Tierschutz-Song über das Jägertum und kann 1 zu 1 verstanden werden. Denn beim Jagen wird das Töten von Tieren meistens als Sport oder Unterhaltung empfunden, es stehen also niederste Beweggründe dahinter. Das Ganze wird dann nach außen hin als Notwendigkeit zur Landschafts- und Waldpflege verkauft und die Jägerschaft präsentiert sich gerne als Beschützer der Natur. Oft ist aber das Gegenteil der Fall, z.B. reagieren Füchse auf einen Bestandsrückgang mit noch größeren Würfen, das heißt das Abschießen der Tiere reproduziert und vergrößert in Wirklichkeit die vermeintliche Problematik und das wird dann ausgenutzt, um wieder auf die scheinbare Notwendigkeit des Jagens zu pochen. Da das ein Umstand ist, der in die öffentliche Meinung kaum einzufließen scheint, wollen wir mit dem Song (im Rahmen unserer Möglichkeiten) darauf aufmerksam machen.
Worauf beruht denn „Haunted House Of Sligo“?
Der Song beruht auf einem Erlebnis auf unserer Irland-Tour 2011. Am letzten Abend der Tour haben wir im “Trades Club” in Sligo gespielt und wurden danach zusammen mit unseren Freunden von LEFT FOR DEAD von einigen irischen Punks zum Übernachten in ihr Haus eingeladen. Als wir da nachts ankamen war das eine Szenerie wie aus nem Horrorfilm, das Ding war echt groß (fast schon eine Burg) und hunderte Jahre alt. Das Haus hatte einer alten Frau gehört, deren Familie da über Generationen drin gelebt hat und sämtliche Einrichtung ist unverändert geblieben; alte Möbel, Klamotten, Geschirr, dunkle Kammern und überall hängen Gemälde von den Vorfahren, die einen im Halbdunkel von den Wänden anstarren. Teils auch noch deren Uniformen aus dem irischen Unabhängigkeitskrieg 1919-21 und sogar Ritterrüstungen… eigentlich sieht es von außen und von innen aus wie aus einer anderen Zeit, wir hatten jedenfalls noch nichts Vergleichbares gesehen.
Jetzt leben Punks in dem Haus, die sehr darauf achten dass alles erhalten bleibt. Wie das dann immer so ist, wenn man mit Freunden unterwegs ist, feiert man dann noch ne Runde und zu später Stunde, als alle gut einen im Tee hatten, hat das dann ne ganz eigene Atmosphäre, eine Mischung aus Punkrock und Geschichte, Party und Horror, entfaltet. Das hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen und war echt einzigartig, deshalb haben wir den Song darüber gemacht. Auch als Dankeschön an die irischen Punx und LEFT FOR DEAD, die uns auf die Tour eingeladen haben.
Die Finanz- / Euro-Krise etc. beherrscht jetzt seit Jahren die Medien. Kümmert euch das noch oder habt ihr bereits resigniert und wartet ohnmächtig auf die Dinge die noch kommen?
Klar kümmert und besorgt uns das. Aber solche Krisen sind im Kapitalismus systemimmanent und unvermeidlich. Eine nachhaltige Lösung ist in diesem System in unseren Augen nicht zu erreichen. Trauriger Weise werden dann Leute, die wirklich über Systemalternativen nachdenken und reden wollen, als realitätsfremd und (inzwischen oft allein wegen der Ablehnung des Bestehenden) an der Grenze zum Terrorismus befindlich stigmatisiert. Je näher die, die dieses System ideologisch befürworten, die Grenze seiner Belastbarkeit wähnen, desto mehr wird verzweifelt “in alle Richtungen geschlagen und getreten”, indem seine Alternativlosigkeit betont- und die Notwendigkeit seiner provisorischen Stabilisierung verteidigt wird. Da fühlt man sich schon ohnmächtig. Als die Planwirtschaften versagt hatten und der Kommunismus weitgehend verschwand, wurde im ganzen Westen dekadent und gönnerisch reagiert nach dem Motto “War ja klar, das konnte ja nicht klappen, jetzt guckt euch mal was von uns ab”. Jetzt versagt der Kapitalismus (mal wieder, es gab ja schon ein paar Wirtschaftskrisen), ebenfalls auf Grund seiner konzeptuellen Schwächen, und da geht dann das große Rätseln los…”Wer könnte bloß Schuld sein, wer hat uns da ausgetrickst? Ah ja, die Banken sind’s!” Das ist völliger Schwachsinn. Banken sind auch nur Akteure im großen Ganzen und die laufen wie sie laufen, weil wir Konsumenten gierig sind. Das Gesamtsystem versagt bei der Aufgabenstellung, die (Wettbewerbsgesellschaftsgeprägten) Konsumverhaltensweisen seiner Akteure in einer gemeinschaftsverträglichen Art und Weise zu integrieren.
Mit „Kamilosetas Muskaria“ ist auch ein spanisches Label an der Veröffentlichung von „Trallblut“ beteiligt. Spanien hat laut Medien momentan viel mehr mit der Krise zu kämpfen. Könnt ihr das durch eure Kontakte bestätigen? Wie geht es einem Punklabel in diesem Land?
Ja, wir kriegen von unseren Freuden in Spanien schon mit, dass es dort etwas schwieriger ist als hier. Hier freut man sich, wenn man Glück hat, einen coolen Job zu kriegen, dort ist es teilweise schon eine Besonderheit, überhaupt Arbeit zu haben.
Aber (was jetzt nichts relativieren soll) Spanien hat schon seit vielen Jahren eine für europäische Verhältnisse extreme Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten. Wenn man da die Zahlen liest, wundert man sich zunächst mal, wie das Land dabei überhaupt stabil bleiben kann. Aber unterschiedliche kulturelle Gegebenheiten haben über die Zeit auch unterschiedliche Abfederungsmechanismen hervorgebracht; in Spanien wohnen junge Leute in der Regel viel länger bei ihren Eltern, häufig bis zur Hochzeit, was dann erklärt, wie sie trotz Arbeitslosigkeit und leerer Staatskassen halbwegs über die Runden kommen. Für kleine Punklabels sieht es dort aber eigentlich ähnlich wie hier aus; die meisten finanzieren sich mangels Tonträgerverkäufen überwiegend über Merchandise, also T-Shirts und so.
Das neue Album „Trallblut“ ist als CD-Version auf Destiny Records erschienen und wird vom Plastic Bomb als Vinyl aufgelegt. Wie kam es zu dieser Konstellation?
Das kam so: Vor ein paar Jahren haben wir uns nach einem Label umgeschaut weil Peter (der ursprünglich von HASS kam, aber 6 Jahre bei Rasta Knast gespielt hat und auch das bandeigene Label betrieb) sich wieder auf andere Sachen konzentrieren wollte. Nachdem wir mit einigen interessierten Labels geredet hatten, haben wir uns für Destiny entschieden, denn da passte einfach alles in Sachen Freundlichkeit und Professionalität und wir wurden in keinster Weise eingeschränkt, was uns sehr wichtig war und ist. Wir sind dann quasi mit Sack und Pack “umgezogen”, Destiny haben unsere älteren Alben wieder aufgelegt und kurz darauf auch die “Tertius Decimus” rausgebracht, die wir anlässlich des dreizehnten Band-Geburtstages aufgenommen/zusammengestellt haben.
Als jetzt unsere Pläne für die “Trallblut” konkret wurden, wollten wir natürlich auch eine Vinyl-Version machen. Da wir mit den Plastic Bombern ja in der Vergangenheit schon super zusammengearbeitet haben und die den Vinyls und ihren Liebhabern noch eine angemessene Bedeutung einräumen, haben wir Destiny gefragt, ob sie einverstanden sind, wenn wir die Vinyl-Version auf Plastic Bomb Records rausbringen. Das war absolut kein Problem – worin sich für uns in Sachen Freiheit und Unkompliziertheit wieder bestätigte, dass wir mit Destiny die richtige Wahl getroffen haben.
Du bist zwar erst weit nach HöhNIEs Zeit bei RASTA KNAST eingestiegen, aber wie ist eigentlich der aktuelle Stand eurer Beziehungen zu ihm? Gibt es da überhaupt noch Kontakt?
Nein, da gibt es eigentlich keinen Kontakt in letzter Zeit, von daher gibt’s auch keinen Stand der Beziehungen, den ich näher erläutern könnte, sorry.
Habt ihr eigentlich noch mit Leuten zu kämpfen, die immer nur die alten Sachen hören wollen?
Ja, wir haben es schon sehr schwer…Hehe, nein, im Ernst: Es gibt Leute, die alte Sachen hören wollen und das sind auch recht Viele. Aber das verwundert und stört uns eigentlich nicht weil uns das selber bis zu nem gewissen Grad genauso geht. Wenn ich z.B. zu nem Konzert von Social Distortion gehe, will ich auch gerne die Songs hören, die mich in dieser oder jener Situation begleitet haben und mit denen ich eigene Erinnerungen verbinde.
Es kommen bei uns aber, wenn wir was Neues veröffentlicht haben, zum Glück auch viele Leute und wollen, dass wir was davon spielen, so gesehen scheint es beide Sichtweisen zu geben. Aber generell ist es so, dass neue Songs ja auch wieder zu Alten werden, das dauert nur seine Zeit. Anfangs, wenn noch weniger Leute die Songs kennen, werden neue Songs vom Publikum erstmal eher aufmerksam verfolgt. Bis die dann auf den Konzerten ähnlich abgefeiert werden, wie die Älteren, dauert es einfach ne Weile. Bisher kam dieser Punkt aber glücklicherweise immer irgendwann und wir hoffen natürlich, dass das auch diesmal so sein wird.
Ihr seid, im Gegenteil zu vielen anderen Bands, auf dem diesjährigen Force Attack aufgetreten. Wie war es für euch? Trifft aus deiner Sicht irgendjemanden die Schuld oder war dieses Chaos unvermeidlich? Denkst du, dass das einstige Punkrock-Vorzeige-Festival noch eine Zukunft hat?
Uiuiui, über das Thema könnte man Bücher schreiben, wahrscheinlich ne halbe Bibliothek, wenn man sämtliche Gerüchte, Internet-Debatten, Pressemeldungen etc. drin haben will. Wir haben das im Vorfeld, auch weil es uns ja mit betraf, tagelang verfolgt und als wir dann tatsächlich da waren, haben wir ziemlich episch gefeiert ;-). Von diesem Gesamtpaket an krassen Eindrücken dröhnt mir immernoch ein bisschen der Schädel. Ich versuche mal zu Antworten – in der Hoffnung, dass was Sinnvolles dabei rauskommt.
Also, für uns als Band lief unser Aufenthalt in Stavenhagen gut und hat Spaß gemacht. Auf das Hin und Her im Vorfeld und das Ausbleiben von Informationen hätten wir verzichten können. Gemessen an der Kurzfristigkeit ist vor Ort alles erstaunlich gut organisiert worden, das hat uns schon überrascht. Wir waren bei der Abfahrt gar nicht sicher, ob wir überhaupt zum Gelände durchkommen würden und ob die Bühnentechnik komplett sein würde – was dann aber letztlich beides der Fall war.
Aber wir waren da auch in einer anderen Position als viele Besucher. Die Wut derer, die sich Urlaub genommen, Fahrten gebucht etc. haben, kann ich gut verstehen. Wäre mir genauso gegangen. Aber um zu beurteilen, wen die Schuld daran trifft, weiß ich zu wenig. Der Informationsfluss war ein überfischtes, trübes Rinnsal, um das mal vorsichtig zu umschreiben, und ganz offensichtlich gab es mehrere Interessengruppen (Veranstalter und Veranstaltungsgegner, BesucherInnen, Stadt, Behörden, Anwohner etc), die im Internet in unterschiedlicher Richtung Stimmung gemacht haben. Was da der Wahrheit entsprach und welche Informationen von wem manipuliert oder gezielt gestreut wurden, kann ich auch im Nachhinein nicht sicher sagen. Fakt ist in meinen Augen, dass es stattgefunden hat, sowohl das gezielte Streuen/Zurückhalten von Informationen, als auch das Festival. Ob Letzteres in Zukunft so sein wird – ich denke schon, aber in welcher Form und Größe hängt davon ab, wie die Mehrzahl der Leute das rückblickend beurteilt. Und das wiederum zum Teil davon, ob es nachvollziehbare und angemessene Erklärungen für die Ereignisse gibt. Ich persönlich fände es sehr schade, wenn nicht, denn ich hab in so manchem Jahr auf dem Force echt hammergeile Partys erlebt, als Bandmitglied und auch als Besucher.
Wie stehst du / ihr als Band zur Entwicklung in der Punk- und Oi-Szene, dass immer mehr Bands in die Deutschrock-Ecke abdriften und auf unsäglichen Festivals wie dem O.F.T. oder G.O.N.D. spielen?
Da sind wir alle einer Meinung, glaube ich: wir finden diese Entwicklung bedauerlich. Das muss jede Band für sich entscheiden – aber wir würden niemals auf solchen Festivals spielen oder uns als Deutschrock bezeichnen.
Nichts gegen Rockmusik, die deutsch-sprachige Texte hat, aber wenn Du vor 8 Jahren “Deutschrock” bei Wikipedia eingegeben hast, wurden da Grönemeyer und Westernhagen als Beispiele angeführt. Wenn Du das heute machst, bzw. nach heutigen Vertretern des Genres suchst, erscheinen da nur(!) Beispiele, um die es schon öffentliche Debatten wegen Grauzone, rechts-offen u.s.w. gegeben hat. Das allein sollte genügen, einen als Punk- oder Oi-Band zu der Überlegung anzuregen, ob man sich da wirklich in passender Gesellschaft befindet. In meinen Augen funktioniert diese Deutschrock-Transformation so:
Du bist ne Punk- oder Oi-Band und möchtest gerne mehr Hörer haben, größere Konzerte spielen und vielleicht sogar davon leben können. Nach einigem Abwägen bezeichnest du deine Musik ab jetzt als Deutschrock. Nun haben auch Willi von gegenüber mit seinem BO-Heckscheiben-Aufkleber und Frau Müller von nebenan, die Westernhagen immer mochte und nicht mehr die Jüngste ist, keine Hemmungen mehr, zumindest mal in deine Musik reinzuhören. Als da noch “Punkrock” stand, wollten die Beiden damit nichts am Hut haben (P-u-n-k? Das waren doch die mit den Chaostagen und so…), aber jetzt schreckt die verrufene Bezeichnung nicht mehr ab. Und bei Tausenden von Willis und Frau Müllers werden ne ganze Menge dabei sein, denen die Musik gefällt, du vergrößerst deine Zielgruppe. Die Empörung ehemaliger Weggefährten bringt Aufmerksamkeit und entpuppt sich sogar als ganz gute zusätzliche Werbung. Du denkst, du hast im Gegensatz zu den Anderen geschnallt, wie der Hase läuft. Dass neben Willi und Frau Müller jetzt auch Braunhemd-Bodo nicht mehr “Zeckenmucke” denkt und vielleicht mal zum Konzert kommen möchte, nimmst Du in Kauf – oder denkst gar nicht drüber nach. Idealerweise konzentrierst Du Dich inhaltlich auf den Themenkomplex Ficken-Saufen-Party-Heimat, denn damit singst Du auch allen Bild-Abonnenten aus der Seele, nicht mehr bloß der Szene. Du bist Deutschland. Irgendwie.
Ich persönlich finde sowas würdelos. Ich fänd’s auch super, von Musik leben zu können, einfach weil ich dann den ganzen Tag Musik machen könnte, das wäre geil. Aber nicht zum Preis meiner Glaubwürdigkeit! Und wir als Band werden auf solche Züge sicher nicht aufspringen. Aber Jeder hat ein Recht auf seine Meinung und so lange Niemand zu Schaden kommt, finde ich das auch richtig so – auch wenn ich manche Standpunkte zum Kotzen finde. Da kann man nur gegen anreden und hoffen, dass man die besseren Argumente hat.
Nervt es dich auch, wenn Bands wie die KASSIERER, S.I.K. oder BETONTOD zusammen mit FREI.WILD auftreten? Wie reagierst du dann? Strafst du diese Bands mit Missachtung oder tolerierst du das?
Naja, was könnte oder sollte ich dagegen tun? Ich find’s nicht gut und ich kann mir diese oder jene Band dann nicht mehr anhören, weil ich von dem Wertegefüge, was da im Hintergrund zu stehen scheint, enttäuscht bin, weil ich mir das angesichts der Songtexte vielleicht anders vorgestellt hatte. Ich finde diese F.W-Geschichte wegen ihrer kritiklosen Akzeptanz, grade ausserhalb der Szene (irgendwie schon fast ein Barometer für den Grad an aggregierter Rechtsoffenheit der Mainstreamkultur), echt unappetitlich/bedenklich und wenn ich mir ne Band nicht anhöre, missachte ich sie ja irgendwo (im Sinne von nicht-BEachten), aber nicht weil ich meine, das Recht zu haben, irgendwen damit zu strafen, sondern eher weil ich (betrübt) denke “och nee, die jetzt auch?”, wenn sich das Bild, was ich von der politischen Weitsicht und Authentizität der Band hatte, verflüchtigt.
Wie sehen denn die Zukunftspläne von RASTA KNAST aus?
Jetzt werden wir erstmal wieder mehr Konzerte spielen. Um die Zeit für die Aufnahmen zu finden, haben wir ja unsere Live-Präsenz in der ersten Hälfte des Jahres zurückgeschraubt und jetzt wird’s mal wieder zeit, unterwegs zu sein, es juckt schon ;-)
Wenn die derzeitige Besetzung so bestehen bleibt (wogegen im Moment nichts spricht), wird es diesmal auch keine 11 Jahre bis zur nächsten Platte dauern. Aber in konkreter Planung ist da noch nichts, wir möchten uns auch nicht zu langfristig festlegen. Erstmal ist herumreisen, feiern und Krach machen angesagt.
Vielen Dank für das Interview und bis zum nächsten Konzert!
East Side Daniel
Gary, ich hoffe bei dir ist alles ok !!! Es freut mich das du dir die Zeit nimmst und für das Crazy United Zine ein paar Fragen beantwortest. Als erstes: Wir sind Label Kollegen und ich hoffe das wir uns die Bühne auf dem Sunny Bastards Festival 2013 teilen werden.
Gary: Mir geht es gut. Danke der Nachfrage. Und Danke für das „Herzliche Willkommen“. Ich habe deine Band grad mal angetestet und sie gefällt mir. Also besteht sicher mal die Möglichkeit, das wir uns in nicht all zu ferner Zukunft eine Bühne teilen werden.
Bevor wir über die neue CD „Straight To The Dome“ reden, erzähle uns doch einfach mal wie du überhaupt mit Sunny und Christian von Sunny Bastards in Verbindung gekommen bist.
Gary: Ich war schon vorher ein wenig mit dem Label vertraut. Einige Freunde von mir (u.a. Toxpack und Berserker) haben ihre jüngsten Alben auf Sunny Bastards herausgebracht. Und als die Zeit kam und wir nach einem neuen Vertriebs Partner gesucht haben, habe ich sie einfach mal kontaktiert um zu sehen ,welches Interesse sie an uns hatten. Und nun sind wir da. Es gab sicherlich noch einige andere Optionen für uns, welche auch mehr in Richtung des traditionellen Metal gegangen wären, aber ich denke das dies ein cooler Deal bzw. eine interessante Konstellation für „Straight To The Dome“ ist. Das Album orientiert sich mehr an unseren Roots.
Ihr seid auch vor Sunny Bastards auf einigen deutschen Labels gewesen. AFM Records oder auch Nuclear Blast. Ist es einfacher für euch mit einem Label aus den USA zusammen zu arbeiten oder ist euch das egal wo das Label herkommt, solange sie einen guten Job für Pro Pain machen?
Gary: Wie du dir sicher vorstellen kannst, habe ich im Laufe der Jahre mit sehr vielen Labels aus aller Herren Länder zusammen gearbeitet. Wenn du auf einem sehr großen Label bist, besteht stets die Gefahr, das du dort verloren gehst. Unsere größten Erfolge hatten wir auf etwas kleineren Labels, weil wir da einfach der dicke Fisch in einem kleinen Netz waren. Es ist wie in jedem anderen Geschäft auch. Kreativität, Herzblut und die richtigen Mittel spielen eine große Rolle. Und die Firmen, welche aus diesen Faktoren die richtige Balance erreichen, haben in meinen Augen auch die größten Erfolge. Wenn wir uns als Band mit dem Label zusammengesetzt haben und unsere Erwartungen besprochen haben, kann ich meistens schon sagen, ob das dieses Verhältnis für eine längere Zeit halten wird.
AFM Records oder auch Nuclear Blast sind ja spezialisiert auf Metal.(Mit einigen Ausnahmen wie z.b. Agnostic Front).Sunny Bastards hingegen sind bekannt für Punk, Streetcore und OI Musik. Hattest du irgendwelche Zweifel das ihr eventuell nicht so gut zu dem „normalen“ Label Programm passt? Und welche Erwartungen hab ihr an Sunny Bastards?
Gary: AFM und Nuclear Blast sind qualitativ hochwertige Firmen mit absolut kompetenten Mitarbeitern. Und wir haben einige Jahre sehr gut mit ihnen zusammen gearbeitet. Dazu muss ich sagen, das wir niemals richtig in ein „Label Programm“ gepasst haben. Für einen Künstler, der immer höher hinaus möchte und die bestmögliche Qualität anstrebt, könnte das auch der letzte Sargnagel für seine Originalität sein. Aus kommerzieller Hinsicht kann das schon mal schwierig werden, wenn man den Künstler oder die Band an ein spezielles Publikum vermarkten möchte. Und weil wir ewig das schwarze Schaaf waren, haben wir uns eine wirklich starke und treue Fan Base erarbeitet. Die Erwartungen an das neue Label sind einfach die, das sie ihr bestes geben.
OK. Dann kommen wir erst einmal zur neuen Platte. Und die ist wirklich ein Kracher geworden. Glückwunsch dazu!!! Wann habt ihr mit dem Songwriting begonnen und wie habt ihr an dem Material gearbeitet? Habt ihr klassisch dazu geprobt oder schickt ihr euch auch nur noch Sound Files hin und her?
Danke dir. Es freut mich zu hören das du die Scheibe magst. Die Methode des Songwritings hat sich in jüngster Zeit doch ein wenig verändert. So haben wir z.b unsere neuen Riffs alle online miteinander geteilt. Als wir genügend Material zusammen hatten, haben wir uns dann im Mai bei mir zu Hause getroffen und die Song gemeinsam arrangiert. In unserem Proberaum in Belgien haben wir dann noch eine Pre- Produktion gemacht, und danach mit den eigentlichen Aufnahmen begonnen.
Ich denke das alle Pro Pain Fans die neue Scheibe mögen werden. Ganz egal ob man den alten Stuff, oder das neue Material bevorzugt. Die Songs knallen ohne Ende und kommen direkt auf den Punkt. Null Ballast. War das reiner Zufall oder ein natürlicher Prozess beim Songwriting ?
Gary: Wie das immer so der Fall ist : Der eine mag das neue Material lieber und anders herum ist das ja genau so. Vielleicht hat das auch was mit Nostalgie zu tun. Ich persönlich bevorzuge eine natürliche Entwicklung mit Pro Pain. Zudem haben wir auch erreicht, das wenn man neue Bandmitglieder pusht und ermutigt, sie sich viel stärker mit in das neue Songwriting einbringen. Diesmal haben sie ihre eigenen Besitz an der Platte und fühlen sich nicht wie irgendwelche „Cover Musiker“. Zudem wollen wir verhindern das jemand im Regen stehen bleibt, denn so etwas verhindert Spontanität und Fehler.
Eure neue Platte trägt den Titel :“Straight To The Dome“. Was bedeutet dieser Titel? Geht es darum immer mit Volldampf an das das Ziel zu kommen? Oder seid ihr religiöse Menschen, welche am Sonntag Morgen aufstehen und sagen: „OK, let`s go straight to the dome“ ?
Gary: Haha. Das einzige was für mich am Sonntag morgen “Straight To The Dome“ ist, sind die Drinks von Samstag Abend. Der Titel bedeutet, gerade aktuell für die Band, das man einfach seinem Kopf folgt. Für uns ist es eine sehr energische Pro Pain Platte und so dachten wir, das der Titell einfach perfekt passt. Der Titel Track an sich erzählt aber über eine Schlägerei in einer Bar.
Gary, du bist und warst immer bekannt für deine ehrlichen und direkten Texte. Das ist auf dem neuen Album nicht anders. Die Texte sind direkt auf den Punkt gebracht und haben zum größten Teil eine negative Grundstimmung. Wie z.b bei Bloodlust For War“ oder „Pure Hatred“. Handeln die Texte über deine eigenen Erlebnisse oder sind es Geschichten die du aus den Nachrichten oder von Freunden gehört hast?
Gary: Meiner Meinung nach würde es schwer sein, Pro-Pain in seiner ganzen Fülle zu erleben, ohne sich zumindest ein bisschen auf den textlichen Zusammenhang einzulassen. Gefühlsmäßig war ich nie irgendwo “in der Mitte” angesiedelt. Durch Pro-Pain kann ich bestimmte Gefühle einfacher zulassen. Ich sitze nicht in einem Elfenbeinturm und predige von dort aus. Das wäre schlichtweg zu einfach und ich bin auch kein Egoist. Mein Vater war ein Enthüllungsreporter für die New York Daily News, von ihm habe ich wohl die Leidenschaft geerbt, “allem auf den Grund” gehen zu wollen. Im Laufe der Zeit wurde mir oft gesagt, ich gehöre zum “rechten, linken oder jedem sonst noch so vorstellbaren Flügel”. Dann wurde behauptet, ich sei voll politischer Widersprüche, ohne die offensichtliche Schlussfolgerung zu ziehen, dass letztendlich beide Flügel zum gleichen, verdammten Flugzeug gehören. Wir halten uns nun politisch etwas zurück, weil ja jeder selbst und rund um die Uhr alles dazu bei z. B. Googel selbst recherchieren kann, wenn es seine politische Neugierde stillt. Es wird immer Sachen auf dieser Welt geben, die völlig daneben sind. Und daher werden uns bei Pro Pain nie die Texte ausgehen. Wie aus einer Nussschale heraus, beobachte ich die Welt, wie sie ist, schreibe darüber und kann mich dabei ihrem Einfluss doch nicht entziehen.
Wie wichtig sind die Texte für dich? Ich finde es schade, das sich viele Kids von heute gar nicht mehr für die Texte interessieren. Sie können sich auch nicht auf ein komplettes Album konzentrieren und ziehen nur einzelne Songs auf ihren i Pod.
Gary:Für mich sind die Texte ganz besonders wichtig, da sie die komplette Bedeutung des Songs zusammenfassen. Kannst Du Dir vorstellen, was es bedeuten würde, wenn man “Hey, Jude”, einfach mit “Hey, Detlef ersetzen würde?? Mit einem Federstreich könnte man quasi einen klassischen Beatles-Song ruinieren :))) Du verstehst, was ich meine? Im Bezug auf den musikalischen Geschmack der jüngeren Generation, kann man glaube ich sagen, das wir alle in einem “Yellow Submarine” leben. Eines mit Wi-Fi und eines mit großem Flachbildschirm mit 24-Stunden-Pornokanal. Kinder sind immer beeinflusst von ihrer Umgebung. Unglücklicherweise stellt dies immer eine Gefahr dar. Gleichzeitig erinnere ich mich aber daran, das sich meine Eltern auch oft nach der “guten, alten Zeit” zurücksehnten. Was ich sagen möchte ist, daß es eine andauernde Rückwärtsspirale gibt und wir alle zusammen müssen dies realisieren. Zum einen, um Dinge auch “wirklich” verändern zu können. Ich hoffe, wir konnten dazu zumindest die Aufmerksamkeit einiger Leute wecken. Das Leben an sich ist schon ein schleichender Tod. Deshalb brauchen wir keine Idioten, die diesen Fakt auch noch beschleunigen.
Eure neue Scheibe hat eine sehr fette und klare Produktion. Wo habt ihr die CD aufgenommen?
Gary: Wir haben die neue CD im „Little Creek“ Studio in Gelternkinden, Schweiz aufgenommen. Produzent war unser Freund V.O. Pulver von Gurd. (Thrash Metal Band aus Basel. Anm. Marcel.)Er hatte ja auch schon unser letztes Album „Absolute Power“ produziert. V.O. hat einen super Job für uns gemacht und die „Little Creek“ Studios bieten für uns eine relaxte und entspannte Atmosphäre zum aufnehmen. Sie behandeln uns dort wie eine Familie und wir hoffen das wir dort in naher Zukunft auch noch einmal aufnehmen dürfen.
Ihr habt vor nicht all zu langer Zeit euer 20 Jähriges Jubiläum gefeiert. Habt ihr zu diesem Anlass etwas besonderes gemacht?
Gary: Wir haben zu diesem Anlass die CD/DVD „20 Years Of Hardcore“ herausgebracht, welche rückblickend alle Phasen von Pro Pain beinhaltet .Zu der Platte haben wir dann auch eine ausgedehnte Tour gespielt. Nun sind wir schon 21 Jahre am Start. Mit allen Höhen und Tiefen.
Ihr seid ja u.a. mit den Böhsen Onkelz auf Tour gewesen und habt auch einen Song von den Jungs gecovert. Und du hast ja bei der Berliner Hardcore Band „Protection Of Hate“ ein paar Guest Vocals auf der letzten CD beigesteuert. Verfolgst du was in der Deutschen Szene so abgeht und gibt es ein paar Bands die du zur Zeit gerne hörst?
Gary: Ja, wir sind nach wie vor sehr eng mit Stephan, aka „Der W“ und Gonzo von den Onkelz befreundet. Aber auch mit anderen Deutschen Bands wie Toxpack, Berserker oder auch Destruction. Deutschland hat eine sehr ehrliche und starke Szene was harte Musik betrifft. Und so kommt es auch, das es bei euch ein reichliches Angebot an sehr guten Bands gibt.
Ein Track auf der CD heißt “Zugabe”. Habt ihr diesen Song extra für eure Deutschen Fans aufgenommen oder erscheint dieser Track in der jeweiligen Landessprache wo die CD released wird?
Gary: Nein. Wir haben diesen Song extra für die deutschen Fans aufgenommen und wollen uns einfach für die Jahrelange Unterstützung bei ihnen bedanken.
Meine Mutter kommt im übrigen aus Ost Deutschland und so habe ich auch eine ganz besondere Beziehung zu eurem Land.
Sind Pro Pain eine Band die eigentlich noch regelmäßig zum üben in den Proberaum geht?
Gary: Als wir alle noch in der Gegend von New York lebten, haben wir auch regelmäßig zusammen geprobt. Heutzutage leben wir alle schon ein großes Stück voneinander entfernt, was eine gemeinsame Probe unmöglich macht. Wir proben bevor wir auf Tour gehen oder ein Album zusammen machen. Wenn man berücksichtigt was wir alle noch neben der Musik so machen, ist es so am besten und funktioniert prima.
Gary. Vielen Dank das du dir die Zeit für das Inti genommen hast. Ich hoffe wir sehen uns dann auf Tour. Das letzte Wort gehört wie immer dir!!!
Gary:Vielen dank für das Interview. Wir wünschen dir und deiner Band „Emscherkurve77“ alles gute und hoffen das wir euch alle auf der kommenden Europa Tour sehen werden. Alle Daten und Infos findet ihr auf www.pro-pain.com.Und hört euch das neue Album „Straight To The Dome“ an, welches am 9 September via Sunny Bastards erscheint. Prost, Gary!!!
Marcel
Interview diesmal leider auf englisch hochgeladen werden. Jenny ist eine überaus nette Persönlichkeit und wer jetzt neugierig geworden ist sollte sich definitiv eines der beiden Konzerte bei uns in der Ecke anschauen!
Hey Jenny! Please tell the readers a little bit of you. In which canadian town do you live? Could you tell us about when your project started and what is your motivation to make music?
Hello! Greetings from the frozen streets of Canada! My name is Jenny Woo, and I currently live in a city called Ottawa. Ottawa is actually the capital city of Canada, and it is currently -32 degrees outside. Now that is what I call a Canadian winter, haha!
I started my acoustic oi! solo project in 2008. At the time, I really wanted to play in an oi! band but I was experiencing a lot of difficulties in starting one up, so I decided to go solo. I wrote my songs on an acoustic guitar because it was a lot more practical for me to play solo shows with an acoustic, and it was also a bit easier for me to manage the noise complaints in my apartment building when playing on just an acoustic guitar instead of an electric. I was motivated to start an acoustic oi! project because I loved the music of Johnny Cash, and in particular, I loved the way that his songs sounded so authentic and so powerful. I was inspired by this stripped-down style, and I believed that I could contribute something unique and expressive to the skinhead scene by writing oi! songs acoustically.
How many records have you released so far?
So far, I have released one full-length album called “Alberta Rose,” and also a split-album with Discharger called “Clockwork Patriots.” I’ve also got a few more releases coming out soon – an EP featuring Franky Flame, a split with On the Job, and an EP of my new band Birds of Prey which will be out this May.
You are always alone on stage. Does it feel better or why didn´t you start a band?
When I first came up with the idea of writing music and having a more acoustic feel to the songs, I asked a few people to join me and to start a band together. However, where I was living there were not a lot of people who were interested and it was really hard to get something started. I was a bit disappointed, but I believed in what I was doing and I thought that it was better to do it by myself than to not do it at all… so I started out solo. Since I move around a lot (I have moved through 3 cities in the past 2 years, and am moving again this summer), it is hard to keep a strong, continuous band going and playing solo has just been a lot more practical. However, I love playing music with other people and I actually just started a new band last year called the Birds of Prey. We’ve been playing a lot of shows in the Montreal/Toronto/Ottawa area, and it feels so good to play loud, fast, music with a few friends. I really love the energy we have on stage together, and it is great to see a crowd dancing while we are playing. It’s really hard to get this kind of energy when playing acoustic sets, and often times I get really nervous when I play by myself. To be honest, I think I prefer playing in a full-band than playing solo, but I do a lot of solo shows because it is easier to tour as just one person, and I love to play the music even if it is a bit lonely on stage!
A lot of elements in your sound remind me of the dutch Skins Badlands and similar. What are your direct Influences?
I really love Badlands’ music, and the first time I heard it I was captivated by the fact that they were doing something so unique and so powerful. Their lyrics are intelligent and the guitar work is fantastic, not to mention that Victor Nefkins’ voice is strong and moving. I would love to have the talent that he has for writing songs and for singing.I am also influenced by one of the most influential bands around, Cocksparrer. Strangely enough, it was the song “Battersea Bardot” off of the “Two Monkeys” album that really inspired me to pick up an acoustic guitar and start writing songs. My favourite Cocksparrer song of all time is “Out on an Island” – they are able to capture the feeling alone in a crowd, feeling estranged from life, and they do it all to a slow-moving ballad. I would love to be able to evoke the same meaning with my music.Other influences of mine include, as I mentioned before, Johnny Cash, as well as a lot of Canadian punk and oi! bands such as Alternate Action, Blue Collar Boys, the Lancasters, Wednesday Night Heroes, who I listened to a lot when I was younger and who shaped my taste in music. I try to base my song-writing around the punk-rock attitude of being proud to stand out in a crowd, of independence, and of authenticity. These themes are what really interest me and what make me who I am, and so I am strongly inspired by that set of values and ideas.
Do you listen to Ska and Reggae, too?
Absolutely! I love punk rock music and oi!, but there is nothing like dancing the night away to some good rocksteady, soul, or reggae. I love a lot of the classics like Laurel Aitken, Desmond Dekker, and all of that Trojan-sampler kind of stuff, but I’m interested in learning more about it and hearing more about obscure artists too. There is a great skinhead reggae night that happens every few months in my hometown of Edmonton, Alberta, which is called Tighten Up Club. They play a lot of 1968-71 reggae and aggressive, danceable 60s soul there, which I love.
You`re are just back from your Tour over Europe in the last year. How was the reaction of the audience at your Concerts?
To be honest, I was completely overwhelmed at how positive the responses were to the gigs I played in Europe last September! Here in Canada, the scene is relatively smaller so we do not have a lot of people coming out to gigs here. When people do come out, they are generally unenthusiastic and have their arms crossed at the back of the venue. It’s very rare that people will come up to the front of the stage and sing along. However, when I played in Germany there were lots of really nice people who came out to the gigs, and who were standing right at the front and cheering me on, and some people were even singing with the lyrics which was so amazing! I had no idea that my music and my songs were so far-reaching, and it was unreal to know that people in Germany were listening to my music and learning the words to the songs. It felt so rewarding as a musician to be playing for people who were so positive and so supportive, and I can’t wait to go back.
What are some of the best memories you have from the last tour and how would you compare the canadian Skinhead scene with the europeans one?
One of my favourite memories was playing at the Punkeria, in Ruhrpott. It was a great atmosphere, and I was really touched by the kindness of the promoters and their friends for showing me around the city and taking the time off of work to hang out and make sure that I had a great time. Everyone I met at the gig was friendly and welcoming, and I felt like I was home… even though I was across the ocean from where I live! It was a great evening, and we drank so much schnapps and sang so many songs together at the end of the night, I think it was one of the best times of my life. That night I realized that even though we are all spread out in the world, being a part of the skinhead scene unites us and brings us together. We look out for each other, we care for each other, and we show each other friendship and hospitality no matter where we’re from or where we’re going. I think that’s my favourite part about being in the skinhead scene – the sense of global community.The Canadian scene is much, much smaller than the German scene. Whereas there are thousands of skinheads in Germany, I think there are only a few hundred here in all of Canada! Also, the scene here is very spread out. Often times, cities are 5-6 hours by car from each other, so it is quite impossible to travel to gigs in other cities, which means that our scene is a little bit less unified than the German scene. We mostly see and spend time with the people from our own cities, rather than travelling to meet new people and go to other gigs. I have played a few shows in Western Canada, and a few shows in Eastern Canada, but I have yet to do a lot of travelling in the middle part. Hopefully I’ll get out there someday, I hear that they’ve got a lot of good oi! bands cropping up in Manitoba and Western Ontario.
Did you have touring more continents or only europe and america? If yes, which countrys and what impressions did you get there?
So far I have only toured through North America and Europe, but I have been invited to tour through Indonesia and Malaysia in 2013 and I plan on going there for a few shows. From what I hear, the scene there is incredible and there are so many people who are enthusiastic about bands coming from overseas to play. I would love to see it and experience it for myself!
When did you get involved in the Skinhead scene and what was the reason for deciding to be a Skingirl?
Well, I first started getting into the punk rock scene when I was younger – around the age of 13. I guess you could say it is a typical story… I never felt like I fit in with my classmates at school and I hated the mainstream music, fashion, and a lot of the values and ideals that were put forth in popular television and music. So, I started digging underground and first found out about bands such as Operation Ivy and then dug a bit deeper and fell in love with Cock Sparrer, Cockney Rejects, and other great bands that every teenager should get exposed to. I played lead guitar in a few punk bands at that time, and did a bit of song-writing as well. I started getting into the skinhead scene a few years later when I realized that the skinhead scene spoke a lot more to my personal values of self-respect, community, and loyalty. I started looking up more oi! groups and going to more oi! gigs, and the more I learned about the subculture, the more I knew that it was where I belonged. I would say that I got into the music and the subculture before I started writing songs on my own, as it was the oi! and punk anthems from previous generations and times that influenced me and motivated me to pick up a guitar in the first place. Being a part of the skinhead scene has given me an opportunity to meet all kinds of different people and to create some of the strongest friendships the world has ever known! I’ve travelled to many cities I would otherwise never have seen if there weren’t festivals or gigs organized there. I’ve been exposed to many distinct viewpoints and philosophies in the skinhead movement, and my participation in the scene is at the heart of who I am as a person. I think that being a part of this community is one of the best things in my life, and I am so proud to call myself a skingirl.
You have released on Randale Records a german Oi! Record Label. How did you get the contact? Did people know the label in canada?
When I first put out my demo in 2008, I was amazed to receive a few messages from different labels in Europe. I was astonished that some foreign labels were interested in what I was doing, and I had no idea that people had heard of my music in Germany because I had only played shows in Canada at that time. I was very excited but I also had a hard time making a decision on who to work with. I had heard of Randale Records before, because I had some albums that they had previously released, but I had also heard a lot about other record labels in North America and in Europe, and I wasn’t sure which one to go with. In the end, I decided to go with Randale because Diana (the owner of Randale) convinced me that she believed in my music, and believed in my potential as a musician. She boosted my confidence, and assured me that she could give me the support I needed to grow as a musician and I felt comfortable working with her. I wanted to go for a European label because, in general, the scene in Europe is a lot larger than in Canada, and that there would be more opportunities for touring and album releases if I focussed my attention on Europe.
Did you have some favorite german Oi! bands?
Germany is the mecca for oi! at the moment, and there are so many great bands playing there right now, and so many bands that are on their way to great successes. I am always amazed when I go to German festivals because there are so many people who are enthusiastic about the music and who show their support for their local bands. Some of my favourite German bands include Volxstrum, Stomper 98, Melanie and the Secret Army, and EK 77.
And your canadian fave bands? What can you recommend to the readers at the moment?
I am proud to say that there are many great past and present Canadian oi! bands. Some of the great bands that have played in the past but are no longer playing include Alternate Action, Subway Thugs, Glory Stompers, Wednesday Night Heroes, King Size Braces, The Cleats, The Emergency and Vacant Lot. Amazing bands that have been around for a long time and that are still continuing to play include The Prowlers, Lager Lads, Buddha Bulldozer and the Kroovy Rookers. Not only does Canada have a long history of good bands, we also have so many bands that are cropping up right now, and that will be inspiring and motivating future generations. I would strongly recommend checking out True Grit, Scab Coma, Shotcallers, Bishop’s Green, and The Birds of Prey.
I like fanzine more than an internet-zine and hope that written fanzines wouldn´t die in the future. You tell me about your fanzine the Subculture Spirit. Does it still exist and what does fanzines mean to you?
I think that fanzines are essential for a strong, healthy subculture to develop and grow. Zines are an alternative and independent media, and give individuals the opportunity to express themselves and to share their ideas with others. Without fanzines, many small bands without record labels would go unnoticed, and a lot of great music would be relatively unheard of if impassioned fanzine editors did not take the time to review it and spread the word. Without fanzines, our scene would be localized, regional, and would consist of a handfull of monopolizing bands instead of leaving room for new bands to grow and flourish. I agree with you that print fanzines are special and have a certain added feeling to them that the internet cannot capture. I have been fascinated with fanzines for a long time, and started collecting them many years ago. I love that many zines are passed on through generations, and they become a sort of artefact that people share, read, cut up, give away, or keep as a memory for the future. I have fanzines from all different decades and countries in my collection, and I cherish the fact that most DIY fanzines are a reflection of the personality and preferences of the editor. I see it as a way that people can immortalize themselves and contribute significantly to their local and global scenes. I decided to start a print fanzine called Subculture Spirit in 2008, because I too wanted to take part in the tradition of written fanzines. I work on the fanzine together with my best friend and co-editor, who is able to focus more on the reggae and soul aspects of the scene, while I am more interested in the oi! and punk elements of it. The fanzine is focussed on the skinhead and mod subculture, and it tries to cover bands and scenes from all over the world. In every issue, we include interviews from bands in both developing and developed countries, but have also tried to maintain some uniquely Canadian content as well. We have so far released 4 issues, and have a 5th issue coming out this May. The 5th issue of Subculture Spirit will be a very special issue for me, because it will be based on the roles and participation of women in the skinhead scene. I am interviewing many male and female musicians, artists, fanzine editors, and participants in the oi! scene about what they think about women’s roles in the skinhead movement, and I am including many features about female-fronted oi! bands. I think it will be a very interesting read, and will hopefully get a discusssion started about the sexism that exists in our scene, and also the ways that we can encourage women to play more active roles in it.
Do you think the very much work you had to put in fanzines is profitable for the Scene? Or in times like this the internet on facebook or something else is faster to bring out the news?
I have struggled a lot with our fanzine because it has been very expensive for me to print, (it costs me about 3 euros to print per copy), and so few people are willing to buy printed fanzines. I think this is in part due to the fact that people seem to think that paper products are easily created and are disposible… we get printed flyers, newspapers, and mainstream magazines all the time and many of us get them for free and throw them in the recycling bin when we’re done. Meanwhile, people are much more attracted to clothing or vinyls that they can touch, wear, play and feel good about. So one of my biggest challenges has been to create a product that people get interested and excited about, and that they are willling to pay for so that I can at least cover a bit of my costs. To be honest, I think I lose about 300 euros with each issue of the fanzine because I always end up selling them for less than I pay for them, and giving away too many for free. Haha, I guess that is my fault for not being a good business person! I think that webzines and blogs must be a bit easier to maintain for that reason, because there are less material costs involved and the editors do not need to worry about mailing the product out or selling it at shows. People can just login online to read the news, and it can be updated immediately. I have thought about trying to take Subculture Spirit to a digital format, but I am really terrible with computers, and I also like the idea of printing an artefact, and creating something with a bit of permanence.
I hope to see you again in the Punkeria in germany. It was always very small concerts but i think they are very familiar and sometimes more intensiv as a great festival. Do you like more concerts in a smelly pub or a big venue? When did the german crowd see you again on stage?
I am really looking forward to coming back and playing at the Punkeria again this May! I am doing a two-week tour of German in May 2012, and will be back again to play the Back to the Boots festival in July, which will be wonderful. For more information on my tour dates, please contact me on facebook or email me at subculturespirit@hotmail.com. I love going to festivals, and I love going to see shows at smaller pubs, but in general I would say that I enjoy playing smaller, more intimate shows than huge festivals. Festivals are fun because there are lots of people around, and usually there are some big bands headlining. However, I believe that acoustic music is better listened to in intimate surroundings, and it is always much more enjoyable and less stressful for me to play to a crowded room than to a half-empty field of people! In pubs you have the feeling that you are among friends, and I love to take that opportunity to meet new people and to have actual conversations with the people that I meet at the gigs. However, at large festivals it is all too easy to become lost in a crowd, and it is hard to focus on one good conversation with one person when there is so much going on. That being said, I am excited to play all of the festivals and gigs that I have coming up – I am sure that it is all going to be a lot of fun!
Please give a short statement to the following bands!
The Old Firm Casuals?
I know that a few people have turned their noses up at Old Firm Casuals and have criticized Lars Fredrikson for having cropped in as a skinhead in his forties. However, I think the band is pretty good and Lars is a great musician. I have their EP and it sounds like solid, melodic oi! to me. I am looking forward to hearing more from this band. I think that there have been a lot of allusions to skinhead and oi! culture in both of Lars‘ solo albums and also in a lot of the music he put out with Rancid, so I don’t see it as him becoming a skinhead overnight without him having had any exposure to it beforehand. Thus, I think it is fair to say that The Old Firm Casuals are authentic. Even if he did decide to become a skinhead in his forties – power to him! Better late than never, I say!
Stomper 98?
I really like Stomper 98, and I find them to be great people as well as great musicians. I saw them play in New York last May, and they were amazing. Most of the people at the show did not speak a lot of German, but there were so many people singing along to the lyrics and dancing and throwing themselves into the pit. I think that it is a sign of a great band that they are able to transcend linguistic and geographic boundaries, and get people from all over the world to let go and have a great time!
Niblick Henbane?
I actually hadn’t heard of Niblick Henbane before this interview, and I just took some time to search for the band and have just been listening to some of their tracks.They sound pretty good – I like the up-beat, punk rock sound they have and I’ll definitely be checking out more of their stuff in the future. Thanks for introducing me to them!
Jenny thank you very much for spending your Time! Do you have any last words for your fans in germany?
Thank you so much for taking the time to interview me and for asking so many great and interesting questions. As I mentioned earlier in the interview, I started this project in 2008 because I wanted to play music but I wasn’t able to start a full band on my own. I started out just hoping to write a few songs and perform them for my friends, and I cannot believe that I have been able to take my project this far, and that I have had the opportunity to be interviewed by your fanzine, and to tour Europe, and to play with some of my greatest idols. I am coming out with a single featuring Franky Flame this May, as well as a split EP with On the Job. I will also be releasing a limited edition flexi-disc postcard which I will be distributing over the course of my upcoming tour in Germany, and I am also working on releasing an EP by my new oi! band called the Birds of Prey, so please do look out for us! All in all, this has been a dream come true and I feel really lucky and grateful to have been helped by so many people and to have made so many friends along the way. My plans for the future are to keep getting on stages, keep releasing music, and to keep writing more songs. I have had so many great adventures so far, but I believe that the best is yet to come. Cheers and thanks for reading!
Daniel
Die Ruhrpott Hardcorler / Metaller “End Of Days” hatten mit ihrem Demo, zwei wirklich sehr guten Cd` s und einigen Touren ( u.a. mit Heaven Shall Burn, Napalm Death oder As I Lay Dying) die Möglichkeit es in der Welt der harten Mucke weit zu bringen. Stattdessen löst sich die Band still und heimlich auf. Mit “Optimist” hat Sänger Kevin nun eine neues Eisen am Start, und macht im Endeffekt dort weiter, wo End Of Days aufgehört haben. Grund genug für uns, ihm mal ein paar Fragen zu seiner neuen Band zu stellen.
Crazy United:Kevin. Bevor wir uns um deine neue Band kümmern, muss ich dich aber noch etwas zu „End Of Dayz“ fragen. Ihr hattet euch ja einen sehr guten Namen erspielt, was nicht nur an den Cd `s lag, sondern auch an euren intensiven Live Shows. Habt ihr euch still und heimlich aufgelöst oder habe ich es einfach nur nicht mitbekommen?
Kevin:Hallo Marcel,
vielen Dank für das Interview. Um auf Deine Frage zu kommen: EOD haben sich still und heimlich verabschiedet. Eine Abschiedsshow oder ein offizielles Statement gab es nicht. Das letzte Konzert haben wir im Mai 2010 gespielt. Einige Wochen später sind wir dann zum Entschluss gekommen EOD zu den Akten zu legen. Es waren elf schöne Jahre.
Crazy United:Eure beiden neuen Songs erinnern mich an einen coolen Bastard aus Old School Death Metal mit ganz leichter progressiver Schlagseite. Ohne das man aber in unendliche Frickeleien abdriftet. Ich dachte z.b. an Bands wie „My Darkest Hate“, „Bolt Thrower“ oder auch „Obituary“. Würdest du mir da zustimmen?
Kevin:Old School Death Metal ist sicherlich einer unserer großen Einflüsse, ebenso wie 90´er Jahre Hardcore. Einen progressiven Einschlag kann ich in unserer Musik nicht hören ;-)
Gerade die neuen und unveröffentlichten Songs sind noch etwas kürzer und direkter, entwickeln mehr Druck. Zumindest empfinde ich das so…….
Crazy United: War euch von Beginn an klar, das ihr diese Art von Musik spielen werdet oder habt ihr gesagt: “Erstmal treffen und schauen was dabei so rumkommt”???
Kevin:Als wir uns dazu entschlossen haben weiter Musik zu machen, war im groben klar, in welche Richtung es gehen sollte. Wie oben erwähnt: 90ér Jahre Hardcore und Old School Death Metal. Allerdings wollten wir auf Blastbeats verzichten und auch die Gitarrenriffs schlicht aber wirkungsvoll halten. Keine technsichen Kuriositäten oder Experimente (dazu sind wir auch zu schlechte Musiker).
Die ersten Songs waren alle noch etwas länger, hatten mehr Riffs als die Neuen. Mittlerweile sind die Songs recht kurz, haben nicht viele Riffs, krachen aber mehr. Mit dieser Mischung sind wir zufrieden.
Crazy United: Wie entstehen eure Songs? Arbeitet ihr sie zusammen im Proberaum aus oder kommt jemand mit einer fertigen Idee an und sagt zu dem Rest: „So wird das gemacht“.
Kevin:Die Songs entstehen eigentlich immer in Zusammenarbeit. Allerdings werden die einzelnen Riffs oder auch ganze Songs im Vorfeld zu Hause gemacht. Sascha (Gitarre) und auch Michael (Bass) sind sehr kreativ und steuern viel Material bei. Auch Frank (Schlagzeug) kommt manchmal mit einer Idee um die Ecke. Meine Vorschläge oder Beiträge werden immer freundlich ignoriert, ich muss dann immer Kaffee machen gehen..;-).. Wenn wir einen Songs oder eine Idee haben, bearbeiten oder verändern wir diese gemeinsam bis alle zufrieden sind. Die Proben machen großen Spaß und das Arbeitsklima ist sehr angenehm.
Crazy United:Das „End Of Dayz“ damals immer in die Hardcore Ecke gedrängt wurden, obwohl ihr ja ganz klar Metal gemacht habt, lag sicher auch daran, das einige Mitglieder auch bei Surface oder Copykill gespielt haben. Bammelt es dir davor, das das gleiche auch bei Optimist passieren könnte? Oder anders gefragt: Wo sieht du eure Zielgruppe? Eher im Hardcore oder Metal?
Kevin:Mir macht es keine Sorgen in eine Ecke oder Schublade gedrängt zu werden. Ich bin sehr überzeugt von dem was wir machen, weil es mir großen Spaß macht. Wir werden sicherlich sowohl vor Hardcore Kids als auch Metalheads spielen. Jeder muss selber entscheiden wo er uns einsortiert. Mir ist das nicht wichtig. Ich fühle mich der Hardcore Szene verbunden, gehe aber auch gern auf Metalshows. Unsere Musik hat beide Anteile. Dazu stehen wir und das ist die Musik die wir machen wollen.
Crazy United:In der heutigen Zeit gibt es sehr viel Leid auf dieser Welt. Egal ob Hungersnot oder Armut. Was wollt ihr mit dem Namen Optimsit ausdrücken? Bist du Optimist oder habt ihr als Band die Hoffnung, das doch noch alles gut wird?
Kevin:Was wollen wir mit Namen Optimist ausdrücken? Das ist eine gute Frage. Ich kann Dir sagen was er für mich bedeutet. Optimist steht sowohl für Ironie als auch für Hoffnung. Wenn ich mir das kollektive Zusammenleben, die Herrschaftsstrukturen, die Ungerechtigkeit, den Umgang mit der Umwelt, das Konsumverhalten und dessen Auswirkungen und Bedeutung, das Lösen von Konflikten, die Gleichgültigkeit in der Welt ansehe, dann ist der Name sicherlich ironisch zu verstehen. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt. Ich weiß, dass der Mensch zu großen Grausamkeiten fähig ist, das zeigt die Vergangenheit und die Gegenwart, allerdings glaube ich, dass der Mensch auch viel Gutes in sich trägt und seine Möglichkeiten noch nicht annähernd begriffen hat. Aber das ist ein anderes Thema. Übrigens: Zuerst wollten wir uns „End Complete“ nennen (Ein Death Metal Klassiker der Band „Obituary“. Anm. Marcel ). Michael (Bass) hatte dann aber die Idee mit dem Namen Optimist.
Crazy United:Wie wichtig ist für dich die Musik im Alltag? Ist Death Metal für dich immer noch eine gute Möglichkeit um positiv Dampf abzulassen?
Kevin:Musik ist für mich zentraler Bestandteil meines Lebens. Ohne Musik läuft nicht viel. Egal ob Hardcore oder Metal. Ich meine noch nicht mal so sehr das Spielen von Musik, sondern eher das hören. Ich bin nach wie vor Anhänger dieser Musikrichtungen.
Crazy United:Eure neuen Songs sind sehr gut produziert.Wo habt ihr die Songs aufgenommen?
Kevin:Vielen Dank. Uns gefällt die Produktion auch sehr. Unser Kumpel Dennis Begger (Ex-End of Days, Ex- Impure, Ex- I Despise) ist verantwortlich für den Sound. Er ist eigentlich Ergotherapeut, aber in seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Aufnahmen und Produktionen. Er selbst ist außerdem ein sehr guter Gitarrist und hat ein tolles Gespür für Musik. Es war sehr hilfreich mit ihm zu arbeiten. Dennis hatte Unterstützung von unserem gemeinsamen Freund Stefan Varvoreanu. Mit Stefan habe ich den Gesang aufgenommen. An dieser Stelle möchte ich mich in Namen von Optimist nochmal bei beiden Jungs bedanken!!!
Crazy United:Bis jetzt gibt es euer Demo ( zwei Songs inklusive einem Intro) ja nur bei Youtube. Wollt ihr den Stuff noch als Demo veröffentlichen? Und die nächste Frage direkt im Anschluß: Ist ein Longplayer in Arbeit?
Kevin:Das Demo haben wir zum freien Download online gestellt. Es kann gut sein, dass wir es auch noch “offiziell” rausbringen: falls jemand Interesse haben sollte es zu veröffentlichen.
Hier ist der Link: http://www.mediafire.com/?7kl5dg42koelagb
Eine Platte ist auch geplant. Wir haben jetzt knapp 9 Songs und wollen diese im Juni/Julie aufnehmen. Wo und wie wir das Material rausbringen ist noch nicht sicher.
Crazy United: OK. Dann bedanke ich mich bei dir für die ausführlichen Antworten. Und viel Glück mit der neuen Band. Checkt die Jungs aus!!!
Kevin:
Danke für das Interview!!!
http://www.facebook.com/#!/Optimist.metal
Seit vielen Jahren wird ja immer und immer wieder über die Konzerte diskutiert. Herrscht mittlerweile an Überangebot an Shows? Sind die Eintrittspreise zu hoch? Warum war der Saal wieder nicht voll? Diese Liste könnte man endlos fortführen. Um vielleicht ein wenig Licht ins dunkle zu bringen, stellte ich einigen Konzertveranstaltern und Bookern ein paar Fragen. Die Antworten werden wir nach und nach in unbestimmten Abständen auf unserer Homepage online stellen. Den Beginn macht Christian „Kiki“ Ressler. Kiki ist Geschäftsführer von „Kikis kleiner Tourservice“ der u. a. Shows für die Toten Hosen, Die Ärzte oder die Beatsteaks bucht. Vielen dank an Kiki das er sich die Zeit hierfür genommen hat.
Crazy United: Sind Live Konzerte das letzte “Bollwerk” in Zeiten sinkender CD Verkäufe ???
Kiki: Na ja, durch CD Verkäufe wird schon auch noch immer Geld verdient, nur ist es einfach keine verlässliche Größe mehr. Und die Einnahmen durch Tourneen ( Inklusive der Nebeneinahmen durch das auf den Konzerten verkaufte Merchandising ) machen sowohl bei den kleinen als auch großen Acts den Hauptteil ihrer Verdienste aus.
Crazy United: Heutzutage herrscht ja ein regelrechtes Überangebot an Live Konzerten. Gerade im Metal, Hardcore und Punk Sektor. Was erwartet der Konzertgänger von Heute und wie lockt man die Besucher von der heimischen Couch in den Konzertsaal ???
Kiki: Langfristig durch Konzerte, welche den Zuschauer emotional mitreißen. Und mehr sind, als ein herunterspielen der konservierten Musik.
Crazy United: Seit einigen Jahren beschweren sich immer mehr Leute über steigende Eintrittspreise auf Konzerten. Oft sagt die Band, das sie darauf keinen Einfluß hätte oder die Tour bzw. die Produktion einfach teurer geworden ist. Was stimmt den nun? Oder will man das Geld, welches man mit Tonträgern nicht mehr einnimmt dadurch wieder reinholen ?
Kiki: Natürlich haben sich in den letzten 5 Jahren die Allgemeinen Produktionskosten durch Positionen erhöht auf die eine Band keinen Einfluss hat (z. b . Gema, neue gesetzliche Regelungen die freiberufliche Arbeit von Secus oder Stagehands quasi untersagen, Versammlungstättenverordnung , etc.). aber es wird verständlicherweise auch versucht, so die Mindereinnahmen auf der Tonträgerseite auszugleichen.
Crazy United: Bands wie die Toten Hosen, Rammstein oder die Ärzte füllen die großen Hallen auch fünf mal in Folge. Wie schwierig ist es aber für eine Konzertagentur neue Bands zu puschen bzw. zu fördern ? Man hört ja auch oft vom berühmten “Pay to play” .Sprich, die (Support) Band selber muss einen großen Betrag zahlen um Band “XY” auf Tour zu begleiten. Wie steht ihr dem gegenüber ?
Kiki: “Pay to play” ist ein grauenhaftes Relikt aus der angloamerikanischen Rockkultur der 80`er. Ich hatte wirklich gedacht das sich das Thema komplett erledigt hat, aber in den letzten Jahren höre ich da leider immer öfter von. Unsere Acts haben sowas noch nie gemacht. Die großen Bands (z. b. die Ärzte, Die Toten Hosen, Beatsteaks, Fettes Brot) bezahlen ihre Support Bands immer gut.
Alle eint da die Einstellung das man entweder eine Band als Support haben möchte und die dann eben auch entsprechend gut behandelt. Das schließt eben auch die finanzielle Seite ein. Oder eben dann keinen Support bucht.
Crazy United: Bei vielen Shows sind teilweise 4-5 Vorgruppen am Start, welche teilweise nur 20 Minuten auf der Bühne stehen. Macht so etwas wirklich Sinn? Wieso hat sich das so entwickelt?
Kiki: Ich kann nicht sagen woher die Entwicklung kommt, halte sie aber nicht für sinnvoll. Oft ist das Publikum gelangweilt bis überfordert von zu vielen Acts. Und die Bands tun sich damit auch keinen gefallen.
Crazy United: Metallica haben ja vor ein paar Wochen gesagt, das sie so schnell wie möglich auf Tour gehen wollen um noch etwas vom “stabilen” Euro zu haben. Viele Fans sagen, das das Verrat an der Musik und Abzocke der Fans sei. Auf der anderen Seite sind Metallica aber ein Riesen Unternehmen die auch wirtschaftlich denken müssen. Also doch nur ehrlich oder Geldgeil?
Kiki: Egal wie groß oder klein die Band ist; natürlich spielen immer auch wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle bei der Tourplanung. Das ist ja auch völlig legitim. Ein weltweites Routing allerdings nach Währungsschwankungen auszulegen finde ich schon echt grotesk.Und dann noch so ungeschickt zu sein und das offen zu kommunizieren….. da musste ich herzlich lachen.
www.kktlive.de
Marcel Brozeit
KALTFRONT, die Dresdener Punkinstitution, tourt seit 2005 wieder durch die Clubs des Landes. Das war längst fällig, aber zu jeder guten Reunion gehört, aus meiner Sicht, auch eine richtig gute neue Platte. Und ja, von einer neuen LP wurde schon vor einiger Zeit gesprochen, aber dann hörte man lange Zeit gar nichts mehr … Ich hatte schon die Hoffnung ad acta gelegt. Doch dann im Dezember wurde die Releaseparty zur Platte angekündigt. Das Konzert in der “Scheune” war erstklassig. Und auch das Album “Zwischen allen Fronten” lässt keine Wünsche offen und bietet richtig guten hitlastigen PunkRock. Keinen überflüssigen Schnellschuss, den sich Alt-Punkbands regelmäßig im Reunionüberschwang leisten. Ich befragte Bassist Jörg zur neuen Platte und erhielt erfrischend ehrliche Antworten … aber lest selbst:
Hallo Jörg, erst mal Glückwunsch zur wirklich gelungenen neuen Platte. Aber jetzt mal raus mit der Sprache, in den 80ern habt ihr von 1987- 1990 vier Tapes veröffentlicht. Das ging damals ruckzuck. Für die neue Platte habt ihr seid der Reunion sechs Jahre gebraucht. Bisschen lange oder? Die Platte war immer mal wieder angekündigt worden. Wieso hat es letztlich so lange gedauert?
Vielen Dank. Der Unterschied war, dass wir damals alles im Proberaum zusammen gespielt und direkt aufgenommen haben. Nicht mal der Gesang oder Gitarren-Overdubs wurden nachträglich hinzugefügt. Wenn wir uns verspielt haben, wurde der Song eben noch mal gespielt. Wir waren meist an einem Tag fertig und am nächsten Tag konnte man es schon auf Tape veröffentlichen. Die Aufnahmequalität war aber dementsprechend und musikalisch war auch vieles nur so hingeschludert. Die neue Platte haben wir natürlich in einem richtigen Studio aufgenommen und viel mehr Zeit und Mühe investiert (und viel Kohle natürlich!). Man arbeitet viel länger an den Aufnahmen und das Mischen dauert dann auch seine Zeit. Man kann nicht 15 Lieder an einem Tag mischen. Irgendwann hat man kein Gehör mehr. Dazu kam, dass wir zwischen den einzelnen Aufnahme-Sessions oft monatelang gar nichts dran gemacht haben. Jeder von uns hat noch viele andere zeitintensive Verpflichtungen, da ist es oft schwer auf einen Nenner zu kommen.
Wie waren die ersten Reaktionen nach der Releaseparty, also bezüglich der Platte?
Die CD ist ja erst vor kurzem erschienen. Bis jetzt habe ich noch nicht viele Rückmeldungen. Nach der Releaseparty gab es sehr viel Lob. Auch von Leuten, die immer sehr kritisch sind. Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber vielleicht war beim Publikum die Erwartungshaltung nicht sehr hoch.
Na, Na nicht gleich so pessimistisch …
Meine Überhits sind “Geisterstadt”, “Kaltfront” und “Wie ein Fremder”? Was sind deine “Hits”? Gibt es Publikumsfavoriten?
Ich bin da gar nicht aussagefähig. Frag mich mal in einem Jahr. Die letzten Monate musste ich die ganzen Songs so oft anhören, analysieren und bearbeiten, dass sie mir zum Hals raushängen! Es fallen mir immer noch Dinge auf, die man hätte besser machen können. Die ersten Songs haben wir Anfang 2008 aufgenommen. Inzwischen würde ich einige ganz anders spielen. Aber jetzt ist es abgeschlossen. Jetzt geht nichts mehr. Ich bin froh und lass es erst mal sacken. Die Reaktionen des Publikums auf einzelne Songs kann ich nicht einschätzen. Mich erstaunt nur immer wieder, was sich die Leute live so an alten Songs wünschen. Da sind welche dabei, wo es mir kalt den Rücken runter läuft und ich mir wünschte, wir hätten sie nie gespielt, geschweige denn aufgenommen.
Naja, aber es sind sicher auch Songs, die Euch bekannt gemacht haben. Vor allem solche Gassenhauer wie “Rudi” oder “Scheißegal” sind für viele Leute Klassiker. Gerade bei “Rudi” feiern die Leute immer total ab. Selbst punk-unkundige Menschen finden das Lied super.
Das behauptest du jetzt. Gegen die genannten Songs habe ich persönlich auch nichts. Aber Musikgeschmack ist subjektiv. Andere Leute wünschen sich noch ganz andere alte Songs. Manche sogar den Original-80er-Jahre-Probenraum-Sound. Und wieder andere haben von dem alten Kram die Nase voll und wollen nur neue Songs hören. Wir können es nicht allen recht machen. Deshalb machen wir was uns Spaß macht. Ein Teil des Publikums wird sowieso immer was zu meckern haben.
Wer ist denn überhaupt noch von der alten Besetzung dabei?
Blitz (Gitarre) und ich (Bass) sind Gründungsmitglieder und Tom (Gesang) gehörte von 1987-88 zur alten Besetzung. Unser Schlagzeuger Micha ist seit unserer Reunion 2005 dabei. Live unterstützt uns manchmal als zweiter Gitarrist Malo, der fast zwanzig Jahre jünger ist als ich.
Ich kann mich an ein KALTFRONT-Konzert mit Rummelsnuff als Gastsänger erinnern? Der dicke Käptn hat ja schon auf Eurem Reunionkonzert gespielt. Kann man da eine weitere Zusammenarbeit erwarten?
Das soll ja nicht zur Gewohnheit werden. Vielleicht machen wir mal was im Studio zusammen. Aber live lassen wir uns lieber was Neues einfallen, wenn es wieder mal die Gelegenheit gibt, einen Spezialgast zu präsentieren.
Was mir besonders gut an der Platte gefällt, ist dass der Bezug zu den “alten” KALTFRONT musikalisch durchaus vorhanden ist. Trotzdem wirkt sie vom Gesamteindruck zeitgemäß. Irgendwie im “Hier und Jetzt” verankert? War das für Euch wichtig? Ich meine, diese ganze Nostalgiekiste kommt ja auch, gerade beim Ostpunk, gut an.
Es liegt wahrscheinlich daran, dass unser Songwriting und die Art der Texte immer noch ähnlich wie früher sind, aber handwerkliche Fähigkeiten, Instrumente und Technik viel besser geworden sind. Den Ostpunk-Bezug können wir nicht verleugnen. Über dieses Etikett haben uns viele überhaupt erst wahrgenommen. Aber für uns ist es wichtig, dass wir uns davon emanzipieren. Wir wollen keinesfalls in so einem Ostpunk-Revival-Ding stecken bleiben. Das ist doch nichts anderes als dieses unsägliche Ost-ROCK-Revival mit Bands wie Puhdys, City und was weiß ich, wer da noch aus der Gruft geholt wird. Nein, es war nicht alles gut in der DDR…
“Zwischen den Fronten” ist ein guter Albumtitel. Passt auch irgendwie zu eurer Bandgeschichte? Ihr ward/seid weder plakativer Deutsch-Punk aber auch kein introvertierter EA80 Schlaupunk. Irgendwie anders…. Für mich angenehm anders.
Zu dumm für Schlaupunk, aber zu schlau für Dummpunk! Guter Slogan. Aber es geht weniger darum, was für eine Art PUNK wir sind, sondern eher darum, ob wir überhaupt PUNK sind. Exemplarisch war unser Erlebnis beim Force Attack 2010. Einige hatten uns im Vorfeld schon gewarnt und gefragt, ob wir ernsthaft dort spielen wollen. Diese Bedenken haben sich leider bestätigt. Es sollen wohl 8000 Besucher dort gewesen sein, unser Auftritt hat vielleicht fünfzig interessiert (die dann allerdings auch jeden Text mitsingen konnten). Als nach uns die nächste beliebige Oi-Punk-Band gespielt hat, war vor der Bühne wieder alles voll. Ich habe mich dort von Anfang an völlig fehl am Platz gefühlt. Und wenn uns DIESES Publikum genauso gefeiert hätte, wie die anderen Bands, ich glaube ich hätte aufgehört zu spielen und wäre sofort aus der Band ausgestiegen. Wenn man in keine Schublade so richtig reinpasst, wird man von dem ganzen Szene-Volk ignoriert. Die blicken nicht über ihren Tellerrand. Aber damit kann ich gut leben.
Ich höre aus deinen Worten so eine gewisse Distanz zur aktuellen PUNK-Szene raus. Was ist dein momentaner Eindruck? Mir kommt es momentan so vor, als würde alles in kleine Einzelszenen zersplittern.
„Distanz“ ist noch untertrieben. Mich interessiert das nicht. Szene, egal welche, bedeutet musikalische, modische und ideologische Diktatur. Viele, die sich damit nicht voll identifizieren können, zimmern sich ihre persönliche Splitterszene zusammen. Das ist ja grundsätzlich in Ordnung. Aber warum muss man sich so wichtig nehmen und dem auch noch bedeutungsschwangere Namen geben? Der Begriff PUNK dient für mich nur als stilistische Orientierung. Bei dem Wort denke ich immer noch an das, was damals darunter verstanden wurde, als wir angefangen haben PUNK zu machen. Wahrscheinlich ist das nicht mehr aktuell.
Auch auf der neuen Platte reiten wieder `ne Menge Cowboys in den Sonnenuntergang. Woher kommt der Reiz an dieser Westernromantik?
Westernromantik ist es auf keinen Fall. Dann würden wir wertkonservativen Country spielen und Cowboyhüte tragen. Uns fasziniert eher die brutale Trostlosigkeit der Italo-Western, wo alle romantischen Wildwest-Klischees ad absurdum geführt werden.
Soweit ich das mitbekommen habe, tretet ihr meist nur im Großraum Sachsen auf. Gab es auch mal Anfragen von weiter weg oder seid ihr ein rein Ostdeutsches Phänomen? Kann man im Rahmen der Albumveröffentlichung ein paar mehr Konzerte erwarten?
Der größte Teil unseres Publikums lebt im Osten. Manchmal kommen auch Anfragen aus dem Westen, oft von Exil-Ossis, aber der Aufwand und das Risiko sind uns zu groß. Es ist schon ein Unterschied, ob man 150 km fährt oder 500 km. So richtig heiß sind wir nicht darauf, uns die Wochenenden auf den Autobahnen um die Ohren zu schlagen. Aber klar, ab und an müssen wir mal auftreten. Es wird überwiegend im Osten sein. Aber nicht all zu oft. Wir haben anderweitig viel zu tun und wollen auch niemanden auf die Nerven gehen.
Ich danke fürs Interview
Stephan
www.kaltfront-dresden.de
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