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Seit vielen Jahren wird ja immer und immer wieder über die Konzerte diskutiert. Herrscht mittlerweile an Überangebot an Shows? Sind die Eintrittspreise zu hoch? Warum war der Saal wieder nicht voll? Diese Liste könnte man endlos fortführen. Um vielleicht ein wenig Licht ins dunkle zu bringen, stellte ich einigen Konzertveranstaltern und Bookern ein paar Fragen. Die Antworten werden wir nach und nach in unbestimmten Abständen auf unserer Homepage online stellen. Den Beginn macht Christian „Kiki“ Ressler. Kiki ist Geschäftsführer von „Kikis kleiner Tourservice“ der u. a. Shows für die Toten Hosen, Die Ärzte oder die Beatsteaks bucht. Vielen dank an Kiki das er sich die Zeit hierfür genommen hat.
Crazy United: Sind Live Konzerte das letzte “Bollwerk” in Zeiten sinkender CD Verkäufe ???
Kiki: Na ja, durch CD Verkäufe wird schon auch noch immer Geld verdient, nur ist es einfach keine verlässliche Größe mehr. Und die Einnahmen durch Tourneen ( Inklusive der Nebeneinahmen durch das auf den Konzerten verkaufte Merchandising ) machen sowohl bei den kleinen als auch großen Acts den Hauptteil ihrer Verdienste aus.
Crazy United: Heutzutage herrscht ja ein regelrechtes Überangebot an Live Konzerten. Gerade im Metal, Hardcore und Punk Sektor. Was erwartet der Konzertgänger von Heute und wie lockt man die Besucher von der heimischen Couch in den Konzertsaal ???
Kiki: Langfristig durch Konzerte, welche den Zuschauer emotional mitreißen. Und mehr sind, als ein herunterspielen der konservierten Musik.
Crazy United: Seit einigen Jahren beschweren sich immer mehr Leute über steigende Eintrittspreise auf Konzerten. Oft sagt die Band, das sie darauf keinen Einfluß hätte oder die Tour bzw. die Produktion einfach teurer geworden ist. Was stimmt den nun? Oder will man das Geld, welches man mit Tonträgern nicht mehr einnimmt dadurch wieder reinholen ?
Kiki: Natürlich haben sich in den letzten 5 Jahren die Allgemeinen Produktionskosten durch Positionen erhöht auf die eine Band keinen Einfluss hat (z. b . Gema, neue gesetzliche Regelungen die freiberufliche Arbeit von Secus oder Stagehands quasi untersagen, Versammlungstättenverordnung , etc.). aber es wird verständlicherweise auch versucht, so die Mindereinnahmen auf der Tonträgerseite auszugleichen.
Crazy United: Bands wie die Toten Hosen, Rammstein oder die Ärzte füllen die großen Hallen auch fünf mal in Folge. Wie schwierig ist es aber für eine Konzertagentur neue Bands zu puschen bzw. zu fördern ? Man hört ja auch oft vom berühmten “Pay to play” .Sprich, die (Support) Band selber muss einen großen Betrag zahlen um Band “XY” auf Tour zu begleiten. Wie steht ihr dem gegenüber ?
Kiki: “Pay to play” ist ein grauenhaftes Relikt aus der angloamerikanischen Rockkultur der 80`er. Ich hatte wirklich gedacht das sich das Thema komplett erledigt hat, aber in den letzten Jahren höre ich da leider immer öfter von. Unsere Acts haben sowas noch nie gemacht. Die großen Bands (z. b. die Ärzte, Die Toten Hosen, Beatsteaks, Fettes Brot) bezahlen ihre Support Bands immer gut.
Alle eint da die Einstellung das man entweder eine Band als Support haben möchte und die dann eben auch entsprechend gut behandelt. Das schließt eben auch die finanzielle Seite ein. Oder eben dann keinen Support bucht.
Crazy United: Bei vielen Shows sind teilweise 4-5 Vorgruppen am Start, welche teilweise nur 20 Minuten auf der Bühne stehen. Macht so etwas wirklich Sinn? Wieso hat sich das so entwickelt?
Kiki: Ich kann nicht sagen woher die Entwicklung kommt, halte sie aber nicht für sinnvoll. Oft ist das Publikum gelangweilt bis überfordert von zu vielen Acts. Und die Bands tun sich damit auch keinen gefallen.
Crazy United: Metallica haben ja vor ein paar Wochen gesagt, das sie so schnell wie möglich auf Tour gehen wollen um noch etwas vom “stabilen” Euro zu haben. Viele Fans sagen, das das Verrat an der Musik und Abzocke der Fans sei. Auf der anderen Seite sind Metallica aber ein Riesen Unternehmen die auch wirtschaftlich denken müssen. Also doch nur ehrlich oder Geldgeil?
Kiki: Egal wie groß oder klein die Band ist; natürlich spielen immer auch wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle bei der Tourplanung. Das ist ja auch völlig legitim. Ein weltweites Routing allerdings nach Währungsschwankungen auszulegen finde ich schon echt grotesk.Und dann noch so ungeschickt zu sein und das offen zu kommunizieren….. da musste ich herzlich lachen.
www.kktlive.de
Marcel Brozeit
KALTFRONT, die Dresdener Punkinstitution, tourt seit 2005 wieder durch die Clubs des Landes. Das war längst fällig, aber zu jeder guten Reunion gehört, aus meiner Sicht, auch eine richtig gute neue Platte. Und ja, von einer neuen LP wurde schon vor einiger Zeit gesprochen, aber dann hörte man lange Zeit gar nichts mehr … Ich hatte schon die Hoffnung ad acta gelegt. Doch dann im Dezember wurde die Releaseparty zur Platte angekündigt. Das Konzert in der “Scheune” war erstklassig. Und auch das Album “Zwischen allen Fronten” lässt keine Wünsche offen und bietet richtig guten hitlastigen PunkRock. Keinen überflüssigen Schnellschuss, den sich Alt-Punkbands regelmäßig im Reunionüberschwang leisten. Ich befragte Bassist Jörg zur neuen Platte und erhielt erfrischend ehrliche Antworten … aber lest selbst:
Hallo Jörg, erst mal Glückwunsch zur wirklich gelungenen neuen Platte. Aber jetzt mal raus mit der Sprache, in den 80ern habt ihr von 1987- 1990 vier Tapes veröffentlicht. Das ging damals ruckzuck. Für die neue Platte habt ihr seid der Reunion sechs Jahre gebraucht. Bisschen lange oder? Die Platte war immer mal wieder angekündigt worden. Wieso hat es letztlich so lange gedauert?
Vielen Dank. Der Unterschied war, dass wir damals alles im Proberaum zusammen gespielt und direkt aufgenommen haben. Nicht mal der Gesang oder Gitarren-Overdubs wurden nachträglich hinzugefügt. Wenn wir uns verspielt haben, wurde der Song eben noch mal gespielt. Wir waren meist an einem Tag fertig und am nächsten Tag konnte man es schon auf Tape veröffentlichen. Die Aufnahmequalität war aber dementsprechend und musikalisch war auch vieles nur so hingeschludert. Die neue Platte haben wir natürlich in einem richtigen Studio aufgenommen und viel mehr Zeit und Mühe investiert (und viel Kohle natürlich!). Man arbeitet viel länger an den Aufnahmen und das Mischen dauert dann auch seine Zeit. Man kann nicht 15 Lieder an einem Tag mischen. Irgendwann hat man kein Gehör mehr. Dazu kam, dass wir zwischen den einzelnen Aufnahme-Sessions oft monatelang gar nichts dran gemacht haben. Jeder von uns hat noch viele andere zeitintensive Verpflichtungen, da ist es oft schwer auf einen Nenner zu kommen.
Wie waren die ersten Reaktionen nach der Releaseparty, also bezüglich der Platte?
Die CD ist ja erst vor kurzem erschienen. Bis jetzt habe ich noch nicht viele Rückmeldungen. Nach der Releaseparty gab es sehr viel Lob. Auch von Leuten, die immer sehr kritisch sind. Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber vielleicht war beim Publikum die Erwartungshaltung nicht sehr hoch.
Na, Na nicht gleich so pessimistisch …
Meine Überhits sind “Geisterstadt”, “Kaltfront” und “Wie ein Fremder”? Was sind deine “Hits”? Gibt es Publikumsfavoriten?
Ich bin da gar nicht aussagefähig. Frag mich mal in einem Jahr. Die letzten Monate musste ich die ganzen Songs so oft anhören, analysieren und bearbeiten, dass sie mir zum Hals raushängen! Es fallen mir immer noch Dinge auf, die man hätte besser machen können. Die ersten Songs haben wir Anfang 2008 aufgenommen. Inzwischen würde ich einige ganz anders spielen. Aber jetzt ist es abgeschlossen. Jetzt geht nichts mehr. Ich bin froh und lass es erst mal sacken. Die Reaktionen des Publikums auf einzelne Songs kann ich nicht einschätzen. Mich erstaunt nur immer wieder, was sich die Leute live so an alten Songs wünschen. Da sind welche dabei, wo es mir kalt den Rücken runter läuft und ich mir wünschte, wir hätten sie nie gespielt, geschweige denn aufgenommen.
Naja, aber es sind sicher auch Songs, die Euch bekannt gemacht haben. Vor allem solche Gassenhauer wie “Rudi” oder “Scheißegal” sind für viele Leute Klassiker. Gerade bei “Rudi” feiern die Leute immer total ab. Selbst punk-unkundige Menschen finden das Lied super.
Das behauptest du jetzt. Gegen die genannten Songs habe ich persönlich auch nichts. Aber Musikgeschmack ist subjektiv. Andere Leute wünschen sich noch ganz andere alte Songs. Manche sogar den Original-80er-Jahre-Probenraum-Sound. Und wieder andere haben von dem alten Kram die Nase voll und wollen nur neue Songs hören. Wir können es nicht allen recht machen. Deshalb machen wir was uns Spaß macht. Ein Teil des Publikums wird sowieso immer was zu meckern haben.
Wer ist denn überhaupt noch von der alten Besetzung dabei?
Blitz (Gitarre) und ich (Bass) sind Gründungsmitglieder und Tom (Gesang) gehörte von 1987-88 zur alten Besetzung. Unser Schlagzeuger Micha ist seit unserer Reunion 2005 dabei. Live unterstützt uns manchmal als zweiter Gitarrist Malo, der fast zwanzig Jahre jünger ist als ich.
Ich kann mich an ein KALTFRONT-Konzert mit Rummelsnuff als Gastsänger erinnern? Der dicke Käptn hat ja schon auf Eurem Reunionkonzert gespielt. Kann man da eine weitere Zusammenarbeit erwarten?
Das soll ja nicht zur Gewohnheit werden. Vielleicht machen wir mal was im Studio zusammen. Aber live lassen wir uns lieber was Neues einfallen, wenn es wieder mal die Gelegenheit gibt, einen Spezialgast zu präsentieren.
Was mir besonders gut an der Platte gefällt, ist dass der Bezug zu den “alten” KALTFRONT musikalisch durchaus vorhanden ist. Trotzdem wirkt sie vom Gesamteindruck zeitgemäß. Irgendwie im “Hier und Jetzt” verankert? War das für Euch wichtig? Ich meine, diese ganze Nostalgiekiste kommt ja auch, gerade beim Ostpunk, gut an.
Es liegt wahrscheinlich daran, dass unser Songwriting und die Art der Texte immer noch ähnlich wie früher sind, aber handwerkliche Fähigkeiten, Instrumente und Technik viel besser geworden sind. Den Ostpunk-Bezug können wir nicht verleugnen. Über dieses Etikett haben uns viele überhaupt erst wahrgenommen. Aber für uns ist es wichtig, dass wir uns davon emanzipieren. Wir wollen keinesfalls in so einem Ostpunk-Revival-Ding stecken bleiben. Das ist doch nichts anderes als dieses unsägliche Ost-ROCK-Revival mit Bands wie Puhdys, City und was weiß ich, wer da noch aus der Gruft geholt wird. Nein, es war nicht alles gut in der DDR…
“Zwischen den Fronten” ist ein guter Albumtitel. Passt auch irgendwie zu eurer Bandgeschichte? Ihr ward/seid weder plakativer Deutsch-Punk aber auch kein introvertierter EA80 Schlaupunk. Irgendwie anders…. Für mich angenehm anders.
Zu dumm für Schlaupunk, aber zu schlau für Dummpunk! Guter Slogan. Aber es geht weniger darum, was für eine Art PUNK wir sind, sondern eher darum, ob wir überhaupt PUNK sind. Exemplarisch war unser Erlebnis beim Force Attack 2010. Einige hatten uns im Vorfeld schon gewarnt und gefragt, ob wir ernsthaft dort spielen wollen. Diese Bedenken haben sich leider bestätigt. Es sollen wohl 8000 Besucher dort gewesen sein, unser Auftritt hat vielleicht fünfzig interessiert (die dann allerdings auch jeden Text mitsingen konnten). Als nach uns die nächste beliebige Oi-Punk-Band gespielt hat, war vor der Bühne wieder alles voll. Ich habe mich dort von Anfang an völlig fehl am Platz gefühlt. Und wenn uns DIESES Publikum genauso gefeiert hätte, wie die anderen Bands, ich glaube ich hätte aufgehört zu spielen und wäre sofort aus der Band ausgestiegen. Wenn man in keine Schublade so richtig reinpasst, wird man von dem ganzen Szene-Volk ignoriert. Die blicken nicht über ihren Tellerrand. Aber damit kann ich gut leben.
Ich höre aus deinen Worten so eine gewisse Distanz zur aktuellen PUNK-Szene raus. Was ist dein momentaner Eindruck? Mir kommt es momentan so vor, als würde alles in kleine Einzelszenen zersplittern.
„Distanz“ ist noch untertrieben. Mich interessiert das nicht. Szene, egal welche, bedeutet musikalische, modische und ideologische Diktatur. Viele, die sich damit nicht voll identifizieren können, zimmern sich ihre persönliche Splitterszene zusammen. Das ist ja grundsätzlich in Ordnung. Aber warum muss man sich so wichtig nehmen und dem auch noch bedeutungsschwangere Namen geben? Der Begriff PUNK dient für mich nur als stilistische Orientierung. Bei dem Wort denke ich immer noch an das, was damals darunter verstanden wurde, als wir angefangen haben PUNK zu machen. Wahrscheinlich ist das nicht mehr aktuell.
Auch auf der neuen Platte reiten wieder `ne Menge Cowboys in den Sonnenuntergang. Woher kommt der Reiz an dieser Westernromantik?
Westernromantik ist es auf keinen Fall. Dann würden wir wertkonservativen Country spielen und Cowboyhüte tragen. Uns fasziniert eher die brutale Trostlosigkeit der Italo-Western, wo alle romantischen Wildwest-Klischees ad absurdum geführt werden.
Soweit ich das mitbekommen habe, tretet ihr meist nur im Großraum Sachsen auf. Gab es auch mal Anfragen von weiter weg oder seid ihr ein rein Ostdeutsches Phänomen? Kann man im Rahmen der Albumveröffentlichung ein paar mehr Konzerte erwarten?
Der größte Teil unseres Publikums lebt im Osten. Manchmal kommen auch Anfragen aus dem Westen, oft von Exil-Ossis, aber der Aufwand und das Risiko sind uns zu groß. Es ist schon ein Unterschied, ob man 150 km fährt oder 500 km. So richtig heiß sind wir nicht darauf, uns die Wochenenden auf den Autobahnen um die Ohren zu schlagen. Aber klar, ab und an müssen wir mal auftreten. Es wird überwiegend im Osten sein. Aber nicht all zu oft. Wir haben anderweitig viel zu tun und wollen auch niemanden auf die Nerven gehen.
Ich danke fürs Interview
Stephan
www.kaltfront-dresden.de
www.eastsiderecords.de
Ich treffe Matt “Gonzo”Röhr im Rahmen seiner “Blitz und Donner” 2011 in der Turbinenhalle Oberhausen. Auch wenn mir nur gut 12 Minuten für`s Inti bleiben (wenige Minuten später startet bereits die Show) ,nimmt sich Gonzo in Ruhe die Zeit für meine Fragen. Der Ex-Onkel ist absoluter Vollprofi, dabei aber absolut sympathisch, ehrlich und extrem freundlich.
Marcel: Gonzo, dein neues Album heißt “Blitz und Donner”. Sollen sich die Leute nach dem hören wie von “Blitz und Donner” erschlagen fühlen oder was bedeutet der Titel?
Gonzo: (Lacht) Weder noch. Der Titel soll eigentlich Ausdruck von Zorn und Wut sein. Der Titel soll auch auf die Song hinweisen. Das Album und die Songs sind roh und unbelassen. Quasi wie ein Live Album. Das ist die Idee hinter dem Titel.
Marcel: Nach dem Ende der Onkelz hast du ja eine ganz andere Musik gemacht, die nicht wirklich viel mit der alten Richtung zu tun hatte. Wie kam es, das du mit “Blitz und Donner” wieder Back To The Roots gegangen bist?
Gonzo: Ehrlich gesagt haben mich Fans und Freunde darauf angesprochen und zwar eine ganz schön lange Zeit. Mal endlich wieder was auf Deutsch zu machen. Zur Zeit war ich aber gerade mit anderen Sachen unterwegs und hatte da gar keinen Bock drauf. Nachdem sie aber keine Ruhe gegeben haben habe ich gesagt: “O.K, weißt du was? Ich mach jetzt einfach mal 1-2 Songs um zu sehen ob es mir Spaß macht und funktioniert. Und ob es mich kickt. Und wenn es funktioniert, dann kann ich mir es vorstellen das auf Deutsch zu machen .Dann habe ich zwei Songs gemacht. Der eine war direkt “Sekt oder Selters” und es hat totale Laune gebracht und so habe ich gesagt: „Machste jetzt ein ganzes Album auf Deutsch“. Das bringt`s jetzt grad.
Marcel: Du hast ja auf dem neuen Album nicht nur die Gitarre, Bass und Produktion übernommen, sondern auch den Gesang. War dir das von Beginn an klar, das du auch diesesmal wieder den Gesang übernehmen wirst?
Gonzo: Ja, das war so geplant.
Marcel: Du hast mit Michael Ehre und Ferdy Doernberg ja zwei recht bekannte Musiker bei dir in der Band. Wie hast du die Leute ausgewählt bzw. die Band zusammengestellt?
Gonzo: Ferdy kannte ich vorher schon, seid geraumer Zeit. Und zwar seid der letzten Tour mit der ich in Deutschland war. Vor ca. 3-4 Jahren. Da habe ich Ferdy kennengelernt. Ich kannte ihn natürlich als Musiker von Axel Rudi Pell oder Uli John Roth. Über Ferdy kam auch der Kontakt zu Michael zustande. Ich habe auch einen Drummer gesucht der wirklich fit ist, also auch mit Double Bass und diesen ganzen Geschichten. Michael war damals zu der Zeit noch bei Firewind (Griechische Metal Band mit Gus.G an der Gitarre, aktueller Ozzy Osbourne Gitarrist; Anm. Marcel) Und ich hab gesagt: “Michael ich geh auf Tour, hast du nicht Bock mitzukommen”? Leider konnte er nicht, da er mit Firewind in den USA auf Tour war. Und ich sag:”Scheiße” (lacht laut).Ich hatte aber einfach keinen Bock mir nen` anderen Schlagzeuger zu suchen. Zufälligerweise ist er aber dann bei Firewind ausgestiegen und hat mir dann drei Monate später die Tour zugesagt. Ich bin echt froh darüber das ich die Jungs an Bord habe .Es funktioniert hervorragend, es sind super Musiker, das steht natürlich außer Frage und wir haben Spaß. Und wir proben uns gerade schon ein für das nächste Jahr z.b. für Sommer Festivals und den zweiten Teil der Tour.
Marcel: Planst du denn schon möglichst schnell ein neues Album nachzulegen?
Gonzo: Mit den Album Arbeiten wollte ich erst Ende nächsten Jahres beginnen. Wir wollen jetzt erstmal viele Konzerte machen, bis zum Sommer 2012.
Marcel: Eine Frage kann ich dir jetzt aber nicht ersparen. Wirst du heute Abend auch ein paar Onkelz Nummer spielen?
Gonzo: (Lacht erneut).Das ist doch ganz klar. Da habe ich auch lustige Sachen gelesen bevor es auf Tour ging. Als bekannt wurde das ich auch Onkelz Songs spiele,tauchten dann plötzlich so Kommentare auf, wie z.b: “Wie, der spielt jetzt Onkelz Songs”? “Die höre ich mir doch lieber von einer Cover Band an”. Da habe ich mir gedacht: Von dem der die Songs mitgeschrieben hat, wollt ihr die Songs nicht hören? Da geht ihr lieber zu irgendeiner Cover Band und hört euch die Songs da an? Das kommt mir echt ein bisschen komisch vor. Um es kurz zu machen: Es ist ganz klar. Es war eine lange musikalische Karriere und ich muss natürlich Songs, welche ja zu mir gehören, von ganz früher bis heute spielen. Das geht von den Onkelz Sachen, bis hin zu zwei Songs von den Englischen Alben, zwei Instrumental Songs bis hin zur Blitz und Donner Präsentation.
Es gehört aber definitiv dazu. Stell dir vor du würdest auf ein Konzert gehen, von deiner Lieblingsgruppe oder von einem Mitglied deiner Lieblingsgruppe und der würde die alten Songs nicht spielen? Das ist doch unmöglich. Wenn ich dahin gehen würde, und er würde die alten Sachen nicht spielen, sage ich ganz klar: “Was für ein Arsch” (Lacht erneut).
Marcel: Du warst bei den Onkelz ja immer sehr aktiv auf der Bühne. Fühlst du dich durch die Doppel Belastung Gitarre / Gesang nun etwas limitiert?
Gonzo: Das rumlaufen fehlt mir natürlich und die Bühne ist sicher auch ein ganzes Stück kleiner in den Clubs. Da kannst du dann nicht mal eben vom Mikrofon weg gehen. Ich kann mich natürlich schon etwas weniger bewegen.
Marcel: Du hast dein Album ja komplett alleine produziert und komponiert. Könntest du dir vorstellen auch einmal andere Künstler zu produzieren oder für andere Leute Songs zu schreiben?
Gonzo: Ich hab so was ja schon einmal gemacht. Das war dieser Ralley Song ( „Fire & Gasoline“ ,Anm.Marcel) mit Lina van de Mars (Autorin und Schlagzeugerin aus München; Anm.Marcel).Das war ja so eine Auftragsproduktion. Das kam vom deutschen Ralley Bund. Die haben halt angefragt ob man so was machen könnte. Die hatten schon ihre Vorgaben bzw. was sie sich so vorstellen können. Das der Text z.b. auf Englisch sein soll und der Song keine politische Aussage enthalten darf usw usw…Das war wirklich eine Auftragsproduktion, die ich bis jetzt einmal gemacht habe. Das hat auch Spaß gemacht. Eine komplette Produktion mit einer Band kann ich mir jetzt zur Zeit nicht vorstellen. Als Gastmusiker zu spielen schon. Das habe ich letzte Woche auch gemacht, ich darf allerdings noch nicht sagen bei wem. Als Gastmusiker zu spielen das macht Spaß, aber eine komplette Produktion, außer meine, zu machen, da habe ich zur Zeit kein Interesse dran.
Miles To Go waren eine Old School Straight Edge Band aus`m Pott.Von Beginn an in aller Munde.Mal geliebt,mal gehaßt.Die Band war auf dem besten Wege sich einen dauerhaften Platz in der HC Liga zu erspielen,löste sich aber überraschend 2009 auf.Wir sprachen mit Sänger Marcel und Gitarrist Sascha über die Gründe des Split`s und einiges mehr.
CU:Marcel,Sascha,wir fangen mal anders herum an.MTG haben sich 2009 überraschend und sehr still aufgelöst.Wie kam es zum Split der Band?
Sascha: Das Problem war, dass wir, nachdem unser alter Drummer die Band verlassen hat, niemand passenden für diese Position gefunden haben. Wir anderen wollten definitiv weiter machen und haben den einen oder anderen Drummer vorspielen lassen aber letztendlich haben wir den passenden Ersatz nicht finden können.
Dass wir uns so still und leise verabschiedet haben war in der Form eigentlich nicht geplant. Wir waren einfach davon überzeugt den Platz hinter den Drums ziemlich schnell wieder besetzen zu können und somit keine große Pause einlegen zu müssen. Da waren wir wohl etwas blauäugig.
CU:Ihr habt als Lupenreine Old School Band begonnen,was sehr großen Anklang fand .Eure “Outburst” EP hingegen ging deutlich mehr in die “NY/HC” Ecke.Wie kam es zu dieser Entwicklung,und glaubt ihr,das euch das “Fans” gekostet hat???
Sascha: Zwischen dem ersten Demo und der Outburst EP liegen gute 3 Jahre und in dieser Zeit hat sich jeder von uns weiter- bzw in eine andere Richtung entwickelt. Der musikalische Geschmack hat sich einfach verändert bzw. erweitert und das spiegelt sich natürlich in der Musik wider. Ein weiterer Grund für diese Entwicklung dürfte der Zuwachs in Form einer zweiten Gitarre sein. Neue Bandmitglieder bringen natürlich auch neue Einflüsse mit.
Mit Sicherheit hat uns dieser Wandel Fans gekostet aber genauso haben wir neue dazu gewonnen. Ich denke mal, dass das in der Natur der Dinge liegt. Man kann nicht jeden zufrieden stellen.
CU:MTG waren von Beginn an im Fadenkreuz der “HC Polizei”.Zum Teil gab es heftige Beleidigungen gegen die Band und auch speziell gegen dich Marcel.z.b. auf Allschools.Was denkt ihr woher kam das und wie geht man persönlich damit um?
Marcel: Einige Leute aus der tollen „Hardcore Szene“ fühlten sich provoziert, da Teile der Band bei jeder Show mit den neuesten Sneakern, Caps usw aufgelaufen sind. Und wie die meisten nun mal sind, mussten sie sich hinter ihrem PC verstecken und uns persönlich angreifen. Dazu kam noch, dass zwei MTG-Mitglieder bei Tears Of Blood gespielt haben. Das war einigen ein Dorn im Auge. Persönlich angesprochen wurden wir nie, dafür waren sie alle zu feige.
Sascha: Rückblickend würde ich sagen, dass es nie einen triftigen Grund für diese Abneigung gab. Am Anfang haben wir uns auch oft gefragt, woran es liegen könnte und was wir denn nur falsch machen bzw. was wir ändern könnten. Aber irgendwann kam der Punkt wo es uns einfach nur noch egal war. Natürlich haben wir dann das ein oder andere Mal auch mit Absicht für „Zündstoff“ gesorgt, einfach aus dem Grund, dass wir dieses ganze Gerede nicht mehr Ernst genommen haben. Manche Menschen haben einfach zu viel Zeit, regen sich über völlig triviale Sachen auf und machen aus einer Mücke einen Elefanten!
CU:Auf eurem ersten Demo habt ihr mit “Our Place” den “Bollo HC” bzw.die Leute die auf Shows nach Ärger suchen kritisiert.Das wurde euch oft böse ausgelegt,da Marcel ja auch bei Tears Of Blood gesungen hat.Zudem wurde oft kritisiert,das ihr ja selbst alle dicke Marken Klamotten am Start habt,was ja auch nicht zur HC Attitüde passt.Was sagt ihr zu solchen Vorwürfen?
Marcel: Für mich waren Tears Of Blood nie eine Bollo Band, es war einfach Hardcore mit Metaleinflüssen. Die Vorwürfe fingen mit dem Kings Will Be Kings Video an, in dem es heftig mit violent dancing etc abging. Zu der Zeit hatte ich halt Bock mal was neues auszuprobieren. Die Leute, die beim Hardcore schon lange dabei sind, müssten auch wissen, dass ich vor Tears Of Blood auch eine reine old school Band hatte. In dem Miles To Go Song „our place“ ging es ja gegen Leute, die auf Shows kommen, um Streit zu machen. Ich habe auch mit Tears Of Blood nie Streit gesucht, frage mich warum Leute auf so was kommen. Ich hätte auch bei Tears Of Blood über das Thema schreiben können.
Warum sollte ich keine Marken Klamotten tragen? Was ist daran schlimm? Wenn ich auf die Sachen stehe, dann ist es halt so. Die Leute sind alle zu engstirnig und haben einen Stock im Arsch stecken. Kleidet sich mal jemand nicht wie ein Gammel, ist er direkt ein Faker etc. es sollte doch jedem selbst überlassen sein, was er für Klamotten trägt. Muss ich jetzt einen Jutebeutel und die neue American Apparel Kollektion haben, wenn ich beim Hardcore dabei sein möchte? Ich denke nicht.
Sascha: Die Sache mit den Markenklamotten würde völlig, und zu Unrecht, immer wieder thematisiert. Man darf nicht vergessen, dass es im Endeffekt einfach nur Klamotten sind. Nicht mehr und nicht weniger. Ob teuer oder günstig. Es ist ein Stück Stoff. Wenn mir was gefällt, dann kaufe ich es, ob Marke oder nicht. Ich hab nie verstanden, wie man sich über so was so sehr aufregen kann. Man hat ja sonst nichts zu tun.
CU:Marcel,vor MTG hast du ja bei Tears Of Blood gesungen,was ja eher Metal war als Old School.Wie kam es überhaupt zu der Gründung von MTG.Hast du einfach wieder Lust auf Old School Mucke gehabt???
Marcel: Da ich sowieso schon immer auf den alten Sound stand, hatte ich wieder Lust auf eine old school Band. Der damalige Tears Of Blood Drummer war auch eher ein Freund von old school und wir haben uns die Leute für Miles To Go zusammengesucht.
CU:Oft setzten sich ja neue HC Bands aus “Alten Haudegen” zusammen,welche vorher schon in zig anderen Bands gespielt haben.Bei MTG waren eher “Unbekannte” Leute am Start.Wie kamt ihr zusammen und erzählt doch mal was über euren Background.
Sascha: Mats und Marcel kannten sich ja, wie bereits erwähnt, schon von Tears Of Blood. Ich war schon länger auf der Suche nach einer Old School Band und hatte damals diverse Anzeigen geschaltet und irgendwann meldete sich Marcel auf eine dieser Anzeigen. Unser Bassist (Simon B.) hatte kurze Zeit später über das Internet Kontakt zu uns aufgenommen und unseren zweiten Gitarristen (Simon H.) kannten wir von Shows.
CU:Du standest mit Indication ja kurz vor dem Durchbruch.Da hat sich die Band plötzlich aufgelöst.Bei MTG war auch plötzlich Schluß.Frustriert so etwas nicht sehr???
Marcel: Am Anfang ist man natürlich Mega frustriert und denkt sich „wofür habe ich das jetzt alles aufgebaut“? aber nach und nach geht man damit gut um und es gibt immer die Möglichkeit eine neue Band zu machen.
CU:Ihr wart von Beginn an eine Straight Edge Band.Wie wichtig war euch das,und galt bei euch das Motto “Keine Kompromisse” oder hättet ihr auch nicht Edger in die Band geholt???
Sascha: Jeder in der Band hat da seine eigene Ansicht, ich kann also nur für mich reden. Für mich war das Thema immer sehr wichtig und ist es auch noch. Straight Edge ist eine gute Sache und ich bin stolz diesen Weg zu gehen, diese Einstellung bzw Erfahrung wollte ich mit anderen teilen.
Zu der zweiten Frage kann ich nur sagen, dass wir, wenn wir einen Drummer gefunden hätten der nicht Edge gewesen wäre, weiter gemacht hätten, allerdings nicht unter dem Namen Miles To Go. Miles To Go war eine Straight Edge Band und wird es auch immer bleiben.
CU:Kommentiert doch bitte mal eure Platten in Chronologischer Reihenfolge:
2006 Dead End Road Demo (Sascha: Neben der Split 7” unsere beste Platte. Man hätte die Stücke nur um einiges schneller spielen sollen)
2007 Times Like These Demo (Sascha: Da war der Unterschied zum ”Dean End Road” Demo schon deutlich zu hören. Weg vom reinen Old School)
2007 Split 7” mit When Seasons Change (Sascha: Super Platte. Geht wieder mehr in Richtuung Old School.)
2009 Outburst 7”/cd (Sascha: Stumpf ist Trumpf war hier die Devise. Weg vom Old School hin zum NY Sound)
CU:Nun könnt ihr euch noch mehr Feinde machen. Was denkt ihr über die HC Szene Heutzutage und ihre Entwicklung???
Sascha: Das Problem ist, dass man nicht von EINER Szene reden kann. Man ist zwar geneigt das Wort „Unity“ in den Mund zu nehmen wenn man von Hardcore spricht aber wirklich passend ist das nicht. Es gibt mehrere kleine Szenen bzw. Gruppierungen und jeder macht sein Ding. Wer was anderes behauptet lügt!
CU: Wie sieht eure Musikalische Zukunft aus???
Sascha: Marcel und unser Bassist Simon B. haben momentan nichts Neues am Start. Simon H. spielt mittlerweile in einer Pop-Punk Band und von mir wird’s bald auch was Neues geben.
(Dieses Interview führte Marcel für Crazy United
Eure neue CD heißt “Bleeding Hardcore”.Meint ihr damit die blutenden Ohren die der Hörer von eurer Mucke bekommt oder die doch in einigen Teilen sehr gesplittete Hardcore Szene oder was gänzlich anderes?
SCHROD : Sicherlich eine interessante Interpretation. Aber in diesem Falle hat es mit beidem nix zu tun. Im Großen und Ganzen soll es unsere Verbundenheit, Einstellung und Leidenschaft zu dieser Musik ausdrücken. Ich für meine Person bin jetzt 21 Jahren mit dieser Musik verheiratet. In dieser Zeit habe ich viel erlebt, geschwitzt, geblutet. Körperlich wie mental. Jeder weiß, welch intensives Gefühl es ist zu bluten, positiv wie negativ. Wenn man blutet, wird einem sehr viel bewußt. Blut läßt uns nach Leben streben und viel Kraft, Willen entwickeln. Der Titel dient auch als Metapher für die Entstehung dieses Albums. Wir haben eine Menge Arbeit und Gefühle in dieses Album gesteckt. Einen anderen Titel, der dies alles auf einen Punkt gebracht hätte, gab es einfach nicht.
Ihr zockt einige sehr old schoolige Mischung allen möglichen HC Bereichen,man hört Einflüße von Hatebreed den Rykers bis hin zu First Blood und den Anticops.Könnte man das so stehen lassen?Liegen dort eure Roots oder würdet ihr euren Sound einfach als POH Sound bezeichnen?
INGE: Old school ist schon in Ordnung, aber wir haben unterschiedliche musikalische Wurzeln, die sicherlich bei jedem ihren eigenen Einfluss hinterlassen haben. Bei mir zB. sind‘s schon Sachen wie Slapshot, Dead Kennedys, Slime oder auch Slayer. Auf unserer Myspace-Seite umschreiben wir’s mit „All Styles of fuckin hard music“ Ich sage mal das passt schon.
Wie entstehen eure Songs? Wie könnt ihr euch auf einen Nenner einigen??? Ihr habt ja auch ein ehemaliges Mitglied von Postmortem am Start,die ja doch eher Death Metal gezocken.
Meistens setz ich mich zu Haus an die Gitarre, hab entweder schon n Riff in petto oder klimper n bisschen rum – und Zack – Idee im Kopp, ne coole Hookline gebastelt, aufn Recorder gehämmert und per Mail an die Kollegen geschickt. Im Probebunker wird’s dann auseinandergenommen, wieder zusammengesetzt, finalisiert und entweder es knallt oder fliegt raus! Insgesamt gesehen wissen wir schon in welche Richtung es gehen soll und gibt’s mal unterschiedliche Meinungen, kann man noch miteinander reden, ohne dass wir uns gleich die Rübe einschlagen.
MIRA: Mit Zucker und Peitsche geht’s immer gut mit den Jungs *lol*.
Eure Texte sind wie eure Musik eher simpel gehalten, wirken dadurch aber viel ehrlicher und direkter. Habt ihr das bewußt so gemacht damit der Hörer kein Wörterbuch braucht oder wollt ihr somit einfach direkter auf den Punkt kommen und besser verstanden werden?
SCHROD : Als simpel würde ich unsere Musik nicht unbedingt bezeichnen. Es gibt da schon diverse Schmankel, musikalisch wie auch inhaltlich. Es ist aber schön zu lesen, das unser Anliegen erkannt und verstanden wird. Sicherlich haben wir den Focus nicht aus den Augen verloren, direkt, ehrlich und auch leichter konsumierbar zu sein. Wir sind Underdogs und sprechen die Sprache der Straße. Da ist nun mal kein Platz für schöne Worte und verschachtelte Polyrhythmen.
INGE : Ich find die Mucke muss nicht technisch perfekt sein, und nen Professor für Literatur haben wir auch nicht. Was wichtig ist, es muss krachen und Eier haben, zudem machen wir keine Musik für Musiker, sondern für den MOB und natürlich für uns!!
Wenn man euer gesamtes Package betrachtet seid ihr eine Band die das Thema Unity noch lebt bzw.praktiziert.Gut zu hören bei dem Song “Hardcore Brotherhood”.Wie denkt ihr über die heutige HC Szene,die ja doch in viele Gruppen aufgeteilt ist und hier und da eher durch Hip Hop und fette Ketten als gute Musik auffällt. Was ist HC für euch genau?Wie wichtig ist euch der HC “way of life”???
MIRA: Also das Thema Zusammenhalt und Freundschaft sind nicht unbedingt auf den Hardcore zu münzen, sondern eben unser „Way of life“. Bei POH geht’s sehr familiär ab, wir treffen uns nicht nur im Proberaum oder zum live zocken, sondern eben auch ausserhalb mit anderen Freunden zum feiern, aber auch Küche streichen oder Umzug fahren. Freundschaften und Zusammenhalt sind für uns ein wichtiger Teil unseres Lebens.
Zur heutigen HC-Szene kann ich nur sagen, dass sie sehr vielfältig ist, es gibt viele junge und technisch coole Bands am Start. Allerdings wird auch Toleranz viel gepredigt und wenig gelebt, jeder sollte das Recht haben, musikalisch das durchzuziehen, worauf er Bock hat, da gibt es kein schwarz und kein weiß (Voraussetzung für mich: Texte/Inhalte sind vertretbar). Man muss nicht jede musikalische Schiene mögen, aber Respekt gegenüber anderen Bands sollte meiner Meinung nach schon vorhanden sein. Nur erkennen muss das jeder für sich selbst ;-).
Persönlich gehen mir Intoleranz und Respektlosigkeit auf den Sack, was sich z.B. im Moshpit beim Violence Dance äussert, wobei oftmals dieselben Leute predigen, dass doch bitte keine Tiere getötet werden dürfen, aber der Fuss beim Nachbarn im Gesicht landet.
Habt ihr euch bewußt als Trio gegründet?Ist das Leben on the road so einfacher oder ist es angenehmer sich die Gage durch drei als z.b durch 5 zu teilen? ;-)Habt ihr schon mal über ne zweite Klampfe nachgedacht?
INGE: Mira und ich haben nach dem Ableben unserer alten Combo erst mal einen Drummer gesucht, und dabei ist’s bis dato geblieben. Zu dritt ist‘s schon einfacher, im Proberaum krakeelen nicht so viele Leute durcheinander, man braucht unterwegs ein kleineres Auto, weniger Leute nerven rum und sooo viel mitschleppen muss man auch nicht.
Wir hatten auch schon einige Kandidaten für den zweiten Gitarrenposten, aber so richtig gefunzt hat‘s nicht, ist auch sicherlich nicht so einfach, neu in ein gefestigtes Kollektiv mit ihren Macken einzusteigen, und wir sind auch nicht unbedingt drauf angewiesen, muss eben auch menschlich passen.
Ihr habt auf eurer neuen CD mit Schulle von Toxpack und Gary von Pro Pain zwei bekannte Gastsänger am Start.Viele Leute werfen einem bei so was ja immer nur Name Dropping vor.Was verbindet euch mit den Jungs und wieso habt ihr gerade die beiden “ausgewählt”?
MIRA: Wir sind mit beiden Bands sehr gut befreundet, mit den Jungs von TP teilen wir uns einen Proberaum und haben, auch schon mit unseren alten Combos, live zusammen gezockt. Dadurch kam die Idee, zusammen Mucke zu machen. Wir mögen uns einfach und haben auch neben der Musik zusammen Spass. An dieser Stelle noch mal ein Dankeschön an Gary und Schulle für ihren Einsatz!
Ihr habt in den Berliner Kugelphone Studios aufgenommen,die ja bekannt sind für einen dicken Sound. Wie verlief die Arbeit im Studio? Seid ihr mit dem sehr rauhen,aber dennoch dicken Sound zufrieden? Mal angenommen ihr hättet richtig viel Kohle,hättet ihr einen “Traumproduzenten” mit welchem ihr gerne mal aufnehmen würdet?
SCHROD:Die Aufnahmen waren auf jeden Fall sehr relaxt und lustig, schleppten sich aber leider etwas hin. Wir hatten in der Zwischenzeit noch einige Verpflichtungen und Micha mit Anticops ebenfalls. Letztendlich haben wir 9 Tage für die Produktion benötigt, die sich aber auf 6 Wochen ausdehnten. Wir sind mit der Arbeit im Kugelphone sehr zufrieden und hegen die Absicht, unser nextes Album wieder dort zu produzieren. Sicherlich gäbe es da einige Traumkandidaten für ein fettes Album. Es wäre schon interessant, wie unser Material klingen würde, wenn Zauberer wie Rick Rubin, Don Fury, Tue Madsen, Scott Burns, Colin Richardson, Ross Robinson, Zeus, Steve Richards oder Brendan O`Brien Hand anlegen würden. Oder vielleicht sogar Dieter Bohlen – haha
Ihr seid auch live sehr aktiv. Seht ihr mehr Sinn in einzelnen Shows oder würdet ihr auch gerne mal ne Tour fahren? Ggf.auch als Support?
MIRA: Live spielen macht uns einfach Spass. Man bekommt eine Menge Input, lernt viele Leute kennen, kommt durchs Land und kennt irgendwann auf der Autobahn alle Raststätten, die Läden mit dem goldenen M und kann auch mal ein wenig Kultur machen und sich die Gegenden, in denen man noch nie gewesen, mal genauer anschauen.
Klar würden wir auch gern mal eine längere Tour spielen, um nicht nach 2 oder 3 Shows hintereinander gleich wieder in das „Alltagsloch“ zu fallen, wo man den Knopf sucht, vom Rock’n’Roll auf Seriös umzuschalten. Grundsätzlich arbeiten wir mit Hochdruck an allen Fronten, um viel unterwegs zu sein.
Ich bin immer sehr gerne in Berlin und finde das die Berliner HC Szene einfach top ist.(siehe Final Prayer,Devil Inside oder Disrespect u.v.a.)Vielleicht könnt ihr ein paar Worte über die Berliner Szene erzählen und woran liegt es das dort so viele gute HC Bands herkommen?
SCHROD : Ich kann dies gut nachvollziehen. Ich liebe diese Stadt ebenfalls vom Herzen. Sie überrascht jedes mal auf ein Neues und bietet für jeden alles. In Bezug auf die hiesige Hardcore – Szene brodelt es schon immer gewaltig. Kaum sind Bands verschwunden, rücken neue gute Bands nach. Im Moment sorgen Bands wie All for Revenge, Tonedown oder Never Put Aside für ordentlich Staub im Moshpit. Aber auch alte Hasen wie Punishable Act, Anticops oder Final Prayer sind gut im Rennen. Es läuft alles sehr familiär ab und jede Band respektiert sich. Es werden gemeinsame Konzerte organisiert und alle haben sich lieb.
Berlin war schon immer ein großer Multikultimoloch und sicherlich vergleichbar mit einer Stadt wie New York. Berlin schläft ebenfalls nie. Das soziale Gefälle ist hier sehr ausgeprägt und die sozialen Schichten dermaßen konträr. Hier kann ein Penner mit einem reichen Schnösel zusammen ne Currywurscht an der nexten Ecke futtern, ohne sich in die Haare zu kriegen. Berlin war schon immer eine arme und reiche Stadt zugleich und kann durchaus auch ein hartes Pflaster sein. Dies bietet natürlich eine hervorragende Möglichkeit für harte Ausdrucksformen. Da ist doch eine Musikrichtung wie Hardcore prädestiniert. Ausländische Bands fühlen sich hier auch verstanden und touren gern, zumal es ja auch eine gute Klubszene gibt. Man kann schon fast auf jeder Damentoilette spielen, die ne Steckdose hat.
Darf ich euch fragen womit ihr euren Lebensunterhalt verdient wenn ihr grad mal nix mit der Band macht?
MIRA: Der Traum wohl eines jeden Musikers ist es, von der Musik leben zu können. Dem ist leider nicht so, so dass wir nebenbei ganz bodenständig für unseren Lebensunterhalt und gutes Handswerkszeugs im Proberaum sorgen müssen. POH zimmert nicht nur Songs zusammen, sondern kann auch mit Hammer, Nagel und ner Computertastatur gut umgehen ;-).
Wie steht ihr zum Thema Filesharing bzw.downloading?
MIRA: Ich finde es super, wenn sich Leute für unsere Mucke interessieren, denn natürlich lebt jede Band auch von einer guten Fangemeinde, die gehegt und gepflegt werden möchte. Unterstützen tut man aber kleinere Bands nur, indem man Konzerte besucht, CDs und Merch kauft. Und der kleineren Band tut es finanziell natürlich eher weh, wenn viele Leute die Pladde downloaden anstatt sie wirklich bei der Band einzukaufen, da sie ja kleinere Einnahmen und prozentual höhere Ausgaben für eine Produktion haben als z.B. AC/DC.
Und reinhören kann man ja im Internet in die „Bleeding Hardcore“, z.B. gibt’s einen schnieken Promoclip auf YOUTUBE: http://www.youtube.com/watch?v=gAp9vPSt7bk, aber auch auf unserer Homepage http://www.protectionofhate.de, oder bei Facebook und Myspace kann man einige Songs erlauschen und natürlich Infos erhalten.
Dieses Interview wurde von Marcel77 geführt
Auf dem aktuellen „Finest Noise“ Sampler fiel mir die Band „November Palace“ auf,welche es schaffen,relativ einfachen,aber absolut eingängigen Punk Rock mit weiblichen Gesang zu zocken,der directly ins Ohr geht und einfach nur Spaß macht.Ein Grund für`s Crazy United,dem Quartett aus Hellhausen mal kurz auf den Zahn zu fühlen.
Auf der Suche nach einem Sänger für eure neue Band lief euch Sängerin “Promilla” über den Weg.Kanntet ihr euch schon vorher?Wie seid ihr “zusammengekommen”?
Promilla: Beim Kistenschleppen. Dr. Mosh und ich haben uns bei einem Umzug, bei dem wir beide mithalfen, kennengelernt und irgendwie kamen wir dann auf das Thema Musik und seine Band ohne Sänger. Dann hat er mir ne CD von den Donnas, die ich damals noch nicht kannte, in die Hand gedrückt, ob ich damit was anfangen könnte. Ich hab’s mir angehört und dann kam eins zum anderen.
Denkt ihr das es für euch von Vorteil ist eine Sängerin und somit eine Art “Frauenbonus” zu haben oder ist euch das egal???Die männlichen Mitglieder stehen dann ja meist etwas abseits ;-)
Promilla: Ich hab eher das Gefühl, dass mancher Freund harter Gitarrenmusik grundsätzlich erstmal skeptisch ist, wenn ne Frau hinter’m Mikro steht, weil der zum Beispiel das Bild eines laut schreienden und wild umher springenden Berserkers vor Augen hat. Dann freut es mich umso mehr, wenn nach der Show einer ankommt und sagt: Cool!
Dr.Mosh: Von einem „Frauenbonus“ habe ich auch noch nicht viel gemerkt, sondern ich krieg auch eher diese merkwürdigen Vorurteile mit, die Promilla beschreibt. Promilla ist in unserer Band, weil sie einfach saucoole Gesangsmelodien über die Gitarrenriffs zaubert – und nicht, weil wir eine weibliche Galionsfigur für die Band brauchen. Mit männlichem Gesang würde das Ganze sicherlich auch funktionieren, aber es hätte einen anderen Charakter. Promilla bringt einen besonderen Charme in die Musik, und das gefällt uns – nachdem wir in unseren früheren Bands immer nur Brüllaffen am Mikro hatten…;-)
Die von euch genannten Einflüße a la Jingo de Lunch,Donnas,Killer Barbies treffen euren Style ganz gut,wobei man in eurem Proberaum und auf euren Shirts ne Menge Hardcore Poster sehen kann.Von welchen Bands seid ihr maßgeblich beeinflußt und habt ihr euch vorher festgelegt in welche Richtung ihr mit “November Palace” gehen wollt?Zumal eure Mucke ja eher “positiv” klingt,was bei vielen Metal oder HC Bands ja nicht der Fall ist.Habt ihr so ne Art Message?Wie soll sich der Hörer nach euren Songs fühlen?
Promilla: Unsere Message ist ganz einfach: Habt Spaß,lasst uns ein Bier zusammen trinken und seid einfach Rock’n'Roll! Aber in unseren Texten geht es natürlich nicht nur darum, sondern auch um andere Dinge.
Dr.Mosh: Also, wir haben alle schon einen ähnlichen Musikgeschmack. Und das ist praktisch, wenn man auf der Autofahrt zu nem Konzert sich nicht streiten muss, welche CD wir in den CD-Player schmeissen… Ich persönlich finde Punkrock mit weiblichem Gesang zwar auch total cool, aber höre wie die anderen männlichen Bandmitglieder auch am liebsten Jungspunkrock: Sick of it All, Social Distortion, No Turning Back, Teamkiller, Broilers usw. Wir haben halt früher alle in diversen Hardcorebands gespielt und das merkt man unseren Songs auch an, glaube ich. Die Bones haben in einem Interview mal sehr bildlich gesagt, dass es bei ihnen im Proberaum ähnlich wie auf’m Klo sei: Man drückt einfach und irgendwann ist einem egal, was am Ende hinten rauskommt, Punkrock, Metal, Hardcore, egal, Hauptsache, es rockt! Mir jedenfalls gefällt dieses Bild :-)
Ihr habt nun drei neue Tracks aufgenommen,plant diverse Sampler Beiträge und eventuell eine Split CD.Habt ihr schon Pläne oder bzw.arbeitet ihr bereits an einer Full Length?
Promilla: Pläne haben wir viele… ;-) Als nächstes erscheint der NRW Allstars Sampler Vol. 2, auf dem wir vertreten sein werden. Das freut uns besonders, weil da ne DIY-Idee hintersteckt und viele tolle Bands dabei sind. Für uns ist aber vorrangiger, dass wir live spielen. Die drei Songs aufzunehmen, hat zwar auch total Spaß gemacht und man ist nachher stolz wie Oskar, aber da steckt ja auch ne Menge Arbeit drin. Das soll nicht heißen, dass wir faul sind (räusper), aber ne Full Length – da müsste man ja richtig proben vorher!
Dr.Mosh: Abgesehen davon sind wir alle – außer Promilla – auch schon jenseits der 30, da hat man natürlich andere „Verpflichtungen“ als nen Student mit 21 und muss gucken, dass man alles unter einen Hut kriegt. Dadurch dauern manche Dinge dann halt ein bisschen länger, aber irgendwann schaffen wir es bestimmt, ne Best of-CD aufzunehmen mit den besten 14 Songs von unseren insgesamt 15 Songs…
Bis zum jetztigen Zeitpunkt macht ihr viel auf DIY Basis.Habt ihr euch schon bei Lables beworben oder wollt ihr bewußt weiterhin DIY bleiben?
Dr.Mosh: Für mich ist dieses DIY-Ding unmittelbar mit dem Musikmachen verknüpft. Die Songs hat z.B. ein alter Kumpel von mir zusammen mit uns aufgenommen. Das war total super, mit ihm den Feinschliff der Songs zu machen. Auch unser Bandlogo hat nen Kumpel gemacht, und ein anderer ist grad dabei, einen Techno-Remix von einem unserer Songs zu machen. Das ist einfach etwas anderes, als wenn das Leute machen, zu denen man nicht so ein persönliches Verhältnis hat. Auch die meisten unserer Konzerte kommen so zustande, dass eine befreundete Band uns zu ihrem selbst organisiertem Konzert einlädt und wir sie dann zu unserem. Das bedeutet zwar im Vorfeld mehr Arbeit, aber dafür macht das Konzert doppelt soviel Spaß. Und darum geht’s ja schließlich.
Ihr kommt aus Hellhausen – Wo zur Hölle ist das denn?
Promilla: Hm, das musst du schon selbst herausfinden ;-) Wir wohnen in drei verschiedenen Städten und da haben wir uns einfach auf den Namen des Ortes, wo wir proben, geeinigt und ihn etwas abgeändert.
In eurem Bandinfo schreibt ihr coolerweise,das ihr es nicht nötig habt 2 Stunden Soundcheck zu machen,keine 100.000 Monitore braucht oder 50 Leute für die Gästeliste …Habt ihr schon öfter negative Erfahrungen mit sog.”Headlinern” oder auch einfach nur möchtegern Rockstars gemacht?
Dr.Mosh: Ich organisiere seit Jahren – mal mehr, mal weniger intensiv – nebenher Konzerte, überwiegend mit regionalen Bands. Und da waren schon so einige Knalltüten dabei. Seitdem kann ich das Wort „Local Hero“ zum Beispiel auch nicht mehr hören, weil ich damit immer Bands verbinde, die meinen, sie wären die Kings und müssten den Rockstar raushängen lassen, aber es sowas von nicht sind. Die verwechseln Professionalität mit Profilneurose. Gleichzeitig lernt man auf Konzerten, die man organisiert oder wo man selbst spielt, auch Bands kennen, die ein paar Jahre später „groß“ geworden sind, aber total nett und unkompliziert waren und sind – die Donots fallen mir da immer als Paradebeispiel ein.
Marcel
Pünktlich zum neuem Pöbel & Gesocks Album “Becks Pistols” unterhielt ich mich kurz und knapp mit Willi Wucher per Elektronischer Post, was Ihr hier nach Lesen könnt.
Moin Willi!
Nach 5 langen Jahren habt Ihr endlich das neue Album eingespielt, was kurz vor der Veröffentlichung steht.
Jepp, das war eine verdammt lange Zeit; und nun wurde es endlich wieder Zeit für ein volles, ganzes Album. Es gab von uns zwar zwischendurch stets diverse Samplerbeiträge (Chaostage-Soundtrack, Schlachtrufe BRD Teil 5359 (oder so), Pogo Partys & Promille Teil 2 etc.) – aber so ein richtig fettes, “ganzes” neues Album ist schon immer wieder ein Highlight im Leben alter Haudegen…
Am 19 Juni ist die offizielle Release Party in der Dortmunder Kaktusfarm. Sind da besondere Aktionen geplant?
Na ja, wir überlegen uns derzeit noch was. Genaues ist noch nicht geplant, aber irgendwas werden wir schon machen. Abwarten – und Bier trinken.
Ist man da als alter Rockstar noch nervös oder zieht man das locker, Routiniert und natürlich besoffen durch?
Wir sind keine “alten” Rockstars, sondern JUNG, FRISCH, UNVERBRAUCHT und AUFGESCHLOSSEN… Natürlich sind wir nicht nervös, denn das waren wir eigentlich noch nie – weil wir stets routiniert und besoffen auf der Bühne stehen. Da gibt sich eine Hand die andere, da greift ein Rad ins nächste – und die Kette wird nicht unterbrochen. Also so wäre die vereinfachte Antwort auf Deine Frage: Die jungen Rocker ziehen frisch und frei einen weiteren locker-routinierten Gig mit Alkohol im Schädel in Dortmund durch. Es wird dazu die eine oder andere Überraschung geben, denn es ist ja eine “Record Release Party” – und weil das etwas Besonderes ist, werden wir versuchen, etwas “Besonderes” mit ins Programm aufzunehmen. Hm. So oder so ähnlich, okay!?
Wie lange habt Ihr im Studio gebraucht um den kompletten Tonträger einzuspielen?
Wir waren fast 2 Jahre lang im Studio. Immer wieder mal an freien Wochenenden. Mitunter haben wir einen Song, manchmal auch 2 Songs eingespielt und dann auch direkt abgemischt. Das war ne schöne Zeit, immer am Samstag die Aufnahme (mit Saufen und Party) und Sonntags dann das (nervende) Abmischen (da haben dann nicht immer alle gesoffen) (ich aber schon)… Beim nächsten Album werden wir uns wohl aber wieder komplett für 2 Wochen in irgendeinem (guten) Studio einquartieren, von der Außenwelt abschotten und dann alles “am Stück” aufnehmen sowie auch anschließend abmischen. Da das kongeniale KS-Studio in Bottrop ja jetzt leider die Pforten für immer geschlossen hat (wir waren die letzte Band, die in diesem legendären Studio aufgenommen hat), wird es uns demnächst wohl wieder nach Braunschweig ins Whiteline Studio ziehen. Mal sehen, mal abwarten…
Standen Euch irgendwelche berühmte Gastmusiker/Innen tatkräftig zur Seite oder habt Ihr den Kram komplett alleine eingerotzt?
Da wir eine extrem kommunikative Partyband sind, haben wir natürlich auch sehr viel enge Freunde/Verwandte/Helfer und Mitstreiter, die uns tatkräftig unterstützten. Das waren nicht immer nur “berühmte Gastmusiker/innen”, sondern auch “ganz normale” Leute aus unserem Freundeskreis/Umfeld.
So was wie “Berühmtheiten” haben uns aber natürlich auch geholfen, hier mal eine kleine Liste (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Japanische Kampfhörspiele (Chor), Bogo und CB von Cotzraiz (Chor), Philipp von Unkrauts bzw. Cotzraiz (Akkordeon), Hüsch von Atomspione bzw. Rüpels Royal (Chor), Andreas vom KS-Studio (Klavier), Frank Herbst von Crazy United (Chor) usw.
Das schöne ist / war: Es herrschte immer Party total, eine super Atmosphäre, Stimmung & Bier & gute Laune bei allen Anwesenden. Das war und ist der Kniff – denn ich denke, dass man das bei jedem unserer Songs auf dem neuen Album raushört.
Dann quasseln wir mal ein wenig über das neue Album Willi!
Wenn Ich ehrlich bin, habe ich mit einem Pöbel Album gerechnet, das einige Hits vorweisen kann, (wie in der Vergangenheit auch) aber das es mich so umhaut, hätte ich im Leben nicht gerechnet.
Es ist natürlich sehr, sehr löblich, das Du so ehrlich bist. Vielen Dank für diese netten Worte. Ehrlich gesagt sind wir alle ein wenig über unsere “musikalischen Künste” überrascht. Aber aufgrund der langen Zeit, aufgrund der vielen Proben, und last – not – least natürlich auch aufgrund der vielen Konzerte in den letzten Jahren sind wir vier Bandmitglieder so dermaßen fest zusammengewachsen…, das ist schon quasi wie bei einem gut – eingespielten Fußballteam, in dem der Mittelfeldspieler genau weiß, wie und wo er den Ball hinspielen muss (“Steil! Geh Steil…!”), damit der Mittelstürmer ihn erwischt und versenkt. Tor! Das klingt jetzt vielleicht ein wenig “blumig” – iss aber so!
Bis auf die letzten beiden Songs, die meinen Musikalischen Geschmack nicht zu 100% treffen, sind alle anderen Songs Hits bis Hymnen, was ja schon fast beängstigend ist.
He he! Der vorletzte Song “Weltuntergang” entstand mit Inspirationen aus dem Hause Japanische Kampfhörspiele. Bei dieser Combo habe ich zwei Songs deren neuen Albums mit – eingesungen, und mich hatte irgendwie diese Power, dieses Tempo, dieses “Doom – Cross – Core – Metall” Gebolze beeindruckt. Das wollte ich auch haben! Also erhielt Gitarrist Trevor den Auftrag, einen “harten, sehr harten” Song zu komponieren; und Bassist Jennes wurde damit beauftragt, dazu einen Text mit viel “düster, Zerstörung, Grauen” etc. zu schreiben. Das haben wir umgesetzt – denn “nur Partysong” geht nicht auf einem ganzen Album. Der allerletzte Track “Alltagsschlacht” sollte so was wie eine Hymne gegen den ganzen Spießbürgerscheiß werden. Und das ist es auch geworden. Ich mag grad den “Alltagsschlacht”-Song so sehr wegen der außergewöhnlichen Gitarrenarbeit (darf man das als Punkrockband so schreiben) und vor allem auch wegen dem Text. Das ist 10-fach-besseres Onkelz – Niveau – und das sollte es auch sein!
Verhält es sich bei Pöbel wie mit dem Wein? Je älter – desto besser?
Wein trinken geht gar nicht. Da kriegen Leute wie wir nur Sodbrennen von und die Brühe macht so müde…, also Nein! Lass mal – Wein geht gar nicht. Dann schon eher Champagner! Das prickelt… :-) Wir sind nicht alt! Wir sind nicht alt! Wir sind nicht alt! Wir sind höchsten reif und weise! Aber nicht alt! WIR SIND JUNG UND BRAUCHEN DAS GELD!!!!
Und zum ersten Mal ist mit „Guido (Ich Begreif Das Nicht)“ sogar ein „echter Politischer Song“ auf einem Pöbel Album, was bestimmt alle Kritiker überraschen dürfte, die Pöbel immer nur als „Ficken – Saufen – Oi!“ Kapelle abgestempelt haben.
Na ja, “politisch” bzw. zumindest “sozialkritisch” (und das ist dann auch übergreifend politisch, wie wir meinen) waren wir ja schon des öfteren. Abstempeln können und dürfen uns alle, die uns sowieso nicht mögen. Man kann es nicht jedem Recht machen, und das wollen wir ja auch gar nicht.
Alleine der Refrain „Ich begreif`das nicht, ich kann´s nicht verstehen! Einem Volk, das FDP wählt, kann es so schlecht gar nicht gehen.“ ist ganz großes Kino und bringt bestimmt nicht nur für mich die FDP auf den Punkt.
Jepp! Dabei ist der Text und die Message ja wohl absolut simpel und banal verfasst. Aber es trifft halt absolut den Nagel im Kopf. Diese Hohlpupen von der FDP (und allen voran “uns Guido”) sorgen für die absolute soziale Schieflage in Deutschland – und trotzdem werden sie gewählt. Unbegreiflich, unfassbar – und schlicht und ergreifen “Ich begreif das nicht!”…
Wie kam es zu dieser Thematik? Warum gerade die FDP? Alle anderen Parteien sind ja auch Dreck und setzen sich nicht gerade für „uns“ einfache Malocher ein.
Na, ums mal so zu sagen: Bei der CDU weiß man wo man dran ist, die sind scheiße-konservativ, präsentieren eine Eule als Bundeskanzlerin und halten pseudo-mäßig irgendwelche “christlichen Werte” hoch (würg). Über die Frau Eule haben wir übrigens bereits vor ca. 4 Jahren einen Song veröffentlicht… “Du Arschloch” war unser Beitrag auf dem 2. Pogo Partys und Promille Sampler…
Die SPD ist augenscheinlich die Partei des kleinen Mannes, aber auch hier weiß man, das es sich um eine Klüngelpartei handelt, die zwar gerne toll-sozial tut, uns dafür aber diesen Dreck wie Hartz-4 eingebrockt hat.
Die Grünen… – naja, für uns Punks sind die auch nicht zwingend wählbar.
Dann hätten wir noch “Die Linke”, die werden von Bildzeitung und ähnlichen CDU-Programmblättern gehasst und geschasst – das macht sie eigentlich ja schon sympatisch.
Man weiß also quasi bei allen Parteien, wo der Hase langläuft.
Aaaaaaaber bei der FDP ist eine Mogelpackung mit Lobiisten und sozialer Kälte zugange, und wenn man dann die Flitzpiepe Guido so hört, bleibt einer Band wie uns einfach nichts anderes übrig, als einen Song darüber zu verfassen.
Sehr aus der Seele gesprochen hat mir auch der Song „Die Kunst Ist Zu Schweigen“.
Wurde der Song aufgrund einer bestimmten Situation geschrieben oder bezieht er sich einfach nur auf das komplette Leben? Warum hat es satte 3 Jahre gedauert, bis dieser Text vertont wurde?
Wir haben den Song immer wieder so vor uns hergeschoben…, öfter mal “angeprobt” (oder wie soll man das nennen?), aber nie so richtig fertig gestellt. Aber wir wussten, das wir auch aus diesem Track was wirklich “fettes” machen werden…, und so entstand dann nach-und-nach ein guter Text und die gute Musik, bis wir uns selbst sagten “Fertig und Gut!”. Wir sind bisweilen sehr selbstkritisch bezüglich neuer Songs, mitunter dauert es sehr lange, bis ein Song so klingt, wie wir das möchten. Den Text dazu hat hauptsächlich unser Bassist Jennes verfasst – nicht aufgrund einer bestimmten Situation, sondern wie von Dir vermutet aufgrund des “kompletten Lebens” mit manchen dummen Leuten.
Dumme Leute gibt es ja auch zuhauf in unserer „Szene“. Kannst Du Dich über manche Szene Geschichten / Kriege, die unter anderem auch deine Band betreffen könn(t)en, noch so richtig aufregen oder denkst Du „Leckt mich alle am Arsch“?
Größtenteils überwiegt das “Leck mich am Arsch”, klaro.
Das ist bei mir wohl mittlerweile altersbedingt, schnief!
Wobei manche Menschen natürlich soooo doof sind, das man nur noch über ihr jämmerliches Dasein lachen kann. Wenn ich mir z.B. diese arme Hupe Mosh von Knock Out angucke und was der so alles ablässt, um seine letzten Zuckungen in die Szene zu setzen – das ist Slapstik pur und geht nur noch unter “unfreiwillig komisch” in die Analen ein. So einer wie er kann mich noch nicht mal mehr am Arsch lecken…
Inwiefern hast du denn Palaver mit K.O.Records?
Palaver” hab ich ja gar nicht mit ihm (Mosh, Knock Out Records).
Allerdings hat der Herr ein kleines grundlegendes Problem: Ihm schwimmen sämtliche Felle davon, sein “Laden” geht den Bach runter und er weiß gar nicht mehr, wie und wo er sich innerhalb der Szene positionieren soll. Immer mehr Geschäftspartner wenden sich ab von ihm; bekannte Bands produzieren ihre Alben lieber bei anderen Labels; und chinesische Sex Pistols Punkmusik muss auch nicht unbedingt jeder hören (denn das Original ist in jedem Fall stets besser und echter).
Aufgrund dieses “kleinen” Problems, dass Mosh seit längerer Zeit vor sich herschiebt, versucht er affige Schlammschlachten zu inzenieren; dies vor allem gegen konkurierende Labels & Mailorder. Im Zuge dessen hat er halt auch vesucht, uns ans Bein zu pissen; dies mit albernsten Methoden und gefakten bzw. uralten Fotos.
Dumm dabei ist nur, das sich kaum jemand mehr auf ihn bzw. auf seinen Schwachsinn einlässt.
Und deshalb halt die Zuordnung: Mosh = unfreiwillig komisch = Slapstik pur.
Wir reagieren auf sowas auf unsere eigene Art, ignorieren seine lächerlichen “Inszenierungen” und kommen vor Lachen nicht in den Schlaf…
Ich könnte natürlich unendlich viel über alte Mosh-Kellerleichen erzählen (ich kenn die Flitzpiepe schließlich schon mehr als 20 Jahre lang…) – da käme vor allem “politisch” so einiges ans Tageslicht, das so manche seiner (Noch-)Freunde wie ein Hammer vor den Kopf treffen würde… – aber warum sollte ich mich auf so ein Niveau begeben?
So, und nun genug zu diesem Thema. Ich hab hier schon viel zu viel über eine Person geschrieben, die es eigentlich gar nicht verdient hat, überhaupt (noch) erwähnt zu werden!
Recht hast Du! Kommen wir zurück zum Album. Kaum zu glauben, aber auf dem Album ist nicht einmal das Wort „Ficken“ zu hören. Seid Ihr Krank?
Wir sind natürlich nicht krank, sondern anspruchsvoll pervers (geworden). “Ficken” wurde auf den vorherigen Alben oft genug gesungen – auf “Beck´s Pistols” wurde es Zeit, auch mal andere (auch “ernste”) Themen zu besingen. Und das schönste an allem ist ja, das in jedem unserer Songs ein Stück Wahrheit steckt.
Ich liebe es, hierfür Beispiele aufzuführen: “Du würdest gern auf Kokain – mit Amy Winehouse um die Häuser ziehn” (Keine Träume) / “Das Herz schlägt halt – so lang es schlägt” (Becks Pistols) / “Gabba Gabba Hey” (Ramones) / “Uns schmeckt Bier bereits am Morgen – Pils statt Frühstück kein Problem” (Wer nicht trinkt…) / “Unsere Bildung ist bescheiden – wir selber sind das nicht” (Küß die Hand)… – die Liste ließe sich unendlich fortführen.
Also: “Ficken” war gestern – und ist vielleicht auch “morgen” (beim nächsten Album) wieder angesagt… – bei “Beck´s Pistols” gibts diesmal ein etwas anderes Programm. Wohl gefällt´s…
Waren denn die Ramones für Dich wirklich eine soooooo große Band wie in dem Pöbel Song besungen?
Kurz und knapp: JA!!!
Außerdem “waren” sie es nicht nur… – sie sind es auch noch heute!
Das ist ein schöner Abschluss und Ich sage mal, man sieht sich am 19 Juni in der Dortmunder Kaktusfarm zur Release Party.
Mit welchen Songs des „Becks Pistols“ Album kann man beim Auftritt rechnen?
Wir wissen selbst noch nicht, welches Programm wir für die Record Release Party in Dortmund zusammenstellen. Klaro spielen wir viele neue Tracks, denn das tun wir ja in letzter Zeit schon immer. Dazu zählen die Songs “Auf uns zwei”, “Beck´s Pistols”, “Guido!”, “Die Kunst ist zu schweigen” und “Wer nicht trinkt”. Es kommt aber auf jeden Fall noch was dazu. Plus natürlich die alten Evergreens… – quasi ein buntes Programm für Jung und Alt! Und man munkelt, dass es auch etwas Bier fürs Publikum gratis geben wird. Man munkelt…
Besten Dank fürs Interview, die Pöbel & Gesocks Bagage grüßt alle Crazy United Freaks und vor allem Frank H.
Mehr über uns bei www.poebel-und-gesocks.com oder www.myspace/poebelgesocks sowie www.punkzine.org/Poebel/poebelgesocks.html
Warum gründet man eine Ramones Coverband???
Marky:
Weil es noch nicht in jeder Stadt eine Ramonescoverband gibt, haben wir die Sektion Mülheim gegründet, obwohl ich ( Marky) selbst kein Mülheimer bin. Jede Stadt ab 80.000 Einwohner sollte eine Ramonescoverband haben. Deshalb gibt es die ROMONES. Gegründet haben wir uns im Sommer 2005. Ich war der letzt der dazu gekommen ist. Vorher gab es keinen geeigneten Drummer der diese schnellen 1/8 Takte auf der Hi-Hat spielen konnte. Alles Pussy. Der erste Gig war dann 3 Proben später irgendwo im tiefsten Osten.
Habt ihr euch auf eine bestimmte Phase der Ramones konzentriert oder covert ihr euch durch die komplette Historie?
Marky:
Ich persönlich finde die früheren Ramones besser, vom Songwriting her. Von der Geschwindigkeit aber eher die Spätphase. Wir spielen eher die alten Songs, haben aber auch Songs der letzteren Alben im Programm. Jedes Album der Ramones hat seine Hits, wir versuchen ein gutes und abwechslungsreiches Programm zu spielen. Wie gesagt, Songs der ersten 3 Alben sind die besten, aber dann mit einer angepassten und flotten Geschwindigkeit. Schön schnell und auf die 12. So kriegt man die Meute zum durchdrehen. Ich kann mir nicht vorstellen die Songs in der original Geschwindigkeit zu spielen, da würde ich einpennen.
Ihr fahrt ja auch optisch das komplette Programm auf,wie wichtig war dieser Aspekt für euch?
Marky:
Anfangs war nur der Grundgedanke einer Ramonescoverband da, ohne das obligatorische Outfit. Ich finde es schön wenn ein Ramones Tribute Abend mit einer Ramones Coverband, im original Outfit stattfindet. Ich hasse Bands die Ramones Cover spielen und aussehen wie 08/15 Bagaluties. Da geh ich sofort nach Hause und bin beleidigt.
Ihr bleibt ja ziemlich nah am Original,war das von Beginn an klar das ihr euch möglichst nah am Original bewegt oder stand es auch zur Diskussion etwas anderes aus den Songs zu machen?
Marky:
Für mich persönlich ist es unheimlich wichtig ,daß wir die ganze Sache nicht als Karnevals Kapelle durchziehen, sondern schon sehr am Original bleiben müssen. Klar gibt es auch so Phasen wo wir mal überlegt haben die Songs z.b auf deutsch zu singen. Aber das wäre nicht würdig. Ich selber spiele ja noch bei den BREWERS, bei denen ich eigene Songs im RAMONES Stil schreibe, da habe ich den nötigen Ausgleich.
Was bedeuten euch die Ramones persönlich,das ihr ihnen zu Ehren eine Coverband gestartet habt?
Marky:
Ich persönlich bin erst sehr spät Ramones Fan geworden. Ich glaube erst so 1995. Vorher war ich in der Thrash und Deathmetal Szene aktiv. Als mich dann meine erste große Liebe verlassen hat, habe ich den Song POISON HEART gehört, und war ab dem Zeitpunkt Fan. Hab mir dann alle Alben besorgt und war fasziniert von der simplen Songstruktur der Band. Wie konnte man mit so wenig Akkorden diese ganzen Hits schreiben. Wunderbar. Ich wollte auch so Songs schreiben. Ich wollte immer eine Ramonescoverband gründen, und bin echt froh daß mich der Kiwi als Drummer angeheuert hat. Obwohl ich Anfangs schon echt Respekt vor dem Drumstil hatte. Ich hatte aber vorher schon Bands ( THE NIMRODS,THE MAHONEYS,THE ROMEROS), bei denen ich auch diesen Stil gespielt habe. Insgesamt bin ich sehr froh bei den ROMONES zu spielen.
Ihr wart in den letzten Jahren auch hier und da live aktiv,wie reagiert das Publikum auf euch?
Marky:
Eigentlich immer positiv. Besonders wild sind die Leute in Belgien. Wir haben aber auch schon Shows vor 3 Leuten gespielt. Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit den Publikumsreaktionen
Ihr hattet ja auch alle eigene Bands am Start,hattet ihr keine Lust mehr auf eigene Sachen oder hat sich das zufällig ergeben?
Marky:
Ich war und bin Bandtechnisch sehr aktiv.Siehe oben. Kiwi und Jones haben ja noch die H.INDIANS. Eine Ramonescoverband ist was anderes, und war von Anfang an eine coole und neue Sache, bei wir alle sehr viel Spaß hatten, und immer noch haben
Wie sieht bei euch die Zukunft aus?Ist man gerade als Ramones Coverband nicht doch arg eingeschränkt?Zumal es ja keinen neuen Ramones Stuff mehr geben wird.Will man dann immer das gleiche Set spielen?
Marky:
Wir spielen regelmässig Shows und haben mit unseren anderen Bands die nötige Abwechslung. Nur RAMONES Cover wäre zu langweilig. Ich bringe in regelmäßigen Abständen das FANATICO FANZINE raus, ein Fanzine für Ramonesstyled Punkrock oder besser gesagt RAMONESCORE.Dazu bin ich noch Sänger/Bassist bei den BREWERS, einer Ramonescore Band aus Oberhausen, Kiwi und Jones haben ihr Baby HEADBANGIN´ INDIANS, und Hardy verkauft Öl.
Die Modern Pets tauchten erst vor kurzem, wie aus dem nichts, mit einer wirklich interessanten Scheibe auf und überraschten mit einem klassischen Sound längst vergangener Tage. Nach dem lesen des Line Ups vom diesjährigen Ruhrpott-Rodeo stand fest, dass ich den Jungs da mal genauer auf den Zahn fühlen muss. Gesagt getan und schon saß ich mittags um 14:30 Uhr, noch vor dem ersten erfrischenden Bier, hinter der Bühne mit zweien der Band in einem Container. Im Hintergrund spielten gerade Betontod was mir das abhören der Aufnahme nicht unbedingt leichter machte. Leider konnte ich die Antworten aufgrund des Geräuschpegels nicht immer zu ordnen und musste daher verzichten die Namen vor den Antworten zu schreiben. Die Jungs stellten sich als sehr syempathisch heraus und haben mir ein bisschen was zu ihrer Band verraten. Lest am besten selbst!
Da ein Großteil der Crazyunited Leser noch nicht soviel von euch gehört haben dürfte, stellt euch doch einmal kurz vor. Wann habt ihr euch gegründet und gab es schon irgendwelche Bands wo ihr vorher gespielt habt?
Gegründet haben wir uns Anfang 2009. Die anderen haben schon in einigen Bands vorher gespielt, aber für mich ist Modern Pets die erste Band gewesen.
Ja 2009 hat er ja schon gesagt. Ich hab vorher schon bei etlichen anderen Bands gespielt unter anderem Rights Out, kurz mal bei Obstrusive und so, aber nichts wirklich wichtiges.
Gibt es noch irgendwelche Nebenprojekte wo jemand von euch momentan spielt?
Ja, ich hab momentan noch ein Projekt am laufen. New Wave, vielleicht kann man es so nennen. Eine Mischung aus Deutschpunk und Devo, da spiele ich halt zusammen mit ein paar Kumpels.
Ich spiele noch bei Black Pages. Das ist auch so alter Punk ,aber auch eher so ein bisschen Waviger. Bis jetzt ist von uns noch nichts raus gekommen, aber im Herbst kommt die erste 7“ auf Taken by Surprise Records.
Ihr habt ein feines 77er Punkrockalbum abgeliefert das mit Klasse glänzt und mich natürlich auch zu diesem Interview trieb. Euer Album ist vollgepackt mit einem authentischen Sound von dem andere junge Bands nur träumen. War das geplant das ihr in genau dieser Schublade landet oder war das Zufall?
Mich freut es wenn es dir gefällt! Ja geplant war das nicht. Ich mein wir wollten eine gute Platte machen und haben uns sehr dafür angestrengt. Das es jetzt die Sparte trifft, also ich selber finde es immer ein bisschen nervig wenn das ganze so den 77er Punk Stempel bekommt, weil das einfach so ein abgelutschter Begriff ist. Also wenn ich das jetzt so erklären sollte würde ich sagen unsere Einflüsse sind auf jeden Fall schon 70er Jahre UK , aber auch 80er Jahre USA. Ja, ich mag einfach den Begriff nicht, aber man kann uns auch schon gerne da rein stecken. Das passt wahrscheinlich für die meisten Leute und das ist dann der gemeinsame Nenner wo man dann irgendwie drauf kommt
Keiner von euch dürfte, wenn ich mir die Promofotos so anschaue, wirklich die Jahre 77-79 mit erlebt haben. Mein erster Gedanke beim hören eurer neuen Platte waren die Lurkers, Vibrators und allen voran die Buzzcocks. Lieg ich da richtig oder wer hat euch da maßgeblich beeinflusst und woher kommt dieses bewusst sein für anständigen Punkrock? Jetzt bekommt ihr leider von mir wieder diesen Stempel mit 77.
Das ist schon okay,das sind auf jeden Fall alles Bands die wir hören und auch mögen. Das ist wahrscheinlich so die Schnittmenge zwischen uns allen. Wir hören alle privat auch noch ein paar andere Sachen. Ich komme eher so aus dem Hardcorebereich z. Bsp. und bin dann irgendwann eher zu diesen Garagen 70er Punkding gekommen und bin auch offen für alles. Buzzcocks ist auf jeden Fall ein großer Einfluss für uns gewesen, klar.
Wann seid ihr in die Punkrockszene abgerutscht bzw. was war euer erster Berührungspunkt überhaupt mit Punkrock?
Wann war denn das? Ich glaub so mit 13 rum, mein Bruder hat mir immer so Punkrock-Tapes gemacht und dann auf dem Marktplatz.
Ja bei mir auch so mit 13, keine Ahnung und dann mit knapp 15 Jahren dazu gestoßen. Das ging dann damals auch so über die klassische Deutschpunk-Schiene. Wizo und Slime waren halt die Sachen die ich gehört habe.
Nochmal zur neuen Platte zurück. Leider hatte ich nur einen Stream und somit keinerlei Texte dabei. Was hat es mit dem Asphalt Cowboy Syndrom und dem Five Finger Discount auf sich?
Ha ha, beim 5 Finger Discount geht es ums stehlen. Darum im im Supermakt teure Sachen zu klauen von denen man „gerne“ lebt.
Ha ha, Bier weniger. Eher „Lebensmittel“!, (Allgemeines Gelächter)
Bei Asphalt Cowboy ist es etwas komplizierter. Es geht um die allgemeine Reizüberflutung in der Stadt. Wenn einer den Text liest kann sich da jeder selbst genügend hinein interpretieren. Bei der Platte wird auf jeden Fall ein Textblatt dabei sein. Also 5 Finger Discount ist ein bisschen spezifischer, da geht es darum das es innerhalb der Band zu einem Sport geworden ist in Supermärkten klauen zu gehen. Ha ha, aber bis jetzt sind wir auch noch nie erwischt worden.(wieder allgemeines Gelächter)
Für mich ist das heute das erste Konzert von euch gewesen und ich tue mich immer schwer mit so großen Bühnen. Ich denke auch für so manche Bands ist es auf einem Festival am Nachmittag schwieriger die Leute von sich zu überzeugen als abends in familiärer Runde. Wo spielt ihr lieber auf einem guten Festival wie dem Ruhrpottrodeo oder bevorzugt ihr lieber kleine schwitzige Clubs mit einer guten Atmosphäre?
Auf einem Festival in der Größenordnung wie hier(Ruhrpott-Rodeo) habe ich auch noch nie gespielt und ich war vorher auch nur auf dem Force Attack und vor ein paar Jahren auf dem Ruhrpott Rodeo. Ich bin mal gespannt wie es wird. Eigentlich mag ich es am liebsten wenn ich direkt vorm Publikum stehe in einem kleinen Keller, das ist immer am coolsten. Das macht dann auf jeden Fall am meisten Spaß.
Ja, finde ich auch. Ich spiele am liebsten in kleineren Läden, wo es nicht so leer ist.
Spielt ihr demnächst nochmal irgendwo hier in der Nähe?
Auf der Tour auf jeden Fall noch in Oberhausen im Druckluft. Da spielen wir dann auf dem Plastic Bomb Festival im August.
Wo findet man euch heute Abend wenn die Adicts die Bühne klar machen? Im Backstage bei nem entspannten Bierchen oder werden die Reserven noch mal für die erste Reihe beim gepflegten Pogo ausgenutzt?
Im AZ in Aachen! Wir sind jetzt für ca. 3-4 Stunden hier und spielen dann nochmal auf einem kleineren Festival in Aachen.
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, seid ihr von Stuttgart aus nach Berlin gezogen. Kaum eine andere Stadt hat mehr Punkrockkneipen und Clubs zu bieten. Waren das Berufliche bzw. private Gründe oder weil Berlin nach wie vor eine Stadt mit großem Punkrockfaktor ist und Stuttgart da nicht mithalten kann?
Ich finde sicherlich beides! Erstmal sind wir alle aus persönlichen Gründen dahin gezogen. Sei es weil die Freundin dahin gezogen ist oder weil man da irgend wie was anderes zu tun hatte. Ich wollte zum Beispiel eher weniger nach Berlin ziehen, aber die Band ist dann dahin gegangen und dann habe ich eben gesagt, ist ok, alles besser als Stuttgart auf jeden Fall. Äh was war nochmal die Frage ha ha.
Ich bin auf jeden Fall wegen meiner Freundin nach Berlin gezogen.
Mir ist Berlin einfach zu unüberschaubar was Szene angeht. Ich halte Hamburg da für interessanter. Könnt ihr den Lesern irgendwas empfehlen wo man bei einem Berlinaufenthalt unbedingt mal vorbei schauen sollte?
Die Rote Rose in Kreuzberg, ha ha. Der Static Shock Plattenladen in Kreuzberg bzw. Neukölln auf jeden Fall. Ansonsten so an Läden für Konzerte, weiß nicht. Ich gehe auf jeden Fall immer noch gerne in die Köpi und ab und zu mal ins Cortina Bop. „Bei Roi“ ist noch ganz gut. Ein neuer Laden in Neukölln, zwar so ein bisschen am Arsch der Welt, aber da entwickelt sich gerade ein bisschen was.
Welche Platten laufen denn bei euch im Wohnzimmer momentan so?
Oh, lass mich kurz nachdenken. Carbonas! Als wir los gefahren sind habe ich auf jeden Fall Bombenalarm gehört. Keine Ahnung! Also so jetzt spontan? Ich hab letzte Woche eigentlich wenig Musik gehört. Terrible Feelings aus Schweden habe ich letzte Woche gehört. Eine relativ neue Band aus Schweden und die spielen gerade ihre erste Tour hier.
Habt ihr ein paar kurze Statements zu den genannten Klassikern?
Rancid?
Find ich Gut, ha ha.. Ist eine Pop-Band, aber doch ich hab ein paar Alben mit genommen im richtigen Alter. Musikalisch gefällt es mir halt nicht so.
The Damned?
Groß! Einer meiner Lieblingsbands! Die ersten 2-3 Platten auf jeden Fall! Das waren die „Ersten“!
Dead Kennedys?
Auch sehr Geil! Durchgehend eigentlich fast alles!
Das letzte Wort gehört euch. Wollt ihr den Crazyunited-lesern noch was mit auf den Weg geben?
Och ja, keine Ahnung. Macht mal was. Geht vielleicht mal im Supermarkt klauen. 5 Finger Discount und so! Ha Ha, Ansonsten Danke!
Ich danke euch!
Daniel