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(Uncle M)
Nach dreizehn Jahren nehmen die Osnabrücker Hardcore-Recken WATERDOWN ihren Hut und verabschieden sich mit dem neuen Album “Into The Flames”. Mir persönlich tut es nicht weh., und um es auch direkt vorweg zu nehmen, ich finde auch nicht, dass man sich mit einem starken Album verabschiedet.
Der Eröffnungstitel “Get What You Give” ist dermaßen sperrig und vertrackt, weshalb ich mich frage warum man nich etwas eingängeriges als einstieg gewählt hat?! Kein wirklich gelungener Einstieg. Song Nr.2 trägt den Titel “We Are Not The Children” und kommt mit einer sehr melancholischen Melodie daher, die recht eingängig ist, aber vom klassischen Hardcore-Gebrülle in Grund und Boden gekeift wird. Klar, das gehört zum Handwerk, aber klingt hier äußerst nervig. Vllt. liegt es an der Stimme? Ich weiss es nicht.
Der Titeltrack bringt dann den ersten, ersehnten Lichtblick. Sauberer Gesang, gute Melodie und coole heavy-Parts. Gute Nummer! Warum nicht gleich so? “Saving Private Honesty” geht als Nummer 4 ins Rennen und bringt endlich mal etwas Geschwindigkeit ins Geschehen (oder besser ins “nicht Geschehen”). Flott, heavy Riffs und wieder ne gute Melodie. Als ob ich es geahnt hätte wird dann aber ordentlich die Bremse getreten und auch die heavyness nimmt komplett ab. “Anchor Lost” und “Dragged Through The Dirt” kommen sehr balladesk daher und sollen vermutlich weibliches Publikum ansprechen, oder Leute denen wirkliche andauernde Härte einfach zu hart ist?! Bis auf ein kurzes, hörenswertes Gitarren-Solo in “Dragged…” wirklich sehr lahm.Der vorletzte Track “Kiss It Goodbye Watch It Die” kommt zwar wieder etwas härter daher (als die zwei vorgänger Songs, nich im Sinn von Härte) aber macht es im Grunde nicht besser. Sorry, aber das ist Musik die könnte auch bei 1Live laufen. Das knallt nicht, tut nicht weh und macht einfach keinen Spass! Okay, letzter Song. Noch mal 3.38 Minuten durchhalten. Den Abschied macht dann “Homecoming”, eine akkustik-Ballade, was dann sogar als Abschluss ganz gut passt. Aber für mich persönlich auch keine besonders starke Nummer.
Fazit: Kein reinrassiges Screamo/Hardcore-Album, 2 gute Songs, gute Produktion (da gibt es nix zu meckern) aber wirklich ziemlich viel Langeweile. Nicht meine Art von Musik. Aber wird bestimmt bestimmt einigen Leuten gefallen. Sei es drum. 5+ Domme
(Hundemann Records / www.hundemannrecords.de)
Der Christian hat sich lange Zeit gelassen für sein Label, zählt er schon stolze 40 Lenze. So merkwürdig der Name der Debutband, um so merkwürdiger der Name seines Labels, Hundemann Records…
Das Label mit dem ominösen Namen will also die Szene ein bisschen aufmischen, und dieser Ihren „Stempel“ aufdrücken. Das Erstlingswerk vom Hundemann, ebenso wie von TVESM, hat das Zeug dazu. Das Trio aus den Staaten hat es verstanden den Einfluss von Turbonegro, Peter Pan und den Heartdrops zu vermengen und 9 Songs in allerhöchster Qualität einzuspielen. Wenn man auf diese Sorte Musik abfährt sollte unbedingt diese Band antesten, aber Beeilung, die Auflage beträgt 500 Stück, davon 100 in weißem Vinyl direkt beim Hundemann, wuff, wuff. 2+ sickguy77
(Rising Records / Gordeon Promotion)
Das die ganze Pagan-, Viking-Metal Welle auch an Italien nicht spurlos vorbei gezogen ist, haben bereits andere Bands, wie zB. Doomsword bewiesen. Nun legen VINTERBLOT mit “Nether Collapse” ihr Debüt vor, welches sich textlich ebenfalls auf nordische Mythen und Götter bezieht. Musikalsch wird hier allerdings eine Mischung aus Black- und Death Metal geboten und diese weiss durchaus zu gefallen. Klar, nun werden wieder einige Leute rufen “Amon Amarth!”, “Unleashed!”. Na und? Lasst sie rufen, denn VINTERBLOT brauchen sich da wirklich nicht hinter zu verstecken.Die fünf Jungs vom “Stiefel” schaffen es dabei genauso ihren Songs eine gewisse hymnenhaftigkeit zu geben. Trotz aller Härte und Brutalität klingt immer etwas Majestätisches mit. Dazu passt auch der sehr fette Sound. Egal ob wuchtige Drums, bei sägenden Riffs oder bei den Black Metal Harmonien alles klingt äußerst satt und hat irgendwie einen gewissen Live-Charme. Ich finde auch die Death Metal-Growls von Sänger Phanaeus ziemlich gelungen.Songs wie “Rememberance”, “Council Of Trees Beholder” oder der opener “Upon A Reign Of Ashes” seien hier mal als Anspieltipps empfohlen. In der Mitte des Albums gibt es, quasi zur Halbzeitpause, mit “Sol invictus” ein sehr atmosphärisches, akkustisches Stück. Gitarre, Schlagzeug und leise plätscherndes Wasser. Cool! Den Rest der Scheibe machen dann noch mal vier Songs im (ok, nicht ganz eigenem) Stil der der ersten Hälfte. Aber wie bereits gesagt, Keiner muss Musik oder einen Stil neu erfinden. Es reicht auch wenn man gute Songs schreibt. VINTERBLOT ist das mit “Nether Collapse” gut gelungen wie ich finde. Wer auf die oben bereits angesprochene Thematik steht sollte hier durchaus mal einen Durchgang “riskieren”. 2 Domme
Da flattert ein feines Stück Vinyl hier im Hause sickguy ein. Die Debut Scheibe der Droogiez durfte ich vor einiger Zeit schon besprechen, wobei mich die Franken vollends überzeugen konnten. Hier gibt es wieder feinen 77er Punkrock, wie ich es mag, mit starkem britischem Einschlag, wie unschwer, vor allem am Gesang, zu überhören. Beide Songs sind nicht neu, sondern Coverversionen, bei der ein Song natürlich von den Lazy Bastards (Backstreet Billy) stammt. Der andere stammt aus der Feder von Billy Karloff, mir völlig unbekannt.
Die Lazy Bastards aus Bayern waren mir bis dato auch völlig unbekannt, da gilt es was nachzuholen. Hier geht es etwas härter zur Sachen Streetpunk steht auf dem Plan. Lazy Bastards klingen etwas mehr nach Strassenköter, räudig, hart und rau, Musik die mehr knallt! Von den Droogiez wird der Song „Ruination Guarantee“ gecovert, der Song „Stay true“ ist neu. So gehen Lazy Bastards etwas füher über die Ziellinie, also ein knapper Gewinner. Ein feines Stück Punkrock aus dem Hause Contra!! 2 sickguy77
Anmerkung seitens Droogiez:: kleiner Fehler im Artikel…die Droogiez covern mit “Backstreet Billy” nicht die Lazy Bastards sondern Billy Karloff!! “Sad Story” muss es heißen!
Ski´s Country Trash – Neverending Road CD
(Bukee PR)
Wohin die Reise geht deutet der Bandname ja schon an, allerdings sollte man sich davon nicht zu sehr täuschen lassen. Auf „Neverending Road“ ist definitiv eine satte Portion Country enthalten, aber auch noch jede Menge anderer Stuff. Bei Country Einflüssen macht Ski-King, der hier diesmal mit einer kompletten Band am Start ist, noch lange nicht halt und so finden sich hier weitere Zutaten wie der ein oder andere Spritzer Gothic, typischer Rock´n´Roll und sogar Metal. Eigentlich eine recht runde und interessante Mischung die zum einen erst durch die einzigartige Stimme richtig in Szene gesetzt wird, aber zum anderen auch genau dadurch manchmal übers Ziel hinaus schießt. Der Sänger hat Momente in denen das ganze schon in Richtung Type-O-Negative tendiert und dann wirkt die Stimme hier und da mal ein bisschen aufgesetzt. Andererseits sind hier Songs vertreten wo die Stimme wie der berühmte Arsch auf Eimer passt und dem Song genau den richtigen Drall verleiht. Die Stimme ist irgendwo zwischen Johnny Cash, Peter Steele und Keith Caputo von Life Of Agony einzuordnen und sorgt somit für ein recht einzigartiges Feeling. Wie gesagt nicht immer, aber bei dem Großteil der Songs passt es auf jeden Fall und gerade bei den langsamen und ruhigen Songs wie beispielsweise „The Stand“ oder dem leicht düsteren „The way I Am“ lass ich mich auch absolut von dem Sound überzeugen. Genauso wie bei der reinen Countrynummer „ Sweet Marie“ die mit Banjo und ähnlich typischen Instrumenten begeistern kann. Schwerer tue ich mich hingegen bei Songs wie „Cow Core Cowboys“ der wie die Fields of Nephilim auf Country wirkt. Der Song hat einen anfänglich düsteren Gothic-Touch der im Mittelteil dann eine Kehrtwende macht und eine ganze Ecke härter wird. Ebenso „“Under Pressure“ der zwar einen klaren Country-Rhythmus besitzt, aber wiederum auch nicht geizt mit metallischen Gitarren. Nennt man das jetzt Country-Metal oder ist das eher Gothic-Country mit einem Schuss Metal? Egal wie man es nennt, alltäglich ist definitiv was anderes und somit kann die Scheibe durchaus mit dem ein oder anderen Song wie allen voran „Sleeping Beauty“ punkten, auch wenn mich das Gesamtbild nicht unbedingt von vornherein überzeugt. Ich würde dem Stil von Ski`s Country Trash auf jeden Fall ein „Gewöhnungsbedürftig“ unterstellen und man braucht sicherlich die ein oder andere Runde im CD-Player wenn man nicht weiß was einen erwartet. Vorm Kauf sicherheitshalber rein hören! Note: 3 Daniel
(I Hate People Records / www.ihatepeople-records.com)
Draußen ist es arschkalt. Da hat man keinen Bock einen Fuß vor die Tür zu setzen. Nur gut das Frank mir genug Rezensionsfutter geschickt hat. Also hingesetzt und Anlage an.
Nick Oliveri (Queens Of The Stone Age, Kyuss, Mondo Generator, Dwarves) legt mit diesem Split 7 (teils) neue Songs vor. Wer in so vielen Bands aktiv war/ist und trotzdem noch die Zeit findet eigene Kompositionen zu veröffentlichen, der darf sich ruhig als Workaholic bezeichnen. Bei den Songs handelt es sich um extra für seine Akustik-Tour geschriebene Tracks; die hier zum ersten Mal auf Band gebannt wurden.
Der Opener “Take Me Away” könnte auch in einem Tarantino/Rodriguez-Film passen. Es gibt klassische Italo-Western Momente und Mariachi-Klänge. Sehr Atmosphärisch und getragen von einer schönen Melodie. Bei “Heart Is Burning” ist es auch schon wieder vorbei mit der “Ruhe”. Verzerrte Gitarren, kratzendes Schreien und wieder eine coole Melodie. Schon 2 gute Lieder, so kann es doch weitergehen. Track 3 dagegen kommt wieder akustisch um die Ecke und beim 4. “Dog Food” gibt es dann verrücktes inklusive einen bellenden Sänger. Ich muss sagen, bisher macht es wirklich Spaß sich durch die Scheibe zu hören. Langeweile kommt hier garantiert nicht auf. Die letzten drei Oliveri-Songs des Release sind dann wiederum sehr punkig. Keiner der vorgetragenen Stile wirkt gezwungen oder aufgesetzt und das beeindruckt und macht einfach Spaß. Der letzte Song “Sam Hall” ist eine Cover-Version des alten englischen Folk-Songs, dem schon Johnny Cash seinen Stempel aufdrückte. Damit schließt der Oliveri-Teil und der hatte es wirklich in sich. Wäre die Scheibe hier bereits zu ende, gäbe es wohl mindestens eine 2.
Aber es geht ja noch weiter…
Den 2. Teil der Split-CD durften CHUCK NORRIS EXPERIMENT bespielen. Skandinavischer Punk Rock also? Okay, los geht’s. Ich erwarte viel Melodie und gute klassische Sing-.A-Long Parts. Gibt es alles. Die Erwartungen werden erfüllt und man bekommt 7 gute Rock-Songs in die Gehörgänge gedrückt. Dazu gibt es einen passenden rauen aber trotzdem melodischen Gesang. Egal ob “Grab It Good”, “Taking Out Berlin” oder “Path Of Destruction”, die ersten 3 Songs gefallen ausnahmslos alle. Scheint wirklich ein guter Release zu sein den ich hier gerade höre. Ausnahmsweise mal die richtige Entscheidung, zuhause zu bleiben anstatt raus zu gehen.
In dieser Qualität geht’s auch weiter. Auch “Kick”, “Rats”, “This Is What We Are” und der Rausschmeißer “Bloodbite” besitzen die gleiche gute Qualität der anderen Songs. Alles in allem keine absoluten Göttersongs, aber dennoch klar über dem Durchschnitt. Es gibt wirklich keinen Hänger. Nachdem wieder Stille im Wohnzimmer eingekehrt ist, schalte ich zufrieden die Anlage aus und nicke beim betrachten des Art-Works. Denn auch das weiß zu gefallen. Eine absolut stimmige Veröffentlichung. Wobei der Nick Oliveri-Part doch noch besser gefällt als der von CNE. 2+ Domme
(www.facebook.com/travelsandtrunks)
TRAVELS AND TRUNKS ein junger 5er aus Dortmund/Münster legt hier sein erstes Demo vor. Obwohl im Info-Zettel darauf hingewiesen wird, dass die Produktion nicht die Beste sein könnte, fällt mir diese nicht negativ auf. Im Gegenteil, für ein Demo einer jungen Punk-Band ist diese völlig okay. Die 7 Songs (wobei der Letzte wohl eher als Spaß-Nummer zu sehen ist.) klingen nicht kraftlos oder zu dünn produziert, allerdings fehlt ihnen etwas Biss wie ich finde. Die Songs sind leider größtenteils im langsamen Bereich angesiedelt, was etwas auf die Stimmung drückt. Einzige Ausnahme macht hier Track 5, der etwas flotter daher kommt. Leider gibt es auf dem Beipackzettel keine Songtitel usw. deshalb nenne ich hier nur Song-Nummern.
Richtig gute Laune will bei TRAVELS AND TRUNKS nicht aufkommen, aber muss ja auch nicht bei jeder Band.
Kommen wir zum größten Negativ-Punkt der CD. Der Gesang. Es ist nicht mal die Stimme selbst die mir sauer aufstößt. Aber die Betonung. Es kann zwar durchaus Charme haben wenn man Englisch mit hartem deutschem Akzent singt, aber hier finde ich es persönlich sehr anstrengend. Aber man sollte nicht vergessen, es handelt sich um ein Demo und ich weiß auch nicht wie alt bzw. jung die Jungs sind. Von daher: Weitermachen! 3 Domme
(Bomber Music / Broken Silence / Gordeon Promotion)
Eine gute Kante rauer als Flogging Molly und nicht so Streetpunk-lastig wie Dropkick Murphys, das sind die Smokey Bastards aus England und manch einer sagt: Täglich grüßt das Murmeltier, was ich anhand der Schwemme an Folkbands durchaus nach empfinden kann. Jedoch stelle ich auch jedes mal aufs neue fest, dass es im Folk-Punkbereich dennoch sehr gute und interessante Bands gibt. Smokey Bastard gehören definitiv zu dieser Riege und hauen uns hier 13-mal ihre Interpretation von Folk-Punk um die Ohren. Ausgestattet mit einem herben männlich-rauen Organ ist die Musik nicht unbedingt typisch Irish Folk, sondern ich würde das ganze eher in eine nordisch englische Schiene schieben, die nicht ganz so fröhlich daher kommt wie die irische Ausführung. Vielleicht sollte man sich hier auf Celtic-Punkrock einigen? Eindeutiger als die Zuordnung des Genres ist auf jeden Fall das der Sound zum Teil wirklich gut abgeht und Smokey Bastard sich damit eindeutig von anderen Bands abgrenzen. Wie schon erwähnt den Songs hängt generell ein rauer Charme im Nacken der mich an eine härtere Version der Whiskey Priests erinnert. Trotz aller Härte ist der Folk hier kein Beigeschmack, sondern er steht generell im Vordergrund und der Punkrock spielt die eher untergeordnete Rolle. Akustische Instrumente wie Mandoline, Banjo und Akkordeon sorgen für den traditionellen Touch und werden musikgerecht fein in Szene gesetzt. Da kommt es schon mal vor das das Banjo auf einen heißen Geschwindigkeitsrekord geschickt wird wie beim Song „Yuppie Dracula“ oder „Mong Some Hoof“. Die Scheibe macht wirklich Spaß und gerade dieser leicht melancholische Stil gepaart mit der ein oder anderen Seemannsnummer dazwischen („My Son John“ bspw.) sorgen für ein cooles Feeling. Für die passende Auflockerung werden ein paar ruhigere Nummern zwischendurch rein geschoben, die sich jedoch prima einbetten zwischen den kräftigeren Stücken und ebenfalls einen leicht traurigen Charakter besitzen. Die Smokey Bastards wirken gerade durch diesen Zustand, dass man sich nicht auf eine einfache Pub-Mentalität beschränkt, sehr eigenständig und ausgeglichen. Die Jungs hinterlassen mit ihrer 2. Scheibe genau die richtige Duftmarke um sich einen Namen auch über die Grenzen Großbritanniens zu verschaffen. Ich denke den Namen Smokey Bastards sollte man sich merken, denn wenn die Welt nur ein bisschen gerecht ist wird man von den Engländern sicherlich noch öfter hören. Knapp 41 Minuten lang gibt es hier puren Folk-Punk mit Energie, rauem Charme und spielerischen Können vor den Latz geknallt. Rein hören! Note: 2 Daniel
(Roofmusic / Bukee PR)
Seit einigen Jahren sprießen sie schon aus dem Boden wie Pilze, diese „Solokünstler mit einem hohen Unterhaltungsfaktor“. Eigentlich wäre dieser ganze Hype spurlos an mir vorüber gegangen, aber da meine bessere Hälfte auf die BLOCKFLÖTE DES TODES und Co. abfährt, kam ich daran nicht vorbei. Meine anfängliche Abneigung gegen diesen Sound – begründet durch „das hat doch nix mit Punkrock zu tun“ – verflog aber relativ schnell. Die Musik ist handgemacht und hat damit ihren Popkollegen in den Charts einiges voraus. Oft genügt schon eine simple Akustikgitarre, mehr braucht es nicht. Gerade bei SVEN kommen die von melancholisch bis locker-flockig pendelnden Melodien sehr gut rüber und davon hat er reichlich. Ab und an wird die Gitarre von ihren Freunden wie z.B. dem Schlagzeug, unterstützt und kommt dadurch nur noch besser zur Geltung. Bei zwei, drei Stücken gleitet SVEN dann in einen „richtigen“ Rock-Sound ab, wie beispielsweise bei „Was ich hab“. Besser hätten die White Stripes einen Song auch nicht schreiben können. Die zwei wichtigsten Dinge bei dieser recht reduzierten Art von Musik sind allerdings die Stimme und die Texte. Darauf kommt es an und beides passt hier perfekt! Die Lyrics sind mal ernst, mal lustig, mal autobiografisch oder herzzerreißend und bieten so zahlreiche Facetten. Bei Liebesliedern wie „Es hat einfach nicht gereicht“, „Haare aus Deinem Gesicht“ oder „Wir zwei kommen nie zusammen“ leidet man richtig mit und möchte SVEN am liebsten einen aufmunternden Klapps auf die Schulter geben und sagen, „hey, das wird schon“. Bei „Scheiß Sylvester“, „Polen (Spreewaldwalzer)“ und „Ihr Vater ist ein Nazi“ bin ich dafür am abfeiern, denn ich kann alles 100%ig nachvollziehen. Diese Geschichten aus dem ganz normalen Leben machen Spass und jeder wird wohl mindestens eine Geschichte entdecken, in der er sich wiederfindet! Also an alle ach so harten Punkrocker da draußen, gebt SVEN VAN THOM mal eine Chance, ihr werdet es nicht bereuen. Note: 1 East Side Daniel
(moanin`/ www.moanin.de)
Unbekannte sind die Slackers mit Sicherheit nicht mehr. Seit Mitte der 80er Jahre sind die Bandmitglieder schon zum Teil aktiv unterwegs in der Ska-Szene. Vic Ruggiero zum Beispiel tauchte immer wieder im Zusammenhang mit Tim Armstrong und Rancid auf und hat auch an so manchem Stück von Rancid seine Finger mit im Spiel gehabt. Weitere Stationen waren die Stubborn Allstars und auch seine Solo-Projekte die des Öfteren positiv in der Musikpresse zu vernehmen waren. Die andere sehr bekannte Seite macht dann Dave Hillyard, der in den 80ern erst die Band The Donkey Show aus der Taufe gehoben hat und später mit den Dave Hillyard and The Rocksteady Seven auf sich aufmerksam machte. Zwischendurch war auch er mit bei den Stubborn Allstars an Bord und so sorgen schon allein die beiden Musiker für ein solides Fundament bei den Slackers. Nach insgesamt 16 Alben haben die Slackers längst bewiesen dass sie zu einer der beständigsten Bands der U.S.-Skaszene zählen und definitiv wissen wie man traditionelle jamaikanische Sounds kreiert. Auch in der Vergangenheit haben die Amis keine Sorgen gehabt mal neues Territorium zu betreten und wagen mit „The Radio“ ein weiteres Experiment in ihrer Karriere. „The Radio“ steht unter einem speziellen Konzept in dem es laut Infoschreiben heißt, die Slackers versuchen einen Radiosender dem die Mp-3s ausgegangen sind als Studioband die Zeit zu überbrücken. Wie beim Radio üblich läuft da verschiedene Musik und somit kommen wir auch zum Kern des Konzepts. Die Slackers haben sich hier die verschiedensten Songs aus dem Rock und Pop-Bereich raus gepickt und ihren eigenen Sound drüber gelegt. „The Radio“ ist ein Album das komplett aus Coversongs besteht die allesamt in den Slackers eigenen Stil umfunktioniert wurden. Cover-Alben sind generell so eine Sache die immer recht schwierig zu Händeln ist. Das kann in die Hose gehen aber auch zünden, je nach Song und Handfertigkeiten der Band. Letzteres stellt für die Slackers auch auf dem neuen Album hörbar kein Problem dar, jedoch lässt mich des Öfteren die Auswahl der Songs ein wenig stutzen. Musikalisch im feinen Rocksteady, Reggae und auch Ska werden hier Songs von Madonna, den Rolling Stones und sogar T-Rex neu vertont. Das reicht von relaxtem Rocksteady bei Elton John´s „I´m Still Standing“ über flotte Ska-Songs wie „Strichnyne“ der Sonics, bis hin zu Reggae im Song „Bitch“ der den Rolling Stones geklaut wurde. Hier gibt es schnelle Songs, langsamere Songs, eingängige Songs und auch den ein oder anderen kleinen Durchhänger. Wie eben im richtigen Radio auch mag man sicherlich nicht immer jeden Song zu hundert Prozent und man fragt sich warum der DJ jetzt gerade diesen Song spielt. Bei dem neuen Album geht es mir so ähnlich, ich frage mich nach welchen Kriterien die Slackers ihre Songs ausgewählt haben. Auch wenn das Resultat sich letztendlich mehr als hören lassen kann, hätte ich manchmal den einen oder anderen Song anders ausgewählt. Es gibt Songs wie gerade „Like A Virgin die ich im Original nicht mag und mich auch im Slackers-Style immer noch an eine nervige Madonna erinnern. Anders herum gibt es aber auch Songs bei denen ich erst im Internet suchen musste um das Original zu erkennen. Für die Slackers lag wahrscheinlich genau darin die Herausforderung, den untypischen Songs ihren eigenen Charakter auf zu drücken und da muss ich zugeben, ist das eigentlich fast durchgängig gelungen. „The Radio“ zeigt trotz der vielen Cover, dass die Slackers mit zum Besten gehören was der amerikanische Ska zu bieten hat. Note: 2-3Daniel