Category Archives: Reviews A-I (Archiv)

The Dirty Nil – Minimum R&B CD/LP+digital (28.05.2017)

(Fat Wreck Chords)
Ich persönlich finde es immer gut wenn Menschen Musik machen und grundsätzlich bekommt jede Live Band von mir auch Applaus, weil ich größten Respekt davor habe wenn sich zusammengeschlossen wird um was auf die Beine zu stellen. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist die Tatsache das es jede Kapelle für notwendig hält , dass man ihre musikalischen Ergüsse auf CD oder Platte scheißt und auf die Welt loslässt. Noch unverständlicher ist es für mich wenn ein Label wie Fat Wreckdahinter steht, welches schließlich dafür bekannt ist sauberen und hörbaren Punk unters Volk zu bringen. Es ist natürlich nur meine subjektive Meinung, aber auch nach mehrmaligen hören ist das Teil absoluter Schrott in meinen Ohren.Sorry aber das war absolut nix. 5/Mark

Direct Hit! – Domesplitter CD/LP+digital (26.05.2017)

(Fat Wreck Chords / www.fatwreck.com)
Erneut habe ich das Vergnügen diese Band zu besprechen und obwohl ich beim letz ten mal eine glatte 1 vergeben habe, hatte ich die Amis nach kurzer Zeit nicht mehr auf dem Schirm. Dieser Fauxpas wird mir aber sicherlich nicht noch ein weiteres mal passieren, da auch dieses Machwerk nicht von schlechten Eltern ist. So wie ich das ganze verstanden habe, ist Domesplitter lediglich eine Wiederveröffentlichung ihres Debütalbums aus dem Jahre 2011 , aber mit neuem Artwork und diesmal rausgebracht beim legendären Label FAT WRECK CHORDS. Scheinbar waren die Jungs aus Milwaukee in ihren Anfangstagen nicht ganz so poppig wie auf dem aktuellen Album „Wasted Mind“. Dennoch gehen die 10 Songs gut ins Ohr und man bekommt ordentlichen und flotten Punkrock serviert, der Freunde von NoFX, Teenage Bottlerocket oder All American Rejects gefallen dürfte. Von den insgesamt 10 Songs konnten mich speziell die beiden Auftaktstücke „Snickers or Reese’s“ und „Satan Says“ begeistern. Ganz so wohlwollend wie beim letzten mal bin ich diesmal zwar nicht , aber für ne gute Zwei reichts allemal. 2/Mark

Alms of the Giant – Oracles EP (25.05.2017)

Irgendwie habe ich heute eine italo Tag, drittes Review zu schreiben und schon wieder eine Combo aus dem Pizza State. Diesmal Alms of the Giant, die sich, nach eigenen Angaben, dem Mathcore widmen. Ich fühle mich eher an die Screamo Welle aus dem letzten Jahrzehnt erinnert, wo Labels wie Hydrahead die Szene regierten. Alms of the Giant machen schöne Musik, spielen mit Atmosphäte, guter laut/leise Dynamik und einem Sänger, der nicht nur kreischt, sondern auch mal singen kann, ohne nach 08/15 Emoheini zu klingen. „My inner Voice“ erinnert mich etwas an AYS, was ja keine schlechte Referenz ist. Generell gilt aber das obige Konzept für alle fünf Songs, die alle ein gleichwertiges Niveau haben und mir einfach Spaß machen. Wenn ich was meckern möchte, dann, das die Songs für mich ruhig epischer, breitwandiger hätten ausfallen dürfen und die Platte mit fünf Songs einfach zu kurz ist. Mövchte gerne mehr von den Jungs hören. 2 ROLAND

Elyne – Alibi CD (22.05.2017)

(White Tower Records)
Elyne sind Italiener, die diesen typischen Impericon Metal spielen. Es gibt Growls, es gibt Clean Vocals für den Refrain und alles wird in poppiger Härte durchgenudelt. Hier könnte das Review aufhören, die Zielgruppe ist umrissen, der wird es gefallen. Ich bin dezent gelangweilt. Spannend geht anders. Was jedoch positiv zu Buche schlägt ist der Gitarrist. Der Junge hat schon gute Ideen und gerade in ruhigen, atmosphärischen Momenten kann er glänzen. Die Produktion ist auch nicht schlecht, ordentlich transparent, aber mit genug Druck. Wenn die Band es in Zukunft schafft Songs abseits von Stangenware zu schreiben und der Sänger eigenen Charakter entwickelt kann das definitv noch was werden. So ist es leider nur belangloser Durchschnitt. 4 ROLAND

Blinker Links – Achterträger Kronkorken mit Schraube 12” Vinyl + DL (19.05.2017)

(Bakraufarfita Records / www.bfr-records.de)
Seit über einem Jahrzehnt treiben Blinker Links Ihr Unwesen, und ‚Achterträger Kronkorken mit Schraube‘ ist eigentlich die wievielte Veröffentlichung? Keine Ahnung, macht aber nichts, denn wie immer gibt es hier schönen Punkrock mit deutschen Texten, die man nur im Suff zusammenschreiben kann. Das passt zu dem uringelben Vinyl, auf dem die 13 neuen Songs gepresst wurden, übrigens die erste Vinylveröffentlichung der Band. Diese wurde auf dem Label Bakraufarfita vollzogen, mir bis dahin völlig unbekannt. Blinker Links machen da weiter wo sie aufgehört haben, nämlich mit der Sorte Punkrock, die einem bekannt vorkommt, aber dennoch anders ist, da man gespannt erwartet, welche lyrischen Ergüsse da als nächstes auf einen zukommen. So sind Songs wie ‚Oma sagt geht lieber einen ballern‘, ‚Alles kostet hundert Mark‘ und ‚Keinen Bock aber Gästeliste‘ neue Songs für die Playlist im Auto, aber, jetzt kommt das ‚aber‘, an Hits wie ‚Pimmel raus, Mofa fahren‘ oder ‚ich steige in kein öffentliches Verkehrsmittel‘ kommen die neuen Songs nicht ganz ran. Macht aber nichts, die neue Scheibe ist trotzdem gut und ist für Liebhaber und Freunde von Bands wie Supernichts, Knochenfabrik oder Lokalmatadore natürlich Pflichtprogramm. 2- sickguy77

Hate – Tremendum CD (18.05.2017)

(Napalm Records)
Hate aus Polen gibt es auch schon seit Ewigkeiten, das erste Demo kam Mitte der Neunziger raus, aber irgendwie habe ich der Band nie wirklich Beachtung geschenkt. Sie standen bisher immer im Schatten der „großen“ polnischen Death Metal Bands Behemoth und Vader. Ob sich das jetzt mit „Tremendum“ ändern wird, wage ich nicht zu beurteilen, aber eine gelunge Scheibe haben sie da auf jeden Fall rausgehauen. Hate spielen dunklen, Black Metal angehauchten Death Metal, der, ähnlich wie bei Behemoth, sehr technisch ist und überwiegend schleppend mit einigen Blastausbrüchen ist. Das Ganze erinnert mich manchmal an die britischen Extremler Akerkocke oder Voices. Die Produktion ist auch fett, aber transparent und die ganze Scheibe bewegt sich auf gutem Niveau. Aber, es sind zu wenige Momente vorhanden, die im Ohr hängenbleiben. „Fidelis ad Mortem“ ist so mein persönlicher Hit, da er alle guten Ideen der Band verinnerlicht, aber die meisten Stücke bewegen mich zwar zum enthusiatischen Kopfnicken, hinterlassen aber (leider) keine bleibenden Schäden, die Songstrukturen ähneln sich zu sehr. Sympathisches Werk, aber leider, zumindest bei mir, ohne große Halbwertzeit. Fans wird es aber bestimmt gefallen. 3 ROLAND

Affenmesserkampf – Clowns In Wut (12.05.2017)

(Gunner Records)
Das ist mal ein richtiges Scheißcover, denn wenn mich eine vollgepisste Jogginghose anstarrt, bin ich erst einmal raus. Mein einziges Problem war aber nur, dass ich AFFENMESSERKAMPF bisher nicht kannte, außer von ein paar Flyern und Postern. Denn je mehr ich mich mit dieser Band bzw. der Platte beschäftige, desto klarer scheint mir das „Konzept“ dahinter – vollgepinkelte Hose = Angst und nicht Saufen bis zur Besinnungslosigkeit. Dass Angst in unserem Land momentan mehr als genug vorhanden ist, brauche ich an dieser Stelle wohl niemandem erzählen. Jedenfalls besteht die Gefahr, dass Nichtkenner der Band vom Coverbild abgeschreckt werden und dadurch dieses geile Album verpassen. Kurz und schmerzlos werden hier zwölf Songs in bester (Deutsch)Punk Manier runtergerotzt. Gerademal 26 Minuten Spielzeit hat das Album, in der Kürze liegt also die Würze. D.h. kein überflüssiger Schnick-Schnack, sondern Punkrock pur – schnell, kompromisslos, dreckig! Sie selbst beschreiben sich als „ironischer als Mühlheim Asozial, authentischer als Slime, cooler als Abfukk, dümmer als Kotzreiz,…“. Gerade mit den beiden letztgenannten sind sie musikalisch verwandt und spontan würden mir noch NEIN NEIN NEIN als Vergleich einfallen. Inhaltlich haben sie, im Gegensatz zur Spielzeit, recht viel zu sagen. Auch wenn ich es nicht unbedingt mag aus Promozetteln zu zitieren, nutze ich in diesem Fall die „vorgegebenen“ Worte, die die Lyrics am besten beschreiben: „Wir über uns, Rassismus, individuelle Selbstbestimmung, Bundeswehrwerbung, Scripted-reality-show-Zuschauer, Männerbünde, Verschwörungstheoretiker, Spießer, emotionale Verkrüppelung, schon wieder Rassismus und Camp-David-Hemden“. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Wer also mal wieder ein volles Rohr richtig guten und kompromisslosen Deutschpunk braucht, muss hier zuschlagen. Note: 2 East Side Daniel

Icons of Filth – Nostradamedus CD (03.05.2017)

(Westworld)
Bei dem Album “Nostradamnedus” der britischen Kult- Punkband Icons of Filth, handelt es sich um ein Re-release ihres dritten und letzten Albums, welches erstmals 2002 erschienen ist. Icons of Filth wurden 1979 gegründet, und sie sind sicherlich als eine der Vorreiterbands in Sachen klasischer Hardcore-Punk zu nennen. Eine gewisse Härte schwingt bei den Icons of Filth ebenso mit wie ein gutes Gespür für eingängige Hooklines. Inhaltlich war die Band immer schon stark gesellschaftskritisch bis anarchistisch ausgerichtet, auch das wird auf “Nostradamnedus” beibehalten. Wer das Album noch nicht aus der Erstveröffentlichung besitzt sollte hier unbedingt zugreifen! Note:2/ gut Gereon

Drei Meter Feldweg – Hypermaxx 4000 CD(02.05.2017)

(www.drei-meter-feldweg.de)
Der Name DREI METER FELDWEG erinnert mich ein wenig an meine Kindheit. Unbeschwert mit dem Fahrrad über Berg und Tal und quer durch die Felder düsen. Und diese Jungs hier wären mit ihrer Mischung aus Punk, Pop, Rock und Ska dafür ein passender Soundtrack gewesen. Irgendwo zwischen ZSK und RANTANPLAN haben sie ihre Nische gefunden und rocken sich frisch und unverkrampft durch die 16 Songs. Keine alte Klapperkiste, sondern ein cooles Mountainbike „pflügt“ hier durch die Landschaft, das sich nicht zu schade ist, auch mal schmutzig zu werden. Dementsprechend gut produziert und sauber, aber auch etwas dreckig, klingt der Sound. Inhaltlich liefern sie einen ähnlichen Mix ab und verzichten auf allzu aufgeblasene Texte. Klar und direkt wird die Botschaft vermittelt, so dass man sie auch beim Cruisen verstehen kann und nicht beim Grübeln vom Weg abkommt. Von Stars und Sternchen bis hin zu einem „Echten Liebeslied“ ist hier alles dabei. Auch der allgegenwärtige Rechtsdrall der Gesellschaften wird thematisiert. Hier müsste wohl mal das Lenkrad richtig ausgerichtet werden :-) Passend zum guten Fahrgefühl fällt auch das schicke Design auf. In dieses „Produkt“ hat jemand viel Herzblut gesteckt und dabei ist was fürs Auge rausgekommen. Dieses Bike ist eine gelungene Sache und nur die Speichen, ich meine die Melodien, müssten ein wenig justiert werden. DREI METER FELDWEG erfinden also – Achtung Wortspiel! – das RAD nicht neu, aber wissen sich auf der „Straße“ zu behaupten und machen eine gute Figur. Kann man durchaus mal Probefahren! Note: 2 East Side Daniel

DxBxSx – Wer Will Denn Das CD (01.05.2017)

(Bakraufarfita Records / www.bakraufarfita-records.de)
Über diese Platte im Reviewstapel habe ich mich echt gefreut, denn bisher haben diese Jungs immer guten Stoff abgeliefert. Auch dieses Mal enttäuschen die Berliner nicht. Sie bleiben sich treu und liefern ein Metal-Punk-Brett ab, das seinen Namen wirklich verdient hat. Manche mögen noch Stoner und Garage raushören und auch damit dürften sie nicht falsch liegen. DxBxSx bedienen sich in fast jeder Schublade, die irgendetwas mit Gitarrenmusik zu tun hat und schaffen es, daraus einen eigenständigen Sound zu kreieren. Die Gitarren und der Bass brummen und dröhnen schön vor sich hin, ab und an mischt sich ein Solo mit ein, die Drums jagen den Rest der Truppe mal schneller und mal langsamer vor sich her und der Sänger schreit ich die Seele aus dem Leib. Inhaltlich macht „Wer will denn das“ auch wieder schön was her. Ob es sich dabei aber um „Lyrics wie aus Rio Reisers nach dem Tod fortgechriebenem Textbuch“ handelt, darf bezweifelt werden. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich das Gehirn anzuschalten. Und ein Stück wie „Deutschland du mieses Stück Scheiße“ klingt zwar platt, bringt es aber auf den Punkt, was dieses Land heute ausmacht: Waffenexporte, Grenzen errichten, Volksverdummung… Dass die Band künstlerisch interessiert / versiert ist, zeigen sie nicht nur durch ihre Musik. Schaut euch einfach mal das Video zu „Hass“ an, das sehr unterhaltsam ist. Im Großen und Ganzen ist das hier eine richtig gute Platte geworden und einzig der Titel „Veranstalterblues“ und das etwas lieblos gestaltete Innere des Booklets sind kleine Kritikpunkte. DxBxSx heißt Heavy-Metal à la BLACK SABBATH trifft auf Oldschool-Punkrock von den SEX PISTOLS und RAMONES. Jeder der mit diesen Bands was anfangen kann, sollte hier reinhören. Note: 2 East Side Daniel