OX # 148 (17.03.2020)

(www.ox-fanzine.de)

Das Wichtigste zuerst: Helge, die gute Seele vom OX, is back (von den Halbtoten), zurück an seiner Feder. Mit einem zeilenreichen Austria-Special: KETTENHUND und EXTREM werden befragt. Zur Erinnerung: EXTREM waren eine HC-Combo aus Wien (musikalische Kurzbeschreibung: Helmut Qualtinger spricht DISCHARGE) spielten ein großartiges Demo und eine halbe Killer-LP ein, ließen eine durchwachsene 7“ und eine gruselige Metal-LP folgen. Sind jetzt wieder da und scheinbar höchst ambitioniert. KETTENHUND haben keine glorreiche Vergangenheit, dafür aber hoffentlich eine erlebnisreiche Zukunft. Die Combo erinnert mich musikalisch an MURDER INC. (NL), ein brachiales Midtempo-Monster auf Rottweiler-Basis. Definitiv eine Empfehlung. „Biergourmet“ Joachim befasst sich mit Dosenbier im Allgemeinen und dem „gustatorisch unbegründeten Hype“ im Besonderen. Übersieht dabei auf seiner kulturellen Rundreise leider einen ganz wichtigen Punkt:

Den Geschmack. Dosenbier schmeckt, bedingt durch seine Herstellung, anders. Es gibt also einen Unterschied. Berliner Fachtrinker beispielsweise wissen, dass das „Berliner Kindl Jubiläums Pilsener Premium“ (kurz „Jubi-Kindl“)  vorzugsweise aus der Dose zu genießen ist. Pflicht-Veranstaltung. Die technischen Details zum Unterschied Dose/Flasche kann man problemlos, und ganz ohne Vorkenntnisse, auf WIKIPEDIA nachlesen. Weitere Highlights der Ausgabe: Wir begleiten Duncan Redmonds auf seiner gehetzten Odysee zwischen TOY DOLLS-Schlagzeughocker und SNUFF-Gitarre, staunen beim Ostberlin-Warschau-Gipfel („als Punk wirklich noch gefährlich war“), sehen Thomas Reitmayer (Punk Doku-Filmer) beim scheißen zu, staunen mit SHUTDOWN (Sänger Mark, mittlerweile Personalchef bei einer Kreditkartenfirma und in Florida ansässig, gedenkt wehmütig der guten alten Zeiten, als man in Brooklyn noch auf offener Strasse abgestochen werden konnte), reisen mit DIE SCHWARZEN SCHAFE nach Argentinien und und und. Dazu UPRIGHT CITIZENS, STICK TO YOUR GUNS, WIRE, SEPULTURA, GBH, PTTB und gefühlt zweitausend weitere Bands und Künstler.

Ein opulentes All you can eat-Büffet durch (fast) alle musikalischen Subkulturen. An der Standing order-Front ist ebenfalls alles wie gehabt: Dingsbums-Erklärbär Karl-Heinz versucht sich unverzagt als „Stimme der Vernunft“ und zeichnet dazu niedliche Bilder, es wird massiv für das diesjährige OX-Festival geworben (gleich 5 Anzeigen-Flyer im Heft abgedruckt), Peter Pank is not dead, Andreas Michalke wird immer sympathischer, Tom „Mini“ van Laak gewinnt weiterhin ganz souverän, die Sponge-Photos werden sträflich verkleinert und die beiliegende CD ist angenehm informativ/unterhaltend. Ein klitzekleiner Wermutstropfen fällt allerdings auf die vor Begeisterung glühende Herdplatte: Den spanischen Hackbällchen stehe ich etwas skeptisch gegenüber-vegane Hackmasse ist im Rohzustand nicht unbedingt der Bringer-allerdings könnte hier eine Tomatensoße bzw. gekonnte Panade Rettungsinsel spielen. Danke, OX! PARADISE

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