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27./28.04.13 Berlin / Columbiagelände – Monster Bash Festival (16.06.2013)

 

FlagNun hat mich das Monster Bash Festival schon zum dritten Mal in seinen Bann gezogen und auch wenn das Line-Up aus meiner Sicht dieses Jahr nicht ganz so gelungen war, hielt es doch einige Überraschungen bereit. Gleich zwei große Veränderungen wurden im Vorfeld angekündigt. Zum einen wurde aus dem Tages- ein Zwei-Tage-Festival und zum anderen sollte eine neue Location her. Das mit der Location hatte sich im Vorfeld wieder erledigt gehabt und man zog wieder auf das Columbiagelände mit Club und Halle. Warum? Dazu später mehr. Was die Auswahl der Bands betraf, so fehlten mir dieses Jahr eindeutig die hochkarätigen Deutschpunkvertreter. Hatte es in den letzten Jahren mit DRITTE WAHL, ZSK oder THE BOTTROPS noch mehr als vorzeigbare Vertreter dieser Gattung gegeben, fehlten sie dieses Jahr gänzlich. Schade eigentlich, denn etwas mehr Abwechslung hätte dieses Jahr gut getan.

Wie dem auch sei, am Samstag machte ich mich auf den Weg zum MONSTER BASH. Da mich die ersten Combos wirklich gar nicht interessierten, kreuzte ich auch erst gegen 19:00 Uhr in der C-Halle auf und war erstaunt, wie wenige Leute da waren. Beim Blick auf die Ränge der C-Halle fiel mir dann auf, dass diese zugehangen bzw. abgesperrt waren, so dass die Halle um einiges weniger Publikum fasste. Wahrscheinlich haben es die Veranstalter auch aus diesem Grund vorgezogen vom geplanten, größeren Gelände wieder in alte Gefilde zurückzukehren. Auch abends, so viel sei schon mal verraten, war die Location nicht proppevoll sondern lediglich gut gefüllt. Schade eigentlich, denn so ein Festival lebt von seinen Besuchern und wenn die ausbleiben, dann bleibt auch das Festival aus, was eine Schande wäre. Berlin braucht mehr Punkfestivals und die verwöhnten Großstädter sollten das endlich mal zu schätzen wissen. Nichts desto trotz spielten voller Energie LESS THAN JAKE auf zum Tanz und unterhielten die Menge vor dem Absperrzaun mit ihrer Mischung aus Punk und Ska. Nicht ganz meine Mucke, aber nett anzuschauen. Danach ging es weiter mit den Schweden von MILLENCOLIN, die bereits vor zwei Jahren die Hütte rockten. Auch diesmal zockten sie ihr Set runter und hinterließen schweißnasse T-Shirts und zufriedene Gesichter.

MillencollinAuf die darauf folgende Band FLAG war ich am meisten gespannt. Im Vorfeld hatte ich mir ein paar Interviews der beiden aktiven „Black Flag“ Combos durchgelesen und für mich gingen FLAG als die sympathischere von beiden daraus hervor. Doch meine Freude wurde schnell getrübt, denn was hier geboten wurde, war eine echt lahme Vorstellung. Man prügelte sich zwar durch die Hardcoreklassiker, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen. Dann doch lieber die alten Platten hören und die Band Geschichte sein lassen. Gleich darauf stand aber DIE Überraschung für mich auf der Bühne – SKA-P. Bisher kannte ich die Jungs nur vom Hörensagen und war eher skeptisch, da Ska nicht unbedingt zu meiner Lieblingsmusik zählt. Aber was ich hier geboten bekam, haute mich schlichtweg um. Entertainment vom allerfeinsten und großartige Songs, die keinen in der Halle still stehen ließen. Und obwohl SKA-P über eine Stunde spielten, verging die Zeit viel zu schnell und ich hab endlich eine Ska Band gefunden, die mich 100%ig überzeugt. Schon alleine wegen ihnen hat sich die Reise zum MONSTER BASH gelohnt.

Der erste Tag hing mir noch in den Knochen, da hieß es schon wieder ab aufs Columbiagelände, denn der Sonntag versprach einige Highlights. Los ging es gleich nach meiner Ankunft mit STREETLIGHT MANIFESTO, die ich bis dato auch noch nie live gesehen hatte. Und noch eine Ska-Combo riss mich von den Stühlen und das an einem Wochenende! Nicht das ich noch vom Glauben abfalle?! Jedenfalls wussten STREETLIGHT MANIFESTO ganz genau was sie taten und auch der kurzzeitige Ausfall des Gitarristen brachte sie nicht aus dem Konzept. Der Rest der Mannschaft improvisierte einfach und unterhielt die Leute vor der Bühne. Wenn die Amis also mal wieder in der Nähe sind, dann nichts wie hin und anschauen, denn es lohnt sich auf jeden Fall. Danach spielten GRADE, die mir so gar nichts sagten und dass aus gutem Grund, denn sie waren einfach schlecht! Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Aber das gab mir die Gelegenheit Essen zu fassen und mich zu stärken, denn es sollte anstrengend werden – mit PENNYWISE. Man soll es kaum glauben, aber auch PENNYWISE habe ich bisher auf jeder ihrer zahlreichen Tourneen verpasst und dass wollte ich dieses Jahr unbedingt ändern.

PennywiseLediglich Sänger Jim Lindberg hatte ich vor ein paar Jahren mit BLACK PACIFIC live gesehen, doch es war eben nicht dasselbe. Als PENNYWISE diesen Abend loslegten waren lediglich ein paar Scheinwerfer auf der Bühne an und die Jungs tragen ja nun mal Basecaps. Der Tot für jeden Fotografen, der kein übergroßes Objektiv hat. Als Fletcher dann noch meinte, „wir sind hier doch nicht am Strand, macht die Scheinwerfer aus“, war es endgültig vorbei mit dem Geknipse. Die Stimmung auf dem MONSTER BASH erreichte aber definitiv ihren Höhepunkt, denn PENNYWISE spielten ihre Hits, coverten sich durch ein paar Klassiker und beendeten natürlich mit der „Bro Hymn“. Ein mehr als gelungener Auftritt der Amis und ich hoffe, ich kann sie noch mal in einem Club in der Nähe erleben. Der eigentliche Headliner des Festivals sollte mit RISE AGAINST aber noch folgen. Ich hatte die Jungs vor einiger Zeit an derselben Stelle gesehen und ich muss sagen, da fand ich sie um einiges besser. An diesem Abend wirkten sie nämlich zahm und spielten ihre Songs zu routiniert runter. Ich war aber nicht sonderlich traurig darüber, so konnte ich ruhigen Gewissens eher nach Hause gehen, voller Eindrücke eines super Festivals.

Um noch mal auf meine Eingangsworte zurück zu kommen, das letzte Mal schafften es RISE AGAINST noch ganz allein die C-Halle auszuverkaufen und wenn sie bei einem Punkrockfestival wie dem MONSTER BASH auftreten, klappt das nicht. Ich finde es wirklich schwach, dass nicht die nötigen zahlenden Gäste gekommen sind, denn für das Geld bekommt man hier wirklich was geboten. Super Bands, leckeres Essen, Entertainment auf der Halfpipe und eine tolle Stimmung. Was will man mehr?

East Side Daniel

Leider Lebenslänglich!!! (16.06.2013)

Neulich bin ich in einem Frauenmagazin über einen Bericht mit der Überschrift „Leider lebenslänglich“ gestolpert. Gespickt mit allgegenwärtigen Voruteilen, regte sich eine Reporterin über die Tinte unter der Haut auf.
Die Message die, die gute Frau vermitteln wollte, war im Grunde, dass jeder der sich was stechen lässt, es sowieso irgendwann bereut…
Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, dachte ich mir, mittlerweile sollte doch jeder der sich was stechen lässt, sich im Klaren darüber sein, dass Tattoos für die Ewigkeit sind.
Dass man sich dann nicht aus einer Laune heraus, mal eben nach na durchzechten Nacht auf den Weg macht um sich verschönern zu lassen, sagt doch eigentlich der gesunde Menschenverstand.
Es gibt sicherlich Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer, vielleicht nur weil es gerade modern ist oder weil Tattoos mittlerweile gesellschaftstauglich geworden sind etwas stechen lassen. Doch wenn sich genau jene, dann hinterher über ihre eigene Doofheit beschweren, brauchen sie sich doch nicht wundern, wenn man sie für ziemlich grenzdebil hält.
Ich denke man sollte sich im Voraus Gedanken machen und nicht hinterher rumheulen, weil man unzufrieden ist oder das besagte Bildchen einem nicht mehr gefällt.
Viele Gegner dieser Art von Körperkunst, fragen was denn passiert wenn, man in x Jahren nicht mehr mit dem Bild zufrienden ist. Jede Tattoowierung wird zu einem Teil des Trägers und selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass einem mal eine Tattoowierung nicht mehr gefällt, so gehört sie trotzdem zu einem und dann wird man die Farbe auch nicht bereuen.
Tattoos sind im besten Fall, individuelle Kunst. Man sollte sich schon ausreichend Gedanken darüber machen, WAS man sich denn tattowieren lassen möchte.
Denn wie die Reportin schon richtig erkannt hat, Farbe unter der Haut ist lebenslänglich. Ich würde sagen – glücklicherweise lebenslänglich.

Wie war das noch gleich? (01.05.2013)

Ein Skinhead trägt kleinkarierte Hemden ;) , trinkt Bier geht auf Konzerte, tanzt gerne auf dem ein oder anderen Nighter, hat nicht zwangsläufig was gegen Gewalt und nicht zu vergessen, geht gerne zum Fußball.
Es ist für viele vielleicht nur ein Spiel, das 90 Minuten dauert und in dem n paar Männer einem Ball hinterher rennen, doch für uns Fans ist es mehr. Das Gefühl im Stadion zu stehen und seine Mannschaft anzufeuern , egal ob wir grade 2:0 führen oder 6:0 zurückliegen….Emotionen die man schlecht beschreiben kann. Nun in der Regel ist es doch so, dass man einem Verein seine Liebe geschworen hat und im Gegensatz zu einer Beziehung oder der ein oder anderen Freundschaft hält diese Liebe tatsächlich ein Leben lang. Natürlich ist es vollkommen ok, dass man mit einem anderen Verein vielleicht mehr sympathisiert als mit dem Rest, oder gewisse Vereine einem einfach nur am Arsch vorbei gehen. s ist völlig legitim, einem anderen Verein zu gratulieren, wenn die Leistung entsprechend war, oder mal zu nem Spiel zu gehen, bei dem die eigene Mannschaft nicht spielt und sich dieses aus Interesse, NEUTRAL, anzusehen. Klar kann man sich auch mal untereinander zusammenschließen um beispielsweise gegen einen gemeinsamen Feind, wie den DFB, was zu erreichen.Aber auch hier wird deutlich, jeder steht zu seinem Verein, man schließt sich nur aus Mittel zum Zwecks zusammen….. „ In den Farben getrennt, in der Sache vereint“.
Wir vertreten ja schließlich nicht die Hippiementalität, dass jeder jeden mögen muss und wir alle Händchen haltend durch die Weltgeschichte springen. Also frag ich euch, kann man tatsächlich ein wirklicher Fan von zwei oder mehreren Mannschaften sein?

Wir beschweren uns Ende der Saison immer wieder über Spieler, die aufgrund der Kohle zu bestimmten Vereinen wechseln. Als Verräter werden sie meist bezeichnet Ok, bei Geld setzt bekanntlich der Verstand aus aber manchmal ist es ja nachvollziehbar, dass ein Spieler wechselt und seien wir mal alle ehrlich zu uns selbst, wer würde nicht auch den gleichen Job in einer anderen Firma machen, wenn man dort mal eben das doppelte an Gehalt bekommt, bessere Karrierechancen, bei gleichem Arbeitsaufwand hat?! …Eben

Aber dies ist ein anderes Thema…kommen wir nochmal zu dem Thema „Fans von heute“ zurück. Da gibt es die Erfolgsfans, die einem Verein nur dann die Daumen drücken, wenn dieser ein Spiel nach dem anderen gewinnt, welche aber niemals zu einem Spiel gehen würden, sollte der Verein absteigen. Oder die Modefans, die nur jubeln, weil es grad modern ist, sich für Fußball zu interessieren. Schlimm auch die Leute, die nur für die neue Liebschaft, plötzlich einem, vorher verhassten ,Verein die Daumen drücken, man sollte doch meinen, dass eine Beziehung nicht an verschiedenen Vereinen scheitert, oder? Wenn doch, dann ist sie es in meinen Augen gar nicht erst wert eingegangen zu werden!
Erschütternd ist es dann mit anzusehen, dass es in letzter Zeit immer mehr Leute, leider auch aus unseren Reihen gibt, die sich dazu bekennen, Fans von verschiedenen Vereinen zu sein. Und das obwohl auf der anderen Seite „ Tradition not Trend“ gerufen wird?! Tradition, bezogen auf Fußball, ist für mich, dass es nur einen Verein gibt, hinter dem man 100 % steht.
Ich denke jeder sollte im Endeffekt für sich entscheiden, zu welcher „Kategorie Fan“, er gehören möchte, sich aber dann nicht darüber beschweren, wenn man denjenigen dann nicht mehr Ernst nimmt, wenn es um Fußballkompetenz geht! In diesem Sinne: Eine Liebe ein Verein!- oder wie war das noch gleich?

Punk & Disorderly 2013 (27.04.2013)

Punk & Disorderly 2013 – Alle 20 Bands und es wird Frühling

P1110895Eigentlich ist es mir ja recht egal, was der Flyer des Punk & Disorderly Festival so über das Line-up erzählt. Da dieses Jahr aber doch ein recht gutes Line-up versprochen wurde, bin ich noch ein ganzes Stück mehr voller Vorfreude als sonst, als ich vor meiner Haustüre stehe und darauf warte, dass meine Begleiterin Katrin endlich bei mir auftaucht. Kurz bevor ich nervös werde, kann dann aber die Reise endlich losgehen – zumindest zum Hauptbahnhof. Dort angekommen wird unsere kleine Reisegesellschaft sogar noch etwas größer, da wir Samson auf unserem Gleis treffen und auch im gleichen Wagen unsere Sitzplätze reserviert haben. Wir nehmen also an unserem Tisch Platz, packen die ersten Biere aus und genießen die Fahrt gen Berlin, bei dem ein oder anderen netten Gespräch. In Anbetracht des hier zu verfassenden Berichtes, erscheint es vollkommen langweilig, dass wir sogar etwas zu früh am Berliner Hauptbahnhof ankommen. Mit der S-Bahn zur Wahrschauer Straße, ein paar Meter laufen und schon öffnet uns das Hops & Barley die Tür und wir werden zu unserer Wohnung gebracht. Eine kurze Pause und eine Pizza später machen wir uns auf den Weg zum Astra und gehören damit zu den ersten Gästen überhaupt. Der Fotopass liegt wie versprochen bereit und die Zapfhähne sind auch schon angeschlossen: Es kann also losgehen!

P1110984Zuerst fällt mal auf, dass man hier mit Deutsch nicht besonders weit kommt. Sämtliche bisher anwesenden Gäste sprechen irgendwelche Fremdsprachen und auch die junge Dame hinter der Theke erklärt mir, trotz Bestellung auf Deutsch, das Pfandsystem auf Englisch! Na ja… Thanks! Da das Wetter bisher nicht wirklich zum Verweilen im Biergarten einlädt, inspizieren wir erst mal das Astra und schauen, ob noch alles an den gewohnten Plätzen ist. Die Bühne ist es auf jeden Fall und die wird nun von Louise Distras betreten. Die Luise gefiel mir allerdings im Essener Anyway deutlich besser, denn irgendwie ist ihr Gesang sehr laut und da die junge Dame doch ein recht kräftiges Sangesorgan hat, klingeln einem zwischendurch ganz heftig die Ohren. Schade! Ein Bier später betreten Middle Finger Salute die Bühne und spielen guten und melodiösen Punkrock. Langsam wird auch die Halle etwas voller und weder mich noch die umstehenden Gäste scheint die Band zu langweilen. Gefällt mir! Mittlerweile sind auch noch mehr bekannte Gesichter eingetroffen und somit ist alles vorbereitet, um bei Booze & Glory das erste Mal richtig zu feiern. Das wird auch vom Publikum von Anfang an getan, nur ich gehe erst mal in den Graben um ein paar Fotos zu machen. Zurück bei den Anderen kann ich nun auch den Auftritt der London Skinhead Crew ordentlich mitfeiern. Die Halle ist mittlerweile ordentlich gefüllt und die Party vor der Bühne wird immer besser. Gute Bands auf Festivals haben meistens ein Problem: Egal wie lange sie spielen, sie spielen immer zu kurz! So ist das dann leider auch wieder bei Booze & Glory. Kurz zu dem netten Herrn am Backstagebierstand und weiter geht es mit den Varukers. Die knüpfen gleich mal an den Auftritt ihrer Vorgänger an und auch vor der Bühne geht die Party weiter. Ich hab die Band ja nun schon das ein oder andere Mal gesehen, aber selten hat mir ein Auftritt so gut gefallen und die alten Herren nehmen die Bühne ordentlich auseinander. Pausen werden ja grundsätzlich mal vollkommen überbewertet und somit geht es gleich mit Toxpack weiter! Vor mir die wie immer großartigen Toxpacker und hinter mir ein verdammt ordentlicher Backgroundchor aus dem Publikum. Ein geiles Set, großartige Stimmung im Publikum und viel Spaß auf der Bühne – das beschreibt eigentlich alles Notwendige von dem, was man verpasst hat, wenn man nicht dabei war. Argy Bargy gefallen mir dann etwas weniger als sonst, wobei das wirklich jammern auf hohem Niveau ist. Nach 3 großartigen Bands in Folge, braucht die Begeisterung vielleicht einfach etwas Pause. Und gut ist der Auftritt trotzdem. Besonders die Songs von ihrem (wirklich großartigen) neuen Album gefallen mir dann doch sehr gut. Nee, eigentlich bin ich auch hiermit rundum zufrieden. Das restliche Publikum scheint meine leichte Skepsis übrigens auch nicht zu teilen, denn auch hier geht die Party unvermindert weiter. Macht es eigentlich Sinn, jetzt noch etwas vom Lokalmatadore-Auftritt zu erzählen? Meine Auffassungsgabe hat auf jeden Fall schon stark gelitten, aber ich glaube, er ist ganz gut und so ca. 3-5 Leute feiern auch mit! Haha! Ich frage mich allerdings so langsam warum mein Hals anfängt wehzutun…. Ziemlich fertig, ordentlich betrunken und zusätzlich auch noch mal von außen komplett in Bier eingeweicht endet der erste Abend mit dem natürlich großartigen Auftritt der Lokalmatadore. Und der Abend endet wirklich…. Vielleicht auch besser so!

P1120181Japp, wirklich besser so! Samstagmorgen, mir geht es gut und selbst das Gute-Nacht-Bier, das wir uns auf dem Nachhauseweg noch geholt haben, steht noch ungeöffnet auf meinem Nachttischchen. Grund genug, erstmal zum nächsten Supermarkt zu stapfen und mit Bier, Cider, Kirsch und Hot Dogs wieder zurückzukommen. Nach einer ordentlichen Runde Faulenzerei geht der Tag dann im Hops & Barley bei Bundesliga und dem leckeren selbstgebrauten Bier los. Passend zum Bayern-Sieg gibt es dann im Restaurant nebenan Allgäuer Käsespätzle und Almdudler! Lecker! Ein ehemaliger Klassenkamerad von Katrin ist auch eingetroffen, muss uns allerdings recht schnell wieder verlassen (bzw. wir ihn) denn am Astra ist bereits eine Viertelstunde nach Öffnung der Kassen alles weg, was zum Einlass berechtigt. Cock Sparrer halt! Rein, Bier, Prost und es kann wieder losgehen.

Heute eröffnen die City Saints den Abend und spielen sehr guten Rock’n’Roll-Punk, ohne dabei irgendwelche vermeintlichen Rockstarklischees zu erfüllen. Ich stelle irgendwie gerade fest, dass es sich zu lohnen scheint, in alle Bands mal reinzuhören. Nach der obligatorischen kurzen Umbaupause legen Foreign Legion los. Die haben mir schon in der Punkeria Ruhrort sehr gut gefallen und das tun sie auch an diesem Abend. Als nächstes sind Deadline an der Reihe und machen auch mal wieder richtig viel Spaß. Ein gutes Set und ordentlich Stimmung in der Halle lassen auch diesen Auftritt sehr schnell vorbeigehen. Auch an diesem Abend geht es wieder Schlag auf Schlag und somit ertönt nach meiner Wiederkehr vom Bierholen auch schon „You never walk alone“ als Intro für Discipline. Ich war doch reichlich gespannt, wie die Band wohl mit neuem Sänger sein wird. Vom Auftritt in Hamburg habe ich leider nicht viel mitbekommen. Direkt beim ersten Lied wird klar, dass Discipline einen sehr guten neuen Sänger gefunden haben, dessen Gesang nahtlos an den des alten Sängers anschließt. Das Publikum scheint ähnlich abwartend wie ich eingestellt zu sein, taut aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf und es geht nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne ordentlich zur Sache. Band und Publikum scheinen richtig viel Spaß an diesem Auftritt zu haben, denn es wird ordentlich gefeiert und viel mitgesungen. Auch Melanie von Still Standing (ehm. MSA) lässt es sich nicht nehmen auf der Bühne mitzusingen. Ich bin jedenfalls auch mehr als begeistert und freue mich schon auf die nächsten Auftritte. Weiter geht der Partymarathon dann mit Buster Shuffle. Wieder ein großartiger Auftritt, verdammt gute Musik, viel Getanze und einfach nur Spaß ohne Ende. Mh, natürlich gibt es doch ein Ende und danach einen Anfang und zwar vom Infa Riot Auftritt. Bei weitem nicht so langweilig wie in Amsterdam aber irgendwie auch diesmal nicht so wirklich überzeugend für mich. Mit dieser Meinung scheine ich aber recht allein dazustehen, denn vor der Bühne wird wieder ordentlich gefeiert und mitgesungen. Auch auf der Bühne scheint man sehr viel Spaß an dem Auftritt zu haben.

P1120286Im Anschluss gibt es dann doch mal eine etwas längere Pause. Technische Probleme auf der Bühne, eine immer voller und heißer werdende Halle sowie die Vorfreude auf Cock Sparrer lassen die ca. 30 Minuten-Verspätung unerträglich lange erscheinen. Irgendwann beginnt dann aber doch das altbekannte Intro und direkt darauf eine gewohnt überwältigende Party durch die gesamte Halle. Es jagt einem schon eine ordentliche Gänsehaut ein, die alten Herren mit soviel Spaß auf der Bühne zu sehen und hinter einem den Gesang des gesamten Astras zu hören. Die Halle ist wie vor 2 Jahren bis zur letzten Ecke gefüllt und so komme ich mit meinen 2 Bieren ca. 2 Meter weit in die Halle rein, drehe wieder um und trinke mein Bier vor der Bühne, während das andere vorsichtshalber vom Security am Backstageeingang „konfisziert“ wird! Prooost! Davor, danach und währenddessen gibt es fast 1 ½ Stunden großartigen Punkrock von Cock Sparrer und zum Ende hin habe ich das Gefühl, dass ich nur noch meine Lippen bewege und kein Ton mehr aus meinem Mund kommt. Wenn auch mit wenig Stimme, so bin ich diesmal doch in der Lage und Willens den Abend noch nicht zu beenden. Es geht also weiter zur Wilden 13, die schon gut gefüllt ist als wir dort ankommen. Da des Kaisers Musikauswahl allerdings nicht unseren zur Stimmung passenden Musikgeschmack trifft, zieht es uns weiter in Paule’s Metal Eck (Ja ich weiß – bestimmt nicht besser!!! Anm. des guten Musikgeschmacks in mir)! Immerhin können hier meine Mitfeiernden Ficken ohne Ende…. trinken! (Eine sehr einfache aber wirklich großartige Marketingstrategie! Respekt! Anm. des Betriebswirtes in mir) So, da ich so langsam Erinnerungslücken aufweise, beende ich den Tag / die Nacht jetzt mal!

P1120338Tag 3 beginnt wie der Vortag… nur mit mehr Kater, ohne einkaufen und mit Döner statt Hot Dogs. Dafür ist recht schnell der Hit zum Tag gefunden: „Titten raus, es ist Frühling“! Wenn auch etwas schwerfällig, sorgt das geile Wetter vor der Tür dafür, dass wir uns doch recht schnell ausgehfein machen und uns beim Inder um die Ecke das erste Bier bzw. den ersten Cocktail des Tages gönnen. Anschließend geht es wieder zum Hops & Barley, wo wir abermals leckeres Bier bekommen und viel Spaß haben, zumindest solange wir vor der Tür in der Sonne stehen. (Wer ist eigentlich Stuttgart??) Noch’n Happen für den Magen und ab geht es zum letzten Teil dieses Festivals. Heute beginnen die Soifass den Abend und die gefallen mir überhaupt nicht. Somit bleibt wenigstens Zeit, die letzten Sonnenstrahlen noch zu genießen. On The Job machen dafür aber wieder richtig viel Spaß. Super Songs, gute Musik und auch noch ausreichend Stimmung für die frühe Stunde und das generell dezimierte Publikum an diesem Festivalsonntag. Heute geht es etwas entspannter zu und es werden einem mehr Pausen gegönnt aber erst mal betreten Oxo86 die Bühne und sorgen (Cock Sparrer spielen außer Konkurrenz) für das absolute Highlight des Festivals. Einfach nur geil, was die Truppe da auf der Bühne veranstaltet und die Halle feiert bis zum letzten Mann und auch zur letzten Frau mit. Großartige Songs, witzige Ansagen und einfach nur Partyyyyyy! Meine Stimme verabschiedet sich nun annähernd komplett und ich hoffe, dass ich noch genügend Halsschmerztabletten in meinem Koffer habe. Mehr, häufiger, länger! Bei Mark Foggo baue ich dann mal eine kurze Erholungspause in den Abend ein und schaue mir erst eine Weile das Set von vor der Bühne an, um dann hinaus in den gut gefüllten Biergarten zu gehen. Es macht zwar Spaß dem alten Herrn auf der Bühne zuzuschauen, aber irgendwie ist mir das dann doch zu zappelig, was die Band da insgesamt veranstaltet. Draußen hab ich dann auch endlich mal Zeit mich etwas länger mit ein paar bekannten Gesichtern, besonders mit Chris von Gimp Fist, zu unterhalten. Die Zeit vergeht also auch hier recht schnell und schon geht es wieder ab vor die Bühne, denn der schönste Mann der Oi!-Musik betritt die selbige! Diese wird dann kurz darauf auch gleich mal wieder abgerissen und erlebt einen richtig geilen Auftritt von Last Resort. Wieder wird vor der Bühne gefeiert und mitgegröhlt bis der Arzt kommt und bei mir wird dieser langsam wirklich notwendig. Es macht einfach nur Spaß den Last Resortern zuzuschauen und immer wieder auch neue Lieder zu hören, die einfach perfekt zu den alten Hits passen. Anschließend beschränke ich mich darauf meine Stimme mit Bier zu ölen, denn Exploited brauch ich nun wirklich nicht und werfe nur zwischendurch mal ein paar Blicke nach vorne. Danke, wo trinken wir jetzt weiter? Die Wahl fällt noch mal auf Paule’s Metal Eck. Während die Einen dort Türme mit Ficken-Flaschen bauen und die Anderen sich mit Singen die Zeit vertreiben, stellen wieder Andere fest, dass doch schon Musik läuft (und sind beleidigt, wenn man ihnen sagt, dass sie dann doch bitte auch gute Musik anmachen sollen!)!! Na ja… wird wohl Zeit fürs Bett!

P1120554Und schon haben wir wieder Montag und das Wochenende ist Geschichte. Wenigstens gilt das nicht für das schöne Wetter und so verbringen wir die Zeit bis zur geplanten Abfahrt unseres Zuges vor dem Hauptbahnhof in einem Liegestuhl und genießen die Sonne. Die Bahn hat bei diesem Wetter auch keine Lust zu arbeiten und kommt 3 x 10 Minuten und 2 x 15 Minuten später (jeweils 10 Minuten vor der nächsten Abfahrtzeit angekündigt). Als wir endlich in Essen ankommen, sind es bereits 80 Minuten Verspätung, aber wir sind wenigstens wieder zu Hause und das Bett ruft….

Das Punk & Disorderly ist einfach immer wieder eine verdammt großartige Veranstaltung, besonders seitdem man sein neues Zuhause im Astra Kulturhaus gefunden hat. Gute Bands, viele nette Leute und eine sehr angenehme Umgebung. Dazu hat es sich wirklich gelohnt, alle Bands zumindest für ein paar Lieder zu besuchen und es sind doch einige Neuentdeckungen zur „gefällt mir“-Liste hinzugekommen.

Zum Schluss gibt es noch wie immer eine ordentliche Portion Dank an die P&D-Crew, die Bands, Katrin, die anderen Bekloppten (datt is mir jetzt echt zu anstrengend euch aufzuzählen) und ans Hops & Barley. Bis zum nächsten Mal!

Cheers
Dirk
(Punkrock Sekretär)

PS: Die Bilder vom Wochenende findet ihr hier:

Tag 1: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546118572106616.1073741842.174822772569533&type=1

Tag 2: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546156212102852.1073741844.174822772569533&type=3

Tag 3: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.546185602099913.1073741845.174822772569533&type=3

Skinhead Invasion of London 2013 (09.03.2013)

P1090520Freitagmorgen 4:30 Uhr ist eine super Zeit zum Aufstehen – na ja eigentlich nicht, aber wenn man ein großartiges Wochenende in London vor sich hat, geht es doch ganz gut. Per Taxi zum Flughafen geht auch ganz gut und dann ab zum Schalter um die Koffer schon mal auf die Reise zum Flugzeug zu schicken klappt auch. Mike, Sandra und Phil sind ebenfalls bereits angekommen als wir den Flughafen für ne Zigarette wieder verlassen. Somit ist unsere kleine Reisegruppe Ruhrpott vollständig. Auch die anderen werden ihre Koffer schnell los und die Sicherheitskontrolle passieren wir alle ohne Probleme. Außer Sandra die man wohl für Terrorverdächtig hält muss kurz zu einem Abstrich auf chemische Substanzen mitkommen, wird aber auch sofort wieder „freigelassen“. Was macht man also nun um halb 7 an einem Flughafen? Natürlich erst mal ein Bier holen und ab in die Raucherlounge. Da das Bier am Flughafen doch ein wenig teuer ist, steigen wir schnell in unseren Flieger und hoffen darauf bald den Getränkewagen neben uns zu haben. Das passiert auch recht schnell nur bekommen wir erst mal nur ein Brötchen und einen Orangensaft. Bier hat man um diese Uhrzeit nicht im Wagen dabei und wir müssen warten bis die gute Dame ihre Runde beendet hat. Wenige Minuten später kommt sie dann auch schön brav mit 3 Dosen Bier zu uns zurück. Proooost!

In London trifft man dann schon an der Passkontrolle auf die ersten Kurzhaarigen. Sonst geht wieder alles recht schnell, nur das wir noch 1 ½ Stunden warten müssen bis die Nebenzeit in London beginnt und damit unser Ticket deutlich günstiger wird. Der Kiosk am Flughafen bietet 4 Dosen Bier für 6 Pfund an und hilft uns damit die Zeit zu überbrücken. Die anschließende Fahrt mit der Bahn kommt uns wie eine halbe Weltreise vor, aber irgendwann stehen wir dann endlich auf der Finchley Road und können unsere Sachen ins Hotel bringen. Von dort geht es direkt weiter zum Wetherspoons gegenüber, um auch endlich mal zu frühstücken. Dort gibt es ein Sparmenü wie es besser nicht sein kann: Burger + Bier für etwas über 5 Pfund – kann man echt nur empfehlen! Die nächste Zeit verbringen wir dann erst mal auf unseren Zimmern. Die Einen wollen sich etwas ausruhen, die anderen wollen sich für den Abend startklar machen…. War aber auch wieder klar, dass ich der Einzige bin der pünktlich unten vor der Tür steht. Per Bus geht es nun nach Camden Town, wo wir Pedro noch kurz einsammeln und uns dann direkt das erste Mal in den Elephant’s Head begeben. Dort haben sich bereits schon viele bekannte Gesichter eingefunden und die ersten Begrüßungen benötigen eigentlich keine Englischkenntnisse! Als wir endlich einen Platz gefunden haben trudeln auch Gimp Fist, zumindest Mike und Chris, ein und wir müssen doch auch endlich mal etwas englisch sprechen. Zum Fiddler’s Elbow geht’s dann mal wieder mit einem Taxi, was sich dann aber doch als etwas lächerlich erweist, bei höchstens 2 Min. Fahrzeit. Immerhin gab es vorher noch eine ordentliche Portion Chinese Takeaway… hey hey woo woo wo! Der Pub in dem der „Nighter“ (von 8 – 1 Uhr!!!!) stattfindet, ist bereits jetzt (ca. 8:30) mehr als gut gefüllt und wir finden nur schwer einen Platz an dem man sich entspannt auf den Abend einstellen kann. Hier zeichnet sich nun endgültig ab, dass es doch verdammt viele bekannte Gesichter vor Ort gibt. Europa fällt in London ein und die Einheimischen scheinen kampflos das Feld zu räumen…. Komische Sache!! Nach dem langen Tag will ich allerdings nicht mehr so wirklich mit der ganzen Sache hier warm werden. Der Laden ist bis in die letzte Ecke gefüllt und an der Theke verbringt man gefühlte Jahre bis man endlich wieder was zu trinken bekommt. Außerdem steigt mir langsam der lange Tag in den Kopf und da Saskia das ähnlich sieht verabschieden wir uns schon gegen 11. Das funktioniert aber nicht ohne noch weitere Bekannte auf dem Weg zu treffen und zu begrüßen. Ein Bier noch an der Hotelbar und als ich dann im Bett drüber nachdenke, wann ich noch mal runter gehe um zu schauen ob Mike und Phil noch ein Bier mit mir trinken wollen, bin ich schon eingeschlafen….

P1090536Ich schlafe an solchen Wochenenden ja meistens nicht besonders lange, aber als ich dann am nächsten Morgen um 7 Uhr wach werde, bin doch etwas genervt. Immerhin gibt es in unserem Hotel ein sehr gutes und umfangreiches Frühstück, was ich mir auch direkt mal einverleibe. Danach kommt doch noch mal etwas Bettschwere auf und ich schlafe noch mal bis mich Mikes SMS zwecks Frühstücksverabredung weckt (doppelt hält besser!). Gegen 11 Treffen wir uns dann wieder vor dem Hotel zwecks Shoppingtour durch Camden. 2 Mitstreiter hält es aus verschiedenen Gründen im Bett und so machen wir uns nur zu dritt auf den Weg. Bei den Menschenmassen die da an einem Samstagmittag rumlaufen bin ich mir allerdings sehr schnell nicht sicher, ob das so eine gute Idee war. Also machen wir uns auf die Suche nach dem OiOi The Shop und geistern erst mal etwas planlos über den Stables Market. Glücklicherweise trifft man hier ja alle 5 Meter ein bekanntes Gesicht und so kommen wir dann auch irgendwann in den Tiefen des Marktes an. Von den Bands die sich hier um 1 Uhr einfinden wollten ist allerdings noch kaum eine Spur zu finden. Immerhin hat sich Mike von Gimp Fist schon eingefunden, sieht allerdings nicht besonders fit aus. Als wir uns dann wieder verabschieden, um mal mit dem ersten Bier zu beginnen, verrät sein Blick etwas von bösen Geschichten der letzten Nacht…. Auf dem Weg zum Pub treffen wir dann auf Sebi Stomper der uns munter von seiner 3 Stunden Jogging-Sightseeing-Tour durch London erzählt!!! Kein Alkohol, zuviel Alkohol, irgendwie scheint es da auf beiden Seiten komische Auswüchse zu geben. (Eigentlich spricht hier nur der pure Neid aus mir aber datt verrat ich keinem!) Uns schmeckt das Bier jedenfalls schon wieder sehr gut und da es am Lock17 einen Biergarten gibt, können wir auch endlich mal Bier und Zigarette gleichzeitig genießen. Der Anschließende Schwenk über den nächsten Markt ist relativ erfolglos, dafür sind wir um die Erkenntnis reicher, dass man selbst in London unseren Portugeier Pedro verehrt. Zurück am OiOi The Shop sind nun auch Stomper 98 endlich mal komplett angetreten. Auch Contra’s Hechti ist vor Ort! Nur Sunny Bastards schicken nur ihren Praktikanten und den Innenarchitekten! ;-) Uns zieht es aber recht schnell wieder dahin wo es Bier gibt, japp, Elephant’s Head-Besuch Nummer 2! Von dort aus geht es im strahlenden Sonnenschein zurück ins Hotel.

Nach einer kurzen „Umbaupause“ ist unsere Reisgruppe Ruhrpott dann auch endlich wieder komplett und wir machen uns direkt wieder auf den Weg zurück! Ihr ahnt es schon: Elephant’s Head-Besuch Nummer 3! Da es mittlerweile doch schon recht spät geworden ist, verbringen wir dort auch nur kurz unsere Zeit und mit einem kurzen Zwischenstopp beim Chinesen geht es direkt weiter zum Dome wo der heutige Tanztee stattfinden soll. Vor dem Laden hat sich bereits eine ordentliche Schlange gebildet und in Ermangelung an mutigen Schmuggelkünstlern seitens der Bands, muss Mike seinen Rhabarber-Schnaps direkt vor der Tür zum Abschuss freigeben. Dabei hat er allerdings auch keine großen Probleme Abnehmer zu finden. Mit viel Spaß und Gequatsche vergeht die Wartezeit am Eingang eigentlich recht schnell und wir betreten die Halle der Skinhead Invasion. An dieser Stelle schon mal vielen Dank an Stomper und Gimp Fist für die Gästelistenplätze! Direkt am Eingang werden wir direkt mal von einem kleinen Buffet empfangen und ich frage mich kurz, ob ich versehentlich in den Backstagebereich gelaufen bin. Aber nein, Bill und sein Team sorgen wirklich ordentlich für ihr Publikum. Auch der Bierpreis mit 3,50 Pfund ist mehr als fair und somit kann der Abend nun endgültig beginnen.

P1090552Den Anfang machen Stomping Ground. Solider Oi-Sound der nicht besonders begeistert aber auch nicht schlecht ist. Der Sänger ist wohl auch stark heiser, wie man bei den Ansagen merkt – da kommt nicht viel mehr als ein Krächzen raus! Dafür singt er aber eigentlich noch ganz gut. Die 25 Minuten von Stomping Ground gehen schnell vorbei und schon stehen die 25 Minuten von Gimp Fist an. Die liefern wie immer einen großartigen aber auch einen viel zu kurzen Auftritt hin. Während Gimp Fist spielen füllt sich die Halle auch endlich mal etwas mehr, denn die Schlange am Eingang hält doch recht viele sehr lange vom Einlass ab. Immerhin wird nun auch vor der Bühne endlich mal gefeiert und die 3 Gimp Fister bekommen noch das ihnen gebührende Feedback aus dem Publikum. 2 Seiten Vorgeplänkel und das Konzert ist nach ein paar Zeilen zur Hälfte schon vorbei… leider geht es an diesem Abend aber genauso schnell. Nun stehen nämlich auch schon Stomper 98 auf der Bühne. Das Stomper 98 ebenfalls mal wieder einen großartigen Auftritt hinlegen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Das Publikum ist nun auch erwacht und feiert recht fleißig mit. Einzig der „Glatzen-Chor“ ist diesmal nicht ganz so imposant wie sonst, was aber auf Grund der einen oder anderen Sprachbarriere wohl nicht verwunderlich ist. Trotzdem vernimmt man doch sehr viel Mitgegröhle aus dem Publikum. So schnell wie auch Stomper schon wieder vorbei sind stehen Booze & Glory auf der Bühne und beginnen ihr Set. Nun ist die Party im Saal doch schon nahe am Höhepunkt. Auch Booze & Glory machen wieder Spaß ohne Ende und das Publikum feiert fleißig mit. Endlich wird auch mal „London Skinhead Crew“ live gespielt und sorgt natürlich für entsprechendes Feedback im Publikum. Nach Booze & Glory brauchen dann viele doch mal eine etwas längere Pause und so wird es doch recht eng auf dem Bürgersteig vor dem Laden. Als ich wieder in der Halle ankomme haben The Templars bereits losgelegt. Irgendwie sind aber eine ganze Menge nicht zum Rauchen sondern zum Abhauen nach draußen gegangen, denn es ist doch ein ganzes Stück leerer geworden in der Halle. Mir gefallen The Templars heute auf jeden Fall deutlich besser als auf dem Endless Summer vor 2 Jahren. Während Templars weiter für eine großartige Stimmung vor der Bühne sorgen wird es hinten immer leerer und zum Schluss ist eigentlich nur noch der Bereich vor der Bühne voll. Dort wird aber unvermindert weitergefeiert. Irgendwann beenden dann auch The Templars ihr Set und die Party geht mit Musik vom Band weiter. Zwischendrin geht es damit weiter womit man eigentlich das ganze Wochenende nie aufgehört hat: quatschen, trinken und viel lachen! Leider werden die Rollos der Theke viel zu schnell runtergelassen, so dass wir gezwungenermaßen den Weg Richtung Hotel antreten müssen. Gut das wenigstens unsere Hotelbar durchgehend geöffnet hat. Doch das Stehvermögen unserer Reisegruppe hat sich nach den zwei Tagen in London doch schon deutlich verringert so dass wir uns recht schnell in unsere Betten verabschieden.

P1090646Den Sonntag verbringen wir dann bis zur Abreise per Bahn wieder im Wetherspoons gegenüber, nur das wir diesmal das Sparmenü ohne Essen nehmen und der ein oder andere auch eher eine Cola vorzieht. Die Fahrt zum Flughafen vergeht diesmal eigentlich recht schnell und wir kommen pünktlich am Flughafen an. Leider kann man das nicht von unserem Flieger behaupten denn zum Abflugzeitpunkt steht auf der Anzeigetafel anstatt eines Gates immer noch „Please wait“! Irgendwann werden wir dann zu einem Gate geschickt, das laut Aushang ca. 20 Minuten Fußweg entfernt liegen soll – na super! Immerhin bekommen wir dort Unterhaltung durch einen recht stark betrunkenen Herren. Erst kommt er singend am Gate an, lallt den ein oder anderen Wartenden voll und macht sich über einen (wirklich bescheuert aussehenden) Flughafenmitarbeiter lustig! Dies hat zur Folge, dass er Pass und Ticket abgeben soll und darauf warten soll bis alle Fluggäste im Flugzeug sind. Apropos Flugzeug: Das ist übrigens kaputt und wir werden von dem (wirklich ziemlich bescheuert aussehenden) Flughafenmitarbeiter mit dem Bus zu einem neuen Flugzeug gebracht. Immerhin haben sie hier das Bier auch direkt im Wagen deponiert und so endet dann unsere gemeinsame Reise am Düsseldorfer Bahnhof Airport…. Der Herr von vorhin wurde im Flieger übrigens nicht mehr gesehen….

Zum Schluss möchte ich mich wie immer bei allen Beteiligten bedanken – besonders bei Bill und seinem Team für die großartige Organisation dieses geilen Events, bei den Bands für die großartigen Auftritte und die Unterhaltungen zwischendurch, sowie bei meiner Reisegruppe mit denen ich wirklich verdammt viel Spaß hatte an diesen 3 Tagen! Bis zum nächsten Mal!

Cheers
Dirk
(Punkrock Sekretär)

Bilder vom Abend findet ihr hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.525042157547591.1073741826.174822772569533&type=1

HARD LUCK STREET & GRÜNDUNGSLOKAL / Weisswasser & Berlin (15.+16.02.2013) 23.02.2013

HLS-GL-10Man wird im Leben nur einmal dreißig und was macht man da, wie feiert man das? Genau – mit zwei richtig geilen Konzerten. Als der Plan feststand, meinen Weg aus der Jugend ins Altertum so zu zelebrieren, fehlte eigentlich nur noch eine Band, mit der ich mit Sicherheit zwei großartige Abende verbringen würde. Ich musste aber nicht lange überlegen und mir fielen HARD LUCK STREET aus Oslo ein. Nach dem Ende der Trashcan Darlings ist der Kontakt nie abgerissen und so schrieb ich flux eine E-Mail an Sänger Strange? Gentle und schnell war alles klar. Das Datum stand zwangsläufig fest, zwei nette Locations waren schnell gefunden, das Organisatorische wurde völlig unkompliziert gelöst und so warteten alle ungeduldig auf das Wochenende Mitte Februar. Da die Jungs im Flieger aus dem hohen Norden aber nur das Nötigste mitbringen konnten, musste noch eine passende Vorband gefunden werden. Auch hier musste ich nicht lange überlegen, denn meine Kumpels von GRÜNDUNGSLOKAL sind für jede „Schweinerei“ zu haben und zögerten auch nicht lange und sagten zu.
Mein Trip begann dann am kalten Donnerstagabend. Aus dem Büro ging’s direkt ab zur Busvermietung und weiter zum Flughafen in Berlin. Nach einer überschwänglichen Begrüßung machten wir uns auf den Weg zum Proberaum von GRÜNDUNGSLOKAL, um das nötige Equipment für die zwei Shows einzuladen. Da der Weg dahin (eine halbe Stunde) für die Norweger aber zu weit erschien und Austrocknung drohte, wurde erst einmal ein Stopp an der Tanke eingelegt und ordentlich Fusel eingekauft. Für die Nordlichter ist Deutschland alkoholpreistechnisch das absolute Paradies und so klapperte der Bus schon nach wenigen Kilometern vor lauter leeren Flaschen. Das sollte sich bis zum Ende der „Tour“ auch nicht mehr ändern. Im Proberaum angekommen gab es dann erst einmal einen Whiskey und ein Bier zur Völkerverständigung und das Einladen zögerte sich dementsprechend hin. Mitten in der Nacht kamen wir dann am Zielort des ersten Konzerts, welches am nächsten Abend stattfinden sollte, an und nach ein paar weiteren Bierchen ging’s ab ins Bett.
HLS-GL-03
Der Freitag in der Lausitz begrüßte uns mit trüben Wetter und nasskalten Temperaturen. Das hinderte mich aber nicht, die Jungs und ihre zwei netten Begleiterinnen auf einen Sightseeingtrip mitzunehmen. Erst stand eine Besichtigung des Kohletagebaus auf dem Programm, weiter zum UNESCO-Welterbe Fürst Pückler Park und als Kontrastprogramm ab auf den Polenmarkt. Ein gelungener Tag, der mit ordentlich Alkohol aus dem örtlichen Supermarkt verbracht wurde. Am Abend machten wir uns dann auf den Weg ins „Broilereck“ in Weißwasser und wurden super empfangen. Die Leute da versuchen in einer eher trostlosen Gegend was auf die Beine zu stellen und das muss honoriert werden. Nach dem Soundcheck widmete man sich, wie sollte es anders sein, dem Alkohol und warte auf die Dinge die da kommen sollten. Gegen 21:15 Uhr eröffneten GRÜNDUNGSLOKAL dann die Zwei-Tages-Tour mit einem super Gig und die Anwesenden feierten die Jungs ordentlich ab. Angespornt ließen sich HARD LUCK STREET danach auch nicht lumpen und feuerten ein Hitgewitter ab, dass kein Bein still stehen ließ. Sogar „Holiday In My Head“ kam als Darlings Klassiker in Erinnerung an die alten Zeiten zum Einsatz. Dabei beließ es Strange? Gentle aber, denn schließlich sind HARD LUCK STREET kein Trashcan Klon, sondern eine großartige Punkrockband, die gerade ihren eigenen Weg findet. Nach einer Schneeballschlacht der beiden Bands vor dem Laden endete dieser erste Abend viel zu schnell und hinterließ viele glückliche Gesichter. Danke hier noch mal an den Veranstalter, das Kultursofa!

HLS-GL-04Der nächste Tag begann dann etwas später, als die Sonne schon hoch am Himmel stand und wurde erst gemächlich angegangen (das erste Bier gab es erst um 12:00 Uhr!). Auf dem Weg nach Berlin wurde dann aber schon wieder feste gefeiert. In der Hauptstadt angekommen, teilte sich der Tross dann in Plattenladengänger und Biertrinker, nur um sich später dann am Tresen wieder zu vereinigen. Schnell Soundcheck und was essen. Dann hieß es auf ein paar Leute und eine gute Party hoffen und die Erwartungen aller Anwesenden wurden wohl übertroffen. Als GRÜNDUNGSLOKAL den zweiten Abend eröffneten war das „Cortina Bob“ zu Berlin schon mehr als gut gefüllt und die Leute tanzten, schrien und feierten. Nach ihrem regulären Set durften die Jungs dann auch nicht gleich von der Bühne verschwinden und so kam ich in den Genuss meinen Lieblingssong der Jungs zu feiern – „Fight the Power“. Ein klasse Punkrocksong, der sich live super mitgrölen lässt und das Zeug zum kleinen Szenehit hat, also schaut euch mal das Video auf Youtube an. Nach einer kurzen Umbaupause hieß es dann das zweite HARD LUCK STREET auf einer deutschen Bühne. Man merkte den Jungs auch gleich den Spass an der Freude an und das färbte auch ziemlich schnell auf das Publikum ab. Der kleine Kreuzberger Club tanzte, grölte und kochte! An diesem Abend gab es wohl Niemanden, der gelangweilt in der Ecke oder am Tresen stand. Die Stimmung war einfach großartig und so verwunderte es nicht, dass die ersten Versuche des Sängers die Bühne zu verlassen kläglich scheiterten. Ein, zwei, drei Zugaben mussten es da schon sein, denn schließlich gaben Publikum und Band an diesem Abend alles. Spätestens beim CLASH Cover von „Complete Control“ gab es kein Halten mehr und egal was HARD LUCK STREET danach angespielt hätten, alle hätten es geil gefunden. Kurz vor der Geisterstunde waren dann aber auch diese zwei fantastischen Tage vorbei und beide Bands lagen sich überglücklich in den Armen. Die Oslo-Berlin Connection steht und eine Wiederholung ist gewiss. Laut Hörensagen ging die Party noch bis zum Morgengrauen und nach einem seeehr stillen Sonntag machten sich die Norweger dann am Abend wieder auf den Weg in ihre Heimat. Wer diese zwei grandiosen Bands diesmal verpasst hat, sollte die Augen offen halten und seine nächste Gelegenheit nutzen. Abschließen möchte ich meinen kleinen Bericht mit den Worten des GRÜNDUNGSLOKAL Sängers, welche er im Laufe des Montags auf Facebook postete: „Nach der langen Tour bin ich etwas unterhopft!“ In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal. East Side Daniel

Die Toten Hosen & Broilers / Dortmund 26.12.2012 (06.01.2013)

Für die Toten Hosen war es ein „fettes“ 2012. Für die Tour wurden 300.000 (!!!) Tickets verkauft. Und auch diese Marke ist für die Fortsetzung 2013 ebenfalls schon fast geknackt. Davon ab ist „Ballast der Republik“ eines der erfolgreichsten Alben des letzten Jahres. Für mich schließt sich heute der Kreis. Vor genau 20 Jahren (29.5.1992),sah ich an gleicher Stelle zum ersten mal „Die Toten Hosen“ ,im Rahmen ihrer „Learning Englisch“ Tour. Damals war die Halle voll mit (Hardcore) Punks, Metallern und Prolls. Und es gab Pogo bis zum abwinken. Heute sieht das ein wenig anders aus. Neben den Punks & Prolls, sind auch zahlreiche „normale“ Jugendliche und Familien mit Kindern anwesend. Die etwas „schickeren“ Besucher dieses Konzertes schauen auch ein wenig irritiert, als bereits Lieder in der Warteschlange gegrölt werden, die sie gar nicht kennen, bzw. nicht „Tage wie diese“ heißen. Die Halle ist  Heute, wie damals (und Morgen) restlos ausverkauft. Die Broilers legen um Punkt 20.00 mit einem glasklaren, druckvollen und nicht all zu lautem Sound los. Das Publikum geht direkt steil, und macht es der Düsseldorfer Truppe um Sammy einfach. In den 30 Minuten feuert man eine „Best Of „  Setliste ins große Rund der Halle. “Zurück zum Beton“, “Meine Sache“, “In 80 Tagen um die Welt“, “Tanzt du noch einmal mit mir“ oder „Ruby; Light & Dark“ lassen Dortmund beben. Auch wenn ich mit den Broilers auf CD nicht immer etwas anfangen kann; heute Abend spielen sie eine wirklich klasse Show, und man merkt ihnen an, das sie dieses Jahr auf großer Tour waren. Unter anderem haben sie auch die  Hosen auf mehreren Dates dieser Tour begleitet. Klasse Gig. Spätestens 2014 als Headliner in dieser Halle. Wetten ? Doch die Menge wartet natürlich auf  die Hosen. Als das Licht gegen 21.00 Uhr ausgeht, wird hemmungslos gejubelt. Nach dem Intro der aktuellen CD „Drei Kreuze“ starten die fünf mit „Ballast der Republik“. Das neue Album wird, logischerweise, gut  promotet. Und so werden u.a. „Altes Fieber“ oder „Oberhausen“ gespielt. “Tage wie diese“ darf natürlich auch nicht fehlen. Und es tut gut ihn live zu hören, denn im Radio nervt das Lied schon fast ein wenig. Sogar von der Bonus Cover CD gibt es einiges auf die Mütze. “Heute hier, morgen dort“ oder der Ärzte Hit „Schrei nach Liebe“. Doch es ist eben wie so oft mit solch einer großen Band. Die Leute wollen die (alten) Hits. Und die bekommen sie natürlich auch spendiert. “Liebeslied“, “Hier kommt Alex“, “All die ganzen Jahre“, “Auswärtsspiel“, “Pushed Again“, “Niemals einer Meinung“, “Freunde“ und so weiter und sofort. Und weil heute ja der zweite Weihnachtsfeiertag ist, gibt es mit „Little Drummer Boy“, “Still, still, still“(wie immer perfekt von Kuddel gesungen), oder dem Slade Schinken „Merry Christmas“ noch einen schönen Weihnachtsblock. Ein Mädel neben mit brüllt mir ins Ohr, das ich ihr auf den Fuß getreten bin. Als ich sie darauf hinweise das dies ein Rock Konzert sei, flippt sie völlig aus und meckert mich mit einer hochroten Birne an. Times are changing….Die Musiker sind Non Stop in Bewegung. Und Campino ist eh der geborene Entertainer. Er hätte dem Publikum auch sagen können das sie sich alle ausziehen sollen. Sie hätten es getan. Er und seine vier Kollegen haben sichtlich Spaß. Kommen immer wieder zum Bühnen Rand gelaufen und geben den Fans das, was sie verlangen. Selbst den Stagedive lassen sich Campino und Andi nicht nehmen. Die Hosen verabschieden sich dann mit „Paradies“,“10 kleine Jägermeister“ und dem obligatorischen „You`ll never walk alone“. Der Sound war das ganze Konzert über astrein. Sehr differenziert und nicht zu laut. Auch wenn sich in einigen Foren darüber beschwert wurde, das der Sound insgesamt zu leise war. Die Hosen mögen keine Punks mehr sein. Wer aber gute 2 ½  Stunden Vollgas gibt (Die Jungs sind um die 50) und immer noch sehr Humane Eintritts Preise hat, dem gebührt einfach Respekt. Die Hosen sind live nach wie vor eine Macht. Was sie an diesem Abend erneut unter Beweis gestellt haben. Vielen dank an dieser Stelle an Donata von KKT, Alexandra von Another Dimension und Marcel Maybaum

05.12.12 Berlin / Velodrom – MOTÖRHEAD, ANTHRAX (23.12.2012)

Motörhead_01Was macht eigentlich den Reiz an MOTÖRHEAD aus? Warum ist Lemmy sowohl bei Punks als auch bei Metal-Fans so beliebt? Liegt es an der Kontinuität mit der Lemmy tourt, liegt es an der unverwechselbaren „Stimme“ des Meisters, liegt es an der Leck-mich-am-Arsch-Mentalität oder am immer gleichen Sound? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass fast jede Sau diese Band kennt und jeder zweite ein Shirt der Combo in Schrank hat. Natürlich konnte auch ich mich MOTÖRHEAD nicht entziehen, aber ich beließ es bisher bei lediglich einem Konzert und das war‘s. Damals in Stuttgart fand ich sie klasse, konnte mich aber bisher nicht zu einem erneuten Besuch durchringen. Wahrscheinlich hat das damit zu tun, dass die Briten jedes Jahr aufs Neue auf Tour kommen und man immer denkt, na dann schau ich sie mir halt nächstes Mal an. Als mir dieser Tage bewusst wurde, dass Lemmy die 60 auch schon lange hinter sich gelassen hat und ich seinen Lebensstil kenne, stellte sich mir ernsthaft die Frage, wie lange hält das sein Körper noch durch? Oder ist der schon konserviert?
Nachdem mir eine Freundin dann noch vorschwärmte, dass ANTHRAX im Vorprogramm spielen und die „der Hammer“ sind, stand mein Entschluss fest, 2012 muss ich MOTÖRHEAD noch einmal erleben! Leider haben sich das auch zig tausend andere Leute gedacht und das Konzert in Berlin in der C-Halle war ruck-zuck ausverkauft. Die erste Verlegung in eine größere Halle folgte, war aber nur von kurzer Beständigkeit, denn die zweite Verlegung ins große Velodrom, nur wenige Tage vor dem Konzert, stellte sich schlussendlich als richtige Wahl heraus. Die riesige Halle, die sonst KISS oder RAMMSTEIN als Konzertort dient, war am Nikolausvorabend mehr als gut gefüllt. Ich weiß zwar nicht, ob es ausverkauft war, aber nah dran war es bestimmt.
Motörhead_03Kurz nachdem ANTHRAX mit ihrem Set loslegten kam ich in der Halle an und riskierte einen flüchtigen Blick in Richtung Bühne. Nach wenigen Minuten – oder waren es nur Sekunde – stand für mich allerdings fest, DAS ist nicht meine Musik und ich zog mich zum Bierstand zurück. Von da unten hörte man diesen schrecklichen Sound allerdings immer noch viel zu deutlich und der kreischige, hohe Gesang nervte die gesamte Zeit. Ich konnte nicht einmal die einzelnen Lieder unterscheiden und fragte mich, wer findet so was gut? Ich NICHT!
In der Umbaupause machte ich mich auf den Weg vor zum Bühnengraben, denn schließlich habe ich keinen Bock von gaaanz weit hinten drei kleine Gestalten auf der Bühne rumhüpfen zu sehen. Als es dann losging, war die Vorfreude gigantisch, denn nur für den Satz „We are Motörhead“ und einen Song lohnt sich schon jede Anreise. Lemmy ist einfach unglaublich, er kommt auf die Bühne, stellt sich hinter sein Mikro und „singt“ los. Das geht dann etwas über eine Stunde so und dann ist Schluss. Trotzdem ist es eine einzigartige Erfahrung diese Combo live zu erleben. Es dröhnt einem der Lärm aus den Boxen entgegen und zieht einen in seinen Bann. Die einzelnen Songs kann man, muss man aber nicht kennen. Böse Zungen würden behaupten: „Klingt eh alles gleich!“ So ist es auch fast, aber MOTÖRHEAD pendeln elegant zwischen Punk, Rock’n’Roll und Metal hin und her und kreieren ihre ganz eigene Mischung daraus. Beim Auftritt im Velodrom zeigten die drei mehr als deutlich, warum sie so lange so dick im Geschäft sind und so manche Metal- oder Punkband kann sich hier einiges abschauen. Genervt haben mir nur die Scheinwerfer an der Deckenhalle, die fast das komplette Konzert an waren. WARUM???
Motörhead_07Bei einem Gig muss es dunkel sein und Licht hat nur was auf der Bühne zu suchen. Natürlich fehlte in ihrer Setliste ihre Überhymne „Ace Of Spades“ nicht und die in diesem Moment kochte die Halle und spätestens hier muss ich sagen: „Jeder, der nur irgendetwas mit Musik am Hut hat, MUSS MOTÖRHEAD einmal live gesehen haben.“ Wenn nicht auf dieser Tour, dann halt auf der nächsten, denn die kommt bestimmt.
East Side Daniel

SLIME, RAZORS / Berlin / SO 36 / 06.12.2012

RAZORS_01Der Nikolaus hat dieses Jahr den Stiefel wieder übervoll und mich damit mehr als glücklich gemacht. Der eigentlich schon vor zwei Jahren angekündigte Hamburg Abend im SO36 sollte diesmal ohne traurigen Zwischenfall stattfinden. Beim letzten Mal verunglückte leider der Gitarrist der RAZORS – Schwabe – tödlich und so spielten damals SLIME in Gedenken an ihn mit einer anderen Vorband. Dieses Mal lief aber alles glatt und voller Vorfreude machten wir uns auf in den Kreuzberger Kultladen. Im Vorfeld hieß es, dass der Abend ganz „unpunkig“ pünktlich um 20:00 Uhr starten sollte, was uns mehr als entgegenkam. Ich hasse es, wenn man stundenlang in einem Club rumhängt und warten muss, bis es endlich losgeht. Als wir gegen halb acht im SO36 aufschlugen, waren allerdings höchstens 30 oder 40 Leute anwesend und das trotz ausverkauftem Haus. Auch zur Prime Time war der Laden noch lange nicht gefüllt, trotzdem zockten die RAZORS unbeirrt los. Das Publikum dankte es mit Applaus und ordentlich Stimmung. Die Hamburger spielten sich durch ihr Set und obwohl ich bisher wenig von den Jungs kannte, überkam mich ein Gefühl der Vertrautheit. Die Jungs strahlten eine Sympathie aus und man merkte ihnen an, dass sie Spass an der ganzen Sache haben. Als eine der Dienst ältesten Punkbands wissen sie halt, wo der Hase langläuft. Obwohl ihnen der große Ruhm verwehrt blieb, sind sie auf jeden Fall ein mehr als würdiger Opener und auch die Jungs von SLIME feierten die Combo von der Seite der Bühne aus ab.
SLIME_09Nach einer kurzen Umbaupause ertönte dann ein Intro aus den Boxen und man spürte förmlich die Spannung im SO36. Den grandiosen Auftritt von vor zwei Jahren zu toppen, dürfte SLIME schwer fallen, denn schließlich ist auch der Reiz der Reunion schon verflogen. Das neue Album machte aber Hoffnung, denn nur wenigen Punkbands ist es bisher gelungen, nach einer Wiedervereinigung so ein Brett hinzulegen. Los ging’s mit einem Songs vom neuen Album – „Wir geben nicht nach“ – und wie auf Knopfdruck verwandelte sich die Menschenmenge vor der Bühne in einen wilden, pogenden Haufen. Gleich danach einer meiner all-time Favourites „Schweineherbst“. Es tut einfach immer wieder gut, seinen Hass gegen die braune Meute rauszuschreien. So ohnmächtig man sich auch manchmal angesichts dieser Bedrohung fühlt, in diesen Momenten könnte man es mit allen diesen Wixern gleichzeitig aufnehmen! Weiter im Programm mit dem Titeltrack der neuen Platte „Sich fügen heißt lügen“ und da merkte man schon etwas das Problem an den neuen Songs. So gut ich die Scheibe auch finde, live lassen sich die meisten Stücke eher schlecht mitsingen und das drückt etwas auf die Stimmung. Ich fürchte auch aufgrund der alten Formulierungen der Texte wird sich das mit der Zeit nicht geben. Zumal ich das Album in den letzten Monaten mehr als nur einmal gehört habe und es mir trotzdem schwer fiel. Was die Entscheidung auf alte Erich Mühsam Texte zurückzugreifen angeht, haben SLIME in Bezug auf das Album alles richtig gemacht, aber live wird sich die Anzahl der Stück wohl schnell stark reduzieren. Die nun folgenden Klassiker „Alle gegen alle“ und „Alptraum“ sind bei jedem Punker schon in Fleisch und Blut übergegangen und sorgen halt schon beim ersten Ton für Gänsehaut und Euphorie.
SLIME_02Was das spielerische Können der Jungs und des Mädels angeht, war ich sehr beeindruckt. Da ich direkt vor der Bühne Nici und Christian beobachten konnte, fiel mir zum ersten Mal auf, wie eingespielt SLIME 2012 sind. Da passt einfach alles, jeder Ton sitzt und trotzdem versprühen sie wie eh und je ihren aggressiven, rebellischen Charme. Großartig fand ich auch das BUTTOCKS Cover von „BGS“ (was viele wohl von DIE ÄRZTE kennen), was irgendwann mal als Alternative zu „Polizei SA/SS“ gespielt wurde – glaube ich. Textlich ist „BGS“ natürlich bei weitem nicht so schlimm, wie die Lyrics des indizierten Songs, ha, ha! Nach knapp einer Stunde SLIME hieß es dann leider für uns die Heimreise anzutreten, da noch eine weite Fahrt vor uns lag und der Schnee in Hülle und Fülle aus dem Himmel rieselte. Beim nächsten Auftritt von SLIME sind wir aber mit Sicherheit wieder am Start, denn hier spürt man noch, dass Punk auch im neuen Jahrtausend immer noch wichtig ist! East Side Daniel

30.11.12 Berlin / Magdalena Club – RASTA KNAST, PURGEN, DIE ARBEITSLOSEN BAUARBEITER, VOLKER PUTT (17.12.2012)

Das letzte Album von RASTA KNAST „Trallblut“ ist der Hammer geworden. Die elf Jahre, die die Scheibe gebraucht hat, waren also nicht umsonst. Da juckte es mich schon, die Jungs endlich mal wieder live zu erleben. Das letzte Mal ist schon eine Weile her, über ein Jahr! Damals fand ich die Band live eine Spur zu schnell. Ich meine, die Songs sind ja an sich schon nicht gerade langsam, aber live spielten sie sie damals fast doppelt so schnell. Ich war gespannt, wie es diesmal werden würde.
Allerdings stand der Konzertabend unter keinem guten Stern. Es gab so viele andere geile Gigs, auf die man hätte gehen können, da hat sich wohl manch einer fürs Tommyhaus oder so entschieden. Anders war das mehr als dürftige Publikum zu Beginn nicht zu erklären. Vielleicht lag es auch an der nicht vorhandenen oder sehr schlecht arbeitenden Heizung. Jedenfalls zog ich meine Winterjacke den kompletten Abend lang nicht aus und auf so etwas hab ich keinen Bock. Wenn ich mir ein Konzert reinziehe, will ich es gemütlich warm, leicht verqualmt und mit einem kühlen Bierchen. Ich hoffe die Damen und Herren vom Magdalena (ehemals Maria) ändern das bald, sonst sehe ich schwarz für diese Lokalität. Die Bierpreise hingegen waren voll in Ordnung und so ergab eine Runde die nächste, nur unterbrochen von kleinen Bechern voll mit Pfeffi.
Als ich gegen 20:00 Uhr eintraf speilte schon die erste Band. Als leider viel zu übersättigter Konzertgänger machte ich es mit ein paar Freunden in einer Ecke gemütlich – soweit das bei den Innenraumtemperaturen möglich war. Durch eine Glaswand konnten wir dem Geschehen auf der Bühne aber folgen und der Sound war eh überall zu hören. Da uns das nicht wirklich überzeugen konnte, blieben wir also auf unseren faulen Ärschen sitzen. Erst nach der Umbaupause, als DIE ARBEITSLOSEN BAUARBEITER ins Rampenlicht traten, machten wir uns auf, um den Protagonisten von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen. Die letzte Scheibe der Jungs fand ich ganz gut und wurde auch live diesmal ganz gut unterhalten. HOSEN-Punk der keinem weh tut, selten langweilt und ab und zu durch eine Coverversion aufgelockert wird. Ich glaub diesmal waren es Bad Religion und die Toten Hosen, die zum Besten gegeben wurden. Von den Düsseldorfern gab es „Auswärtsspiel“ und damit eine aus meiner Sicht mehr als unglückliche Wahl, aber sei’s drum. Die Jungs aus Chemnitz heizten ordentlich an und so langsam füllte sich auch der Raum vor der Bühne.
Zu meiner Überraschung folgten als nächste RASTA KNAST, die eigentlich als letzte Combo angekündigt wurden. Ich fand’s großartig, denn dann konnte ich eher den Heimweg antreten, da ich kein komplettes PURGEN Konzert brauchte. Martin K. und seine Jungs legten mit ihrem Set los und konnten mich diesmal 100%ig überzeugen. Schön druckvoll, schnell, aber nicht zu schnell und eine Songauswahl, die keine Wünsche offen ließ. Von alten Hits bis hin zu neuen Krachern war alles dabei und es wurde nicht nur aus meiner Kehle lauthals mitgesungen. Ein ordentlicher Pulk inklusive Pogomob hatte sich auch gebildet, das Bier floss in ordentlichen Mengen und es war eine großartige Punkrocksause. RASTA KNAST wissen halt, wie man sein Publikum zufriedenstellt und sind nicht umsonst eine der besten Punkbands, die sich nun schon über 15 Jahre an der Spitze hält.
Danach kamen PURGEN auf die Bühne und da hieß es für mich, sich langsam zurückzuziehen und den Heimweg anzutreten. Auch wenn die Russen viele Fans haben und durchaus ihre Daseinsberechtigung, in mir werden sie keinen Freund finden. Zu Metal-lastig klingen die Jungs und die Melodien sind mir auch zu dünn gesät bzw. nicht eingängig genug. Viele der Anwesenden waren aber nicht meiner Meinung und die Stimmung hielt sich. Ich war trotzdem froh in dieser kalten Nacht meine letzte Bahn bekommen zu haben und freue mich auf das nächste Mal mit RASTA KNAST! East Side Daniel