Category Archives: Reviews A-I (Archiv)

The Art – The Antidote E.P. 12″ Vinyl (21.10.2017)

(www.facebook.com/theartpunk)
The Art aus Nürnberg bestechen auf ihrer six-track-Ep (obskures Format: 12inch, einseitig bespielt)
mit britisch anmutendem Alte Schule-Punk. Und man orientiert sich hier an den Großen, wie den Undertones, Buzzcocks oder Stiff little fingers, also auch immer bei aller Empörung ein wenig Pop-Attitüde…Das gelingt dem Quartett mit 3 verschiedenen Sängern so dermaßen 1978, daß man es kaum glauben mag. Leider ist die Platte auf 200 Stck limitiert, wie ich hörte – also wer will, der beeile sich. Es lohnt sich in jedem Fall. Wem zum Beispiel die vor einiger Zeit besprochene „Bitter Grounds“ LP gefallen hat, ebenfalls mehrstimmig eingesungen, ebenfalls eher oldschoolig, ebenfalls sehr hoher Wiedererkennungswert durch einen recht markanten Stil, der sich durch das gesamte Repertoire bricht, der wird hier glücklich. Seit langem mal wieder was richtig eindeutiges. Von mir 2+…….Kai

Ausbruch – Zahn der Zeit CD (19.10.2017)

(ausbruch81@gmx.de)
Über 30 Jahre (Brutto) sind seit der Gründung der Band vergangen und jetzt wollen sie es noch mal wissen. Nach ein paar motivierenden Reunion-Gigs hatten die Jungs wohl wieder Hummeln im Hintern und Bock weiterzumachen. Damit man aber nicht immer nur auf den alten Kamellen rumreiten muss, haben sich AUSBRUCH auch an das Experiment „Spätwerk“ gewagt. Dass so etwas auch nach hinten losgehen kann, haben einige Beispiele in der Vergangenheit gezeigt, doch die Aachener haben diese Hürde würdevoll gemeistert. Denn obwohl die Protagonisten mittlerweile etwas in die Jahre gekommen sein dürften, merkt man das den Songs nicht an. Diese Scheibe hat genauso viel Energie, wie manch ein Release vom (Deutsch-)Punk-Nachwuchs. Der Sound lässt den nötigen Druck nicht vermissen, über weite Strecken wird ein hohes Tempo gehalten und die Qualität lässt kaum Wünsche offen. Inhaltlich ziemlich ernst, beschäftigen sich AUSBRUCH mit den aktuellen Themen, vor allem der braunen Seuche, die gerade wieder über das Land hereinbricht. Damit rennen sie bei mir offene Türen ein. „Willkommen in Deutschland“ bspw. mausert sich bei mir langsam zu einem kleinen Hit, der bestimmt den Test der Zeit übersteht und auch in einigen Jahren noch laufen wird. Einzig einen Song wie „Nur für eine Nacht“ hätte man sich getrost schenken können, denn das ist pubertäre Grütze. Der richtige Durchbruch war AUSBRUCH nie vergönnt und so trieben sie ihr Unwesen immer im Schatten der „Großen“, wie z. B. SLIME oder NORMAHL. Aber sie hatten immer ihre kleine, feine Fangemeinde, die sie mit diesem sehr schicken Album mit Sicherheit glücklich machen. East Side Daniel: 2

Fleshkiller – Awaken CD (16.10.2017)

(Indie Recordings)
Bei einem Bandnamen wie Fleshkiller erwarte ich eigentlich rohen Death Metal oder zumindest derbere Thrash Metal Kost. So einfach machen es Fleshkiller dem Hörer aber auf ihrem Debüt „Awaken“ aber nicht. Zwar liegen die Wurzeln der Norweger klar im skandinavischen Death Metal, aber es werden noch so viele andere Zutaten dazugemengt,dass am Ende eine komplexe Soundbombe dabei herauskommt. Die Songs,die überwiegend im Midtempobereich angesiedelt sind,sind sehr komplex gestaltet und durch öfter eingesetzten Klargesang und sphärische Keyboardsound ergänzt. Die ganze Platte klingt wie eine Mischung aus Dillinger Escape Plan, Devin Townsend und späten Death. Ich kann auch keinen Anspieltipp geben, jeder Song hat so viel zu entdecken, dass er eine Reise für sich darstellt. Als ich die Platte das erste Mal gehört habe, dachte ich erst,was ein Chaos,aber sie wächst mit jedem Durchlauf und man entdeckt immer wieder neue Fazetten dazu. Eine Platte nicht zum nebenbei hören, sondern eher für einen Abend mit Kopfhörern im Sessel. Eine wirkliche Empfehlung für Leute,die sich gerne Musik erarbeiten und bei denen nicht alles beim ersten Mal in den Ohren hängen bleiben muss. 2 ROLAND

The Creepshow – Death At My Door CD/LP/digital (09.10.2017)

(Concret Jungle Records)
Zu der Band fallen mir zwei Dinge ein, zum eErsten, das Sara Blackwood dort früher gesungen hat, bevor sie Ihre Solokarriere startete, und zum Zweiten die geilen Liveauftritte der Band. Beim Ruhrpott Rodeo war die Band eine der überzeugendsten, alleine der Orgelspieler ist der Knaller. Man meint der nimmt sein Instrument auseinander, so ist er bei der Sache. Es macht Spaß die Band live zu sehen. Jetzt gilt es also das neueste Werk mit 10 Songs zu besprechen. Musikalisch werden Creepshow in die Psychobilly Schublade gesteckt, passt schon irgendwie, aber irgendwie bekommt man es nicht richtig fassen. Die Band hat zumindest auf diesem Album den Punkrockfaktor zurückgefahren. Der Titeltrack hat es joch in sich, genau das was man erwartet hat, schneller melodischer, nach vorne abgehender (Punk)Rock, der sich an die Liveauftritte anlehnt. Mit den folgenden Songs nimmt die Band ordentlich Tempo raus, beweist Ihr musikalisches Können eher im midtempo Bereich. So erinnern nur noch die Songs ‚Tomorrow may never come‘ und das stark swingdurchtränkte Stück ‚New Kings‘ an die alten Creepshow. Es ist ja nicht so, daß es schlechte Musik ist, welche Creepshow auf Ihren neuesten Longplayer gezaubert haben, aber der Scheibe fehlt mir der letzte Kick. Schade, da hilft dann nur die Vorfreude auf das nächste Konzert. 3 sickguy77

Grandmaster Jay – Was Soll Maximal Schief Gehen? CD (06.10.2017)

Ich lese eigentlich immer ganz gerne ne kurze Labelbeschreibung, damit ich grob weiss was mich erwartet bei mir unbekannten Künstlern. Darauf musste ich bei dem Machwerk von Grandmaster Jay mit dem Titel Was soll maximal schiefgehen diesmal verzichten. Die Cd kommt im Vinyl look daher und Dvd Hülle. Ansonsten findet man keine Informationen was Bandmitglieder bzw Musikrichtung angeht. Auf der Rückseite sind die einzelnen Titel aufgelistet und eine limitierung auf 100 Stück. Musikalisch handelt es sich hier um Oi! Und sehr eingängigen Melodien einziges Manko sind die teils doch sehr stumpfen Texte. Wenn ich es richtig rausgehört habe, kommt ab und zu auch eine Orgel zum Einsatz. Der Gesang gefällt mir eigentlich recht gut da recht roh wenn auch nicht immer ganz tonsicher. Mein persönlicher Anspieltipp ist Rebellion, eigentlich der einzige Song der mir auf Anhieb gefallen hat. Zwischen deine Beine ist überhaupt nicht mein Geschmack und an Stumpfheit kaum zu überbieten… gibt bestimmt genug besoffene Prolls die da gerne mitgröhlen – wie gesagt nicht mein Fall das ganze… Insgesamt befinden sich 14-tracks auf der Cd die eher was für die Ficken, Saufen Stumpf Oi Fraktion ist. Von mir gibt’s ne 4+ für dieses Machwerl Eddie Sharp

Aufbau West – Das Märchen der Gebrüder Grimmig CD (05.10.2017)

(Popup Records)
Na da hat mir der Frank was zugesandt. Ich versuch ja immer Vorurteilsfrei ans Machwerk zu gehen und verzichte auf das Beiblatt. Beim Namen dachte ich OK, is ne DeutschPunk Band! Beim Titel/ Aufmachung dachte ich gutgläubig an, Der Seuchenprinz von Jens Rachut, aber in beiden Fällen verdammt weit gefehlt. Nützt alles nichts und ich muss ein paar Sätze zum Aufbau West loswerden. Im Radio läuft die Band sicherlich prima, neben solchen Acts wie Wir Sind Helden, Jennifer Rostock, Grossstadtgeflüster und Co. Textlich erzählt meine kleine Geschichten über das Auf/ Ab im Leben und die Liebe – find ich ziemlich gut sogar. Aber musikalisch, wie zuvor angesprochen Bands, nicht meine Welt und dazu meiner Meinung nach eine Gesang der mir nach 2min aufn Sack geht. Sry Jungs!!! Was lerne ich daraus? In Zukunft den Beipackzettel lesen. -nasty-

Heretic – A Game You Cannot Win CD (30.09.2017)

(Dissonance)
Heretic? Noch nie von gehört. Heavy Metal? Wäre ich bei dem Cover mit seinem Totenschädel und Dornenkronen Schnick Schnack auch drauf gekommen. Also gut, höre ich mal rein. Den Waschzettel kann ich auch dabei lesen. Nach einem kurzen Intro geht es dann auch los, ordentlicher Sound mit prägnantem Gesang. Das Ganze hat eine ordentliche Power bzw. Thrash Metal Schlagseite. Die ersten Vergleiche, die mir in den Sinn kommen sind Exodus, Metal Church oder Testament. Also nichts verkehrtes bisher. Nach Studium der Promowisches bin ich dann auch etwas schlauer. Die Band gibt es schon seit den Achtzigern und während eines Breaks damals, wanderte der Ursänger Mike Howe zu Metal Church und andere Mitglieder gründeten Reverend. Metal Church und Reverend sind definitv auch die besten Vergleiche zu Heretic. Gerade der neue Sänger klingt schon nach David Wayne von Reverend, nur ein paar Oktaven tiefer. Die Platte macht mir auch richtig Spaß, der Titelsong ist spitze, „Never added up“, „Everthing´s about to change“ sind Anspieltipps, nur „ Broken Hero“ nervt mit seinem monotonen Refrain, aber das kann an notfalls skippen. Ich muss sagen, schöne Platte, mit ordentlich Druck und ohne überflüssigen Bombast. Wer die als Beispiele genannten Bands mag, darf hier gerne reinhören. 2- ROLAND

Argyle Goolsby – Darken Your Doorstep CD (29.09.2017)

(Ring of Fire)
Hier kommt ein Album mit 14 Titeln, vielen wird der Name wohl ein Begriff sein, ich kannte ihn bis jetzt noch nicht. Ich hab die CD ohne mich weiter mit dem Artwork und Co zu beschäftigen, einfach mal in den CD Player geworfen, was mir als erstes einfiel, ey das hört sich doch nach Psycobilly an, jetzt wird ich bestimmt gehasst, aber damit kann ich leben.Wenn man sich genauer mit dem Album befasst, sieht man schnell, dass alles sehr düster und mystic gehalten ist. Vielleicht könnte man sogar beim Artwork von einer Metalband ausgehen… aber weit gefehlt hier kommt ein Horror Punk Album!! Irgendwie ein Genre welches an mir vorbei gegangen ist, bis auf in meiner Jungen natürlich die Misfits. Das Artwork ist sehr hochwertig und aufwendig gemacht, das Booklet kommt mit 16 Seiten daher und das Ganze wird in einem Digipack verpackt. Musikalisch ist das Dingen krass produziert, ziemlich fette Aufnahme, mit melodiösen Gesang! Die 14 Songs kommen gut fließend daher, sodass man sich das Album gut anhören kann. Hier wird einem nicht langweilig, schön abwechslungsreicher düsterer Punk. Der jedes freakiges Horror Punk Herz schneller schlagen lässt. Wer auf sowas hier steht, wird hier bestimmt nicht enttäuscht. Note: 3 David

Guitar Gangsters – Sex & Money CD (26.09.2017)

(Wanda Records)
Wunderbar, da fliegt das nächste Release von einem, in meinen Augen, der besten Labels schlechthin hier rein. Dieses ist dann auch noch von den Guitar Gangsters, die jetzt Ihren zweiten Longplayer nach dem Wechsel von RilRec nach Wanda veröffentlichen. Die erste Veröffentlichung war ja eine Wiederauflage Ihres Debutalbums ‚Prohibition‘, welches ich letztes Jahr schon besprechen durfte. Tja, und so ist es wie immer, die alten Herren, die seit 30 Jahren in dieser Band spielen, zeigen uns wie es geht. Schöne melodische Songs, die viel Abwechslung bieten und das Album sehr kurzweilig gestalten. Mit welchen Bands bilden Guitar Gangsters die größte musikalische Schnittmenge? Da kann man sicher viele Bands nennen, angefangen mit den 77er Punkrock Bands bis hin zu Bands der zweiten großen Punkwelle Anfang der 80er wie Cockney Rejects. So haben sie insgesamt 12 Songs zusammengeschrieben, wovon einer nicht aus der Feder der Band stammt, sondern von Simon & Garfunkel stammt, nämlich ‚The Sound of silence‘. Anspieltips: Obsession ; King of nothing ; Shut up (and get me a drink) 2 sickguy77

DRITTE WAHL – 10 LP/CD (21.09.2017)

Hat es in den letzten Jahren relativ lange gedauert, bis DRITTE WAHL ein neues Album herausbrachten, so sind dieses Mal glücklicherweise nur zwei Jahre ins Land gezogen, bis sie uns mit neuen Songs beglücken. „10“ heißt die aktuelle Scheibe und sie ist wieder einmal großartig geworden. Da stellt sich mir die Frage, ob die Rostocker eigentlich jemals einen schlechten oder durchschnittlichen Longplayer veröffentlicht haben? Ich sage nein! Das zehnte Werk besinnt sich wieder mehr auf die Wurzeln und bietet weniger Keyboards und Experimente, dafür mehr schnörkellosen Punkrock. Eine Reise quer durch die Bandgeschichte, die das Beste aus fast 30 Jahren vereint und dennoch für den nötigen Schritt nach vorn sorgt. Dieses Album passt perfekt in die aktuelle Zeit. Den Beweis tritt gleich die erste Single „Scotty“ an, ein klassischer Oldschool Punkrocksong, der die Sehnsucht nach einer neuen, besseren Welt schürt. Und obwohl die erste Auskopplung schon hohe Maßstäbe setzt, hat die restliche Platte noch weitaus mehr Hits zu bieten. Im Besonderen hat es mir nach den ersten zwanzig Durchläufen „Der Himmel über uns“ angetan. Ein mehr als eingängiger Track, der definitiv das Zeug zu einem deutschlandweiten Sommerhit (gehabt) hätte. Hier steht ganz klar Spaß im Vordergrund und ich habe selten so viele tolle Reime auf alkoholische Getränke gehört. Das dazugehörige Video kann ich nur empfehlen. Dass DRITTE WAHL ihren Schwerpunkt aber weniger auf Partykracher legen, sollte allgemein bekannt sein und so setzen sie sich im Weiteren Verlauf mit den gesellschaftlichen Problemen dieser Zeit auseinander. Sei es die Situation von Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und am Ende doch viel zu wenig haben („25 Cent“) oder die Notwendigkeit, sich in der heutigen Gesellschaft eindeutig gegen die braune Brut zu positionieren („Was wirst du tun“). Die menschliche Komponente darf natürlich auch nicht fehlen und so gibt es mit „So lange her“ bspw. die Verarbeitung von Verlusten. Beim letzten Track „Schade“ bin ich dann allerdings etwas irritiert, denn diese Art von Humor hätte ich eher WIZO zugetraut, nicht aber den Rostockern. Macht aber nix und trübt den mehr als guten Gesamteindruck überhaupt nicht. Dieses Album strotzt nur so vor Hits und hat für mich das Zeug zum Album des Jahres! Note: 1+* PS: Glückwunsch zum Einstieg auf Platz 12 in den Charts!