Son of a Bastard Tour 2012 – Hamburg, Bischofswerda, Pforzheim, Wien und Dortmund!(17.10.2020)

Ach man, wie alles auf das man sich schon Wochen vorher freut sind diese 6 Tage viel zu schnell vorbei gegangen! Was bleibt sind unvergessliche Erinnerungen, viel Party und großartige Auftritte aber auch Chaos und Stress. Ich erzähle euch mal davon:

  1. Tag @ Knust Hamburg

Et fing alles Mittwochmorgen bei mir zuhause an. Meine Sachen waren schon in den Tagen davor abreisebereit und ich hätte mich noch mal richtig schön ausschlafen können. Aber nein! Pünktlich zum normalen Weckerklingeln für die Arbeit bin ich wach und kann auch nicht mehr schlafen. Die dann folgenden Stunden bis zur Abreise sind eine endlose qual. Aber dann ist es endlich Zeit aufzubrechen und ich bin pünktlich (andere sagen zu früh) am Sunny Bastards Headquater. Das angekündigte Frühstück von Christians Mama steht schon auf dem Tisch und nach und nach treffen auch Mike und die Emscherkurve bei Familie Bastard ein. Der einzige der nun noch fehlt ist der 2. Mike, der Busfahrer (ab jetzt Mike B.), möglichst inkl. Bus!

Nun ist das Sunny Bastards Headquarter (und besonders die Straße davor) leider nicht ganz so riesig, wie im Spiel der letzten Volxsturm-Platte zu sehen, und so dauert es noch eine Weile bis Mike B. samt Bus ankommt und denselben auch möglichst ohne Verkehrsstörung abstellen kann. Pipimachen, Sachen einpacken und ab in den Bus – Auf geht’s nach Hamburg! Auf der Fahrt werden dann schon mal die Betten vorbereitet, die erste ZDF-Hitparaden-DVD angetestet und auch die ersten Biere verköstigt. So kommen wir recht schnell und ohne größere Störung in Hamburg an. Dort müssen wir dann allerdings erst mal die anliegenden Geschäfte und Restaurants abklappern, um die im Weg parkenden Autos entfernen zu lassen. Watt ne Rennerei? Aber am Ende geht alles gut!

Nachdem der Bus endlich auf seinem endgültigen Parkplatz angekommen ist, heißt es dann zum 1. Mal Trailer ausräumen und Merch aufbauen. Glücklicherweise sind die Towerblocks bereits vor Ort und so geht zumindest das Auspacken recht schnell. Auch Matti von den Gumbles ist schon vor Ort und auch schon fleißig mit dem Merch-Stand beschäftigt. Unser Stand ist dann auch recht schnell aufgebaut. Nun ist also Zeit mal das Abendessen zu organisieren. Da es ins Restaurant gegenüber geht, gibt es einen Bestellzettel mit einer recht netten Auswahl an verschiedenen Speisen. Als der Zettel endlich von allen ausgefüllt ist, kommt dann die erste Schwierigkeit: 2 Bands müssen erst mal für den Soundcheck im Knust bleiben. Also, 2 neue Zettel bitte und noch mal von vorne! Auch die zweite Aufteilung hat nich ganz geklappt aber trotzdem bekamen alle ein sehr leckeres Abendessen (na ja… außer die, die es kalt essen mussten).

Zurück im Knust ist es dann auch schon soweit und Emscherkurve 77 gehen das erste Mal auf die Bühne. Leider ist der Laden noch recht leer, was aber die Oberhausener nicht besonders stört. Die legen nämlich einen sehr guten Auftritt hin. Am Merch-Stand ist an diesem Abend auch nicht besonders viel los und so schaue ich mir mal das Knust und die Umgebung an. Erste Hürde: Backstageraum! Der ist, sehr clever, mit einem Code gesichert. Leider ist die Tastatur so schwerfällig, dass ich recht schnell und ungeduldig die erste Zahl wiederholt drücke, was dann dazu führt, dass gleich 2 Nummern eingegeben werden…. Nachdem ich auch das 2 Mal den Code verhaue, klopfe ich lieber an! Mit einem Bier in der Hand geht es dann erst mal zur Bühne um die ersten Bandfotos zu schießen. Emscherkurve haben immer noch Spaß auf der Bühne und so langsam kommt auch etwas Stimmung in der Halle auf. Draußen vor dem Knust, in einer kleinen Passage, spielen ein paar Studenten irgendwelche Hippie-Musik und tanzen dazu ziemlich bescheuert… äh… ich geh lieber wieder zum Stand.

Die nächste Verkaufspause nutze ich, um mir die Towerblocks bei ihrem ersten Auftritt der Tour anzuschauen. Auch bei den Berlinern ist die Halle nicht spürbar voller geworden, doch auch in diesem Fall interessiert das die Band recht wenig. Immerhin haben die Feierwilligen von Emscherkurve nun Blut geleckt und feiern weiter. Sehr schön! Mit Hilfe der Treppe die sich an der Seite der Halle befindet und ins nirgendwo der Hallendecke führt, kann ich auch hier ganz bequem Fotos von der Band machen. Mit einer dann doch ganz ordentlichen Party vor der Bühne verabschieden sich dann auch die Towerblocks in den Feierabend und machen Platz für die Gumbles. Am Stand wird derweil mehr getrunken und gequatscht als alles Andere und falls man zum Sound aus der Halle noch ein Bild haben möchte, kann man einfach auf die Leinwand schräg gegenüber schauen. Dort wird das ganze Konzert per Beamer übertragen – sehr guter Service!

Bei den Gumbles sieht es in der Halle dann zwar immer noch nicht überfüllt aus, aber dafür ist die Stimmung deutlich angestiegen. Vor der Bühne wird gepogt und mitgegröhlt, der Eine oder Andere macht dasselbe auch mal kurz auf der Bühne und die Gumbles selbst legen eine gewohnt gute Show hin. Während in der Halle nun die erste große Party mit den Gumbles läuft beginnt am Stand bereits schon mal der erste Teil der Aftershowparty. Diese wird dann, nach Ende des Konzerts, erst mal durch das Einpacken und Einräumen der Merch- und Bandsachen unterbrochen. Da wir aber mittlerweile volle Mann- und eine Fraustärke erreicht haben, geht das aber dann auch recht schnell vorbei! Nur… wer hat eigentlich den Trailerschlüssel?

Die Nacht ist noch Jung, die Abfahrt noch hin und auf geht’s zur Aftershowparty Nr. 2 im St. Pauli Eck. Dort wird in gemütlicher Runde getrunken, gesungen und gelacht, bis es mir irgendwann reicht und ich mich auf den Weg mache etwas zu essen. Super Plan! Auf der Reeperbahn ist der gewohnte Betrieb, der Burger schmeckt auch, nur der Taxifahrer weiß nicht wo das Knust ist! Selbst Handy und Google können nicht helfen, aber zumindest sind wir nun schon mal an einem Schlachthof – der sieht allerdings ganz und gar nicht alt aus! Au man! Mit etwas durchfragen und ein wenig Glück bin ich dann aber doch recht schnell wieder am Bus und kurze Zeit später sitzen wir auch schon alle gemeinsam in unserer Sitzlounge und trinken noch das eine oder andere Bier! Als ich dann schließlich in meine Koje klettere und daran denke, dass ich hier wohl nie werde einschlafen können, bin ich auch schon eingeschlafen….

  1. Tag @ Eastclub, Bischofswerda

Am nächsten Morgen werde ich wach, während wir auf eine Raststätte östlich von Berlin fahren. Frühstück bei Burger King – irgendwie ähneln sich die Gesichten inkl. Bus und Alkohol ja doch immer wieder. Die restliche Zeit bis Bischofswerda wird dann gemütlich mit Musik und den ersten Bieren des Tages verbracht. Am Eastclub sind die Meisten erst mal etwas skeptisch. Wir stehen auf dem Hof eines alten Bauernhofes (?) der nicht besonders einladend aussieht! Am Eingang steht mit Steckbuchstaben Werbung für den heutigen Abend – aber wer sind die Gambles? Na ja, kann ja mal passieren! Im Laden wird man dann allerdings positiv überrascht: eine sehr geile und vor allem auch große Konzert“halle“, ein großer Vorraum und ein riesiger Backstagebereich, den ich allerdings nach der ersten Besichtigung nicht mehr wieder sehen werde.

Das Auspacken geht wieder sehr schnell und nun steht erst mal eine kleine Ortsbesichtigung mit der Emscherkurve an. Ein nettes Dorf. Nach dem ersten Rundgang wird dann der örtliche Supermarkt gestürmt. Ich warte vor der Türe, lasse mir aber von Spiller Zigaretten mitbringen, die ich dann prompt als Geschenk verpackt überreicht bekomme. Während sich Emscherkurve nun den örtlichen Zoo anschauen, setzte ich mich erst mal vor das nächste Restaurant und esse etwas. Beim auspacken kamen vorhin schon 2 Leute mit ’nem Teller Gulasch oder so was an! Nach kurzer Verwunderung (Warum gibt es mittags schon Catering?) stellte sich heraus, dass das wohl das Essen der letzten Veranstaltung war… na dann mal guten Hunger! Nach dem Essen gehe ich zurück zum Eastclub (mit ‘nem kurzen Abstecher nach’m Aldi hin) und probiere mal die Duschmöglichkeit aus. Frisch geduscht und mit sauberen Klamotten kann man nun wenigsten mit gutem Gewissen Gimp Fist empfangen, die kurze Zeit später eintreffen. Die Zeit bis zum Einlass verbringen wir alle zusammen mit Bier und vielem Lachen auf den Sitzgelegenheiten vor dem Bus. Zwischendrin bauen wir auch wieder den Merch-Stand auf und warten gespannt was der Abend wohl so bringen mag. Das eigentliche Catering wird heute von den Meisten links liegen gelassen: Fischsuppe kommt bei den Meisten, wie auch bei mir, nicht so besonders gut an.

Die Zeit bis zum Einlass vergeht wie alles bisher wieder mal sehr schnell und so sind wir dann auch recht schnell überrascht wie viele und vor allem wie früh die Leute hier anreisen. Das verspricht ein guter Abend zu werden. Die Eastside Boys sind zwischenzeitlich auch eingetroffen und somit vergeht dann auch die Zeit bis zum ersten Auftritt wie im Flug. Aber Moment, den Typen kennst’e doch! Watt macht der hier in Bischofswerda im Eastclub und warum ist der nicht in Mülheim macht den Starclub wieder auf??? Davon lässt sich Jan allerdings leider nicht überzeugen! Den Anfang machen heute wieder Emscherkurve 77 und ich bin froh vom Stand wegzukommen. Hier fängt nämlich der 1. Teil meiner großen „Watt?“-Sammlung an, denn das ist die Frage die ich in den nächsten 3 Tagen auf viele Fragen und Aussagen am Stand ausrufen werde. „WATT? Äh, sorry, ich hab dich nicht verstanden!“

Emscherkurve legen jedenfalls wieder einen super Auftritt hin und haben auch schon den einen oder anderen Feierfreudigen vor der Bühne rumhüpfen! Für die Towerblock gilt das Gleiche auch wenn hier bei einem Lied Tommi Tox an der Gitarre aushilft. Allerdings ist es aber auch nicht so, dass die Bands keinen interessieren: der Laden ist gut gefüllt und die meisten sehen auch recht gut gelaunt aus – nur die gute Stimmung bleibt halt noch größtenteils aus. Das ändert sich dann bei den Eastside Boys. Während wir am Stand trotz der leichten Verständigungsschwierigkeiten Spaß ohne Ende haben und die ersten sich schon auf den gegebenen Sitzmöglichkeiten schlafen legen, feiern die Eastside Boys die erste große Party in der Halle. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass gerade „Eastside Boy“ schon für die erste Gänsehaut des Tages sorgt. Ebenfalls sehr großartig geht es bei „First Time“ zur Sache. An dieser Stelle, da ich sie auch während dieses Lieder wieder traf, mal ein riesiges Lob an Gimp Fist, die bei jeder Band und auch so ziemlich den kompletten Auftritt über vor der Bühne standen und sich die Bands angeschaut haben!

Bei Gimp Fist selbst scheint mir das Publikum nun erst mal wieder eine Pause einlegen zu wollen. Das liegt aber weniger daran, dass man die Band nicht gut findet, sondern sie einfach nicht kennt. Je länger der Auftritt andauert, umso mehr Begeisterung kommt im Publikum auf und nach dem Auftritt merkt man das dann auch deutlich am Merch-Stand. Da hat wohl eine Band eine ganze Menge neuer Fans gewonnen. Sunny vergnügt sich derweilen dauerhaft mit einer Flasche Pfeffi, die sie natürlich nur als Zahn- und Mundpflege verwendet. Auf und vor der Bühne geht mittlerweile richtig die Post ab. Die Gumbles bringen den Saal zum Kochen und als ich mich zu Marcel für Fotos auf die Bühne stelle, taucht die vorhin schon erwähnte Gänsehaut häufiger auf. Während vor der Bühne der Mob tobt steht direkt vor Matti eine junge Dame die ihn so anhimmelt, dass sie sich auch nicht vom größten und dicksten Typen aus dem Pogomob von ihrem Platz verdrängen lässt. An der Seite feiern die Eastside Boys und Mike fleißig mit und spätestens als er eine Bierdusche von besagter Truppe abbekommt, bekommt auch Matti mit, dass gerade Bert sehr viel Spaß an diesem Abend hat. „Barney Army“ wird heute noch gefühlte 30-mal wiederholt, verliert aber absolut nicht an Überzeugungskraft. Einfach nur geil was der Eastclub für eine Stimmung abliefert. Aber irgendwann ist dann auch leider diese Show vorbei und es geht wieder an die üblichen Pflichten: Einpacken, Raustragen und Einräumen! Dank Grubenmann Spiller geht das dann auch wieder recht schnell trotz der Dunkelheit auf dem Hof. Ach ja, wer hat eigentlich den Trailerschlüssel? Sunny!

Die Zeit bis zur Abfahrt wird dann wieder gemeinsam vor dem Bus mit Bier und sonstigen alkoholischen Getränken verbracht und als es dann irgendwann Zeit für die Abfahrt ist geht es auch im Bus (zumindest für mich) nicht mehr lange weiter. Heute wird es aber auch eng im Bus, den Gimp Fist fahren die Tour nach Bischofswerda im Bus mit. Aber dafür rücken wir gerne alle etwas zusammen. Gute Nacht!

  1. Tag @ Haus der Jugend, Pforzheim

Am nächsten Morgen unterbreche ich kurz meinen Schlaf für eine Pause an einem Rasthof in der nähe von Bamberg. Der scheint wohl merklich auf der Hauptreiseroute Richtung Oktoberfest zu liegen, denn überall lungern degenerierte Spacken in Lederhose und Dirndl rum, gerne kombiniert mit ganz normalen Turnschuhen – Respekt! Danach lege ich mich wieder hin und schon sind wir auf den letzten Metern nach Pforzheim. Dort angekommen haben wir leider keinen Parkplatz vor dem Haus der Jugend und fahren weiter auf einen großen Parkplatz in der Nähe. Da der Veranstalter noch braucht bis er sich um die Parkmöglichkeiten kümmern kann, haben wir erst mal etwas Freizeit. Die Towerblocks nutzen diese um unserem Bus einen vernünftigen Anstrich zu verpassen. „TOWERBLOCKS Offizieller Tourbus mit Weibers drinne (nackt!) Manchmal auch mit Gimp Fist! + Gumbles + EK77“ steht seit dem auf unserem Bus. Als dann endlich der Veranstalter auftaucht und wir unseren Parkplatz eingenommen haben geht es wieder los mit dem guten alten Rein- und Rausspiel!

Diesmal gibt es eine Dusche in einer Jugendherberge gegenüber, nur das Klo hat kein Licht aber man stellt ja nicht besonders viele Ansprüche. Währenddessen gehen Mike und Sunny einkaufen, einige Bandmitglieder schwimmen und fehlen beim Soundcheck und die anderen fressen die eben eingekauften Nachtsnacks schon vor dem Einräumen wieder weg. Ein leichtes Chaos herrscht halt irgendwie immer. Auch der Stand bedarf heute waghalsiger Kletterkünste und die Befestigung der T-Shirts an Festerrahmen und –hebeln ist mit provisorisch noch recht gut betitelt. Na ja…! Dafür gibt es heute wieder richtig leckeres Essen: Spätzle (watt auch sonst) mit Geschnetzeltem! Sau gut! In diesem Sinne einen schönen Gruß an den Ratskeller von Pforzheim.

Dann kann der Abend ja losgehen! Als die Türen geöffnet werden, werden Mike und ich erst mal am Stand überrannt. Da will man nur ein bisschen auf Tour mitfahren und dann kommt man so ins Schwitzen. Allerdings ergibt sich auch hier wieder schnell das Problem, dass man das Kauderwelsch der gemeinen Pforzheimer nur mit sehr viel Mühe versteht. Musikalisch wird der heutige Abend von den Towerblocks eröffnet. Ein weiterer guter Auftritt der Band mit viel zu wenig Resonanz im Publikum. Aber auch hier lassen sich wieder ein paar Leute von der lahmen Stimmung zu Beginn nicht abhalten und feiern schon mal vor. Ich weiß auch nicht was ihr den Leuten getan habt! Dafür wird aber noch ein weitaus stimmungsvollerer Auftritt 2.0 folgen. Etwas sorgen macht mir der Typ im feinsten Hippie-Outfit bei nacktem Oberkörper, der schon am Stand ankündigt bald noch viel mehr zu zeigen! Aua-haua…!

Als Zweites spielen Emscherkurve einen wiederholt guten Auftritt ohne dass sich an der Stimmungslage im Publikum viel ändert. Allerdings haben wir mittlerweile Besuch aus dem Ruhrpott bekommen und Bobby hilft kräftig mit die Stimmung etwas voranzutreiben. Heute wird auch endlich mal „A40“ gespielt. Da musste ich aber auch 2 tagelang meckern, weil es immer dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Heute ist aber auch generell Besuchstag auf der Tour: Lars, Angy, Chriss, … einige bekannte Gesichter vor Ort – sehr schön euch mal wieder zu sehen! Während Emscherkurve noch auf der Bühne stehen fällt mir ein, dass wir noch gar nicht überprüft haben wie es denn im „Derby“ zwischen meiner Borussia und dem BVB steht! Mike hilft gerne aus und verkündet mit Freuden ein 0:2 Zwischenergebnis! Warum frage ich auch so doof!?!?!? Von da an wird es noch 3 Mal zu einer Qual wenn Mike mir wieder sein Handy vor die Nase hält. Zum krönenden Abschluss bekomme ich noch einen 0:5-Aufkleber auf die Brust geklebt! Nee, lieber mal schnell wieder Gimp Fist gucken!

Bei Gimp Fist wird der Partymob vor der Bühne dann schon deutlich größer! Das haben sie sich aber auch verdient. Das ist ein verdammt großartiger Auftritt bis dahin. Während ich wieder am Stand stehe, kommt Mike plötzlich angerannt und klaut mir meine Kamera: Der Hippie hat seine Drohung wahr gemacht und tanzt nun nackt und in sehr erschreckenden Posen über die Bühne. Bis ich es dann auch auf die Bühne schaffe um den Typen darunter zu schmeißen, hat es glücklicherweise auch ein Security geschafft in der Halle anzukommen, denn Gimp Fist stehen bereits soweit wie möglich am hinteren Rand der Bühne und der Typ nässt sich gerade fleißig ein! Glücklicherweise hört der Typ auf unser Rufen, denn selbst der Herr in Handschuhen sieht nicht besonders überzeugt davon aus den Typen anfassen zu wollen! Chris (Gimp Fist) einziger Kommentar hinter Bühne dazu: „I have seen things I never wanted to see!“ Viel Spaß beim Kopfkino! Uha…schnell weiter im Programm! Der weitere Auftritt von Gimp Fist verläuft dann ohne Zwischenfälle und mit immer mehr Party vor der Bühne. Endlich ist hier mal richtig was los!

Und schon wieder bin ich total verwundert wie schnell doch die Zeit vergeht. Während ich noch am Stand sitze und versuche eine Geburtstagskerze auf eine Jack Daniels-Flasche zu kleben, stehen auch schon die Gumbles auf der Bühne. Und als ich dann auch noch den kleinen Kuchen mit Kerzen bestückt habe, hat Stephan (Towerblocks) auch schon Geburtstag. Da der Kuchen schon bereits am Stand überreicht wird, bringe ich wenigstens die Flasche zu Matti auf die Bühne, der dann gleich auch mal die ganze Halle ein Geburtstagsständchen singen lässt. Auf der Bühne bekommt Stephan dann sein zweites Geschenk und als ich nach ein paar Bildern auch wieder zum Stand zurückkomme ist dieses bereits leer! Joa… Glückwunsch noch mal! Leider hat Mattis Stimme in den letzten Tagen so gelitten, dass es heute nur ein schwer verkürztes Gumbles-Programm gibt. Eigentlich schade, denn die Stimmung ist wieder großartig. Doch dafür hat man ja mehrere Bands an Bord, denn die Towerblocks entern wieder die Bühne und unterstützen die verbliebenen Gumbles bei einem heiteren Kassierer-Medley. Das Publikum feiert dabei ungebrochen weiter und auch auf der Bühne herrscht Spaß ohne Ende.

Nach der Show geht es dann genauso weiter und heute ist es doch mal etwas schwieriger alle zum Einräumen unserer Sachen zu kriegen. Dafür helfen ganz viele Unbeteiligte fleißig mit. Vielen Dank noch mal für eure Hilfe! Ähm… wer hat eigentlich den Trailerschlüssel? Sunny! Danach geht die Party dann draußen vor dem Bus weiter und irgendwie will keiner so wirklich weiterfahren, bzw. heimreisen. Es werden jedenfalls hunderte verschiedene Gruppenfotos gemacht und besonders Gimp Fist wollen weder weg, noch will sie jemand gehen lassen. Irgendwann ist es dann aber leider soweit und die 3 werden vom Veranstalter ins Auto gepackt und zum Flughafen gebracht! See you as soon as possible!

Als auch wir dann irgendwann in den Bus einsteigen müssen, beginnt die absolut großartigste Party im Bus der ganzen Tour. Mein Bauch tut auch heute noch vor lachen weh, wenn ich an diese Nacht zurückdenke! Auch diejenigen die sich bereits wieder ins Bett gelegt haben werden mitsamt Polonaise wieder wach gemacht und müssen weiterfeiern! DJ Mike sorgt dafür, dass die Party und der Spaß gefühlt 2 Tage lang weiter geht. Auch Sunny lässt sich von Wünschi gekonnt über das enge Parkett zwischen den Sitzen führen und beide führen uns ihre Tanzkünste vor. Einfach nur großartig und diese komplette Party hätte eigentlich einen eigenen Bericht verdient! Als wir dann irgendwann eine Pause machen und der Bus vorläufig entmistet ist, verkrieche ich mich still und heimlich in mein Bett! Gute Nacht!

  1. Tag @ Viper Room, Wien

Der nächste Morgen beginnt erwartungsgemäß ziemlich verkatert, wobei ich nach 3 Tagen und dem Vorabend eigentlich mit deutlich schlimmeren gerechnet hätte. Trotzdem sind meine Erinnerungen an diesen Morgen ziemlich ergraut und so beginnt der Tag für euch auch erst ab da, wo wir nach Wien reinfahren. Am Viper Room angekommen und nach einer kurzen Besichtigung des Ladens, fängt bei den meisten der Kater erst richtig an. Denn wir müssen unser komplettes Equipment gefühlte 3000 Stufen in die Viper-Katakomben heruntertragen! Aua! Glücklicherweise klärt sich recht schnell, dass eine komplette Backline und die Drums vom Laden gestellt werden und wir somit nur den Merch und die Instrumente/Topteile tragen müssen. Juhu!

Das anschließende Duschen macht dann wieder mal ganz besonders viel Spaß. Teppich, Zigarettenstummel und ein Kondom liegen da auf dem Boden rum! Super! Als ich fertig bin erfahre ich, dass wir uns für diese Nacht mal ein Hotelzimmer leisten und Chris, Sunny und Mike nun dort duschen gehen. Noch mal: Na super! Auch der Stand ist heute wieder ein größerer Gewaltakt, besonders das Aufhängen der T-Shirts. Mit Spillers freundlicher Unterstützung geht aber auch das recht schnell. Das anschließende Essen ist dann heute wieder mal super! In Wien gibt es natürlich Schnitzel, die vor unseren Augen gebraten werden – großartig und lecker! Auch die heute zusätzlich spielende Band aus Schweden – The Sensitives – tauen so langsam auf und so vergeht die Zeit bis zum Einlass wieder wie im Flug. Ich bin nach den vorherigen 3 Tagen schon gut im Eimer und die haben bereits eine Woche hinter sowie noch 5 Wochen vor sich. Ebendiese Band eröffnet dann auch diesen Abend und obwohl kaum Publikum vor der Bühne steht, geben die beiden Jungs und das eine Mädel wirklich alles und sind dabei auch noch verdammt gut. Leider hatte die Band ihren Merch in einem Dachcase eingeschlossen und den Schlüssel verloren, sonst hätte ich mir gerne eine CD mitgenommen. Aber das werde ich noch nachholen.

Am Stand beginnt heute der größte Teil des Dramas „Watt, ich versteh dich nich’!“ und da sind Sackerls und Hauberls noch das kleinere Problem. Watt ne Sprache!?!? Trotzdem läuft der Abend wieder sehr gut und mittlerweile stehen die Towerblocks zum letzten Mal auf der Bühne. Die Halle / der Keller hat sich zwar mittlerweile deutlich gefüllt, aber die große Party bleibt auch diesmal wieder aus. Trotzdem legen die Towerblocks wieder einen großartigen Auftritt hin und machen zumindest mir wieder viel Spaß. Allerdings ist es jetzt auch nicht so, dass die Band nicht ankommt. Desinteresse sieht absolut anders aus. Die sparen sich halt alle für die Gumbles auf! Nee, machen sie nicht! Gleich bei den ersten Klängen der Emscherkurve geht vor der Bühne eine grandiose Party los. Jedes Lied, inkl. der Ruhrpottlieder, wird mitgesungen, pogo, stagediven, einfach großartig was Wien da abliefert. Dieser Auftritt wird einer der besten die ich seit langem von Emscherkuve gesehen habe und dabei liefern alle 5 genau die gleiche gute Show ab wie immer. Na ja, ein kleines bisschen mehr Spaß als an den anderen Abenden scheinen sie schon zu haben. Aber wer will es ihnen verübeln?

Tja und ihr werdet es nich’ glauben: Et is’ schon wieder Zeit für die Gumbles. Matti scheint seine Stimme wieder gefunden zu haben und die Meute vor der Bühne feiert die Party von vorhin genauso weiter. Mittlerweile haben sich auch alle anderen Tourmitglieder um die Bühne herum versammelt und einige findet man plötzlich sogar im Pogo wieder. Es macht einfach riesigen Spaß mit allen zusammen, außer der armen Sunny die den Stand schmeißen muss, zu feiern. Zum Ende hin gehen dann auch die Towerblock wieder mit auf die Bühne und lassen sich gebührend verabschieden. Es dauert allerdings auch nicht lange, da steht ein Großteil des Publikums ebenfalls auf der Bühne und feiert dort weiter. Ich sach mal „eine Armee auch ohne Waffen, nur die Bäuche voller Bier – BIER!“!!! Als die Bühne dann wieder etwas freier wird, greifen dann die Towerblocks auch wieder zu den Instrumenten und bringen das Kassierer Medley Teil 2. Zum Abschluss dürfen dann auch noch mal 2 aus dem Publikum auf die Bühne und das Mikrophon übernehmen. Kurzum es macht einfach nur Spaß und ich bekomme jetzt schon Bauchschmerzen wenn ich daran denke, dass nur noch ein Konzert ansteht.

Nach der Show beginnt der erste Teile der Aftershowparty direkt am Stand. Einmal alle Bands zum Anfassen und vor allem zum Fotografieren, bitte. Auch wenn sich der Laden recht schnell leert ist die Party damit noch lange nicht vorbei. Ich muss mich allerdings zu diesem Zeitpunkt erst mal eine Weile mit Wasser und Ruhe ausklinken und packe erst mal ganz in Ruhe den Stand zusammen. Mein Plan beim Treppensteigen auszunüchtern geht dann aber leider auch voll in die Hose, da Sunny mich zwingt erst mal sitzen zu bleiben. Ob nun trotzdem oder deswegen bin ich jedenfalls wieder fit, als endlich alles im Trailer verstaut ist! Wer hat noch mal den Schlüssel? SUNNY! Vor dem Viper Room bzw. vor dem Bus oder auch überall dazwischen stehen immer noch massig Leute aus Wien und ich frage mich wie viele Leute am folgenden Montag wohl ausgeschlafen zur Arbeit gehen, besonders in der anliegenden Nachbarschaft. The Sensitives sind ebenfalls voll dabei und erweisen sich auch ohne Musik als sehr sympathische Menschen, die ebenfalls sehr gut feiern können.

Glorreicher Höhepunkt dieser Party ist als die Emscherkurve ein kleines Karussell für ca. 3 Personen (also eher Kinder) entdecken, das auf der anderen Straßenseite steht. Kurze Zeit später sitzen Mike, Christian und Matti ebenfalls darauf und nehmen gleich auch noch ein paar Gäste der Aftershowparty mit. Das Dingen scheint echt viel auszuhalten. Als wir wieder zurück auf die andere Straßenseite gehen hat sich mittlerweile eine größere Gruppe von noch feierwütigen Konzertgästen versammelt und es wird eine Runde nach der anderen gedreht. Als denen dann das Geld ausgeht und wir nach ein paar Euro gefragt werden, erhöht Sunny dann noch den Partyeinsatz, indem sie das Geld nur gegen Oberkörperfrei-Fahren heraus gibt. Sowat lässt sich der Wiener Punker von heute nicht zweimal sagen und weiter geht die fröhliche Karussellrunde. Mike B. ist derweil traurig, dass er selber nicht richtig mit gasgeben kann und erzählt uns, dass er uns sonst mal zeigen würde wie man richtig feiert. Wir kommen auf das Angebot zurück, werter Mike B. Irgendwann taucht dann auch mal die örtliche Polizei auf. Allerdings kommt bei deren Besuch nicht viel mehr rum als „geht jetzt bitte mal nach Hause!“!!! Da hören jetzt aber nicht so ganz viele drauf. Irgendwann zur üblichen Abfahrzeit des Busses machen wir uns auf den Weg zu unserem Hotelzimmer. Allerdings müssen wir uns vorher noch von den Towerblocks verabschieden, die die Tour leider heute schon beendet haben und gleich irgendwann von einem Taxi zum Flughafen gebracht werden. Als wir dann am Hotel ankommen, versucht Christian unsere Check-Out-Deadline auf 14 Uhr zu verschieben, während Mike und Sunny ausführlich die Schuhputzanlage im Foyer austesten. Auch wenn den Beiden irgendwann der Strom abgestellt wird, hat Christian sein Ziel erreicht. Auf ins Bett! Im Zimmer quatschen Mike und ich noch eine Runde und als Mike ankündigt nun schlafen zu wollen, ist er mit Beendigung des Satzes auch schon eingeschlafen! Ich kurze Zeit später ebenfalls!

Tag 5 – Day Off in Wien

Als morgens um 9 Mikes Handy klingelt, frage ich mich wirklich welche Idioten auf die Idee gekommen sind Frühstücken gehen zu wollen. Mike beantwortet die Frage recht einfach, in dem er den Wecker ausstellt und sich wieder umdreht. Ich gehe allerdings trotzdem runter und werde dafür auch mit einem sehr leckeren Frühstück belohnt. Anschließend haue ich mich direkt wieder ins Bett um weiterzuschlafen. Aber irgendwer ist doch tatsächlich auf die clevere Idee gekommen, nun irgendwo im Haus zu bohren. Das Bohren hört dann aber auch recht schnell wieder auf. Dank Sunny, wie wir später erfahren. Irgendwann ist aber auch dieser gemütliche Schlaf vorbei und wir machen uns ausgehfein für unseren freien Tag in Wien. Als wir fertig sind kommt auch noch die Emscherkurve vorbei und übernimmt beide Zimmer gleich mal zum Duschen. Wir machen uns derweil schon mal auf den Weg zum Bus, denn der hat seit heute Nacht keinen Strom mehr. Sollte sich das nicht ändern wird aus unserem freien Tag nichts und wir müssen schon bald losfahren. Mike B. wirkt heute Morgen etwas zerknirscht. Als er sich dann auch noch darüber beschwert, dass wir ja nur saufen und feiern können, muss ich lachen!

Als wir dann endlich von einem Viper Room Mitarbeiter den Strom wieder angestellt bekommen, kann die Tagesplanung beginnen. Also erst mal bitte alle in den Bus zum Bandmeeting. Der Tag soll komplett frei genutzt werden und um 19 Uhr treffen wir uns zu einem gemeinsamen Abendessen! Die Gumbles (- Harry) machen sich alleine auf den Weg und die Emscherkurve (- Marc) gehen mit Sunny, Chris, Mike und mir auf Tour. Nach kurzem Fußmarsch gibt es dann schon das erste Highlight: Eine Eisdiele haut heute zum Saisonabschluss ihre Eisreste raus und das völlig kostenfrei. Dazu erzählt uns noch ein Werbeschild, dass es sich hier um das beste Eis Wiens handelt. Na das lassen wir uns doch nicht zweimal sagen. Als alle ihr Eis in den Händen halten geht es weiter zur U-Bahn-Station. Zum Prater laufen hat sich als doch etwas zu weit herausgestellt. Nach gefühlten Stunden die wir durch verschiedene Bahnplattformen laufen, haben wir endlich unsere Bahn gefunden. Der Versuch Tickets für unsere Truppe zu kaufen ist kläglich gescheitert, aber wir haben ja alle unser „Access All Areas“-Ticket dabei. Das wird doch wohl reichen!!!

Der Prater lässt dann natürlich sämtliche Herzen höher schlagen! Endlich mal ein vernünftiger Kinderspielplatz für uns! Die erste Station ist dann gleich mal ein Kart-Rennen! Spiller und ich halten uns als Kamera- und Fototeam da raus, aber sonst sitzen alle schnell in ihren Karts. Besonders Christian, Marcel und Daniel liefern sich dabei sehr geile Überholschlachten! Weiter geht’s beim Dosenwerfen. Sunny muss ja schließlich Stilecht mit ‘nem Stofftier versorgt werden. Leider versagt Christian dabei kläglich und das trotz Wiederholungswurf. Nach soviel Anstrengung wird es dann aber auch mal wieder Zeit für ein leckeres Schnitzel und ein Bier. Mit vollem Bauch kann es weiter über den Prater gehen. Kurze Zeit später finden wir die 2. Kartbahn und das Sunny Bastards Racing Team macht sich gleich zu seinem zweiten Grand Prix auf. Den nächsten Battle of the Bastards gibt es dann beim Pferderennen (also dem mit der Kugel die man in Löcher versenken muss)! Da es ja vorher nix mit dem Stofftier wurde, gewinnt Sunny hier dann mal ganz locker ihre Trophäe selber. Glückwunsch! Die folgende Achterbahn wird dann zu einem ganz großen Spaß, zumindest für Einige. Das tolle hier ist, dass man nicht sitzend sondern liegend durch die Kurven und Schrauben saust. Sehr geil! Während man sich am Anfang noch über gewaltige Langeweile beschwert, geht es dann aber richtig zur Sache. Das war zwar ziemlich anstrengend aber auch verdammt großartig. Vor allem Sunny und Christian sehen allerdings nicht besonders begeistert aus als sie wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Den Rest der noch verbleibenden Zeit verbringen wir damit ins Madame Tussauds zu gehen, welches zu hat, auf das Riesenrad zu gehen, das zu teuer ist und auch mit einer viel zu langen Wartezeit verbunden ist…. kurzum: et kommt nich’ mehr viel! Da machen wir lieber noch einen Schwenk über die Wiener Wiesn. Dort ist in den Bierzelten schon ordentlich was los, aber wir verarbeiten Christian und Sunny lieber zu Würstchen. Haha! Da wir nun aber immer noch etwas Zeit haben fahren zumindest Christian, Sunny, Mike und ich noch zum Stephansdom! Wenn man dem Spiller hier schon ‘nen Dom baut, dann kann man auch mal wieder in eine Kirche gehen. Ne Melange trinken, einkaufen gehen und schon ist es Zeit zum Bus zurückzukehren. Ruhrpottler machen datt natürlich Stilecht und pfeifen auf ein Taxi – wozu gibt es hier Fiaker? Der Kutscher gibt sich dann auch recht viel Mühe uns auf dem Weg zum Bus möglichst viel von der Stadt zu zeigen. Aber einerseits die Sprache und andererseits der Verkehr um uns herum verhindern, dass wir auch nur eine Kleinigkeit verstehen. Aber zumindest Sunny sieht mehr als glücklich aus. Mir hat’s eigentlich auch gefallen nur hätte ich Mike gerne gegen etwas Attraktiveres ausgetauscht. Man kann halt nicht alles haben.

Wieder am Bus angekommen versuchen Sunny und ich ein passendes Restaurant für uns zu finden, in dem dann auch noch genug Platz für 15 Leute ist. Da wir leider nichts Passendes finden, machen wir uns kurzerhand mit der gesamten Truppe wieder auf den Weg zum Prater. Immerhin hat das Schnitzel heute Mittag ja auch schon geschmeckt. Der Kellner karrt recht schnell einen 7-Liter-Eimer mit Zapfanlage an und auch die Essenswahl fällt den meisten schnell recht leicht. Es sind dann auch eigentlich alle zufrieden, nur Daniel ist etwas überwältigt von seinem „kleinen“ Burger und er hat wirklich den kleinen bestellt. Harry hat das ganze dann wirklich übertrieben, in dem er sich an die nächst größere Variante heranwagt und kläglich scheitert. Tja… wenn die Klappe größer ist als der Magen! Nach dem Essen versuchen wir dann noch mal schnellst möglich soviel wie möglich vom Prater mitzunehmen. Einige gehen in so ein komisches Spaßhaus und die meisten beteiligen sich dann auch am Sunny Bastards Racing Team Grand Prix Teil 3. Leider müssen wir danach schon wieder los zum Bus, nur ist Harry plötzlich verschwunden. Dadurch stellt Christian allerdings fest, dass er sein Handy verloren hat und als die Mitarbeiter von der Kartbahn das Handy wieder gefunden haben ist auch Harry wieder aufgetaucht.

Im Bus gehen dann die Meisten recht schnell schlafen. Auch wenn der 2. Fahrer, der für die Strecke nach Dortmund kommen musste, für ein gewaltiges Geschaukel sorgt. Der verbliebene Rest und ich verbringen die Zeit bei Bier, Wein und der ZDF Hitparade. Während ich mir ein letztes Bier nach dem anderen aufmache, vergeht die Zeit ganz schön schnell und der erste Halt steht schon wieder an. Nach der Pause trinke ich dann noch ein letztes, letztes Bier und verabschiede mich in Richtung Bett. Und das obwohl nun Sunny rummeckert, dass man doch noch mindestens ein Bier trinken könnte! Haha!

Tag 6 @ Kaktus Farm, Dortmund

Au man, nu is’ et schon soweit und der letzte Tag bricht an. Immerhin hab ich lange und gut geschlafen und werde wieder kurz vor dem nächsten Stopp wach. Bis nach Dortmund brauchen wir auch nicht mehr lange. Der Tag beginnt also sehr gut! Das Frühstück an der Raststätte schmeckt ebenfalls wieder super und nun können die letzten Kilometer in unserem Bus dann also losgehen. Je näher wir dem Ruhrpott kommen desto schlechter wird das Wetter. Das es in Hamburg geregnet hat kann man ja verkraften, aber datt Pedro nicht für vernünftiges Wetter gesorgt hat, geht jawohl gar nicht! Unverschämtheit. Leider können wir mit unserem Bus auch nicht sehr nah an die Kaktus Farm heranfahren, so dass wir sämtliche Sachen inkl. unserer privaten, 300 m zur Kaktus Farm schleppen müssen. Schon wieder so ein ekelhafter Frühsport. Dafür empfängt man uns nach getaner Arbeit mit einem leckeren Frühstück. Leider muss Mike B. uns direkt verlassen, da auf ihn schon die nächste Chaotentruppe wartet. Alle kramen noch mal in ihren Merch-Kisten und ein paar Brötchen bekommt er auch eingepackt und schon verabschieden wir uns von unserem Busfahrer. Zurück in der Kaktus Farm stellt dann Mike B. per Telefon diesmal die Fragen aller Fragen: „Wer hat den Trailerschlüssel???“ CHRISTIAN!!! Gut das Mike B. bereits auf der Autobahn ist. Somit müssen halt die Dörpms wieder mal im Zusammenhang mit der Kaktus Farm ran. Tamm ist glücklicherweise so hilfsbereit und fährt den Schlüssel zur nächsten Raststätte an der Mike B. auf diesen wartet. Fängt ja gut an. Dank Tamm kommen wir dann auch recht schnell zu Mike nach Hause, um erst mal duschen zu gehen. Während anschließend Sunny und Mike noch zurückbleiben, bringt Tamm uns dann auch schnell wieder zur Kaktus Farm zurück. Wobei schnell hier etwas übertrieben ist, da wir mitten im Feierabendverkehr feststecken.

Als wir endlich wieder vor Ort sind fängt der vorletzte Pflichtteil dieser Tour an. Wieder ist es Spiller der mir hilft den Stand ansehnlich aufzubauen. Glücklicherweise hat Sunny in der letzten Nacht dafür gesorgt, dass wir heute nicht am Stand arbeiten müssen und hat für Vertretung gesorgt. Vielen, vielen Dank dafür noch mal an Sunny und vor allem an die beiden fleißigen Helferinnen. Leider haben die Oi-melz ihr Gastspiel für heute abgesagt und somit muss improvisiert werden. 1. planen wir mit mehr Zeit für die verbleibenden 3 Bands und 2. wird es einen letzten Auftritt der Sunny Bastards Allstars auf dieser Tour geben. Blöderweise gibt es zurzeit keinen der das geplante Lied zum Besten geben kann. Da werde ich kurzer Hand gezwungen die Bühne zu betreten und für den Soundcheck zu singen. Au man, die Gesangsanlage wird wohl noch Wochen später Kopfschmerzen haben…

Dann ist es endlich/leider soweit und der letzte Abend beginnt. Schön das so viele bekannte Gesichter vor Ort sind. Leider fehlen aber auch viele bekannte Gesichter und besonders auch viele unbekannte Gesichter. Andauernd sieht man Leute bei Gesichtsbuch die die Gumbles anflehen häufiger im Pott zu spielen und dann kommen so wenige Leute??? Respekt, Ruhrpott!

Musikalisch wird der Abend heute vom Bunga Bunga Club eröffnet. Phil Dörpms bedient auch dort die Drums und die Band macht vom ersten Ton weg richtig viel Spaß. Sehr guter und vor allem gut gespielter Ska und Skinhead-Reggae Sound. Gut, an ein paar Stellen merkt man noch, dass die Band noch nicht so lange zusammenspielt, das stört aber überhaupt nicht. Zum Schluss spielen die Dortmunder dann noch ein sehr gutes Schlager-Medley und auch wenn sich das erst mal sehr nach Ballermann anhört, ist es mit sehr guten Songs bestückt und vor allem sehr stilvoll gespielt. Da in der Kaktus Farm mittlerweile komplettes Rauchverbot herrscht, trifft sich eigentlich alles vor der Tür, egal ob Bands oder Besucher. So wird die Pause bis zu Emscherkurve dort gemütlich verquatscht. Emscherkurve haben hier in Dortmund wieder mal einen schweren Stand, obwohl sie die 5, sehr gute Show hinlegen. Mir macht’s jedenfalls wieder Spaß und ein paar Leute sind ja auch am Feiern. Zum Ende hin wird die Stimmung dann auch noch ein bisschen besser und dann ist auch der letzte Auftritt von Emscherkurve 77 vorbei. Man da hat gerade „Alles Gute und viel Glück“ schon etwas für Sentimentalität gesorgt.

Und weiter geht der Tourabschluss. Die Gumbles beenden vorerst den Abend und sorgen auch dieses Mal wieder für richtig gute Stimmung. Vor der Bühne wird wieder gefeiert bis zum Umfallen und auch die verbliebenen Tourmitglieder stehen vor der Bühne und feiern kräftig mit. Matti merkt man zwar die 5 vorherigen Tage an und Harry ist mittlerweile komplett verstummt, aber die Gumbles geben trotzdem wieder alles. Der Abend hätte definitiv mehr Publikum verdient gehabt. Der einzig wirklich störende Punkt an dieser Stelle ist, dass das Bandbier das erste Mal auf dieser Tour schon mitten während des Abends alle ist und wir auch keins mehr bekommen. Aber was soll’s? Dann versorgen wir uns und die Bühne eben selbst! Als der Auftritt der Gumbles so langsam dem Ende entgegen geht, mache ich mich auf die Suche nach Phil, der gleich bei den Sunny Bastards Allstars das Singen übernehmen soll. Irgendwann bekomme ich den Tipp mal auf dem Klo nachzuschauen. Die Geräusche sind eindeutig aber et nützt ja alles nix: „PHIIIIIL, Mund abwischen und ab auf die Bühne – du musst singen!“ Phil steht dann auch kurze Zeit später, wenn auch etwas schwankend, mit uns auf der Bühne. Die Gumbles spielen noch ihre letzten beiden Lieder und nun kann unsere Abschiedsparty beginnen. Den Anfang übernimmt noch weiterhin Matti mit „Looking for Freedom“ und wir sorgen dafür, dass auch möglichst viele Tourmitglieder mit auf der Bühne stehen. Dieser Teil läuft auch noch ganz gut. Dann soll Phil übernehmen um „Heute schütte ich mich zu“, den Partysmasher auf vielen unserer Buspartys, zum Besten zu geben. Uha, da hätte sich der gute Phil wohl den ein oder anderen Rhababerschnapps aufsparen sollen. Aber das stört zumindest die meisten auf der Bühne erst mal überhaupt nicht. Selbst Spiller und Marcel singen plötzlich vom feierlichen Besäufnis am heutigen Abend! Sehr schön! Wenn wohl auch der ein oder andere Gehörschaden während dieses Auftritts entstanden ist, so hat es mir zumindest riesigen Spaß gemacht und auch die Anderen scheinen ihren Spaß gehabt zu haben. Leider ist mit den letzten Klängen dieses Liedes die Tour nun endgültig vorbei.

Ein letzte Mal werden nun noch die Merch-Sachen zusammengepackt und mitsamt unseren Klamotten und dem Equipment in die vorhandenen Autos gepackt. Danach beginnt auch schon der erste Abschied, denn Emscherkurve 77 verabschieden sich kurz darauf nach Hause. Auch Sunny und Christian haben nicht mehr genug Motivation und Kraft für die letzte Aftershowparty und verabschieden sich bald. Somit gehen nur noch Mike und ich mit den Gumbles in die Banane für einen letzten gemeinsamen Umtrunk. Dort wird dann noch viel gequatscht und gelacht bis auch ich irgendwann so kaputt bin, dass ich die Heimreise antrete. Die Gumbles gehen gleich mit raus und verabschieden sich in ihr Hotelzimmer. Die Heimreise wird dann auch noch mal ein hübsches Abenteuer aber irgendwann liege ich endlich wieder in meinem eigenen Bett! Gute Na………….

11 Tage später @ Zuhause!

Au man, die Tour ist nun schon fast 2 Wochen her und ich habe mich so langsam wieder erholt. Die ersten Tage war es doch recht schwierig sich wieder an ein normales Leben zu gewöhnen. Das Bett wackelt nicht mehr und die Schlafenszeiten müssen sich auch erst mal wieder einpendeln. Dafür habe ich immer noch regelmäßig ein dickes Grinsen im Gesicht wenn ich mal wieder an die Tour zurückdenke. Die Bilder habe ich bereits hunderte Male durchgeschaut und auch die Videos, die es bereits gibt, sind diverse Male rauf und runter gelaufen.

Es bleiben einem einfach 1000 Erinnerungen an 6 Tage mit insgesamt 7 Bands, teilweise 21 Leuten im Bus und massig Kilometer auf der Autobahn. Es bleiben einem aber vor allem die Erinnerungen an viele nette Menschen mit denen man tolle Stunden erlebt hat, an geile Auftritte und noch geilere Partys! Ich danke allen Veranstaltern und Crew-Mitgliedern die wir unterwegs getroffen haben für die Gastfreundschaft und eure Verpflegung, allen Bands für die großartigen Auftritte, den Bandmitgliedern und Mike für diese unvergesslichen 6 Tage und allen Gästen unserer Tour für die netten Unterhaltungen und die Partys die ihr vor den Bühnen gefeiert habt. Mike B. hat natürlich sowieso das Bundesverdienstkreuz verdient.

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