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ROTZ & WASSER STUDIO TAGEBUCH (04.05.2014)

++Puhh++Fertig++Ende++Finito —> Alles ist im Kasten!!!

Unsere neue CD „Assi & Charmant“ ist unsererseits fertig.
Chris hat die letzten zwei Tage noch einmal ordentlich Gas gegeben und seine Stimmbänder strapaziert.
In den kommenden Tagen werden alle Songs durch die Vorproduktion laufen.
Bis zum endgültigen Mastering aber werden noch ein paar Ruhetage vergehen, damit die Gehörgänge etwas pausieren können.

Die neue Platte wird 14 Song`s + einen Bonus enthalten und im Herbst 2014 auf Bandworm Records (Spirit of the Streets) erscheinen. Dazu wird sicherlich wieder einen Vorbestellungslink geben, den wir euch selbstverständlich früh genug mit allen Informationen mitteilen.

Dieses Mal haben wir etwas mehr Zeit in den Vocals von Paul, Chris sowie den Chören investiert, um hier noch ein optimaleres Ergebnis zu erzielen. Auch hinsichtlich der Texte betrachten wir vieles wieder durch die Hintertür, beweisen Galgenhumor und auch einen kleinen Seitenhieb konnten wir uns wieder nicht verkneifen. Sodass für jeden etwas dabei ist, haben wir die Platte wieder etwas abwechslungsreich gestaltet, ohne aber zur experimentell zur wirken.

Außerdem haben wir es geschafft endlich mal einen Hamburg-Song mit „Mein Hamburg“ zu vertonen. hr bekommt wieder ein volles Pfund Oi-Punk in die Fresse aber auch für`s Herz. Zu der CD gestalten wir wieder ein aufwendiges Booklet mit allen Texten und frivolen Bildern. Für ein paar besondere Gimmicks haben unsere Gastmusiker (Ferdy & Mike), aber auch Oma Gärtner und Pfandpirat Erich gesorgt.

Danke an alle, die bis hierher mitgewirkt oder die Mitteilung geteilt haben!

Rotz & Wasser

Anhang 1 (6)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Studiotagebuch Teil 4 (Gesang und die Helden des Alltags)

Moin alle zusammen,
wir neigen uns langsam aber sicher dem Ende unserer Aufnahmen zu “Assi & Charmant” entgegen.
Und zum jetzigen Zeitpunkt können wir Döner nicht mehr sehen und sind auf Pizza (crazy dog) umgestiegen.
Außer Alex, der bevorzugt die vegetarische Variante.

Heute hat Paul seine kompletten Gesangsparts erledigt, sodass er heute Abend wieder bei seiner kleinen Familie ist.
Hierfür möchten wir uns natürlich auch bei Anna bedanken.
Wir wissen selber, dass die letzte Zeit nicht immer ganz einfach war. Aber was blieb uns anderes übrig?
Die meisten der Songs und Ideen dafür standen schon seit längerem fest und brannten nur darauf aufgenommen zu werden.

Der heutige Tag läßt sich am besten wie folgt zusammenfassen: O-Ton Chris: “Oma Gärtner hat meine Motivation gerade um mind. das doppelte gesteigert!” Auch mit der neuen Platte wollen wir unserer plattdeutschen Attitüde treu bleiben.
Deshalb haben wir jemanden gesucht und mit Oma Gärtner gefunden, der mit platt objungt is. Oma Gärtner hat noch nie ein Tonstudio von innen gesehen. Sie war aber sofort bereit den Spaß mit uns zu machen. Seit heute haben wir wohl eines der ältesten Gastbeiträgen auf Tonspuren festgehalten.

Hierfür gilt unser Dank natürlich auch Loreen, die sich im Arbeitsalltag um Menschen wie Oma Gärtner aufopferungsvoll kümmert.
Und als wir gerade dabei waren, haben wir kurzerhand “Erich, den lokalen Pfandpiraten” als weiteren Gast mitverpflichtet.
Erich hat uns sofort mit seiner derben und geraden Linie überzeugt, dass er einfach mit auf die Platte mußte! Ihr dürft euch freuen, wir feiern beide jedenfalls immer noch ab!!!

Aktueller Status, Paul`s Gesang, unsere Chöre und alle Gastbeiträge stehen. Morgen ist frei und kommende Woche wird Chris mit seinen Gesängen die neue Platte komplettieren.

Cheers und Gruß aus Hamburg

Rotz & Wasser

Anhang 1

 

 

 

 

 

 

 

Teil 3 (Gesang und unsere Gäste)

Unser Fotoshooting mit Agnes haben wir gestern erfolgreich hinter uns gebracht. Wir haben uns für euch dafür wieder in edelsten Zwirn gezwängt. Aber keine Angst, für`s Auge ist auch wieder etwas dabei. Wir freuen uns daher schon auf die lasziven und pornösen Bookletbilder.

Die Musik unserer neuen CD „Assi & Charmant“ ist soweit aufgenommen. Ab dem heutigen Tag machen wir uns mit ersten Gästen an die Feinheiten und widmen uns den Anfängen aller Gesangsparts. Wir haben doch keine Zeit!

Heute Nachmittag haben keine geringeren als Ferdy Dornberg und Mike Mandel den Weg zu uns ins Studio gefunden.

Ferdy haben wir bereits vor einiger Zeit auf einem unserer Konzerte kennenlernen dürfen und seitdem pflegen Ferdy und Chris eine freundschaftliche Beziehung. Euch dürfte Ferdy als Mitglied diverser Bands sowie sein Zutun an unzähligen Produktionen für Film, Funk und Fernsehen von Begriff sein. Und weil Ferdy sowieso gerade wieder unterwegs ist, hat er gleich noch seinen Kumpel Mike (Bassist von Gonzo Röhr) mit eingepackt.

Der Vormittag gehörte aber Paul, der als erstes mit seiner klassisch ausgebildeten Stimme unseren Song`s erstes Leben einhauchte. Chris passte derweil wie ein Schießhund darauf auf, dass Paul die richtigen Stellen ausfüllt. Das Album „Assi & Charmant“ wird 14 Songs sowie wieder einen kleinen Bonus für euch enthalten.

Ferdy hat uns eine kleine Auswahl seiner gefühlten 65 Instrumente, die er beherrscht eingepackt. Mehr gingen in seinem kleinen Auto auch nicht hinein.

Sowie ihr es von uns kennt wollen wir auch hin und wieder die ausgelatschten Pfade verlassen und einige Song`s etwas interessanter, einfach mal anders gestalten, als das man es zuhauf vorgesetzt bekommt.

Wir danken Ferdy & Maik, für ihr Zutun bei Songs wie „Mein Hamburg“ (Akkordeon), „ABM“ (Mike Mandel Contra-Bass, Ferdy: Banjo und Steel- und Hawaii Gitarre) und „Immer wieder Montags“ (Klavier und Trompete).

Im nächsten Teil erfahrt ihr warum Oma Gärtner mit über 80 Jahren quasi ihre ganze Erziehung für euch noch einmal über Bord geschmissen hat.

Euch ein schickes Wochenende, unser wird noch arbeitsreich!

Rotz & Wasser

Anhang 1 (4)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 1

Moin Freunde,

ab sofort lassen wir euch an der Entstehung unseres neuen Albums: “Assi & Charmant” teilhaben.

Zu diesem Zweck haben wir wiederholt das Monochrom Tonstudio hier in Hamburg/ Bahrenfeld (www.facebook.com/monochromstudio) aufgesucht.

Der “Tausendsassa” Alex Henke ist bereits für die Produktion unseres aktuellen Albums “Nur Für Mich” verantwortlich.

Da uns das Beste gerade gut genug ist, haben wir uns ein edles Drum-Set bei den Jungs von “Rückkopplung, Vintage Music Equipment” (www.facebook.com/Rueckkopplunghamburg?fref=ts) ausgeliehen. Von selbst trommeln konnte es aber denn doch noch nicht.

Dafür ist bei uns ja bekanntlich auch Phil zuständig. Die letzten 2 Tage hat er ca. 5 T-Shirts klatternass geschwitzt und mit viel Biss gegen eine akute Sehnenscheidenentzündung angekämpft. Chris stand ihm immer zur Seite, auch wenn er bei diesem Kaiserwetter lieber die Nord- und Ostsee mit seinem Wohnmobil unsicher gemacht hätte.

Seit unserem ersten Album haben wir festgestellt, dass gerade während des Studioaufenthaltes den Song`s ein eigener Charakter gegeben wird und ein gewisses Flair um das Ganze entsteht.

Eigentlich solltet ihr dabei sein, wenn unsere Ideen die seit den ersten Akkorden eines Songs, in unserem Kopf herumgeistern endlich in die Tat umgesetzt werden.

Deshalb können wir auch mit gutem Gewissen sagen, dass unsere Songs nicht am berühmten Reißbrett nach Schema „Blablabla“ entstehen.

Jedes Mal stellen wir uns die Frage: Was macht Rotz & Wasser eigentlich aus?

Auch nach bereits 4 Studioalben entdecken wir immer wieder neue Facetten, mit denen wir euch auch dieses Mal wieder begeistern werden.

Fakt ist, die Drums sind im Kasten, danke Phil, und wir freuen uns auf die Gitarren!

Studiotagebuch 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 2

Ahoi und weiter gehts im Text, ähm im Studio!

Die letzten drei Tage standen ausschließlich im Zeichen der Saiteninstrumente. Die zentrale Rolle spielten ausschließlich die Gitarren und der Bass.Natürlich waren hier Paul, Chris und Heidi gefragt.

Für den für uns optimalen Sound haben wir verschiedene Gitarren und Amps ausprobiert. Das Ergebnis hat uns schon ungemixt fast aus dem Sulky gehauen. Angelehnt an unsere “Nur Für Mich” Platte haben wir bewußt auf zuviel Gefiedel und Herumzauberei verzichtet und uns auf das Wesentliche konzentriert. Trotzdem werden wir es wieder schaffen, die Platte so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Schließlich wollen wir vermeiden, dass man meint die Platte schon nach den ersten 4 Songs komplett zu kennen. Aus diesem Grund werden wir auch dieses Mal wieder mit einer Reihe von Überraschungen aufwarten.
Morgen lassen wir ausnahmsweise das Studio “Studio” sein und widmen uns mit der Hilfe unserer Freundin Agi (www.agnes-nickel.de) den zukünftigen Bookletbildern und neuen Bandfotos. Denn zur eigentlichen CD wollen wir euch als Ergebnis auch wieder ein mit Liebe gestaltetes CD-Booklet abliefern.

Im Folgenden 3. Teil werden wir euch verraten, wer außer uns noch an der Entstehung unserer neuen CD beteiligt sein wird.
Beste Grüße aus dem Monochrom Tonstudio aus Hamburg

Rotz & Wasser

Anhang 1 (3)

SON OF A BASTARD FESTIVAL RÜCKBLICK (06.04.2014)

 

Nachdem es beim Bericht für das Endless Summer Festival 2013 schon so einen Spaß gemacht hat, den Bericht in Co-Moderation mit Dirk vom Nameless Magazin zu schreiben, haben wir uns auch für den Bericht zum Son of a Bastard – The Ride 2014 dazu entschieden. Dirks Teile haben keine Formatierung und meineTeile sind kursiv. Den Bericht findet ihr auch im Nameless Magazin. Viel Spaß beim Lesen. Cheers Mira

So ein Festival sorgt ja immer gerne für eine riesige Vorfreude, ganz besonders aber das große Treffen der Sunny Bastards Familie. Am Festivalfreitag habe ich zum Glück bereits frei, so dass ich ganz entspannt in dieses Wochenende starten kann. Nach einer letzten Stärkung geht es gegen 15 Uhr mit Saskia Richtung Turbinenhalle. Christian und Sunny sind auch schon da und so können wir gleich damit beginnen den Merch-Stand aufzubauen. Unsere Nachbarn von United Kids Records sind auch schon am Start, nur die neuen Nachbarn von Hidden Needles lassen noch etwas auf sich warten. Ach und da ist ja auch noch der Moppa, der zwar bei uns am Stand steht, sich aber alleine durch den Vier Promille-Merch kämpft! Respekt! Die Zeit bis zum Einlass vergeht wie gewohnt viel zu schnell und so wird es am Ende noch richtig hektisch, als sich die ersten Leute schon an der Kasse anstellen. Damit hat auch schon die erste Arbeitsschicht begonnen und wenig später beginnt auch der offizielle Teil des Abends: die Brigade S. betritt die Bühne. Da mache ich mich doch auch mal wenigstens für 1-3 Lieder auf den Weg in die Halle für ein paar Fotos. Aber sag mal Mira, wo bleibst du eigentlich?

Gerade angekommen. Ich sag dir, dass war ein Stress! Leider hatten wir nicht alle frei heute und konnten deswegen erst später los….Trotzdem schaffen Phil, Jazzmin, Frank und ich es pünktlich zu Brigade S.am Start zu sein.

Ihr wart am Merch-Stand ja schon richtig fleißig, wie ich sehe…

BrigadeSo jetzt aber erstmal fix in die Halle und den ersten Akkorden von Brigade S. lauschen. Auf diesen Moment hab ich nun schon seit Wochen hingefiebert. Ein grandioses Wochenende steht uns bevor, dass uns sicherlich den ganzen Alltagsstress auf einen Schlag vergessen lässt.

Die Jungs aus Wanne- Eickel sind ein super Opener für unser Familientreffen und der Auftritt gefällt mir bislang richtig gut. Die Halle ist noch nicht brechend voll, aber es sind doch schon n paar Leute hier um Brigade S. zu unterstützen. Bevor dann gleich Rogers auf der Bühne stehen, bin ich mal Backstage die Thekencrew, Frank, Gawo, Stefan und Oliver begrüßen. Die Jungs sorgen dafür, dass dieses Wochenende keiner von uns nüchtern bleiben wird…..

Wie gefällt dir denn der Auftritt? Genug von Hackfleisch, Bier und Titten?

Hackfleisch, Bier und Titten? Ich bin schon wieder am Stand. Brigade S. habe ich nur kurz gesehen, das hat mir aber gefallen. Wirklich cool, dass die Halle schon einigermaßen gefüllt ist. Meine erste Schicht geht jetzt auch gleich zu Ende. Gerade hat so’ne Madame ihr Bier über unsere CDs gekippt und nun muss ich erstmal putzen. Super Sache! Zu Rogers schaffe ich es genau so in die Halle, dass ich es noch auf 2 Fotos und ein halbes Lied bringe! Naja, zum Glück gibt es ja die „4 von der Tankstelle“ und die versorgen mich ja schon etwas länger. OHL haben mittlerweile angefangen und können mich irgendwie nicht so wirklich begeistern. Dieses neue Zeux geht mir aber auch eher auf die Nerven. Aber OHL waren ja auch schon immer eher was für kleine Läden. Es gibt ja zum Glück noch Bier. Bei euch am Stand scheint ja auch alles zu laufen. Haste also endlich mal angefangen zu arbeiten? Bist ja nicht zum Vergnügen hier!

Na klar! Ich unterstütze Saskia und Wiebke, gerade allerdings nur als Springer, heißt ich versorge die beiden mit reichlich Bier. OHL haben mich irgendwie auch nicht wirklich begeistern können. Berserker bekomm ich ebenfalls nur am Rande mit, was ich ehrlicherweise nicht ganz sooo tragisch finde. Ist keine schlechte Band, aber nicht ganz meine Welt. Da organisier ich doch lieber mal ne Rolle Zewa von den Tattoogirls, falls noch ein Besoffski Bier verschüttet.

Gleich hab ich hier auch Feierabend und werde mir 4 Promille angucken gehen. Da fällt mir ein, ich bekomm ja noch n Shirt von den Düsseldorfern, da deren Merch ja ne Zeit in meinem Keller gelagert wurde, ich bin dann mal bei Moppa…

Wo treibst du dich grade rum?

Berserker sind auch nicht so ganz meine Welt! Aber da ich die Berliner mag und Schröder grad schon so böse von der Bühne runterguckt, sag ich da mal weiter nix zu! Lieber wieder Bier! Die Mädels am Merch-Stand wollen mich auch irgendwie nicht dahaben und das obwohl ich Bier mitgebracht habe. Da geh ich doch mal ein wenig im Backstage spazieren. Dort macht Christian gerade höchst persönlich eine Runde Mexikaner fertig, der dann vor den Augen des Schulermittlers vertilgt wird. Tja, man kann halt nicht alle Schäfchen retten! Jetzt aber mal endlich wieder Musik: 4 Promille stehen auf der Bühne und da gehe ich jetzt auch hin. In der hinteren Ecke (der Bühne – um hier keine Missverständnisse zu erzeugen) wird nämlich ganz ordentlich gefeiert und da habe ich jetzt auch Lust drauf. Schön das auch das Publikum ordentlich mitfeiert. 4 Promille geben zwar wieder ordentlich Gas, aber irgendwie hab ich vermutet, dass die Leute eher wegen Berserker und Toxpack da sind. Aber das mit dem Denken ist ja häufiger mal so’ne Sache! Ich gehe jetzt auf jeden Fall erst mal in den Graben und fotografiere die feierwütige Meute! Und wo feierst du?

4PromilleIch schau mir 4 Promille zuerst von oben und dann auch aus der Ecke auf der Bühne an und für mich ist es bislang einer der besten Auftritte an diesem Tag. Allerdings bin ich da wohl auch etwas befangen, da ich sowohl die Musik als auch die Musiker ganz gut leiden kann. Übrigens vergeht mir die Zeit schon wieder viel zu schnell…

4 Promille beenden ihren Auftritt natürlich wie gewohnt mit dem Dauerbrenner „Ich werd mich ändern“. Ein Partyklassiker der erwartungsgemäß richtig gut ankommt. In unserer Ecke singt nun auch jeder mit absoluter Hingabe mit. Wunderbarer Moment!

Gleich kommen dann Toxpack – auf die freu ich mich wie Sau! Eins meiner Highlights auf diesem Festival! Ich bin da auch ganz subjektiv… is eine meiner Lieblingsbands und deswegen is der Auftritt für mich auch der absolute Knaller! Jeder einzelne Song wird abgefeiert und lauthals mitgesungen. Ich habe die Befürchtung das wird sich morgen rächen!! Das Publikum feiert bei Toxpack ordentlich und die Stimmung ist großartig. Wie schauts denn bei dir aus? Bist du auch so begeistert wie ich?

Ich hänge noch dem 4 Promille Auftritt etwas hinterher. Ich bin durch die Meute gewandert und auch wieder auf der Bühne gewesen, um den Auftritt so richtig auszukosten. Denn leider ist bei Toxpack meine große Pause zu Ende und ich muss nach ein paar Songs zurück zum Stand. Es ist aber einfach jedes Jahr immer wieder geil mit Leuten von der Crew, ein paar Bandmitgliedern sowie Freunde von denen und mit wem auch immer, der gerade Zeit hat, auf der Bühne oder im Graben zu feiern. Großartige Momente sind dort schon geschehen und verdeutlichen mir immer wieder, dass das hier wirklich ein Familienfest ist. Bevor das mit Toxpack losgeht, gehe ich noch mal am Stand vorbeischauen und schaue mir die ersten Alkoholopfer an, wie sie von Freunden aus der Halle getragen werden. Da ist Toxpack aber dann doch interessanter und viel Zeit habe ich ja nicht mehr! Die Stimmung in der Halle ist wirklich großartig und die Band ist es sowieso. Aber ich muss nu zum Stand zurück! Mal gucken was die Vorhalle so an Unterhaltung bietet! Und bei dir? Suff und wilde Spiele?

ToxpackIch kann dir nur zustimmen, es ist einfach ein tolles Gefühl, Teil dieser Familie zu sein. Der Auftritt von Toxpack ist wie schon erwähnt einfach nur saugeil! Schade, dass die Zeit so schnell vergeht und der erste Tag sich schon dem Ende neigt. Von mir aus könnte der Abend noch ewig weitergehen! Nachdem Toxpack ihren Auftritt beendet haben, mach ich noch ne kleine Runde durch die Halle und verabschiede mich so langsam von den bekannten Gesichtern… morgen will ich ja fit sein! Ein bis drei Schnaps bei der besten Thekencrew der Welt sind aber definitiv noch drin! Hier sei mal erwähnt, dass der selbstgemachte Schnappes von Ivo ziemlich süffig und lecker war….

 

Zum Schluss schau ich nochmal am Merch-Stand vorbei und dann geht’s auch schon los Richtung Heimat… ich freu mich schon auf morgen! Du bist noch fleißig?

Na aber sicher! Hier geht die Arbeit erst los. Es ist noch gut was los in der Vorhalle. Tim Hackemack erklärt und verkauft fleißig seine Bilder, ein paar Leute pennen auf den Treppen, bei Hidden Needles Tattoo wird gerade ein Arsch mit nem „Hallo Kitty“-Tatto verschönert und wir am Merch-Stand haben auch noch ein bisschen was zu tun. Als dann endlich mal alle rausgeschmissen wurden, geht es im Backstage noch weiter mit Bier und Schnaps (wer mag oder sich nicht gegen Ivo wehren kann)! Irgendwann lösen wir auch diese Runde auf und es geht kuschelig im Van zum Hotel. Dort treibt es allerdings noch nicht alle ins Bett. Mike, Phil, Jazz, Saskia und ich machen es uns noch in Mikes Zimmer gemütlich bis auch diese Party von Sunny beendet wird… So eine Spielverderberin!!

Am nächsten Morgen bin ich Sunny dann doch recht dankbar für das Beenden der Party ein paar Stunden zuvor. Mir geht es gut, ich bin motiviert und mache mich recht zügig fertig und auf den Weg zu Halle. Da dort noch keiner ist, gehe ich erst mal in einer der nahe gelegenen Burgerbratereien frühstücken. Als ich wieder an der Halle ankomme, kommen auch Christian sowie Gimp Fist an, mit denen es dann gleich wieder zurück zur Burgerbraterei geht. Als wir zurückkommen, können wir endlich rein und können den Tag vorbereiten. Saskia hat es bisher noch nicht aus dem Bett geschafft und in einer Stunde ist schon Einlass! So langsam könnte ich mal Hilfe gebrauchen! Auch wenn ich weiß, dass du noch nicht dran bist aber: WO BLEIBST DUUUU?

Ich fliege! Ich kann Saskia aber verstehen, ich bin heute auch ewig nicht aus dem Bett gekommen. Nach ca. 10 Kaffee, die mir Frank freundlicherweise ans Bett gebracht hat, hab ich es dann auch endlich geschafft aufzustehen. Dann musste ich aber noch zu Jazz und Phil, Katzen-Ersatz-Mama spielen und die beiden süßen Stubentiger versorgen. Zu guter Letzt hab ich via Handy auch noch ne Essensbestellung bekommen, die ich freundlicherweise samt Cola mit in die Halle nehmen konnte.

Ich bin dann auch tatsächlich pünktlich zum Auftritt von Aggressive da. Ich möcht die Jungs bei ihrem ersten Auftritt aber auch definitiv unterstützen und deswegen gibt’s nur ein kurzes Hallo am Merch-Stand. Meine Schicht beginnt ja auch erst später. Daniel, Gawo, Timo und David rocken ganz gut ab und ich freu mich für die Band, dass schon ein paar Leute es geschafft haben, pünktlich da zu sein. Wer Aggressive verpasst hat, hat ja bald nochmal die Gelegenheit sich von dem Talent der Jungs zu überzeugen. Am 12.04. in Essen.

Bevor Control anfangen bin ich mal Backstage um alle zu begrüßen und mir was zu trinken zu holen… halt dich fest… es wollte mir erst keiner glauben… ich hab mir mal n Wasser bestellt! Vielleicht wird dadurch meine Stimme auch mal wieder n bisschen besser. Wo treibst du dich rum?

Ich arbeite natürlich fleißig. Schließlich soll ja auch der Merch von Gimp Fist und The Senstives an den Mann und die Frau gebracht werden. Die haben ihren nämlich eben bei uns abgegeben und für die macht man das doch gerne. Aggressive und Control habe ich mir jeweils nur für ein paar Fotos angeschaut. Was ich gesehen habe, hat mir aber ganz gut gefallen. Nun stehen Hounds & Harlots auf der Bühne und liefern einen verdammt geilen Auftritt ab. Die haben mich letztes Jahr mal direkt schwer begeistert – erst mit deren Auftritt im Tube und dann mit ihrem Album. Ich muss auf jeden Fall gleich noch daran denken, mir die neue Split mit Gimp Fist zu holen. Leider ist es bisher immer noch sehr leer in der Halle. Das haben die Bands absolut nicht verdient. Aber irgendwer muss ja anfangen…! Nach ein paar weiteren Minuten am Stand gehe ich zu den Eastside Boys in meine erste „Pause“. Die Band macht einfach immer wieder Spaß. Ich verstehe einfach nicht, warum die Ostseitenjungs auf der Westseite nicht mehr Anklang finden. Einfach eine geile und sympathische Band. Immerhin hat die Band auf der Bühne Spaß und einige Leute vor der Bühne feiern ja auch mit. So… und jetzt gehe ich mal gucken, ob du auch ordnungsgemäß deinen Dienst angetreten hast, bevor es gleich mit Emscherkuve 77 und The Sensitives weitergeht.

H&HHounds & Harlots gefallen mir unheimlich gut. Ich fand die ja letztes Jahr in der Punkeria schon klasse. Die Split hab ich mir ebenfalls schon gesichert! Ich werd auch nach Münster fahren und mir die Band nochmal ansehen. N bisschen schade, dass die drei Jungs so früh dran sind heute, finds aber gut, dass die Meute schon richtig abgeht. Jetzt beginnt meine Schicht, ich bin dann mal am Merch-Stand. Dadurch bekomm ich von Eastside Boys leider nicht wirklich was mit. Emscherkurve 77 und Sensitives seh ich ebenfalls nicht wirklich. Ist mittlerweile ja echt was los hier. Mit Jazzmin macht arbeiten richtig Spaß und so verfliegt die Zeit hier am Stand. Gimp Fist seh ich leider auch nur einen Teil, aber das was ich noch gesehen habe, gefällt mir sau gut. Ich mag die Band ja sowieso ziemlich gern und freu mich immer, wenn ich se live sehen kann. Gleich kommen dann Evil Conduct, auf die freu ich mich ja auch schon total. Auch wenn schon oft gesehen, immer ein Erlebnis und immer ne Garantie für ne geile Party. Mir geht’s mittlerweile auch schon wieder richtig gut, ich denke es ist Zeit für Pfeffi. Ich bin dann mal schnell mit Björn und Lea Backstage und trink mir einen, bevor die Holländer die Bühne rocken. Du bist schon im Graben vor der Bühne?

Soviel zu tun? Jaja… is klar! Apropos „Genug zu tun“ – Emscherkurve 77 (let’s go) stehen auf der Bühne und machen wieder mal ordentlich Spaß. Die Halle ist immer noch nicht wirklich voller geworden, es feiern aber trotzdem einige Leute. Leider wird es nach Emscherkurve 77 dann erst mal richtig leer. Gibt’s am Stand Freibier? Jetzt kommen doch The Sensitives! Auch die gehen wieder von der ersten Minute an ab und stören sich mal überhaupt nicht an der großen Bühne und den wenigen Zuschauern. Es scheint mir aber so, dass von Lied zu Lied doch immer mehr Leute mal ein Blick in die Halle werfen und die scheinen auch nicht abgeneigt zu sein von dem was sie sehen und hören. Gute Musik überzeugt halt einfach! Nun muss ich mir noch schnell ein paar Lieder von Gimp Fist anhören, denn gleich geht es für mich wieder zurück an den Stand. Einfach nur geil, was die 3 Jungs da abliefern, wieder und wieder! Auch so eine Band, die einfach deutlich viel mehr Publikum verdient hat. Wo seid ihr denn immer alle wenn es um gute Musik geht? Zu Evil Conduct verlasse ich den Stand dann mal kurz für ein paar Lieder. Huch, was ist denn hier passiert? Die Halle ist deutlich voller geworden und die Stimmung ebenfalls ordentlich gestiegen. Sehr schön! Das Evil Conduct wieder mal verdammt gut sind, muss ja jetzt nicht unbedingt schon wieder erwähnt werden! Ha ha! Dann gehe ich mal wieder arbeiten! Und du?

E.ConductJa wir haben uns jetzt nicht zu Tode geschuftet, aber ab und an haben wir schon was an den Mann bzw. an die Frau bringen können. Ich persönlich freu mich ja schon auf Gumbles und Volxsturm! Jetzt aber erstmal Dutch Ska Express! Mal n bisschen Abwechslung und die scheint auch richtig gut beim Publikum anzukommen. Die Halle ist deutlich voller als noch heute Mittag, aber es würden schon noch n paar Menschen hier Platz finden. Der Stimmung merkt man das zum Glück nicht an. Ich schau mal bei den Mädels vorbei, die diversen Besuchern Farbe unter die Haut jagen und guck mir die mitgebrachten Bilder an, schließlich hab ich ja auch noch freie Fläche, die bunt werden soll….

Schnell den fleißigen Bienen am Merch-Stand noch n Bier bringen und dann wieder in die Halle. Ich hab ja erst zur letzten Band wieder ne Springerschicht, deswegen nutz ich mal meine Zeit für einige Konversationen und den ein oder anderen Schnaps. Hast du mittlerweile wieder frei oder musst du noch n bisschen?

Was? Wie? Warum bringst du mir eigentlich nie Bier? Pah! Ich hab zu Dutch Ska Express wieder frei und schaue mir mal an, was die so können. Recht viel muss ich sagen! Ein wenig Ska tut, zwischen dem ganzen Krach hier, ja wirklich mal gut. Ja es ist voller geworden und es wird getanzt, aber bei Evil Conduct waren dann doch vorhin mehr Leute in der Halle, oder? Zum Schluss gibt es dann noch eine kleine Kurz-Reunion von Mr. Review. Dr. Rude hat kurz vor dem Festival noch schnell mitgeteilt, dass er mit Dutch Ska Express zusammen ein paar Mr. Review Songs spielen will. Das tut er nun auch und es ist wieder verdammt geil! Die Band wird auf jeden Fall fehlen. Fehlen tut mir auch was, nämlich „Rainy Day“, aber man kann ja nicht alles haben. Hat mir beides gut gefallen. Und nun heißt es Biervorrat auffüllen und ab auf die Bühne: Die Gumbles Punkrockshow startet. Party, Bier, Gesang, Party, …! So soll datt sein! Im Graben, auf der Bühne und vor der Bühne wird ordentlich gefeiert. Diana hat gleich auch mal eine Abordnung lebender Litfaßsäulen in Randale Records Shirts auf die Bühne geschickt! Schleichwerbung!!! Während die Band fleißig ihre Hits vorspielt, rennt Mike noch fleißiger über die Bühne und versorgt alle mit seinem Rhabarberschnaps. Da trinkt man auch schon mal während des Gitarrespielens. Leider ist der Auftritt wieder mal viel zu schnell Gumblesvorbei! Apropos schnell: Ich geh mal schnell Bier holen bevor Volxsturm loslegen…

Anscheinend verpassen wir uns immer allerdings warst du auch meistens schon versorgt… Volxsturm find ich großartig, gefallen mir live immer gut und liefern auch heute wieder n super Auftritt ab. Sag mal, kommt es mir nur so vor, oder ist die Halle nach dem Auftritt von Evil Conduct immer leerer geworden? Also klar es sind noch einige Menschen da, aber das meiste Publikum hatten heute die Holländer… Gleich kommen dann noch Vogelfrei und dann is es mit Livemusik auch schon wieder vorbei… viel zu schnell! Für alle, die aber noch nicht den Weg nach Hause antreten wollen, gibt’s ja noch n bisschen Konservenmusik. Ich für meinen Teil könnte echt noch Tage weiterfeiern. Ich freu mich jetzt schon wieder aufs nächste Jahr. Gleich beginnt dann auch meine letzte Schicht am Merch-Stand. Du bist unterwegs um Erinnerungen in digitaler Form festzuhalten?

Anscheinend verpassen wir uns immer allerdings warst du auch meistens schon versorgt…“ Du merkst vielleicht selbst, dass deine Argumentation gewisse Schwächen aufweist!? Es sei dir aber verziehen! Ja, Volxsturm sind immer wieder großartig anzusehen. Macht auch mir Spaß. Wieder wird ordentlich gefeiert. Aber mir ist auch aufgefallen, dass es schon leerer wird. Dabei geht die Party doch gleich erst los! Das ist doch Quark wenn du erst Feierabend hast, wenn alle schon weg sind! Feierabend ist aber ein gutes Stichwort: die letzte Schicht beginnt. Die anderen Stände haben sich schon länger mit dem Abbau beschäftigt, es wird immer leerer im Vorraum. Da schaue ich mir noch mal ein wenig vom Vogelfrei-Auftritt an. Die treffen ja auch mal gar nicht meinen Geschmack, was allerdings noch an Publikum für die Band übrig geblieben ist, ist schon etwas traurig. Wirklich Schade! Nun gut dann mal zurück zum Stand und langsam mit dem Abbau beginnen und dann mal auf zur Aftershowparty… Kommst du helfen?

Bin schon zur Stelle, ganz schön schwer das Zeug! Mir wird auch ganz schwindlig, wenn ich da auf den Aufzug steigen muss um die Kisten abzuladen, Höhenangst plus wackliges Konstrukt…keine coole Mischung! Dank zahlreicher, starker Hände ist ja alles fix im Aufzug! Mittlerweile ist echt kaum noch jemand da. Ich schau mal was auf dem Nighter noch los ist! Wenn ich allerdings ehrlich bin, bin ich super müde und irgendwie total platt und positiv angetrunken! Ich glaub ich such mal meine Dortmunder Reisegruppe und dann plädier ich fürs nach Hause fahren! Schade, dass alles hier so schnell vorbei ist. Ich freu mich schon wahnsinnig aufs nächste Jahr und hoffe alle anderen haben jetzt noch ordentlich Spaß mit dem Kaiser. Wie siehts bei dir aus? Bist du noch in Feierlaune?

VolxsturmOh, ja! Jetzt geht’s doch erst richtig los und du willst schon weg? Nee, nee! Nachdem der komplette Merch-Stand im Auto verstaut ist, gehe ich erst mal auf die Aftershowparty. Wieder eher traurig, was hier los ist. Natürlich beweisen die Gumbles und auch The Sensitives ihre Feierfestigkeit und natürlich sind auch die Rudeboys Dortmund noch am Start. Des Kaisers neuer Jens sorgt für perfekte Untermalung der Feierei. Und so wird fleißig getanzt, gesungen und gelacht, äh und natürlich auch getrunken. Zwischendurch schaue ich mal im Büro vorbei. Dort wird gerade ein ganzer Schinken am Knochen fachmännisch von Volxturms Tost zerlegt und an die Umstehenden verteilt. Den Schinken haben Volxturm auch mitgebracht. Sehr lecker! Gut das Tost schneller schneidet als alle anderen Essen wollen: Im Notfall immer zu mir, Danke! So langsam fehlt mir jegliches Gespür für die Zeit. Ich bin auf jeden Fall noch mal zurück zum Nighter bis dieser endgültig beendet wird. Es gestaltet sich allerdings recht schwierig Leute rauszuschmeißen neben denen man geraden noch getrunken und getanzt hat. Das klappt aber auch irgendwann und wir können die Turbinenhalle endgültig für dieses Jahr abschließen… Ähm, nein, das macht jemand anderes. Im Hotel trinken wir noch ein Bier in Mikes Zimmer, sind dann aber doch irgendwann zu platt und gehen ins Bett…

Alle Fotos dieses Berichtes wurden von Tim geknippst (www.knipsmack.de) und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt

 

 

LOST BOYZ ARMY STUDIO TAGEBUCH TEIL 2

01.10.09

Der nächste Termin ist ne ganze Ecke später, bei Sven gibt’s scheinbar keine Wirtschaftskrise. Getönt wird immer, der Kalender ist voll, das Auftragsbuch auch. So ist es schon Oktober, als ich das nächste Mal mit Rene im Studio anreise. Wir sind nur zu zweit und werden das auch den ganzen Tag über bleiben, in der Woche ist es für die Kollegen nicht so leicht mit dem ausklinken aus den Jobs.
Wir gehen locker an den Start und ich sing um „drauf zu kommen“ erstmal n paar Sachen bei denen ich mir relativ sicher bin. Svens Vorschläge fürs „warm machen“, gymnastische Lockerungsübungen und einzelne Töne tröten ist mir zu albern und 0% Punkrock. Es muss so gehen. Es ging immer so. Ich bin nicht Karel Gott und das hier schließlich nicht für die Hitparade gedacht. Das schlimmste beim einsingen ist eigentlich nur der ungeheure Unterschied zum Proberaumsound. Jeder Missklang der bisher im Getöse der Kollegen versteckt wurde, ist jetzt zu hören. Bin jedes Mal erschrocken, aber daran hast du dich schnell gewöhnt. Man darf einfach nicht dran denken, dass die nebenan vielleicht gerade alle Musik runtergedreht haben und dein Gebrüll völlig nackig hören… Wenn du das alles abgelegt hast, kanns losgehen.
Wir kommen ganz gut voran und ich traue mich relativ frühzeitig an die ruhigen Songs, die erfahrungsgemäß leider nicht so mein Teil und damit auch die bei mir selber unbeliebtesten sind, zumindest, was das einsingen angeht. Deshalb will ich die schnell weghaben und natürlich solange das stimmlich noch geht. Es ist superschwer die Stimmung richtig zu treffen und ich nehm mir wieder mal vor, so was nie wieder zu machen. So gerne ich die Songs später auch höre, oder vielleicht gerade deshalb? Aber auch da geht’s eigentlich. Ich bin zum Teil überrascht wie locker die Sachen mit Svens Hilfe zusammenkommen, in der Regel ist der dritte Take der richtige, manchmal geht’s sogar schneller. Er hat eine wirklich einfühlsame Art dich auf die Songs einzustimmen und dir emotional das Optimum abzuverlangen. Sein gut gemeintes Angebot zu tunen lehnen wir allerdings ab. Auch wenn das viele Kollegen machen, sogar in Punkrockerkreisen wie man hört – ich mag die elektronisch gestylten und durchgebügelten Gesänge nicht und bin nach wie vor der Meinung, dass es auch schon mal rauh oder dünn sein darf, solange Emotion transportiert wird. Das ist das A und O. Authentizität ist wichtiger als Effekthascherei. Solln die andern machen.
Mittags gibt’s Pizza, die Stimme ist schon ganz schön am Arsch. Ich hatte mir vorgenommen alle der 15 noch offenen Songs fertig zu kriegen, oder wenigstens so viele wie möglich und ahne, dass das wohl heute nix mehr wird. Aber machen kann man leider nichts und obwohl die Pausen immer länger werden, erholt sich die Stimme am Ende nicht mehr wirklich und ich hätte auf jeden Fall weniger rauchen sollen… Wir machen ne Menge drumherum Kram und auch Rene kommt mal ans Mikro, aber das rettet alles nix. Zum Schluss n paar brüllige Sachen noch und Feierabend, mehr war nicht drin. Der Tag war unspektakulär aber anstrengend, am Ende haben wir dennoch einiges geschafft. 5 Lieder sind offen geblieben. Die plus Chöre, das müsste beim nächsten Mal drin sein. Wir fahren erst weit nach 21 Uhr mit dem Gefühl nach Hause, zwar nicht alles, aber doch viel geschafft zu haben.

24.10.09

Bis zum nächsten Mal zieht es sich dann doch wieder fast n Monat hin. Wir brennen förmlich darauf, die Sachen endlich über die Bühne zu kriegen. Langsam beginnt sich die Geschichte wie Kaugummi zu ziehen. An diesem Samstag Morgen sind außer uns 5 auch noch Stephi und Jeany dabei und wir erwarten Mittags meinen alten Kollegen Bernd, den Meister der ohohos, der einen Song mitsingen wird und uns im Chor unterstützen soll.
Es geht wieder locker los, die Songs sind relativ sicher drin. „Du“, das wir beim letzten Mal schon fertig hatten, mache ich zur Hälfte noch mal neu. Es war mir zu derbe gesungen. Als Bernd kommt, sind wir im Grunde auch fast soweit, dass wir mit ihm starten können. Direkt nach der Mittagspause (diesmal McDonalds), geht’s los. Anfangs n bisschen holprig, aber erst mal angelaufen geraten die Dinge in Fluss. Bernd ist n alter Hase. Hat zwar schon ne ganze Weile nix mehr gemacht, aber gelernt ist gelernt. Wir singen gemeinsam „Aloha heja he“ von Achim Reichel, eine erstklassige Coverversion des Schützenzeltstürmers mit nem herrlichen original Huster von Bernd am Anfang, der da so gut hinpasst, dass er einfach drinbleiben musste.
Im Anschluss geht’s direkt an die Chöre, der Zeitrahmen wird nun doch ganz schön eng. Die Liste scheint unendlich lang. Hier noch was und da, ich befürchte wir werden es heute nicht mehr schaffen. Sven ist hoch konzentriert und arbeitet mit stoischer Ruhe. Ich bin immer wieder fasziniert, wie Studioleute das machen. Rundherum Chaos, Stimmengewirr und pipapo… Irgendwo fehlt immer was – hör doch mal da und guck mal hier und Sven mittendrin mit Nerven aus Stahl sieht aus als ob es ihn alles nichts angeht. Kein Cowboy könnte cooler gucken. Er ballert Take für Take in den PC: “den bitte noch mal, das war nicht gut“ und „ja, so ungefähr mit etwas mehr Dampf bitte“ – „der war noch nichts, aber ich weiß du kannst es – noch mal bitte“ als wäre es das normalste der Welt.
Wir kriegen tatsächlich alles fertig, auch wenn’s zum Ende wirklich hektisch wird und ich stellenweise echt kein richtig gutes Gefühl dabei habe. Aber es ist nach 22°° Uhr, als wir gehen und um diese Uhrzeit werden keine Fragen mehr gestellt und viel mehr gehofft, dass der Studiomann als Profi die besseren Ohren hat.

13.12.09

Hat Sven uns vergessen? Wir stehn eine knappe Woche vorm letzten Termin und haben außer den „alten Aufnahmen“ noch nichts vom Studio gehört! Alle Gesänge vom letzten Mal und sämtliche Chöre – keiner von uns hat ne Ahnung, ob das am Ende alles ok war. Wer weiß was wir in der Hektik der letzten Aufnahmen alles vergessen haben!? Sven wollte die Aufnahmen längst schicken.
Eine Woche vor dem 13ten schreib ich ihm ne Mail. Jo. Er hat uns tatsächlich vergessen. So können wir die kompletten Aufnahmen erst 2 Tage vorm letzten Studiobesuch Probe hören. Ich bin ein bisschen angepisst, aber was soll man sagen? Er lebt nicht nur von der Lost Boyz Army und hat scheinbar richtig was um die Ohren. Dann ist kurzfristig noch ein Kollege ausgefallen… wie das eben so ist… Auch bei uns und den letzten Aufnahmetagen hat er nie so genau auf die Uhr gesehn und inzwischen schon vorgearbeitet und alles grob gemischt, wir gehen also doch nicht gänzlich unvorbereitet ans Werk. Was solls also.
Trotzdem begleiten uns gemischte Gefühle auf dem Weg zum letzten Termin, passieren kann heute alles. Aber die Zweifel sind am Ende unbegründet. Es muss zwar an nahezu jedem Lied noch geschraubt werden und ging auch nicht ohne knallharte Kompromisse (Scheiß Demokratie), aber ich denke zum Schluss sind alle ohne Bauchschmerzen wirklich zufrieden mit dem Mix. Sven hat ganze Arbeit geleistet und wieder einmal bewiesen, dass er einfach einer der Besten ist. Ich habe nichts anderes erwartet.
Die Songs klingen auf jeder Anlage fett und bissig, egal ob laut oder leise, über Kopfhörer genauso geil wie über die 22 Jahre alten originalen VW Boxen meines Golf 2 ! Sven ist ein echter Könner und hat alles gegeben – der Mix ist der krönende Abschluss von 1½ Jahren Proberaumschweiß und macht jeden einzelnen von uns auf seine Weise glücklich. Wir sind gespannt was die Sachen nun noch beim mastern gewinnen werden. Ist das überhaupt möglich?
Das Master wird uns wieder Sebastian Haitz zaubern, die Kompetenz in Person, mit dem ich schon einige Male arbeiten konnte. Er macht so was heute an und für sich nicht mehr und nur für uns ne Ausnahme, worüber ich wirklich sehr froh bin.
Parallel zu den letzten Studiotagen arbeitet inzwischen auch schon Torsten aus Dorsten, der Moloko Plus Chef himself, an der Grafik fürs CD Cover und dem Layout für die Picture LP, damit die Sachen auch fürs Auge mithalten können. :„Die Scheibe, gefällt mir bei jedem Durchlauf besser. Außerordentlich gutes Album, wirklich! Und ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass ich vielleicht ein bisschen befangen sein könnte.“ schreibt er mir. Ja, ich glaube wir haben im Vorfeld wirklich nicht zu viel versprochen.
Leider gibt’s aber auch hier einen Wermutstropfen, denn mit dem Abschließen der Aufnahmen verlässt unser Seppl die Band. Es kommt nicht überraschend, er hatte so was schon vor dem Studio angekündigt, die letzten Tage waren eine Art Bedenkzeit, nun steht der Entschluss. Seppl war als einer der Gründer vom ersten Tag der Band an dabei und hat ganz bestimmt den größten Teil der Songs zusammengetragen. Wir verdanken ihm eine Menge. Ohne ihn wären es nicht die gleichen Lieder, die L.B.Army und diese Platte überhaupt gar nicht denkbar. Sein Ausscheiden ist ein herber Verlust für die Band, den wir nicht so leicht wegstecken werden. Aber wir gehen freundschaftlich auseinander, die erste LP/CD der Army ist n guter Zeitpunkt für so was, der erste echte Höhepunkt wenn man so will. Trotzdem ist und bleibt es schade. Wir werden sehr viel arbeiten müssen, um diesen Verlust zu verpacken.
Vorerst geht es also zu viert weiter, bis wir einen passenden Ersatz gefunden haben.
Und jetzt möchte ich diese super Gelegenheit natürlich auch nutzen:
Solltest du hier gerade lesen, in der Region Ruhrgebiet / Niederrhein wohnen, dein Instrument solide beherrschen und vielleicht sogar schon Banderfahrung besitzen – dann melde dich bei uns, wenn du Bock hast mit zu machen.

Zoni für die L.B.Army, Dezember 2009

LOST BOYZ ARMY STUDIO TAGEBUCH

Dass wir uns an diesem Samstag Morgen im August um kurz vor zehn an Sven Neumanns Klangfabrique treffen, um unsere erste Platte aufzunehmen, ist alles andere als selbstverständlich. Die Band ist während des gerade mal knapp einjährigen Bestehens durch eine ganze Reihe von Krisen gegangen, in denen das vorzeitige Aus oft unvermeidlich schien. Reichlich Zoff und Diskussionen von außen, Besetzungswechsel, inzwischen bewohnen wir schon den dritten Proberaum. In diesem ersten Jahr war Euphorie mindestens ebenso oft zu Gast wie Niedergeschlagenheit und dennoch klappte immer alles irgendwie. Ohne die Hilfe unzähliger „guter Geister“ wäre das praktisch unmöglich gewesen. Und genauso wichtig war es natürlich, dass wir nie wirklich ans aufgeben dachten und so immer einen Weg finden konnten, gemeinsam was auf die Beine zu stellen. Keiner hat erwartet, dass alles reibungslos klappt. Es gibt nichts geschenkt. Das war uns allen von Anfang an klar.

Erst seit Ende letzten Jahres kann man inzwischen von einer festen Besetzung reden, die trotz aller Schwierigkeiten regelmäßig probt so oft es eben geht. Aber die Probleme reißen deshalb nicht ab. Erst muss ich zum Jahreswechsel mit einer Lungenentzündung für mehrere Wochen ins Krankenhaus. Meine ohnehin schon angegriffene Lunge erholt sich nur schleppend und noch heute sind Hustenanfälle ein fester Bestandteil jeder Bandprobe. Dann wird es für Seppl zeitlich immer schwieriger regelmäßig zu proben. Da treffen wir uns zu viert weiter, versuchen das Beste draus zu machen und halten ihn per Internet auf dem laufenden. Als Rene sich bei einem Unfall so kompliziert das Schlüsselbein bricht, dass er verschraubt und verdrahtet werden muss, spielt er im sitzen weiter, um nur keine Zeit zu verlieren …

Es gab wirklich reichlich Hürden zu überwinden Freunde. Und trotzdem stehen heute 17 Songs auf dem Zettel. 16 eigene Lieder und ein Cover, das für die Punk Chartbusters Reihe von Wolverine aufgenommen werden soll. 17 Songs, die wir sogar extra noch vorproduziert haben, um im Studio sicherer arbeiten zu können. Eine wirklich stolze Leistung, nach all dem Stress der vergangenen Monate.

Weil wir für die Aufnahmen leider nicht gemeinsam frei kriegen konnten, haben wir uns darauf verständigt, an mehreren Wochenenden hintereinander aufzunehmen. Das war der Vorschlag vom Studio, ein Verfahren, dass für mich selber völlig neu ist und dem ich deshalb anfangs etwas skeptisch gegenüber stand. Aber es hat auch eine ganze Reihe Vorteile, die mich am Ende überzeugen konnten. Wir sparen uns viel nervtötende Langeweile, die jeden Studioaufenthalt spätestens ab dem dritten und vierten Tag unerträglich macht. Die ganze Geschichte wird stressfreier. Du kommst an jedem Wochenende mit frischen Ohren gut gelaunt angereist und fährst wieder ab, bevor es öde wird einander zu zuhören. Im Gegenteil, man freut sich die Woche über voll drauf. Außerdem kann sich jeder mit den neuen Aufnahmen aufs kommende Wochenende und seinen eigenen Einsatz vorbereiten. Fragt sich nur: Warum haben wir das nicht schon immer so gemacht?

Sicher wird es insgesamt länger dauern bis alles im Kasten ist, aber die Platte ist ohnehin erst für den Januar geplant. Wir haben also keinerlei Eile, sondern alle Zeit der Welt, selbst wenn noch tausend Sachen schief gehen sollten…

22./23.08.09

Als ich (Zoni, voc) mit David (git) und Rene (bs) am Studio eintreffe, sind Andre (dr) und Seppl (git) schon am Start. Seppl mit lila Wohnmobil, er wird über Nacht in Lohmar bleiben. Wir tragen die Sachen rein und machen Kaffee, Andre und Sven bauen das Schlagzeug auf. Die Beiden haben sofort n guten Draht zueinander gefunden, das A und O für eine solide Zusammenarbeit.

Sven Neumanns Klangfabrique stand auf meinem Wunschzettel. Hier hab ich mit VJ die letzten drei Platten aufgenommen. Nach meiner Meinung vom Sound her die besten VJ Sachen, so also auch Svens beste Empfehlung. Er ist ein absolut angenehmer Mensch mit sagenhafter Kompetenz in seinem Fach, der dir auch schon mal gerade raus sagt, dass das Riff, an dem du vielleicht wochenlang gearbeitet hast, tonal totale Scheiße ist. Sven ist in jeder Situation die Ruhe selbst, hat immer irgendeinen Spruch parat und sprüht vor glänzenden Ideen. So ist es auch an diesem Morgen, die Band wird schnell warm mit ihm und die erste Nervosität legt sich langsam.

Wir spielen keine „klassischen“ Piloten ein, sondern vereinfachen alles. Andre trommelt die Songs aus dem Gedächtnis nach Metronom, zur Orientierung spielen abwechselnd Seppl und David ne Gitarre dazu und wenn’s sein muss singe ich auch mal ein Stück mit. Das klappt hervorragend und spart enorm viel Zeit. Andre hat die Lieder auf unserer Liste in drei Kategorien unterteilt. Ein Plus bedeutet leicht, ein Kreis „geht so“, ein Minus steht für schwierig. So tasten wir uns langsam vor. Erst mal ein paar leichte um sicherer zu werden, dann was schwieriges. Es kann auch schon mal sein, dass ein Song trotz des Plus davor mehrere Anläufe braucht und einer mit Kreis im ersten Durchgang perfekt klappt. Nichts ist unmöglich. Andre schwitzt sich die Seele aus dem Leib und fängt auch schon n bisschen an zu riechen, aber am Abend unseres ersten Studiotages hat er mehr als die Hälfte der Takes im Sack und ist sichtlich stolz auf seine Sonderleistung. Dabei spielt er alles andere als ein 08/15 Schlagzeug, sondern sehr phantasievoll, dicht und abwechslungsreich. Man merkt ihm seine Erfahrung an und auch, dass er sich sehr gut vorbereitet hat. Ich hatte nichts anderes erwartet. Das Schlagzeug ballert schon jetzt beeindruckend, die Toms wummern gewaltig. Wir sind baff. „Aber warte erst mal ab, bis ich das gemischt habe“ meint Sven mit einem Grinsen.

Wir fahren mit dem guten Gefühl nach Hause, sehr viel geschafft zu haben.

Am Sonntag treffen wir drei wieder als letzte ein, Andre ist schon vor Ort und Seppl frühstückt gerade in der lila Kuh. Es geht genauso locker wie am Vortag ab, wir haben lange nicht mehr so viel gelacht. Andre spielt den Rest der Songs runter. Perfekt. Der Vortag steckt ihm zwar noch in den Knochen, gibt aber auch reichlich Rückenwind und so erreicht er stolz sein Ziel, vorfristig fertig zu werden. Wir haben sehr viel Spaß in den Backen und entspannen uns mehr und mehr.

Danach geht sofort Rene an den Start. Eigentlich spielt er Gitarre, extra für die Army ist er an den Bass gewechselt und das ist gerade mal etwas mehr als ein halbes Jahr her. Rene hat außer dem kurzen Besuch beim AMP in Duisburg für den Tribute to Slime Sampler, keinerlei Studioerfahrung. Er ist sichtlich nervös, hat sich aber auch spürbar gut vorbereitet. Er macht seine Sache super, fährt rundum reichlich Lob ein und wird so schnell warm und von Lied zu Lied sicherer. Er hat ganz offensichtlich viel geübt, und das nicht nur im Proberaum, denn diese Routine gibt’s nicht geschenkt. Es macht richtig Spaß zu zugucken wie er sich mehr und mehr zutraut. Studiomann Sven, von Hause aus ebenfalls Bassist, ehemals bei Donald Dark, heute bei C – Mones und zwischendurch sicher in zig anderen Formationen, hat reihenweise Tipps auf Lager und spart nicht mit Ratschlägen.. Die Beiden verstehn sich.

Als wir am Sonntag Abend aufbrechen, sind alle Schlagzeug Takes fertig + 4 Songs Bass im Kasten. 60 % mehr als er erwartet hat, sagt Sven. Wir sind stolz wie Oskar und brennen schon aufs nächste Wochenende.

29./30.08.09

Ich kann am Samstag leider nicht dabei sein. Habe am Freitag Nachtschicht und penne danach den halben Tag, nachmittags noch die 110 km nach Lohmar zu fahren lohnt den Weg nicht. Seppl macht Urlaub im Spreewald. Aber Andre, Rene und David kommen auch alleine sehr gut zurecht. Rene ballert seine Bässe ein und kommt wieder, wie am letzten Wochenende, sehr gut voran. Der anfängliche Plan, von Titel zu Titel abwechselnd Bass und Gitarre aufzunehmen um sich gegenseitig Pausen zu verschaffen, wurde jedoch schnell wieder fallen gelassen. Zu viel Aufwand und Checkerei, es behindert mehr als es entlastet. Dennoch hat der Versuch für einen ersten fertigen Song gereicht und sie haben sich auf den Gitarrensound geeinigt. Ein Mix aus Engl, Marshall und Ommas Röhrenradio, der bratzig und breit und richtig schön nach Gitarre klingt. Auch schon mal sehr viel wert. Zum Feierabend fehlen bei Rene nur noch 4 Songs und die drei fahren hochzufrieden nach Hause.

Sonntags bin ich wieder mit am Start, dafür bleibt Andre heute zu Hause. In Dinslaken sind DIN Tage, so ne Art Volksfest und alljährliches Großereignis für die Region. Außerdem wird heute in ganz NRW gewählt. Aber das alles interessiert uns nicht. Was zählt sind die Kreuze auf unserer Liste, hinter Renes Namen sind noch 4 Felder offen. Die hatter gegen Mittag weggeputzt und nun geht David nahtlos an den Start, der Sound steht ja bereits.

Für ihn ist es, genau wie bei Rene, nach dem kurzen AMP Besuch der erste wirkliche Studioaufenthalt. Das macht sicher Druck. Trotzdem, dieser hier ist kein Vergleich mehr mit dem David, der irgendwann Ende letzten Jahres im Oberhausener Bunker schüchtern und unsicher vorgespielt hat. Er muss sagenhaft viel gearbeitet haben. Dieser David hier, und der von „damals“, dass ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, auch wenn er an der Gitarre bestimmt noch einen weiten Weg vor sich hat. Trotzdem merkt man ihm keinerlei Nervosität oder so an. Er ballert seine Sachen locker runter und scheint die Ruhe selbst. Anfangs klingt es hier und da noch n bisschen wacklig, aber er kommt mit der Zeit immer besser zurecht und bald sehr flott vorwärts. Dann gibt’s zwischendurch noch mal n paar Probleme mit dem Sound, die sich keiner so richtig erklären kann, aber nach dem hier und da n bisschen rumprobiert, geschraubt, gedreht und neu justiert worden ist, haben wieder ein ordentliches Brett am Start.

Als wir abends aufbrechen, hat David 8 Songs eingespielt. Eine solide Leistung, die sich sehen lassen kann und die gute Bilanz der Band insgesamt fortsetzt. Wir können absolut zufrieden sein und hoffen, das Tempo so beibehalten zu können.

05./06.09.09

Für mich heißt es Samstags wieder Auszeit. Kindergeburtstag, Nele wird heute 4. Das ist wichtiger als jedes Studio. David ist bei der Feuerwehr und Andre auch irgendwo, keine Ahnung. Aber Seppl und Rene sind in Lohmar am Start. Und als Gast an diesem Wochenende außerdem noch Lennart, Sepps Bandkollege von 180 GRAD.

Es gibt keine erwähnenswerten Probleme, Seppl ist routiniert und studioerfahren. Er kloppt seine Sachen locker von der Stange. Ich hab nichts anderes erwartet. „Feierabend. 11 Songs im Kasten“ – schreibt er abends per sms. Sehr schön. Die drei verbringen die Nacht feucht fröhlich im lila Bulli. Scheiß drauf was die Leute denken…

Sonntags sind wir dann wieder alle komplett dabei. Rene noch etwas verpeilt/verkatert, dafür mit reichlich Unterhaltungswert. Sepp scheppert ohne große Schwierigkeiten seinen Rest zusammen. Grundsolide Arbeit + ein paar kleine aber sehr schöne nette Überraschungen an der Gitarre, er ist mit Recht sichtlich stolz auf seine Arbeit. Die Songs nehmen jetzt mehr und mehr Gestalt an, es knallt zum Teil gewaltig. Das zuhören macht schon richtig Spaß und auch Lennart gefällts sehr gut. Aber er sitzt nicht nur dabei. Lennart ist wach und mittendrin, passt auf wie’n Schiesshund, hört selbst die kleinsten Fehler. Diskutiert und lobt und grübelt mit. Sehr schön. Wirklich. Witziges Detail: Ausgerechnet der Titel, der bisher das „Stiefkind“ der kompletten Band war, ist der Song der ihm am besten gefällt. Zumindest so wie er ihn bisher gehört hat. „Sing mir das Lied bloß nicht kaputt“ sagt er, als wir uns verabschieden.

12./13.09.09

Am Samstag fehlt nur Andre. Keine Ahnung wo der sich wieder rumtreibt. Wir wollen heute noch einen Rest von Davids Gitarren erledigen und den Coversong angreifen. Heute ist der Tag an dem alle aufgeschobenen Titel fertig werden sollen. Es könnte haarig werden. Es wird haarig. Der Tag gestaltet sich schwieriger als wir dachten, die Sachen ziehn sich, es gibt Momente in denen keiner wirklich weiter weiß und wir uns langsam durch die Lieder tasten müssen, um den Faden nicht zu verlieren. Gut das Seppl dabei ist, mit seiner Hilfe kriegen wir am Ende doch noch so einigermaßen die Kurve. Das Ergebnis überzeugt und ich denke, am Ende war es die Mühe wert. Bestimmt.

Mittags kommt Mecko vorbei. Wir haben uns schon ewig nicht mehr gesehen, die Kollegen kennt er noch gar nicht. Es wird dann doch noch n ganz witziger Tag, David ist mit allem durch und Seppl beginnt mit den Melodie und Sologitarren. Sind ein paar wirklich traumhafte Sachen dabei. Ich hab keine Ahnung wo er das mit einmal alles herzaubert.

Wir trennen uns erst sehr spät und hatten keine Mittagspause, alle wirken irgendwie kaputt und abgespannt. Ich glaube dieser war der bisher schwierigste und bestimmt auch nervigste Studiotag.

Mecko pennt bei mir, der Abend klingt gemütlich mit viel Gelaber über alte und neue Zeiten bei ein paar Bieren aus, nachts teilt er sich das Sofa mit unserem Hund. Morgens fahren wir zu zweit nach Lohmar, David fährt mit Rene vor, er will heute seine Anlage nach Hause holen, dafür braucht er im Wagen Platz. Seppl hat wieder im Lilalaunebus in Lohmar übernachtet und die Kamera dabei gehabt. Ich bin gespannt was dabei rausgekommen ist.

Mecko und ich sind die letzten die im Studio ankommen. Die Kollegen bereits am arbeiten, bzw zugucken, Kaffee ist fertig, alles bestens.

Seppl sitzt im Aufnahmeraum und zaubert Melodien und Solos, Andre und ich hören zu. Mecko und Rene diskutieren im Aufenthaltsraum scheinbar endlos und unerschöpflich über Gott, die Welt und Punkrock nebst Szene natürlich. Genug Gesprächsstoff um Wochen zu füllen. David liegt in irgendeiner Ecke. Er war gestern Nacht unterwegs, man sieht ihm die Strapazen an. So schleichen sich die Stunden bis zur Mittagspause dahin. Alle hängen irgendwie durch heute, der Tag gestern hat ganz schön geschlaucht.

Wir verdauen gerade die Mittags – Pizza, als Christian und Sunny Bastards reinschneien. Jo, lange nicht mehr gesehen und pipapo. Großes Hallo und so, unser Label Chef hat n Kasten Bier dabei und Sunny verteilt Cheeseburger. Danach wird der neueste Szenetratsch getauscht. Ich bin immer wieder verwundert, wie viele Sachen in letzter Zeit völlig an mir vorbeigehen und es ist trotzdem nach wie vor witzig zu hören, was die Leute so treiben und von sich geben. Vor allem wenn man die Köppe schon über so viele Jahre kennt. Wir lachen drüber, auch wenn’s manchmal zum weinen ist.

Gemeinsam mit Mecko und den Bastards wird dann der Schlachtplan in Sachen „VMK negativ“ geschmiedet, wir hören in die Songs rein und klären die letzten Fragen. Ich glaube den Beiden gefallen die Lieder. Auch das Demo hatte schon begeistert. Christian sagt, es sind ne ganze Reihe Sachen dabei, die er bei den letzten VJ Produktionen sehr vermisst hat. Das geht natürlich runter wie Öl.

Seppl schließt mit den Solos sichtlich erleichtert seine Session ab. Es kann gesungen werden. Wenigstens noch ein zwei Songs oder so, es ist schon ganz schön spät.

Am Samstag hatten wir schon verschiedene Mikros ausprobiert und alles aufgebaut, es kann sofort losgehen. Wir beginnen mit „Eine Armee“, das ist einer unserer ersten Songs gewesen, nach ner Idee von Sepp und noch im Raum von Cotzraiz in Wesel entstanden. Guter Song, wird vermutlich der Opener der Platte werden. Eines der Lieder, die Christian vorhin meinte. Der Titel geht gerade und schnörkellos nach vorne. Davids Lieblingslied. Wir kommen ganz gut zurecht und einigen uns schnell mit meinem Gesinge, danach gehen Sepp und Rene an den Start, der Song ist fix im Sack. Es geht weiter mit „Vergiss nie“. Gleiche Liga. Schnell, hart und präzise, ein wunderschönes Solo in der Mitte, der Gesang ist hier der pure Hass. Auch ein älterer Song. Sepp mit der zweiten Stimme, fertig. Wir machen Feierabend.

Eben noch bouncen und brennen, wir verabschieden uns vorerst auf ungewisse Zeit. Den nächsten Termin klären wir per Email, ich denke es geht frühestens zum Monatsende weiter. Vielleicht fahr ich vorher mal alleine zum singen nach Lohmar. Auf dem Rückweg mit Rene im Auto hören wir unsere Aufnahmen und sind beide so begeistert, dass wir glatt die Abfahrt verpassen. Kleiner Umweg über Gladbeck, kein Problem. Hauptsache wir sind mit „VMK negativ“ auf dem richtigen Weg.