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(Wolverine Records / www.wolverine-records.de)
Nach wie vor ist es mir unerklärlich wieso die Bonsai Kitten, mit der charmanten Frontfrau Tiger Lilly Marlen, mehr Erfolg auf dem asiatischen Kontinent haben als bei uns. Schon der Vorgänger „Done With Hell“ war ein sauber rein gehendes Psychobilly-Album mit modernen Ecken und Kanten die einen eigenen Stil nicht verleugnen konnten und trotzdem war hier noch nicht der große Durchbruch zu verzeichnen, warum weiß der Henker. Auch wenn die letzte Scheibe dafür schon alles nötige mit an Bord hatte, so haben die Berliner auf „Welcome To My World“ erneut in die Trickkiste gegriffen und einen netten Nachfolger eingespielt. Im Gegensatz zum Vorgänger wurden diesmal deutlich mehr Akzente im Bereich Rockabilly gesetzt. Sprich auf dem dritten Album wird der Rockabilly-Einfluss bei manchen Stücken noch etwas deutlicher und so ergibt sich hier eine nette Schnittmenge aus Psychobilly, Rockabilly und einem spritzigen Schuss Punkrock. Abgerundet wird das ganze mit einem bisschen Pop-Flair der für eingängige Melodien sorgt, ohne dabei jedoch zu sehr in die Richtung von Bands wie Creepshow oder den Horrorpops ab zu driften. Ähnlichkeiten sind schon vorhanden, allein durch den weiblichen Gesang, aber Tiger Lilly Marleen und ihre Jungs wirken dann doch nicht ganz so zahm wie die amerikanischen Gegenstücke. Die Bonsai Kitten gehen da um einiges straighter und direkter zur Sache und machen einen Bogen um zu viele Spielereien in denen man sich verzetteln könnte. Düster angehauchte Songs wie „ „Until It Sleeps“ stellen die tiefe Stimme der Sängerin gekonnt in Szene und auch die Coverversion „Hanging On The Telephone“ von Blondie zeigt positiv das Potenzial der Berliner. Mit klapperndem Bass wird dem einstigen Hit neues Leben ein gehaucht, ebenso wie bei dem Stück „Zombie Mafia“ wo ganz dezent bei Ina Deter geklaut wurde. Nach nur wenigen Runden setzen sich gerade Songs wie „Welcome To My World“ oder „Cat Scratch Fever“ in den Gehörgängen fest und so bietet auch das neue Album wieder jede Menge Psychobilly mit modernen Charakter und dem ein oder anderen Hit. Wirklich ernsthaft zu bemängeln ist hier eigentlich nur die recht kurze Spielzeit von knapp 30 Minuten, aber ansonsten sind die Bonsai Kitten das beste was Deutschland im Bereich Female Fronted Psychobilly zu bieten hat. Logischerweise ist es eigentlich auch gar nicht nötig zu erwähnen das es bei einem Song Unterstützung vom Psycho-Urgestein Mark „Mad Dog“ Cole gab. Die Bonsai Kitten hätten das definitiv nicht nötig. Überzeugt euch selbst und hört hier gefälligst rein. „Welcome To My World“ ist eine nette Scheibe geworden die positiv zwischen Gas geben und musikalischem Können rangiert! Note: 2 Daniel
( I Hate People Records)
Kaum einer Band nimmt man den Titel so ehrlich ab wie den Hudson Falcons aus New Jersey. Seit Ende der 90er Jahre sind die Amis ständig auf Tour und das nicht nur auf der anderen Seite des großen Teichs, sondern auch bei uns in Deutschland. Passend zur diesjährig anstehenden Tour im Frühjahr hauen die Jungs eine Retrospektive ihrer letzten 12 Jahre raus, gespickt mit sämtlichen Hits und Hymnen ihrer Band-Karriere. Das ganze einfach als Street-Punk zu deklarieren wäre gerade nach den späteren Jahren definitiv zu grob umrissen, denn die Hudson Falcons stehen für mehr als nur Punkrock. Das reicht von Einflüssen aus dem Rock´n´Roll über Punkrock bis hin zu Country und Southern Rock. Da blinzelt, gerade wie bei den späteren Sachen, mal ein bisschen Bruce Springsteen durch, aber auch Bands wie Stiff Little Fingers haben durchaus ihre Spuren in dem Sound hinterlassen. Letztere werden ziemlich deutlich beim Song „Scab“. Ebenso stehen die Amis aber für lupenreinen Street-Punk, garniert mit einer messerscharfen Reibeisenstimme und ordentlich treibenden Songs, die strikt nach vorne gehen. Auf der vorliegenden Best Of ist so ziemlich alles vertreten. Angefangen von einer ansteckenden Working Class Attitüde im Song „ Working Class War“ über die mächtig eingängige Hymne „Free Lori“, die bei jedem mit Gefühl für anständigen Street-Punk länger im Ohr verweilen dürfte, bis hin zu entspannten Songs mit leichtem amerikanischen Folk-feeling wie „Latin Knights“. Die Hudson Falcons setzen sich damit positiv vom Einheitsbrei des sonst üblichen Klischee-Street-Punk ab und beweisen erneut, dass sie zu einem der besten Importe in diesem Bereich zählen. Insgesamt finden sich auf dem Album 19 Songs und während die erste Hälfte pures Vollgas gibt, wird in der zweiten Hälfte die Geschwindigkeit ein wenig gedrosselt und die Jungs zeigen sich hier von ihrer abwechslungsreichen Seite. Beide Teile des Albums laufen vorzüglich rein und beweisen ein verdammt großes Potential, so dass die 77 Minuten Spielzeit generell nicht langweilig werden. Nebenbei sei erwähnt, während andere Bands nur von Working Class singen, wird hier nicht nur davon gesungen, sondern für den sympathischen Sänger Mark Linskey ist das auch die Berufung als Gewerkschaftssekretär. Wer bisher nichts von den Hudson Falcons besitzt, kann hier bedenkenlos zugreifen. Auf „Sleep, Drive, Rock´n´Roll, Repeat“ wird die komplette Bandbreite der Jungs präsentiert mit einer abgehenden Mischung aus eingängigen Street-Punk-Hymnen, die sich mit entspannten rockigen Songs angenehm die Klinke in die Hand geben. Ein „Must have“ für jede gut sortierte amerikanisch geprägte Punkrock-Sammlung. Ich freue mich schon auf die anstehende Tour und werde definitiv auf mindestens einen der Gigs vor Ort sein. Allen anderen kann ich mit ruhigem Gewissen dieses Album empfehlen und ebenfalls auch die Tour nochmal ans Herz legen. Note: 1 Daniel
(Rising Records / Gordeon Promotion)
FOURTH AUTUMN aus Newport/ England legen hier mit “Mock The Weak” ihr erstes Album vor. Die vier Jungs von der Insel beschreiben ihren Stil selber als Black / Death Metal und das trifft Ohrenscheinlich auch so zu. Und genau da liegt leider schon mein Problem. Nicht das man diese Stile nicht mixen kann, aber hier werden zwei Gesangsstile auf einmal verwendet und genau das stört mich leider. Einerseits tiefe Death Metal-Growls und dazu keifende Black Metal-Schreie. Das nervt mich leider echt extrem und ist schade, da mir die rein instrumentale Verarbeitung gut gefällt. Wuchtige Riffs, Black Metal – Harmonien, teilweise Hochgeschwindigkeits Passagen oder auch melodische und groovende Parts. Die Mischung stimmt und bringt viel Abwechslung rein. Dann setzt aber wieder der Gesang ein, und ich verstehe wieder nicht warum man sich nicht auf einen Stil einigen konnte. Denn der jeweilige Gesang allein wäre völlig okay, aber bitte nicht beides auf einmal. Die zehn Stücke haben es wie gesagt musikalisch in sich. Die Produktion ist ebenfalls gut und man beweist sogar Humor mit Songtiteln wie “Rotting Hill” oder “Don´t Stop Bereaving”. Wer generell nicht soviel auf Gesang achtet wie ich, und auf die Musik von zB. Behemoth oder Cradle Of Filth steht, kann ja mal zugreifen und den Jungs ne Chance geben. 3- Domme
(Sunny Bastards / www.sunnybastards.de)
Nach 4 Jahre Pause (die Split Lp mit den Kollegen von “Berliner Weisse” lasse Ich jetzt mal außen vor, da ja auf dieser eh nur gecovert wurde) gibt es endlich ein neues Album der symphatischen Band. 12 Songs gibt es zu hören, wovon 2 Englischsprachige Tracks es auf die CD / Platte geschafft haben und dafür gibt es von mir, wie immer Minuspunkte, da Ich die Gumbles viel lieber in Deutsch höre und das mehr als schlechte „Exploited“ Cover „Beat the Bastard“ kann gar nix. Dafür haben es aber die (eigenen) Deutschen Tracks in sich, auch wenn das Musikalische für mich persönlich, n nicht an die letzte Veröffentlichung „In Altbewährter Manier“ ran kommt, was für mich aber auch klar war, da dieses Releases ein Album war, das Punk Rock Geschichte für mich schrieb. In den neuen Songs geht es wie im täglichen Leben der Gumbles zu. Mal spaßig / versoffen, aber auch mal bitterernst, ohne den erhobenen Zeigefinger zu zeigen. Doch was passiert da im Intro zur CD / LP? Man geht Fremd und es gibt ein kurzes „Asterix“ Zitat, bevor dann die Anlage explodiert und gepflegte Pogo Musik aus den Boxen dröhnt. Für mich DER Song ist ganz klar das Stück „Kinderaugen“, was aber wohl eher Leute verstehen können, die selber eigene Kinder haben. Die restlichen Songs sind im typischen Gumbles Stil (man könnte auch schreiben „in altbewährter Manier) Halt Punk Rock vom Feinsten! Ein mehr als großartiges Video zum Track „Der Perfekte Tag“ gibt es auch noch im Netz zu bewundern und fertig ist eine sehr gute Punk Rock CD / LP, die bei Sunny Bastards im Digipack und bei Contra Records als Vinyl Version erscheint. Und es sei noch zu erwähnen, das es bei Sunny Bastards eine Limitierte Edition in Form einer Wundertüte gibt, die mit zich Gimmicks gefüllt sein wird. Insgesamt gibt das von mir die Gesamnote 2. FRANK
Rising Records / Gordeon Promotion)
Meine Damen und Herren, wer auf fett produzierten und ordentlich groovenden Metal steht, könnte mit DEAD LABEL aus Irland durchaus etwas anfangen. Denn als erstes fällt mir der verdammt gute Sound auf, mit dem das Debüt-Album hier durch die Lautsprecher walzt. Da muss sich das Trio von der grünen Insel wirklich hinter niemandem verstecken.
Wenn der Sound schon mal gefällt müsste man nun noch auf zB. MACHINE HEAD oder PANTERA stehen um mit der Scheibe rundum glücklich zu werden. Da hapert es leider bei mir ganz arg, aber trotzdem bin ich sehr beeindruckt. Denn was leider heutzutage immer weniger Gruppen gelingt, schaffen Dan O’Grady (bass/vocals), Danny Hall (guitar) and Claire Percival (drums) irgendwie ganz gut. Sie schreiben echte Songs. Nicht einfach nur stumpfes Geballer. Nein! Songs die auch mal hängen bleiben. Wo findet man das heute noch? Genau, fast gar nicht. Leider!
Auch die Beherrschung der Instrumente scheint äußerst ausgeprägt. Der Gesang kommt mal geschrien, mal gegrowlt daher und passt auch stimmlich sehr gut zum Sound. Live dürften die Jungs eine ordentliche Sound-Walze abgeben.
Wie bereits gesagt, mit dem Stil selbst kann ich leider nicht allzuviel anfangen, aber deshalb ist das hier defintiv kein schlechtes Album. Im Gegenteil!
Wer also auf oben genannte Bands steht und aus diesem Bereich gerne etwas Frischfutter braucht, kann hier völlig bedenkenlos zuschlagen. 3+ Domme
(Rising Records / Gordeon Promotion)
Eine Metalband THE EVIL DEAD zu nennen könnte wohl für Verwirrung sorgen, schließlich gab es ja bereits eine nicht ganz unbekannte US-amerikanische Thrash Metal-Combo die sich EvilDead nannte. Naja, sei es drum, diese Jungs hier kommen jedenfalls aus Argentinien. Und wenn man von einer südamerikanischen Metalband hört, dann denkt man wohl sofort an 80er orientierten Thrash Metal. Und auch hier gibt es wieder eine Überraschung, denn zwar gibt es auch Thrash-Elemente in der Musik von THE EVIL DEAD aber im großen und ganzen lässt sich der Sound schwer in eine Schublade stecken. Es ist einfach Metal. Teilweise melodisch, teilweise schnell, hart und dazu kratzende/giftige Vocals. Mir allerdings fehlt da etwas der rote faden der das alles zusammenhält. Es ist wirklich verdammt melodisch, aber die Stimme selbst ist dermaßen kratzig und hart das sie besser zu einer klassischen Thrash Metal-Band alá WITCHBURNER oder sogar zum Black Metal passen würde. Im zusammenhang mit diesen Songs hier beisst es sich einfach zu heftig. Bitte nicht falsch verstehen, die Songs für sich sind nicht wirklich schlecht und die Jungs geben sich bestimmt größte Mühe, aber bei mir springt der Funke einfach nicht über. Das die Produktion etwas matschig klingt und irgendwie alles etwas hektisch wirkt, lass ich mal aussen vor, da ich nicht weiss unter welchen Bedingungen die Platte aufgenommen wurde. Und eine gewisse Form von roheit ja durchaus ihren Reiz haben kann. Mein Fall ist es leider nicht. 4+ Domme
(Concrete Jungle Records / www.concretejunglerecords.com/ Edel)
Kurz vor der Europa Tour mit Agnostic Front und neuer CD, gibt es noch einen kleinen Vorgeschmack in Form einer 7″. Man sollte „DBS“ nicht nur auf Hardcore reduzieren, denn dafür ist ihre Mucke doch sehr detailverliebt. Und das liegt nicht nur an den geilen Solis von Dan Palmer oder der dicken Produktion. Die Songs wechseln von schnell bis sehr break lastig und überzeugen durch geiles Riffing. Die cleanen Vocals von Efrem sind einfach schön gesungen und erinnern sogar ein klein wenig an System Of A Down. Davon angesehen gibt es natürlich ordentlich auf die Mütze. Die Jungs sollte man sich also auf der Tour nicht entgehen lassen. Genau so wie diese auf 500 Einheiten limitierte 7″. Zwei Songs, clear Vinyl. Freue mich schon auf das Album. Note: 2+ Marcel
(Sunny Bastards / www.sunnybastards.de)
Eins direkt vorneweg, obwohl oder vllt. gerade weil “Reinkarnation” unter keinem guten Stern stand (letztes Album mit Gitarrist Matze, der aus Gesundheitlichen Gründen die Band verlassen musste), haben BERSERKER es geschafft ein absolutes Power-Album abzuliefern. Da schiebt sich ein richtig fieser, brachialer Sound durch die Boxen, der mit der brachial-Stimme von Schröder nicht wirklich zum entspannen einlädt.
Nach einem kurzen Intro (sehr metallisch) geht man mit “Zu viele Menschen” direkt in die Vollen. Eine richtig treibende Nummer die direkt zeigt wo die Reise hingeht. Man spürt bei jedem Song wie angepisst Berserker sein müssen. Egal ob Abrechnung mit Unehrlichkeit, Naivität oder der Menschheit, hier wird niemand verschont und kein Blatt vor den Mund genommen. Das alles wirkt in keinster weise platt, sondern einfach nur ehrlich und wirklich zornig. Trotz aller Ernsthaftigkeit wird hier und da aber auch mal kurz Humor durchblitzen lassen.
So richtig positive Stimmung will dann erst beim Song “Rockstar” aufkommen. Stampfender Motörhead-ähnlicher Song bei dem man sich doch glatt ein Bier öffnen möchte.
Etwas ruhiger gehts dann mit “Der Weg des Lebens” weiter, einem Lied darüber seinen eigenen Weg zu gehn und wenn nötig sich auch mal durchzubeissen. Dieser Faden zieht sich auch durch das gesamte Album. Es geht um “Arschtritt”, ums kämpfen, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Mich persönlich erinnert das sehr an die Böhsen Onkelz, aber dieses “Problem” hat wohl jede Gruppe die deutsche Texte mit einer gewissen “Kämpfer-Mentalität” verbindet.
Der absolute Party-Hit des Albums “Die Liebe zur Musik” ist eine richtige Hymne, die wirklich Spass macht, mitreisst und vor allem live richtig krachen dürfte. Mit “Niemals bekommst du mein Herz” wird auch eine Ballade ins Rennen geschickt. Für mich eher die schwächste Nummer der Platte, da sich meiner Meinung nach die Stimme von Schröder wirklich in den harten Nummern voll durchsetzt und hier leider etwas deplatziert wirkt, aber das ist ja bekanntlich alles Geschmacksache.
Beim vorletzten Track “Ich möchte weinen” wird noch mal der Bleifuss aufs Pedal gedrückt und alle Aggressivität rausgelassen. Diese Power ist schon sehr beeindruckend. Hier verbindet sich wieder sehr gut die Energie der Musik mit der härte der Lyrics.
“Elf” macht den Abschluss und ist für mich gleichzeitig der stärkste Song von “Reinkarnation”. Eine sehr Atmosphärische Nummer, die wirklich ans Herz geht. Gitarrist Matze zeigt nochmals sein ganzes Können und der kurze Text ist gleichzeitig ein “Abschieds-Gedicht” an ihn. Das ist richtig Gross.
Ein Album für Leute die sich gerne mal nen Arschtritt abholen und öfters mit dem Rücken zur Wand stehen. Eine wahnsinns-Energie, gute und nie platte Texte und äußerst brutale Vovals die ihres gleichen suchen. Respekt! 2 Domme
(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Momentan scheint ohne Rücksicht auf Verluste eine Folk-Punk-Band nach der anderen aus dem Boden zu sprießen. Gott sei Dank gibt es aber auch im Folkbereich ethnische und kulturelle Unterschiede und so bewegt man sich hier nicht im Bereich des überstrapazierten Irish-Folk, sondern auf dem bandeigenen Territorium aus Italien. Die Ashpipes mischen interessanterweise ihrem Punkrock eine leichte Italienische Note mit dem Einsatz einer Violine bei und bewegen sich damit auf einem angenehmen Niveau. Das klingt mal ein bisschen nach Los Fastidios und auch mal ganz entfernt nach den unschlagbaren Talco, wenn wie beim Song „Toleranza Zero“noch ein bisschen Offbeat mit bei gemischt wird. Die Nähe zu Los Fastidios wird noch mal intensiviert durch die von Enrico beigesteuerten Guest-Vocals im Song „Football United“ und somit sind die Ashpipes definitiv auf einem guten Weg. Der Einfluss von Talco scheint sich hier ebenfalls öfter bemerkbar zu machen, wie auch bei dem treibend, schnellen Song „Rum & Drum“. Die Violine gibt dem ganzen einen absolut eigenständigen Charakter, um sich auch aus dem Schatten dieser Bands zu lösen und sich so eine eigene Nische zu schaffen. Im Normalfall finde ich eine Violine ein recht anstrengendes Instrument, aber Ashpipe gehen damit sehr portioniert zu Werke und setzen das Teil eher dezent ein. Trotz des erhöhten Folk Anteil wird der Punkrock nicht außer Acht gelassen und bildet definitiv das Grundgerüst für diese Mixtur. Punktuell wird das ganze mit einem guten Spritzer Ska-Punk abgerundet und dürfte damit auch dem einen oder anderen Tanzwütigen auf den Plan ziehen. Die Texte sind teils in englisch und teils auf italienisch, so dass das Argument das Nichtverstehen hier nicht zieht. Die Jungs bieten auf ihrem 2. Album in beiden Sprachen klare Ansagen und verbreiten Ihre antifaschistisch und antirassistischen Texte mit einem angenehmen Selbstbewusstsein, so dass jeder weiß wo er dran ist. Zu ruhig wird es generell nicht auf“Born Bad“, denn die Jungs geben insgesamt 12 Songs lang gut Gas und haben damit auch den ein oder anderen eingängigen Song im Gepäck. Wer auf der Suche nach einer angenehmen Alternative zu den beiden oben genannten Bands ist sollte Ashpipe definitiv mal antesten. Note: 3 Daniel
(Hamburg Records / Bukee PR)
Zunächst wusste ich nicht recht, was ich von einem Bandnamen wie BENZIN halten soll, doch nach wenigen Sekunden war klar, das hier wird richtig gut! Der Opener „Keine Macht der Beatmusik“ ist ein großartiger Rocksong, mit Sing-Along-Chorus, ordentlich Druck und einer liebevollen Hommage an Walter Ulbricht. Mit dem Track haben BENZIN die Latte ganz schön hoch gehängt, schaffen es aber dieses hohe Level fast das komplette Album durch zu halten. Jedes Mal, wenn meine Aufmerksamkeit etwas nachlassen wollte, kam wieder ein Hammer um die Ecke und ich war wieder voll da. Beispielsweise bei „Lottergewinn“ beschreiben sie amüsant Szenarien des Wiederaufeinandertreffens nach zig Jahren. Wer kennt es nicht, ein Klassentreffen oder eine Familienfeier, bei der man sich gezwungen fühlt, sich mit den Anderen zu messen. Ich sag nur: Mein Haus, mein Auto, mein… Ist es da nicht schön, wenn man beruhigt sagen kann, ich hab noch nicht das große Ding auf die Reihe gekriegt, fühl mich aber trotzdem pudelwohl! Beim Titeltrack der Scheibe wird die Temposchraube kurz etwas angezogen, um uns einen Mitgrölrefrain par excellence zu kredenzen. Ganz großes Kino ist auch „Doppelgänger“, welches ein polizeiliches Verhör nachstellt. Dem Sänger Sebastian steht dabei kein geringerer als Helmut Krauss gegenüber. Kennt ihr nicht? DOCH! Als Synchronsprecher lieh er seine Stimmer z.B. Samuel L. Jackson in Pulp Fiction. Der Chorus ist diesem Stargast entsprechend hitverdächtig. Mit ihrem Sound erinnern mich die Ulmer an eine Mischung aus den Beatsteaks, Billy Talent und einer gehörigen Portion eigener Ideen. Benzin scheinen nicht nur selbiges sondern auch Melodien im Blut zu haben und damit haben sie dem noch recht jungen Jahr die erste richtig geile Rockscheibe beschert.
Note: 1 East Side Daniel