Category Archives: Reviews J-R (Archiv)

Pornscars – Memento Mori CD (08.08.2017)

(https://www.facebook.com/PornscarsBerlin)
Ne internationale Band aus England, Irland, Spanien und Russland, beheimatet in Berlin. Irgendwie bin ich hin-und hergerissen und werde nicht richtig warm mit den Jungs. Auf´m Beipackzettel steht was von Murder Garage Punkrock!. Würde es eher als räudiger Punk bezeichnen, der bei manchen Songs einfach nach schönem Punkrock mit viel Melodie klingt. Die melodischen Songs sind die klaren Gewinner. Stimmlich erinnert mich das Ganze entfernt etwas an Jello von DK. Nach der dritten Runde im Player werden die Pornonarben immer besser und ich meine etwas Steakknife zu hören. Einen kleinen Textauszug: If i can’t have you, no one will. Although secrecy provides such a thrill. True love will fuel my need to kill. -nasty-

Legion 76 – s/t CD (08.08.2017)

(Contra Records)
Legion 76 kommen aus Philadelphia und tauchten letztes Jahr beim Psk Festival in Stockholm zum ersten Mal auf meinem Radar auf. Sie spielten da als erstes oder zweites und das Wenige, das ich von ihnen mitbekommen habe, überzeugte auf Anhieb. Danach waren sie nochmal mit Bonecrusher bei uns unterwegsu und wussten auch da zu überzeugen. Generell passt das mit Bonecrusher sowieso, da Legion 76 einen ähnlichen Stil spielen. Rauhe Vocals treffen auf fette Backups, der Sound ist treibend und alle Songs kleine Hymnen. Was auch desöfteren durchscheint sind Stars and Stripes, auch keine schlechte Referenz. Die hier vorliegende Cd ist die bisherige Werksschau der Band, angefangen beim 2016er Demo, über die „Brick and Bone“ Single, die Split Single mit den Seaside Pirates und der aktuellen Ten Inch. Alles zusammen 14 Streetpunk Knaller ohne Ausfall. Anspieltipps sind, nur mal als Beispiel genannt, „Into Darkness“ oder „Kicked Out“, aber auch alle anderen Songs sind Granaten. Super Band, live auf jeden Fall auch empfehlenswert, die jede Unterstützung verdient hat. Die Cd kommt als Digipack mit allen Texten und sollte, bei Nichtbesitz der Vinyls, in jeden ordentlichen Punkhaushalt Einzug halten. 2+ ROLAND

 

LA CRY – Songs About Shitshaking & Heartbreaking CD (07.08.2017)

(www.lacry.de)
Meine erste Bekanntschaft machte ich damals mit der geilen 333 Up & Down Serie auf Barneys Icgnoito Records. Man trennte sich recht früh wieder und nun ist die Band seit 2015 wieder am Start. Bei ihrem nun 3 Album handelt es sich allerdings nicht um ein neues Album, vielmehr wurde es bereits 1997 eingespielt und erst heute durch die Band veröffentlicht – also nicht so frisch. Gespielt wird schöner schneller snotty Punkrock, der auch mal etwas härter und rockiger klingt. Hätten damals gut auf Lookout! gepasst und erinnert mich daher vielleicht an etwas härtere und schnellere Screeching Weasel. Die Stimme von Uwe ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber passt wie ich finde, wie die Faust aufs Auge. Jetzt noch ein Konzert mit den Richies zusammen und ich würde endlich zwei alte Punkbands, mit denen ich großgeworden bin, mal Live sehen. -nasty-

Lazy Class – Pressure Rising 7″ Vinyl (06.08.2017)

(Spirits of the Streets)
Lazy Class kommen aus Polen und spielen melodischen Streetpunk. Geboten werden auf ihrer neuen 7“, die hier schön rot leuchtet, drei Songs, die mich etwas an die Prager Saints and Sinners erinnnern. Gute Referenzen also schon mal. Der Titeltrack kommt etwas getragen daher, stompt eher als das es auf die Glocke gibt. Danach geht es mit „Before the Dawn“ schon zackiger zu und zum Abschluss mit „Remote Control“ nochmal zwei Minuten Gas gegeben wird. Das ist Alles ganz nett, aber mehr als der dicke Zeh zuckt bei mir nicht. Gerade im Gegensatz zur Amerikanischen Konkurrenz klingt das hier alles etwas holprig und unausgegoren. Ist nicht schlecht, aber nicht zwingend. Klarer Fall von alles geht, nichts muss. Neutrale 3 roland

Karoshi – Rabauken und Trompeten LP+DL Code (05.08.2017)

(Rookie Records)
Das erste was mir einfiel als ich das neue Karoshi Album in die Hand bekam, war das ich die vor Ewigkeiten mal live gesehen habe und die band mir da schon recht gut gefallen hat. In der Hand halte ich nun also das 4te Album Rabauken und Trompeten, der 7 köpfigen Ska/Punk Band Karoshi. Beim ersten Hören, hat mir das Album aufgrund seines Abwechslungsreichtums sehr gut gefallen, schöne Melodien und auch der rauhe Gesang wissen zu gefallen. Auf dem Album befinden sich 10 Songs mit einer Gesamtspieldauer von 31 min. Bis auf 3 Songs ist Rabauken und Trompeten komplett auf Englisch gehalten, wonei die Texte leicht verständlich sind und direkt im Ohr bleiben, wie mein Anspieltipp “South of the Border“ . Bei den Stücken “Care about the onions“ und “Long time no see“ hatte ich als musikalischen Vergleich gleich Frau Doktor im Kopf – was sicher kein schlechter Vergleich ist. Ebenfalls gefallen hat mir auch der Instrumental Song “ Monkey Island Shuffle“ was,durch leichte Reggae parts aufgelockert ist, obwohl mir persönlich bei sowas immer der Gesang fehlt. Meanwhile ist durch seine Kölsch Passagen von Royal Eigelstein auch ein Song, der raussticht und zu gefallen weiss. Der einzig komplette Deutsche Song ist Stuntpolizei, gefällt mir auch ganz gut, finde aber die englischen Songs doch besser. Alles in.allem ist Rabauken und Trompeten ein locker, flockiges Ska/Punk Album was auch nach mehreren hören nicht langweilig wird. 2 Eddie Sharp

The Moorings – Unbowed CD / LP+DL Code (04.08.2017)

(Subkultura Records / Mast Productions)
The Moorings? Habe von der französischen Band leider noch nichts gehört, bis mir die Cd ins Haus geflattert kam. Was direkt auffällt ist die liebevolle Gestaltung der CD. Diese kommt im Digiipac mit Booklet in dem alle Texte abgedruckt sind und vereinzelt Bilder der Bandmitglieder. Auch die Covergestaltung weiss zu gefallen, man sieht ein Segelboot auf stürmischer See und Schnapsflasche. Nun also die Cd in den Player gelegt und auf mich wirken lassen. Beim ersten hören war ich noch etwas skeptisch, doch je öfter man Unbowed hört, desto mehr entfaltet sie ihren ganz eigenen Charme. Besonders gut gefällt mir der Gesang und die Vermischung von rockigen punkigen Elementen und dem typischen Celtic Folk Rhythmen. Die Texte sind teilweise auf Englisch und Französich, wobei mir die Französichen Texte aufgrund der Sprache wirklich gut gefallen. Besonders gut gefallen hat mir das Jaques Brel Cover “Amsterdam“, zu dem die Band auch ein Video veröffentlicht hat. “The Brandy Belle“ ist auch ein Song der direkt gefällt, aufgrund der Vermischung von Englischen und Französichen Parts. Laut Label haben Dropkick Murphys, The Dubliners und Pogues Pate für die 12 Songs gestanden. Wer auf diese Bands steht macht mit Unbowed von The Moorings definitiv nichts verkehrt. Also bei mir wird die Cd auf jeden Fall noch mehrere Runden drehen. Note: 2+  Eddie Sharp

The Oppressed – Fatal Blow 1981/4 EP (02.08.2017)

(Mad Butcher Records / www.madbutcher.de)
Frühwerk der walisischen Streetpunks mit Stücken von 1981-1984. Ich würde sagen wieder mal verdientermaßen in der Classics Reihe der Mad Butcher Reihe wiederveröffentlicht. Oi!-Streetpunk,der mit Sicherheit allein wegen des Blaupausencharakters von Songs wie ACAB oder dem Titeltrack „Fatal Blow“ für sowas wie den Ur-Oi! Steht. Großmaulig, Stellung beziehend, beinahe kriegerisch und dabei ganz klar distanziert zu den Vollhonks der NF, die zu dieser Zeit längst begonnen hatte, in den Reihen der Skinheads neue Leute zu rekrutieren und die Szene für Jahre zu spalten und medial in Misskredit zu bringen. Ganz klar ein Stück Geschichte und ein Meilenstein von den Leuten geschaffen, die die Sharp Bewegung in England etablierten und Bands wie z.B. Bishops Green den Weg ebneten. Die Audioqualität ist leider – typisch 80er Jahre bei den meisten der 8 Aufnahmen etwas vernachlässigt worden dennoch: eine gute 2…..Cheers, Mr Moreno…Kai

 

Rancid – Trouble Maker CD (29.07.2017)

(Epitaph)
„Keine Hits drauf“, „Langweilig“, „Zu glatt“, „Kommt nicht an (Lieblings-RANCID Album hier einsetzen) ran“. Die Social Media-Experten geizten nicht mit Häme, hatten in ihrer Allwissenheit blitzschnell ein vernichtendes Urteil gefällt. Was wurde erwartet? Ein 1:1 „Let’s go“-Rip off? Jazzige Speed Metal-Passagen? Slowenische Texte mit schwäbischem Akzent, kaschubische Folklore auf historischem Equipment? „Trouble maker“ ist ein 100 % RANCID-Album geworden. Stärker als „…Honor is all we know“, anders als „Let the dominoes fall“. Keine große Überraschung. Oder doch? Durch die RANCID-Discographie zieht sich ein roter Faden aus Überraschungs-Eiern, die einzelnen Releases sorgten immer wieder für große Kinderaugen. RANCID-Hausregel # 1: Immer schön in Bewegung bleiben, die Gemeinde verwirren, das Erwartete vermeiden. Wir erinnern uns anno 2000 an die unplanmäßige Durchfahrt vom s/t-Express, die „…and out come the wolves“-Fanbase blieb verdattert auf dem Bahnsteig zurück. Alles richtig gemacht, fuck you Erwartungshaltung. Kein Full Customer service, no Picknick here. Und Erwartungen und Vermutungen gab es auch diesmal reichlich: Vor dem Album wurde 2016 der exklusive Sampler-Track „Silence is the only rule“ auf „Oi! ain’t Dead 5“ veröffentlicht. Ein fieser Aggro-Bomber in schönster Meat’n’Potatoes-Bauart, Larsemann hatte hier richtig tief in Millwall Roi’s Glaskugelauge geblickt, den LAST RESORT-Traumzauberbaum gehörig geschüttelt. Überraschung # 1: „Silence is the only rule“ blieb ein einmaliger Ausflug, auf „Trouble maker“ halten sich Tim Timebomb- und Lars Bastard-Vorlieben schön die Waage. Perfekt abgestimmt, professionell kredenzt. Zu perfekt, zu professionell? Jammern auf hohem Niveau. Keine Überraschung # 1: „Trouble maker“ sitzt wie ein Anzug aus der Saville Row, jede Note ist an ihrem Platz, die Riffs und Beats sind präzise platziert. Mit chirurgischer Präzision, handwerkliche Königsklasse inklusive hauseigenem Trademark-Sound: Finest CLASH on streetpunk East Bay update, topped with Rude Boy Reggae tunes. Gekonnt-leichtfüßig aus der Hüfte gezaubert, frei aufgespielt ohne Druck und Zwang. Oder Erwartungshaltung.Fazit: „Trouble maker“ hebt die Punk Rock-Welt nicht aus den Angeln, ist unterhaltsames Popcorn-Sommerkino, High End Entertainment für den Summer of 2017. PS: Wer „…and out come the wolves“ hören will, soll „…and out come the wolves“ auflegen. Wer „Let’s go“ hören will, soll „Let’s go“ auflegen. Und wer Trouble maker“ hören will, kann „Trouble maker“ auflegen. Ganz einfach. PARADISE

Russian Girlfriends – All Around CD/farbige LP incl. DL (28.07.2017)

(Gunner Records)
Aus Albuquerque USA kommt diese Band mit ihrer Debütscheibe um die Ecke spaziert. Die Mitglieder sind allerdings keine unbeschriebenen Blätter und so treffen hier Herrschaften von Koffin Kats, Novembers Doom und anderen Bands aufeinander. Hier mixt man melodischen Punk mit Hardcore und Metal und das ganze klingt auch noch super. Das Ganze ist mir allerdings etwas zu Sauber und zu glatt. Die Melodien sind aber dennoch ansteckend und die Texte sind auch fernab von Plattitüden und alles andere als stumpfer 08/15 Einheitsbrei. Ruhig mal reinhören. 3/Mark

Mr. Wallace – Breathe Again Digipack CD / DL (21.07.2017)

(Ring of Fire Records)
Drittes Release der 7-köpfigen Band aus Groningen. Seit 2010 haben sich Mr Wallace auf allerlei Festivals und Konzerten europaweit u.a. im Vorprogramm von den Skatelites, Madness oder den Specials einen recht guten Ruf erspielt. Reggae und Uptempo Ska wird hier mit seichtem Pop-Apeal und offensichtlichem Hang zum britischen Twotone-style der späten 70er/frühen 80er Jahre von Sängerin Renske de Boer und ihrem Gefolge schon beinahe massenkompatibel präsentiert ohne dabei irgendwie aufgesetzt zu klingen. Mit Stücken wie „no longer mine“ oder „honey won“t you buy me flowers“ hat man regelrechte Hitkandidaten mit an Bord, deren Ohrwurmcharakter die meisten Songs des Albums allerdings leider nicht alle auf Anhieb teilen.Trotzdem haben wir hier ein stimmiges, rundum angenehmes Album, dem man bei jeder Note anhört, wie viel Freude es der Band macht diese Art von Musik zu spielen und wie akribisch dabei zu Werke gegangen wird. Treibende Offbeats, eine furztrocken angeschlagene Orgel, jedes tschikatschik sitzt auf die Millisekunde, jedes Echo am richtigen Platz…und das, obwohl alles live in einem Raum aufgenommen wurde. Verdientermaßen: …..2……Kai