Category Archives: Reviews A-I (Archiv)

The Establishment – Underachieves 7” EP (19.06.2017)

(Aggrobeat / www.aggroshop.com)
Mit The Establishment gibt es die letzte Besprechung von Veröffentlichungen aus dem Hause Aggrobeat. Die Mitglieder der Band haben schon einige Jahre in der niederländischen Punk / Hardcoreszene hinter sich, waren unter anderem bei Bands wie Born From Pain oder Brat Pack aktiv. Das hört man den 6 Songs auch an, das Level wird konstant gehalten, der Druck und die Härte auch. Härte deshalb, weil die Musik sehr hardcorelastig ist. Die Band spielt eine Mischung aus Hardcore und OI!, Warzone meets The Business oder so ähnlich. An Bands wie Down For Life, die denselben Stil pflegen kommen sie nicht ganz ran, aber Arsch treten tun sie allemal. Die Auflage beträgt nur 300 Kopien, davon 150 in schwarz und 150 im marmoriertem Weiss! 2- sickguy77

Eat/Read/Sleep – s/t LP (17.06.2017)

(Kidnap Music / www.kidnapmusic.de)
Also mein Lebensmotto ist eher „eat – sleep – go fishing“, aber gegen ein gutes Buch hab ich auch nichts einzuwenden. Gegen eine gute Platte übrigens auch nicht und ob „Live Slow // Die Whenever“ zu dieser Sorte gehört, galt es herauszufinden. Nach den ersten Hörproben muss ich zugeben, dass, wenn ich eine CD zugeschickt bekommen hätte, mein Review wohl eher schlecht ausgefallen wäre. Wenn ich aber ein schickes Vinyl in der Post finde, wird eben auch noch eine Runde mehr auf dem Plattenteller gedreht. Bei EAT//READ//SLEEP hat sich das auch ein wenig gelohnt, denn ihre Debütscheibe bietet keine herausragende, aber durchaus gute und unterhaltsame Musik. Das Label schreibt hierzu: „Zu hören ist nun profund dargebotener Punk Rock mit Synthi, abwechslungsreich, bisweilen auch ausgefallen. Hinzu kommen stark rockige Elemente, immer mit Fokus auf Melodie, furchtlos poppige Momente und die ein oder andere 90er Reminiszenz.“ Da haben sie mir doch glatt die Worte aus dem Mund genommen, denn genauso hätte ich es beschrieben – haha. Aber Spaß bei Seite, das trifft es, auch wenn zu ausschweifend beschrieben, ganz gut. Durch diese Vielzahl an Einflüssen ergibt sich ein relativ eigenständiger Sound, den ich, dass muss ich zugeben, so schon lange nicht mehr gehört habe. Nicht ganz mein Ding, aber durchaus reizvoll. Völlig im Kontrast dazu steht das Cover, dass ich – gelinde gesagt – echt nicht gelungen finde. Im Gegensatz dazu steht der Gesang von Helen Runge, der super zum knackigen Sound passt und sich von der breiten Masse abhebt. Insgesamt also eine durchschnittliche bis gute Platte, bei der ich mir aber ganz sicher bin, dass es viele geben wird, die es abfeiern werden. Verdient hat es das Album. Note: 3+ East Side Daniel

Dead Letter Box – CD EP (10.06.2017)

(www.facebook.com/deadletterbox)
DEAD LETTER BOX, der tote Briefkasten…Trio aus Belgien mit „Post-Punk/Post-Hardcore“. Passt gut zum Bandnamen. 6 Songs. Verträumt-verspielte Melodien, viel Klimperei, dazu verzweifelt-intensive Gesangseinlagen. Ab und an blitzt etwas Drive durch, es kommt zu kraftvollen Gitarren-Eruptionen, das Fünkchen Hoffnung macht sich breit. Verfrüht, der Funke springt nicht über, das Gesamtpaket zündet nicht: Zuviel „Post“, zuwenig „Balls“. Wem U 2 zu soft und KILLING JOKE zu heavy ist, könnte hier sein Glück suchen. Wird definitiv seine Freunde finden und seine Fans haben, vermutlich in der Sparte  „Alternative/Independent“. Live bestimmt interessant. Aber komplett andere Liga, der tote Briefkasten bleibt hier ungeleert, „Carte blanche“ (Titel 6) gibt es nicht. PARADISE

Hawser – Tough Love CD (06.06.2017)

Ah, sehr schön, eine neue Veröffentlichung auf Farewell Records. Das Label steht für qualitativ hochwertigen Hardcore moderenerer Machart und man kann deren Platten eigentlich blind kaufen. Hawser bilden da keine Ausnahme. Drei Jahre nach ihrer Debut Lp kommt jetzt die neue und knallt ordentlich ins Gemächt. Hawser spielen wütenden Midtempo Hardcore mit gelegentlichen Tempoausbrüchen und scheinen mächtig wütend zu sein.Der Sänger klingt reichlich angepisst und der Sound der Platte ist knüppelhart. Gefällt mir ausserordentlich gut, so muss Hardcore klingen. Neun Songs, kein Ausfall, meine Anspieltipps sind „Let the Judas rot“ und „Babylon“, aber wie gesagt, die anderen Stücke stehen denen nicht wirklich viel nach. Bei „Shed the skin“ wird es noch etwas atmosphärisch, so dass in dem ganzen Mosh immer auch Platz für Abwechslung ist. Top Scheibe. Kaufempfehlung.2 ROLAND

Isotopes – 1994 World Series Champions CD/LP/digital (01.06.2017)

(Destiny Records)
Ready for Gute Laune? Bühne frei für die ISOTOPES aus Vancouver, B.C., „The World’s Greatest Baseball Punk Band“. „Sport Theme Punk Rock“ hat im Land von Ahorn und Elch Tradition, wir erinnern uns an den NO MEANS NO-Eishockey Sidekick HANSON BROTHERS (vielleicht wollten die Wright Brothers damit zur Abwechslung mal Musik gegen Kopfschmerzen machen, statt immer nur FÜR Kopfschmerzen. Vom Studierstübchen in den Partykeller, Bauch statt Kopf). Keine Ahnung, ob und welche Igel die ISOTOPES hauptamtlich kämmen, aber auf „1994 World Series Champions“ gibt es Vollbedienung Bubblegum Melody Punk Rock auf RAMONES / DICKIES-Basis. 100 % harmlos, 100 % unterhaltsam. Lupenreines Beach’n’Sun Entertaintment. In den 90ern hatten bereits Bands wie die RIVERDALES, SCREECHING WEASEL, THE LILLINGTONS etc. diese Materie ausgiebig beackert, jetzt legen die ISOTOPES nach. Man muß dabei nicht mal an Baseball Interesse haben (hat außerhalb von Nordamerika sowieso kein Mensch), die 10 Songs explodieren als knackig produziertes Gute Laune-Feuerwerk auch ganz ohne Hintergrundwissen und Textverständnis. PARADISE

And There Will Be Blood – Obitus CD (30.05.2017)

(DeafGround Records / www.deafground.net)
Death-Metal der sehr melodisch und modern klingt. Die Mischung ist in Ordnung und bemängeln kann man nicht viel. Allerdings gibt es auch wenig was besonders heraus sticht. Das Ganze ist solide und professionell gemacht und recht kurzweilig. Auch beim zweiten und dritten hören ist das ganze noch angenehm. Der Opener „Hell is open“ und „Rotten“ im speziellen haben mir besonders gefallen. Da ich keine Hintergrundinformationen zur Band habe, kann ich nicht mehr schreiben. Rein musikalisch ne solide 3 /Mark

The Dirty Nil – Minimum R&B CD/LP+digital (28.05.2017)

(Fat Wreck Chords)
Ich persönlich finde es immer gut wenn Menschen Musik machen und grundsätzlich bekommt jede Live Band von mir auch Applaus, weil ich größten Respekt davor habe wenn sich zusammengeschlossen wird um was auf die Beine zu stellen. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist die Tatsache das es jede Kapelle für notwendig hält , dass man ihre musikalischen Ergüsse auf CD oder Platte scheißt und auf die Welt loslässt. Noch unverständlicher ist es für mich wenn ein Label wie Fat Wreckdahinter steht, welches schließlich dafür bekannt ist sauberen und hörbaren Punk unters Volk zu bringen. Es ist natürlich nur meine subjektive Meinung, aber auch nach mehrmaligen hören ist das Teil absoluter Schrott in meinen Ohren.Sorry aber das war absolut nix. 5/Mark

Direct Hit! – Domesplitter CD/LP+digital (26.05.2017)

(Fat Wreck Chords / www.fatwreck.com)
Erneut habe ich das Vergnügen diese Band zu besprechen und obwohl ich beim letz ten mal eine glatte 1 vergeben habe, hatte ich die Amis nach kurzer Zeit nicht mehr auf dem Schirm. Dieser Fauxpas wird mir aber sicherlich nicht noch ein weiteres mal passieren, da auch dieses Machwerk nicht von schlechten Eltern ist. So wie ich das ganze verstanden habe, ist Domesplitter lediglich eine Wiederveröffentlichung ihres Debütalbums aus dem Jahre 2011 , aber mit neuem Artwork und diesmal rausgebracht beim legendären Label FAT WRECK CHORDS. Scheinbar waren die Jungs aus Milwaukee in ihren Anfangstagen nicht ganz so poppig wie auf dem aktuellen Album „Wasted Mind“. Dennoch gehen die 10 Songs gut ins Ohr und man bekommt ordentlichen und flotten Punkrock serviert, der Freunde von NoFX, Teenage Bottlerocket oder All American Rejects gefallen dürfte. Von den insgesamt 10 Songs konnten mich speziell die beiden Auftaktstücke „Snickers or Reese’s“ und „Satan Says“ begeistern. Ganz so wohlwollend wie beim letzten mal bin ich diesmal zwar nicht , aber für ne gute Zwei reichts allemal. 2/Mark

Alms of the Giant – Oracles EP (25.05.2017)

Irgendwie habe ich heute eine italo Tag, drittes Review zu schreiben und schon wieder eine Combo aus dem Pizza State. Diesmal Alms of the Giant, die sich, nach eigenen Angaben, dem Mathcore widmen. Ich fühle mich eher an die Screamo Welle aus dem letzten Jahrzehnt erinnert, wo Labels wie Hydrahead die Szene regierten. Alms of the Giant machen schöne Musik, spielen mit Atmosphäte, guter laut/leise Dynamik und einem Sänger, der nicht nur kreischt, sondern auch mal singen kann, ohne nach 08/15 Emoheini zu klingen. „My inner Voice“ erinnert mich etwas an AYS, was ja keine schlechte Referenz ist. Generell gilt aber das obige Konzept für alle fünf Songs, die alle ein gleichwertiges Niveau haben und mir einfach Spaß machen. Wenn ich was meckern möchte, dann, das die Songs für mich ruhig epischer, breitwandiger hätten ausfallen dürfen und die Platte mit fünf Songs einfach zu kurz ist. Mövchte gerne mehr von den Jungs hören. 2 ROLAND

Elyne – Alibi CD (22.05.2017)

(White Tower Records)
Elyne sind Italiener, die diesen typischen Impericon Metal spielen. Es gibt Growls, es gibt Clean Vocals für den Refrain und alles wird in poppiger Härte durchgenudelt. Hier könnte das Review aufhören, die Zielgruppe ist umrissen, der wird es gefallen. Ich bin dezent gelangweilt. Spannend geht anders. Was jedoch positiv zu Buche schlägt ist der Gitarrist. Der Junge hat schon gute Ideen und gerade in ruhigen, atmosphärischen Momenten kann er glänzen. Die Produktion ist auch nicht schlecht, ordentlich transparent, aber mit genug Druck. Wenn die Band es in Zukunft schafft Songs abseits von Stangenware zu schreiben und der Sänger eigenen Charakter entwickelt kann das definitv noch was werden. So ist es leider nur belangloser Durchschnitt. 4 ROLAND