Category Archives: Reviews S-Z (Archiv)

V8 Wankers – That´s My Piece! CD / Maxi LP inkl. CD (13.06.2017)

(Street Justice Records / www.streetjusticerecords.de)
Die mittlerweile altgedienten Herren von den V8 Wankers haben eine neue, streng limitierte Maxi LP herausgebracht. Auf dieser beweist die vor 17 Jahren gegründete Band dass sie immer noch genügend Saft hat um ein ordentliches Punk´n Roll Brett rauszuhauen.Wer die Musik der Herren mag wird hier sicherlich bestens bedient, für viele gehören die V8 Wankers ja zur Speerspitze des deutschen Big Block Rocks. Produziert wurde die Scheibe von keinem geringeren als Peter van Elderen (Peter Pan Speedrock), und das hört man auch. Sägende Gitarren, groovige Beats und Lutz Vegas´ typische Vocals. Auf der Maxi LP sind vier Songs enthalten, die CD Version beinhaltet noch vier zusätzliche Demosongs. Persönlich bin ich kein großer Fan der Truppe, überhaupt bin ich absolut eher im Stonerrockbereich zu finden wenn es um groovige Rocksounds geht. Von den vier Songs sticht für mich so allein “Fuck you Jane Fonda” heraus den ich vom musikalischen Aspekt ziemlich gut finde. Allerdings würde diesem Song ein Gesangsgewand von John Garcia (Kyuss und co.) oder einem Scott Hill( Fu Manchu) meiner Meinung nach deutlich besser stehen. Alles in allem aber durchaus hörbar, für Fans sicherlich empfehlenswert. 4 / ausreichend Gereon

Skassapunka: rudes against CD (12.06.2017)

(KOB Records)
Skassapunka aus Italien sind neben den Fastidios und Talco wohl der bekannteste Skapunk Artikel im Export. Die Fahnen sind hier wie bei ihren Labelkollegen tiefrot und auch musikalisch sind die Unterschiede hier bestenfalls als marginal zu bezeichnen: Wo die Fastidios allgemein eher im Punk verwurzelt sind, stehen die Jungs von Skassapunka insgesamt eher dem 3rd wave ska aus den späten 80ern, frühen 90ern nahe – also trotz teilweise bitterbösen Texten ist die Musik dann doch eher lustig, gut gelaunt, streckenweise fast Klezmerpolkamäßig und schreit nach nach bierseligem Herumgehopse auf Aktivistenparties…üppiges Bläserset, ein allgegenwärtiges „tschickatschick“ aus dem Off und ganz allgemein scheint man hier eher auf die grobe Ska-Kelle zu setzen als auf verhaltene Töne. Das Hauptproblem bei extrem vielen Skabands der inzwischen dritten Generation tritt leider auch hier zu Tage: Es ist einfach zu viel von allem. Und es hilft auch nicht tolle, wichtige Texte zu schreiben, wenn sich das ganze präsentiert wie am Autoscooter auf der Cranger Kirmes…So reihen sich Skassapunka trotz toller Ideen ein in diesen Reigen für mich fast unhörbarer Bands wie Ska-P, La vela Puerca, Mustard Plug, und vielen anderen…wobei ich anmerken muss, daß ich das hier ganz subjektiv empfinde und mir sehr wohl klar ist, daß es wohl genau das ist was vielen anderen gerade an dieser Band gefällt. Und natürlich gibt es zum Abschluss noch eine flotte Version des in diesem Zusammenhang vielleicht etwas überstrapazierten Klassikers „ciao bella“ der sicherlich auch gar nicht so übel dasteht neben den 100 anderen Coverversionen die es da gibt,doch es fällt mir einfach schwer, hier nach so viel Uptempo-Herumgehupe noch wirklich bei der Sache zu bleiben. Ganz sicher supergut gemeint, aber mit Verlaub: Für mich hört sich das ein wenig an wie der Soundtrack zu ner ADHS Therapie…ich sag mal 3…aus Respekt und weil es sicher auch gut gemacht ist….Kai

The Warriors – Bowler Hats & Baseball Bats Picture EP (08.06.2017)

(Aggrobeat / www.aggroshop.com)
Vinyl Junkies und Liebhaber von OI! und Streetpunk aufgepasst, The Warriors haben hier eine Picture-Single am Start, welche optisch ein Knaller ist. Auf extra dickem Vinyl und in Vollfarbe macht das Teil richtig was her. Bei einer Kleinstauflage von 525 Exemplaren, von denen die Nummer 200 hier reingeschneit ist, sollte man sich beeilen noch eines zu ergattern. Die Clockwork Orange Band präsentiert 2 Songs, die musikalisch keine Wünsche offen lassen und auch das bieten was man erwartet und auch möchte, nämlich guten Street/OI!-Punk britischer Prägung. Lange genug im Geschäft sind sie ja, und wissen wie es geht. Diese Single gehört in jeden gut sortierten Vinyl Haushalt, deshalb unbedingte Kaufempfehlung! Tip: Der Song ‚Bowler hats & baseball bats‘ ist als Video im Internet zu bewundern. 2+ sickguy77

X-Ray Cat Trio – I Lied 7″ Vinyl (03.05.2017)

(Killjoy Records)
Die Band aus Leeds präsentiert sich auf „I lied“ vielschichtig: Im Titeltrack noch eher Fuzzgaragenpunk á la Other Half, Morlocks oder Gravedigger V, dann gibt’s mit Ram Riders obskuren Surf trash wie Dick Dale auf STP , mit lonely on a saturday night sind wir bei hysterischem Doowop Gegreine und bei the Devil`s come rag schließt sich der Kreis dann endlich mit klassischem, halbakustischem Rockabilly, wie man ihn eigentlich  eher z.B. von Charlie Feathers kennt. Insgesamt also Hut ab vor den Herren , da man hier recht gut hört, wie stilsicher sich das X Ray Cat Trio durch mindestens 3 Dekaden Musikgeschichte bewegt ohne dabei im Vergleich mit anderen, die sich ähnlich orientieren, unangenehm aufzufallen. Wer Garagensound der 50er, 60er Jahre liebt und zu dem eine Schwäche für die Programmkinofilme dieser Zeit hat liegt hier auf jeden Fall richtig. Grundsolide, 2, ……..Kai

Sunset Radio – Vices CD (02.06.2017)

Es gibt spannende und aufregende Punkplatten und so Lalala Platten. Leider gehört „Vices“ der Italiener Sunset Radio zur letzten Kategorie. Das Info erzählt von Punkrock kalifornischer Prägung mit Einflüssen von No Use For A Name,NOFX, Lag Wagon und Konsorten. Dabei vergisst es nur zu erwähnen, dass die Musik der erwähnten Bands Hits enthält und ordentlich Dampf auf dem Kessel hat. Der Sound von Sunset Radio ist definitv Kalifornien beeinflusst, plätschert aber leider so vor sich hin, ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen. „Upside Down“ ist der erste Song, der in meinen Ohren hängen bleibt, und das ist schon der vierte auf der Platte. Danach geht es dudelnd weiter, nur „Older“ und der Akustik Song „Bed of Roses“ sind noch erwähnenswert. Die Scheibe tut nicht weh, klingt aber so was von egal, brauche ich definitv nicht. 4 ROLAND

V.A.: This Is Montreal – The Sounds of our Streets 7” EP (31.05.2017)

(Aggrobeat / www.aggroshop.com)
“On the streets of Montreal” heisst ein Song der SHARP Band Street Troopers, der mir da in den Sinn schiesst. In diese Kerbe schlagen die vier Bands auf dieser 7“ zumindest musikalisch. Die Speerspitze des OI!-Streetpunks geben sich ein Stelldichein um uns zu zeigen wo der Hammer hängt. Den Anfang machen die Veteranen The Prowlers, welche man dem Label Mad Butcher kennt. Ein schöner treibender Song mit einem Refrain der zum Mitgröhlen einlädt. King Cans geben mit ‚Fighting drunk‘ eine Anleitung zu Kneipenschlägerei. Der Song knallt schon wegen des Gesangs, der mich an The Aggressive erinnert. Rockt! Die B-Seite eröffnen die Shotcallers, mit einem stampfenden Skinhead Rock`n Roll Song. Ein ganz solider Song, der aber einen nicht vom Hocker haut. Als letztes trumpfen Torment auf, die etwas schneller zur Sache gehen. Verblüffend ist die Ähnlichkeit des Basslaufes zu Beginn des Songs mit dem von Pascows Song ‚Mond über Moskau‘. Ich glaube aber nicht, dass die beiden Bands sich kennen…Eine sehr gute 7“ die einen kleinen Überblick über die OI!-Punk Szene Montreals liefert, wobei die B-Seite etwas abfällt gegenüber der A-Seite. 2 sickguy77

Salome Fur – Beyond The Cathouse CD (29.05.2017)

(www.facebook.com/salomefur)
Das Debutalbum der 2015 in München gegründeten Retortenband mit Mitgliedern von Jamaram, Steamy Dumplings oder de beNuts überrascht mit einem recht breiten Interpretationsspektrum Karibischer Musikstile wie Ska, Reggae und Rocksteady vermischt mit Soul, Latin und Rock Grooves, wobei hier wohl vordergründig die Jamaikanischen Einflüsse zumindest beim Rhythmus den roten Faden spinnen. Latin höre ich bei der ganzen Platte lediglich während „you`ll never be“ heraus und vermutlich ist das auch gut so für mich , denn ich kann mich speziell in diesem Zusammenhang trotz lustiger Tempiwechsel nur schwer anfreunden mit diesem Mink de Ville-esken Tanzschulenrhythmen. Auf der Ballade „Roses“ erinnert der Gesang ein wenig an Mike Patton, ansonsten hinterlässt mich der Song hier auch erst mal eher ratlos, schlicht, weil ich ihn hier so auch nicht erwartet hätte. „the Greatest“ hingegegen wird von einer Ska Nummer zu einer Art Muse-artigem Progrock Gerumpel inklusive Klaviergeschwurbel und Kopfstimmengesang und mit „blue“ gibt’s dann auch nochmal orgellastigen und durchaus tanzbaren (northern-)Soul. Im großen und ganzen strotzt das komplette Album vor lauter Popzitaten der letzten 50 Jahre und man kann aus jeder Nummer immer wieder neue Sachen heraushören. Dazu muß man sie allerdings auch öfter hören und die meisten Songs auf dem Album sind zwar super produziert/arrangiert/gespielt. aber haben harmonisch nicht den Wiedererkennungswert von z.B. „the Greatest“. Es ist, obwohl komplett ohne Bläser eingespielt, einfach etwas viel von allem und so klingt das Album in meinen Ohren teilweise etwas überfrachtet und nicht wie aus einem Guss. Fraglos macht beinahe jeder Tune des Albums auf seine spezielle Art irgendwie Spaß, doch bin ich mir ohne die Band je live gesehen oder gehört zu haben sicher, daß das, was die fünf hier machen auf der Bühne besser funktioniert. Daher von mir unter Vorbehalt ne 3+…..ich glaube, da kommt noch was… KAI

Stanley – s/t 7″ EP (25.05.2017)

(Contra Records)
Stanley ist eine relativ neue Oi! Band aus Mailand, wurden 2016 gegründet, und bringen jetzt bei Contra ihre Debut 7“ raus. Und die hat es in sich, Stanley spielen, nicht wie von den meisten Italienern sonst, melodischen Oi!mit Zuckermelodien, sondern eher amerikanischen Ostküsten Sound. Die Jungs könnten auch aus Boston und Umgebung kommen oder, in der guten alten Zeit, auf TKO Records veröffentlicht haben. Vier Songs gibt es auf die Lauscher, alle vier sind Hits. Der Opener „Burst out Laughing“ teilt gleich gut aus, direkt aufs Fressbrett, das folgende „Reason“ ist eher hymnisch getragen, bei „1984“ gehen die Fäuste wieder in die Luft, das abschliessende „SOS“ macht dann noch mal Gas. Der Gesang ist angenehm rauh, die Produktion fett und alles mit einer kleinen RnR Kante. Tolle Platte, die Lust auf mehr macht. Ich hoffe, dass man auf eine vollständige Lp nicht zu lange warten muss. 2+ ROLAND

Seven Kingdoms – Decennium CD (18.05.2017)

(Napalm Records)
Puh, jetzt wird es haarig. Seven Kingdoms sind eine lupenreine Power Metal Band aus Florida, die ihre Wurzeln aber ganz klar in Europa hat. Helloween und Hammerfall sind wohl die Bands, die die Jungs und die Dame am häufigsten in ihrem Leben gehört haben. Hier stimmt einfach alles, ein buntes Fantasy Cover, cooles Bandfoto, zweistimmige Leads ohne Ende und eine Sängerin, die alles gibt. Das ist schön, das funktioniert songweise auch, aber ist auf einem Longplayer vollkommen überdimensioniert. Der ständig auf einer Tonlage liegende Gesang wird monoton, die Gitarren nerven irgendwann. Jetzt kommt aber das schlimmste, der Hit fehlt. Es ist von den zehn Songs auf „Decennium“ keiner dabei, bei dem ich denke, „geil, der knallt“, nein, alles wirkt gleichförmig, wirkt runtergeschrubbt, bleibt Stangenware. Abwechslung wäre hier wirklich willkommen, mal eine Ballade oder irgend so was. Sorry, was mir nach Genuß der Platte bleibt, sind Kopfschmerten ob des klirrenden Gesanges. Wird dem Wacken Metaller eventuell gefallen, aber ich bin raus hier. 4+ ROLAND

Worst Days Down – Elsewhere CD/LP inkl. DL (08.05.2017)

(Gunner Records)
Hier kommen 10 Lieder einer Band aus Kanada mit ihren Debüt Album! Schon nach den ersten Tönen, wird klar, die CD verschwindet so schnell nicht aus dem Player. Ohne Mist, heutzutage neue Bands zu finden, die eine Sache mit Herzblut macht, ist einfach nicht mehr so leicht… aber bei WORST DAYS DOWN kommt direkt ein Feeling rüber, welches man oft vergebens sucht. Irgendwo zwischen Singer/Songwriter Kram bis hin zu härteren Gefilden, ist diese Band zuhause. Mit dieser Scheibe reißen sie irgendwie alles ab. Genau die richtige Rezeptur von ein glatten aber nicht zu glattem Produktion. Einfach genau richtig. Note: 2+ David