Category Archives: Reviews 0-9 (Archiv)

4Arm – Submission For Liberty CD (14.02.2012)

(Rising Records / Gordeon Promotion)
Denkt man an Rock/Metal aus Australien, fallen einem wohl zuerst Kneipen-taugliche Gruppen wie AC/DC, Rose Tattoo oder Airbourne ein. Aber aus dem härteren Sektor? Klar, die grandiosen Deströyer 666. Aber sonst? Aufgepasst! Seit 2004 lärmen sich 4ARM beharrlich durch den fünften Kontinent. Das Quartett bietet keinen Aussie-Hardrock sondern lupenreinen Thrash Metal.
Nach einem besinnlichen Intro mit dem deutschen Titel “Sinn macht frei” startet man direkt erfreulich unfreundlich mit “”While A Lie Awakes”. Messerscharfe Riffs, hohe Geschwindigkeit und aggressiver Gesang geben direkt den Fahrplan für die kommende, neun Songs dauernde Reise an. Wer hier allerdings nur stumpfes Geballer erwartet wird wohl enttäuscht. Denn 4ARM bauen auch gerne ruhigere, sehr melodische Parts in ihre Songs ein. Diese Tempowechsel bereichern die Tracks und geben etwas mehr Tiefgang als purer highspeed-Thrash, wodurch sich auch die härteren parts besser absetzen. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich ordentlich “was vor den Latz”. “Raise A Fist” und der Titeltrack machen absolut keine Gefangenen. Mir fehlt allerdings ein bisschen der böse Unterton und die Aggressivität der/die bei Bands wie Slayer oder Exodus vorherrscht. Musikalisch und Produktionstechnisch gibt es aber fast nichts zu bemängeln. Ab und zu (zB. “Taken Down”) blitzen auch mal die Vorbilder durch, aber im großen und ganzen klingen 4ARM schon selbstständig. Für die groovigeren Momente sind “I Will Not Bow” und “My Fathers Eyes” zuständig. Da geht man etwas vom Gaspedal. Den Abschluss machen (mein Favorit) “The Warning” und das sieben minütige, von akkustischen Gitarren eingeleitete “Blood Of Martyrs”, dass dann zugegebenermaßen sehr an Metallica erinnert. Laut Label-Info hat man 2010, mit der Thrash Metal-Legende Testament, Australien beackert und es würde mich nicht wundern, wenn man die Herrschaften auch hier demnächst als Support-Act von größeren Bands begutachten könnte. Wer sich gerne einen kleinen Vorgeschmack auf die Platte holen möchte: http://vimeo.com/34757864  Es lohnt sich!  2-   Domme

Review: 56#Alley Chaps – Ticket To The End CD (19.12.10)

(Crazy Love Records, Cargo Records)
Man könnte meinen Billy Idol ist nach seinen schlechten Chart-Eskapaden wieder auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt und hat seine Gitarre gegen einen Slapbass getauscht. Zumindest war das mein erster Gedanke beim Hören der Alley Chaps. Nach einem Weiterlesen der Tracklist ist das auch nicht weiter verwunderlich, der Billy, der Idol wird hier auch noch in Form einer Coverversion gehuldigt. Nun denn, auf „Ticket To The End“ könnte man stellenweise wirklich meinen, Billy singt hier. Immer wieder stößt man auf die recht ähnliche Stimme des Sängers, die sich hier mit einem absolut interessantem Mix aus Neo-Rockabilly, 80er Jahre bzw. dezenten New Wave-Sounds und leicht düsteren Elementen zusammensetzt. Wobei die Betonung hier aber dennoch ganz offensichtlich auf Rockabilly liegt. Die Alley Chaps haben hier einen hoch brisanten Cocktail zusammengerafft, der mit seiner klaren Produktion wirklich glatt rein läuft. Abwechslungsreiche Melodien, düsteres Flair und sauberer Rock´n`Roll liefern einen wirklich eingängigen Soundtrack, der Psychos ebenso wie diejenigen, die es eher traditioneller und mit Tolle mögen, ansprechen dürfte. Der Inhalt scheint sich beim Hören von Stück zu Stück zu steigern, um im Mittelteil der Scheibe zu Hochtouren auf zu laufen. Der Song „Ticket To The End“ ist für mich hier das absolute Highlight. Der Song besticht mit einer Gitarre, die mich stellenweise an The Cure erinnert. Danach geht es mit dem ruhigeren Stück „Bad Times Can Change“ weiter und wieder fühle ich mich zu Zeiten des New Waves zurück versetzt. Wohlgemerkt, um Vorurteile aus dem Weg zu räumen, ich spreche hier immer noch von Rockabilly, der steht hier nach wie vor absolut im Mittelpunkt. Irgendwie zieht sich das auch fast durch das ganze Album und ich suche hier eigentlich nur noch die Coverversion von Chris Isaak´s „Blue Hotel“, die meiner Ansicht nach auch noch wunderbar ins Repertoire gepasst hätte. Wobei die Jungs Coverversionen gar nicht nötig haben. Es gibt hier nur wenige Ausnahmen, die wirklich aus dem Rahmen fallen. Dazu gehört für mich der Durchhänger „Out Of Place“, der nicht so ganz ins Gesamtkonzept der Platte passt und der Bonussong “Knutsch Mit Mir“, der mir vom Gesang her zu gewöhnungsbedürftig wirkt. Obwohl der Song aber auch nicht wirklich schlecht ist. Mit dem Album ist den Jungs ein kleiner Genie-Streich gelungen, sofern man Kind der 80er ist. Wobei man jetzt nicht den Fehler machen und das ganze als Aufguss alter Stile abtun sollte. Die Jungs haben einen eigenen Stil, der mir so bisher noch nicht untergekommen ist. Kreativ, eigenständig und durchaus innovativ. Hier verschmelzen 80er Jahre Elemente mit modernem Neo-Rockabilly, wie ich es nur selten gehört habe. Die Scheibe hat durchaus Charakter und wer jetzt neugierig geworden ist, kann hier bedenkenlos zugreifen. Note: 2+ Daniel

Review: 9MM ASSI ROCK`N`ROLL – QUO VADIS CD (DIGIPACK) (07.06.09)

(www.bandworm.de, www.9mm-rock.com)
Rock Rotten, ehemaliges Mitglied der V8WANKERS, mit dem zweiten Album seiner aktuellen Band – das erste, das ich zu hören bekomme. Und da bin ich auch ganz froh drüber, denn diese deutschsprachige Mischung aus Schweinerock und Metal mit Brüllgesang zündet bei mir überhaupt nicht. Diese aufgesetzte Härte, mit der unter permanentem Double-Bassdrum-Geballer die holperig gereimten deutschen Texte herausgebrüllt werden, geht mir tierisch auf den Sack und ist ganz, ganz weit davon entfernt, Erinnerungen an glorreiche ONKELZ- oder ROSE-TATTOO-Alben Wachwerden zu lassen. Hier fehlt’s an lyrischem Geschick, musikalischer Abwechslung und vor allem an Seele. Das Album wirkt auf mich total stumpf, anstrengend und unsexy. Da kann die Aufmachung im Digipak mit Vollfarb-Booklet voller Fotos und allen Texten (inkl. Rechtschreibfehler…) noch so gediegen daherkommen, das ist einfach nix für mich. Übrigens: Es müsste wohl eher „Asi“ statt „Assi“ heißen – oder soll es sich hierbei um „Assistenten-Rock’n’Roll“ handeln…? Ich gebe ’ne knappe 4 wegen ein, zwei netten Refrains. 10 Songs in 40 Minuten. Günni

Review: 11 FREUNDE #92 (02.08.09)

(www.11freunde.de)
Magazin für Fußballkultur – genau das ist die richtige Bezeichnung für dieses Heft. 11 Freunde gehört seit Jahren zu meiner monatlichen Lektüre, durch Zufall am Bahnhofskiosk entdeckt. Dieses Magazin ist kein steriles, nur auf Kommerz ausgerichtetes Hochglanzmagazin wie andere Fußballmagazine, hier wird auch mal hinter die Kulissen geschaut, dem Fußball ein menschliches Antlitz verliehen und durch allerlei Anekdoten rund um den Fußball schön aufgelockert und witzig dargestellt. Ein Heft das für jeden Fußballfan zum Pflichtstoff gehören sollte. So, genug der Lobhudelei kommen wir zur aktuellen Ausgabe der 11 Freunde und deren Inhalt.

Das Frontcover zieren 3 Fußballer vom RW Oberhausen, um den es in der Titelstory geht. Nach Ihrem Durchmarsch von der 4. in die 2. Liga, haben 2 Mitarbeiter von 11 Freunde die Mannschaft und den Verein 1 Jahr lang begleitet. Dieser Bericht ist sehr interessant, da es zeigt, das man mit bescheidenen Mitteln Profifußball möglich machen kann. Hut ab vor dieser Leistung, und es einen wundern lässt, warum dieser Verein nicht eine größere Fangemeinde hat. Wenn ich mir da andere großkotzige Vereine aus dem Pott anschaue…

Der andere Bericht den ich hervorheben möchte ist der über den Fußballkrieg zwischen El Salvador und Honduras, wo ein Fußballspiel zwischen den Nationalmannschaften der Länder als Aufhänger für einen Krieg mit über 6000 Toten diente. Es kommen ehemalige Nationalspieler zu Wort die über die damalige Zeit sprechen. Ein sehr aufwühlender Artikel!!
Weiterhin gibt es einen Bericht über den Fußballer der Saison 08/09 in Deutschland Grafite, über Rory Allen, der für ein Cricket Spiel in Australien seine Profikarriere bei Portsmouth an den Nagel hängte. Das und vieles andere noch im neuen Heft! Pflichtstoff!!! 1 sickguy77