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Category Archives: Reviews

The Specials – Skinhead Girl LP (24.04.2018)

(Black Butcher Records)
Das erste der zwei Alben der Specials mit Coverversionen alter Trojan Klassiker produziert von Roger Lomas. Die Stücke, hier im Original von Ken Parker, Derrick Morgan, Roland Alphonso, Clancy Eccles oder sogar Herbie Mann klingen vor allem in den Instrumentalpassagen schon fast wie eine Bert Kämpfert – Jamaican All Star – Fusion, Easy Listening für Potfreunde (Blam Blam Fever), die Autoscooterversion von Monty Neysmiths „Skinhead Girl“ und und eine beunruhigend karibische steeldrum Variante von „old man say“ seien hier bloß beispielhaft erwähnt für Lomas beängstigende Vision, die sich bei“Conquering Ruler“ nahtlos fortsetzt. Dankbarer weise bekommt er auch hier nicht alles Kapital der Band kaputt produziert, aber stellenweise wird es schon etwas grenzwertig: „if I didn`t love you“ von Eric Morris mit viel Hall wie bei ner Barbara Streisand Nummer ….und trotzdem: bei allem Herumgeunke ist es von den beiden Specials Trojan Alben das etwas bessere. Auch wenn es – und ich werde nicht müde , das zu erwähnen – eigentlich nichts mehr mit dem zu tun hat, wofür die Specials mit Terry Hall noch standen: Die Vorlage für alles, was nach 78 noch 3 Jahre im 2Tone kommen oder in Coventry passieren sollte. 2000 ist das im Vergleich zu den meisten vergleichbaren Neuerscheinungen immer noch besser als der Durchschnitt, wohl möglich sogar immer noch ein Stück weit „state of the art“ auch für Bands aus den Staaten, daher würde ich das schon mit 2- bewerten …glücklich macht mich das trotzdem nicht….Kai

DEMOB – Anti Police 7″ (23.04.2018)

(Mad Butcher Records)
Debut der Subversiv-Punks von 81 hier sogar im Original Fpld out picture Sleeve – das Mad Butcher Team hat wie üblich ganze Arbeit geleistet. Street Punk, dem Zeitpunkt der Aufnahme und dem Budget geschuldet nicht gerade in allerbester tontechnischer Qualität aber dafür mit jeder Menge Teenage Anger Attitude wie man sie auf den Bullshit Detetector Samplern von Crass oder auf den frühen Roxy Compilations findet….Beide Seiten der Single spiegeln den aggresiven Leck-Mich-Am-Arsch-DIY- Gedanken der hier schon ein paar Jahre zurückliegenden Anfänge wieder..(zum Beispiel der unkontrollierte Einsatz des Hall Effekts im Chorus von „Teenage Adolescence) .Ich denke niemand der hier beteiligt war wußte wirklich was er tat und trotzdem hat man etwas aus der Taufe gehoben, was vielen Leuten heute noch viel bedeutet…Sonst wären Demob nach ihrer etwas schmalbrüstigen Vita heute längst vergessen und wären nicht beinahe alljährig fest verankert im Lineup vom Blackpool Rebellion. Nicht die beste Veröffentlichung der Band, trotzdem tatsächlich ein Klassiker….von mir 2-…um hier noch etwas Luft zu lassen für die etwas bessere „no room for you“- Single…. KAI

The Carpettes – s/t 7inch (22.04.2018)

(Mad Butcher Records)
1977er Debut der Punkrock Urgesteine aus dem Nordosten Englands. Im Original released auf Small Wonder, einer Art Indie-Urknall-Label, die auch „puppet lfe“ (Punishment of Luxury) oder die Single von „killing an arab“ (the Cure) veröffentlichten. Die Carpettes wären heute vermutlich nicht mehr unter Punkrock vermarktbar sondern vielmehr unter so blumigen Labeln wie Powerpop, wohl die Strafe für viele Bands die in diesen für die Branche schwierigen, vom DIY-jederkannwas geprägten Zeiten zwar ebenfalls eher eine laute, mitunter radikale Nische bedienten, aber ihre Instrumente im Lauf ihrer Karriere irgendwann auch adäquat bedienen konnte. Wenn man die Carpettes nicht kennt und die ersten paar Takte von „radio wunderbar“ zu hören bekommt ist man recht flott bei amerikanischen Punkkapellen Mitte der 70er wie den Ramones oder den New York Dolls und nicht in England. Hört man sich aber durch die ganze EP – und – von mir hier die Empfehlung: durch den Rest der frühen Veröffentlichungen bis 1980, allen voran das erste Album „Frustration Paradise“ erkennt man die Qualitäten dieser für die meisten Radiorotations wohl zu sperrigen und urbritischen Perlen. An dieser Stelle wieder mal auszunehmen: John Peel (RIP), Visionär und Förderer der Band, der 78 die Carpettes gleich zwei mal in seiner Radio One Show präsentierte. Im Gesamtbild erkennt man dann auch die Nähe zu Leidensgenossen, wie den Skids, Wire und anderen britischen Bands, die 77,78 bereits über Punk hinweg waren und sich Richtung New Wave bewegten…Das hier gehört in jedem Fall in jede gut sortierte GB-Punk-Singlebox. Die Carpettes sind hier noch ganz klar Punk as Fuck, hört man sich Nummern wie „help I`m trapped“ oder eben „radio wunderbar“ an. Bei „how about me and you“ klingt es ein wenig nach den frühen Cheap Trick aber auf allen 4 Tracks bekommt der werte Hörer das volle Urpunk-Paket 77….keine Wünsche offen….dankeschön ….2+………Kai

VA – Concrete Jungle Records – Lucky 13 CD (20.04.2018)

(Concrete Jungle Records)
Wie der Titel es erahnen lässt, befindet sich das Label von Matze im verflixten 13ten Jahr und es ist noch lange kein Ende in Sicht. Mittlerweile sind weit über 100 Releases auf dem Label erschienen und nicht wenige davon finden sich in meiner Sammlung. Kein Wunder bei den Bands! Labelbetreiber Matze ist übrigens mit seinen leider aufgelösten Rejected Youth und deren Black Army am Start. Daneben finden man nicht wenig unbekannte Bands aus dem Punkrock, Psychobilly und Streetpunkbereich wie z.B. Generators, Total Chaos, Peacocks, Mad Sin, Creepshow, Turbo A.C.‘s. Adolescents, Movement, Death By Stereo um nur einige wenige zu nennen. Ein Label was nie auf eine Richtung festgelegt war und immer über den Tellerrand geschaut hat. Die meisten Bands sind Concrete Jungle über Jahre treu geblieben, was zeigt wie gut das Geschäftliche, aber auch das Zwischenmenschliche  funktionieren kann. Absolut herausstechend ist immer die Aufmachung, mit sehr viel Liebe zum Detail. Viele genialen Covern, die ich mir auch als Poster an die Wand pinnen würde. Ein mehr als sympathisches PUNK Label und hoffentlich noch vielen Platten und hier meine ich speziell Vinyl. Mein wirklich einziger Kritikpunkt, es fehlt ein Song von den großartigen Shark Soup, mit denen ich Concrete Jungel entdeckt hab. Also kauft euch gefälligste das Teil mit 21 Songs zum Nice Price. -nasty-

Movement – Fools Like You CD (19.04.2018)

(Concrete Jungle Records)
Nach fast 7 Jahren Pause und einem Soloalbum von Sänger Lukas gab es dann 2012 ein neues Album der Kopenhagener auf dem bandeigenen Label. Die Erwartungen waren nach den beiden Vorgänger entsprechend hoch und wurden getoppt. Obwohl sich nicht wirklich was geändert hat. Man spielt immer noch denselben Red Modpunk Deluxe mit politischen Texten. Movement gehen einfach ins Ohr und nie mehr raus. Einfach ein unglaublich tanzbarer Sound und dass behaupte ich als alter Bewegungslegastheniker. Lukas hat einfach diesen gewissen Soul (darüber referieren ja immer die „großen“ Stars in diesen unsäglichen Castingshows) in der Stimme, dazu tolle Melodien und fertig ist ein erneut großartiges Album. Zu den regulären 10 Tracks gesellen sich weitere 4 Bonustracks. Ebenso wie bei den ersten beiden Scheiben, kommt das ganze wieder im Original Artwork und allen Texten. Kauft euch gefälligst die Scheiben, bevor sie wieder ausverkauft sind und das Weinen danach wieder groß ist. -nasty-

The Movement – Revolutionary Sympathies (Bonus Edition) CD (18.04.2018)

(Concrete Jungle Records)
Das zweite Album erschien dann bei Weird System als LP und Destiny als CD. 2005 oder ein Jahr später spielten Movement auf einer großen Destiny Tour und Terrorgruppe Archi (der die Band teilweise auch produziert hat) hatte mich verdonnert, ein Interview mit Lukas zu führen. Gesagt getan! Also traf ich mit vor Ihrem Auftritt mit Lukas Backstage zum geplanten Interview. Wir stellten recht schnell fest, unser beider englisch ist für die Tonne und so tranken wir lieber einige Bier zusammen in der Sonne (Archi gesellte sich noch kurz dazu). Lukas und seine damaligen Mitstreiter waren jedenfalls extrem nette Zeitgenossen und das Herz an der richtigen Stelle. Bei meinem damaligen Review schrieb ich folgendes: Gibt es jemand der das Trio aus Dänemark noch immer nicht kennt? Movement kombiniert alten Mod/ 60s Sound mit Punkrock und etwas Ska vermischt, stellt euch einfach ne Mischung aus Jam/ Who und Clash vor. Die Jungs schaffen es irgendwie ständig für gute Laune zu sorgen. Textlich bewegt man sich ganz klar in der „Linken“ Ecke, ohne dabei in peinliche Parolendrescherei zu verfallen, und genau das macht die Jungs auch so sympathisch. Also kauft euch die Scheibe und schaut euch die Jungs Live an, sind ja eh ständig unterwegs. Daran hat sich absolut nichts geändert. Auch hier alles im Original Artwork mit allen Texten von Concret Jungel. -nasty-

The Movement – Move! (Bonus Edition) CD (17.04.2018)

(Concrete Jungle Records)
Das erste Album der Dänischen Red Mod Punker hat mittlerweile schon 5 Jahre aufm Buckel – Unglaublich. Galten damals als der Geheimtipp schlechthin und eine der weniger Erstpressungen auf Weird System die ich im Original auf buntem Vinyl besitze. Der Sound der smarten Jungs hat mich einfach aus dem Nichts umgehauen und bis heute laufen die Platten auf meinem Teller. Umso mehr freute ich mich über das Promopäckchen von Frank mit den 3 Wiederveröffentlichungen. Die Kopenhagener haben klare linke Ansichten, aber keine Bange, hier werden nicht einfach platte Parolen geschrien. Nein alles schön verpackt um die nächste Revolution zu starten. Ne Band die es packt, politische Songs in einen tanzbaren Sound zu verpacken und das Beste von Clash und Jam zu vereinen. Nicht umsonst hatte ich jahrelang ihren Patch auf meine Jeansjacke. Get Pissed und Control Your Temper sind die beiden Ohrwürmer der Platte. Großartiges Debut einer großartigen Band! Concrete Jungle hat zu den 13 Songs noch 4 Bonus Tracks draufgepackt und die CD im Original Artwork + Linenotes/ Texten veröffentlicht. -nasty-

The Specials – Conquering Ruler LP (16.04.2018)

(Black Butcher Records)
Rerelease des 2001 erschienenen zweiten Albums aus der 2000 bereits mit „Skinhead Girl“ begonnenen Reihe von Coverversionen alter Trojan Singles. Auch hier mit lediglich 3 Mitgliedern der Originalbesetzung (Neville Staple,Horace Panther und Roddy Byers) 15 Songs u.a. von Legenden wie John Holt, Derrick Morgan, Stranger Cole, Clancy Eccles und vermutlich aus Respekt vor dem alten Herren, Lee Scratch Perry…..20 Jahre zuvor wäre das mit einem anderen Produzenten als Roger Lomas – z.B.wie zu Beginn Elvis Costello oder Jerry Dammers aus den eigenen Reihen und der Band in Originalbesetzung gewiss ein Traum für viele gewesen. Produktion und Arrangements töten hier allerdings leider von Band und Originalversionen der wohlfeil ausgesuchten Songs oft das Beste ab…Die im Original meist eher rootigen und simplen Produktionen klingen teilweise schon nach Dancefloor oder Dub – nicht immer unbedingt im allerbesten Sinne. die Specials klingen plötzlich auch nicht mehr wie die Specials, sondern gerade noch besser als irgendeine wenn auch beflissene, X-beliebige Reggae und Rocksteady Veteranentruppe auf irgendeinem Festival bei Oberursel…. Es ist produktionstechnisch vielleicht seiner Zeit am nächsten dran am Mainstream, bleibt aber trotzdem eher noch weiter zurück hinter den Erwartungen als „Skinhead Girl“, gerade weil es auch wieder unter dem alten Bandnamen verkauft und von Lomas produziert wird. Terry Hall – als Leadsänger eigentlich unverzichtbar ist nichts gutes ahnend nach endlosem Herumgestreite schon vor 20 Jahren mit Teilen der Originalbesetzung ausgestiegen, seitdem ist es trotz gleichem Namen einfach eine andere Band, wenn auch immer noch eine, die großen Einfluß hat. Kein rauher Punk-Unterton mehr, stattdessen moderate Gefälligkeit, insgesamt hat man sich schon mit Special AKA eher in Richtung Judge Dread oder Arthur Kay aufgemacht und bleibt auch mit dem neuen Sound genreprägend, wenn ich mir zum Beispiel Bands wie babylove and the van dangos,hepcat oder die Sentimens anhöre,die zwar alle grundsoliden aber eben auch sehr unaufgeregten Ska machen vor allem,wenn man Alben wie „More Specials“ oder das Debutalbum der Band zu Vergleichen heranzieht. Dennoch hat Lomas, der vorher noch viel schlimmeres mit der Specials/Desmond Dekker Kolaboration produziert hat hier nicht alles versaut, wie man z.B. bei der „double Barrel“ Version heraus hört und ich würde das Album so mit 2- bewerten,wenn ich ausser Acht lasse was die Band 78-80 gemacht hat…….dann bitte doch eher den formidablen Liveauftritt im Moonlight club 1979 oder von mir aus auch die BBC Sessions wieder auflegen,liebes Black Butcher Team ..Damit wäre der Welt ein wahrer Dienst erwiesen. Man möge sich gern selbst hier überzeugen; https://www.youtube.com/watch?v=IWn-OxPxNQg

NO°RD – Paläste LP (14.04.2018)

(Kidnap Music)
Nach ihrem Debüt 2016 kommen NO°RD jetzt mit einer neuen Scheibe um die Ecke. Damals war ich recht angetan und auch dieses Mal wissen die Jungs zu überzeugen. Sie spielen sich durch insgesamt neun Tracks, die von mir allesamt das Prädikat gut bis sehr gut erhalten. Es geht fast ausschließlich flott zur Sache und so zuckt das Tanzbein durchgehend. Der Sound ist sauber und druckvoll produziert, lässt den nötigen „Schrammelfaktor“ aber nicht vermissen. Ein ordentliches Brett, wie man so schön sagt. Die Texte auf „Paläste“ finde ich nicht mehr ganz so kryptisch wie auf „Dahinter die Festung“, nur an der ein oder anderen Stelle steige ich aus. Auf der letzten Platte fehlte mir noch der „eine große Hit, der ein Album zu einer großartigen, einzigartigen Scheibe macht“. Dieser ist ihnen auch dieses Mal nicht ganz gelungen, wobei „Paläste“ und „Säge“ nah dran waren. Trotzdem haut die Band Melodien raus, nach denen sich manch andere Band die Finger lecken würde. Das Vinyl gibt es wieder als 180g-Vinyl, mit schwerem Covercarton, beiligendem Booklet und Download-Code. „Paläste“ ist eine rundum gelungenes „Emo-Indie-Punkrock-Album“ mit einer Menge klasse Songs. Note: 2 East Side Daniel

Romano Nervoso – I Don´t Trust Anybody Who Doesn´t Like Rock n Roll CD (14.04.2018)

(Mottow Soundz / Soulfood)
Das nächste Album mit dem Ellen langen Titel „I DON’T TRUST ANYBODY WHO DOESN’T LIKE ROCK’N’ROLL“ kommt mit 10 Tracks. Hätte ich nicht gegoogelt, wüsste ich bis heute noch nicht, von wem dieses Album ist, dass ist nicht so cool umgesetzt bei dieser CD von Romano Nervoso, was ein Name. Wie der Titel es schon verrät, bekommt man hier ne Ladung Rock’n’Roll.. das Ganze ist gut produziert. Für mich leider auch das einzig richtig Positive an dieser Scheibe, irgendwie nichts besonderes und plätschert so vor sich hin, ohne nen wow Erlebnis oder sonstiges. Für mal so nebenbei ganz Ok, aber für mich leider nichts mehr oder weniger.. Seine Fans wird dieses Album bestimmt finden, da bin ich mir sicher. Note: 4 David