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DEMOB – Anti Police 7″ (23.04.2018)

(Mad Butcher Records)
Debut der Subversiv-Punks von 81 hier sogar im Original Fpld out picture Sleeve – das Mad Butcher Team hat wie üblich ganze Arbeit geleistet. Street Punk, dem Zeitpunkt der Aufnahme und dem Budget geschuldet nicht gerade in allerbester tontechnischer Qualität aber dafür mit jeder Menge Teenage Anger Attitude wie man sie auf den Bullshit Detetector Samplern von Crass oder auf den frühen Roxy Compilations findet….Beide Seiten der Single spiegeln den aggresiven Leck-Mich-Am-Arsch-DIY- Gedanken der hier schon ein paar Jahre zurückliegenden Anfänge wieder..(zum Beispiel der unkontrollierte Einsatz des Hall Effekts im Chorus von „Teenage Adolescence) .Ich denke niemand der hier beteiligt war wußte wirklich was er tat und trotzdem hat man etwas aus der Taufe gehoben, was vielen Leuten heute noch viel bedeutet…Sonst wären Demob nach ihrer etwas schmalbrüstigen Vita heute längst vergessen und wären nicht beinahe alljährig fest verankert im Lineup vom Blackpool Rebellion. Nicht die beste Veröffentlichung der Band, trotzdem tatsächlich ein Klassiker….von mir 2-…um hier noch etwas Luft zu lassen für die etwas bessere „no room for you“- Single…. KAI

The Carpettes – s/t 7inch (22.04.2018)

(Mad Butcher Records)
1977er Debut der Punkrock Urgesteine aus dem Nordosten Englands. Im Original released auf Small Wonder, einer Art Indie-Urknall-Label, die auch „puppet lfe“ (Punishment of Luxury) oder die Single von „killing an arab“ (the Cure) veröffentlichten. Die Carpettes wären heute vermutlich nicht mehr unter Punkrock vermarktbar sondern vielmehr unter so blumigen Labeln wie Powerpop, wohl die Strafe für viele Bands die in diesen für die Branche schwierigen, vom DIY-jederkannwas geprägten Zeiten zwar ebenfalls eher eine laute, mitunter radikale Nische bedienten, aber ihre Instrumente im Lauf ihrer Karriere irgendwann auch adäquat bedienen konnte. Wenn man die Carpettes nicht kennt und die ersten paar Takte von „radio wunderbar“ zu hören bekommt ist man recht flott bei amerikanischen Punkkapellen Mitte der 70er wie den Ramones oder den New York Dolls und nicht in England. Hört man sich aber durch die ganze EP – und – von mir hier die Empfehlung: durch den Rest der frühen Veröffentlichungen bis 1980, allen voran das erste Album „Frustration Paradise“ erkennt man die Qualitäten dieser für die meisten Radiorotations wohl zu sperrigen und urbritischen Perlen. An dieser Stelle wieder mal auszunehmen: John Peel (RIP), Visionär und Förderer der Band, der 78 die Carpettes gleich zwei mal in seiner Radio One Show präsentierte. Im Gesamtbild erkennt man dann auch die Nähe zu Leidensgenossen, wie den Skids, Wire und anderen britischen Bands, die 77,78 bereits über Punk hinweg waren und sich Richtung New Wave bewegten…Das hier gehört in jedem Fall in jede gut sortierte GB-Punk-Singlebox. Die Carpettes sind hier noch ganz klar Punk as Fuck, hört man sich Nummern wie „help I`m trapped“ oder eben „radio wunderbar“ an. Bei „how about me and you“ klingt es ein wenig nach den frühen Cheap Trick aber auf allen 4 Tracks bekommt der werte Hörer das volle Urpunk-Paket 77….keine Wünsche offen….dankeschön ….2+………Kai

Der Butterwege – Auf Asche CD (11.04.2018)

(Weird Sounds)
Hier kommt das zweite Album von „Der Butterwegge“ und zwar Namens „Auf Asche“. Da stellt sich mir direkt die erste Frage, kennen wir das eigentlich nur hier im Pott, mit dem Bolzen auf Asche oder ist das generell bekannt? Mhm wer weiß..Auf jeden Fall, wie ich es gerade schon vorweggenommen habe, kommt dieses Album aus unserem schönen Ruhrpott und wie soll’s auch anders sein, ist es auch noch auf dem Ruhrpott Label Weird Sounds von unserm Kumpel A.Si erschienen. Schon nach den ersten Zeilen, ist klar, hier steckt ne Menge Pott drin. Jedes Lied ist hier fast schon eine andere Stilrichtung. Die Lieder sind gut durchdacht und abwechselungsreich, natürlich wie sollen auch sonst die unterschiedlichen Stilrichtungen unterkommen. Textlich bewegt es sich zwischen dem täglichen Leben und Alkohol Missbrauchs. Seemannsmusik trifft hier auf Rock’n’Roll und Jan Delay, dass beschreibt dieses Album für mich am besten. Alles im allen nicht schlecht, aber so richtig werde ich hiermit leider nicht warm… aber Hey, wer auf Songwriter Mukke steht, mit nen bisschen Raffinesse ist hier genau richtig. Note: 3 David

Christmas – Scum As You Are LP/CD/Digital (09.04.2018)

(Kidnap Musik)
Fast wäre mir diese CD durchgerutscht, aber heute früh viel sie mir noch in die Hände und wartete darauf besprochen zu werden. Also schnell rein in den Player und los geht es. Was dann aus den Boxen dröhnte, fetzte mir die Ohren weg. Eine raue, aggressive Mischung aus Hardcore und Punk, die einen überrollt. Klasse Sache dachte ich mir und machte mich ein wenig schlau. Das Internet verriet mir, dass die Jungs schon eine ganze Weile ihr Unwesen treiben, bisher allerdings ohne auf meinem Radar erschienen zu sein. Umso froher bin ich, dass sie es jetzt sind, denn „Scum As You Are“ hat mich von der ersten Sekunde an begeistert. Einzig den Bandnamen finde ich ein wenig blöd, da hätte man durchaus kreativer sein können. Aber Schwamm drüber. Ich werde jetzt wohl oder übel losziehen und mir das Vorgängeralbum besorgen müssen, denn mein Kollege vom „bierschinken“ hat es als großartig bezeichnet. Da bin ich mal gespannt. „Scum As You Are“ ist jedenfalls ein tolles Hardcore-Punkrock-Brett und sollte alle Freunde der härteren Gangart begeistern! Note: 2+ East Side Daniel

Cockney Rejects – Out of the Gutter LP (28.03.2018)

(Subkultura Booking & Records)
Das ursprünglich 2002 auf Cd erschiene Album out of the gutter von den Cockney Rejects um Frontmann Jeff Turner erfährt nun eine Neuauflage auf Vinyl. Hiervon wird es 100 Stück auf transparenten blauen Vinyl mit schwarzen Schlieren und 400 Stück in Schwarz geben. 13 Songs werden von der britischen Streetpunk/Oi! Band zum Besten gegeben – wovon jedes direkt im Ohr hängen bleibt und man direkt Bock kriegt lauthals mitzusingen. Einfach 13 Songs hymnenhafter, melodischer Streetpunk der auch nach mehreren Durchläufen nicht langweilig wird. Freu mich auf jeden Fall auf die Vinylversion und die ersten Runden auf dem Plattenteller…
Eddi Sharp

Andre Sinner – Kommen Und Gehen CD (27.03.2018)

(Weird Sounds / www.weirdsounds.de)
Nach der Debut EP „Momentaufnahme“, hier nun endlich das erste,komplette Album von Andre „Asi“ Sinner,der uns hier 11 wunderbare, melodische Songs präsentiert, die es wirklich in sich haben. Ich war eigentlich nie ein „echter Freund“ von Akustikmusik und Ich kann mir auch nicht vorstellen, das Ich so eine Mucke vor 20 Jahren so abgefeiert hätte, wie heute, aber die Zeiten ändern sich und auch die Musik unserer Szene. Und das ist auch verdammt gut so. Oft ist Andre alleine unterwegs, aber ab und an (so wie er auf dieser CD), holt er sich Verstärkung, formt eine Band daraus und spielt dann auch mit dieser Crew Live und auch dieses Album ein. Klingt für mich einfach etwas kraftvoller und natürlich auch abwechslungsreicher, als nur mit (s)einer Akustik Klampfe. Beim Schreiben dieser Zeilen läuft die CD und alleine die ersten drei Songs, sind schon den Kauf dieser CD mehr als wert, da mir diese Stücke einfach sofort ins Ohr gingen und Ich schon nach 2-3x anhören, mit Singen konnte. Das soll jetzt nicht heißen, das die anderen Songs schlecht sind, aber diese drei Stücke, haben es mir total angetan. Gute Laune Mucke mit ernsten, aber auch nachdenklichen Texten, die jeder schon mal erlebt haben dürfte und das macht das ganze einfach authentisch. Andres raue Stimme passt auch einfach zu diesem Sound und ich stelle mir immer bei dieser Mucke vor, das Ich in einem Pub sitze, diese Band Live spielt und ich es mir bei leckeren Getränken gut gehen lasse. Besonders die Geige und Banjo (?) passen sich perfekt in den Sound ein. Mein absoluter Lieblingsong ist „Unsere Zeit“, da Ich mich in diesem Text selber wieder finde. Gänsehaut Pur, meine Damen und Herren! Ich kann hier einfach keinen schlechten Song finden und mich hat selten so schnell ein Album begeistert und der Silberling wird 100% noch sehr viele Runden im Hause Herbst drehen.Am 18.5 spielt Andre mit Band im Indie / Duisburg. Ich werde jetzt aufhören zu schwärmen und werde mir die CD einfach nochmal anhören und dazu ein leckeres Schnaps / Cola Getränk zu mir nehmen. Diese CD ist ein MUSS!!!!!!!!! FRANK

Inkasso Moskau – Die Sünde 12″ Vinyl inkl. DL Code und Aufnäher (26.03.2018)

(Bakraufarfita Records / www.bfr-records.de)
Mit der Platte „Die Sünde“ von Inkasso Moskau flatterte mir das Werk einer bis dato völlig unbekannten Band zum rezensieren ins Haus. Nach einer ersten Begutachtung von Cover, Titeln und dem Bandnamen erwartete ich unwillkürlich irgendetwas in Richtung Siberian Meatgrinder. Warum ist mir nicht ganz klar, fest steht jedoch, die Platte hat mehr zu bieten als nur brutalen HC. Es wird auf Inkasso Moskaus „Die Sünde“ gebolzt, planiert, geschreddert und alles zu Staub zerschlagen dass es eine wahre Freude ist. Völlig losgelöst von irgendwelchen Genregrenzen wird sich durch die eigenen, inneren Abgründe geknüppelt. Die Herren bedienen sich dabei von Blackmetal über Deathmetal, Doom, Sludge, Noise bis hin zum Crust allem was nur ordentlich in die Fresse haut. Hin und wieder klingen mir die blackmetallastigen Riffs vielleicht ein wenig zu auffällig nach Endstille (z.B im letzten Drittel des Songs „Gott sieht alles“), aber alles im Rahmen. Besonders gut gefällt mir, dass es vom Sound her viele Paralellen zu alten Crustcore Acts wie Drecksau, den großartigen Totenmond, Eisenvater etc. gibt. Inhaltlich wird auf „Die Sünde“ wirklich jedes Haar in der Suppe dieser Welt gefunden, einfach kein Platz für Tralala und gute Laune, und das ist auch gut so.Einziger Kritikpunkt meinerseits sind die Vocals, diese würde ich mir etwas maskuliner und tiefer wünschen, a la Lars Petrov von Entombed, aber das ist ja auch Geschmackssache. Ansonsten eine absolut geile Angelegenheit. Note 2/ gut Gereon

I Said Goodbye – Fairweather LP/CD/Digital (21.03.2018)

(Little Rocket Records)
Bei Little Rocket Records handelt es sich um ein neues Label aus den UK. Dieses hat sich zum Ziel genommen, junge Bands zu pushen und der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Macher ist selbst Musiker, der bei der letzten Leatherface Scheibe mitgespielt hat, und so sicherlich über genügend Kontakte verfügt, um da einige Bands an Land zu ziehen. Nun liegt hier die neue CD von ‚I Said Goodbye‘ aus Norwich vor mir. Laut eigenen Angaben spielt die Band Poppunk, und das machen sie auch, nur eben anders als ich mir vorstelle. Eigentlich hätte ich es wissen müssen, denn Bands, welche Bandnamen mit drei Worten haben, machen Musik welche emotional klingt. Das gilt hier auch. Die Songs sind melodisch und handwerklich gut gemacht, trotzdem herrscht immer das Gefühl, man fährt mit angezogener Handbremse. Jedes Mal wenn man denkt, die Band startet jetzt durch wird das Tempo wieder heraus genommen, dazu eben dieser von ‚Empathie‘ durchtränkte Gesang, welcher in Verbindung mit der Musik die Scheibe bei mir im Mittelmaß versinken lässt. 3- sickguy77

Acht Eimer Hühnerherzen – s/t LP/CD/digital (13.03.2018)

(Destiny Records)
Neue unbekannte Band aus der Punkrock Hochburg Berlin-Kreuzberg. Keine leichte Kost, als es nach dem Intro weitergeht. Ich bin unschlüssig, soll ich das ganze jetzt gut oder schlecht finden? Ich denke über den Bandnamen nach, was will man einem damit sagen? Und höre jetzt das Album zum 8-9 mal und entdecke immer wieder neue Textfetzen. Kleine abstruse Geschichten, die mich etwas an die Texte von Jörkk Love A erinnern. Die Stimme von Sängerin Apocalypse Vegas dröhnt ähnlich rotzig mit starken Berliner Dialekt wie Annette von Hans-A-Plast aus der Anlage. Musikalisch ist das ganze stark reduziert und minimalistisch, aber hat einen gewissen Charme der einen doch fesselt. Sen Bottrops tiefgestimmten Akustikbass und Bene Diktators an den Drums ergänzen das Trio. Laut Promo bezeichnet das Trio ihre Musik als Powerviolence-Folk? Lo-fi Punk trifft es eher und ich mag die Scheibe auf eine gewisse Art und Weise. -nasty-

Guts Pie Earshot & Nomi And Aino – Deckname Jenny LP+CD/CD (11.03.2018)

(www.majorlabel.de)
Das MAJOR LABEL bittet zur Kasse! Anders ist dieses Release nicht zu erklären. Anders ist ein ausgekoppelter Soundtrack in dieser Liga nicht zu erklären. Offensichtlich versucht die Jenenser Plattenfirma, den einst ironisch angelegten Label-Namen nun in die Tat umzusetzen, bei den „Großen“ mitzuspielen. Es ist ein neuer Kuchenesser an der Tafel? Ein O.S.T. funktioniert nur selten auf eigenen Beinen, abseits von Big Boys wie „Pulp Fiction“ oder nostalgisch geschätzten Filmklassikern. Wer aber braucht einen Song in mehreren Versionen, zumal, wenn es sich um eine Cover-Version handelt? Richtig: Major Labels only bzw. ihre angefütterte Klientel. Aka the Mainstream. Da passt es auch gut ins Konzept, das 3 der 10 (!) Songs bereits auf anderen MAJOR LABEL-Tonträgern veröffentlicht wurden. Spätestens jetzt betritt die CD das Reich der Gratis-Teaser. Zum Song: Die „Seeräuber-Jenny“ ist die kleine Schwester von Mackie Messer, wurde wie selbiger einst von Kurt Weill in den goldenen Zwanzigern für „Die Dreigroschenoper“ geschrieben. Leser mit Theater-Abo raunen verzückt: „Ah, Brecht!“. Nun also von GUTS PIE EARSHOT „und deren Solo- und Nebenprojekte RIZIO, SCHENG FOU, SUBVASIONE und die befreundeten NOMI & AINO“ (Labelinfo) gleich mehrfach in Szene gesetzt. Zum Vergleich: Es gibt eine großartig-kraftvoll verruchte Version von Hildegard Knef bzw. das 1931er Film-Original von Lotte Lenya, daran müssen sich GUTS PIE EARSHOT sowie Nomi & Aino messen lassen. Nomi & Aino starten dann auch die CD als Opener; ihre Version bedient das verspielt-unterhaltende Metier, plätschert angenehm im Hintergrund. Angenehm und ungefährlich. Die verräterische Hure Jenny würde staunen. Als zweites gehen GUTS PIE EARSHOT instrumental ins Rennen, aus „Jenny“ wird „Yenay“.  Ein poppiger MINISTRY goes KNORKATOR in der H.P. Baxter Party-Endlos-Schleife. Es folgen „Clubversion“, „Acoustic version“ etc. Braucht wer? Optisches Trostpflaster: Das Ganze wurde graphisch hübsch in Szene gesetzt, das Handling stimmt immerhin. PARADISE