Fleischwolf – Gut Geklaut LP (23.08.2021)

(www.mettcore.de)

„Gut geklaut“? Ein Plattencover mit vielen tollen Platten drauf und einem Rotzlöffel mit Klampfe?Was ist da los, haben die sympathischsten Großmäuler unter Mettmans Sonne auf Album drei schon ihr gesamtes Pulver verschossen und müssen uns ein schnödes Coveralbum präsentieren, um irgendwie ihre Rente durchzubringen? Ne, zum Glück dann doch nicht. Die drei Herren wildern sich nur durch ihre musikalische Evolution und haben auf ihre eigene Art ein Tributalbum an Helden und Freunde veröffentlicht. Eine Trip durch die Party deines Lebens.

Los geht der Spaß mit dem „Malte the Pirate“ Intro, James Last trifft Folkpunk und dem treibenden „Sturmflut“, das fett schweinerockend daherkommt. Skandinavien trifft Mettmann in den Südstaaten. Ansage ist also schon mal gemacht und es wird nach „Revolution“ gerufen, guter Song, so vom Gitarrensound Deutschpunk meets NWOBHM, was in einem kurzem Anspieler von Iron Maidens „Running Free“ mündet.

„Hass ist deine Währung“ zeigt die düstere Seite des Fleischwolfs, lässt mich an Ea80 oder Graue Zellen denken. Textlich wird mit der Bildzeitung und ihrer Sensationsgeilheit und Einflußnahme abgerechnet. Kommt intensiv und direkt und eskaliert am Ende. Zurecht.

„Ja Paul“ ist eine herrliche Verbeugung vor Trio und wer das im Vorfeld veröffentlichte Video gesehen hat, weiß, was ich meine. Einfach klasse.

„Motörhead 4 Life“ ist das, was man erwartet. Eine Liebeserklärung an die englische Legende. Klingt überraschenderweise auch nach Motörhead. Machste nichts verkehrt mit, mag fast Jeder und beim saufen geht die Faust automatisch nach oben. Solange mir keine Warzen wachsen sei es ihnen gegönnt.

Bei „Lied mit Trompeten“ dürfen die Los Placebos wieder mitmachen, funktioniert, lockert die Stimmung auf.

Mein Favorit auf „Gut geklaut“ ist allerdings das von Eicky gesungene „Fuck the System“. Musikalisch voll auf der alten Slime Welle reitend, „Wenn der Himmel brennt“ schimmert manchmal durch und passt auch textlich zu den drei Chaoten. „Wir spielen nicht nach euren Regeln“. Genau, der Fleischwolf macht seine eigenen. Den „ohoho“ Teil zum Ende hin findeste auch mit Vier Promille noch richtig gut.

Zum Abschluß gibt es eine Hommage an den, von uns allen geliebten, Heavy Metal mit dem Namen, na was wohl, „Metal“. Eine großartige Manowar Persiflage, mit Hardcore Breakdown, in dem Kuddel von Miozän noch kurz seine zehn liebsten Scheiben in den Raum wirft. Episch und gigantisch, da bleibt kein Haar wo es hingehört.

Tja, was sagt man jetzt zu so einem Geschoß. Fleischwolf haben gemacht, was sie am besten können, nämlich Musik, die sie lieben. Das ist nicht filigran, aber von Herzen und verdammt kreativ. Man entdeckt in den 12 Songs immer wieder neues, man hat Spaß und das ist was für mich bei einer guten Scheibe zählt. Der Sound ist im Vergleich zu den Vorgängern noch fetter geworden, die Aufmachung ist topnotch, Klappcover mit riesen Booklet und diversen Vinylfarben. Liebhaber, was willst du mehr.

Ich sag jetzt einfach mal Kaufen oder sterben!!! Aber für die ultimative Fleischwolf Experience muß man die drei Irren auf der Bühne erleben.

So…und ab. ROLAND

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