Category Archives: Reviews A-I (Archiv)

The Idiots – Amok CD (14.06.2013)

Idiots-cover(Idiots Records)
Mit den Idiots hatte ich nie wirklich viel am Hut. Sir Hannes war mir bisher nur durch seinen Plattenladen (Idiots Records, Dortmund) bekannt. Somit begebe ich mich mit der Comeback-Scheibe “Amok” auf eine erste ernsthafte Erkundung was diese Band angeht. Was soll ich groß drumherum schreiben, richtig warm werd ich mit der Platte nicht. Musikalisch bewegt man sich in ziemlich metallischen Gefilden, was mir durchaus gut gefällt, obwohl ich irgendwie anderes erwartet habe, aber textlich finde ich einiges recht durchwachsen (Tiefpunkt: Hampelmann). Kommen wir zuerst zu den schönen Sachen. Die Produktion ist “on the Top”, Soundtechnisch gibt man sich keine Blöße, was der metallischen Musik auch gut zu Gesicht steht. Zu meinen favorisierten Songs von “Amok” zählen der Opener “Verseucht” (den man bereits vom Sunny Bastards-Sampler Nr. 5 kennt), “Die Nummer” (sehr eingängig), “Märtyrer” (sperrig und doch bleibt es hängen, klasse Gitarre) und der Titelsong “Amok” (thrashiger schneller, wütender Hassklumpen). Wirklich gute Songs und gute Texte. Kommen wir zu den schwächeren bis schlechten Liedern. “Fleischwolf”, “der bereits oben erwähnte “Hampelmann”, “I Wanna Be Your Dog” (einer von 2 englischen Texten), “A.N.G.E.L.A.” (ziemlich stumpfe Abrechnung mit der Kanzelerin und dass völlig überflüssige “Kartoffelsalat”. Dazu kommen noch ein paar Füller. Insgesamt kommt man so auf 15 Songs. Es gibt halt richtig gute Songs und eben auch richtig schlechte wie ich finde. Hier fehlt mir etwas das Gleichgewicht. “Amok” ist keine wirklich schlechte Platte, aber eben auch keine gute. Ein klassisches Mittelding mit leichter Tendenz zum schlechten. Schade! 3-  Domme

Guns Love Stories – A Terrestrial Journey  CD (10.06.2013)

GLS_A Terrestrial Journey_Artwork_500-228x228 (Sums Records / www.sumsrecords.ch)
Die Schweizer finden kein Ende. Wiedermal melden sich Sums Records zu Wort und präsentieren uns Guns Love Stories. Eine Kapelle aus Luzern, die sich den modernen Hardcore auf die Fahne geschrieben hat. Was macht den modernen Hardcore aus? Ich weiß es nicht. Ich würde Guns Love Stories eher in die Ecke: experimenteller Alternativ-Rock mit Hardcore-Einflüssen stecken. Wobei die aber auch sehr geringfügig. Sehr ungewöhnliche Songstrukturen, sehr viel Melodie und sehr viel stilistische Änderungen. Klingt teilweise ein bisschen ungeordnet, aber ich denke das ist Absicht. „A Terreterial Journey“ ist das Deput-Album, mit dem man sich 3 Jahre Zeit gelassen hat. Vom Stil her absolut nicht meines. Für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Spielereien. Produktionsmäßig Top und musikalisch und gesanglich ist auch soweit alles Okay. Aber irgendwie macht mich das Album total nervös. Die Band hält sich an keine Maßstäbe und zieht ihr eigenes Ding durch, von Anfang bis Ende. Sie drücken dem ganzen ihren eigenen Stempel auf, aber man muss es halt mögen. Bei mir will der Funke nicht überspringen. Für Musikhörer die gerne ungewohntes oder unkonventionelles mögen, werden an diesem Album ihre Freude haben. Das Album bekommt man in einer schönen Metallbox, mit einem nett gestaltetem Booklet. Durch ein wenig Musikverständnis und meiner persönlichen Meinung, gebe ich Guns Love Stories eine 3. GAWO

Hop Alomg – Get Disowned CD (07.06.2013)

HopAlongHop Alomg – Get Disowned CD
(Big Scary Monsters / Alive / Backstage Broadcast)
Richtig schrägen Stuff, liefert diese Ami Truppe um Frontfrau Frances Quinlan ab. Auf dem Debüt gibt es eine ruhige Mischung aus Punk, Emo, Indie und etwas Rock zu hören. Die Instrumentale Seite hält sich vornehm zurück. Keine Kraftmeierei oder ausschweifende Soli Einlagen. Auf das nötigste reduzierte Songs. Alles komplett im Mid Tempo Bereich gehalten. Teilweise kurz vor der Zeitlupe. Das alleine wäre relativ langweilig, würde die Dame nicht herrlich schräge Hooks darüber trällern, die einem ab und an vorkommen, als hätte die Band im Studio lediglich ne` Session gespielt, und diese auf CD gebrannt. Nach Durchlauf  Nummer zwo, wächst das alles aber zusammen und Songs wie „Diamond Mine“ werden sogar zu kleinen Hits. Zu Beginn etwas ungewohnt, danach aber durchaus angenehm. Note: 2-Marcel

Acolyte – Alta LP (06.06.2013)

Acolyte(www.facebook.com/acolytemusic)
Bandlogo und Info machen Hoffnung auf eine Bestialische Black Metal Platte. Doch die erste Enttäuschung erfolgt schon durch das Bandfoto. Fünf junge Kerle. U.a mit Black Sabbath Shirts. Kein Corpse Paint. Keine Nieten Armbänder und Pentagramme. Sei` s drum. Auf CD wird es dann leider auch nicht viel besser. Die Truppe aus London erreicht so gut wie nie Skandinavische Kälte. Bei einigen Riffs tauchen ab und an Black Metal Zitate auf. Und Raserei gibt es auch nur für wenige Sekunden am Ende der CD. Ansonsten dümpelt der Stuff im Midtempo dahin. Weitere Probleme sind die viel zu langen und gleichförmigen Songs. Hier passiert einfach viel zu wenig bei fünf Minuten pro Song. Das daß Teil nicht komplett unter geht liegt daran, das die Kerle nichts desto trotz spielen und Atmosphäre aufbauen können. Und immerhin ist es ja das Debüt. Also bleibt noch viel Luft nach oben. Eher Retro als Black oder Death.Note: 4  Marcel

HARABALL – „Sleep Tall“ CD (04.06.2013)

haraball-sleep-tall(Fysisk Format)
HARABALL dürften einigen Leuten bekannt sein. Die Mitglieder waren schon bei Truppen wie TIEBREAK oder FAIRFUCK aktiv. Bei HARABALL regiert die Old School Kelle. Zu hören gibt es auf dem neuen Silberling 23 Songs in nicht ganz 40 Minuten. Wobei man hier die 7“ „The Rope“ und „Frowns VS. Downs“ als Bonus mit draufgepackt hat. Vermutlich um überhaupt eine halbwegs annehmbare Spielzeit zu bekommen. Sei` s drum. Einzuordnen ist der schnelle Punk bzw. Hardcore irgendwo zwischen SMOKE BLOW und POISON IDEA. Dazu rauh und dreckig produziert. Das ganz geht durchaus ok, klingt aber auf die Dauer etwas zu gleichförmig.
Note: 3  Marcel

Downless – Standing Up Again  CD (03.06.2013)

Downless(Sums Records / www.sumsrecords.ch)
Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schießt: Ein Soundtrack für einen „Highschool-Teenie-Film“. Der zweite Gedanke: Schon wieder Sums Records. Versuchen die Schweizer die Weltherrschaft im Bereich Musik zu übernehmen? -grins- Nee, mal ernst bei Seite. Sums Records bringen DOWNLESS zweiten Silberling auf den Markt: „Standing up again“. Downless stammen aus Sion,Schweiz. Aha, den Ort aus Matrix gibt es wirklich: Alles endet in Sion……………ach nee das war ja Zion, sorry. Die Combo gibt es schon seit 2002 und das ist erst ihr zweites Album. Jungs, was habt ihr solange gemacht??? Sehr melodische Geschichte, die sich gut präsentiert. Das ganze hört sich sehr stark nach Blink 182 an. Musikalisch auf jeden Fall, gesanglich würde ich nicht sagen, aber das soll nicht heißen das der schlecht ist. Das schwierige ist, jetzt noch irgendwas zu schreiben. Ich glaube die Jungs von Downless wissen wie sie ihre Gitarren halten müssen, der Bassmann wird bemerkt haben, das er zwei Seiten weniger hat ( im normal Fall ) als die anderen beiden und der Schlagzeuger hat bestimmt auch keine Kochlöffel in den Händen. Der Vergleich mit anderen Bands bescheinigt einem, das man sein Handwerk durchaus versteht. Mir fehlt ein bisschen die Eigenständigkeit,  i Punkt ist nicht vorhanden. Downless können durchaus mit ihren 12 Songs Punkten und das ganze ist absolut hörenswert, aber bei mir will der Funken nicht so richtig überspringen. Freunde der melodischen Punksachen und Fans von Blink 182, NO FX, Millencolin oder Lagwagon können das Album auf jeden Fall, ohne enttäuscht zu werden, kaufen. Für mich eine solide Sache, der ich gerne eine 3 verpasse. GAWO

Archers And Arrows – Alone Together  CD (30.05.2013)

Archers-and-arrows_Alone-together(Sums Records / www.sumsrecords.ch)
Archers and Arrows aus der Schweiz, genauer aus Vevey, sind eine vierköpfige Band die ihren ersten Longplayer „Alone together“ bei Sums Records veröffentlichen. Im Jahre 2010 veröffentlichte die Kapelle ihre Depüt-Ep, ebenfalls bei Sums Records, die leider an mir vorbei gegangen ist. Ich finde die aktuelle CD ist hörenswert, wobei ich mich mit dem Genre PUNK nicht anfreunden kann. Ich verstehe sowieso nicht, warum alles immer in die Abteilung Punk eingeordnet wird, wenn es nicht in eine andere Schublade passt. Aber wer entscheidet schon was Punk ist oder nicht, ist halt nur meine Meinung dazu. Archers and Arrows würde ich eher in so eine sehr anspruchsvolle Indie-Schiene packen. Sehr intelligente Musik, alles in allem so…………… Easy Listening. Um mich zu erklären, wage ich einen Vergleich zwischen Quicksilver ( falls die jemand kennt) und 30 Seconds to Mars. Alles sehr ruhig, auf den Punkt gebracht, kein heilloses Geschrammel. Musikalisch und Gesanglich hört sich das sehr professionell an. Sebastian Cap, der Sänger, hat eine sehr gute Stimme und die Art wie er singt gefällt mir richtig gut. Ach, so richtig gute Musik die man in netter Gesellschaft, beim Kochen oder beim Autofahren hören kann. Ich würde die gerne auch mal Live erleben, mit der passenden Location ist das bestimmt ein Highlight. ( Vielleicht werde ich ja mal eingeladen????????? :-) ) Nicht unbedingt meine Musikrichtung, aber ein sehr tolles Album. Potential für die ganz große Karriere. Eine 2 ( für unsere Nachbarn zwöi, zwüü, zwoi) GAWO

CHURCH OF MISERY – Thy Kingdom Scum CD (28.05.2013)

church-of-misery-thy-kingdom-scum-300x296(Rise Above / Soulfood / Gordeon)
Die Japanische Doom-Institution CHURCH OF MISERY schiebt eine neue Schlachtplatte ins Rennen. Tonnenschwere Doom-Riffs, mit kräftigem 70er Einschlag, klasse Gitarrensoli, eine sehr fette Produktion, die wie Lava aus den Boxen strömt und dazu wieder Texte über Massenmörder der Menschheits-Geschichte. Es ist hin… ähm, bzw. angerichtet. Angefangen beim Coverartwork, auf dem das Portrait von Peter Kürten (“der Vampir von Düsseldorf”) prangt, bis hin zu Texten über Dennis Rader (B.T.K.), Ian Brady/Myra Hindley (Lambs To The Slaughter), Gary Heidnik (Brother Bishop), John Linley Frazier (“der Hippie-Mörder”/ All Hallows Eve) oder Dennis Andrew Nielsen (Cranley Gardens) oder eben Peter Kürten (Dusseldorf Monster), bleibt die Platte durchweg eine relativ makabere Angelegenheit, aber für Freunde Musik härterer Gangart, sicherlich nichts wirklich schockierendes. Die Riffs besitzen schon ziemlich viel Ohrwurmqualität und sind trotz aller schwere relativ eingängig. Mit “One Blind Mice” hat es auch eine Coverversion auf das Album geschaft, und zwar von der Band Quatermass, die mir allerdings bisher nichts sagten. Man kann ja nun wirklich nicht alles und jeden kennen. Der Song ist allerdings hörenswert. Bleibt alles in allem ein starkes Doom-Album, welches Freunde des Genres völlig zufrieden zurücklassen und durch die Texte bzw. die besungenen Personen mal wieder für massig “klicks” auf Wikipedia sorgen dürfte. So ging es jedenfalls mir mal wieder. Wer es gerne auch mal träge, schleppend und verdammt heavy haben möchte, der besorgt sich “Thy Kingdom Scum” mal besser! 2 Domme

The Eastigers – s/t  CD

eastigers.php(Spirit of the Streets / Bandworm)
Jetzt begeben sich Bandworm Records auf ganz exotische Pfade, genauer Indonesien. Richtig gelesen die Eastigers kommen aus dem größten Inselstaat der Welt, welcher in Sachen Punk nicht unbekannt sein dürfte. Man denke nur an die Doku „Punk im Dschungel“ bei der man die schwäbische Punkband Cluster Bomb Unit nach Indonesien begleitete und den Enthusiasmus in Sachen Punk in Indonesien festgehalten hat. Die Schattenseite in Indonesien sind das staatliche Vorgehen gegen Punks, wie zum Beispiel die in der Presse erwähnten Zwangsrasuren in Umerziehungslagern.So war es nur eine Frage der Zeit bis eine Band aus Indonesien irgendwo den Weg auf ein Label finden wird. Die kurzhaarigen Kollegen aus Magdeburg haben die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen und die Eastigers unter Vertrag genommen. Der Exotenbonus kommt hier natürlich voll zum Tragen, das Outfit der Band haben mich im ersten Augenblick an Zebras und nicht an Tiger denken lassen, aber es gibt ja auch weiße Tiger (Roy lässt grüßen). Musikalisch begeben sich Eastigers in die Rock`n Roll Schiene, welche eine gehörige Kante Ramones und etwas Surfmusik beinhaltet. Die Songs spielen sich alle im midtempo Bereich ab, sind sehr melodisch und sind wirklich gut anzuhören. Worüber die Jungs da singen mag sonst wer wissen, zumindest dreht es sich viel um Rock`n Roll, aber Songtitel wie „Asal Ada Uang“ oder „Lantang menantang“ hinterlassen bei mir große Fragezeichen. Aber das macht den Charme der Musik aus, und so erklimmen die Eastigers die Klippe auf eine 2-   sickguy77

Gimp Fist – Marching On and On CD / LP (24.05.2013)

Gimp-Fist-200x200(Sunny Bastards / Crazy United Records)
2012 waren Gimp Fist für 3 Monate im Studio und haben an einem neuen Album gearbeitet. Mit „Marching on and on“ bringen die drei sympathischen Engländer ein gelungenes neues Album heraus. Die meisten Titel handeln von alltäglichen Themen wie zum Beispiel “First in Line” . Mit denen uns die Band sagen möchte, man sollte doch keine Angst haben, mal der erste zu sein, der etwas beginnt. Hintergrund zu diesem Song waren Streiks in der Heimatstadt der Engländer. Songs, wie “On And On” sind aus der persönlichen Perspektive geschrieben; wenn alle gegen einen sind, es aber trotzdem weiter gehen muss. “Back on my feet“ ist mein persönlicher Favorit. Klasse Text und geniale Riffs. Die Melodien sind durchweg gelungen und gehen ins Ohr. Es ist kein raubeiniges Gegröle und stumpfe Parolen, sondern Texte, mit denen sich die Hörer Identifizieren können. Man merkt den Jungs an, dass sie ordentlich Erfahrung mit den letzten Alben gesammelt haben. Sie erinnern an Cock Sparrer in den besten Zeiten. Die CD läuft schon in Dauerschleife und wird auch nicht langweilig. Definitiv n super Album, absolut empfehlenswert. Note: 1