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(Swell Creek / www.swellcreek.de)
Habe ich mich etwa vertan und das letzte “Final Prayer” Album in den CD Schacht geschoben??? Ne, handelt sich doch um das zweite Album der Jungs aus Sachsen – Anhalt. Das Intro und der Übergang zu “Proved Wrong” erinnern nämlich stark an die letzte Scheibe der Berliner. Aber wenn es geil klingt? Sei`s drum. „NHR“ kommen direkt auf `n Punkt. Fette Produktion, dicke Riffs und coole Hooks bieten dem “HC” Fan eigentlich alles was er braucht. Egal ob das “Sick Of It All” lastige “Bound By Life” oder etwas derbere Songs wie “Gravemaker” oder “Your Choise”. Die (einfachen) Texte drehen sich auch um Hardcore im Allgemeinen oder das Leben auf Tour. Bei “Paradise City” gibt es sogar ein kurzes Guns `N` Roses Zitat, welches gut zu dem Text passt .Kurzum: New Hate Rising machen auf “Prayer To The Ashes” nix falsch und jeder der „Hatebreed“, „Sick Of It All“ oder was auch immer aus dieser Ecke mag, sollte hier einfach zugreifen. Note: 2 Marcel
(Switchlight Records / www.switchlight-records.com)
Rau, kompromisslos und direkt, geht auch der zweite Longplayer der Schweden geradlinig nach vorne los. Nur relativ kurz nach erscheinen des Debuts „We’re In This Together“ schiebt das Trio aus Ex- Skunks United und Vindicate This! Leuten einen nochmal leicht verbesserten Sound hinter her. Schon das erste Album konnte mit seinem schlichten Oi! Punk teilweise überzeugen und auf „Promises Mean Nothing“ hat man nun sein Augenmerk noch genauer auf den Mitgröhlfaktor der einzelnen Songs gelegt. Musiktechnisch wird hier nichts neues erfunden, aber gerade diese Einfachheit die bei den Schweden angenehm unverkrampft rüber kommt, gibt der Scheibe den richtigen Dreh. Diesmal wird mit einprägsamen Refrains nicht gegeizt und gerade Songs wie „No Authority“ bieten gleich für beiderlei Subkulturen genügend Textmaterial zum mitsingen. Egal ob Punkrocker oder Skinhead, die Oldfashioned Ideas sind für beide Seiten offen und erinnern damit an eine Mischung aus Funeral Dress und den Amis von Toughskins. Mit „A Nice Little Pub“ haben die Jungs eine entspannte ruhige Hymne an Bord, die trotz des niedrigen Tempos auch nach dem Hören der Scheibe noch in den Ohren klingelt. Der Großteil der Songs tritt dann allerdings dafür um so mächtiger aufs Gaspedal und geht ebenso schön straight rein. War auf dem Debut trotz guter Mucke ein richtiger Hit nicht so leicht zu erkennen, so gibt es hier doch gleich mehrere Stücke die nach kurzen Durchläufen länger in den Ohren verweilen. Songs wie „Rejected“ oder auch “Excuses“ überraschen gerade zu mit ihrem eingängigen Mittelteil und animieren zu einem Blick ins nett aufgemachte Booklet um die Texte mit zu lesen. Als ordentliche Hits entfalten sich dann zum einen „Grown Ups Of Today“ und auch „Got My Back“. Beide Songs bestechen mit einem guten Funken Energie gepaart mit eingängigen Melodien. Zum Großteil bewegt sich das Trio, schon allein durch die relativ hohe Geschwindigkeit, eher im Bereich Streetpunk/Punkrock ,aber trotzdem kommt der Oi! hier nicht zu kurz. Gut platzierte Background-Chöre runden die Songs ebenso fein ab, wie die raue leicht angepisste Stimme des Sängers. Die Scheibe hat Wut, Druck und gutes Sonwriting gepaart mit angenehmen Melodien zu bieten und verdeutlicht einen klaren Schritt nach vorne für die Schweden. Note: 2+ Daniel
(Horror Business Records / www.horrorbiz.de)
Mal wieder eine Band aus dem nördlichsten Bundesland, Schleswig Holstein, genauer aus Kiel. Das Land und die Stadt fallen punkrock- und hardcoretechnisch angenehm auf, denn ein ganzer Rummel geiler Bands durften in den letzten Jahren meine Ohren beglücken. So auch die Band Power, deren Name Programm ist, denn sie spielen Hardcore. Dieser ist eine Mischung aus melodischen Teilen, wie von Destination Anywhere oder den ebenfalls aus Kiel kommenden Tackleberry, aggressiven Tough Guy Bandchören und etwas Metal. Der Song Pennsylvania 6-500 ist der melodischste Song, sprich am Punkrockigsten. Passend zur Musik gibt es kämpferisch, politische Texte, welcher Autoritäten und Machstrukturen hinterfragt. Power präsentieren 4 Songs, die dem Bandnamen alle Ehre machen. Bitte mehr davon!! 2 sickguy77
(www.ox-fanzine.de)
Das Ox wird 100: HAPPY HAPPY BIRTHDAY!!! Da ich nur knapp fünf Jahre älter bin als dieses Fanzine, entdeckte ich das Ox naturgemäß erst später. Seit einigen Jahren verschlinge ich aber jede Ausgabe und bin immer wieder überwältigt angesichts der Fülle an Informationen. Bei dieser Jubiläumsausgabe hat sich Joachim natürlich nicht lumpen lassen und so ist schon das Covermodell kein geringerer als FAT MIKE. Das im Heft folgende Interview ist mehr als lesenswert und sehr offen, was wir wohl dem guten Draht von Joachim zu Mike verdanken dürfen. Ob der NOFX Frontmann einem anderen Blättchen so bereitwillig Auskunft über doch recht sensible Themen gegeben hätte, darf bezweifelt werden. Gleich im Anschluss geht es hochkarätig weiter und JELLO BIAFRA redet über Politik und die Occupy America Bewegung: Pflichtstoff! Nächster Stopp ist für mich der Grand Münster Slam 2.0, wo ich mir Neuigkeiten zu den DONOTS, MILLENCOLIN und ZSK hole. Danach noch schnell die Lage von AGAINST ME, den NAZI DOGS und FIGHTBALL gecheckt, um sich gemütlich dem Interview mit NOLTI vom NEW ROSE PUNKROCKRADIO zu widmen. Jetzt hat es der gute alte „Schnauzbartpunk“ NOLTI auch ins Ox geschafft und ich hoffe, damit werden noch mehr Leute auf seine grandiose Sendung aufmerksam. Interessant fand ich diesmal auch die Rubrik „Label x3“ mit drei Vertretern, die mir in jüngster Vergangenheit durch Veröffentlichungen von Imperial State Electric aufgefallen sind. Weitere Sachen – denen ich mich jetzt widmen werde – sind noch MELVINS, DIE AERONAUTEN, ANGELIC UPSTARTS, CIV,… Während ich diese Zeilen schreibe läuft gerade der Ox Sampler #100, welcher wieder mehr meinen Geschmack trifft als der Vorgänger und mal schauen, ob ich neben den alten Hasen (ANTI-FLAG, WHITE FLAG, BAMBIX etc.) eine neue Band für mich entdecke. Beim erneuten durchblättern fällt mir auf, dass die Anzeigen diesmal den Unterhaltungsfaktor ebenfalls steigern, denn wenn Punk-Labels, -Bands sich gratulieren, kann das sehr lustig sein. Natürlich blicken die Ox-Schreiberlinge auch auf vergangene Jahre zurück, aber das Ganze ist kurz gehalten und man ergießt sich nicht in Nostalgie. Das würde auch irgendwie nicht passen, denn man besinnt sich auf aktuelles und das, was noch kommt. Schließlich hat das Ox in den nächsten 100 Ausgaben viel vor! Note: 1 East Side Daniel
(www.restrisiko.net)
RESTRISIKO aus Göttingen haben mit „Ziel erreicht!“ bereits vor geraumer Zeit einen Longplayer vorgelegt, der jetzt den Weg auf meinen Schreibtisch fand. Nach dem ersten Durchlauf war ich zunächst etwas ratlos, denn die Mucke passte zwar im großen Ganzen und auch die Melodien waren vorhanden, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Beim nächsten Mal fanden dann schon einige ausgesuchte Songs ihren Weg in mein Gehirn, speziell „Der Schlächter“ oder „Johnny Guitar“ blieben hängen. So ging es mir dann mit jedem erneuten Hören und immer mehr der insgesamt 14 Tracks entwickelten sich zu kleinen Hits. Jetzt macht die Platte einfach nur Spass und die Mischung aus Punkrock mit gelegentlichen Ska-Elementen kommt zumindest bei mir an. Gelegentliche holprige Stellen verzeiht man da gern. Die Texte sind größtenteils unterhaltsam und versprühen hier und da Witz und Charme. Mit dieser Mixtur erinnern mich RESTRISIKO etwas an die Wohlstandskinder oder Vorsicht Glas. Der ganz große Wurf ist „Ziel erreicht!“ nicht, aber ein solides, gutes Punkrock-Album allemal. Note: 2- East Side Daniel
(Bomber Music / Broken Silence / Starkult Promotion)
Nichts für schwache Nerven kommt diesmal von der Insel. Die Engländer von Random Hand kommen mit schwerem Geschütz in Form ihrer 3. Scheibe zu uns aufs Festland geschwappt. Musiktechnisch wird bei dem Sound sicherlich kein Auge trocken bleiben, denn zum Pogen und aggressivem tanzen lädt die Scheibe geradezu ein, sofern man mit Ska – Core umgehen kann. Im Zick Zack Kurs werden auf „Seething Is Believing“ die verschiedensten Stile der härteren Gangart in einen Topf geschmissen und ordentlich durchgerührt. Mit kräftigen Bläsern wird hier sehr massiv in die Fußstapfen der Vodoo Glow Skulls getreten und das prinzipiell gar nicht mal schlecht. Wo jedoch die Vodoo Glow Skulls eher in Richtung Punk tendierten, setzen die Engländer deutliche Akzente im Bereich New School Hardcore. Das reicht über harte Gitarren-Riffs und wilde Mosh – Parts auch schon mal hin bis zu kickenden Gangshouts, denen jedoch des Öfteren durch scharfe Bläser der Wind ein bisschen aus den Segeln genommen wird. Die Jungs können gute Songs schreiben das wird schon mit dem Song „Tales Of Intervention“ klar, denn der Track geht strikt nach vorne los und besitzt Power die gut rein geht, aber irgendwie gewöhne ich mich nicht an die Trompeten. Schon von vorn herein haben die Jungs einen aggressiven Sound der dann durch die Bläser einen nervösen Touch bekommt. Ganz anders geht es mir da bei den Titeln ohne Gebläse wie zum Beispiel „Sons Of Robots“. Hier ist purer Hardcore angesagt, der durchaus zu überzeugen weiß. Genauso gibt es Songs wie „Not A Number“ die sogar im strikten Offbeat mit einem einprägsamen Refrain und jeder Menge Aggressivität zum mitgehen einladen. Die Scheibe ist ein kleines Wechselbad zwischen verschiedenen Sounds und so kommt es auch mal vor das eine Nummer wie „Bones“ mit einem kalifornischen Punk-Touch überrascht, ebenso wie der für die übrigen Verhältnisse sehr ruhige Song „Floating Ghosts“. Prinzipiell würde ich „Seething Is Believing“ im gesamten ein Gut attestieren, allerdings sind die Bläser doch recht gewöhnungsbedürftig und fordern schon ein starkes Nervenkostüm. Wer keine Probleme mit teils hektischen Breaks innerhalb der Songs hat, Ska-Punk mag und nicht auf heftige Sounds verzichten will ist mit Random Hand gar nicht schlecht bedient. Ich denke, der Stil wird polarisieren! Entweder man mag es oder nicht. Ich finde das ganze trotz stellenweise anstrengender Bläser sehr interessant, da hier eine fette Portion Wut mit an Bord ist. Note: 3 Daniel
Ich kann mir nicht helfen, irgendwie kommt mir die Stimme des Tübinger Trios bekannt vor, aber leider bekomme ich die Stimme nicht zugeordnet. Egal, Fakt ist, dass die Jungs hier mit ihrem ersten vollständigen Tonträger in den Startlöchern stehen und nach zwei Ep´s ein recht solides Album zusammen gespielt haben. Mit einer unterhaltsamen Mischung aus Punkrock und Rock´n´Roll, zuzüglich einem kleinen Schuss Country gibt es 12 Songs, die auch schon mal an dem Stil von Social Distortion kratzen wie beim Song „Coming Back“. Bei der Mischung liegt mir natürlich der Begriff Punk´n´Roll auf der Zunge, aber das würde eigentlich fast eher auf einen Irrweg führen. The Nelsons lassen es da generell etwas gemächlicher angehen als das was man normalerweise unter Punk´n´Roll versteht. Die Jungs geben auch hin und wieder Gas, allerdings auf einem entspannten Niveau. Kein zu wildes Geknüppel oder Gerotze, sondern angenehmes Songwriting trifft auf gefühlvoll in Geschwindigkeit gebrachte Punkrocksongs mit der ein oder anderen eigenen Prägung. Dazu gehört unter anderem der countrylastige Song „Long Way Down“ sowie „Lonely And Deserted“, der mit einem hängenbleibenden Refrain bestückt ist. Bei „Tomorrow Unknown“ scheuen sich die Schwaben nicht den ein oder anderen Off-Beat mit einfließen zu lassen und so kann man ihnen definitiv ein gewisses Maß an Abwechslung attestieren. Wer auf der Suche nach etwas ganz neuem ist, der wird mit dem Album wahrscheinlich nicht unbedingt zufriedengestellt, aber wer mal wieder eine recht runde Punkrockplatte mit einem leichten Rock´n´Roll-Einfluss hören möchte, wird von den Jungs sicherlich nicht schlecht bedient. Kurz würde ich sagen, ist den Nelsons hier eine nette solide Scheibe mit einem angenehmen Unterhaltungsfaktor gelungen, die das Genre zwar nicht neu erfindet, aber dennoch angenehm rein geht. Ach ja und zum Ende des Reviews weiß ich auch an wen mich der Sänger erinnert. Die Stimme geht stark in die Richtung der Eastside Boys, deren Sänger ein ähnlich einprägsames Organ hat. Note: 3 Daniel
Moloko + # 44
(www.moloko-plus.de)
Als erstes stach mir beim Lesen die schlechte Nachricht ins Auge, und zwar möchte man die Printausgabe spätestens mit der fünfzigsten Ausgabe des Mokolo Plus einstellen!! Auf 6 Ausgaben kann man sich da noch freuen, wird der Optimist sagen, aber das ist nicht genug. Wer weiß, vielleicht übernimmt der Nachwuchs das Ruder, der mit einer eigenen Kolumne schon am Heft mitwirkt.
Aufmacher des neuen Heftes ist die Geschichte des Skinheadfanzines Skintonic. Als besondere Zugabe für Abonnenten gibt es eine Ausgabe der Nummer 1 des Skintonics. Damals sorgte das Heft für großes Aufsehen, linke, bzw. linksradikal eingestellte Skinheads gab es damals nicht so viele. Mit Ugly wird einer der Macher von damals ausführlich interviewt und erzählt von alten Zeiten.
Das Interview mit Toxpack, welche letztes Jahr mit Ihrer Scheibe „Bastarde von morgen“ Ihr bestes Werk veröffentlichten, ist ein weiterer Höhepunkt des Heftes. In der Reihe gescheiterte Existenzen wird dieses mal Toulouse-Lautrec vorgestellt. Dirk berichtet von seinem Urlaub in Indonesien, und die Macher von Konzertagenturen wurden befragt. Natürlich gibt`s noch viel mehr zu lesen und zu entdecken.
Ach, was schreibe ich mir einen Wolf, besorg Dir die Ausgabe, denn das MP ist, war und bleibt Pflicht!! 2+ sickguy77
(www.noise-resistance.de)
Diese DVD behandelt zum größten Teil das Thema DIY. Das interessante daran ist, das nicht nur Punks aus Deutschland darüber reden wie sie sich das vorstellen und umsetzten; es kommen nämlich Leute aus der ganzen Welt zu Worte. Da das Thema DIY ja nicht so schwer zu kapieren ist, sollte also jeder wissen worum es geht. Doch den Rahmen dafür steckt sich jeder anders ab, auch wenn der große Nenner “Freiheit” natürlich bleibt. Für die einen bedeutet DIY seine Shows und Festivals selber zu organisieren, Tonträger selber zu pressen, Merch in eigener Regie herzustellen. Einfach nicht vom System abhängig sein. Die anderen gehen da noch weiter und besetzten Häuser oder bauen sich mal eben eine kleine Siedlung im Wald. Sei`s drum. Ein ganz wichtiger Teil ist natürlich die Mucke, denn dadurch haben sich ja alle Akteure gefunden und verwirklicht bzw. ihren “way of life” eingeschlagen. Die Interviews werden untermalt mit kleinen Live Sequenzen verschiedener Bands. Das reicht von gut (“Antimaster” oder “What We Feel”) bis mittel (“Disfear”) bis hin zu ganz schlecht (“Sju Svara Ar” oder “Tom Sawyer”) , welcher mal dringend seine Gitarre stimmen sollte. Die Englische Anarcho Band “Crass” bekommt sogar ne` kleine History spendiert, da sie für einige Teile der DIY Bewegung als Inspiration galten. Kann man sich gar nicht so leicht vorstellen wenn man die doch arg gealterten Hippies der Band so in ihrem Garten abhängen sieht. In dieser Szene, welche von Dreadlocks, siffigen Shirts und Ohrlocherweiterungen beherrscht wird, sind aber auch erstaunlich viele Mädels aktiv, die hier zu Wort kommen und teilweise gar nicht soooo schlecht musizieren (“Vicious Irene”).Wer also gar keinen Plan davon hat was DIY eigentlich so bedeutet, ist nach dieser DVD vielleicht ein wenig schlauer oder freut sich einfach nur, das er in einem vernünftigen Bett pennen und mit dem Auto zur Arbeit fahren kann. Denn auch wenn die Niederländer “Seein Red” das Arbeitsleben kritisieren; irgendjemand baut ihnen doch auch ihre Marshall Amps und Gitarren auf denen sie spielen oder? Nun denn….Der Film ist von der Bild Qualität her absolut professionell. Ebenso wie der Ton und Schnitt. Respekt auch an die beiden Filme Macherinnen Julia und Francesca, die sich nicht gescheut haben, auch in gefährliche Regionen wie Moskau oder Mexico zu tingeln, um dort ihre Aufnahmen zu drehen. Der Film dauert 87 Minuten. Als Bonus gibt es noch ein paar Outtakes, ein weiteres Interview mit Crass und nen` Trailer. Auch wenn ich nicht alle Ansichten in diesem Film teile, geht das Ding durchaus o.k. Note: 3+ Marcel
(Cargo Records)
Bier aufgemacht und rein in den Player mit der neuen Porters! Fast 5 Jahre hat es gedauert bis die Düsseldorfer endlich mit einem neuen Album auf sich aufmerksam machen. Eine lange Zeit in der anfänglich das letzte Album bei uns im Haus regelrecht rauf und runter lief und später dann mit einer Menge Konzerte der Band überbrückt wurde. Bis zum jetzigen Zeitpunkt steht das Album Anywhere But Home noch immer bei uns hoch im Kurs und ich war sehr gespannt wie die Porters das toppen wollen. Nach einem ersten flüchtigen durchhören war ich ein wenig überrascht, denn man hat den eingeschlagenen Weg mit Irish Folk nicht mehr ganz so fest im Visier, wie noch auf dem Vorgänger. Auf „Rum, Bum And Violina“ hat man die Zügel ein wenig gelockert und seinen Sound um einige Facetten erweitert. Zum Porters-typischen Irish Folk gesellen sich auf dem neuen Album elegant Country, Russische Folklore und ein nicht zu leugnender Social Distortion-Einschlag. Letzteres war zwar auch auf Anywhere But Home dezent zu finden, aber jetzt blinzelt dieser Stil schon des öfteren in so manchem Song durch, was der Sache aber an sich nicht schadet. Nach einem intensiveren auseinander setzen mit „Rum, Bum And Violina“ fällt mir als erstes auf, dass man nicht mehr ganz so druckvoll zur Sache geht. Die Porters gehen hier einige Songs um Ecken entspannter an als noch vor 5 Jahren. Das soll jetzt nicht heißen das man auf die üblichen vorantreibenden Songs verzichten muss, aber es mischen sich eben auch eine Menge relaxter Songs mit drunter, die ein bisschen auf Kosten der Eingängigkeit gehen. Während man für frühere Alben wenig Zeit brauchte um damit warm zu werden, so muss der Scheibe hier schon ein wenig mehr Zeit gegönnt werden. Es sind auch hier wieder definitiv Hits am Start wie der Song „Harbour Pearls“ über den Kultladen „Queen Calavera“ auf Hamburgs Reeperbahn, der in einem abgehenden Country-Korsett gesteckt wurde, aber eben leider auch ein paar meiner Ansicht nach zu entspannte Songs wie „Shine On“ oder auch „Nameless Grave“. Es gibt einen absoluten Überhit, das ist der Titeltrack „Rum, Bum And Violina“, der den Folkanteil in Form von Russischer Folklore auf die Spitze treibt und richtig abgeht, genauso wie der Song „Jesse James“ der dann aber wiederum eher in die amerikanische Country-Richtung tendiert. Reine Irish-Folk-Songs sind diesmal absolut rar gesät und damit werde ich irgendwie den Eindruck nicht los, dass die Porters hier ein wenig von ihrer Durchschlagskraft eingebüßt haben zugunsten eines entspannteren Sounds. Die Ballade „ A Cigarette And Not Half A Glass Of Whiskey“ kommt dann zwar wieder gewohnt rüber, aber alles in allem fehlt mir einfach der durchgängig treibende Faden von „Anywhere But Home“. Was das Nachspielen irgendwelcher Traditionals angeht hat man sich diesmal ebenfalls arg zurück gehalten und lediglich eine neue Version von „Sam Hall“ im, wie sollte es anders sein, neuen entspannten Stil eingespielt. Auch da gefiel mir die bereits bekannte Version besser, da sie doch direkter nach vorne ging. Ansonsten covert man noch einen Song von Queen namens „´39“, der aber, wenn ich es nicht wüsste, auch von den Porters selbst hätte sein können. Betrachtet man das Album im gesamten ist die Scheibe sicherlich nicht verkehrt, nur bleibt „Rum, Bum And Violina“ ein bisschen hinter meinen Erwartungen. Wer sich die Porters auch ein bisschen ruhiger und relaxter Vorstellen kann, wird sich auch mit dem neuen Album anfreunden können, denn die Porters sind nach wie vor immer noch an der Spitze der deutschen Folk-Bands. Nur den Vorgänger zu toppen hat man hier leider nicht geschafft, da sich eben auch ein paar durchschnittliche Nummern dazwischen gemogelt haben! Note: 2-3 Daniel