Category Archives: Reviews 0-9 (Archiv)

13 Crowes – Young Poets CD/LP/Digital (07.06.2017)

(Homebound Records / www.homebound-records.de)
13 Crowes also. Ich gebe zu, ich habe noch nie von der Band gehört. Und das obwohl wohl schon eine Debut-EP produziert, sowie Touren durch Großbritannien, Belgien und Deutschland absolviert wurden.Die fünf Herren hinter 13 Crowes kommen allesamt aus dem schottischen Dumfries, und zelebrieren den klassischen Punk n´Roll Sound a la Gaslight Anthem und co. Eine deutliche Schlagseite zu Songwritern wie Bruce Springsteen darf da natürlich auch nicht nicht fehlen, und 13 Crowes machen diesen Sound gut, auch wenn das Ganze natürlich kein neuer Schuh ist. Wo ähnliche Bands wie Arliss Nancy und Co. noch versuchen einen eigenen Einfluss hörbar zu machen, scheinen es 13 Crowes erst gar nicht versuchen zu wollen, sondern machen einfach die Musik die sie selber gut finden. Allein ihr Name “13 Crowes” lässt doch starke Assoziationen zu Brian Fallons Seitenprojekt “The horrible Crowes” zu, auch wenn die Band sich inhaltlich am schottischen Poeten Robert Burns zu orientieren versucht.Auf ihrem Debut Full-Length “Young Poets” präsentieren die Herren alles was zu einem Album des Genres wohl dazugehört.Balladen, ruhige, nachdenkliche Stücke mit einer Prise Melancholie, aber auch eher punklastige Nummern die nach vorne gehen. Trotz des harten Kopiefaktors in Richtung “The Gaslight Anthem” finde ich die Scheibe solide und gelungen. Das Rad wird hier nicht neu erfunden, sondern sturmerprobtes Handwerk in Tradition und Begeisterung weitergeführt Runde Sache, mein absoluter Favorit von dem Album ist definitiv: “Nobody knows it” Note 2/gut. Gereon

8°6 Crew – Working Class Reggae LP + DL (05.02.206)

(UVPR Vinyles)
Reggae und Dub!!! – lastiges Album der 1995 in Paris gegründeten Band. Vereinzelt finden sich 3,4 Uptempo Nummern aber alles in allem ein vornehmlich sehr entspanntes, bisweilen psychedelisches Werk der Franzosen. Der Titel des Albums bezieht sich hier wohl eher beinahe ausschließlich auf die Texte und nicht auf die Musik. Wer hier oldschool malocher Reggae anno 68/69 erwartet wird an dieser Stelle sicherlich enttäuscht. Die flotteren Nummern sind eher im Two Tone Bereich anzusiedeln und hier gibt es für mich auch nichts herum zu mäkeln – allerdings ist alles andere eher stereotyp produzierter 90er jahre Reggae und verhallter Fruitloops Dub. Bekifft ist das am Ende bestimmt ne tolle Sause aber für mich auf Dauer ein wenig zu dizzy. Vieles auf dieser Platte erinnert an bereits voran gegangene Werke – das ganze ist insgesamt im Vergleich etwas verspielter, eher ein Stück weiter weg vom Ska und Rocksteady hin zum Dub, der sich auch vornehmlich auf der beigelegten CD befindet. Fans der durchaus sympatischen Truppe werden auch dieses Album sicherlich mögen und auch darüber hinaus werden sicherlich viele Dub und Reggaefans diese Platte goutieren. Mir ist das größtenteils ein wenig zu modern und stellenweise zu effektüberladen, was die wirklich gelungenen Skanummern in ihrer Qualität nicht schmälert das ganze Album allerdings nicht gerade zu meinen Lieblingsplatten macht. Für mich insgesamt eher mittelmäßig also befriedigend….Kai

4 PROMILLE – RESET MLP / MCD (18.11.2016)

2208_0(www.sunnybastards.de)
Nach Ihrem Comeback mit Ihrer LP Vinyl ist es wieder ruhig geworden um die Düsseldorfer. Jetzt nach 3 Jahren gibt es neues Lebenszeichen in Form einer 4-Song MiniLP. Diese erscheint im Rahmen der Super Sound Single Reihe bei Sunny Bastards Records, wobei ich mich frage, warum da nicht eine normale Single reicht? Spätestens seit Ihrem letzten Werk dürfte jedem klar sein, daß die Band sich vom OI-Punk Sound Ihrer Anfangszeit verabschiedet hat und nun Punkrock spielen, wobei dieser sehr massenkompatibel klingt. Mit ‚Viva la Fifa‘ gibt es aber gleich einen Song zum Mitsingen und Fäuste ballen, ein Abkotzsong über den korrupten Laden der FIFA, zugleich der Hit dieser MiniLP. Danach gibt sich Melly mit dem Song ‚reden ist Silber, schreien ist Gold‘ die Ehre, der einzige Song der MiniLP mit Ihrem Gesang. Mit ‚Treu‘ begibt die Bad sich auf den Sinn des Lebens bevor man mit dem Coversong ‚Yesterdays here‘, im Original von Tom Waits, den Abschluss findet. Wer Ihren letzten Longplayer mag, wird hier bestens versorgt sein, mir persönlich klingt es insgesamt etwas zu harmlos. 3 sickguy77