Category Archives: Reviews A-I (Archiv)

Cult Of The Psychic Fetus – s/t 7″ Vinyl (08.08.2017)

(Killjoy Records)
4 Track EP der Band aus Ohio,die sich 1992 gegründet haben. Beim ersten durchhören der EP musste ich unweigerlich an John Carpenter Filme oder Serien wie Munsters und Co denken. Liegt vielleicht an der verdammt guten Mischung aus Goth, Horrorpunk, Surf & Psychobilly. Dazu der extrem düstere Gesang, der einem teilweise wie bei Carpenter Filmen einen gewissen kalten Schauen über den Rücken laufen lässt. Ganz ehrlich, völlig überrascht von der Band. Leider gibt es den alten Output nur auf CD, sehr Schade. Vielleicht liegt der Gedanke an Horrorfilme auch einfach an der dunklen Aufmachung? Jedenfalls ist das gute Stück auf 450 schwarze und 50 transparente limitiert. -nasty-

Inwiefern – Irgendwas ist immer 12″ Vinyl inkl. DL (08.08.2017)

(Bakraufarfita Records / www.bfr-records.de)
In letzter Zeit kommen über Bakraufarfita Records immer wieder mal ein paar richtig schicke Releases raus, bei denen ich schon die eine oder andere schnieke Band kennengelernt habe. Mit INWIEFERN verhält sich das ähnlich, denn „Irgendwas ist immer“ ist ein knorke Album von einer Combo, von der ich bisher noch nichts gehört hatte. Fünf Jungs aus Strausberg haben sich hier zusammengetan, um dem alten (Deutsch-)Punk ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Das ist ihnen auf eine ganz charmante Art und Weise auch gelungen. Irgendwo zwischen KNOCHENFABRIK und SUPERNICHTS hauen sie 15 (+1 Bonustrack) angenehm krachend-scheppernde und kompromisslose Tracks raus, die gut durchlaufen. Die Gefahr bei einer solchen musikalischen Mixtur, mit einem kreischenden Gesang, ist in erster Linie auf Dauer zu nerven. INWIEFERN schaffen es aber dem mit klasse Melodien entgegenzuwirken. Hier mag man mitsingen und abfeiern. Inhaltlich bietet „Irgendwas ist immer“, wie der Plattentitel es schon sagt, ein buntes Potpourri an Themen. Von Social Media, über Kotze und „(Adolf) Hipster“, bis hin zur Schwester vom Freund ist hier alles vertreten und man kann mal schmunzeln, mal nachdenken und mal feiern. Am Ende möchte ich gern noch den Promozettel zitieren, der es ganz gut auf den Punkt bringt: „Mit dem Scharfsinn eines MacGyver und den Fähigkeiten einer Holzkatze werden hier schöne Nummern im Stil von CHEFDENKER oder SUPERNICHTS aus dem Sack gelassen.“ Fazit: Kaufen lohnt sich! Note: 2 East Side Daniel

Hard Wax – Diamond In The Rough CD (05.08.2017)

(Contra Records)
Seventies styled Cover lässt bei Contra Records eher auf Glam als auf Streetpunk schliessen. Dem ist auch so, Hard Wax bewegen sich auf ihrem Longplayer Debut grob in dem musikalischen Dreieck Guida, 45 Adapters und Turbonegro. Dazu kommen (natürlich) noch Einflüsse von Slade und Kiss. Das Ganze kommt nicht so retro und weich rüber wie bei Guida, sondern ist eher die englische Straßenvariante davon. Der Sound ist bei aller Tanzbarkeit härter und viel Oi! lastiger. Auch geben die Jungs hier mehr Gas, der Titeltrack könnte wirklich auch auf einer alten Turbonegro oder Hellacopters Platte stehen, hat aber immer diese fiese, rauhe England Kante. Ergänzt wird das Alles von dezenten Pianoparts und manchmal auch Gebläse. Vom ersten Song „Bootboy Stomp“, bis zum abschliessenden „We`re here to stay“ reiht sich ein Hit an den nächsten. Alle Songs gehen sofort in die Hüfte und schreien nach einem Pint im nächsten Pub. So muss eine gute Partyplatte klingen. Das tolle Werk kommt im stylischen Digipack oder auf rotem Vinyl daher. Sollte man zuschlagen. 2 ROLAND

Good Friend – Ride The Storm CD / farbige LP incl. DL (04.08.2017)

(Gunner Records)
Debüt mit insgesamt 10 Songs, die Punk, Rock, Indie und ein bisschen Folk gekonnt verbinden. Trinkersongs gepaart mit anarchistischer Seefahrer Romantik. Solide und authentisch. Ich hoffe da kommt schnell Nachschub. Das ganze liegt irgendwo zwischen Alkaline Trio und den Flatliners. 3/Mark

Alpha Boy – Aus Und Vorbei 7″ EP (01.08.2017)

(Mad Drunken Monkey Records / www.mad-drunken-monkey.de)
Laut Alpha Boy alias Karsten Riedel – vielen bekannt von Alpha Boy School und diversen Nebenprojekten – haben diese Songs über 25 Jahre in irgendeiner Schublade vor sich hin geschlummert. Um so schöner, daß sich endlich jemand erbarmt hat, diese Perlen ans Licht zu schaffen, denn sowohl musikalisch als auch inhaltlich haben wir hier 2 Ausnahme Reggae/Rocksteady-Pieces von einem Ausnahmemusiker in allerbester Form und das ungewöhnlicher weise sogar auf deutsch, ohne irgendwie peinlich oder aufgesetzt zu klingen. Laut Riedel wurde der Text der Flip-Side von „Hallo Arschloch“ nach all den Jahren neu geschrieben und könnte aus heutiger Sicht auch kaum aktueller sein,während die A-Seite mit dem Titeltrack wohl eher autobiografisch gemeint ist und sich als Abrechnung mit ihrem Schöpfer selbst versteht. Die Musik ist Alphaboyschool – typisch eher oldschooliger 2nd Wave-Ska, wie er Anfang der 80er Jahre von vielen gemacht wurde: orgellastig, ohne große Bläsersets und eher entspannt-chillig und melancholisch. Für mich eine tolle Single, die es verdient hätte nicht nur bei Liebhabern des Genres ne Menge Einheiten abzusetzen….mindestens 2……Kai

Brutal Youth – Sanguine Farbige LP incl. DL (31.07.2017)

(Gunner Records)
Bandname und Cover-Artwork verraten eigenntlich schon wohin die Reise geht. Hardcore-Punk aus den 90ern und den frühen Nullerjahren lässt grüßen. Das Ganze ist schnell, hart und mal mehr und mal weniger rotzig. Auch wenn einige Teile des Albums mir etwas zu clean und melodisch sind, ist das ganze trotzdem ’ne Wucht. Die Songs „Thick as Thieves“ und „Whiteway“haben mir am besten gefallen, aber im Ganzen gesehen ist SANGUINE ein spitzen Album von Brutal Youth. Wer auf gescheiten, pogotauglichen HC-Punk mit Melodie und dem ein oder anderen „Wohohoho“ steht, der kann bei den Kanadiern beherzt zugreifen. 2/Mark

Arthur And The Spooners – Skinhead Spoonstomp CD (28.07.2017)

(Steeltown Records / Contra Records)
Die Berliner kommen nach „all spooned up“ von 2009 nun mit ihrer nächsten Coverorgie von Punk-,Oi!- und Knüppelrockklassikern in launigen Partyskaversionen daher. Songs der 4 Skins, Ruts, Bonecrusher und the Clash um hier nur einige zu nennen werden hier nach allen Regeln der Kunst okkupiert und mal mehr, mal weniger durch den Wolf geschraubt…Sicherlich nix für Traditionalisten, aber dennoch ein ordentliches Release, wenn man schon Spaß an den Originalen hatte und nicht fies ist vor den Uptempo-Ska-Versionen, die hier bisweilen – ich denke mal ironisch – auch etwas „schwierige Kandidaten“ wie z.B. Screwdriver in „skinheads all around“ zitieren. Ich schreibe das an dieser Stelle mal dem üblicherweise etwas derberen Humor der Berliner zu und mache mir da weniger Sorgen um Inhalte, da sich die Truppe auch schon an Billy Bragg und eben auch an o.g. Bands vergangen hat…Punk-,Oi!- und Skafans der zweiten oder dritten Generation werden sich hier wie auch auf dem Vorgängeralbum ganz selbstverständlich wieder finden und nach mehrmaligem Hören hat mich die Platte dann auch in ihren Bann gezogen. Das Ding macht einfach Spaß und belegt schon wegen der Songauswahl und den teilweise abstrusen Versionen (a.c.a.b.) einen exzentrischen Geschmack…Das ist auf jeden Fall unbedingt zu goutieren und landet bei mir bei Note 2……….Kai

The Barstool Preachers – Blatant Propaganda CD/LP (26.07.2017)

(Destiny Records)
Debutalbum der Brightoner Band um Tj McFaull, den Filius Von Colin McFaull, den viele sicherlich noch von Cock Sparrer her kennen. Punkrock, Ska und Reggae Fusion, bei der Punk und Rebellenattitüde weitgehend im Vordergrund stehen. Pate stehen hier inhaltlich und musikalisch klassische britische Punkbands wie Clash oder die Newtown Neurotics neben den großen der 2nd wave of Ska in den späten 70ern und diesem anspruchsvollen Erbe werden die Barstool Preachers auch duraus gerecht. Auf Stücken wie „one fool down“ kriegt man recht schnell mit, daß die Band in England nicht zu Unrecht in den einschlägigen Gazetten abgefeiert wird, da hier einfach alles zu stimmen scheint: Melodien mit hohem Wiedererkennungswert, tanzbare, von McFaull etwas nörgelig vorgetragene größtenteils recht zügige Songs mit geschlagener Hammondorgel und lauten Bläsersets. Obs an der Herkunft, den Genen oder am Talent liegt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber klar ist , daß die B.P.s die Latte mit ihrem Debut mal ordentlich hoch gelegt haben. Ich bin gespannt, was aus der Band noch wird…2+……..Kai

Chelsea´s Choice # 1 + 7inch Fanzine (24.07.2017)

(www.chelseaschoice.at)
Bei dieser Erstausgabe wird direkt mal aus den vollen geschöpft und weit besseres zu Papier gebracht als es so manches alteingesessene Fanzine auch nach Jahren nicht schafft. Chapeau! Der Verfasser des Machwerks betitelt sichim Vorwort lediglich als „B.“,was allerlei Raum für Spekulat ionen lässt (Ich tippe übrigens mal vorsichtig auf Bommel vom Oi“-the Print. Aber sicher bin ich mir nicht). Das Heft ist teilweise farbig und sehr übersichtlich gestaltet und auch die Schriftgröße ist angenehm für die Augen. Die Werbung hält sich in Grenzen und die Fotos sind in Top-Qualität. Großartig. Zum Inhalt: Interviews (ohne die üblichen Standardfragen) z.B.mit BONECRUSHER, THEEE SLAYER HIPPIY, THE BAR STOOL PREACHERS, TAUSEND LÖWEN UNTER FEINDEN, YOUTH AVOIDERS… ,Storys über Reggae in Indien, einen ehemaligen Skinhead und Hooligan der heute als Bischof arbeitet, dem Hemp Embassy Vienna… und das ganze wird abgerundet von Reviews und diversen Szenegrößen, die über Ihre Tattos erzählen (überhaupt taucht das Thema Tattoos an der einen oder anderen Stelle immer mal wieder auf). Also eine bunt gefüllte erste Ausgabe in der für jeden etwas dabei sein sollte. Hier war wirklich jemand mit Erfahrung am Werk und ich kann es kaum erwarten die nächste Ausgabe irgendwann in den Händen zu halten. Für die Schnellen und Sammelverrückten gibt es auch eine 7“ die sich lohnt dabei. Mehr als gelungene Debütausgabe. 1+/Mark

Badcop Badcop – Warriors CD (15.07.2017)

(Fat Wreck Chords)
Da schneit das zweite Album von Bad Cop / Bad Cop hier rein, und die Freude ist gross. Zuerst natürlich, weil schon das erste Album sehr gut anzuhören war, und zuletzt wegen dem Label, welches nicht in der Lage ist, richtig schlechte Alben zu veröffentlichen. Genau wie auf dem ersten Album bei Fat gibt es auch hier wieder diesen SoCal Punkrock zu hören, der melodisch und catchy den Zuhörer in seinen Bann zieht. Gegenüber dem Debut ‚Not sorry‘ hat sich aber etwas geändert, der Sound ist kraftvoller, die Songs klingen etwas aggressiver und inhaltlich geht es sehr viel kritischer und politischer zu. Das der Sound sich verbessert hat, mag daran liegen, das Fat Mike von NOFX hier Pate stand, die anderen beiden Veränderungen haben zum einen die Wahl Trumps zur Ursache, zum anderen den Zusammenbruch von Gitarristin und Sängerin Stacy Dee während der Vans Warped Tour 2015 wegen Drogen. Diese scheint, seit sie sich erholt hat, Ihre Stimme einer Roth-Händle Kur unterzogen zu haben, so rau klingt diese. Das passt zu der neuen härteren Gangart der Band, und natürlich auch zu den melodischen, druckvollen Punkrocksongs, welche Bands wie NOFX oder No Use For A Name nie geschrieben haben. Die Band versteht es, wichtige Themen wie Gewalt in Beziehungen, Feminismus, und ernste Themen wie Suizid und Drogen, in hochmelodische Songs zu verpacken, die sich gnadenlos in den Gehörgang festsetzen und dich mit dem Fuss wippen lassen. Das zeichnet eine große Band aus, und diese Sphären haben Bad Cop / Bad Cop mit diesem Album erreicht. Anspieltipps: Womanarchist ; Victoria ; Broken ; Warriors   2+ sickguy77