Category Archives: Reviews J-R (Archiv)

Laurel Aitkin – & Girlie – Scandal in BrixtonMarket 7″ (26.04.2017)

(Black Butcher Classics)
Hier zwei Mod-Reggae Perlen aus den späten Sechzigern rereleased vom Label der Herzen. Während Laurel auf der A-Side noch zu extrem tighten Reggae-Grooves mit gezückter Spritze hinter dem gebeutelten Girlie um den Behandlungstisch herum zu rennen scheint entspannt sich das Verhältnis auf der flip-side zumindest leidlich und Aitken läßt sich sogar herab zu einem „oneandonly Girlie“…wobei es sich in beiden Fällen um Reggae-Toasts handelt, sehr traditionell, sehr 1969 und beides eher gut aufgehoben in einem oldschool Reggae-shack als in der Wochenenddisco des örtlichen Johanniter Vereins. Die Aitken-Girlie Fusion Tracks sind eigentlich fast alle eher chillige Downtemponummern als mitreißende Partytracks aber auch heute noch ein Garant für guten Geschmack und Savoir…Für mich eher was am Tresen oder mit der Dame des Herzens im Arm als auf der Tanzfläche – aber das ist ja wie so oft eher subjektiv…Im Vergleich zu anderen Aitken Produktionen vielleicht kein Bulls eye, wie schon an anderer Stelle bemerkt, aber trotzdem immer noch ein Kleinod…..2……………Kai (Black Butcher Classics. Hier zwei Mod-Reggae Perlen aus den späten Sechzigern rereleased vom Label der Herzen. Während Laurel auf der A-Side noch zu extrem tighten Reggae-Grooves mit gezückter Spritze hinter dem gebeutelten Girlie um den Behandlungstisch herum zu rennen scheint entspannt sich das Verhältnis auf der flip-side zumindest leidlich und Aitken läßt sich sogar herab zu einem „oneandonly Girlie“…wobei es sich in beiden Fällen um Reggae-Toasts handelt, sehr traditionell, sehr 1969 und beides eher gut aufgehoben in einem oldschool Reggae-shack als in der Wochenenddisco des örtlichen Johanniter Vereins. Die Aitken-Girlie Fusion Tracks sind eigentlich fast alle eher chillige Downtemponummern als mitreißende Partytracks aber auch heute noch ein Garant für guten Geschmack und Savoir…Für mich eher was am Tresen oder mit der Dame des Herzens im Arm als auf der Tanzfläche – aber das ist ja wie so oft eher subjektiv…Im Vergleich zu anderen Aitken Produktionen vielleicht kein Bulls eye, wie schon an anderer Stelle bemerkt, aber trotzdem immer noch ein Kleinod…..2……………Kai

Jadeapes – 50 Bucks Bus Ride „Digital / Tape“ (15.04.2017)

(True Trash Records / www.truetrash.com)
2017, es ist soweit. Das Tape ist wieder da, warum auch immer. Die Jadeapes veröffentlichen ihre Ep „50 Bucks Bus Ride“ nur als Download und eben als Tape. Dieses habe ich jetzt hier rumliegen, sieht toll aus, professionelles farbiges Cover mit schöner Coverzeichnung, Texte sind aber leider nicht dabei. Zum Glück gibt es aber den DL Code, Lust mein Deck anzuschließen, habe ich nämlich nicht. Kommen wir also zur Musik, Die Münchener spielen 70er beeinflussten Garage Rock, leider nicht Garage Punk, der mich so richtig kalt lässt. Das ist bestimmt gut gemacht und die Soli sind gut gespielt, aber ist so was von langweilig, dass mir die Füße einschlafen. Einfach Musik für andere Menschen. Mit fehlt der Dreck, der Druck, die Energie. Ich will mehr Verzerrung, Geschrei und völlige Raserei. Lungs, lasst mal die Handbremse los, „Is This“ zeigt leichte Ansätze, aber blubbert dann doch nur vor sich hin. Die Band wird bestimmt ihre Hörer finden, ist bei mir nur völlig falsch. Wenigstens waren sie so nett und haben keine Zeit im Presswerk blockiert. ROLAND

Los Pepes – Let´s Go LP / Download (12.04.2017)

(Wanda Records)
Schon einmal durfte ich eine Scheibe von Los Pepes aus London! Besprechen, und nach dem Hören von Let`s go! komme ich zu demselben Ergebnis. Die Band versteht es mit Ihrem leicht punkrockig angehauchtem Powerpop alte Zeiten wieder aufleben zu lassen. Du stehst auf die Undertones, Buzzcocks und den ganzen alten ‚Killed by death‘ Kram? Dann wird jeder Liebhaber dieser Musik bestens bedient. Die Songs klingen so locker und leicht, das man automatisch mit den Füssen mitwippen muss. Die Musik von Los Pepes verbindet die Rotzigkeit des Punkrocks mit Melodien, welche so zuckersüß sind, das sie einfach im Gehörgang kleben bleiben müssen. So passen Los Pepes perfekt auf Wanda Records, die ein Händchen für solche Bands haben. Ein Kritikpunkt habe ich aber dann doch, nämlich warum ich eine digitale Version in den Händen halte? Anspieltips: The trap ; Mean it at the time ; Give me problems. 2+ sickguy77

R.A.S. – Pas Le Temps De Regretter CD (10.04.2017)

(Contra Records)
Unveröffentlichtes Material aus der originalen R.A.S.-Phase (1982-84), 5 Songs 2015 erstmals im Studio aufgenommen. Ein französisches „Who is Who“ der Oi! Musike stand dabei unterstützend zur Seite: Carl (KOMINTERN SECT), Mourad (L’INFANTERIE SAUVAGE), Fredo (OUTREAU), Joss (GONNA GET YOURS). Allerdings: Mehr lockerer Freundschaftsdienst als professionelle Korrektur. „Pas Le Temps De Regretter“ ist nicht das überproduzierte Reißbrett-Album mit perfektem Finish, eher eine geglückte Zeitreise in die frühen 80er. Würde mit falscher Datierung problemlos als zeitnahes Follow-Up zum mächtigen „1984“ Longplayer durchgehen. Schroff, authentisch, 100% 80’s Oi!.„Cochennec“ eröffnet wuchtig und flott als Uptempo-Arschtreter, da schwingt eine rohe Dosis (zeitgemäßer) Hardcore mit, in dieselbe Bresche schlägt auch „Ma Force“. „Jeunesse De La Honte“ versprüht endlich dieses heiß ersehnte und ultra-famose „Aus voller Kehle bis zum Anschlag mitgröhlen und anschließend die Kneipe zerlegen“-Feeling. Leidenschaft, Gewalt und Durst. Viele O’s im Refrain.Gesamtwertung … In Anlehnung an den Titel: Es gibt beim Kauf nichts zu bereuen, R.A.S. bleiben ein heißer Griff in die „Take it or leave it“-Schublade. Liebt man oder braucht man nicht.Freunde des digitalen Bierdeckels sowie ordinierte Faulpelze und Mint Vinyl-Fetischisten bekommen bei der CD-Version als Bonus die zehn Cover-Versionen der „Hommages R.A.S. 1982-1984“10“ (2000 auf AUTONOMY Records veröffentlicht) nachgereicht. P 38, TEMPLARS, LES TECKELS, IMPACT, GUNDOG etc. Nichts Neues im Westen, alle Beteiligten blieben dicht am Original bzw. versuchten selbiges. Als Aufstockung logistisch definitiv sinnvoll, zudem digitale Erstgeburt (zuvor Vinyl-only) und musikalisch durchaus interessant.

Macsat – Schnaps & Liebe Vinyl/Digpack CD/DL & Kassette (04.04.2017)

(Ring of Fire Records / www.rof-records.com)
Das neue Album von Macsat kommt nach 13! Jahren Pause mehr als üppig ausgestattet mit beigelegter CD, Downloadcode, Aufkleber und Postkarte, in weißem 180g Vinyl und aufwendig gestaltetem Cover mit zahlreichen, prominenten Gastmusikern von Slime, Rantanplan, El Bosso und Nowherebound daher. Reggae, Rock, Punk und Newschoolska sind hier die dominierenden Stilrichtungen aus denen die Jungs aus Westfalen bemüht sind Schnaps & Liebe zu destillieren. Insgesamt funktioniert das Album auch auf weiten Strecken, allerdings hapert es mitunter wie so oft bei vordergründig deutsch gesungenen Songs an potenten Ideen für die Texte und man havariert herum mit Klischees und schlechten Reimen. Musikalisch ist die Platte dem gegenüber weitestgehend super produziert, tanzbar und mehr als partytauglich – vermutlich nicht zuletzt, da alle beteiligten Protagonisten handwerklich über jeden Zweifel erhaben sind. Bei dem einen oder anderen Track hab ich mich zwar gefragt, wie er es überhaupt aufs Album geschafft hat (die Katze läßt das Mausen nicht) und auch der auffällig immer wieder an Mike Ness erinnernde Gesang irritiert auf Dauer ein wenig aber insgesamt leidet der Gesamteindruck hier bloß marginal. Wer also Freude an o.g. Bands hat, keine Probleme mit deutschen Texten hat und generell gern auf Skapunkparties mit Rockattitüde das Tanzbein schwingt, ist bei Macsat sicherlich gut aufgehoben. Für mich ist das ein wenig zu viel von allem aber immer noch respektabel…..3…..Kai

Plastic Bomb # 98 (03.04.2017)

Beim Blick auf die neueste Ausgabe der Bombe fällt mir auf, dass demnächst ein großes Jubiläum ins Haus steht. Die Nummer 100 wird sicherlich gebührend gefeiert!? Angesichts dieser Tatsache habe ich das Gefühl, dass die Schreiberlinge sich momentan zurückhalten und ihr Pulver nicht verschießen wollen. Anders kann ich mir diese eher schwache Ausgabe nicht erklären. Neben den „großen“ Interviews mit KREATOR (seeehr zu empfehlen), SCHROTTGRENZE und CHAOS Z gibt es kaum richtige Highlights. Sicher tue ich da einigen Bands dieser Ausgabe (SCHEISSEDIEBULLEN, BRUTALE GRUPPE 5000, TOTENWALD, etc.) Unrecht, aber so richtig vom Hocker gehauen haben mich eben wenige Interviews/Beiträge. Auch die Berichte vom „Punk im Pott“, dem A&P Konzert oder sogar die Führerecke sind dieses Mal nicht der Burner. Es kommt mir vieles uninspiriert vor und ich hoffe, nein ich bin mir sicher, dass es sich bis zur übernächsten Ausgabe um einiges steigert. Die CD-Beilage kann man übrigens gut nebenher durchlaufen lassen, wird aber auch hier kaum neue Kracher finden. Note: 3- East Side Daniel

PS: Ronja hat sich auf ihre Einleitung Feedback gewünscht und ich kann nur sagen, dass ich mit mindestens 90% ihrer Ausführungen übereinstimme. Oft wünsche ich mir auch mehr klare Abgrenzung der „Szene“ gegenüber unpolitischen oder sogar rechts tolerierenden Leuten/Entwicklungen! East Side Daniel

Krawehl – s/t CD (31.03.2017)

(Lala-Schallplatten/ Crystalmeth & Heartattack)
Wenn eine Band sich mit ihrem Debütalbum fast sieben Jahre Zeit lässt, dann schraubt sie damit unweigerlich die Erwartungen hoch. Im Falle von KRAWEHL, die sich 2009 gründeten, gab es bisher als Lebenszeichen nur eine EP (2010) und eine Split 7“ (2011). Danach war Funkstille und jetzt gibt es das erste Album. Die hohen Erwartungen können die Jungs leider nicht ganz erfüllen. Der Longplayer ist ohne Frage gut gelungen, aber nicht der ganz große Wurf. Auf der Habenseite kann man aber definitiv den Sound verbuchen. Die Aufnahmen haben ordentlich Druck und schaffen den Spagat zwischen sauber produziert und dreckig dahingerotzt. Am ehesten erinnern sie mich an eine Mischung aus MUFF POTTER und TURBOSTAAT, was durchaus interessant ist. Ebenfalls positiv fällt der Gesang auf, der sich immer auf dem schmalen Grat zwischen Gesang und Gekrächze bewegt. Jedes Mal wenn man denkt, jetzt bricht ihm die Stimme weg, schafft es Florian, die Kurve zu kriegen. Im Soll muss ich dagegen die Experimentierfreude, Innovation und Melodien auflisten. Ich hätte mir etwas mehr Kreativität und Mut gewünscht, denn die Songs klingen relativ gleich und über elf Songs fehlt einfach der Spannungsbogen. Auch in Bezug auf die „Hit-Dichte“ fehlt mir was, denn ich vermisse große Melodien, die ein Album zu etwas Besonderem machen. Aber im Großen und Ganzen ist das Debüt von KRAWEHL eine gute Sache und es steckt jede Menge Potential in der Band. Ich hoffe, es dauert nicht wieder eine halbe Ewigkeit bis zur nächsten Scheibe. Note: 3+ East Side Daniel

The Peacocks – Flamingo CD (29.03.2017)

(Concrete Jungle Records / www.concretejunglerecords.com)
Nach fünf Jahren Release -Pause nun also das neue Album der Schweizer neuerdings auf Concrete Jungle Records. Immer noch tief im Punkabilly verwurzelt präsentiert sich hier erneut ein launiger Reigen aus Kontrabasslastigem, hochoktanigem HotRod Gerumpel, Linedance fähigen Tracks zu denen man guten Gewissens auch mal seine Herzensdame zum Tanzen auffordern kann und wütenden Pogonummern – alles klassisch im bewährten Peacocks-style: Schlagzeug, Kontrabass, Gitarre, Gesang im Stil eines schlecht gelaunten Vorarbeiters auf der Baustelle und das alles gelegentlich noch untermalt mit vibrierender Addams-Family-Orgel. Nach über 25 Jahren im Geschäft ist der Punkrock- Anteil in den meisten Stücken zugunsten etwas moderaterer Töne etwas zurückgenommen worden (vergeblich wird der geneigte Hörer hier nach Stücken wie einst „you´re not better“ suchen) dennoch bleiben sich die Peacocks mit ihrer mittlerweile mindestens 19. Veröffentlichung weitestgehend treu, werden auch mit diesem Album niemanden enttäuschen, der die Band schon länger kennt und werden auch hier sicherlich neue Freunde akquirieren können. Für mich ganz klar 2….gute Platte……..Kai

Jaya the Cat – Basement Style Vinyl/Digisleeve CD/DL & Kassette (24.03.2017)

(Ring of Fire Records / www.rof-records.com)
Re-issue des Debutalbums von 2001 der ursprünglich aus Boston stammenden Band. Mittlerweile in Amsterdam beheimatet spielt die Gruppe bis auf Gründungsmitglied und Sänger Geoff Lagadec in komplett anderer Besetzung als hier. Das Jaya the cat ein Kind der 90er Jahre sind hört man hier dann auch deutlich bei jedem einzelnen Track. Crossover war in den 90ern der Terminus unter dem solche Geschichten ihrerzeit vermarktet wurden. Hiphop und Metal oder Hardcore und Reggae sind hier nur beispielhaft für viele mal mehr mal weniger glückliche Allianzen. Jtc sind hier am ehesten im Bereich Hardcore/Reggae/Ska/Hiphop/ anzusiedeln und Basement Style war auch 2001 bestimmt nichts wirklich neues, wenn ich an die Infectious Grooves, Dread Zeppelin, Freaky Fukin Weirdoz, Sublime, Buck o Nine, usw. denke. Von Anfang an wohlwollend von der Kritik aufgenommen (allerdings damals nicht besonders erfolgreich verkauft) wurde die Platte vermute ich mal aufgrund der zeitgeistigen Produktion. Heute haben sich Jaya the cat aufgrund ihrer unbestreitbaren Livequalitäten eine recht üppige Fanbase erspielt und daher ist das Original der Cd von 2001 vermutlich heute auch unverhältnismäßig teuer. Vereinzelt finden sich unter den 18 Tracks der Platte tatsächlich auch richtige Perlen (are you with me?, the bottle and the cross, god and state, convenience store…) und auch heute klingt das Album für sein Alter immer noch auffällig frisch. Rap,Reggae,Punk und Hardcore Fusion mit ordentlich aggressivem Gesang und allerlei launigen Spielereien….für Fans und Freunde der Musik der neunziger Jahre ein Musthave…von mir ne 2- weil es nicht meine Musik aber ganz offensichtlich wirklich gut gemacht ist…Kai

Lucky Punch – Mit Gottes Segen schlagen wir…..CD (16.03.2017)

(www.langerhoden.de)
Der Albumtitel klingt ja noch ganz originell, aber das war’s dann leider auch schon. LUCKY PUNCH sind einfach so peinlich, dass ich gar nicht weiß, wie ich es beschreiben soll. Ich hatte sie letztes Jahr auf dem „Punk & Disorderly“ Festival gesehen und damals war schon fremdschämen angesagt. Es gibt einfach einen Unterschied zwischen „lustig-prollig“ (LOKALMATADORE) und „peinlich-prollig“ (LUCKY PUNCH). Auch wenn sie versucht haben witzig zu sein, sie sind kläglich gescheitert. Wenn die Jungs „ich leide“ auf – ihr erratet es nie – „Scheide“ reimen, dann fällt mir dazu auch nix mehr ein. Außerdem gibt es auf diesem – gefühlt viel zu langen – Longplayer noch geistige Ergüsse wie „Klabusterbärchen“, „I Love Vagina“, „Prostata“ oder auch „Hardcore Pornos“. Ein Lied über Popel muss doch nun auch echt nicht sein, es sein denn es ist von Gerhard Schöne, dann fetzt es voll ein: https://www.youtube.com/watch?v=atbp49SDHdg. Die Musik kann man getrost als Prollrock bezeichnen, der wenig spannend um die Ecke kommt. Die Stimme von Eule passt sich perfekt ein, denn als Gesang kann man das eher nicht bezeichnen. Ihr merkt schon, es hat mir echt Schmerzen bereitet, diese Platte anzuhören. Dabei will ich es auch belassen. „Wir sind scheiße und haben Komplexe, deshalb diese primitiven Texte.“ Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Note: 5 East Side Daniel